Nebenwirkungen ?

54 Antworten · 24,8k Aufrufe · gestartet 06. März 2007 von Ela675
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272 Beiträge · seit 200707. März 2007 · #21
BikeAfrica schrieb:
Ela675 schrieb:
Ich denke, ich werde dann schon zu Malerone greifen
... nimm besser Malarone. Das ist einfacher erhältlich. 😉

Gruß
Wolfgang<br><br>Post geändert von: BikeAfrica, am: 06/03/2007 21:48
Ich würde nicht einfach Malarone nehmen. Auf Grund der immer stärker werdenden Resistenzentwicklung sollte Malarone nur in den Gebieten eingesetzt werden, in denen nachweislich eine große Resistenz gegen Lariam besteht !
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das auf Namibia zutrifft, aber ich kann morgen gerne mal nachschauen und es dann hier posten.

Bevor Aufschreie kommen, ich bin Apotheker.
;-) Alex www.alexanderheinrichs.com
101 Beiträge · seit 200607. März 2007 · #23
Hallo Alex,

wenn Malarone, auf Grund der immer stärker werdenden Resistenzentwicklung (gegen was?) nur in den Gebieten eingesetzt werden sollte, in denen nachweislich eine große Resistenz gegen Lariam besteht, verstehe ich nicht warum? Mefloquin ist doch wie Atovaquon-Proguanil nur ein Wirkstoff, also eine unterschiedliche Herangehensweise. Was macht den Lariam "zur ersten Wahl"? Meines Wissens, laufen in den USA Bestrebungen Lariam vom Markt zu nehmen, da sich Zusammenhänge zwischen der Einnahme und Hirnschädigungen bei US-Soldaten gezeigt haben. (Siehe: http://www.fda.gov/bbs/topics/NEWS/2003/NEW00921.html und: http://www.wdr.de/tv/service/gesundheit/inhalt/20030317/b_1.phtml) Es gibt einige Länder in den Lariam nicht mehr verschrieben wird.

Malarone hingegen ist meines Wissens als signifikant besser verträglich in den begleitenden Vergleichsstudien eingestuft worden als Mefloquin und Chloroquin plus Proguanil.

Auch ist Malarone meines Wissens, als einziges Prophylaxe-Präparat für Kinder zugelassen.

Grundsätzlich sollte aber die Frage im Vordergrund stehen, ob man überhaupt ein Malaria-Mittel einnimmt. Auch wenn Afrika zu den Kontinenten mit hoher Malariagefahr gehört, so ist das Risiko daran zu erkranken trotzdem sehr gering. 2005 haben sich 628 deutsche Staatsbürger mit Malaria infiziert. 87% davon in Afrika, (laut Robert Koch Institut: keiner in Namibia) und nur 2 Menschen sind daran gestorben! Nur der äußerste Norden von NAM und BOT gehört noch in die Zone "Hohe Malariagefahr". Danach beginnt übrigens nicht die schwächere Zone 2 oder 3, sondern sofort die Zone "Malariafrei". Der Zusammenhang ist hier, das die Amopheles-Mücke mit dem Eintritt des Wassers in das Okavango-Delta und die nördlichen Flüsse, kurzzeitig eingeschwemmt wird. Nur in dieser Zeit besteht ein Infektionsrisiko.

Nicht einmal 1% der Amopheles-Mücken sind Überträger der humanpathogenen Erreger. Also selbst in dieser Zeit ist das Riskiko sehr klein.

Wirksamer Mückenschutz ist das wichtigste!


In diesem Zusammenhang sei erwähnt, das der oft gescholtene Bill Gates, über 300 Millionen US-Dollar gestiftet hat, um eine Impung gegen Malaria zu entwickeln. Die Genome sind inzwischen entschlüsselt ... es ist wohl nur eine Frage der Zeit ...

Lieber Gruß
Manuela

Post geändert von: hejo, am: 07/03/2007 13:58<br><br>Post geändert von: hejo, am: 07/03/2007 14:07
http://meine.flugstatistik.de/cuckoo
1'450 Beiträge · seit 200607. März 2007 · #24
Als Malaria-Prophylaxe kommt für uns nur noch Malarone infrage. Alle anderen Mittel, insbesondere Lariam, hatten starke Nebenwirkungen, Malarone überhaupt keine.

Beate
7'296 Beiträge · seit 200607. März 2007 · #25
ahphoto schrieb:
BikeAfrica schrieb:
Ela675 schrieb:
Ich denke, ich werde dann schon zu Malerone greifen
... nimm besser Malarone. Das ist einfacher erhältlich. 😉

Gruß
Wolfgang<br><br>Post geändert von: BikeAfrica, am: 06/03/2007 21:48
Ich würde nicht einfach Malarone nehmen. [...]
... mein Beitrag bezog sich auf den Schreibfehler Mal_e_rone / Mal_a_rone ... deshalb der Hinweis, besser Mal_a_rone zu nehmen ... ich denke, bei Ela675 kam es auch richtig an.
Ich würde hier niemals jemanden konkret zu einem Medikament raten. Dazu müsste ich ja gleichzeitig etwas über Vorerkrankungen, Unverträglichkeiten/Allergien gegen Wirkstoffe, gleichzeitig einzunehmende andere Medikamente (wegen möglicher Wechselwirkungen) usw. wissen. Mein Beitrag ist also keinesfalls ein Rat für oder gegegen ein bestimmtes Medikament.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
272 Beiträge · seit 200707. März 2007 · #26
Es entwickelt sich eine Resistenz gegen Malarone. Je häufiger es eingesetzt wird, umso schneller.
Und was wenn die Resistenz gegen Malarone genauso verbreitet ist, wie gegen Lariam ???
Dann gibt es nix mehr neue Medikamente sind nicht in Sicht und eine Impfung erst recht nicht.
Die Entschlüsselung des Genoms mag medienwirksam sein und sich gut anhören, von einem Impfstoff ist man da trotzdem noch Meilen entfernt.
;-) Alex www.alexanderheinrichs.com
183 Beiträge · seit 200607. März 2007 · #27
Doch was macht man, wenn die unverträglichkeit gegenüber lariam so arg ist , das man nach einer Tablette nicht mehr klar denken kann?
Auch ist Lariam in einigen Ländern schon verboten. z.B England.
ich weiß, das dieses Thema schwierig ist, denn auch ich arbeite in einer Apotheke und oft tut man sich schwer das richtige zu empfehlen.Den der Arzt nimmt sich dafür keine zeit und verschreibt nur
LG
Elisabeth
Namibian-Life- Travel, ihr Partner im südlichen Afrika namibian-life-travel@iway.na Wir helfen gerne bei Anfragen und bearbeiten Routen nach Ihren Wünschen http://www.namibian-life-travel.com
886 Beiträge · seit 200707. März 2007 · #28
Kann ich nicht bestätigen. Mein Hausarzt hat sich durchaus Zeit genommen, habe allerdings auch dafür bezahlt - Impfberatung- bin aber auch gleich mit einer Hepatitis und Tetanus Impfung nach Hause gegangen. Er sagt ganz klar: wenn die Reise im August stattfindet und die Etoscha Pfanne das nördlichste ist und es auch nicht weiter Ri. Caprivi gehen soll, ist keine Malariaprophylaxe erforderlich. Er ist selbst sehr reisefreudig und war ausser in Namibia/Botswana auch schon im Niger, Jemen usw. Habe also viel Vertrauen . Statt Hausarzt sonst einen Tropenarzt konsultieren, ging jedenfalls früher auch auf Versichertenkarte. Dort habe ich einmal Resochin und einmal Lariam bekommen, beides hat bei mir keinerlei Nebenwirkungen hervorgerufen und auch dort habe ich mich gut beraten gefühlt.

lisolu
3'766 Beiträge · seit 200607. März 2007 · #29
BikeAfrica schrieb:
ahphoto schrieb:
BikeAfrica schrieb:
Ela675 schrieb:
Ich denke, ich werde dann schon zu Malerone greifen
... nimm besser Malarone. Das ist einfacher erhältlich. 😉

Gruß
Wolfgang<br><br>Post geändert von: BikeAfrica, am: 06/03/2007 21:48
Ich würde nicht einfach Malarone nehmen. [...]
... mein Beitrag bezog sich auf den Schreibfehler Mal_e_rone / Mal_a_rone ... deshalb der Hinweis, besser Mal_a_rone zu nehmen ... ich denke, bei Ela675 kam es auch richtig an.
Ich würde hier niemals jemanden konkret zu einem Medikament raten. Dazu müsste ich ja gleichzeitig etwas über Vorerkrankungen, Unverträglichkeiten/Allergien gegen Wirkstoffe, gleichzeitig einzunehmende andere Medikamente (wegen möglicher Wechselwirkungen) usw. wissen. Mein Beitrag ist also keinesfalls ein Rat für oder gegegen ein bestimmtes Medikament.

Gruß
Wolfgang
Also ich nehm am liebsten Toblerone 😄 😄 😄

Mittel hatt ich schon ziemlich alle und keine Nebenwirkungen - Gruss VA
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
101 Beiträge · seit 200608. März 2007 · #30
Hi Alex,

besten Dank, das habe ich nun verstanden ( Frauen 😉 ) aber wenn sich gegen beide Medikamente Resistenzen bilden, dann verstehe ich irgendwie immer noch nicht, warum Du Deinen Kunden doch eher zu Lariam raten würdest und nicht zu Malarone, mit dem wir ja sehr zufrieden sind 😕

Dies kleine Aufklärung noch und ich schweige stille 😎

Lieber Gruß
Manuela
http://meine.flugstatistik.de/cuckoo
272 Beiträge · seit 200708. März 2007 · #31
hejo schrieb:
Hi Alex,

Dies kleine Aufklärung noch und ich schweige stille 😎

Lieber Gruß
Manuela
Also nochmal langsam, es entwickelt sich immer eine Resistenz gegen die Malariamittel. Je öfter sie eingesetzt werden umso schneller.
Gegen das älteste Mittel Resochin ist die Resistenz schon so weit verbreitet, dass es in vielen Gebieten nicht mehr wirksam ist. Das selbe wird mit Lariam und Malarone auch geschehen.
Die Reihenfolge der Empfehlung ist immer Resochin - Lariam - Malarone. Sind im Reisegebiet Resistenzen gegen R vorhanden, dann L, sind Resistenzen gegen L vorhanden (z.B. Zentralafrika) dann M.

Wird Malarone zu häufig und v.a. unnötig eingesetzt, weil ein Schutz mit Lariam vollkommen ausreichend wäre, dann entwickelt sich die Resistenz gegen das Medikament schneller als nötig und es kann passieren, dass wir schnell Gebiete bekommen, wo die Erreger immun gegen alle 3 Stoffe sind und dann ????

Zur Zeit ist (bis auf eine Ausnahme) weder ein neues Mittel zur Prophylaxe und schon gar kein Impfstoff in Sicht !

Ich hoffe, jetzt isses klar ?!?<br><br>Post geändert von: ahphoto, am: 08/03/2007 07:46
;-) Alex www.alexanderheinrichs.com
188 Beiträge · seit 200708. März 2007 · #32
Hallo Alex,

nimmst du auch keine Antibiotika mehr? Denn durch deine Fäkalien geht's ab in den kommunalen Klärschlamm, der immer noch auf den Feldern "entsorgt" wird, wodurch wir über die darauf angebauten Nahrungsmittel immer resistenter gegen ALLE Antibiotika werden!

Warum ist Lariam in einigen Ländern verboten? Weil es schwere gesundheitliche Schäden hervorrufen kann! Ich kann verstehen, wenn jemand sagt, ich nehme "nur" Malarone.

Letztendlich muss jeder SELBST entscheiden, ob Prophylaxe, Stand-by, mit welchem Medikament oder garnicht. Da hilft kein Arzt und kein Apotheker.

Im Übrigen, hab Vertrauen zu deinen Kollegen in der Forschung. Vor 50 Jahren hat man auch noch nicht geglaubt, auf den Mond fliegen zu können😄 😄 😄 und vor noch nicht all zu langer Zeit gab es noch kein Malarone. Wir sind doch kreativ.

Gruß Fried
Reisebericht Namibia und drum herum 2007: http://www.sauert.net/reisen/211d.php
2'346 Beiträge · seit 200608. März 2007 · #33
...und wie ist das mit Doxycyclin? Angeblich soll es eine nahezu 100%ige Wirksamkeit haben und Resistenzen gibt es angeblich auch keine.

Gruß
Armin
134 Beiträge · seit 200708. März 2007 · #34
Zur Zeit ist (bis auf eine Ausnahme) weder ein neues Mittel zur Prophylaxe und schon gar kein Impfstoff in Sicht !
Habe gerade letzthin in einer Schweizer Zeitung gelesen, dass Schweizer Naturforscher in Ghana eine Pflanze gefunden haben, die lokale Stämme schon immer gegen Malaria eingesetzt haben...

Jetzt wird die Pflanze untersucht und man versucht, den Wirkstoff zu extrahieren oder die Pflanze grossflächig anzupflanzen. Soll das billigste Mittel gegen Malaria in Zukunft werden.
272 Beiträge · seit 200708. März 2007 · #35
Eine Arzneimittelentwicklung dauert 10 - 15 Jahre, also Geduld !

;-))
;-) Alex www.alexanderheinrichs.com
2'346 Beiträge · seit 200608. März 2007 · #36
Armin schrieb:
...und wie ist das mit Doxycyclin? Angeblich soll es eine nahezu 100%ige Wirksamkeit haben und Resistenzen gibt es angeblich auch keine
@Alex

Kannst du mir auf meine o. a. Frage auch eine Antwort geben? Vielen Dank.

Gruß
Armin
Gast08. März 2007 · #37
@Armin

moin,

als ich mit der Pharmazie (1960) anfing, reichten noch ein paar Tausend Einheiten Penicillin, um eine Angina auszutherapieren. Jetzt sind wir bei ettlichen Millionen Einheiten, wenn es überhaupt noch hilft. Meines Wissens gibt es nur noch (!) ein einziges Antibioticum(Vancomycin), welches beim Hospitalismus eingesetzt werden kann.
Beim Doxicyclin ist es ganz ähnlich: es hilft nur noch selten, aber eben noch zur Prophylaxe gegen Malaria. Die Crux ist, dass viele Menschen mit Lichtempfindlichkeit auf die Einnahme von Doxicyclin reagieren. Einer meiner "Cliens" war ein solcher. Das arme Schw... sass immer völlig eingemummelt uaf dem Wagen. Und das in Afrika!

2. Zu den Arzneimittelpreisen in Deutschland:
Für die Industrie ist es doch klar, einen möglichst hohen Preis für ihr Produkt zu bekommen. Und das richtet sich eben auch nach dem verfügbaren Einkommen. Deswegen sind Produkte in einkommensschwachen Ländern billiger als in einkommensstarken. Deutsche Autos, in Deutschland produziert, sind im europäischen Ausland auch eine ganze Ecke billiger, sonst würde sich doch ein Reimport nicht lohnen. Wir leben in einem gutsituierten Land, und das ist eben teurer, aber bei weitem nicht so teuer, dass wir uns Fernreisen und Safaris nicht mehr leisten könnten.

Gruss Gernot

PS eine Entwicklung eines neuen Arzneimittels kostet im Schnitt:
2 (zwei) Milliarden EURO !!!!<br><br>Post geändert von: Gernot Eicker, am: 08/03/2007 16:23
14 Beiträge · seit 200608. März 2007 · #38
@Gernot,

wie kommt es dann, daß in einem Land wie Frankreich die
Pillen nur halb so teuer sind als in D.

Und die entwickeln mehr und genauso gut.

Gruß

Karl-Heinz
272 Beiträge · seit 200708. März 2007 · #39
Ich glaub die Diskussion bringt hier nix, ich zieh mich zurück.
Ist ja schließlich auch ein Reiseforum zum Thema Namibia !
;-) Alex www.alexanderheinrichs.com
1'130 Beiträge · seit 200608. März 2007 · #40
ahphoto schrieb:
Ich glaub die Diskussion bringt hier nix, ich zieh mich zurück.
Ist ja schließlich auch ein Reiseforum zum Thema Namibia !
Ist bei der Malaria/4x4/Dachzelt Frage meistens so😄 ,
nicht böse seinB)
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"