Erst "Oh je!", dann "Oh ja!" - Botswana Mai 2026

13 Antworten · 1'473 Aufrufe · gestartet 16. Juni 2026 von Skotch
Antworten
Themenstarter116 Beiträge · seit 201916. Juni 2026 · #1
Erst "Oh je!", dann "Oh ja!" - Botswana Mai 2026

Prolog:

Alle guten Dinge sind bekanntlich drei. Also beschlossen wir im August 2025 - relativ spontan, wie man das so nennt, wenn man eigentlich schon länger darüber nachdenkt, ein drittes Mal nach Botswana zu reisen. Diesmal in der Nebensaison, direkt nach der Regenzeit. Die Vorstellung: sattes Grün, volle Wasserlöcher und Landschaften, die vor Leben nur so strotzen. Außerdem wollten wir endlich die Ecken im Moremi rund um South Gate und Third Bridge erkunden, die bei unseren ersten beiden Reisen etwas zu kurz gekommen waren.

Es stand also fest: Im Mai 2026 soll es wieder nach Botswana gehen 😎

Flüge mit Discover und Mietwagen bei Safari Car Rental waren schnell gebucht - das ging erfreulich reibungslos. Weniger reibungslos lief hingegen die Buchung der Campsites über Botswana Footprints. Was zunächst nach einer Formsache klang, entwickelte sich zu einem kleinen Geduldsspiel. Antworten ließen auf sich warten, Alternativen zu ausgebuchten Campsites gab es offenbar nicht, und insgesamt fühlte sich die Kommunikation eher zäh an. Also habe ich kurzerhand selbst bei den Camps nachgefragt, Verfügbarkeiten eingeholt und auf dieser Basis eine Route vorgeschlagen - nur um dann zu hören, dass alles „fully booked" sei. Aha. Erst als ich erwähnte, dass ich bereits mit den Camps in Kontakt stehe, kam plötzlich Bewegung in die Sache.

Da ich zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon mit den Campsite-Betreibern in Kontakt stand, wollte ich eigentlich selbst buchen. Allerdings stand bei uns dann der Sommerurlaub an, weshalb ich die Buchung letztlich doch über BFP abgewickelt habe. Das lief dann wieder wie gewohnt unkompliziert. Plötzlich ging alles ganz unkompliziert. Immerhin 😄

Über die Wintermonate beobachtete ich gespannt die einsetzende Regenzeit. Jeder neue Regenschauer sorgte bei mir eher für Vorfreude als für Sorge. Schließlich wollten wir es ja grün haben - und insgeheim hoffte ich, dass sogar der Boteti wieder Wasser führen würde, wenn wir im Mai ankommen. Und überall liest man ja schließlich, dass die Regenzeit im April endet und bis Mai alles wieder abgetrocknet ist 😗

Tja. Was ich mir gewünscht hatte, bekam ich dann auch - nur in einer etwas... großzügigeren Auslegung.

Woche für Woche wurde deutlicher, dass es dieses Jahr nicht bei ein paar netten Schauern bleiben würde. Im April war mir dann wirklich klar: Unsere geplante Route war so nicht mehr machbar. Xini Lagoon: geflutet. Zufahrt zu den Black Pools: unter Wasser. Third Bridge: unerreichbar. North Gate: überschwemmt. Khwai Village: Straße? Eher ein Fluss.

ABER - man muss ja positiv bleiben: Es würde definitiv grün sein. Und der Boteti?
Der würde fließen. Und wie.

Der Preis dafür: komplette Planänderung. Und das zehrte so richtig an der Vorfreude . Die Vorfreude auf mehrere Tage rund um Third Bridge, entspannte Game Drives durch die Black-Pools-Region und abendliche Fahrten entlang des Khwai-Ufers - alles erstmal dahin. Im wahrsten Sinne des Wortes weggespült.

Ganz ehrlich: Hätten wir nicht schon die (nicht ganz günstigen) Flüge gehabt, ich hätte in dem Moment ernsthaft darüber nachgedacht, alles abzusagen. So groß war die Ernüchterung.

Also blieb nur eins: improvisieren. Möglichst ohne Geld zu verbrennen. Von Botswana Footprints kam dabei leider wenig Hilfe - ich solle abwarten und dann weitersehen. Das war mir zu vage. Das Wasser war ja nicht „vielleicht" da, es war definitiv da.

Und dass sich daran innerhalb von zehn Tagen noch etwas Grundlegendes ändern würde, war eher Wunschdenken.

Zum Glück waren die Campbetreiber deutlich engagierter. Mit etwas Hin und Her ließ sich die Route zumindest teilweise anpassen. Nicht so, wie ursprünglich geplant - aber immerhin so, dass die Reise nicht komplett ins Wasser fiel. Im übertragenen Sinne. Was ich auch noch nicht wusste war, dass es unterwegs auch noch zu der ein oder anderen Planänderung kommen wird.

03 Mai: Ankunft, Autoübernahme, Kalahari Bush Breaks
04 Mai: Maun Sitatunga
05 Mai: Nxai Pan
06 Mai: Nxai Pan
07 Mai: Khumaga Boteti; Nxai Pan
08 Mai: Khumaga Boteti
09 Mai: South Gate; Khumaga Boteti
10 Mai: South Gate
11 Mai: Khwai Hippo Pool
12 Mai: Magotho
13 Mai: Magotho
14 Mai: North Gate; Magotho
15 Mai: Third Bridge; Khwai Game Lodge Camp; Magotho
16 Mai: Third Bridge; South Gate; Magotho
17 Mai: Third Bridge; Kaziikini
18 Mai: Maun Sitatunga
19 Mai: Symponia Ghanzi
20 Mai: Xain Quaz

Also steigt schnell ein, fahrt mit durch das grüne und nasse Botswana! Oh ja, das wird toll 🤩 😎 !

Tag 1:
03. Mai 2026

Der Flug mit Discover Airlines von Frankfurt nach Windhoek verlief insgesamt angenehm und entspannt. Für einen kurzen Moment wurde die Ruhe jedoch kurz vor dem Boarding am Vorabend unterbrochen: Ein stark alkoholisierter Passagier, der offenbar in der Business Lounge deutlich über den Durst getrunken hatte, sorgte für einen unerwarteten Zwischenfall.

Lautstark rief er „I kill you all!" und begann am Gate zu randalieren. Er pöbelte andere Reisende an, versuchte sogar Türen zum Rollfeld zu öffnen, und musste schließlich von zwei Bundespolizisten - unterstützt von drei beherzt eingreifenden Passagieren - überwältigt und abgeführt werden. Ein durchaus spektakulärer Auftakt, der so nicht im Reiseplan stand 🙄

IMG_4961.JPG


528ccfa6-e0f1-4134-9aa7-42753be0d2ff.jpg


In Windhoek angekommen, verlief die Übernahme des Mietwagens schnell und unkompliziert

IMG_4963.JPG


Routine zahlt sich eben aus bei unserer dritten Reise. Bereits gegen 11 Uhr waren wir, früher als ursprünglich geplant, auf dem Weg zu Kalahari Bush Breaks. Schon unterwegs fiel auf, wie ungewöhnlich grün und üppig die Landschaft nach der Regenzeit war. In Gobabis legten wir einen kurzen Stopp ein, um die ersten notwendigen Vorräte einzukaufen, bevor wir die letzte, etwas längere Etappe in Angriff nahmen.

IMG_4965.JPG


7151b566-669d-494c-a029-1936988a9f7d.jpg

Bei Kalahari Bush Breaks angekommen, blieb uns noch ausreichend Zeit für eine erste Erkundung. Wir nutzten den Nachmittag für eine Self-Drive-Tour über das Farmgelände, das sich durch die typische Kalahari-Landschaft schlängelt und immer wieder schöne Ausblicke bot - bis hinüber ins benachbarte Botswana. Und Tiere gab es auch schon zu gucken! So kann der erste Tag ruhig zu ende gehen 🙂

IMG_4978.JPG


IMG_4992.JPEG


IMG_4985.JPG


Am frühen Abend machten sich schließlich die Strapazen der Anreise bemerkbar, und wir waren mehr als zufrieden, wieder im Dachzelt zu liegen.

IMG_4996.JPG


LG Marcel
Zitierenzuletzt bearbeitet 16. Juni 2026Original ↗
2'188 Beiträge · seit 201616. Juni 2026 · #2
Hört sich spannend an, ich bin dabei. So ein wenig erinnert mich es an den Reisebericht von Bele.

LG

Gabi
64 Beiträge · seit 202416. Juni 2026 · #3
Hallihallo, da steige ich auch noch gerne ein! Es verspricht spannend zu werden!

Liebe Grüße, Dorie
762 Beiträge · seit 201716. Juni 2026 · #4
Hallo, ich komme gerne auf die Reise mit.
Liebe Grüsse Caroline
8'641 Beiträge · seit 201017. Juni 2026 · #5
Menno Marcel, ich wusste ja, dass du gestern Abend deinen Reisebericht starten wolltest und wäre gerne die Erste hier gewesen, aber dann bin ich um 20 Uhr total erschöpft im Bett gelegen und habe den Start verpasst 🙄 😊 .

Eigentlich wollte ich ja nun endlich mal ein paar andere Reiseberichte hier im Forum nachlesen, aber das schaff ich sicher auch zusammen mit deinem, halt dich also nicht zurück mit schnell weiterschreiben... 😗 😉 😛 !

Auch wenn ich sowohl die Planung, als auch dein eher düsteres Mindset zwischendurch und schlussendlich die Reise inklusive Randalierer am Flughafen nahezu live miterleben durfte, bin ich jetzt doch sehr gespannt auf die Vollversion und freue mich auf viele schöne Fotos (ich schau mir die gerne ein zweites Mal an 🤪 und sicher sind auch welche dabei, die ich noch nicht kenne).

Bestimmt werde ich auch das eine oder andere Matschloch wiedererkennen, manche Stellen waren ja schon trockener und manche tatsächlich noch nasser als bei uns im Februar.

Liebe Grüße von Bele


P.S.:
Gabi-Muc schrieb:Hört sich spannend an, ich bin dabei. So ein wenig erinnert mich es an den Reisebericht von Bele.
LG
Gabi
Gabi, im Gegensatz zu uns Warmduschern mit Guide auf Klassenfahrt war Marcel ja als Selbstfahrer unterwegs, das ist nochmal eine ganz andere Hausnummer, auch wenn das Wasser bei ihm zumindest nicht mehr auch von oben kam....
Zitierenzuletzt bearbeitet 17. Juni 2026Original ↗
766 Beiträge · seit 200717. Juni 2026 · #6
Oh ja!

Guten Morgen Marcel,

auch ich bin gerne dabei und gespannt, wie Ihr im Mai als Selbstfahrer unterwegs wart und was Ihr so alles erlebt habt!

🤩

Liebe Grüße, Simone
Zitierenzuletzt bearbeitet 17. Juni 2026Original ↗
896 Beiträge · seit 201617. Juni 2026 · #7
Oha! Das geht ja gut los! Da bin ich doch dabei! 🤩
Herzliche Grüße
Martin
130 Beiträge · seit 202323. Juni 2026 · #8
Hallo Marcel,

da melde ich mich auch noch schnell zum Mitlesen an, hört sich ja schon sehr spannend an 🤩
Darf also gerne jetzt losgehen 😛

Liebe Grüße
Johanna
Themenstarter116 Beiträge · seit 201927. Juni 2026 · #9
Herzlich Willkommen an Johanna, Martin, Simone, Bele, Caroline, Dorie und Gabi! Schön, dass ihr mit auf Tour kommt! Und auch an all die stillen Mitleser ein "Herzlich Willkommen" und "Moin" von der Ostsee. Auch wenn die momentan tropisch-heißen Temperaturen eher zu einem Reisebericht aus Südostasien passen, geht es jetzt hier weiter mit Botswana (nach zwischenzeitlichen Problemen mit dem Bilderimport, daher die Verzögerung 😵 😗 )
Champagner schrieb:
Gabi-Muc schrieb:Hört sich spannend an, ich bin dabei. So ein wenig erinnert mich es an den Reisebericht von Bele.
LG
Gabi
Gabi, im Gegensatz zu uns Warmduschern mit Guide auf Klassenfahrt war Marcel ja als Selbstfahrer unterwegs, das ist nochmal eine ganz andere Hausnummer, auch wenn das Wasser bei ihm zumindest nicht mehr auch von oben kam....
Also die Bedingungen, die Bele auf Ihrer Reise mit den Warmduschern hatte, sind wohl kaum zu toppen und nochmal ne ganz andere Hausnummer. Was man so auf den Bildern und Videos gesehen hat kann man ohne Visualisierung gar nicht begreifen und glauben. Dass das Auto es überhaupt geschafft hat sich da durch zu kämpfen... 😮 😄 Bei uns war das Schimpfen über die noch nicht fahrbaren Game-Drive-Wege schon echt Meckern auf extrem hohen Niveau 😎

So, gleich geht's auch schon weiter hier 🤪

LG Marcel
Themenstarter116 Beiträge · seit 201927. Juni 2026 · #10
Tag 2:
04.Mai 2026
Einkaufen in Maun

Am nächsten Morgen brachen wir früh auf, da in Maun noch einige Besorgungen anstanden.
Gegen Mittag erreichten wir das Sitatunga Camp kurz vor der Stadt. Die Anlage ist einfach gehalten, dafür preislich im Rahmen — und entsprechend gut besucht, insbesondere von größeren Gruppen 😕 .
Nach einer kurzen Mittagspause fuhren wir aber direkt nach Maun, um einzukaufen und organisatorische Dinge zu erledigen. Was zunächst nach einer überschaubaren Aufgabe klang, entwickelte sich schnell zu einer kleinen Geduldsprobe: Mehrere Supermärkte mussten abgefahren werden, da nie alles gleichzeitig verfügbar war - mal fehlten Tomaten, dann Kartoffeln, Gurken oder auch ein besonders wichtiges Mittelchen: „Peaceful Sleep". Darauf wollten wir keinesfalls verzichten. Zudem standen noch ein Besuch bei Xomae, Okavango Air Rescue und Helicopter Horizon an. Entsprechend zogen sich der Einkauf und die Erledigungen über mehrere Stunden hin. Da wir keine Lust hatten abends noch zu Kochen habe ich uns bei Wimpy bei dieser neuen Mall ganz á la McDoof Manier 4 Cheesburger mit 2 großen Pommes bestellt. Bekommen haben wir dann 4 riesige Burger inklusive 4 Portionen Pommes und weitere 2 Portionen Pommes 🤩 😗 Ohje, wir haben noch nicht einmal ansatzweise das Essen aufessen können... Aber so freuten sich die Parkplatzwächter über ein schnelles Abendessen 😉 Erst nach Sonnenuntergang kehrten wir ins Sitatunga Camp zurück.
Dort verstauten wir unsere Einkäufe und bereiteten alles für den nächsten Tag vor. Die Vorfreude war groß, denn am kommenden Morgen sollte es endlich in die Wildnis gehen - unser erstes Ziel: der Nxai Pan Nationalpark.

Tag 3:
05.05.2026
Nxai Pan

Heute ging es endlich los zu unserem ersten Ziel: dem Nxai Pan Nationalpark. Ein Ort, der uns schon bei den letzten beiden Besuchen begeistert hat — weitläufig, gut zu befahren, angenehm wenig besucht und bisher immer mit hervorragenden Tierbegegnungen. Die Erwartungen waren also entsprechend hoch. Auf dem Weg aus Maun Richtung Osten legten wir noch einen kurzen Versorgungsstopp ein, in der Hoffnung, irgendwo Gurken oder Hähnchen-Grillfleisch aufzutreiben. Die Realität: beides Fehlanzeige. Offenbar hatte die lokale Gurken- und Grillfleischlobby geschlossen. Also ging es leicht unterversorgt, aber guter Dinge weiter zum Parkeingang.

IMG_0906.JPG


IMG_0907.JPG


Dort angekommen gönnten wir uns erst einmal ein spätes Frühstück im Schatten des Autos. Frisch gestärkt nahmen wir die Strecke vom Gate zum South Camp in Angriff.
Wie immer präsentierte sich der Weg tiefsandig, holprig und durchaus geeignet, die Geduld (und Stoßdämpfer) zu testen. Den Abstecher zu den Baines Baobabs ließen wir diesmal aus und steuerten direkt die Campsite an.

Schon kurz vor dem Xomae Office wartete die erste Belohnung: Das Wasserloch zur Linken war dank der Regenfälle der letzten Monate gut gefüllt, und am Rande standen zwei Elefantenbullen, die sich sichtlich zufrieden abkühlten. Ein vielversprechender Auftakt.

IMG_0134.jpg


IMG_0146.jpg


IMG_0152.jpg


Nach einer kurzen Mittagspause auf der Campsite brachen wir direkt wieder auf, um uns einen Überblick zu verschaffen. Die Nxai Pan war kaum wiederzuerkennen: üppige Vegetation, zahlreiche kleine und größere Wasserlöcher — alles wirkte lebendig und einigermaßen grün. Vielleicht nicht unbedingt grasgrün... aber auch nicht so verdorrt und farblos wie in der Trockenzeit.

IMG_0941.JPG


Die tief ausgefahrenen, inzwischen getrockneten Matschrillen auf den Pisten ließen erahnen, wie mühsam das Fahren hier noch vor wenigen Wochen gewesen sein muss. Unser erster Halt führte uns zu einem kleinen Wasserloch, nur wenige Minuten von der Campsite entfernt. Hier machte gerade eine Gruppe Zebras Rast und vergnügten sich etwas im Wasser.

IMG_0170.jpg


IMG_0190.jpg


IMG_0202.jpg


IMG_0934.JPG


Von dort aus erkundeten wir verschiedene Wege und Wasserstellen - und wurden nicht enttäuscht: Überall begegneten uns Gruppen von Zebras, Gnus und Giraffen, mal kleiner, mal größer, aber stets fotogen.

IMG_0248.jpg


IMG_0260.jpg


IMG_0277.jpg


IMG_0291.jpg


Natürlich fuhren wir auch zum eigentlichen, permanenten Wasserloch, an dem diesmal aber überraschenderweise keine Tiere zu sehen waren. Es gab überall noch zu viel Wasser. Kein Vergleich zu 2022, als sich rund um das Wasserloch die dramatischen Nxai Pan Szenen abgespielt haben…

IMG_0943.JPG


Für den Rückweg wählten wir die westlichste Route entlang des Randes der Pfanne. Dort wurden wir von so vielen beeindruckenden Giraffen- und Zebrasichtungen aufgehalten, dass wir fast die Zeit aus den Augen verloren hätten. Die Sonne stand immer tiefer und das Licht wurde wunderschön.

IMG_0324.jpg


IMG_0331.jpg


IMG_0336.jpg


IMG_0350.jpg


Ein gutes Zeichen - denn schon jetzt war klar: Die geplanten drei Nächte hier würden sich definitiv lohnen. Und was wir auch noch nicht ahnten: jeder weitere Tag hier brachte umso mehr tolle Sichtungen und Begegnungen mit sich 🤩

Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichten wir wieder die Campsite. Kaum angekommen, bekamen wir Besuch von einem neugierigen Schakal, der zunächst hoffnungsvoll um unser Lager schlich. Nachdem sich jedoch keine kulinarischen Möglichkeiten auftaten, gab er schließlich auf und zog weiter. Auch wenn es offizielle hieß, dass die Campsite fully booked sei, standen die meisten Campsites leer und es wurde ein ruhiger Abend. Man hörte die Schakale und Löffelhunde rufen, Eulen saßen in den Bäumen und hier und da raschelte es im Gebüsch. Herrlich 😘

LG Marcel
Zitierenzuletzt bearbeitet 27. Juni 2026Original ↗
8'641 Beiträge · seit 201028. Juni 2026 · #11
Guten Morgen Marcel,

schön, dass du dein Bildimportproblem lösen konntest - ich genieße es wirklich sehr, eure Reise nochmal etwas ausführlicher verfolgen zu können. Und danke für die tollen und etwas ungewöhnlichen Bilder aus der Nxai-Pan!
Skotch schrieb:
Ein gutes Zeichen - denn schon jetzt war klar: Die geplanten drei Nächte hier würden sich definitiv lohnen. Und was wir auch noch nicht ahnten: jeder weitere Tag hier brachte umso mehr tolle Sichtungen und Begegnungen mit sich 🤩
Ich warte...... 😗 😉 !

Schönen - hoffentlich produktiven - Sonntag aus dem heißen Süden!

Bele
Zitierenzuletzt bearbeitet 28. Juni 2026Original ↗
Themenstarter116 Beiträge · seit 201905. Juli 2026 · #12
Tag 4:
06.06.2026
Nxai Pan

Die Nacht war eisig. Das Thermometer zeigte 8,5 °C an, und wir froren ziemlich, obwohl wir im Zelt neben dem normalen Bettzeug noch Pullover, einen kleinen Schlafsack und eine Fleecedecke dabeihatten. Wer hätte gedacht, dass man in Botswana nachts so frieren kann 😄?

IMG_0354.jpg


In der Nacht hatten wir sie gehört. Sie mussten also ganz in der Nähe sein. Vielleicht hatten wir ja Glück und würden sie heute finden. Sie? Natürlich die Löwen von Nxai Pan!
In den letzten beiden Jahren hatten wir sie immer wieder einmal am permanenten Wasserloch angetroffen. Doch jetzt, da überall Wasser stand, schien es deutlich schwieriger zu werden.
Zuerst führte uns unser Weg jedoch zurück an den Westrand der Pfanne, dorthin, wo wir am Vortag die Giraffen gesehen hatten. Und siehe da: Die unzähligen Tiere standen noch immer überall entlang des Weges. Außerdem hatten sich wieder viele Gnus in der Gegend versammelt.

HK8A0101.jpg


HK8A0108.jpg


IMG_0377.jpg


IMG_0389.jpg


IMG_0387.jpg


IMG_0399.jpg



Wir rollten langsam zwischen den Tieren hindurch in Richtung des permanenten Wasserlochs. Nachdem wir daran vorbeigefahren waren, nahmen wir den nächsten Loop nach Osten, der früher oder später am Camp vorbeiführt.
Plötzlich sahen wir ihn: ein großes, imposantes Löwenmännchen. Bei all den Löwensichtungen, die wir bisher gehabt hatten, war noch kein ausgewachsenes Männchen dabei gewesen. Entsprechend groß waren Aufregung und Freude. Das Tier war gerade auf der Durchreise von West nach Ost, und wir suchten auf der Karte schon nach einer Stelle am gegenüberliegenden Weg nahe des Camps, an der er wieder auftauchen körnte, falls er seiner Richtung treu blieb.

IMG_0407.jpg


Wir fuhren um die Ebene herum und landeten schließlich wieder am kleinen Wasserloch in der Nähe des Camps. Dort warteten wir auf den Löwen. Nach einer Stunde wurden wir langsam hungrıg und beschlossen, erst einmal im Camp zu frühstücken. So lange konnte em Löwe schließlich doch nicht brauchen. Bestimmt hatte er sich zwischendurch irgendwo im Schatten hingelegt und beschlossen, dass der Tag auch ohne uns gut weiterläuft.

Auf der Campsite bekamen wir beim Frühstück Besuch von einem Tokopärchen, das unser Auto sehr gründlich inspizierte. Die beiden hüpften über das Fahrzeug. schauten durch alle Fenster ins Innere und bekämpften zwischendurch ihr eigenes Spiegelbild in der Scheibe oder im Seitenspiegel. Als sie dann auch noch begannen, unsere Scheibenwischer zu malträtieren, wurde der Besuch leider vorzeitig von uns beendet und nach Hause geschickt 😗

IMG_5087-2.JPG


Nach dem Frühstück zog es uns wieder zu der Stelle am Wasserloch, an der der Löwe hätte auftauchen müssen. Und siehe da: Er war tatsächlich angekommen! Allerdings lag er nun, kaum zu erkennen, mit seinen Löwinnen in einer nahen Gebüschgruppe. Durch die offene Scheibe hörte man außerdem Laute, die nur von kleinen Löwenbabys stammen konnten.

Wir warteten mehrere Stunden, und plötzlich kam Bewegung in die Gruppe. Die Kleinen wurden munter und mobil, was einer Löwin und dem Männchen offenbar nicht besonders gefiel. Es kam etwas Bewegung und Unruhe in die Familie — genau genug, um uns ein paar schöne Schnappschüsse zu ermöglichen. Ein Weibchen kam sogar zum Wasserloch, um zu trinken.

IMG_0442.jpg


IMG_0429.jpg


IMG_0452.jpg


IMG_0556.jpg


IMG_0503.jpg


IMG_0535.jpg


IMG_0543.jpg


IMG_0564.jpg


IMG_0574.jpg


Als wieder Ruhe eingekehrt war, nutzten wir die Aktivitätspause für eine weitere Runde um die Nxai-Pfanne. Doch bei der Hitze am Nachmittag gab es kaum noch Sichtungen, sodass es uns schließlich zurück zu den Löwen zog. Dort blieben wir bis zum Sonnenuntergang und beobachteten die Tiere in aller Ruhe.

IMG_0594.jpg


Was eins schöner Tag im Nxai Pan Nationalpark! So kann es die nächsten Tage ruhig weitergehen 😎
LG Marcel
Zitierenzuletzt bearbeitet 05. Juli 2026Original ↗
354 Beiträge · seit 201205. Juli 2026 · #13
Skotch schrieb:
IMG_0452.jpg
Hallo Marcel

Ich starre schon seit mindestens 5 Minuten auf dieses Bild. Aber ich komme einfach nicht darauf, was die Löwin da in ihrem Maul hält. Weisst du noch was es war?

Ansonsten, wunderschöne Fotos und tolle Erlebnisse! Mein Favouriten-Foto für heute ist definitiv dieses hier!
Skotch schrieb:
IMG_0543.jpg
Perfekt sitzende Schnurrhaare, strahlend weisse Reißzähne, eine leuchtend pinke Nase und der Blick einer wahren Königin!

Ach... so jung müsste man nochmal sein! =^.^=

Liebe löwige Grüsse
Safari
64 Beiträge · seit 202405. Juli 2026 · #14
Hi Marcel,
vielen Dank für die tollen Löwenfotos. Die kleinen sind zu niedlich und schauen sehr aufgeweckt drein.

Bei der erwachsenen Löwin überlege ich hin und her, was sie da wohl im Maul abtransportiert - könnte es eventuell ein Stück Zebra(-fell) sein?

Liebe Grüße, Dorie
Bild anhängen