WAWakterThemenstarter105 Beiträge · seit 200920. Juni 2009 · #1
Wir sind im Juli das erste Mal in Namibie.
Viel haben wir bereits über Landschaften gelesen und auch das Forum ist wirklich informativ.
Aber wir würden auch gerne Ureinwohner/Volksgruppen in ihren traditionellen Lebensweisen erleben. Sprich, wo sind (auch geführte) Begegnungen und Besichtigungen mit Herero, San oder Himba usw. möglich bzw. bieten sich an.
Hier mal unsere Reiseroute: Windhoek – Sesriem – Walvisbay - Erongo/Omaruru – Outjo – Ethosha – Tsumeb – Otiwarongo
Überall haben wir 2 oder drei Tage. Würde mich über Tipps von Euch sehr freuen.
Hallo Walter, war zwar selbst noch nicht dort, habe diesen Stopp für meine nächste Reise fest eingeplant. Google mal unter Gelbingen Farm. Dort leben Himbas. Ich weiß nur nicht wie ein solcher Kontakt aussieht... habe Angst, dass es einem Zoobesuch ähnelt....Habe aber keine Alternative und werde das Risiko eingehen. Bin gespannt was andere Forumsmitglieder dazu sagen... Neugierige Grüße Ulrike
"traditionelle" Lebensweisen des 21.Jahrhundert finden Sie natürlich überall in Namibia. Ihre Erwartungshaltung sollte aber nicht sein, einen neuen Stamm Steinzeitmenschen zu entdecken. Auch die Himbas haben mittlerweile Handys und Buschleute Jeans.
Grundsätzlich können Sie natürlich bei jedem Einwohner Namibias einen Eindruck hinterlassen. Häufigeren Umgang mit Touristen haben folgende Orte / Projekte:
Windhoek: Penduka am Goreangab Dam, Xwama Restaurant in Katutura, die Einreisebehörde am Flughafen Windhoek
Hereros: In Okakarara am Waterberg, in Okaepe an der Schule bei Coblenz, in Otjinene im Cultural Centre, am heiligen Feuer bei Aminuis und im Mamma Milbe Restaurant in Katutura, sowie am Commando Haus in Katutura
Buschleute: Der Klassiker in Grashoek, auf der Farm Omanduma im Erongo von April bis November, im Aabadi Bushcamp bei Wilhelmstal, auf der Farm Zelda bei Gobabis, die Kxoe bei Divundu, auf der Intu Afrika Lodge bei Mariental,Ombili Stiftung bei Tsumeb, Heikum traditionel authority in Outjo, am Motsomi Korridor nähe Aranos
Damaras: In Uis am Brandberg und an der Spitzkoppe, an der neuen Khowarib Lodge
Himbas: 2 Traditionelle Kraals zwischen Opuwo und Epupa an den Epupafällen die Guides John und George bei Kamanjab Gelbingen Gästefarm und nähe Filmhaus
Deutsche: im Freilichtmuseum Lüderitz, Brauhaus in Swakopmund
Nama: La Vallee Tranquille bei Maltahöhe
Topnaar Hottentotten: Südlich von Walvis Bay: Rooibank Oanib Camp bei Rudolf Dauseb und an der Wüstenforschungsstation Gobabeb
Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek Carsten Möhle
Otjikoko2'349 Beiträge · seit 200920. Juni 2009 · #4
Palmwag Lodge und Vingerklip Lodge bieten Ausflüge zu Himbas an. siehe Google.
oder bei Kamanjab, ca. 40min Autofahrt von www.cheetahparknamibia.com : www.gelbingen-safaris.com , die haben ein Himba Village hinter dem Haupthaus. Ist natürlich schon etwas touristisch und nicht in "freier Natur", aber trotzdem autentisch zum kennenlernen dieser Kultur. Auch wenn die Himbas dort Ketchup essen... 🙂
Allgemein Dierks, Klaus: Chronologie der namibischen Geschichte, 2. Auflage 2003, ISBN 3-933117-52-6
Malan, Johan S.: Die Völker Namibias, Klaus Hess Verlag Göttingen, ISBN 3-933117-10-0
Herero: Nuhn, Walter.: Sturm über Südwest, Bernard & Graefe Verlag Koblenz 1989, ISBN 3-7637-5852-6 Seyfried, Gerhard: Herero, Roman, Eichborn Verlag 2003, ISBN: 3-82180873 -X Hoffmann, Giselher: Die schweigenden Feuer, Hammer Verlag Wuppertal 1994, ISBN 3- 87294615-3.
Himba: Jacobsohn , Margaret , Pickford, Peter + Beverly: Himba, Die Nomaden Namibias Klaus Hess Verlag Göttingen ISBN 3- 98045183-6 Mans, Minette: Discover Musical Cultures in the Kunene , mit Musik – CD - Rom, Windhoek 2004, ISBN 99916-637-2-X Hoffmann , Giselher : Schattenjäger, Scherz Verlag 2003, ISBN 3502519277 Förg, Klaus: Himba - Namibias ockerrotes Volk, Rosenheimer Verlagshaus 2004 , ISBN 3- 4755357- 26
Buschmann: Frei,Rolf u.a.: Buschmänner. Klaus Hess Verlag Göttingen 2001, ISBN 3 933117 216, Das zur Zeit beste Buschmannbuch. Aufnahmen wurden bei den Buschmänner in Klein Dobe gemacht. Text von Buschmannexperten Reinhard Friederich kontrolliert. Leffers, Arno: Gemsbok Bean + Kalahari Truffle ( Nyae Nyae Buschkost Führer ) ISBN 99916-0-491-X , Gamsberg Mac Millan Press, Windhoek Deutscher Entwicklungsdienst 2003 Howell,N.: Demography of the Dobe!Kung, 2.Auflage 2000, ISBN 0 202306 496 Hoffmann, Giselher: Die Erstgeborenen, Roman, Unionsverlag 1994 ISBN 3-29320229-2 Bleek, H. und Loyd, Lucy: Mythen und Märchen der Buschmann-Völker, Daimon Verlag, ISBN 3-85630618-8 Post, Laurens van der: Das Herz des kleinen Jägers, Roman, Diogenes Verlag, ISBN-Nr. 3-25722821X
Topnaar Hottentotten: Vigne, Randolph.The Hard Road to Colonization: The Topnaar (Aonin) of Namibia, 1670-1878 Journal of Colonialism and Colonial History - Volume 1, Number 2, Winter 2000 E-ISSN: 1532-5768 van den Eyden, Veerle: The Ethnobotany of the Topnaar Gent 1992
Ovambo: Nujoma,S.: Where Others Wavered: The Autobiography of Sam Nujoma May 2001, ISBN 0-901787-57-4
Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek Carsten Möhle
AloeVera207 Beiträge · seit 200820. Juni 2009 · #6
@ Carsten Möhler: welche Literaturempfehlungen gibt es hierzu??
""Deutsche: im Freilichtmuseum Lüderitz, Brauhaus in Swakopmund""
Hallo Carsten, danke für die großartigen Tipps. War gerade auf deiner Homepage. Als Namibia-Anfänger sauge ich so etwas auf. Werde mich sicher mal melden, wenn meine Pläne konkreter sind. Gruß Ulrike
WAWakterThemenstarter105 Beiträge · seit 200920. Juni 2009 · #8
hallo Carsten,
danke für deine Tipps. Habe mir mal deine HP angeschaut. Wirklich interessant. Und ich denke, wirklich tolle Projekte, die besondere Aufmerksamkeit verdienen.
Ich glaube, dass der "einfache" Tourist die Gesamtproblematik, die auf deine HP ansatzweise deutliche wird, die aber auch in deiner Antwort anklingt, nicht kennt und nicht kennen kann. Um so mehr ist es wichtig, dass auch der Besucher Namibias hiermit konfrontiert wird und sich damit auseinandersetzt.
Wir werden auf alle Fälle wenigstens eines der Projekte besuchen.
""Deutsche: im Freilichtmuseum Lüderitz, Brauhaus in Swakopmund""
Liebe Grüsse Lilly
Literaturempfehlung:
Leinemann, Jürgen: Die Angst der Deutschen. Beobachtungen zur Bewußtseinslage der Nation Rowohlt Spiegel Buch Hamburg 1982 ISBN: 3499330210 (EAN: 9783499330216 / 978-3499330216)
und hier einmal ein Textauszug, der zeigt, wie aktuell das Buch immer noch ist und auch damals schon die Forumswelt beschreibt.
"Es sind immer die anderen, die Realität ausblenden, ignorieren, verdrehen, fliehen, verzerren, schönen, leugnen, zurechtbiegen. Selbst sieht jeder Tatsachen, harte Fakten, logisch, sachgebunden, historisch beweisbar.
Auch ist der andere immer irrational. Muß er doch zugeben. Muß er doch einsehen, wie hirnrissig, absurd, wundergläubig, sektiererisch, abnorm er die Welt betrachtet. So darf er die Dinge doch nicht sehen, so darf er noch nicht einmal fragen."
Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek Carsten Möhle
Tomcat1'155 Beiträge · seit 200620. Juni 2009 · #10
Hallo Walter
Begegnungen sind in Afrika immer sehr einfach.
Du gehst einfach auf die Menschen zu. Statt die Leute auf dem Donkey Car einzunebeln,kannst du auch halten, etwas Kühles zu trinken anbieten und ein "Schwätzen" halten...
So erfährst du viel über die Freuden und auch Sorgen dieser Menschen 🙂
CHChris_83_n28 Beiträge · seit 200824. Juni 2009 · #11
AloeVera schrieb:
welche Literaturempfehlungen gibt es hierzu??
""Deutsche: im Freilichtmuseum Lüderitz, Brauhaus in Swakopmund""
Liebe Grüsse Lilly
"Ich war ein weißer Farmer in Afrika" von Ulf G. Stuberger ISBN-13: 978-3776625752
Aktuell (2008), traurig und wahr 🙁 Vielleicht könnt ihr mit den wenigen Informationen die Locations herausfinden...
Ulf Stuberger hat ein Standardwerk über Eselszucht geschrieben. Das sagt auch sehr, sehr viel über das "aktuelle" Buch aus. Und diese Aussage sagt auch sehr viel über Herrn Stuberger aus.
Er hat von 1999 bis 2003 die Gästefarm Otjituezu in Osten nahe Gobabis und den Otjivenu-Bergen betrieben und das Unternehmen Ovambo-Tours gegründet, um sich als erster Touristiker dieser Region uns seinen Menschen zu widmen. Mit häufig sehr sehr persönlichem Einsatz
"Es sind immer die anderen, die Realität ausblenden, ignorieren, verdrehen, fliehen, verzerren, schönen, leugnen, zurechtbiegen. Selbst sieht jeder Tatsachen, harte Fakten, logisch, sachgebunden, historisch beweisbar.
Auch ist der andere immer irrational. Muß er doch zugeben. Muß er doch einsehen, wie hirnrissig, absurd, wundergläubig, sektiererisch, abnorm er die Welt betrachtet. So darf er die Dinge doch nicht sehen, so darf er noch nicht einmal fragen."
Topobär5'479 Beiträge · seit 200924. Juni 2009 · #14
Den besten Kontakt zur einheimischen Bevölkerung hatte ich, als wir abends in Opuwo der lauten Musik folgten und eine der vielen Kneipen der lokalen Bevölkerung aufsuchten. Wir waren die einzigen Weissen; ansonsten ein buntes Gemisch verschiedener Volksgruppen, Altergruppen und sozialer Schichten: Von Himbas in traditioneller Aufmachung bis hin zu westlich voll gestylten Jugendlichen.
Wir wurden sofort integriert, zum Tanzen aufgefordert oder beim kickern oder Billard herausgefordert. Das Ganze bei ohrenbetäubenden Afropop, der hier im Forum meist als Kritikpunkt wegen entgangener Nachtruhe genannt wird. Besonders angenehm war, dass man kein einziges Mal angebettelt wurde und auch niemand versuchte, einem etwas zu verkaufen, während tagsüber der Gang durch die Stadt in dieser Hinsicht einem Spießrutenlauf gleichkommt. Auch das Bier kostete für uns nicht mehr, als für die Einheimischen.
Vergleichbare Kneipen gibt es überall im Land, traut Euch mal rein.
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200724. Juni 2009 · #15
@Topobär
kann Dir nur zustimmen, hatte eine ähnliche Begegnung vor etwa zehn Jahren in der südafrikanischen Provinzstadt Kokstad (KwaZulu) - auch die beiden einzigen Weißen in einer Disco. Es war ein super lustiger Abend, wir haben vom DJ noch Musiktipps mitbekommen.
@Carsten
Leinemann - sehr gute Analyse, hält Einem den Spiegel vor´s Gesicht und erklärt manche Verhaltensweisen - auch die eigene. Ist in diesem Thread vielleicht etwas off-topic...
Bye bye Forum
Joerg3'175 Beiträge · seit 200624. Juni 2009 · #16
Fahrt mit oeffentlichen Verkehrsmitteln, wie Bus und Bahn, da bekommt Ihr jede Menge Kontakt. Rede aus Erfahrung, 150000km mit diesen Verkehrsmitteln. Und das Alleine
Gruss
Joerg
Es gibt NIX, das es nedd gibt
Joerg3'175 Beiträge · seit 200624. Juni 2009 · #17
wer moecht kann natuerlich auch mit uns nach Katutura. Wie gehen da ab und an zum Pool spielen in ein Shebeen
Gruss
Joerg
Es gibt NIX, das es nedd gibt
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200724. Juni 2009 · #18
Joerg schrieb:
wer moecht kann natuerlich auch mit uns nach Katutura. Wie gehen da ab und an zum Pool spielen in ein Shebeen
Wie groß ist denn das Shebeen? Wenn wir zwei um den Tisch gehen, benötigen wir etwas Platz 🤩 🤩 🤩 Hast Du evtl. am 3./4.10. abends schon was vor?
Bye bye Forum
Joerg3'175 Beiträge · seit 200624. Juni 2009 · #19
Volker schrieb:
Joerg schrieb:
wer moecht kann natuerlich auch mit uns nach Katutura. Wie gehen da ab und an zum Pool spielen in ein Shebeen
Wie groß ist denn das Shebeen? Wenn wir zwei um den Tisch gehen, benötigen wir etwas Platz 🤩 🤩 🤩 Hast Du evtl. am 3./4.10. abends schon was vor?
Gut gebruellt Loewe!!!!
am 3./4.10. sitz ich wohl in einem Shebeen im Caprivi 😄 komme am 10.10.2009 wieder nach Windhoek