Moin Christian,
das grundsätzliche Problem kann man sehr gut an der Geschichte der von Dir genannten drei Länder ableiten. Das, was Du hinsichtlich Namibias zitierst, findet man auch in der Geschichte Zimbabwes und Südafrikas. In Zimbabwe ist das schon etwas länger her, in Südafrika keine zehn Jahre. Alles bestens!
Die weißen Minderheiten richteten sich in ihrem relativ bis sehr gut ausgestattetem Leben ein; die Wirtschaftsordnung wurde ja nicht angetastet, und die Politiker bestätigten ihnen ja immer wieder, dass auch sie Teil des Landes seien, ihre Heimat dort hätten.
Sie glaubten an die Rationalität der Politiker von ZANU-PF und ANC.
Dass alle diese Parteien das Ziel formuliert hatten, die Folgen von Kolonialismus und Apartheid auszuradieren wurde von ihnen so interpretiert, dass mit der Einführung der Majority-Rule und dem Zugang aller zu Bildung und wirtschaftlichen Handlungsmöglichkeiten dieses Ziel erreicht sei.
Das ist aber ein Fehlschluss!
Für ZANU-PF, ANC und auch SWAPO ist dieses Ziel erst dann erreicht, wenn die weiße Besiedelung des südlichen Afrikas Geschichte geworden ist. Dafür nehmen die Eliten kalt lächelnd in Kauf, dass auch diese Länder sich dem Rest des Kontinents anpassen.
Gruß, Michael
P.S. Eine Reise in der jetzigen Situation nicht zu unternehmen, halte ich für absolut übertrieben. Im Gegenteil: fahrt hin, solange es noch geht.
P.P.S. In Zimbabwe geht es nicht um Schwarz gegen Weiß! Das ist für Mugabe nur der Aufhänger gewesen. Es geht ausschließlich um die Macht im Staat, und die ist nicht durch die paar Tausend weißen Stimmen gefährdet worden, sondern durch die 100.000e schwarzen Stimmen für den MDC.