joeheThemenstarter72 Beiträge · seit 201111. Okt. 2012 · #1
Ein Jahr lang haben wir geplant, Reiseführer gelesen, Freunde gefragt und das Internet durchforstet, um einen etwas aufwändigen Urlaub zu gestalten: Eine Rundreise durch Namibia. Nachdem Südafrika vor inzwischen mehr als 10 Jahren ein Höhepunkt an Urlaub war und unsere Tochter inzwischen groß genug für eine solche Reise ist (10 Jahre während der Reise), flogen wir mit einer befreundeten Familie mit insgesamt 4 Erwachsenen und 3 Kindern (9-11 Jahre) für ca. 3 Wochen nach Süden.
Die Reiseroute soll uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Namibias führen, aber auch für Kinder geeignet sein. Daher erfolgt die Planung unter folgenden Rahmenbedingungen:
- Keine Tagesreise mit mehr als 300 km. Da die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit in Namibia deutlich unter dem europäischen Standard liegt, wird hierdurch die tägliche Reisedauer auf max. 5 Stunden begrenzt.
- Mindestens zwei Übernachtungen pro Aufenthaltsort. Mit Kindern sollte man nicht täglich den Wohnort wechseln, so dass man eher ein paar Tage länger an einem Ort bleibt und von dort Ausflüge unternimmt.
Unsere Route deckt viele der Sehenswürdigkeiten im Norden bis runter zum Sossusvlei ab. Eine weitere Fahrt südlich ist nicht sinnvoll, da für die südlichen Attraktionen im Verhältnis sehr lange Strecken zurück gelegt werden müssen. Ähnliches gilt für den Caprivi-Zipfel, welchen wir uns ebenfalls für ein anderes Mal aufsparen.
Die Auswahl der Unterkünfte ist durch einige Parameter eingegrenzt:
- Kinderfreundlichkeit
- Lage in der Nähe der Sehenswürdigkeiten
- Vernünftiges Preis-/Leistungsverhältnis
- Klima: im namibischen Winter ist eine Zeltunterkunft keine gute Idee.
Auf diesem Weg nochmal herzlichen Dank an die vielen aktiven Mitglieder im Namibia-Forum. Ihr habt uns sehr geholfen und viele Entscheidungen einfacher gemacht. Mit diesem Reisebericht möchte ich dem Forum etwas zurück geben und hoffe, dass er euch gefällt.
Auto
In Namibia ist es normal kein Problem die geteerten Straßen und Schotterstrecken mit einem PKW zu befahren. Richtig nötig wird ein Allrad erst, wenn man in den Norden ins Kaokoveld, Kaudom National Park oder einige andere einsamere Gebiete fahren möchte. Für das Sossusvlei selber benötigt man nur für die letzten 5 km ein Allradfahrzeug, dort gibt es aber auch einen Parkplatz für die PKW Fahrer, die es auf keinen Fall schaffen würden, aber auch für die Allradfahrer, die es sich nicht zutrauen, durch den Tiefsand zu fahren. Vom Parkplatz aus gibt es dann einen Shuttleservice, der einen sicher ins Sossusvlei bringt.
Für ein Allradfahrzeug spricht der Fahrkomfort und die Sicherheit, sich nicht festzufahren oder mit dem Fahrzeugboden aufzusetzen. Ferner ist das Fotografieren aus einem hohen Fahrzeug, vor allem in den Wildparks besser als aus einem kleinen Fahrzeug. Für mehr als 2 Personen muss man ein sog. "Double-Cab" Fahrzeug buchen, da ein "Single-Cab" Auto nur Platz für Fahrer und Beifahrer bietet.
Das Thema Autoversicherung ist in Namibia aus deutscher Sicht kritisch, da keine generelle Versicherungspflicht herrscht. Aus diesem Grund bieten die Autovermieter mehr oder weniger sinnvolle Zusatzversicherungen an, welche den Selbstbehalt heruntersetzen oder generell Schäden abdecken. Fast nie werden hierbei Reifen- oder Glasschäden abgesichert, da diese mit recht hoher Wahrscheinlichkeit eintreten. Allerdings sind die Kosten hierfür auch erheblich niedriger als in Europa.
Wir haben uns für die die Savanna Autovermietung entschieden, wo auch Frühbucher- und Kilometerrabatt gewährt wird. Die Preise liegen bei ca. EUR 90 pro Tag. Wir nutzen auch die Möglichkeit einer Selbstbehalt-Versicherung über die Lufthansa Miles&More Kreditkarte Gold Business. Die Jahresgebühr hat man schnell durch die Ersparnis lokaler Versicherungen drin. Versichert werden allerdings generell keine Camper und Reifenschäden sind auch ausgeschlossen.
Reiseverlauf
Eine Übersicht der Reise ist der folgenden Karte zu entnehmen.
Namibia07373 Beiträge · seit 200711. Okt. 2012 · #3
Bin gespannt!
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joeheThemenstarter72 Beiträge · seit 201111. Okt. 2012 · #4
Unsere Anreise von München gestaltet sich überraschend problemlos: Die Deutsche Bahn bringt uns pünktlich und mit sehr gutem Service von Trudering nach Frankfurt Flughafen. Unsere Tochter erhält sogar ein kostenloses Kindereis im Bistro-Wagen. Allerdings ist der Flughafen eine Zumutung: Der Transfer vom Fernbahnhof zum Terminal 1 per Bus erscheint im Licht aktueller Flughäfen anachronistisch, auch wenn Berlin froh über diese Zwischenlösung sein dürfte.
Der Flug mit Air Namibia ist ebenfalls pünktlich und so gibt es eigentlich nichts zu meckern. Allerdings ist der Service sehr von der Person abhängig, so dass eine Reihe mehr und die andere weniger Aufmerksamkeit erhält. Das Essen in der Economy-Klasse entspricht seinem Ruf und tatsächlich ist das Frühstück kurz vor der Landung nahezu ungenießbar. Aber was soll's: wie im Buch "Hummeldumm", einer humoristischen Beschreibung einer Gruppenreise durch Namibia, geht in der Reihe vor uns auch das Hühnchen aus, so dass von "Huhn, Lamm oder Fisch" nur "Fisch" übrig bleibt.
Nach wenig Schlaf kommt unsere Gruppe am frühen Morgen auf dem Flughafen "Hosea Kutako" Nähe Windhoek an und werden von der afrikanischen Bürokratie begrüßt. Nach beinahe einer Stunde vor den Schaltern der Einreisebeamten sind wir halbwegs genervt und unsere Koffern vom Karusellfahren schwindlig. Dafür läuft alles problemlos: alle Gepäckstücke sind da, der Fahrer der Autovermietung wartet auf uns und Bargeld bekommen wir ohne Probleme mit VISA Karte am Automaten.
Nach kurzer Fahrt über ca. 40 km kommen wir bei der Autovermietung Savanna an und werden freundlich mit Kaffee vom Chef und seinen Mitarbeitern begrüßt. Die Übergabe der beiden Toyota Hilux 3.0 TD (ein kostenloses Upgrade) erfolgt nach endlosem Papierkrieg und einer kompetenten technischen Einweisung. An den Linksverkehr und insbesondere die Bedienung der Autos müssen wir uns zwar erst gewöhnen, aber der geringe Verkehr am Samstag macht es uns etwas leichter.
Unsere Pension Palmquell finden wir dank der Beschreibung von Savanna schnell und können sogar unsere Zimmer schon um 9:30 Uhr beziehen. Nach einer kurzen Dusche starten wir dann zum Super-SPAR, welcher am Samstag bis 18:30 Uhr geöffnet ist. Dies ist bei den anderen Geschäften in der Innenstadt nicht der Fall; diese schließen um 13:00 Uhr.
Im Anschluss an unseren Einkauf machen wir eine Mittagspause und widmen uns dann dem Sightseeing. Tintenpalast, Christuskirche und die Alte Feste mit dem Reiterdenkmal stehen auf unserem Programm und alles kann zu Fuß ohne Probleme erreicht werden. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass kein Eintritt im Museum der Alten Feste verlangt wird. Allerdings gibt es genügend andere Möglichkeiten, sein Geld unter die Leite zu bekommen, z.B. durch Spenden an DDR-Namibier, den Kauf allerlei Schnitzereien (z.B. Makalania Nüsse) oder selbsternannte Parkplatzwächter.
Den Sundowner nehmen wir sehr stilecht auf der Terasse der Heinitzburg, eine echte Empfehlung. Hier kann man zu sehr moderaten Preisen gute Drinks in der untergehenden Sonne nehmen und hat dabei eine herrlichen Ausblick auf die Stadt. Anschließend fahren wir zu Joe's Beerhouse, welches nicht nur gutes Essen, sondern zusätzlich eine Art touristisches Muss bietet.
Gegen 21:30 Uhr beschließen wir den Abend und freuen uns darauf, mehr von Afrika zu sehen. Bisher kommt einem der Aufenthalt etwas unwirklich vor, da die Mischung aus deutschen Schildern, Werbung und Traditionen nicht so recht zu der stereotypen Vorstellung von Afrika passen mag.
Wetter
Sonnenauf- und -untergang: 6:14 – 17:27 Uhr
Temperatur: 10°C nachts und 23°C tagsüber
Wetterlage während des Aufenthalts: sonnig
Unterkunft
Pension Palmquell Jan Jonker Road 60, Windhoek Homepage http://www.palmquell.com/index_de.htm E-Mail info@palmquell.com Telefon +264 61 234374 FAX +264 61 234483
Bewertung: Die Pension liegt im renommierten Stadtteil Klein-Windhoek und unweit der Innenstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten. Die Anlage bietet einen bewachten Parkplatz und viel Platz in den Zimmern. Die Einrichtung ist etwas aus der Mode gekommen, aber der Pool mit der Liegewiese entschädigt hierfür. Das Restaurant bietet lokale Hausmannskost und der Service ist gut. Wir konnten sogar unsere Zimmer bereits um 9:30 Uhr morgens beziehen; ein Vorteil, wenn man aus Deutschland anreist und früh in Windhoek ankommt.
joeheThemenstarter72 Beiträge · seit 201111. Okt. 2012 · #5
Windhoek (deutsch auch Windhuk) ist Hauptstadt sowie wirtschaftliches und politisches Zentrum von Namibia. Die Stadt liegt im Windhoeker Becken, dem annähernd geographischen Mittelpunkt des Landes, eingefasst zwischen Erosbergen im Osten, Auasbergen im Süden und Khomashochland im Westen und Norden. Windhoek wurde 1840 erstmals urkundlich erwähnt und 1890 als moderne Stadt gegründet. Windhoek hat heute etwa 450.000 Einwohner, bei einem jährlichen Bevölkerungszuwachs von etwa 4,5 %.
Nachdem wir am Samstag Nachmittag kein Glück mit den ortsüblichen Öffnungszeiten hatten, fahren wir nach einem reichhaltigen und guten Frühstück von der Pension Palmquell zum Nähe gelegenen Wecke & Voigts Einkaufscenter. Sonntags haben hier die Geschäfte bis 1Uhr mittags auf. Beim Safariland Holtz werden wir fündig und kaufen typische Hüte, im Chequers bekommen wir „Peaceful Sleep", ein Moskito-Repellent, und ein paar Geschenkartikel gibt es auch noch. Anschließend können wir unsere Stadtbesichtigung fortsetzen.
Entlang der Independance Avenue, der früheren Kaiserstraße, befinden sich einige der alten Gebäude, welche sehr an eine deutsche Kleinstadt erinnern. Der Weg führt am Zoopark vorbei bis zur Kudu-Statue und anschließend zu der sog. Turnhalle. Die war zwar ursprünglich zur körperlichen Ertüchtigung gedacht, erlangte aber als Versammlungsort der Turnhallenallianz Berühmtheit.
Zurück im Palmquell gehört der Nachmittag dem Swimming-Pool und der Liegewiese unter Palmen, auch wenn das Wasser im Pool wegen der Jahreszeit sehr kühl ist (Zitat: "Das war erfrischend, sehr erfrischend."). Hieran schließt der Sundowner in der Heinitzburg an; warum auch mit lieb gewonnenen Traditionen brechen? Zum Abendessen bleiben wir im Palmquell und genießen das gute Essen des hauseigenen Restaurants. Die Speisekarte ist eher übersichtlich, aber die Qualität der angebotenen Speisen stimmt. Der Service kommt zusätzlich mit einer echt nordischen Note, so dass die Bestellung „einmal Oryx und einmal Gemsbock" ohne weitere Kommentare aufgenommen wird. 50374225
ich habe die ersten beiden Tage begeistert miterlebt. Ein sehr interessanter und kurzweiliger Reisebericht. Auch die Verlinkung zu Unterkunft, Autovermietung usw. finde ich klasse. Da unsere Ersttäter Reise mit ähnlichem Routenverlauf im November noch bevorsteht, werde ich bis dahin weiter mitreisen und bin schon gespannt wie es weitergeht.
Gruß Thomas
joeheThemenstarter72 Beiträge · seit 201112. Okt. 2012 · #7
Die Fahrt von Nabmibias Hauptstadt nach Ababis ist ca. 250 km lang und ab Rehobot machen wir erstmals Bekanntschaft mit den berühmten Schotterpisten Namibias. Die Ababis Gästefarm ist ein guter Startpunkt für die Besichtigung des Sossusvlei.
Solitaire (historisch Areb) ist seit 1848 eine private Kleinstsiedlung auf der gleichnamigen Farm im zentralen Namibia am Rande des Namib-Naukluft-Park. Älteste Gebäude sind der 1849 errichtete Laden und die 1851 errichtete Kirche, seit 1879 mit eigener Orgel. Der derzeitige Manager des Ladens und der Bäckerei in Solitaire, Moose McGregor, hat Solitaire mit seinem Apfelkuchen berühmt gemacht: alle bedeutenden Touristenratgeber verweisen auf den Apple Pie in Solitaire, viele mit dem Zusatz „bester Apfelkuchen in Afrika“. Sein Brote gelten als einige der köstlichsten Namibias.
Wir entscheiden uns auf unserer Tour für den spektakulären Speetshoogte-Pass. Dieser ist steiler als der Remtshoogte-Pass, aber dank einiger neu befestigten Stellen ohne größere Probleme zu befahren. Tatsächlich stellt der Pass keine besondere Herausforderung dar, sofern man ein wenig Erfahrung mit Gebirgsstraßen hat. Und die Aussicht und Landschaft belohnen die Mühen auf jeden Fall.
Kurz vor unserem Ziel erreichen wir dann Solitaire, einer Ansammlung weniger Gebäude inmitten der Einöde. Dort gibt es eine Tankstelle, einen (defekten) Geldautomaten, einen Kolonialwarenhändler und die Bäckerei von „Moose" McGregor mit dem berühmten Apfelkuchen. Dieser ist in der Tat so gut wie unerwartet inmitten der Naukluft. Die anderen Einrichtungen sind wahrscheinlich so alt und antik wie die Autowracks, welche um die Gebäude herum verteilt sind. Älteste Gebäude sind der 1849 errichtete Laden und die 1851 errichtete Kirche, seit 1879 mit eigener Orgel.
In Ababis erwartet uns eine herrliche Farm mit viel Platz und sehr geschmackvoller Einrichtung. Kathrin und Uwe haben es verstanden, den Stil Afrikas einzufangen und eine Oase im Nichts zu schaffen. Zusammen mit der Praktikantin Irina, dem zahmen Springbock Susi und den Hunden Sina und Nelson erschaffen sie eine Athmospäre, welche uns endgültig in Afrika ankommen lässt. Das sehr gute Essen, Wild in verschiedenen Variationen, tut das seine und wir sitzen hierzu gemeinsam mit den anderen Gästen und den Gastgebern zu Tisch.
Wetter
Wetterlage während des Aufenthalts: sonnig.
Unterkunft
Ababis Game Farm Homepage http://www.ababis-gaestefarm.de E-Mail info2@ababis-gaestefarm.de Telefon +264 63 683080 FAX +264 63 683079
Bewertung: Die Farm der Familie Schulze-Neuhoff ist wunderschön gestaltet und liegt sehr ruhig am Rand des Naukluft Nationalparks. Der Service ist sehr familiär und zuvorkommend und man fühlt sich auf Anhieb wohl und "unter Freunden". Das Essen ist fantastisch und bietet lokale Küche mit viel Wildspezialitäten. Die Zimmer sind praktisch, aber mit viel Liebe fürs Detail eingerichtet. Von der Terasse schaut man in die Weite der afrikanischen Savanne und möchte seinen Aufenthalt spontan um ein paar Tage verlängern.
joeheThemenstarter72 Beiträge · seit 201112. Okt. 2012 · #8
Trotz der Tatsache, dass wir 4x4 Autos haben, haben wir uns zu einer Tour mit Uwe von der Farm ins Sossusvlei entschlossen. Auf diese Weise kommen wir ohne Stress dorthin und brauchen uns weder um das letzte Stück Sand noch ein Picknick Gedanken machen. Wie sich heraus stellt, eine sehr gute Entscheidung. Das Sossusvlei ist eine von Namibsand-Dünen umschlossene beige Salz-Ton-Pfanne („Vlei”) in der Namib-Wüste, die nur in sehr seltenen guten Regenjahren Wasser führt. Dann bildet sich sogar für kurze Zeit ein wenige Zentimeter bis mehrere Meter tiefer See am Ende des Vlei. „Sossus” bedeutet „blinder Fluss” in der Sprache der Nama (blind, weil der Tsauchab dann im Nichts endet). Es ist Teil des Namib-Naukluft-Nationalparks.
Nach einem gemütlichen Frühstück mit vielen selbst gemachten Marmeladen, Salami und Sülze von Zebra und Schwein sowie Rauchfleisch vom Zebra, geht es los. Wir können alle im 4x4 VW Bus Platz nehmen und zuvor noch Getränkewünsche äußern. Auf der Fahrt erklärt uns Uwe sein Land und uns wird bewußt, wie groß die Weite Namibias ist. Insgesamt nimmt das Land von Ababis die Fläche Münchens ein und die umliegenden Farmen sind nicht kleiner. So bekommt der Begriff „Nachbarschaft" eine andere Bedeutung, da man sich zwar nicht zwangsläufig über den Weg läuft, aber aufeinander angewiesen ist. Ein Buschfeuer zum Beispiel kann man nur in der Gemeinschaft bekämpfen und im Notfall muss man sich auf den Nachbarn verlassen können.
Bereits auf dem Weg sehen wir reichlich Wilde Tiere: Bergzebras, Springböcke, Straußen, Oryx-Antilopen und sogar eine Geier. Bedingt durch diese Beobachtungen kommen wir zunächst nicht sehr schnell voran, aber Uwe bringt uns gegen Mittag zum Sesriem Canyon. Hierin befindet sich sogar Wasser, da es in den vergangenen Jahren mehr als üblich geregnet hat. In einem der Tümpel schwimmen ein paar Welse, welche sich bei Trockenheit im Schlamm vergraben und auf diese Weise jahrelange Trockenperioden überleben.
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Vom Canyon geht es anschließend weiter in die größten Dünen der Welt, das Sossusvlei. Die orangefarbenen Dünen zählen mit bis zu über 380 m Höhenunterschied gegenüber der Pfanne zu den höchsten der Welt. Die höchste unter ihnen ist Big Daddy, die auch Crazy Dune genannt wird. Wir bewundern den derzeit relativ großen See des Vlei und erklettern nach dem Picknick eine der angrenzenden Dünen. Der Rückweg wird recht schnell über den direkten Weg abgekürzt, also im Rollen erledigt. Unten am See dürfen wir noch zwei Flamingos beobachten und entdecken zwei Oryxe nur ca. 40 m von uns entfernt.
Auf dem Rückweg nehmen wir schließlich unseren Sundowner am Straßenrand inmitten der Pampa: ein Glas Wein (aus dem Glas!), die untergehende Sonne und ein paar malerische Wolken – so gefällt es uns.
joeheThemenstarter72 Beiträge · seit 201115. Okt. 2012 · #10
Heute geht es wieder weiter und wir starten nach dem Frühstück in Richtung Swakopmund. Gerne wären wir noch etwas geblieben, aber es gibt so viel anderes zu entdecken. Der Weg nach Swakopmund führt über den südlichen Wendekreis und den Guab Pass sowie weiter über den Kuiseb Pass und durch den Namib Naukluft Nationalpark in Richtung Küste. Auf der Route befinden sich auch einige Geocaches, welche wir nach einem Misserfolg in Solitaire alle ohne Probleme finden. Insbesondere den Kindern macht die Suche in ausgetrockneten Flussbetten oder an rauen Steinwänden viel Spaß und auf diese Weise wird die Fahrt nicht langweilig.
Die Pad konnte allerdings besser sein und so sind wir froh, mit relativ großen Autos über das „Waschbrett" fahren zu können. Erst als wir Walvis Bay an der Küste erreichen, wird die Straße wieder gut und ist geteert. Von dort sind es noch ca. 30 km bis Swakopmund, der „deutschesten“ Stadt Namibias, wo wir die nächsten drei Nächte verbringen werden. Unsere Unterkunft finden wir ohne Probleme und bekommen eine sehr große Ferienwohnung und einen kleineren „Schlafturm" zugeteilt. Das Haus selber ist sehr gepflegt und freundlich eingerichtet; insbes. die Perlhühner als Leitmotiv haben es uns angetan. Meike und Klaus kümmern sich sehr um uns, so dass wir in Kürze Tischbestellungen für die nächsten Tage haben und auch wissen, wohin wir zu unseren vorgebuchten Touren müssen. Sogar einen Termin beim Zahnarzt hat Meike im Vorfeld kurzfristig ausgemacht, so dass dem Wiedereinsatz eines Inlays nichts im Weg steht.
Heute Abend essen wir im 22 Grad Süd, einem Restaurant im alten Leuchtturm. Das Essen ist sehr gut und wir genießen es in einem der vielen kleine Zimmer, welche im alten Gebäude des Leuchtturms verteilt sind. Allerdings überrascht uns die kalte Witterung in Swakopmund, auf welche wir nach der Erfahrung der letzten Tage nicht vorbereitet sind. 15 Grad und eine kühle und feuchte Brise vom Meer mögen nicht so recht zu Afrika passen.
Wetter
Temperatur: 9°C nachts und 16°C tagsüber Wetterlage während des Aufenthalts: sonnig (2 Tage) und bewölkt (1 Tag)
Unterkunft
Meike's Guesthouse Meike & Klaus Würriehausen Adresse Windhoek St. 23 (Ecke Leutwein St.) Swakopmund Homepage http://www.meikes-guesthouse.net/ E-Mail meike@africaonline.com.na Telefon +264 64 405863 FAX +264 64 405862
Bewertung: Die Pension von Meike und Klaus liegt unweit des Stadtzentrums und daher können alle Sehenswürdigkeiten Swakopmunds ohne Probleme zu Fuß erreicht werden. Die Zimmer sind sehr unterschiedlich, so dass eine einheitliche Bewertung schwer fällt. In jedem Fall sind sie sauber und praktisch eingerichtet, wobei in einem Zimmer ein Heizkörper fehlte. Ansonsten war alles vorhanden, bis hin zu einer vollständig eingerichteten Küche mit Eßecke. Der Service ist hervorragend und die Familie Würriehausen kümmert sich liebevoll um alle Anfragen.
joeheThemenstarter72 Beiträge · seit 201115. Okt. 2012 · #11
Swakopmund ist der Name einer Stadtgemeinde, eines Wahlkreises und der Hauptstadt der Region Erongo im Westen von Namibia. Die Stadt hat rund 34.300 Einwohner und liegt in der Wüste Namib, direkt am Atlantik nahe der Mündung des Flusses Swakop. Historische Bedeutung erlangte die Stadt unter der deutschen Kolonialverwaltung als Teil der Kolonie Deutsch-Südwestafrika und als wichtigster Hafen für Einwanderer aus Deutschland. Der eigentlich geeignetere Naturhafen von Walvis Bay stand unter britischer Verwaltung und der Naturhafen von Lüderitz lag zu weit abseits der Wege in das Landesinnere.
Obwohl nur noch etwa 10% der Einwohner deutscher Abstammung sind, ist ihr Einfluss auf das Stadtleben nicht zu verkennen. Swakopmund gilt bis heute als „deutscheste” Stadt Namibias, woran auch die Umbenennung einer Reihe der ursprünglich deutschen Straßennamen in „zeitgenössisch afrikanische” wenig geändert hat. Die einzigartige Mischung aus deutsch geprägtem Seebad, afrikanischer Bevölkerung und imposanter Dünenlandschaft machen Swakopmund zu einem beliebten Ziel für Touristen.
Nachdem jeder die „Big Five" kennt (Löwe, Büffel, Nashorn, Leopard und Elefant), nutzen wir in Swakopmund die Möglichkeit, die „Little Five" kennen zu lernen. Hierbei handelt es sich um die kleinen Bewohner der Namibia-Wüste, konkret um Chamäleon, Sandviper, eine kleine Spinne namens „White Lady", Gecko und Eidechse. Diese kleinen Bewohner der Sanddünen dürfen wir mit Tommy’s Tours and Safaris aufspüren.
Früh morgens werden wir um 8:00 Uhr an der Pension abgeholt und mit einem uralten 4x4 Fahrzeug an den Rand der Sandwüste gebracht. Dort lassen wir etwas Luft aus den Reifen, so dass die Oberfläche derselben auf dem Sand größer wird. Ferner bereitet Tommy die Gruppe, welche aus insgesamt vier Fahrzeugen besteht, auf die kommenden Stunden vor. Wir haben das Glück, mit Tommy selber in dem urigsten der Fahrzeuge unterwegs zu sein und so erfahren wir auch unterwegs einige interessante Details, welche den anderen evtl. verborgen bleiben. Zusammen mit uns sieben sind noch eine Dame und ein japanisches Vater-Tochter Gespann an Bord.
Unterwegs sehen wir alle Highlights, welche man erwarten darf. So können wir den Bau der White Lady ausgraben und die feine Struktur der Gänge bewundern. Ferner findet Tommy einen nahezu durchsichtigen Gecko, welcher in der Sonne sterben würde und sich deshalb so schnell wie möglich wieder vergräbt. Außerdem entdecken wir eine Eidechse, welche sich auch am Finger und Ohr unserer Tochter festbeißt. Nach einer kleinen Pause mit Getränken und Snacks geht es weiter und wir finden auch noch die fehlenden „Little Five". Das Chamäleon ist hocherfreute über die Tok-Tokkie Käfern, welche wir ihm zu fressen darbieten und während die Sandviper nur eine kleine Viper ist, bewegt sie sich doch typisch seitwärts (engl. Name Sidewinder) und ist trotz der geringen Größe gefährlich giftig.
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So geht die Tour am frühen Nachmittag nach vielen Eindrücken und Kreaturen zu Ende und wir werden wieder zur Unterkunft gebracht. Tommy's markige Sprüche sind sicherlich altbacken und gewöhnungsbedürftig, aber die Wüstentour ist sicher ein Erlebnis, welches man nicht so schnell vergisst. Dazu gehört auch die Fhart durch die Dünen selber, welche von den Kindern gern als Achterbahn interpretiert wird.
Am Nachmittag können Wir nach einem kurzen Besuch beim Zahnarzt – hier wurde eine Plombe wieder an die rechte Stelle gebracht – die Kleinstadt Swakopmund erkunden. Diese wird ihrem Ruf als südlichstes Nordseebad geht und präsentiert sich zuweilen als skurrile Mischung aus altdeutschem Kolonialstil, afrikanischer Lebenslust und amerikanischem Geschäftssinn. Eine Mischung, welche insbesondere für Deutsche seltsam ist, zumal die Hälfte der Schilder, Geschäftsbezeichnungen und Straßennamen noch immer auf deutsch sind - mehr als 8.000 km von dort entfernt.
Mit diesen Eindrücken verbringen wir den Abend in dem wahrscheinlich besten Restaurant der Stadt, dem The Tug. Hier genießen wir z.B. den heimischen Fisch „Kingklip", welcher uns allen sehr mundet. Am Nachbartisch treffen wir dann auf Teile der amerikanischen Filmcrew, welche in der Namibia gerade den vierten Teil von „Mad Max" dreht.
joeheThemenstarter72 Beiträge · seit 201116. Okt. 2012 · #12
Bereits gestern Abend war es empfindlich kalt geworden und der aufziehende Nebel vom Atlantik hat reichlich feuchte Luft in die Wüste gebracht. Heute morgen ist es zudem bewölkt und der Nebel ist so dicht, dass es sich eher nach Nieselregen anfühlt. All dies erinnert uns am frühen Morgen daran, dass wir für die geplante Tour mit einem Boot alles anziehen sollten, was wir mitgebracht haben. Direkt nach dem Frühstück fahren wir nach Walvis Bay, wo wir bei Levo Tours die „Seehund und Delphin Tour“ gebucht hatten. Diese startet pünktlich um 9:00 Uhr vom Industriehafen aus und unser kleiner Katamaran wird zunächst von einer Gruppe von Pelikanen begleitet. diese freuen sich sehr auf den Fisch, welchen der Skipper an Bord hat und später großzügig verteilt. Besonders der Formationsflug der Gruppe beeindruckt uns und die anderen ca. 10 Gäste.
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Nach einer kleinen Rundtour durch den Hafenbereich geht es etwas weiter raus und wir lassen die Pelikane hinter uns. Stattdessen nähern wir uns einer Guano-Plattform, auf welcher bis heute Guano, also Vogelmist, geerntet wird. Dies geschieht im Winter nach der Brutzeit mit Hilfe einer kleinen Seilbahn, welche die Säcke mit der wertvollen Fracht von dem Holzgestell an Land bringt. Verwendung findet der Stoff heute als Düngemittel und bei Kosmetika, früher auch als Sprengstoff.
Die Fahrt führt uns anschließend zu den Robbenbänken, wo viel Betrieb herrscht. Uns wird klar, welchen Vorteil die Tiere mit ihrem wasserabweisenden und isolierenden Fell haben, denn an Bord ist es wegen der fehlenden Sonne und der schnellen Fahrt sehr kalt. Den Robben macht dies nichts aus uns sie schwimmen fröhlich um uns herum. Eine Robbe ist besonders mutig und entert unser Boot: hinten klettert sie hoch und rutscht dann über die ganze Sitzbank bis ganz nach vorne an den Ruderstand. Dort befinden sich auch die Fische und so läßt das Tier sich gerne von allen streichen und anfassen. Ein besonderes Gefühl, einem solchen Tier, zumal Wild, einmal durch das geölte Fell gehen zu können.
Als Imbiss wird an Bord eine Auswahl an belegten Broten und Häppchen gereicht. Das Highlight sind jedoch die frischen Austern, welche weit über Namibia hinaus einen exzellenten Ruf haben. Uns munden die Muscheln sehr und mit dem Sekt aus Südafrika kann man fast die Kälte vergessen. Dafür sorgt auch der "namibische Kaffee", welcher sich als Sherry entpuppt.
Nach der Pause geht es weiter auf die Suche nach den Delphinen. Tatsächlich haben wir Glück und treffen auf eine Gruppe großer Delphine, welche sich mit uns und dem Boot amüsieren. Sie schwimmen direkt in unserer Heckwelle, überholen das Boot und tauchen dann ab, nur um kurz danach wieder Anlauf zu nehmen. Hochzufrieden mit dem Ergebnis der Fahrt steuern wir wieder den Hafen an und fahren zurück nach Swakopmund.
Nachdem wir uns aufgewärmt haben, machen wir einen kleinen Spaziergang durch die Kleinstadt. Am Holzschnitzermarkt kaufen wir ein paar Souvenirs und im Supermarkt ein paar Lebensmittel. Auch „Namibischer Kaffee" ist dabei, welchen wir ab sofort stilecht in kleinen Blechtassen zu uns nehmen. Zum Abendessen gehen wir zu Erich’s Restaurant, wo wir wiederum sehr gut speisen.
joeheThemenstarter72 Beiträge · seit 201116. Okt. 2012 · #13
Bei strahlendem Sonnenschein verlassen wir Swakopmund und fragen uns, warum diese nicht auch gestern hat scheinen können.Allerdings ist die Wetterlage typisch für Juli/August und deshalb können wir uns nirgendwo beschweren. Klaus gibt uns noch ein paar Tipps für unterwegs und los geht es.
Kurz hinter der Stadt halten wir bei „Martin Luther", einer alten Dampfmaschine, welche von den deutschen in die Wüste gebracht worden war. Sie sollte Lasten von Swakopmund nach Windhoek befördern und war hierzu mit einem starken Motor und dicken Eisenrädern ausgestattet. Allerdings verbrauchte die Dampfmaschine zwei wertvolle und schwere Ressourcen, nämlich Wasser und Brennmaterial. Beides war knapp und so schwer, dass kaum Nutzlast mitgenommen werden konnte. Außerdem war das Gerät nicht wirklich wüstentauglich und blieb bereits bei der ersten Fahrt kurz hinter Swakopmund stecken. Frei nach den Luther'schen Motto „Hier steh ich nun und kann nicht anders" steht die Maschine nun am Anfang der Wüste, inzwischen mit einem Schuppen und kleinem Museum geschützt.
Unsere Fahrt führt über eine sehr gute Teerstraße zunächst bis Usakos, wo wir Richtung Ameib Ranch über eine Schotterpiste weiterfahren. Hier machen wir Halt, um die Phillips Höhle mit den berühmten Felszeichnungen (White Elephant) und Bull's Party mit den riesigen Steinkugeln sehen zu können. Die Höhle erreichen wir nach einiger Kraxelei über Stock und Stein und bewundern die uralten Zeichnungen wilder Tiere. Diese sind frei zugänglich und wir hoffen, dass sie noch lange erhalten bleiben und nicht von unvorsichtigen Touristen zerstört werden.
Bei Bull's Party machen wir auch Rast und genießen die Einsamkeit in dem ungewöhnlichen Bergland. Feste Wanderschuhe sind hier angeraten, da kaum angelegte Wege existieren und wenn man den Kugeln oder auch der Höhle nahe kommen möchte, ist Trittsicherheit erforderlich.
Nachdem wir über die Pad Usakos wieder erreicht haben, geht der Rest des Weges auf Teerstraßen weiter über Karibib zur Gästefarm Onduruqueja am Fuße des Erongo-Gebirges kurz vor Omaruru. Hier werden wir freundlich begrüßt ("Ich weiß zwar nicht, welche Zimmer ihr habt, aber was möchtet ihr trinken?") und genießen den Sundowner, Gin Tonic, mit Blick auf die Savanne. Die Farm verfügt über Bungalows, in denen wir schlafen können und sogar Blick auf das nachts beleuchtete Wasserloch haben. Zwar sorgen die Mitbewohner aus dem Reeddach für ein wenig Aufregung am Abend, aber handtellergroße Spinnen sind nicht jedermanns Sache. Dafür entschädigt jedoch die Runde am Lagerfeuer, wo die Elandsteaks gebraten werden, welche wir dann neben vieler anderer Köstlichkeiten auf der Veranda des Haupthauses verzehren. Noch ein kurzer Blick auf das Treiben am Wasserloch und wir gehen zeitig schlafen.
Wetter
Wetterlage während des Aufenthalts: sonnig, am Abreisetag morgens ein Schauer!
Unterkunft
Onduruquea Game Lodge Monika und Eugen Sibold Adresse Omaruru Homepage http://www.namib-gaestefarm.de E-Mail contact@namib-guestfarm.com Telefon +264 64 570832 Mobil +264 81 4787505 FAX +264 88 637542
Bewertung: Die Farm bietet gemütliche Bungalows (sog. Rondavels) im afrikanische Stil mit Blick auf ein künstliches Wasserloch. An diesem sammeln sich abends und morgens allerlei Wildtiere und so kann man bereits beim Aufstehen die ersten Eindrücke sammeln. Der Service ist gut und es werden viele Aktivitäten direkt vor Ort angeboten. Das Essen bietet lokale Wildspezialitäten, welche zumeist auf dem Farmgelände geschossen werden.
joeheThemenstarter72 Beiträge · seit 201117. Okt. 2012 · #14
Geweckt werden wir heute von den Geräuschen der Tiere, insbesondere der ungewohnten Vogelstimmen. Diese sind auch schon am frühen Morgen am Wasserloch, wohin später auch eine kleine Herde Impalas und ein paar Wildschweine kommen. Wir gönnen uns das Frühstück auf der Veranda und lassen uns von Marco Tipps für eine kleine Wanderung über das Farmgelände geben. Es wird schnell warm und so beschließen wir, nur die 3 km Variante zu nehmen, den Elefantenspitzmausweg. Schließlich wollen wir keine Rekorde aufstellen, sondern mit etwas Glück ein wenig Wild erspähen. Während die eine Hälfte den Pool belagert, zieht die andere los und wir haben tatsächlich das Glück, einige wilde Tiere zu beobachten: Kudus, Oryx-Antilopen und viele Vogelarten, z.B. Gelbschnabel-Toko, laufen uns vor die Ferngläser und Fotolinsen.
Allerdings nimmt die Hitze rasch zu, so dass wir uns alle gegen Mittag wieder am Pool treffen und die Dinge tun, welche in den letzten Tagen wegen des vollen Programms liegen geblieben sind. Um drei Uhr gibt es dann Kaffee und Gebäck und eine halbe Stunde später haben wir die Wildbeobachtungsfahrt gebucht. Wir starten mit Marco pünktlich mit einem weiteren Paar in dem offenen Geländewagen in Richtung Wildnis. Auf der Suche nach Wild geht es über Stock und Stein und durch das trockene Flussbett – alles unter großem Beifall der Kinder, welche die Achterbahnfahrt ohne Anschnallgurt sichtlich genießen. Bezüglich der Wildbeobachtung werden wir auch fündig: Oryx, Springbock, Wasserbock, Impala, Kudu, Strauß und sogar ein Gnu werden von uns gesichtet. Dazu kommen kleine Attraktionen wie Gelbschnabeltoko, Perlhühner, Hasen und Fledermäuse nach Einbruch der Dunkelheit.
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Auf einem aufgeschüttetem Aussichtshügel, dem Abraum des selbst gegrabenen Stausees, dürfen wir den Sonnenuntergang erleben und dabei den Sundowner nehmen. Zurück auf der Farm treffen wir uns alle am Lagerfeuer wieder und Marco brät Oryxsteaks für uns.
joeheThemenstarter72 Beiträge · seit 201117. Okt. 2012 · #15
Wir verabschieden uns von der Familie Sibold und erleben kurz vor der Abfahrt noch etwas ganz besonderes: einen Regenschauer im August. Uns wird versichert, dass dies sehr außergewöhnlich ist und der Schauer ist auch nur kurz und leicht. So verlassen wir Onduruqueja in Richtung Omaruru und kommen über die Teerstraße schnell voran. In Omaruru kaufen wir schnell noch ein paar frische Lebensmittel und tanken das Auto voll.
Von Omaruru geht es in Richtung Otjiwarongo, aber wir nehmen kurz hinter Kalkfeld verlassen wir wegen der Landschaft die Teerstraße und nehmen die Schotterpiste. Dort sehen wir auch wieder einige Wildtiere, z.B. Warzenschweine, Springböcke und Straußen. Insbesondere die Warzenschweine scheinen neugierige Kreaturen zu sein, denn davon sind mehrere direkt am Straßenrand und schauen und im Vorbeifahren zu. Kurz vor Outjo treffen wir wieder die Teerstraße und erreichen bald darauf das kleine und wenige spektakuläre Städtchen. Hier gibt es außer einer Tankstelle und ein paar Geschäften noch ein schönes Café, wo wir auch einen Geochache finden. Übrigens sind die meisten Geschäfte heute geschlossen, da ein Feiertag, der Herero-Gedenktag, gefeiert wird.
Bereits am frühen Nachmittag erreichen wir das Anderson-Gate des Etosha Nationalparks und registrieren uns dort auf afrikanische Art: viele Listen mit vielen Daten, welche wahrscheinlich Alls handgeschrieben unbearbeitet verschwinden werden. Die Angaben sind nach menschlichen Ermessen sowieso so überflüssig (Kfz Typ) wie ungenau (Adresse „Munich, Germany"). Der restliche Weg ist zwar kurz, dauert aber ziemlich lang, da wir richtig viel Glück mit den Wildbeobachtungen haben. Bereits kurz hinter dem Tor sehen wir die ersten Springböcke und kurz danach mehre Giraffen, sogar mit einem halbwüchsigen Fohlen. Und so geht es weiter mit Zebras und Orxy-Antilopen...
Schließlich erreichen wir das Camp Okaukuejo, wo wir die nächsten zwei Tage übernachten werden. Die Kinder springen gleich in den Pool und wir tragen und mal wieder in etliche Listen ein. Anschließend genießen wir den Abend vor und nach dem Abendessen am künstlich Wasserloch, welches nach Einbruch der Dunkelheit beleuchtet wird. Hier sehen wir neben den „Standards" noch viele Giraffen, mehrere Elefanten und sogar vier Nashörner. Ferner toben sich kleinere Arten hier aus, von denen wir nur teilweise eine Ahnung haben, worum es sich handelt.
Bewertung: Es handelt sich bei den Camps innerhalb des Nationalparks ausnahmslos um staatliche Unterkünfte, welche von der Naturschutzbehörde geleitet werden. Der Ruf ist entsprechend schlecht und zumindest Okaukuejo wird diesem auch gerecht. Das Zimmer ist relativ klein und das dritte Bett besteht aus einer Matraze auf dem Boden. Zwar ist alles sauber, aber unsere Freunde müssen wegen technischer Mängel zunächst umziehen und sich anschließend nochmal an den Service wenden. Das Frühstück ist nicht wirklich genießbar und wird als Buffet dargeboten. Dies gilt auch für das Abendessen, bei welchem zumindest das frisch gebratene Fleisch lecker ist. Allerdings sind die Beilagen geschmacklich auf dem Niveau des Frühstücks. Alles in allem ist der Aufenthalt im Park, insbesondere mit dem Wasserloch, sehr zu empfehlen und damit ist ein Aufenthalt im staatliche Camp Pflicht. Als Wiederholungstäter bekommt man sicher außerhalb des Parks für weniger Geld mehr Komfort, Service und Luxus.
Bewertung: Dieses Camp zwar etwas älter, erscheint aber viel gemütlicherals Okaukuejo. Dies liegt sicher zum Teil an der kleineren Größe und zum Teil an dem motiviert arbeitendem Servicepersonal. Auch das Wasserloch wirkt natürlicher, da die Sitzgelegenheiten gut in den Hang eingearbeitet wurden. Was die Vielzahl der zu beobachtenden Tiere angeht, kann es allerdings trotz Elefanten und einem Nashorn nicht mit Okaukuejo mithalten.
joeheThemenstarter72 Beiträge · seit 201118. Okt. 2012 · #16
Der Tag gehört den Wildbeobachtungen im Etosha Nationalpark. Der Etosha Nationalpark ist mit einer Größe von fast 23.000 km² und einer Kombination von Savanne und Bushwälder, einer der größten Nationalparks in Afrika. Im Ganzen findet man hier 114 Säugetiere, zum anderen auch das seltene schwarze Nashorn und Schwarznasentimpala. Etosha's Elefanten, so sagt man sind die größten in Afrika, und die Massivsten haben eine Schulterhöhe von 4 Meter. Andere Säugetiere, die man im Park finden kann: Gnus, Zebras, Hyänen und Löwen. Geparden und Leoparden machen das Trio der "Großen Katzen" komplett. Etwa 300 Vogelarten kann man im Park finden, inklusive des europäischen Bienenfresser und verschiedene Arten von Watvögeln.
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Sehr früh am Morgen, um 5:10 Uhr, klingelt unser Wecker: Wir wollen die Chance nutzen, ab 6:10 Uhr das Camp verlassen zu können und die Tiere während ihrer aktiven Zeit vor der Mittagshitze zu finden. So frühstücken wir schnell und überprüfen noch schnell das Buch mit den Eintragungen der Gäste über die letzten Tierbeobachtungen. Hierin vermerkt man, wo man zuletzt besondere Wildarten entdeckt hat und damit die Chance besteht, dass sich diese in der Nähe befinden.Unser Weg führt uns bei unser Pirschfahrt über Okondeka, Adamax und Natco bis nach Grünewald und wir werden für das frühe Aufstehen belohnt. Auf dem Weg sehen wir alle möglichen Tiere und darunter einige Neulinge für uns. So treffen wir eine Tüpfelhyäne, welche ihre Beute gegen Wildhunde verteidigt, eine Herde Gnus und sogar das Highlight des Tages: ein Löwenrudel. Diese werden wir sogar später nochmal antreffen, wobei wir dann auch die Jungen entdecken.
Alles in allem ein sehr erfolgreicher Safaritag, welchen wir mit einem Sundowner am Wasserloch beschließen. Hier finden sich nach dem Abendessen noch insgesamt ein Elefant, vier Giraffen und sechs Nashörner ein, um uns um 20:30 Uhr „Gute Nacht" zu sagen.
joeheThemenstarter72 Beiträge · seit 201118. Okt. 2012 · #17
Heute stehen wir erneut kurz nach fünf Uhr morgens auf, damit wir pünktlich nach dem Frühstück um sechs auschecken und auf Pirsch gehen können. Diesmal führt und der Weg nicht in den Westen, sondern in Richtung Osten, weil wir das Quartier wechseln und nach Halali umsiedeln. Unterwegs besichtigen wir auch die imposante Salz-/Lehmpfanne ist eine weite, flache Ebene von etwa 5000 km² Größe. Während der meisten Zeit des Jahres schimmert dieser weiße Salz- & Kalkschlamm in der Sonne; daher auch die Übersetzung von Etosha: „der große weiße Platz von trockenen Wasser“.
Inzwischen halten wir nicht mehr für Springböcke oder Oryx-Antilopen und für Zebras und Giraffen nur noch, wenn sie direkt neben der Straße stehen. Allerdings ist die Ausbeute zunächst dürftig und wir freuen uns über wenige „Neuzugänge" wie ein paar Dik-Diks, Schwarznasenantilopen und ein Kapborstenhörnchen, der südafrikanischen Version eines Eichhörnchens. Selbst auf dem „Rhino-Drive" finden wir keine großen oder kleinen Sensationen.
Fast wollen wir mit leichtem Frust aufgeben und das Camp ansteuern, da passiert es: Im lichten Wald wird zunächst nur ein Elefant sichtbar und dann stellt sich heraus, dass es sich um eine Familie mit Bullen, Kuh und zwei Kälbern handelt. Diese treten aus der Deckung heraus und bewegen sich langsam auf unser Auto zu. Was zunächst wie ein glücklicher Zufall aussieht, wirkt nach kurzer Zeit bedrohlich, da die Tiere direkt Kurs auf uns nehmen. Der Bulle und das halbwüchsige Bullenkalb haben eine Art Tränen unter den Augen, was unserer Kenntnis nach auf die sog. Musth hinweist, eine Zeit, zu der die Tiere sexuell besonders aktiv und damit auch aggressiv sind. Direkt vor uns, vielleicht 10 m vor der Kühlerhaube, tritt die Gruppe auf die Straße und der Bulle wendet sich uns zu. Mit abgespreizten Ohren macht er sehr deutlich, was er von unserer Anwesenheit hält, dreht sich dann aber doch um und trottet seiner Familie hinterher. Kommentar vom Fahrersitz: „Jetzt brauche ich einen Cognac".
Unsere Freunde treffen diese Gruppe mutmaßlich wieder als sie eine Herde von über 50 Elefanten am Wasserloch bei Rietfontein beobachten. Zu diesem Zeitpunkt sind wir am Etosha Lookout und bewundern die unendlich wirkende Weite der trockenen Pfanne. Es wirkt so, als ob der weiß-braune Sand sich unendlich ausdehnt und die Anwesenheit einiger großer Heuschrecken verleiht der Szene etwas surreales.