Nachdem wir letztes Jahr den Norden Afrikas (Marokko) bereist hatten, wird es wieder mal wieder Zeit nach Namibia aufzubrechen.
Die Frage, die sich uns stellt … wohin? Außer dem Hartmannstal haben wir schon alle Regionen bereist.
Viel „Neues“ wird es also nicht geben ... doch die Sehnsucht nach der - unbeschreiblichen Weite - dem Sternenhimmel - den Tieren - dem Gefühl allein auf der Welt zu sein
bleibt.
Seitdem wir 2009 das erste Mal in Namibia waren, hat sich natürlich Vieles verändert. In den Augen den Einheimischen meist zum Besseren, in unsren Augen verliert es etwas den Reiz durch den Massentourismus, der mittlerweile auch Namibia gefunden hat.
Da wir jedoch meist in abgelegenen Gegenden unterwegs sind, hält es sich in Grenzen.
Wir sind dieses Jahr für knapp 4 Wochen unterwegs.
Es sollte eine Entschleunigungs-Tour werden mit fast überall 2 Tagen Aufenthalt. Diese Planung hat uns letztendlich geholfen, nach einigen Problemen, unsere geplante Tour zu fahren.
Erwähnenswert vielleicht auch noch im Vorwort: Namibia was dieses Mal sehr grün und sehr nass. Die Regenzeit war dieses Jahr sehr gut. Und obwohl wir schon des Öfteren in dieser Zeit unterwegs waren, bot sich uns dieses Jahr ein anderes Schauspiel.
Hier unsere Route gefahrene Route, die leicht von der geplanten Route abweicht: Schuld daran waren 1x wir selbst und 1x das Auto. Doch dazu mehr im Reisebericht !
21.03.26 Ankunft und Übernachtung in Monteiro 22.03.-24.03.26 Bagatelle 24.03.-26.03.26 Namibrand Family Hideout 26.03.26 Tsauchab Rivercamp 27.03.26 Rooisand 28.03.26 Groot Tinkas 29.03.-31.03.26 Wüstenquell 31.03.-02.04.26 Omukutu 02.04.26 Madisa 03.04.26 Twyfelfontain Country Lodge 04.0426 Khowarib Community Campsite 05.04.26 Purros 06.04.-08.04.26 Etambura 08.04.26 Kaoko Mopane Opuwo 09.04.-12.04.26 Etosha 12.04.26 Onguma 13.04.26 Ghaub 14.0.4.26 Monte Christo 15.04.26 Heimreise
Ich freue mich, falls jemand Lust hat, uns auf unserer Tour zu begleiten.
Liebe Grüße Dagmar
Teil 202. Mai 2026
Tag 1 - 21.03.26 Ankunft
Der Flug landet pünktlich und auch die Immigration geht recht zügig. Innerhalb 1 Stunde sind wir durch.
Noch schnell Geld wechseln und da wartet auch schon der Fahrer von Savanna Car Hire auf uns. Wir sind die einzigen Gäste, die er auf diesem Flug abholt. Eigentlich wollte ich noch im Flughafen an den MTC-Schalter, doch die Schlange dort ist uns zu lang. Und so beschließen wir uns die MTC Karte in der Maerua Mall zu besorgen. Schließlich müssen wir dort ja sowieso hin.
So sind wir schon gegen 10.30 Uhr bei Savanna.
Freudig werden wir von Bianca begrüßt: „Oh, ihr seid ja schon da … dann ging die Immigration ja echt flott bei euch“
Für uns ist es ein Gefühl, wie nach Hause zu kommen. Man kennt sich halt schon über Jahre. Und so ist es auch kein Problem, dass wie in der „Küche“ noch nach Zubehör suchen, das wir brauchen. Und alles was wir nicht brauchen sortieren wir vor Ort schon aus und lassen es bei Savanna. So auch die Leiter zum Hochkletten ins Dachzelt. (dazu später mehr)
Auch unser Fleisch, das wir wie immer schon von Deutschland aus bei KWS bestellt haben, ist schon da.
Das Permit für die Blutkuppe hat uns Savanna besorgt. Nicht, dass wir es jemals hätten vorzeigen müssen, doch es dient zur Pflege und Schutz dieser Region. Es käme uns nie in den Sinn ohne Permit dort hinzufahren.
Soweit alles gut. Normalerweise ist in dem neuen Landcruiser keine Kühl/Gefriereinheit sondern nur ein Kühlschrank. Doch Bianca hat eine Idee ob nicht doch ein Modell von einem anderen Anbieter passen könnte … und es passt in den Wagen.
Der neue Ausbau des Autos ist etwas gewöhungsbedürftig … mir hat der alte Bushcamper besser gefallen. Somit ist alles perfekt und ich freue mich, dass wir zügig gegen 12.00 Uhr loskönnen. Es ist Samstag und der Bottle Shop hat ja nur bis 13.00 Uhr geöffnet.
ABER: Hier habe ich meine Hausaufgaben nicht gemacht. (bzw. ist es bei mir total untergegangen)
Heute ist der 21.03. – heißt es ist der Nationalfeiertag von Namibia. Das wiederum bedeutet, dass der Bottle-Shop geschlossen ist und morgen ist Sonntag, da sind diese sowieso geschlossen.
„Och nö“ denke ich. Doch auch hier gibt es eine Lösung.
Savanna hat einen Getränke-Kühlschrank, worin sich sowohl Wein auch als Savanna befindet. Ich kaufe also eine Flasche Weißwein (für mich) und die Flaschen Savanna mit und ohne Alkohol (für Jürgen) sind Zugabe des Hauses.
Nun steht unserem Start wirklich nichts mehr im Wege.
Es folgt der obligatorische Einkauf im Spar und in der Maerua Mall besorgen wir uns auch noch die SIM Karten.
Bis zu unser heutigen Campsite sind es nur 17 km.
Es ist die Monteiro Campsite südlich von Windhoek. Hier waren wir schon einmal.
Doch hat sich auch hier in der Zwischenzeit einiges verändert. Die Campsite ist sehr gepflegt, hat einen Pool (welchen wir nicht benutzt haben) und eine sehr schöne Anlage.
Für uns heißt es nun das Auto so einzuräumen wie wir es möchten. Kurz etwas kochen und bereits um 20.30 Uhr liegen wir im Dachzelt.
Ein Nachtflug fordert irgendwann halt seien Tribut. Wir halten es übrigens schon seit Jahren so, dass wir am Ankunftstag nicht viele Km fahren.
Kurzer Nachtrag: Unser Fahrzeug hatte bei Übernahme gerademal 18.100 Km auf dem Tacho. Da sollte man doch davon ausgehen, dass es keinerlei Probleme gibt. Doch es kam anders.
Teil 304. Mai 2026
Tag 2 – 22.03.26 Bagatelle Teil 1
Wir haben trotz der Nähe zu der B1 gut geschlafen. Bereits um 7.00 Uhr sind wir mit dem Zwitschern der Vögel wach. Der Afrika-Rhythmus hat sich schon eingestellt.
Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir los.
So schnell wie möglich verlassen wir die B1. Endlich wieder Gravel unter den Reifen.
Für uns heißt das „Ankommen in Namibia“. Denn hier ist für uns der Weg das Ziel. Wir saugen die Landschaft buchstäblich auf.
Ein Komitee von Perlhühnern, welches aufgeregt über die Straße läuft, heißt uns willkommen. Gefolgt von Affen und Warzenschweinen. (Bilder davon gibt es keine.)
Wir sind angekommen. Dies zeigt sich in unserem zufriedenen Gesichtsausdruck, welcher sich zu einem Dauergrinsen entwickelt.
Wow !!! Wir sind ja nicht zum ersten Mal hier. Doch immer wieder fasziniert uns diese Landschaft … diese Farben … diese Einsamkeit.
Wir nähern unserem Ziel Bagatelle und fahren über die Ausläufer der „roten“ Kalahari Dünen.
Bagatelle ist für uns nichts Neues … aber immer wieder schön. Dieses Mal haben wir Campsite 2.
Und heute wird auch gleich Brot gebacken … für uns das untrügerische Zeichen, dass wir in Afrika angekommen sind.
Also den Teig ansetzen und dann mit dem Auto zum Haupthaus, um dann am Pool zu relaxen und uns etwas zu erfrischen. Denn immerhin zeigt das Thermometer 30°.
Zurück auf der Campsite parkt Jürgen unser Auto haargenau unter dem Shelter.
Wir breiten das Essen vor, genießen den Sonnenuntergang
und backen unser 1. Brot. (Das Ergebnis seht ihr morgen !)
Entspannt reisen ist unser diesjähriges Motto. Wir bleiben fast überall 2 Nächte (so war es zumindest geplant). Vielleicht ist dies dem Alter geschuldet oder einfach der Tatsache, das es nicht mehr viele Pads gibt, die wir noch nicht gefahren sind.
Jedoch sollte „ein bisschen Abenteuer“ zwischendurch auch nicht fehlen.
Ach ja, diese "Heuschrecken" gab es dieses Jahr wirklich zu Hauf.
Soweit für Heute ... die Tage wird es hoffentlich zügig weitergehen.
Gruß Dagmar
Teil 405. Mai 2026
Tag 3 – 23.03.26 Bagatelle Teil 2oder Shit happens!
Zum Frühstück gibt es heute unser frisch gebackenes Brot ! (Ihr erinnert euch, haben wir gestern Abend in der letzten Glut gebacken)
Heute Morgen unternehmen wir eine Wanderung durch die Dünen. Mein erklärtes Ziel „Erdmännchen“ finden.
Mir fällt auf, dass die Sträucher und Bäume voll von diesen Schrecken sind. Und sie sind auch sehr schreckhaft und lassen sich nur schwer fotografieren.
Mit Hilfe eines Angestellten, der sich zu uns gesellt, finden wir auch eine Erdmännchenkolonie.
Leider suchen sie meist Schutz im Gebüsch … es macht und jedoch große Freude ihrem Tun zuzuschauen.
Zurück von der Exkursion relaxen wir wieder etwas am Pool und fahren anschließend zurück zu unserer Campsite.
Nur leider funktioniert das haargenaue Einparken diesmal nicht. 🤩 Dies bemerken wir aber nicht gleich. Wir öffnen die Hecktür und damit schwenken die beiden Ersatzreifen nach außen. Dann öffnen wir die linke Seitenklappe … weshalb weiß ich schon nicht mehr. Wahrscheinlich um etwas aus dem Kühlschrank zu holen. Als wir das Dachzelt öffnen wollen, bemerken wir, dass wir zu weit hinten stehen. War das, was nun folgt ein Kommunkationsfehler? 🤨 Auf jeden Fall setzt sich Jürgen in das Auto und fährt es ein Stück nach vorne. Und da ist es auch schon passiert. Es knirscht, kracht und splittert! Wir haben die linke Seitenklappe an einem Pfosten des Shelters demoliert. Was für eine SCH…..! Und das an unserem dritten Tag.
Da hilft nun auch kein „wer ist schuld?“ Es ist wie es ist !!!! SCH…
Während Jürgen die demolierte Seitenklappe abbaut telefoniere ich schon mal mit Bianca von Savanna. Da wir auf der Campsite kein Netz haben, mache ich das über das Satphone.
Wir vereinbaren, dass wir später zur Lodge fahren und dann über das Mobilnetz anrufen. Sie weiß ja nun, um was es geht.
Bei unserem späteren Telefonat bietet sie uns an, dass sie am Mittwoch eine neue Seitenklappe nach Mariental oder Keetmanshoop liefern könnten.
Ein Autovermieter ist so gut, wie er einem im Schadensfall helfen kann. Nur passt die mögliche Lösung natürlich überhaupt nicht in unsere Planung. Heute ist Montag und morgen fahren wir nach Namibrand Family Hideout und hier wollen wir auf keinen Tag verzichten.
Wir schauen uns die Karte nochmals genau an und beschließen, auf einen Tag im Tsauchab Rivercamp zu verzichten und dann von dort nach WDH zurück zufahren, das Auto reparieren zu lassen und unsere geplante Route fortzusetzen Also teilen wir Savanna mit, dass wir am Freitag gegen 10.00 Uhr zu Ihnen kommen.
Vielleicht war diese Entscheidung im Nachhinein sogar gut.
Wir atmen tief durch, trinken noch ein Bier auf unseren Urlaub und fahren zurück zur Campsite. Denn schließlich haben wir für heute Abend noch einen Nacht-Drive gebucht.
Um 21.00 Uhr werden wir abgeholt. Wir sind die einzigen Gäste.
Der Guide hat noch eine Frau dabei, ob es seine Freundin oder ein Staff-Mitglied ist kann ich schwerlich sagen. Jedenfalls legt er sich schwer ins Zeug und redet die ganze Zeit auf seiner Sprache auf sie ein. Er ist Fahrer und „Beleuchter“ in einer Person. Links lenken und mit der rechten Hand die Gegend ableuchten. Sobald er Augen sieht, hält er an.
Sichtungen: Springhase (ohne Bild), Oryx und Sprinböcke (ohne Bild)
Bat-eared Fox
Zur Halbzeit gibt es einen Amarula und wir entdecken noch einen kleinen Skorpion.
Der Drive war ganz nett, jedoch würde ich ihn nicht noch einmal machen.
Und damit endet dieses Kapitel Morgen sehen wir uns im Namib Rand
Liebe Grüße Dagmar
Teil 507. Mai 2026
Tag 4 – 24.03.26 Namibrand Family Hideout – Teil
Ich wundere mich immer wieder darüber, wie viele Sachen in 2 Tagen einen Platz außerhalb unseres Autos finden. Jetzt heißt es alles wieder ins Auto packen … inkl. der demolieren Seitenklappe.
Und dann geht es gegen 10.00 Uhr los zu unserem nächsten Ziel. Darauf freue ich mich schon sehr.
In Mariental machen wir einen kleinen Zwischenstopp. Tanken ... Bottleshop … Kleinigkeiten einkaufen. Die fehlende Seitenklappe fällt nicht auf, da der Moskitoschutz auch schwarz ist.
Weiter geht unsere Fahrt über Maltahöhe. Dies alles über die langweilige, asphaltierte C19. Allerdings zeichnen sich schon hier die Vorboten des Wetters ab.
In der Ferne ein schwarzer „Regenvorhang“ .
Immer wieder schaue ich auf unsere Richtung und hoffe, dass wir davon verschont bleiben. Dann endlich können wir auf die D830 abbiegen. Doch zuerst erreichen uns die ersten Regenschauer, die glücklicherweise nur von kurzer Dauer sind.
Danach erwartet uns eine traumhafte Landschaft.
Gegen 14.30 Uhr erreichen wir das Gelände von Namibrand Natur Reserve.
Wir checken ein, kaufen noch Holz und schon sind wir eine halbe Stunde später auf unserer Campsite „Venus“. Hier waren wir schon einmal und wir mögen sie sehr.
An Aktivitäten haben wir heute nichts Größeres mehr geplant. Wir unternehmen noch einen Spaziergang durch die Dünen, und ich jage den kleinen Bewohnern nach.
Es ist sehr bewölkt, daher ist das Licht auch nicht so, wie ich es gerne hätte. Doch wir genießen einfach die Stille und die Einsamkeit hier. Abends kommt dann noch ein Oryx ans Wasserloch vor der Campsite.
Ich kann nur sagen: Herz was willst du mehr. Wir sind total glücklich und zufrieden.
Teil 608. Mai 2026
Tag 5 – 25.03.2026 Namibrand Family Hideout – Teil 2
Etwas verwundert sind wir darüber, dass uns dieses Mal kein Scenic Drive angeboten wird. Nun ja, wir haben ja auch nicht danach gefragt. Wir hatten schon sowohl den Morning-Drive als auch den Sundowner-Drive mitgemacht.
Aber egal, wir brechen nach dem Frühstück auf und fahren den erlaubten 4x4 Trail. Die Landschaft ist einfach unglaublich schön, wenngleich es teilweise sehr bewölkt ist.
Tiere lassen sich nurwenige sehen. Eine Oryxherde und ein Geier.
Aber wegen der Tiere fährt man ja auch nicht unbedingt hierher.
Zurück auf der Campsite entspannt Jürgen in der Hängematte und ich mache es mir auf den Stühlen bequem. Zwischendurch bekommen wir wieder Besuch von einem Oryx.
Damit es nicht langweilig wird, fahren wir den Trail nachmittags bei anderem Licht noch einmal wieder.
Mit der gleichen Ausbeute an Tieren.
Zurück auf der Campsite beginnen wir mit den Vorbereitungen für das Abendessen. Ich gehe von dem Untersitz ans Auto, um etwas zu holen. Doch dann mache ich auf dem Absatz kehrt, schnappe meine Kamera und laufe Richtung Dünen. Ich rufe Jürgen noch zu holt dein Handy und komm schnell.
Es ist wieder stark bewölkt. Doch dort wo die Sonne ein Loch in der Wolkendecke findet, gibt es eine tolle Lichtsituation.
Dann hören wir in der Ferne ein Donnern und sehen Blitze. Binnen Minuten verfärbt sich der Himmel in den tollsten Farben. Wir wissen gar nicht wohin wir zuerst schauen sollen. Auf der einen Seite fast violett mit Regenbogen und auf der anderen Seite grell orange. Es ist ein Naturschauspiel sondergleichen.
Die ganze Szenerie dauert 10 Minuten.
Was war das für ein Abschied für uns.
Danach sitzen wir wieder am Feuer und genießen ganz einfach, dass wir hier sein können. Vom Regen bleiben wir heute Abend verschont.
Teil 711. Mai 2026
Tag 6 – 26.03.26 Tsauchab River Camp
Unser nächstes Ziel, Tsauchab River Camp, ist nur 130 km entfernt. Dementsprechend können wir uns Zeit bei der Abfahrt lassen.
Wir fahren also langsam Richtung Tor und ich bin überhaupt nicht im Fotografiermodus. Denn schließlich verlassen wir ja nun dieses schöne Gebiet und Oryx habe ich schon genügend gesehen und fotografiert. Doch diese Einstellung sollte sich schnell rächen. Denn gleich links neben der Pad verweilt eine Gruppe Löffelhunde. Dann überqueren sie sie vor uns und verschwinden auf der anderen Seite wieder im hohen Gras. Bis ich die Kamera und das passende Objekiv hervorgeholt habe, ist die Situation schon vorbei. Daher bleiben nur ein paar „unscharfe“ Bilder.
Trotzdem war dies, nach dem gestrigen Naturspektakel, wieder ein Tüpfelchen auf dem „i“.
Auch wenn Namibrand Family hideout durch die Fee relativ teuer ist, gefällt es uns hier immer wieder sehr gut.
Bereits gegen 11.00 Uhr erreichen wir Tsauchab River Camp. An diesem Camp scheiden sich wahrscheinlich die Geister. Für die Einen ist es fantastisch, die Anderen finden es übertrieben.
Hiermit meine ich die Metall-Kunst des Besitzers. Jürgen jedenfalls ist total davon total begeistert. Welche „Kunstwerke“ hier durch „Schrott“ entstanden sind.
Und nun kommen wir zur Planänderung: Geplant hatten wir auch hier 2 Übernachtungen und zwar auf der Campsite Oerwald.
Wir kommunizieren, dass wir nur 1 Nacht bleiben werden (natürlich ohne Geld zurückzuverlangen). Die nette Angestellte erzählt uns, dass falls der Tsauchab abgeht, wir auf der Campsite bleiben sollen. Wir würden dann abgeholt werden. Im Normalfall für uns alles kein Problem. Doch wir wollen oder müssen morgen früh um 7.00 Uhr los nach Windhoek.
Dies erzählen wir auch der netten Angestellten und sie bucht uns auf eine andere Campsite um. In einer viertel Stunde sei diese für uns bereit. Und schon saust sie auf einem Quad davon.
Wir bekommen die Campsite Korhaan und sind total begeistert. So groß und weitläufig diese Campsite ist, kann ich mir gut vorstellen, dass sie sonst für Gruppen genutzt wird.
Hier einige Bilder Natürlich hat Campsite ein Ablutionhaus mit Toilette und Dusche.
Darüber hinaus gibt es über einen kleinen schön markierten Weg
auch noch eine Outdoor-Toilette mit Ausblick und eine Outdoor-Dusche in einem Baum.
Outdoor-Dusche in einem Baum
Outdoor-Toilette mit Ausblick
Ausblick von der Outdoor Toilette.
Alles hier ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Wir fühlen uns hier sofort wohl.
Nachmittags fahren wir nochmals zurück zur Farm, um von dort eine Wanderung zu machen. Wir wandern den Quiver Tree Hike.
Der Wanderweg ist durch Pfeile markiert und an den Pflanzen stehen Holzschilder, damit wir wissen um welche Pflanzen es sich handelt.
Auf unserer Wanderung werden wir von dunklen Wolken begeleitet. Doch bleiben wir von Regen verschont.
Zurück auf der Campsite bereiten wir das Essen vor. Als es langsam dunkel wird, kommen 2 Angestellte vorbei und zünden überall Kerzen an.
Aus unserer Sicht ist die Campsite 100% empfehlenswert.
Und in der Ferne gibt es wieder einen Regenbogen.
Teil 813. Mai 2026
Tag 7 – 27.03.26 Außerplanmäßige Fahrt nach Windhoek
Wie bereits angekündigt verlassen wir Tsauchab Rivercamp um 7.00 Uhr in Richtung Windhoek. Und zwar auf dem kürzesten Weg. So sind wir auch schon um 10.00 Uhr bei Savannna. Die Reparatur dauert länger als gedacht. Und während Jürgen in der Werkstatt ist, nutze ich die Zeit, um eine neue Unterkunft für heute Nacht zu finden. Wie haben uns mittlerweile dazu entschieden über den Gamsberg-Pass zu fahren, da wie ja für Heute kein Permit für die Namib Naukluft haben. Meine erste Adresse ist Rooiklip. Hier waren wir noch nie, da es auch noch nie in unsere Routenplanung gepasst hat. Leider hat sich nach einem wirklich sehr angenehmen und freundlichen Gespräch herausgestellt, dass die von mir anvisierten Campsites ausgebucht sind. Schade ... mein nächster Anruf bei Rooisand hat mehr Glück. Sie haben eine freie Campsite und wir sind herzlich willkommen. Soweit ist dies schon mal geklärt.
Gegen 13.00 Uhr ist der Schaden behoben und wir machen uns auf den Weg. Es ist Freitag 13.00 Uhr und die Stadt ist voller Autos. Wir sind froh als wir sie hinter uns lassen können.
Doch die Aussicht verheißt nichts Gutes. Wir fahren direkt in den Regen hinein.
Vom Gamsberg-Pass sehen wir eigentlich nichts.
Wir erreichen Rooisand und werden freudig begrüßt. Zum Glück seid ihr gut angekommen. In dern letzten 2 Stunden sind hier 30mm Regen gefallen. Nach einem kleinen Plausch mit den Besitzern fahren wir zu den Campsites. Diese liegen ernüchternd sehr, sehr dicht nebeneinander und bis zu den Ablutions ist es relativ weit. Wir sind die einzigen Camper. Doch so richtig können wir uns mit dem Platz nicht anfreunden. Während wir noch etwas unschlüssig herumstehen, fährt ein Fahrzeug von Buschmann-Safaris direkt bis zu den Ablutions und der angrenzenden „Scheune“, dies ist ein großes, offenes und überdachtes Gebäude, durch.
Wir überlegen noch kurz und fahren auch dorthin. Somit sieht die Welt schon etwas besser aus. Wir gehen in die offene, überdachte „Scheune“ und sehen das Pärchen an einem Tisch sitzen. Es sind Olli und Ina von Buschmann-Safaris. Wir setzen uns zu ihnen und unterhalten uns. Anschließend bereiten wir uns in der Küche unser Abendessen. Somit geht ein doch ziemlich ereignisloser Tag sehr angenehm zu Ende.
Ach ja … es gab wieder einen schönen Regenbogen.
Und ab morgen sind wir wieder auf unserer geplanten Tour. Rooisand ist als Zwischenstopp ok. Doch für Camper ist es aus unserer Sicht nicht empfehlenswert.
Teil 915. Mai 2026
Tag 8 – 28.03.26 Groot Tinkas
Ab heute sind wir wieder auf Kurs. Unser geplantes Endziel ist die Namib Naukluft.
Es wäre aber auch zu einfach, wenn ab jetzt wieder alles nach Plan läuft. Jedem Namibia Anfänger predige ich ... überall tanken, wo es eine Gelegenheit gibt. Wir fahren seit 2009 in dieses wunderschöne Land. Bei der Tourplanung rechne ich immer nach, ob der Sprit reicht.
Doch dieses Mal, durch die „Zwangsrückkehr“ nach Windhoek habe ich dies verpasst. Natürlich haben wir noch genügend Diesel im Tank … doch nicht mehr genug für die sich anschließende Route. Und ja … wir wollten wieder schnell aus Windhoek raus und ich habe kein Augenmerk darauf gelegt.
Von Rooisand aus haben wir jetzt 2 Möglichkeiten. Möglichkeit 1: Walvisbay Möglichkeit 2: Solitaire.
Die Entfernung zu beiden Tankmöglichkeiten beträgt ca. 100 km. Dies ist kein Problem.
Letztendlich entscheiden wir uns für Solitaire, da ich keine Lust darauf habe die langweilige C 28 zu fahren. Somit haben wir zumindest erleben wir noch ein wenig den Flaire des Südens und der vielen Zäunen.
Solitaire allerdings hat für uns seinen Charm verloren. Es ist halt mittlerweile ein Touristen-Highlight.
Nach dem Auftanken und ohne den obligatorischen Apfelkuchen fahren wir über dem Gaub Pass zu unserem heutigen Ziel in der Namib Naukluft
Der Kuiseb führt noch Wasser.
Unser Ziel ist die Blutkuppe. Bis zu erreichen der Naukluft hatten wir blauen Himmel. Doch so langsam zieht es sich wieder zu. Wir sehen eine schwarze „Regenwand“ irgendwo in Richtung Mirabib. Richtung Blutkuppe haben wir Glück.
Wir umrunden die Blutkuppe … hier wären wir wieder ganz alleine … keine weiteren Camper sind da. Doch irgendwie können wir uns dieses Jahr nicht dafür begeistern. Da es ja noch früh am Tag ist, fahren wir weiter Richtung Rock Arch.
Die Campsite bei Groot Tinkas ist frei, liegt wunderschön und so beschließen wir hier zu bleiben.
Und sollte es regnen, hätten wir auch noch ein Höhle.
Doch heute bleiben wir vom Regen verschont. Wir fahren die Markise aus und genießen im Schatten Ruhe und Aussicht.
Wir testen mal unsere neue Outdoor-Dusche, die wir uns bereits in Deutschland gekauft hatten. Denn die neuen Autos von Savanna haben keine Außendusche mehr.
Abends backen wir wieder Brot, dies machen wir mit Vorliebe, wenn wir irgendwo ganz alleine stehen. Hat so ein bisschen einen autarken Abenteuercharakter.
Und dann genießen wir einfach das Gefühl „alleine auf der Welt zu sein!“
Teil 1017. Mai 2026
Tag 9 – 29.03.26 Durch die Naukluft nach Wüstenquell
Nach dem Frühstück heißt es wieder alles zusammenzupacken. Hier hat es uns wirklich richtig gut gefallen.
Bei strahlend blauem Himmel klappen wir unser Dachzelt zu und fahren Richtung Welwitschia Trail, um von dort nach Wüstenquell zu fahren.
Unterwegs zeigen sich ein paar wenig Tiere.
Überhaupt haben wir dieses Jahr mit den Tiersichtungen nur wenig Glück.
Welwitschia Trail
Überall steht Wasser und die Natur blüht.
Auch der Swakop führt noch Wasser. Hier kommen wir allerdings ohne Probleme durch.
Grundsätzlich finden wie alle Pads im Namib Naukluft Park sehr gut gepflegt und gut vor.
Irgendwann stehen wir dann vor dem Tor zum Gelände von Wüstenquell. Da wir ja dort für die nächsten 2 Tage bleiben werden, öffnen wir das Tor und fahren über eine wahre Rüttelpad bis zu Wüstenquell.
Hier werden wir sehr herzlich, sogar deutschsprachig, empfangen. Vor Jahren (jetzt habe ich wirklich mal in meinen alten Reiseberichten gestöbert ... es war 2014!! ) waren wir schon einmal auf Wüstenquell. Neu ist allerdings, dass auch Campinggäste am Pool willkommen sind.
Wie wir in weiteren Gesprächen mit den Betreibern erfahren, sind die Besitzer der Campsite (Fam. Rust) in Deutschland und sie und ihr Mann haben das Camp gemietet. Ebenso gehören mittlerweile auch Madisa und Livingstone zu Ihnen.
Wir haben Campsite Nr. 3 – die gleiche wir vor 12 Jahren!
Wir fühlen uns hier direkt wohl. Alles ist top gewartet.
Nachdem wir uns auf der Campsite etwas eingerichtet haben, fahren wir zum Haupthaus und relaxen am Pool.
Was für ein Ausblick.
Es ist hier wunderschön und !!! wir sind momentan die einzigen Gäste. Sogar die Getränke werden uns an den Pool gebracht. So etwas sind wir als Camper überhaupt nicht gewöhnt und im Normalfall möchten wir das auch nicht --- aber hier passt einfach alles.
Wie in den letzten Tagen auch, ziehen gegen 16.00 Uhr Wind und Wolken auf. Und während die Betreiber der Campsite auf Regen hoffen, hoffen wir, dass wir heute davon verschont bleiben. In der Ferne sehen wir wieder Gewitter – Blitz und Donner.
Abends sitzen wir gemütlich an unserem Feuer und hoffen, dass wir auch weiterhin vor dem Regen bleiben.
Teil 1119. Mai 2026
Tag 10 - 30.03.026 Wüstenquell Tag 2
Es ist so herrlich morgens schon von dem Gezwitscher der Vögel geweckt zu werden. Heute haben wir wieder den ganzen Tag hier Zeit.
Nach dem Frühstück schnappe ich mir erstmal meine Kamera und kraxele zwischen den Felsen herum. Das Ziel meiner Kraxel-Lust sind die Felsenagamen.
Ich erspähe sie auch schon relativ schnell, nur sind sie anscheinend nicht in Model-Laune. Vorsichtig, langsam und leise pirsche ich mich an. Doch kaum bin ich nah genug dran, kaum habe ich sie im Visier, sind sie auch schon wieder hinter dem nächsten Felsen verschwunden. Doch sooo leicht gebe ich nicht auf. Nach etlichen Fehlversuchen gelingt es mir dann doch sie zum Shooting zu überreden. Und was für ein Glück. Ich entdecke eine männliche Felsenagame (roter Kopf) und eine weibliche (gelber Kopf). Ich könnte ihnen stundenlang hinterherlaufen.
Doch eigentlich wollten wir heute Morgen noch eine Wanderung machen. Mittlerweile ist es fast 10.00 Uhr und kühler wird es gegen Mittag bestimmt nicht. Also reiße ich mich von dem Ziel meiner Begierde los und kehre zur Campsite zurück.
Doch nicht nur die kleinen Bewohner faszinieren mich, auch die Felsformationen sind einfach toll.
Die Negative
Der süße kleine Hund.
Natürlich interpretiert jeder eine andere Figur in diese Formationen.
Eine Karte mit Wanderwegen haben wir nicht (weiß auch nicht, ob eine solche existiert). Wir ziehen einfach los in Richtung Mountain-Chalets, welche wie wir ja erfahren haben, momentan nicht belegt sind.
Wir gehen querfeldein und genießen diese wundervolle Natur.
Verschiedene Euphorbien
Die Landschaft
Alles einfach traumhaft schön, sofern man viel „Nichts“ liebt. Wie schön, dass wir hier so viel Zeit haben.
Auch die beiden Mountain Chalets liegen wirklich schön, mit einem tollen Ausblick und auch einem „Tauchbecken“.
Der Blick von hier oben zu unserer Campsite.
Außer der Lodge am Hauptgebäude, den Campsites und den Mountain Chalets gibt es auch noch das Chalet „Zebra“. Von Natur aus neugierig, fahren wir auch dort hin. Unterwegs zeigt sich auch Familie Strauß wieder.
Chalet „Zebra“ liegt auch sehr abseits, ist relativ groß auf 2 Etagen und für eine größere Gruppe oder Familie geeignet. Davon haben wir leider keine Fotos gemacht.
Uns gefällt es natürlich auf unserer Campsite am Besten.
Nachmittags erfrischen wir uns wieder am Pool – immer noch die einzigen Gäste.
In der Ferne ziehen wieder dunkle Wolken auf. Und während wir hoffen, dass sie uns heute nicht erreichen, hoffen die Gastgeber natürlich auf Regen. Doch heute waren wir noch vor den Wolken. Und so konnten wir ganz entspannt kochen und mal wieder ein Brot backen.
Es waren 2 wundervolle Tage.
Teil 1222. Mai 2026
Tag 11 - 31.03.25 Omukutu-Black Rock Campsite - ein weiteres Juwel unserer Reise.
Wir verlassen Wüstenquell und fahren über Usakos, wo wir wieder unsere Vorräte auffrischen nach Omukutu.
Von der D2315 führt uns eine ca. 40 km lange Gravelpad, welche teilweise mit höschstens 20kmh zu fahren ist nach Omukutu.
Springböcke, Impalas und Giraffen heißen uns schon einmal auf unserem Weg willkommen.
Gefunden habe ich diese Location mehr oder weniger zufällig in Facebook. Nach einem netten Schreibkontakt mit Hannes, haben wir es dann festgemacht. Alles ganz einfach und unkompliziert.
Auf meine Frage bezügl. der Bezahlung meinte er, das machen wir Cash. Somit ging ich auch davon aus, dass er bei unserer Ankunft vor Ort ist.
Doch es ist Niemand hier nur ein Schild hängt in der „Küche“.
Wahnsinn!!! Welches Vertrauen er in seine Gäste hat.
Irgendwann im Laufe des Nachmittags bekomme ich ein Whats-App Nachricht von Hannes mit der Frage „ob alles in Ordnung“ ist. Was Hannes hier erschaffen hat, ist einfach ein Traum.
Offene Küche mit Theke und 6 Barhocker.
Bad und Toilette vom Feinsten. Mit Handtüchern, Fußmatten und Seife.
Außenanlage
Zusätzlich gibt es auch noch eine Open-Air Dusche und Toilette, einen schönen Grillplatz und einen Aussichtsturm
Ein Ort der wahrlich zum Innenhalten einlädt. Einfach nur die Landschaft und die Schönheit genießen. Einfach nur relaxen und wohlfühlen. Dafür muss ich nicht nach Namibia? Mag sein, dass der ein oder andere mit Namibia nur die Tierwelt verbinden. Doch wir lieben mittlerweile das entspannte Reisen und einfach nur die fantastischen Landschaften zu genießen. Vielleicht ist dies unserem Alter geschuldet, vielleicht aber auch der Tatsache, dass wir nicht mehr „getrieben“ sind, da wir schon an fast allen (vielleicht etwas übertrieben 😄 ) Orten Namibia schon waren. Nur das Hartmannstal ist noch ein schwarzer Fleck.
Teil 1324. Mai 2026
Tag 12 – 01.04.26 Immer noch Omukutu
Was ist das? - Regen
Was für ein Glück, dass die „Küche“ überdacht ist. So können wir gemütlich frühstücken.
In der Nacht gab es wieder Gewitter – allerdings weit entfernt – somit habe ich das Dachzelt nicht verlassen.
Ach so, das habe ich noch gar nicht erzählt. Ich habe keine Angst einem Elefanten oder auch Löwen mehr oder weniger gegenüber zu stehen.
Doch bei Gewitter bin ich ein Angsthase. Bei dem kleinsten Gewitter verlasse ich das Dachzelt und setze mich ins Auto. Ich habe schon so viele Leute nach dem „Faradayschen Käfig“ bei einem Dachzelt gefragt. Doch die Antwort war immer wage. Nach dem dritten Gewitter habe ich dann für mich entschieden, dass es ihn auch mit Dachzelt gibt. Falls nicht, wäre ich halt am nächsten Morgen tot und würde es ja auch nicht erfahren.
Also gerne: Falls jemand eine plausible Erklärung hat – gerne her damit. Dann hätte ich vielleicht in Zukunft weniger Angst.
Heute Nacht hat es bei uns nur getröpfelt und morgens dann geregnet.
Wie so oft ist es nur ein Schauer. Morgens leicht bewölkt, mittags blauer Himmel und ab 16.00 Uhr ziehen die Gewitterwolken auf.
Wir machen noch eine kleine Wanderung zum Dam der „Badewanne“, welche wir wegen der Wetterbedingungen nicht genutzt haben.
Den Rest des Tages haben wir einfach nur relaxt, die Aussicht genossen und ich habe noch ein paar Vögel und Dassies fotografiert.
Abends sitzen wir noch eine Weile am Feuer, bevor der nächste Regenschauer naht.
Dann verziehen wir uns in die trockene „Küche“, trinken gemütlich noch einen Wein, bzw. alkoholfreies Bier und schauen dem Regen zu.
Für das Land ein Segen. Für uns ganz ok – denn wir haben ja Zeit.
Und wieder sehen wir einen schönen Regenbogen.
Eigentlich sollte ich diese schöne Campsite gar nicht so sehr im Forum bewerben, zumal Hannes sie immer nur einen Mieter (egal ob Gruppe oder so wie wir nur zu zweit) vermietet. Und wie schnell könnte sie dann ausgebucht sein.
Für uns eine klare Empfehlung, auch wenn die Bilder auf Grund der Wetterverhältnisse nicht optimal sind. Interessenten müssten allerdings 40 km „bad Gravel“ in Kauf nehmen.
Teil 1424. Mai 2026
Tag 13 – 02.04.26 Der Weg nach Madisa
Puh … was war denn das für eine Nacht?! Ein Gewitter nach dem nächsten. Blitze, Donner, Regen … und das genau über uns.
Bei jedem Blitz bin ich innerlich zusammengezuckt. Doch irgendwann war auch diese Nacht vorbei.
Bereits um 7.00 Uhr stehen wir auf, packen unsere Sachen im Regen zusammen und sind bereits um 8.00 Uhr auf Pad. Wie nicht anders zu erwarten, steht überall Wasser.
Zum Abschied zeigen sich noch ein paar Giraffen.
Und weiter geht die Wasserfahrt.
Nach 1:40 Uhr erreichen wir die D2315. Unser nächstes Ziel ist Madisa.
Meine ursprünglich geplante Strecke endet an einem Schlammloch. Nein … hier wollen wir die Durchfahrt nicht wagen, denn im Gegensatz zu den Wasserdurchfahrten von Omukutu in Richtung D 2315, wissen wir hier nicht was unter uns ist. Also wieder zurück und ein bisschen nach Himmelrichtung fahren bis wir auf die C35 treffen. Dies bedeutet zwar einen Umweg von ca. 1 Std. aber immerhin besser, als sich im Schlammloch festzufahren (Darin haben wir nämlich Erfahrung. 🤩 )
Gegen Mittag haben wir wieder strahlend blauen Himmel.
Irgendwann erreichen wir Madisa.
Hier waren wir vor etlichen Jahren auch schon einmal.
Wir haben die CS1, diese liegt etwas abgelegen und ist schon recht schön.
Allerdings ist Madisa in meinen Augen etwas in die Jahre gekommen. Insbesondere die Ablutions.
Doch jetzt mit den neuen Pächtern wird sich dies hoffentlich ändern.
Wir heizen den Donkie an, damit wir noch vor dem nahenden Gewitter warm duschen können. Denn in der Ferne donnert es schon wieder.
Am späten Abend erreicht uns wieder ein heftiges Gewitter. Wir können gerade noch fertig essen, schnell alles verstauen und es uns dann in unserem Auto mehr oder weniger bequem machen.
Teil 1525. Mai 2026
Tag 14 – 03.04.26 Ein Tag – anders als geplant.
Geplant hatten wir, die Nacht irgendwo im Damaraland wild zu stehen. Hier und da machen wir das ganz gerne, wobei ich auch sagen muss, dass wir auch gerne auf Community Campsites fahren, um die Bevölkerung hier auch zu unterstützen.
Aber der Reihe nach: Wir fahren Richtung Twyfelfontein. In der Tat waren wir hier noch nie und irgendwann muss schließlich ja auch mal etwas Kultur sein.
Nach dem Starkregen heute Nacht sind die Pads extrem ausgewaschen. Doch es ist wunderschön hier.
Ca. 3 km hinter Madisa (auf der D2628) auf ebener Strecke schaltet das Automatikgetriebe auf Leerlauf. Unser Auto fährt nicht mehr vorwärts – rückwärts ist es kein Problem. Also mal wieder Bianca von Savanna via Satphone angerufen. Da sieht man mal wieder wie wichtig ein Satphone ist!!! Nach mehrfachem Probieren und mehrfach von Rückwärts auf Vorwärts geschaltet und dann rastet Gang D wieder ein. Wir können weiterfahren, allerdings nicht mit voller Leistung.
Ich vereinbare mit Bianca, dass wir es austesten und uns dann wieder melden.
Ein paar Km weiter ist ein einheimisches Auto gestrandet. Wir halten an und fragen, ob wir helfen können. Sichtlich erfreut meint der Fahrer, dass er Starthilfe benötige. Nun das ist ja kein Problem. Das Problem war nur, dass der Motor des Wagens Marke „Eigenbau“ war. Nun habe ich überhaupt keine Ahnung von Automotoren, doch selbst ich sehe, dass in dem Motorraum wahrscheinlich kein einziges Originalteil mehr enthalten ist. Jürgen versucht Starthilfe zu geben, während ich in dem gestrandeten Auto sitze und Gas geben soll. Während dessen versucht der Fahrer die „Einspritzpumpe“, welche nur durch einen Draht im Motorraum befestigt ist, richtig einzustellen. Nach 1 Stunde ist es geschafft und sein Wagen läuft wieder. Das heißt, in Namibia sollte man immer Zeit mitnehmen.
Als Dank für unsere Hilfe fragt er uns ob wir ihm 30Nam$ geben könnten. Na das habe ich auch noch nicht erlebt, dass man für seine Hilfe auch noch bezahlen soll. Er stehe schon die ganze Nacht, in Gewitter und Regen, hier. Mit den 30Nam$ kann er sich dann ein Frühstück kaufen. Wir haben leider nur noch 25Nam$ klein, welche wir ihm dann geben. Immerhin bedankt er sich für unsere Hilfe und Zeit und fährt los.
Das würden wir ja auch gerne tun. Doch wieder haben wir das Problem, dass wir ohne Motorleistung langsam weitertuckern. Mit diesem Auto ins Kaokofeld???
Langsam setzen wir unsere Fahrt nach Twyfelfontein fort. Der Aba Huab fließt recht stark. Gleich 2x mal müssen wir ihn queren. Zum Glück zeigen Helfer die Fahrtrinne an.
Auch hier das gleiche Problem. Während jedes kleine Auto den Fluss queren kann, reicht die Leistung des Landcruisers nicht. Wir fahren erst mal wieder rückwärts aus dem Fluss, um dann im zweiten Anlauf durchzukommen.
Trotz allem setzen wir unsere Fahrt fort und sind begeistert. Die sonst karge Landschaft ist grün und übersäht mit kleinen gelben Blumen.
In Twyfelfontein halten wir an und buchen eine Tour. Unser Guide Sam ist ein seht sympathischer junge Mann im Alter unserer Söhne. Er erklärt und viel, ja fast jede Zeichnung, und auch sonst haben wir sehr nette Gespräche.
Und einen kleinen Gecko können wir auch noch entdecken.
Die Landschaft hier ist einfach zum Träumen schön.
Trotz allem versuchen wir noch an den Aba Huab Damm zu gelangen. Denn bestimmt ist dort jetzt besonders schön. Doch diese Steigung zum Damm schafft unser Auto nicht. Also heißt es die letzten 500 m rückwärts zurückzufahren. Denn hier mitten auf der Pad die Nacht zu verbringen ist keine Option. Ich erinnere mich erstens daran wie schnell die Pad bei Regen zuläuft und ich habe auch keine Ahnung wie ich die Koordinaten unseres Standortes übermitteln soll. (Daran sollte ich vielleicht noch etwas arbeiten.)
So schaffen wir es auf den Parkplatz der nahgelegenen Twyfelfontein-Lodge. Natürlich ist die Lodge nicht damit einverstanden, dass wir auf dem Parkplatz unser Zelt aufschlagen. Verständlich.
Wiedermal rufe ich bei Savanna an und teile ihnen mit, dass wir mit diesem Fahrzeug nicht weiterfahren können. Nach einer halben Stunde kommt der Rückruf, dass wir ein neues Auto bekommen und der Fahrer in ca. ½ Stunde losfährt. Das bedeutet, dass der Fahrer und das neue Auto gegen 19.00 Uhr eintreffen würden. Im Dunkeln die Autos zu tauschen und dann wohin fahren? Also nehmen wir uns mit Rücksprache von Savanna hier ein Zimmer.
Somit wird aus unserem geplanten Wildcamping eine Lodge-Übernachtung. Was nun besser ist liegt im Auge des Betrachters.
Wir sagen an der Rezeption Bescheid, dass wir auf ein Auto von Savanna warten und entweder im Restaurant oder der Bar warten.
Mittlerweile ist es 21.00 Uhr und noch kein Auto von Savanna in Sicht. Also rufe ich dort nochmals an. Unser Ansprechpartner ist Brandon (Mechaniker bei Savanne), da Bianca im Krankenhaus ist. Brandon teilt uns mit, dass der Fahrer auf Grund der Pad-Zustände in Khorixas übernachtet und er uns das Fahrzeug morgen früh bringt. Diese Erklärung ist total nachvollziehar. (Mit Bianca wäre die Kommunikation bestimmt besser gelaufen).
Ich sage ja immer: Kommunikation ist alles. Hätte Brandon uns nicht „freiwillig“ darüber informieren können?
Aber wer jetzt denkt, dass damit all unsere Problem gelöst sind - irrt!!!
Denn das dicke Ende kommt erst morgen.
Teil 1627. Mai 2026
Tag 15 – 04.0.426 Mit Umwegen zur Khowarib Community Campsite
Unser Wecker steht auf 6.00 Uhr. Denn der Fahrer von Savanna sollte ja bei Sonnenaufgang da sein.
Wir laufen auf den Parkplatz - nichts!! 🤨 Wir beobachten die Lichter der neu ankommenden Fahrzeuge - nichts!! 🤨 Dann gehen wir frühstücken - ohne die Zufahrtspad aus den Augen zu lassen. Gegen 8.45 Uhr rufe ich Brandon an und frage, wo der Fahrer und das neue Auto bleiben. Die Antwort: Dieser wäre schon gegen 7.00 Uhr an der Lodge angekommen, doch wusste keiner wo wir sind??!! 🤩 Ist ja auch egal … es ist wie es ist … und ich will mich nicht ärgern.
Wir laden die Autos um. Das neue Auto hat nur 5.000 km auf dem Tacho und das Dachzelt ist Erstgebrauch. Im Prinzip lieben wir so etwas überhaupt nicht.
Im Vorfeld haben wir schon alles zusammengepackt und alles was in dem neuen Camper ist und wir nicht brauchen, sortieren wir schon mal sofort aus. Nachdem das so weit alles erledigt ist, sagt uns der Fahrer, dass das neue Fahrzeug keinen Kühlschrank hat und dieser aus dem „alten“ Fahrzeug ins „neue“ Fahrzeug umgebaut werden müsste. Er baut den Kühlschrank aus dem „alten“ Fahrzeug aus und stellt ihn in das „neue“ Fahrzeug.
Das Dachzelt ist anders und wir lassen uns den Aufbau kurz vorführen (dazu später mehr). Außerdem hat das Fahrzeug in der Fahrerkabine einen Getränke-Kühlschrank. So was braucht kein Mensch, denke ich bei mir.
Gegen 9.30 Uhr fahren wir Richtung Palmwag, allerdings ohne den „Umweg“ durch das Damaraland, sondern direkt über die C39 nach Palmwag.
Da der Fahrer das Auto in Khorixas vollgetankt hat, verzichten wir auf den Tankstellenstop in Palmwag.
Gegen 12.30 Uhr kommen wir in Palmwag an und überlegen, ob wir wirklich wie geplant, auf Heins Campsite übernachten wollen. Eigentlich ist es viel zu früh, um dort stehen zu bleiben. Und so entscheiden wir uns nur ein Day Visitor Permit zu kaufen und durch die Konzession zu fahren.
Die Area ist durch die Regenfälle teils schwierig zu fahren. Doch sehen wir immer wieder schöne Landschaften und wenig Tiere.
Außer einer Gruppe Zebras und ein paar Vögel nichts.
Die Zeit hat sich halt nicht wirklich gelohnt.
Unser neuer Übernachtungsplan fällt auf die Khowarib Community Campsite. Und dies ist eine goldrichtige Entscheidung. Memory und ihre Partnerin (leider habe ich den Namen vergessen) sind einfach unschlagbar. Wir sind mal wieder die einzigen Gäste und die beiden freuen sich über etwas Umsatz. Wir bekommen CS1 mit einem phantastischen Blick, Schattenplatz und saubere Ablutions. Das alles für 300Nam$ für 2 Personen.
Herz was willst du mehr --- denke ich und eile ans Auto, um uns 2 kühle Savanna Cider aus dem Kühlschrank zu holen. Doch was ist das? 🤩 Savanna Cider und auch mein Wein sind warm!!! 🤩 Der Kühlschrank ist warm !!! 🤩
Der Fahrer hat den Kühlschrank aus dem „alten“ Auto in das „neue“ gestellt, doch ohne ihn anzuschließen!!! 😮 Natürlich ärgere ich mich, jedoch auch über uns selbst, dass wir das nicht überprüft haben. 😠 Ich kann jetzt nicht sagen, ob der Fahrer dies gesehen hat und den Kühlschrank deswegen andersrum ins Auto gestellt hat oder ob er wirklich nicht für diesen Job geeignet war.
Damit aber noch nicht genug: Das „neue“ Auto hat keinen Tisch. Also wieder bei Savanna anrufen und Lösungen suchen.
Die, die uns kennen, wissen dass wir unsere Fahrzeuge immer bei Savanna buchen und immer waren wir zufrieden.
Okay … die abgefahrene Seitenklappe --- unsere Schuld … Getriebeschaden bei knapp 20.000 Km --- dafür kann Savanna auch nichts. … Kein funktionierender Kühlschrank und kein Tisch --- eindeutig Schuld von Savanna
Was wir Savanna zu Gute halten, ist der schnelle Ersatz des Fahrzeuges.
Anmerkung damit dies nicht zu kurz kommt: Wir haben uns auf der Khowarib Community Campsite sehr wohl gefühlt.
Doch noch ist dieses Thema noch nicht zu Ende. Morgen geht’s weiter.
Teil 1729. Mai 2026
Tag 16 – 05.04.26 Irgendwann auf dem Weg nach Purros.
Geschlafen haben wir in unserem neuen Dachzelt prima. Es wird längsseits geöffnet und noch ein „Fußteil“ herausgeklappt. Wir schlafen quer zum Auto. Die Einstiegsluke vom Fahrzeug ins Dachzelt kann von oben wieder verschlossen werden. Sprich wir haben Platz ohne Ende. (Wie wir später erfahren ist dies der Family-Aufbau – nur der Aufstieg zum Dachzelt könnte noch optimiert werden, was ich auch so an Savanna weitergegeben habe. Immerhin waren wir die ersten, die zumindest dieses Dachzelt, bewohnt haben.)
Der Wohlfühl- und Schlafkomfort war schon wirklich toll.
Dies um in diesem Kapitel auch einmal etwas Gutes zu schreiben.
Unser Plan ist, heute bis Purros zu fahren. Wir fahren gegen 8.00 Uhr los. Da unser Weg sowieso über Sesfontein führt, wollen wir schauen, ob wir dort Hilfe bekommen. Bis jetzt hat sich Branden (von Savanna noch nicht gemeldet.)
Heute ist Ostersonntag. Prozession in Sesfontein.
Solche Begebenheiten lenken uns immer wieder von unserm eigentlichen Problem etwas ab.
In Seisfontein schauen wir uns unsere Tankleistung an. Ja, die Tankuhr steht noch immer auf voll. Doch es ist ein Doubletank und wir wissen nicht genau, wieviel Diesel wir letztendlich noch haben. Der Fahrer des Wagens hat in Khorixas vollgetankt, in Palmwag hätte sich der Tankstopp nicht gelohnt, daher wollen wir in Seisfontein noch ein 20-30 l nachfüllen. Einfach um sicher zu sein. Reichen müsste es auch so.
Also fahren wir die Tankstelle in Seisfontein an … doch bei unserem Glück … wie könnte es anders sein … No Diesel !!
Na wunderbar … ich rechne nochmals die km nach. Müsste auf jeden Fall reichen. Doch haben wir immer gerne 20 l in Reserve. So stehen wir an der Kreuzung und überlegen, ob wir wirklich wieder nach Palmwag zurückfahren sollen oder unseren Weg fortsetzen sollen.
Die Rettung kommt in Form eines freundlichen, jungen Mannes. „Wenn das euer einziges Problem ist, da kann ich euch helfen“. Ist es zwar nicht, aber schon einmal ein Anfang.
Er steigt aufs Trittbrett und zeigt uns den Weg zur Garage.
Diesel können wir hier bekommen und tatsächlich passen auch nur 25l in Tank. Hätten diese aber zum Schluss gefehlt, wäre es mehr als blöd gewesen.
Da wir nun ja schon mal hier sind und es sich um eine Garage handelt, frage ich die Männer, ob sie uns vielleicht auch bei unserem Steckerproblem zum Kühlschrank helfen könnten.
Ich bin bei dieser „Männerarbeit“ irgendwie mehr als überflüssig. Eine junge Frau mit Kleinkind kommt auf mich zu und möchte mir einen Armreif verkaufen. Warum auch nicht? Ich habe zwar zu Hause ca. 50 Stück davon, doch in diesem Urlaub habe ich noch keinen gekauft. Schnell werden wir uns über den Preis einig. Ich nehme 2. Danach frage ich, ob ich ein Bild von ihrer Tochter machen dürfte. Ich darf.
Kaum im sorglosen Urlaubsmodus, werde ich von einem Anruf auf meinem Handy, zurück in die Realität geholt.
Es ist nun 10.00 Uhr: Brandon (Savanna) ruft an und sagt, dass „Herold“ uns helfen könne und er auch einen Tisch organisiert hätte.
Nur habe ich keine Ahnung, wie wir „Herold“ finden sollten. Brandon gab mir zwar eine Telefonnummer, doch fehlte die Wegbeschreibung
Ich rufe dort an, verstehe aber kein Wort, wohin wir kommen sollen. In Seisfontein gibt es keine Straßennamen und schon gar nicht Hausnummern. Ich gebe dem freundlichen jungen Mann, der er uns beim Tanken geholfen hat das Handy und er weiß sofort, wohin wir sollen. „Ah ja, zu Herold“.
Und wie selbstverständlich fährt er mit und erklärt uns den Weg.
Herold macht wirklich einen sehr kompetenten Eindruck.
Doch auch ihm gelingt es nicht. Er versucht 3 Stunden lang das Problem zu lösen. Dann habe ich keine Lust mehr, mittlerweile habe ich halb Seisfontein die Hand geschüttelt. Ich sage, dass wir hier jetzt abbrechen und er die Rechnung an Savanna schicken soll.
Danach schauen wir uns noch den Tisch an, den Brandon „organisiert“ hat. Dieser ist ausgeklappt 2 x 1 m und zusammengefaltet immer noch 1x1 m. Wo sollen wir diesen denn noch unterbringen? Somit verzichten wir auf den Tisch.
Im Klartext heißt das: Die nächsten 10 Tage – keinen Kühlschrank / keinen Tisch.
Die nächste Anlaufstelle, bevor wir endlich weiterkommen, ist der Supermarkt.
Wir kaufen noch ein paar Kleinigkeiten, sagen unserem freundlichen Helfer, dass er sich ein paar Bier und Fleisch nehmen könne (als Dank für seine Hilfe). Das Wichtigste, was wir kaufen sind 3 Beutel tiefgefrorenes Eis!!! Diese verteilen wir im Kühlschrank.
Mittlerweile ist es 14.30 Uhr und es wird Zeit, dass wir auf Pad kommen.
Der Weg ist teils gut, teils schwierig zu fahren. Wir erfreuen uns an der schönen Landschaft und vergessen den Ärger.
Und genau das ist der “Flair“ oder wie ich es auch nennen soll, von Namibia.
Diese Einfachheit, diese Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen. Und dann wieder einfach einmalige Landschaft und dazwischen auch wenn wenige, immer wieder Tiere.
Der Gometum führt noch Wasser und wir fahren wieder durch einige seichte Wasserdurchfahrten.
Kurz vor Purros haben wir keine Lust mehr zum Fahren und fahren gleich zur ersten ausgeschilderten Communty Campsite - Purros Canyon Campsite - 180 Nam§ pro Person. Die Campsite liegt schön und ist ok. Kein Geheimtipp -- aber auf jedenfall empfehlenswert.
Wir sind froh nach einem halbwegs verschwendeten Tag hier angekommen zu sein. Wenn auch ohne Tisch und ohne Kühlschrank.
Zu Gute halten wir Savanne, dass sie versucht haben, uns zu helfen.
Dies war auch das letzte Mal, dass wir Savanna kontaktieren mussten.
Die letzten 10 Tage verliefen dann ohne Probleme.
Teil 1829. Mai 2026
Tag 17 – 06.04.26 Auf alten Spuren nach Etambura
Wir sind früh auf und frühstücken an unserem improvisierten Tisch. Geht doch alles !!!
Auch der Inhalt des Kühlschrankes ist noch kalt. Für die weitere Fahrt, packen wir das Fleisch aus dem Kühlschrank in das Kühlfach im Fahrerhaus und stellen dieses auf -5 Grad. Der Getränkekühlschrank in der Fahrerkabine funktioniert nämlich nur während der Fahrt und wir haben heute ja noch einige Km vor uns. Somit alles für uns im „grünen Bereich“.
Heute ist Ostermontag und Purros wirkt wie ausgestorben. Wir verzichten auch auf den sonst üblichen Besuch der Manchester United Bar und fahren nur durch den fast menschenleeren Ort durch.
Der Ausgang (von unserer Fahrtrichtung ausgesehen) von Purros.
Hier sieht es trockener aus. Doch mitten in dieser kargen Landschaft sticht uns eine blühende Pflanze ins Auge.
Stopp … das schauen wir uns näher an. Es ist eine Hoodia Gordonii, welche z.B. in Südafrika unter Naturschutz steh. Ob dies in Namibia auch so ist, weiß ich nicht.
Für uns fast wie ein kleines Wunder. Mitten im Nichts, mitten in der Kargheit, wo sonst nichts wächst …. diese blühende Sukkulent.
Wir fahren durch eine wunderschöne Landschaft in Richtung Viewpoint of the Skeleton Coast. Hier waren wir schon einmal (ich habe nun alle meine Reiseberichte durchgeschaut, um festzustellen, dass es 2022 war) und doch sind wir wieder von der Landschaft einfach fasziniert. Immer wieder halten wir an. Es geht überhaupt nicht anders. Diese Landschaft ist einfach nur toll.
Dann nähern wir uns dem Viewpoint. Das letzte Stück ist extrem steil. Auch wenn es auf den Bildern nicht so aussieht. Ich habe so meine Probleme mit „blinden“ Spitzen. Irgendwie denke ich immer, dass wir dahinter sofort abstürzen.
Also lasse ich Jürgen hochfahren und ziehe es vor den Anstieg zu Fuß hochzugehen.
Die Aussicht von hier oben auf den Skeleton Nationalpark ist phänomenal.
Natürlich statten wir auch Nr. 5 wieder einen Besuch ab.
Weiter durch wunderschönes „Nichts“.
Vorbei an dem „Grizzly Felsen“
Die arme Nr. 28 liegt immer noch halbverdurstet im Sand. Dieses Mal retten wir ihn und geben ihm was zu trinken. 😉
Auch er ist seit unserem letzten Besuch kein Stück weitergekommen. Manche Leute haben aber auch eine Ausdauer 😗
Ab dem Shop Nr 1 in Orupembe verändert sich die Landschaft total.
Aus den kargen Ocker- und Brauntönen wird plötzlich und ohne Vorwarnung „GRÜN“. Wahnsinn, das haben wir hier so noch nie erlebt.
Bereits gegen 14.30 Uhr erreichen wir die ruckelige Auffahrt zu Etambura.
Und wieder sind wir die einzigen Gäste. Hier waren wir schon einmal 2015. Damals waren die Gespräche mit Marget für uns so ein kleiner Türöffner, um die Tradition der Himba und vieles mehr in Namibia zu verstehen.
Mittlerweile ist Etambura wahrlich kein Schnäppchen mehr. Trotzdem sind wir froh, dass wir hier 2 Nächte bleiben können und in meinen Augen ist es auch jeden Cent wert.
Die Lage und die Aussicht … einfach unschlagbar.
Gebucht haben wir direkt über die Conserveny Safaris. Leider hatten sie kein Kreditkartenbezahlsystem. Banküberweisung wollte ich nicht, da zu teuer, und so haben wir vereinbart, dass wir den Betrag bei Ankunft cash zahlen. War alles kein Problem und lief super. Es ist wunderschön hier. Ein Ort, um die Seele baumeln zu lassen und nur zu genießen.
Wir dürfen auch den Kühlschrank und den Freezer benutzen. Somit haben wir keinerlei Probleme ohne Kühlschrank zu reisen. Mittlerweile bietet Etambura auch auch Mahlzeiten an. Allerdings bleiben wir beim Selfcatering, denn alles was wir jetzt verbrauchen, müssen wir später nicht wegwerfen. Etambura verfügt neben den Bungalows über eine Gemeinschaftsküche, die wir, da wir die einzigen Gäste sind, alleine benutzen können.
Den angebotenen Wäscheservice nutzen wir allerdings.
Heute Abend haben wir auch wieder einen Tisch zum Essen. Schön gedeckt und in toller Atmosphäre.
Alle Mitarbeiter, die dazukommen, stellen sich vor. Abends ist das Feuer schon für uns entfacht und wir können hier wieder unser Brot backen.
Hier haben wir noch nette Gespräche und wir vereinbaren, dass wir morgen früh mit Henry eine Wanderung machen. (Beim Nachlesen des alten Berichtes, stellte ich fest, dass wir vor 4 Jahren auch mit Henry unterwegs waren):
Einfach herrlich hier in dieser Ruhe den Abend zu genießen.
Teil 1930. Mai 2026
Tag 18 – 07.04.26 Immer noch Etambura
7:00 Uhr: Von unserem Balkon aus fotografiert. Welch ein tolles Farbenspiel
7.30 Uhr: Das Farbenspiel wechselt in Orange-Töne, leichter Nebel über dem Land. Nichts ist wirklich scharf abzulichten, doch genau das spiegelt unser Empfinden wieder. Wir sind hier zeitlos im Paradie.
8:00 Uhr: Der Zauber der Magie ist vorbei. Und alles ist wieder klar und schön. Ein anderer Bungalow der Anlage von unserem Balkon aus fotografiert. Für mich ein sagenhaft schöner Ort.
Nach einem ausgiebigen Frühstück mit toller Aussicht, starten wir gegen 9:00 Uhr mit Henry zu einer 2-stündigen Wanderung.
Es geht wahrlich über Stock und Stein auf den höchsten Berg in der Nähe von Etambura.
Henry erklärt uns die Pflanzen und Bäume und für welchen Zweck sie eingesetzt wurden. Ich bin erstaunt darüber wie viele giftige und tödlich giftige Pflanzen es hier gibt.
Der Aufstieg hat sich gelohnt. Welch ein schöner Blick auf die Ebene.
Und weiter geht’s bergauf.
Geschafft ... wir sind oben. Etambura ist schon zu sehen. Von nun an geht’s bergab.
Den Rest des Tages machen wir einfach „nichts“!!! 😄 Denn schließlich sind wir hier in Urlaub. Nachmittags liegt der Balkon unseres Bungalows angenehm im Schatten und zusätzlich weht ein leichter Wind.
Während der Wanderung hatte ich Henry gefragt, ob er sich informieren könnte, welche Strecke wir nach Opuwo am besten fahren sollten.
Abends am Feuer gesellt sich Henry zu uns und sagt, dass er sich informiert hat. Wir sollten die Route über Kaoko Otavi nehmen. Vielen Dank dafür. Die Hinweise der Locals sind immer gold wert.
Und so enden zwei wundervolle Tage am Feuer in Etambura.
Teil 2031. Mai 2026
Tag 19 - 08.04.26 Quer durchs Kaokoveld
Die Nacht hat es wieder geregnet und ich mache mir doch Sorgen, ob wir durchkommen oder 1 Nacht an dem fließenden Hoarusib verbringen müssen. Wir haben hier oben schon mal eine ungeplante Nacht verbracht.
Würde alles funktionieren. Dann wäre es halt eine Nacht weniger in der Etosha. Daher fahren wir zwar etwas angespannt, doch nicht ängstlich los.
Zuvor haben wir natürlich wieder unser Fleisch und das mittlerweile wieder gefrorene Eis in unser Auto gepackt.
Es waren 2 wundervolle, herrlich entspannte Tage auf Etambura. Immer wieder gerne.
Erst geht es ein Stück auf der der D3703 zurück, um dann auf die D3707 Richtung Sanitatas abzubiegen.
Hier gibt es schon den ein oder anderen sehr ausgewaschenen und etwas anspruchsvollen Anstieg. Doch wir haben jetzt ja wieder einen Landcruiser, der dies mit Leichtigkeit schafft und natürlich habe ich einen Fahrer, der so etwas kann. Nur eine kurze Anmerkung. Wer in solchem Gelände unterwegs ist, sollte wissen was er tut. Und ein Satphone ist in meinen Augen Pflicht. Kann sein, dass in den nächsten 2-3 Tagen niemand vorbeikommt.
Es ist immer noch alles unsagbar grün … und dann die gelben Blümchen. Wir können uns gar nicht satt sehen.
Und immer wieder große Herden von Springböcken und Zebras
Wir sehen die ersten Anzeichen von Siedlungen.
Kurz darauf bin ich sehr erstaunt diese Gebäude zu sehen. Es dürfte Okandjombo sein und dies das Schulgebäude.
Und einen dazugehörigen Shop gibt es auch.
In der Nähe ist auch ein Dorf.
Klar wird hier ein Auto, falls am Tag überhaupt eines diese Strecke fährt, schon frühzeitig entdeckt.
Ein paar Kinder eilen barfuß über diese Steine zur Pad und winken freundlich. Es ist kein betteln, sie winken eben nur.
Wir halten an und steigen aus. Auf dieser Tour sind wir hierauf nicht wirklich vorbereitet. Keine Äpfel oder sonstiges Obst mehr im Wagen. So verteilen wir ein paar Kekse (obwohl ich das überhaupt nicht gutheiße, auch schon wegen der Mundhygiene...) Ok … jeder bekommt nur einen.
Auch unser letztes halbes Brot wechselt den Besitzer.
Mittlerweile ist bestimmt die komplette Siedlung (außer den Männern) an der Pad angelangt. Eine „ältere“ Himbafrau kommt noch angerannt, eingehüllt in eine Decke und macht uns klar, dass sie Husten hat und wir ihr etwas geben könnten.
Grundsätzlich gebe ich keine Medikamente raus. Doch wir haben noch einen Rest einer Eukalyptus-Salbe (da Jürgen meint, der Geruch würde die Mosquitos fernhalten). In der Dose ist nur noch ein kleiner Rest. Ich erkläre ihr, wie sie es anwenden soll. Doch die Erklärung war überflüssig. Sofort rieb sie sich damit Brust und Nase ein und lächelte dankbar.
Somit sind alle versorgt. Im Vorfeld habe ich gefragt, ob ich Bilder machen darf, und diese dann wie immer allen gezeigt.
Ein letztes Foto zum Abschied und wir fahren weiter.
Ich bin von diesem Volk immer total fasziniert.
Im weiteren Verlauf der Reise queren wir 2x mal den Hoarusib auf voller Breite. Es steht in der Mitte zwar noch Wasser, jedoch nicht tief und nicht fließend, von daher kein Problem.
Witzig fand ich, dass bei beiden Querungen, auf jeder Seite des Flusses der Hinweis „Hot Shower- Himbadorf-Campsite“ zu finden ist. Vielleicht eine neue Geschäftsidee?
Denn wenn Urlauber hier schon stranden bei fließendem Hoarusib, dann sollten sie nicht einfach irgendwo stehen, sondern die Campsite benutzen. Ich bin mir nicht sicher, ob das neu ist oder ich es früher einfach übersehen habe?! Finde ich gut und total legitim – ist ja ihr Land.
Gegen 13.45 Uhr kommen wir dann in Opuwo an. Wie immer gehen wir erst mal in das Kaokoland Restaurant. Trinken ein Bier und essen etwas. An den Ständen vor dem Restaurant sitzen noch die gleichen Verkäuferinnen. Wir plauschen etwas, gehen noch kurz einkaufen. Unteranderem kaltes frisches Eis für unseren Kühlschrank.. Dann fahren wir zu unserer Campsite, welche etwas außerhalb liegt.
Kaoko Mopane Campsite – hier waren wir schon öfters. Die Stellplätze sind groß, eigene Toilette und Dusche.
Alles ist sehr gepflegt.
Und damit ist der etwas "abenteuerliche" Teil der Reise vorbei. Ab morgen sind wir dann in der Etosha.