Unliebsame Begegnungen mit Pavianen

12 Antworten · 5'632 Aufrufe · gestartet 03. Juni 2009 von Hermann
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Themenstarter1'564 Beiträge · seit 200603. Juni 2009 · #1
Moin,moin,
Ich möchte einmal wissen ob jemand von Euch auch schon mal unliebsame
Begegnungen mit Pavianen hatte?
Wir hatten jedenfalls im April 2mal nicht so angenehme Begegnungen.
Die Erste war in North Gate während einer Mittagspause.Wir sahen die
Paviane schon kommen und waren sehr wachsam,aber trotzdem schaffte es ein großes Tier hinten auf die offene Autoklappe.Bevor er etwas stehlen konnte,verscheuchten wir ihn zu zweit.Das Ergebnis war,daß der Mittagstisch
vor dem Auto unbewacht war und der Affe unsere Dokumententasche klaute.Meine Freundin lief hinterher,bis der Pavian plötzlich stehen
blieb und ihr die Zähne zeigte.Zum Glück hatte ich derweil unseren Knüppel,
den wir immer im Auto haben und konnte damit den Pavian vertreiben.Die Doku
tasche liess er nach eine Biss liegen.Uns ging danach doch ganz schön der Puls.
In Third Bridge wurden wir dann beim Frühstück geärgert.Es ging soweit,daß vom nahe stehenden "Leberwurstbaum" Früchte runtergeworfen wurden.Wir blieben nur einen Tag und fuhren dann nach South Gate.
Beim nächsten Mal habe ich eine Steinschleuder dabei!!!
Wer hatte denn eventuell "schlimmere" Begegnungen?

Hermann
403 Beiträge · seit 200604. Juni 2009 · #2
Hallo Hermann

Wir waren auch im Mai im Moremi und zwar in Kwai Camp. Beim z'mörgele klaute uns ein Pavian blitzschnell unser Brot und verschwand so rassig, wie er angeschlichen kam.
Schlagartig packten wir zusammen und genossen unser Frühstück unterwegs auf den Weg zum Savuti (ohne Pavaiane )

Wir waren paar Tage im Moremi und Chobe, wurden aber mit ganz wenigen Ausnahmen von der Pavianen verschont.

Habe aber von Vielen gehört, dass es zum Teil eine echte > Affenplage > ist auf verschieden Plätzen.

Buone Notte

Margrit
1'457 Beiträge · seit 200604. Juni 2009 · #3
wer war das nochmal hier aus dem Forum, der sich den Pavianen mit Pfefferspray entledigt ? Wurde hier diskutiert (leider keine Zeit zu suchen)
Themenstarter1'564 Beiträge · seit 200604. Juni 2009 · #4
Wie weit "geht" denn das Pfefferspray? Meistens kommt man doch gar nicht so dicht an die Affen ran??Da finde ich eine Steinschleuder (z.B. mit Gummikugeln)schon besser????

Hermann
323 Beiträge · seit 200704. Juni 2009 · #6
Jetzt weiss ich nicht mehr genau, wer es uns diesen Mai erzählt hat, aber das "Affenproblem" am Waterberg Camp wurde jetzt gelöst. Durch Abschuss. Es war einfach nicht mehr anders zu handeln. Im KTP hängen überall Plakate mit dem Tenor "Durch das Füttern der Tiere verurteilen sie sie zum Tode".
Gruß
Wolfgang
1'250 Beiträge · seit 200904. Juni 2009 · #7
Kenia, Lake Nakuru Nationalpark, am Gate
Hier treibt eine Horde Grüner Meerkatzen sein Unwesen.

Wir hatten von der Fahrt noch im Auto viele Fenster
auf. Man konnte gar nicht so schnell schauen, wie
sie versucht haben durch ein Fenster einzudringen.
Beim Fensterschliessen musste man aufpassen, dass
nicht noch ein Aermchen oder Beinchen eingeklemmt wurde.
Als dann eine Mitreisende - mit Keks in der Hand -
das Auto verliess, muss das eine Meerkatze falsch
interpretiert haben. Nachdem es den Keks nicht bekommen
hat, wurde unsere Mitreisende ins Bein gebissen.

------

Uganda, Murchison Falls NP, Nilfähre Paraa, Nordseite.
Beim Warten auf die Fähre hat unser Fahrer und Guide
Gilbert am Minibus gestanden. In einen Baum, ca. 50 m weit
weg war eine Pavianfamilie.
Plötzlich kam aus dem Baum das Alpha Tier auf
ihn zugeschossen und startete einen Angriff.
Der Pavian hat sich aufgerichtet, die Arme hochgereckt
und die Zähne gefletscht ...
... das gleiche hat Gilbert gemacht.
Abstand zwischen den beiden ca. 2m. Eher etwas weniger!!!
Als Gilbert dann einen Scheinangriff auf den Pavian
gemacht hat - also einen energischen Schritt nach vorne gemacht hat, ist der Pavian ein paar meter zurueckgewichen.
Zeit genug für Gilbert sich nach dem nächsten Stein
zu bücken und den auf den Pavian zu werfen.
Treffer!
Daraufhin hat er sich weiter zurückgezogen.
Nächster Stein, zwar kein Treffer aber das hat gereicht.
Die Pavianfamilie hat dann sogar den Baum geräumt und ist
abgehauen.
Ich war noch im Auto und schraubte an meinen
Objektiven rum. Es ging alles so schnell,
dass ich leider keine Fotos machen konnte.

---

Dann gibt es noch ein paar kleinere Erlebnisse,
wo eine Grüne Meerkatze sich ein paar Früchte
vom Früchstückstisch geholt hat, oder
Milane im Sturzflug den Leuten die Semmel
aus der Hand reissen ...

Gruss Bernd
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x) Fotoreportagen und Bildgalerien aus aller Welt: foto-kiboko.de
1'125 Beiträge · seit 200604. Juni 2009 · #8
Ja, ich gebe mich als Affenhasser bekannt (ich 'oute mich', wie man heute sagt). Sie sind eine Plage - aber von den Touristen selbst herangezüchtet. Man darf sie einfach nicht füttern - ich habe da Haarsträubendes erlebt - ich war schon nahe an Gewaltverbrechen. Eine Steinschleuder ist da wertvoll. Kriegt man überall. Schon die reine Armbewegung ( man legt einen Stein ein und spannt) verursacht eine Fluchtbewegung aller Paviane. Trotzdem: Ich hasse Paviane!!!!!
Wolff-Rüdiger
Omnia vincit amor
Themenstarter1'564 Beiträge · seit 200604. Juni 2009 · #9
Hatte gar nicht gesehen,daß das Thema ja schon mal im Forum (März)behandelt worden ist.
Aber, wie es scheint ist bis jetzt noch niemand durch Affen verletzt worden,oder.??

Hermann
1'125 Beiträge · seit 200604. Juni 2009 · #10
Hallo, Wolff-Rüdiger,
Du hasst (oder sagt man: Du hassest?) Paviane? Merkst Du nicht, dass nur die Touristen daran schuld sind? Was können die Paviane dafür, dass verantwortungslose Tourist(inn)en ('Ach, was sind sie so lieb!!!') die Tiere auf unsere Campingplätze leiten und uns dabei stören! Wir selbst sind daran schuld. Vor allem unsere (Vor-)gänger. Verjagt sie!
WR
Omnia vincit amor
365 Beiträge · seit 200604. Juni 2009 · #11
Begegnungen können aber auch ganz witzig sein 😄

hoffe der link funktioniert!


Bei YouTube ansehen ↗

Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren; die zweitbeste Zeit ist: HEUTE "Afrika hat seine Geheimnisse und selbst ein weisser Mensch wird diese nie verstehen. Er kann sie aber respektieren." Miriam Makeba One elephant is killed every 15 minutes www.iworry.org
134 Beiträge · seit 200704. Juni 2009 · #12
Wir hatten unser (eher lustiges) Erlebnis im Waterberg Camp. Sassen vor dem Bungalow am Tischchen und pick-nickten.

Auf einmal kamen einige putzige Mangusten zum Tisch. Wir nahmen den Fotoapparat und knipsten die kleinen Dinger, dabei standen wir ca. 1m vom Tisch entfernt... Als wir uns wieder um unser Essen kümmern wollten, stand da ein ausgewachsenes Pavian-Männchen an unserem Tisch! Lautlos war der Kerl in der einen Minute herangeschlichen...

Ich weiss nicht, wer mehr erschrocken ist... 😄 Auf jeden Fall griff er die Chips-Tüte (ausgerechnet die Mexican-Chili) 😎 und schon war er weg.

Und am Abend dachten die Affen wohl, unser Bungalow sei ihr Spielplatz. Um den Bungalow, auf dem Bungalow... überall zetterten sie herum. Ans Einschlafen war eine ganze Weile nicht zu denken 🙂
Gast04. Juni 2009 · #13
Hallo!
Oh, zu diesem Thema hab ich auch mal was gepostet.
In der geo- reisecommunity. Habs´hierher kopiert:

Wilder Besucher
Es war unsere 3. Reise durch Südafrika und unser erster Besuch im wunderschön gelegenen Giant´s Castle Camp mitten in den Drakensbergen.
Wir kamen nachmittags an und bezogen unser Chalet mit eigener Küche.
Selbsttversorgung für die nächsten 3 Tage war eingeplant. Wir stellten Brot, Nudelpackungen, baked beans in Dosen , Salzstangen und Kaffee auf die Anrichte.Milch,Joghurt, Käse, Gemüse kamen in den Kühlschrank. Wir packten nur ein paar Sachen aus dem Koffer ,liessen die restlichen Einkaufstüten am Boden stehen, duschten schnell und wollten so bald wie möglich nach draussen, um noch einen kleinen Spaziergang ums Camp zu machen. Da es im Winter recht früh dunkel wird, beeilten wir uns entsprechend.
Die Landschaft und das herrliche Licht nahmen uns sogleich gefangen und wir marschierten mit Kameras bewaffnet los.
Nach einem ca. einstündigen Gang am Bushmens River entlang kehrten wir auf der Terrasse des Izimbali Restaurants zu einem sundowner ein. In der Ferne hörten wir die lauten Rufe von Baboons(Pavianen), das Schreien einiger Vögel, das Surren der Insekten. Am Fluß hatten wir zwei Elenantilopen grasen sehen.
Was für eine wunderbare Stimmung! Was für ein Einstand in diesem Camp!
Der Kellner war freundlich und humorvoll; wir kamen ins Schwatzen und gönnten uns ein zweites Bier.
Allmählich bekamen wir Appetit und machten uns auf den Weg zu unserem am Hang gelegenen Chalet. Auf dem Weg dorthin phantasierten wir schon davon, was wir uns Leckeres zubereiten wollten.
Als wir die Tür des Häusschens öffneten, kam uns ein seltsam fremdartiger Geruch entgegen.
*Komisch, dass mir das vorhin nicht aufgefallen ist!* sagte mein Mann skeptisch. Und ich meinte:
*Naja, da standen ja auch Türen und Fenster offen..wir waren am Rein- und Rauslaufen,da konnte man ja nix merken.*
Dann schalteten wir das Licht ein und sahen zwei Tüten am Boden , die wir ganz sicher nicht dort hatten liegen lassen...der Inhalt war verstreut....Spülmittel, Seife und einige andere Sachen lagen kreuz und quer im Zimmer.
Uns dämmerte, dass wir ungebetenen Besuch hatten...
In der Küchenzeile dann weitere Spuren des Täters :alles voller Krümel! Brottüten zerrissen, Dosen angeschlagen, in den Keramikplatten an der Wand: Risse!
Shampoo-Kleckse, angebissene Seifenstücke....und schmutzig-nasse Pfotenabdrücke wiesen uns den Weg ins Badezimmer >>> dort liefen die Spuren zum Fenster...das ein ganz klein wenig offen stand.....

In diesem Moment war uns dann endgültig klar, was geschehen sein mußte !!
In aller Eile hatten wir, was man niemals sollte in Afrika, ein Fenster offen gelassen.... und ein Baboon hatte diese Chance genutzt, um uns dämlichen Touristen mal gehörig eine Lehre zu verpassen...
Bei dieser Gelegenheit hatte er alles Essbare( und scheinbar Verzehrbare) in sich geschlungen, wie die mageren Brotkrümelreste, die zwei Salzstangen, die unberührt geblieben waren und die Bißabdrücke in der Seife bewiesen.
Mit den Nudeltüten hatte er wohl Tango getanzt...so sahen sie jedenfalls aus! Nudeln lagen überall zerstreut, selbst im Bad und unterm Bett. Die Bohnendosen waren offensichtlich an die Wand geschlagen worden (clever,clever!), was aber nichts nutzte(ätsch!).
Schock, Ärger,Hunger...die Emotionen überschlugen sich bei uns.
Was tun?
Da der schreckliche Geruch uns nun auch einleuchtend klar machte, dass hier ein wilder Einbrecher zugangen gewesen war und es womöglich vor Ungeziefer wimmelte, beschlossen wir, so schnell wie möglich entweder sauber zu machen oder ein anderes Chalet zu beziehen...Zum Aufräumen und Putzen waren wir ganz und gar nicht aufgelegt. Unsere herrliche Urlaubsstimmung: dahin! Unser Hunger jedoch leider nicht!
Handeln hiess die Devise !
Während ich zur Camp-Rezeption lief, wo leider niemand mehr war, packte meine bessere Hälfte alles zusammen.
Nach einigem Hin und Her mit dem netten Kellner von der sundowner-Terrasse half uns dieser die Camp-Managerin zu verständigen. Eine Stunde später konnten wir schliesslich ein anderes Chalet beziehen.
Im gemütlichen Restaurant bekamen wir einen Ehrenplatz am offenen Kamin und genossen e n d l i c h ein perfektes Camp-Dinner !!

Als wir am nächsten Morgen all unsere Sachen nochmal durchschauten, stellte mein Mann schliesslich irritiert fest, dass ihm zwei nagelneue Boxer-Shorts fehlten...
Was auch immer man diesem Baboon anlasten kann: guten Geschmack hat er !!

Und sollte je in den Drakensbergen ein Baboon in blauen Shorts gesichtet werden:
>> denkt an uns 😉

Und die Moral von der Geschicht´....nee, is´klar!>>>

Auf diesen Reisebericht bekam ich viele Reaktionen. Daraus wird ganz klar: fast jeder hat so seine negativen Erfahrungen mit baboons. Und jeder weiß im Prinzip, dass wir Touristen selbst verantwortlich dafür sind, dass sie so wurden.
Und trotzdem sehe ich immer wieder Leute, die sie füttern oder anders herbei locken! Dieses menschliche Verhalten ist mir unerklärlich.
Dasselbe gilt für die *Vogelplage* in den Krüger Park Camps. Die einen füttern sie, die andern verjagen sie...
Und manchmal sind die, die sie morgens mit den Brotresten vom Frühstück füttern, die selben, die sie abends dann vom Grill wegscheuchen müssen 😉 Was für eine Genugtuung!!

Baiba
zuletzt bearbeitet 04. Juni 2009