Im August 2025 sind wir zum vierten Mal durch Namibia gefahren. Wir, das sind zwei Eltern, die die 60 fast erreicht haben und zwei Töchter von 24 und 26, die erfreulicherweise immer noch mit ihren Ahnen gemeinsam Urlaub machen - zumindest, wenn es nach Namibia geht.
Hier ein Reisebericht 'pur', d.h. ohne größere Erzählungen zu Planung, Routenfindung, Flugbuchung etc. In den anderern Reiseberichten (siehe Signatur) haben wir da deutlich mehr zu geschrieben. Das meiste wiederholt sich allerdings von Urlaub zu Urlaub. Hier die 2025er Route:
Am 06. August 2025 ging es los. Wir hatten uns letztlich wieder für die Direktflüge von Frankfurt nach Windhoek mit Discover Airlines entschieden. Es sind Nachtflüge und ohne Zwischenlandung und Umsteigen geht kein wertvoller Urlaubstag verloren.
Los geht es in Frankfurt abends um 21.55 Uhr Der Plan sagt, dass wir morgens um 8:20 Uhr in Windhoek landen. Da es keine Zeitverschiebung gibt, heißt die Aufgabe, möglichst viel zu schlafen, damit wir den ersten Tag in Namibia möglichst sinnvoll und komplett nutzen können.
Der Airbus 320 war tiptop neu inkl. sehr umfangreichem Entertainmentsystem. Die tatsächliche Landung war dann schon um 8:05 Uhr - wir hatten wohl Rückenwind.
Es war heute Nacht um die 0 Grad, nach Sonnenaufgang am Flughafen dann angeblich 5, kam ujns aber kälter vor. Bei völlig wolkenlosem Himmel kühlt es sich hier nachts sehr stark ab. Ab heute wird es aber laut Wetterbericht dann mit den Temperaturen bergaufgehen.
Die eingesparte Flugzeit haben wir beim Immigration Office wieder verloren. 1,5 Stunden haben wir in der eigentlich nicht allzu langen Schlange von "Visa On Arrival" gewartet. Die Urlauber mit dem vorher online beantragten Visum hatten eine etwa drei bis vier Mal so lange Schlange. Die Wartezeit will ich mir nicht vorstellen.
Nach Bargeldwechseln und dem Kauf von zwei namibischen SIM-Karten für zwei von unseren Handys hatten sich genug Gäste für den Shuttle zur Station unserer Mietwagenfirma (ASCO Budget) in Windhoek zusammengefunden. Ein kleiner Bus mit Gepäckanhänger brachte uns in die Stadt.
Teil 227. Apr. 2026
Tag 2 (08.08.) Teufelskrallen Tented Lodge Zur 'Entschleunigung' und zum richtigen An kommen in Afrika haben wir die Teufelskrallen-Lodge in diesem Jahr für zwei Nächte gebucht. So bleibt dieser komplette Tag für die direkte Umgebung.
Die Nacht war erwartet eisekalt. Die Planen der Zelthäuser sind winddicht, aber natürlich kaum isolierend. Die Kombi aus dicker Zusatzdecke plus Wärmflasche hat aber ausgereicht. Nach einem super Frühstück - jeweils mit "Wunschei" (Spiegel, Rührei, Omelett etc.) im Haupzhaus haben wir uns dann erst mal im Garten aufgewärmt. Kaum ist die Sonne aufgegangen, schießt die Temperatur hoch.
Wir haben dann noch im örtlichen SuperSave die Getränkevorräte weiter aufgestockt und sind eine kleine Runde in die Kalahari-Dünen gefahren, bevor wir es wieder auf unseren Terassen bequem genacht haben. Dann Duschen, Reisetaschen für die nächsten zwei Tage aus den Koffern selektieren und die Kühlbox, die Verpflegungskiste und den Kühlschrank für morgen bestücken. Danach Sonnen auf der Terasse.
Am Nachmittag haben wir uns für einen Sundowner Drive angemeldet. Die Teufelskrallen Lodge arbeitet mit der benachbarten Kalahari Red Dunes Lodge zusammen, auf deren Gelände eine 2,5-stündige Fahrt im offenen Safari-Fahrzeug stattfinden wird. Wir haben das Gleiche vor vier Jahren schon einmal versucht und sind von einem kapitalen Sandsturm ausgebremst worden. Diesmal ist das Wetter uns gewogen. Wir fahren um 4 zur Red Dunes Lodge und werden schon erwartet. Es geht direkt auf die Gamedrive-Autos und los!
Das Gelände ist 40 Hektar groß und beherbergt eine große Zahl an Tieren, die sich gut halten, da keine Raubtiere in dem eingezäunten Gelände vorhanden. Zu sehen gab es Springböck, Oryx, Kudu, Zebra, Giraffe, zwei Sorten Gnu und diverse Vögel. Zum Abschluss der klassische Sundowner, eine Pause auf einer Aussichtsdüne mit Getränken, Snacks und spektakulärem Sonnenuntergang. Ein gelungenes Gesamtpaket.
Zum Abendessen zurück in der Teufelskarallen-Lodge mit sehr gutem Lamm.
Teil 327. Apr. 2026
3. Tag (09.08.) KTP - Twee Rivieren (Main Camp) Heute liegt einer der etwas längeren Fahrtage vor uns. Es geht nun quer durch den namibischen Teil der Kalahari bis an die südafrikanische Grenze in den Kgalagadi Transfrontier Park (KTP). Es war wieder recht schwierig, im KTP insgesamt sechs hintereinander liegende Reservierungen zu ergattern. Aber man bucht erst mal irgendwas und durch weiteres Beobachten und Tauschen entspricht das Ergebnis dann nach weitgehend unseren Vorstellungen.
Aufbruch war schon um 07:30 Uhr. Von den insgesamt fast 500 Kilometer geht es erst noch einmal etwa eine Stunde asphaltiert auf der B1 und der Abzweigung bis Stampriet entlang, bevor wir uns endgültig für die nächsten zehn Tage vom Asphalt verabschieden. Der Luftdruck wird auf Gravel (Schotter) von 2,4 auf 1,8 bar gesenkt. Das verhinderte die gefürchteten Wellblechpiste, auf denen man manchmal übel durchgeschüttelt wird, und gibt auch ein 'weicheres' Fahrgefühl für die Insassen. Nach ca. 3,5 Stunden auf weitgehend Auto-leeren Pisten erreichen wir den Grenzübergang Mata-Mata. Mit ein bisschen freundlichem Smalltalk geht die Ausreise aus Namibia, also das Zettel ausfüllen, Listen ausfüllen, Passnummern und Autokennzeichen vergleichen etc. zügig voran. Wir sind die einzigen 'Kunden'. Dann fahren wir 50 m durch das Grenztörchen zum nächsten Office und alles geht noch einmal beim südafrikanischen Kollegen von vorn los, diesmal für die Einreise. Hinzu kommt die Bezahlung der Nationalparkgebühr, die Bestätigung der ersten Reservierung und als Krönung dann der Zoll-Police-Officer, der sich für unsere Vorräte interessiert. Es gab schon im Namibia-Forum Gerüchte, dass die Herren gern Lebensmittel konfiszieren (um sie dann abends der Familie mit nach Hause zu bringen). Das Ganze ist eine neue (?) Regel, die wir nirgends schriftlich bestätigt gefunden hatten. Wir haben 2/3 unserer relativ großen Grillfleisch-Vorräte schon 10 km vor der Grenze aus dem Kühlschrank genommen und unten in einen der Koffer verfrachtet. Das war eine gute Aktion, denn der Officer runzelte erst kräftig die Stirn und hat dann „großzügig, einmalig, weil wir das ja in den nächsten Tagen selbst aufessen“ nichts abgenommen. Hätte der die ganzen Fleischpakete gesehen, hätte das sicher nicht geklappt.
Es sind noch gut 100 Kilometer bis zum Camp Twee Rivieren, die wir aber schon als Game-Drive (Safari-Fahrt) nutzen. Die Landschaft ist mit dichtem gelben Gras bewachsen, ein viel hübscherer Anblick als die Sandwüste-Ansicht in 2019. Die starke Regenzeit hat auch hier alles aufblühen lassen. Die Fahrt hat nicht enttäuscht – auf fast jedem Kilometer kleinere oder größerer Tiergruppen bevölkern das Tal, darunter die 'normalen Verdächtigen' wie Springbock, Gnu, Oryx, Strauß, Trappe, Sekretär, Giraffe und eine Erdmännchen Familie.
Das wäre ja schon richtig gut gewesen. Aber der Tag war nicht richtig gut, er war gänsehaut-sensationell. Ich hoffe, die Bilder sprechen für sich: zwei Leoparde, drei Löwen und ein Gepard liefen uns in den ERSTEN DREI STUNDEN im Park vor die Linse. Eigentlich können wir jetzt schon wieder heimfliegen!! Das sind mehr Raubkatzen als sonst in ein oder zwei Wochen.
Teil 427. Apr. 2026
4. Tag (10.08.) KTP Kalahari Tented Camp (WIlderness Camp) Die heute anstehenden Strecke zum Kalahari Tented Camp ist überschaubar. Wir können uns Zeit lassen. Wir wollen erst ein Stück im Nossob-Tal nach Norden, dann die Querstrasse zurück zum Auob-Tal und dort bis zum Camp entlang und dabei die verschiedenen Wasserlöcher im Tal der Reihe nach 'abklappern' und hoffentlich die eine oder andere Sichtung erleben. Das Tal präsentierte sich leider im harten morgentlichen Gegenlicht – nicht gut für schöne Bilder.
Die Querstraße – auch untere Dünenstrasse genannt, legte sich dann aber für uns ins Zeug. Vier mal trafen wir ein Tier, dass sich jeweils mitten auf der Straße als Roadblock betätigte. Und es war schon wieder ein Leopard dabei! Also der Reihe nach : (1) Leopard – auf der Straße, entlang der Straße, über die Straße und dann langsam weg ein Wahnsinn, wie kraftvoll, selbstbewusst und eindrucksvoll diese Tire sind, wir hatten die SIchtung fas 10 Minuten nur für uns
(2) Steinböckchen (relativ selten) - mitten auf der Straße, dann über uns erschrocken und weg
(3) Honeybadger (für uns superselten) – auf der Straße vor uns entlang und dann weg, die SIchtung dauerte vielleicht 10 Sekunden und hat genau ein Scheißfoto von hinten ergeben. Gefreut haben wir uns trotzdem riesig.
(4) Strauß – direkt hinter einer Kuppe, mitten auf der Straße, badet im Staub, Vollbremsung nötig, Foto erst nach dem Aufstehen des Vogels
Der Tag hatten dann noch zu bieten - kleine Strauße (mit Eltern) - vier (!) Löwen auf der anderen Talseite, gut zu beobachten, schlecht zu fotografieren - eine große Erdmännchenfamilie - Babygiraffen - zwei Eulen im Baum - zwei seltene Löffelhunde direkt an der Straße und und und
Das Einchecken beim 'Camp-Master' für die 12 Zelthäuser im Kalahari Tented Camp verlief problemlos. Wir bekamen zwei nebeneinander. Beim Grillen tauchten erst Schakale vor der Terrasse auf, später haben wir noch entfernt einen (oder zwei?) Löwen mehrfach laut rufen gehört. Nachts war er dann nicht mehr entfernt, sondern super laut und nah zu hören!! Wir haben morgens vom Guard gehört, der Löwe ist entsprechend der Spuren nachts zwischen Haus 10 und 11 hindurch - wir waren in 3 und 4. Es waren also noch ca. 100 Meter Sicherheitsabstand und eine Handvoll anderer Löwenfutter-Menschen zwischen uns.
Teil 527. Apr. 2026
5. Tag (11.08.) KTP Kalahari Tented Camp (WIlderness Camp) Der heutige Tag war eher ruhig geplant. Nicht zu früh morgens los ins Tal, 2 bis 3 Stunden nach Süden und danach wieder zurück.Viele Tiere, schöne Landschaft, nichts Spektakuläres, aber ein rundum schöner Tag. Und wenn man sehr langsam fährt und immer stehen bleibt und in die Bäume schaut, gibt es auch dort viel zu sehen:
Abends dann allerdings noch einmal eine Gruppe Löffelhunde am beleuchteten Wasserloch. Mit Fernglas oder Spektiv gut zu erkennen, unmöglich zu fotografieren.
Teil 627. Apr. 2026
6. Tag (12.08.) KTP Nossob (Main Camp) Heute geht es aus dem Auob River- ins Nossob River-Tal. Das gleichnamige Main Camp liegt etwa 160 km nördlich. Wir fahren erst im Auob-Tal nach Süden, dann quer über die große Dünenstrasse zum Nossob hinüber und dort wieder nach Norden. Diese Übernachtung war die letzte, die wir beim Buchen-Umbuchen-Umbuchen bekommen haben. Das Camp haben wir in guter Erinnerung aus 2019. Diesmal haben wir nur einen Tag in Nosob selbst, dann aber an den beiden folgenden Tage noch je eine Übernachtung in den Wilderness Camps Gharagab und Bitterpan ergattert. Nossob ist als nördlichstes Main Camp das Zentrum im nördlichen Teil des Parks. Hier werden auch die Anmeldungen für die beiden genannten Camps verwaltet, die wir dann jeweils über einen One-Way 4x4-Trails anfahren. Den heutigen Tag fahren wir also hauptsächlich etwas größere Pads - so nennt man die Schotter- und Sandpisten auf Afrikaans. Der Tag begann am ersten Wasserloch mit einem trinkenden Löwenmännchen.
Eine halbe Stunde später dann noch ein Leopard. Er lief so nah neben dem Auto, dass ich fast Bedenken hatte, das Fenster auf zu lassen. Wir haben jetzt in drei Tagen mehr Leoparden gesehen als in den vier Urlauben vorher zusammen!
Danach ein eher Ereignis-arme Fahrt nach Nossob (sind wir schon verwöhnt?). Landschaft, Wetter und Erlebnis bleiben weiter traumhaft.
Abends wieder neue Sorten Wildfleisch auf dem Grill. Eigentlich schmeckt das alles, egal ob Filet vom Oryx, Kudu, Eland, Zebra oder Gnu. Im Camp gibt es übrigens mehrere verschiedene Eulen, besser zu hören als zu sehen, oben in den großen Bäumen.
Teil 727. Apr. 2026
7. Tag (13.08.) KTP Gharagab (Wilderness Camp) Eigentlich nur 155 Kilometer, davon aber das Schluss-Stück auf einer einspurigen 4x4-Strecke stehen heute auf dem Programm. Los geht es um kurz nach acht Richtung Norden und nach dem die beiden ersten hochgelobten Wasserlöcher nur Leere für uns bereit hielten, folgte die nächste Sensation. Zwei quer auf der Straße geparkte Autos, von denen wir die bestmögliche Info bekommen: Leopard drei Meter links neben der Straße!! Wir stellen uns also hinter die beiden und sehen ab und an mal einen Leoparden Kopf über ein Gebüsch ragen. Aber unser Glück verlässt uns nicht (inzwischen mindestens 6 Autos), der Leopard steht auf, läuft auf uns zu und einen Meter neben unserem Auto entlang und genau hinter uns über die Straße. Geniale Sichtung, geniale Bilder, wir sind um elf Uhr vom erlebnis fast schin wieder fertig für den Tag!
Weiter geht es dann das Nossob-Tal nach Norden bis zum Endpunkt Unions End, der seinen Namen aus der Zeit der "Union von Südafrika" hat. Es ist der nördlichste Endpunkt Südafrikas und ein Dreiländereck Namibia-Botswana-Südafrika. Während nach Namibia die Strasse durch eine Zaun verschlossen ist, wird der Weg nach Botswana nur durch ein Schild verboten. An der ganzen Strecke immer wieder Herden bzw. Gruppen von Gnus, Oryx, Springbock, Kuhantilopen und Straußen etc,
Vom Unions End fahren wir ein paar Kilometer wieder zurück nach Süden, um dann in die ca. 30 km lange Zufahrt zum Gharagab Wilderness Camp einzubiegen. Die Zufahrt ist eine Einfahrtstrasse durch die von langen Dünen durchzogene, sonst aber meist flache Kalahariandschaft. Mit vielen Tiersichtungen rechnen wir am Weg nicht, die Landschaft ist dafür zu trocken und nachdem wir aus dem Tal des Trockenflusses Nossob heraus sind, ist die nächstliegende Wasserquelle erst das künstliche Wasserloch an unserem Camp. Trotzdem eine wunderschöne Strecke auf rotem Sand zwischen gelb leuchtenden Gras unter blauem Himmel.
Das Gharagab Wilderness Camp ist eins der kleinsten, es verfügt nur über vier 2-Personen-Zelthäuschen jeweils auf einer Holzplattform und eins für den Campmanager. Wir stellen also die Hälfte der maximal acht Gäste. Einsamkeit pur! Die Anfahrt ist etwas abenteuerlich, landschaftlich toll und fahrerisch viel weniger herausfordernd als gedacht. Das hätte man wahrscheinlich sogar ohne Allrad hinbekommen. Der große Toyota mit den großen Geländereifen bringt und problemlos und sicher zum Ziel.
Im Camp angekommen, werden wir kurz von Eric, dem hiesigen "Tourism Assistant", begrüßt und auf die Zelthäuser 3 und 4 verwiesen. Jedes Häuschen verfügt über ein eigenes Bad mit Dusche, eine kleine Küchenzeile und eine Holzterasse mit Grill und einem tollen Blick auf das Wasserloch und die Umgebung. Wir haben ausreichend Trinkwasser und Kohle fürs Grillfeuer bei uns. Strom gibt es nur durch ein paar Solarlampen, die Handys müssen wir im Auto aufladen. Der Nachmittag wurde mit Lesen und Faulenzen auf der Terrasse verbracht, abends wieder gegrillt (Boerewors und Gnu), das Wasserloch beobachtet und den Sonnenuntergang fotografiert.
Teil 827. Apr. 2026
8. Tag (14.08.) KTP Bitterpan (Wilderness Camp) Nachdem wir gestern eifrig das Sandfahren auf ein er schmalen One-Way-Piste geübt haben, können wir heute gleich noch einmal unter Beweis stellen, was wir gelernt haben. Es geht erst fast 40 Kilometer zurück zum Nossob-Haupttal, dort entlang wieder zum Nossob Main Camp. Die Schritte danach: Spätes Frühstück in der 'day Visitor Area', dann Zurückmelden aus Gharagab und Anmelden für die Nacht im nächsten Wilderness Camp namens Bitterpan. Der Weg nach Bitterpan ist wieder eine One-Way-Dünenpiste, diesmal ca 55 Kilometer lang und noch einmal etwas anspruchsvoller als der gestrige nach Ghararab. Einzelnen Dünen sind deutlich höher und der Sand auf der Bergauf-Seite deutlich tiefer. Um aus dem Gelände des Nossob-Camps auf die Zufahrtspiste zu kommen, muss jemand aus dem Camp das entsprechende Tor aufschließen. Dabei wird kontrolliert, ob wir auch die Luft in den Reifen auf die empfohlenen 1,5 bar abgesenkt haben.
Bei einer Reisegeschwindigkeit von höchstens 30 km/h, oft weniger, sind wir mehr fast 3 Stunden bis zum Camp unterwegs. Vor uns fährt ein weitere Toyota Hilux mit einem japanischen Päarchen, das sich gleichzeitig mit uns angemeldet hat. Eigentlich wollten wir ja nicht hinter einem anderen Auto herfahren. Wir trödeln extra, um die Lücke größer werden zu lassen. An einer etwas fiesen Steigung laufen wir dann aber wieder auf die Japaner auf. Wir überlegn aufzuzlaufen und zu helfen, beobachten dann aber , wie sie in vier Versuchen mit dem Allradantrieb rumprobieren, bis sie es über den Buckel geschafft haben. Nach dem Vorbild - Mut, Geschwindigkeit und Allradpower - hüpfen wir dann durch die Rillen im ersten Versuch drüber. Geht doch! Das war dann letztlich die einzige wirklich schwierige Stelle.
Am Camp angekommen, sind wir dann also schon 6 der maximal 8 Gäste. Denn genau wie gestern gibt es wieder nur vier 2-Personen-Hütten mit eigenem Bad. Diesmal sind allerdings alle vier Cabins mit Holzplattformen und Stegen mit einander verbunden. Zusätzlich zu der kleinen Grillstelle an jeder Veranda gibt genau in der Mitte einen Gemeinschaftsbereich mit Feuerstelle für alle und einer Gemeinschaftsküche mit zwei Gasherden.
Etwas nach uns kam dann noch ein südafrikanisches Pärchen an, die acht sind vollständig. Leider hat sich kein gemeinsames Sitzen am abendlichen Feuer ergeben. Die Japanerin kann leidlich englisch, er kein einziges Wort. Sie bereiten sich in der Küche diverse Gerichte aus Dosen und Schachteln zu, Barbeque kennen und mögen sie nicht so. Die beiden Südafrikaner grillen für sich und erzählen, ihre Buchung sei "messed up" = durcheinander geraten. Sie sind eigentlich zu dritt mit der Tochter unterwegs, haben aber nur eine Reservierung für zwei. Lösung: Heute bleibt die Tochter in Nossob in einem Bungalow allein und die Eltern genießen das Wildernesscamp bei uns, morgen tauschen Tochter und Mutter, er fährt also seine Frau 80 km nach Nossob und holt dafür die Tochter her.
Auch in Bitterpan sind alle Veranden zum nur 20 m entfernten Wasserloch ausgerichtet. Aber der Host namens Willem berichtet, es sei hier in den letzten Tagen sehr ruhig gewesen. Aber auch ohne Tiere ist die Landschaft atemberaubend. Die Sonne geht hinter einem größeren Wolkenband unter - Wolken in Südafrika haben wir zum allerersten Mal! Weit im Hintergrund Richtung Botswana sieht man dann sogar immer wieder orangefarbene Blitze. Bei uns bleibt es bei einem kräftigen Wind, der sich dann wieder legt und im Dunklen dann sogar noch die Wolken wieder auflöst, so dass wir wieder mit dem Milchstrassen-Fotografieren herumprobieren. Dann plötzlich aus dem Augenwinkel helle Reflektionen im Dunklen über dem beleuchteten Wasserloch. Es sind insgesamt drei oder vier große Eulen, die es in Dutzenden Anflügen auf die von der Lampe angelockten Insekten (große Motten?) abgesehen haben. Ein tolles Schauspiel, dass man leider mal wieder nicht filmen oder fotografieren kann.
Teil 902. Juni 2026
9. Tag (15.08.) Kalahari Game Lodge Das war dann leider schon die sechste und letzte Nacht im KTP. Etwas wehmütig packen wir zusammen und machen uns wieder auf den Weg. Am schnellsten geht es zuerst ca. 30 Kilometer Sandpiste bis zur Großen Dünenstrasse zwischen Auob- und Nossob-Tal und dann Richtung Mata-Mata zum Parkausgang. Wir hatten aus dem Netz die Info, dass hier einige fiese Dünenüberquerungen auf dem Weg liegen und waren dann sehr überrascht, dass alles fast steigungslos zu fahren war. Da hatten wir wohl Videos von der anderen Exit-Road gesehen. Uns soll's recht sein, Wir sind jedenfalls nach gut 30 Minuten wieder in der Zivilisation, Auf dieser Piste kommen nicht nur drei Autos am Tag, sondern vielleicht drei in der Stunde entlang. Wir rechnen mit einer eher langweiligen Fahrt zurück ins Auob-Tal bis plötzlich der Warnruf von hinten von Elisabeth kommt. "Stop, links, Löwe!". Und tatsächlich steht dort ein prächtiges Männchen ca. 30 Meter entfernt auf der Düne und schaut uns entgegen. Anscheinend ist ihm dann aber das Auto doch nicht ganz geheuer und er läuft, verfolgt von unseren Fotoapparaten, gemächlich die Düne entlang und schließlich dahinter. Was für ein Dusel! Noch ein Löwe als Abschiedsgeschenk vom KTP und wieder das Gefühl 'das war unser', weil wir als Einzige diese Sichtung hatten.
Auf der weiteren Ausfahrt haben wir ein bisschen herumgetrödelt, da wir nicht zu früh an der nächsten Unterkunft eintreffen wollten. Die Südafrika-Ausreise-Namibia-Einreise-Formalitäten kenne wir ja nun schon. Immer noch unverständlich kompliziert aber alles kein Problem. Wir sind also in Namibia zurück. Das heutige Ziel außerhalb der Parkgrenze ist die Kalahari Game Lodge, die nur 19 Kilometer hinter dem Grenzübergang liegt. Nach einer Vietelstunde Fahrt und vier leider etwas entfernte Löffelhunde auf einer Wiese später kommen wir durch das Eingangstor der Kalahari Game Lodge.
Die Lodge ist recht luxuriös und damit ein deutliches Kontrastprogram nach sechs Tagen Selbstversorger-Camps. Sie hat acht tolle Chalets jeweils mit Blick übers Auob-Tal und ein kleines Wasserloch vor dem Haupthaus. Sie verfügt über ein insgesamt 40.000 Hektar großes Gelände und grenzt direkt an den KTP an, ist aber komplett autonom eingezäunt. Wir wollen ein bisschen die Füße hochlegen, hoffen auf eingermaßen WLAN-Empfang und planen für morgen einen Gamedrive übers Gelände zu buchen. Jetzt setzen wir uns erst einmal auf die Terrassen unserer beiden nebeneinanderliegenden Häuschen und lassen das Africa TV an uns vorbeiziehen - Gnus, Springböcke, Oryxe, Strauße - alle wandern gemächlich durchs Tal zum Wasserloch und wieder zurück. So entspannt geht das nur, weil hier keine Raubtiere leben. Vier Jahre zuvor gab es hier noch zwei große Löwenrudel, die wir damals mit einem Gamedrive direkt angesteurt hatten und toll zu fotografieren waren. Die Lodge hat die Rudel zwischenzeitlich aufgegeben (und sogar ihr Logo von Löwe auf Oryx geändert). Es war angeblich zu teuer, insgesdamt etwa 20 Tiere regelmäßig mit Jagdbeute zu versorgen.
Vor dem Abendessen setzen wir uns ein bisschen in den netten Aufenthaltsraum, in dem später sogar noch ein kleines Kaminfeuer angezündet wird. Kalt ist aber auch draußen nicht. Wir vier plus ein namibisches Päarchen sind die einzigen Gäste, Es gibt Wild-Steak, sehr leckere Bratkartoffeln, Bohnen und ein gräßliches Pfefferminztörtchen. 200 Meter Heinweg zu den Häuschen führen unter einem phantastischen Sternenhimmel statt. Die Milchstrasse strahlt toll sichtbar, da der Mond inzwischen erst um 21:00 Uhr aufgeht und damit kein Störlicht beisteuert.
Teil 1002. Juni 2026
10. Tag (16.08.) Kalahari Game Lodge Im Logo der Lodge war vor zwei Jahren noch statt des Oryx ein Löwenkopf abgebildet, da im weitläufigen eigenen Gelände der Lodge zwei Löwenrudel lebten. Bei eirner Safarifahrt haben wir damals eines der Rudel angesteuert und tolle Bilder machen können.
Leider gibt es die Löwen hier nicht mehr. Wenn wir das richtig im Netz gelesen haben, liegen die Gründe wohl in einer Mischung aus gesetzlichen Änderungen und den hohen Kosten, bei der extremen Trockenheit regelmäßig Beutetiere für insgesamt ein gutes Dutzend Löwen zu organisieren. Wir haben trotzdem einen Nature Drive gebucht und fahren zu viert mit Guide Nelson von 8 bis 10 durch das wunderschöne Gelände. Statt trockener Wüste strahlt derzeit das gelbe Gras in der Morgensonne und nur die Fahrpiste selbst ist rot. Nelson ist gesprächig, lustig und kennt sich gut aus. Wir erfahren wieder eine Menge Neues, auch wenn wir 'nur' den normalen Antilopenarten, Giraffen und verschiedensten Vögeln begegnen.
Nach Rückkehr zur Lodge bitten wir Nelson, einmal einen Blick auf unseren linken Hinterreifen zu werfen. Beim Aufpumpen der Reifen bei der Ausfahrt aus den Park war uns ein Schaden aufgefallen. Nelson ist der Meinung, das Ganze wäre nicht sooo böse, bot aber an, den Reifen sicherheitshalber zu wechseln. Das Ganze war dann in unter 10 Minuten erledigt, wobei er 80 %, ich den Rest erledigt habe. Wir werden morgen die Jungs an der Tankstelle nach einer Reparatur fragen, Luft verliert der Reifen nicht, der Schaden ist aber an der Außenseite, nicht auf der Lauffläche.
Nach einem gemütlichen Nachmittag geht es abends noch auf die Aussichtsplattform an der gegenüberliegenden Talseite und zum Abendessen gibt es Bobotie. Was das ist? Einfach mal selber googeln. Es wahr seeehr lecker.
Außerdem stellt sich noch eine Goldmanguste (?) sehr fotogen in Szene.
Teil 1102. Juni 2026
11. Tag (17.08.) Kalahari Anib Lodge In den kommenden beiden Tagen haben wir die etwa 800 Kilometer vor uns, da der KTP im Südosten Namibias und die weiteren Ziele dann im Nordosten und Norden liegen. Diese Strecke wollen wir uns nicht an einem Tag antun. Ein größerer Teil wird auf der gut ausgebauten B1 und B9 entlang führen, trotzdem erscheinen uns 800 Kilometer für eine einzigen vergleichsweise kurzen Wintertag zu anstrengend.
Als Zwischenziel haben wir uns die Kalahari Anib Lodge ausgesucht. Diese gehört zur Gondwana-Kette, das größte und ständig wachsende Tourismus-Unternehmen in Namibia. Eigentlich ist das nicht unser 'Beute-Schema', aber die Lodge liegt für uns günstig an der Strecke und verfügt neben den teuren Lodge-Zimmern auch über einige günstigere sogenannte Camping2Go-Zelte, die wir schon aus dem Etosha Safari Camp und der Namushasha River Lodge am Kwando aus den vorhergehenden Namibia-Urlauben kennen. Die Fahrt führte wieder das Auob-Tal nach Norden und durch die rote oder in diesem Jahr eher gelbe Kalahari, an der wir uns auch nach sieben Tagen nicht sattsehen können.
Bei Stampriet wechseln wir wieder von Gravel auf Asphalt. Wir nutzen die dortige Shell Tankstelle zum einen zum tanken zum anderen um die Luft in den Reifen wieder auf 2,2 bar aufzufüllen. Außerdem fragen wir den Tankwart, was er von unserer Schadenstelle am Ersatzreifen hält. Er bietet an, mit einem Kollegen und einem Reparaturset aus dem Tankstellen Supermarkt den Reifen zu flicken. Als die beiden ihn abmontiert hatten, erhöhten Sie den Druck auf über 4 bar und stellten fest, dass er immer noch keine Luft verliert. Das war für die beiden „Spezialisten“ der Grund, die Flick-Aktion abzubrechen und den Reifen für gut nutzbar zu erklären. Na gut?!
Nach gut drei Stunden Fahrt erreichen wir die Zufahrt zur Lodge. Schon beim Ausfüllen der Check-In Liste am Tor erahnen wir die Größe der Lodge (10 Personen von gestern und bereits drei von heute). Und tatsächlich befinden sich neben den acht Camping2Go-Zelten noch 50 weitere Bungalows auf dem Gelände, die unter anderem von zwei 15 Personen Gruppen aus Reisebussen belegt sind. Shop, Bar und Restaurant sind ebenfalls entsprechend riesig, aber geschmackvoll.
Die Camping2Go-Zelthäuser stehen hier aufgereiht vor einer der roten Kalahari-Dünen etwa fünfhundert Meter vom Hauptgebäude entfernt. Wir bekommen zwei nebeneinanderliegende, mit jeweils vier Betten?!
Nach einer nachmittäglichen Doppelkopf-Runde mit Kalahari Blick ging es um sechs an die Bar zum Cocktails trinken und Sundowner gucken. Den Gamedrive für 45 (!!) € pro Person haben wir uns gespart. Das Buffet war riesig wir waren aber eher von der Auswahl überfordert. Geschmeckt hat’s.
Teil 1202. Juni 2026
12. Tag (18.08.) Ameib Guestfarm Heute steht der zweite Fahrtag auf dem Plan, es geht erst einmal 350 Kilometer mehr oder weniger direkt auf der B1 und B9 nach Norden bis Okahandja und danach noch einmal 170 Kilometer nach Westen bis zur Ameib Guestfarm. Große Teile der Strecke sind asphaltiert, so dass wir dort einen guten Schnitt von über 100 km/h erreichen können. Damit war die insgesamt doch recht lange Strecke eher langweilig, aber gut zu bewältigen sein. Nach gut 6 Stunden Fahrt standen wir um 14:30 am Farmeingang. Hier werden wir zwei Nächte bleiben, so dass wir auch genug Zeit zur Erkundung der Umgebung und der tollen Felsformationen auf dem großen Gelände der Farm haben. Die Ameib Guestfarm hat Zimmer im Haupthaus, in dem auch das Essen stattfindet, eine Campingplatz sowie sechs 2-Personen-Bungalows auf dem Gelände zu bieten, von denen einen als Family Bungalow für die nächsten beiden Tage reserviert haben. Ameib heißt übersetzt "grüner Ort" und diese Bezeichnung hat einen guten Grund. Am südliche Fuß des Erongo-Gebirges gelegen, verfügt die Farm über eine recht gute Wasserversorgung, die mit einem kleinen gestauten See auch für Trockenzeiten Sicherheit bietet.
Abends um 5 sind wir dann gleich die wenigen Kilometer in das wunderschöne von roten Granitfelsen eingerahmte Tal weiter hineingefahren. Eine Giraffenfamilie kreuzte dabei unsere Piste. Hinten im Tal sind wir in der Bull‘sParty herumgekraxelt. Es sieht hier angeblich so aus als hätte ein Bulle die Steinkugeln herumgekugelt. Wir haben den Sonnenuntergang und die immer roter werdende Kulisse abgewartet und sind dann zur Farm zurück. Zum Abendessen gbit es phantastische Elandschnitzel und Impala-Stroganoff mit Bratkartoffeln, Reis, Salaten etc.). Nach längerem Bestaunen des Nachthimmel ging es dann ab ins Bett.
Achtung: Person im Bild
Elephants Head
Teil 1302. Juni 2026
14. Tag (20.08.) Mowani Mountain Lodge Das heutige Ziel ist das Mowani Mountain Camp im etwa 250 km nördlich gelegenen Damaraland. Als teuerste Unterkunft unser Reise muss Mowani hohe Erwartungen erfüllen. Wir waren schon einmal da und haben die beiden Tage immer noch in toller Erinnerung. Außerdem hat sich Konni zu Ihrem Geburtstag gewünscht, hier noch mal herzukommen.
Die Fahrt verlief weitgehend ereignislos, d.h. wir wechselten immer wieder zwischen glattem und Wellblech-Untergrund, Sand und Schotter, so dass man immer wieder auf der bis zu fünf Fahrzeuge breiten Piste hin und her variiert, wo es am wenigsten rüttelt. Es gibt so wenig Gegenverkehr, den man an seiner Staubwolke schon Kilometer im Voraus sieht, dass auch ganz rechts fahren durchaus eine sinnvolle Option ist. Und manchmal hat man auch Glück und ein Grader (=Glattmacher) hat kurz vor einem die Strecke befahren.
Besonders sehenswert und faszinierend sind die im Damaraland häufig vorkommenden Hügellandschaften aus Granit. Das Mowani Camp liegt in eine Ansammlung solcher riesiger Felsbrocken verteilt und besteht aus einzelnen Bungalows mit kugelförmigen Reetdächern, die sich toll in die Fels-Umgebung integrieren. Die einzelne Bungalows sind so zwischen den Grantifelsen verstreut, das man kaum mehr als zwei Bungalows gleichzeitig sieht und sich auf der eigenen Veranda mit tollem Blick auf das Trockenflusstal und die dahinter aufragende Berge fast allein fühlt. Auch das größere Rezeptions- und Restaurantgebäude fügt sich durch geschickte Kombination mehrerer reetgedeckter Runddächer unauffällig in die Felslandschaft ein.
Wir kommen um 15:30 Uhr an und es zieht uns möglichst direkt in den kleinen, eiskalten Minipool zwischen zwei Riesenfelsen. Nach der zugegebenermaßen seeehr kurzen Abkühlung genießen wir den Ausblick. Ab 18:00 sind wir dann hoch auf den Sunset-Viewpoint. Das war schon vor acht Jahren und ist auch heute wieder unglaublich. Die gestaffelten Hügel und verschiedenen Bergreihen im Licht der untergehenden Sonne, das gelbe Gras, die roten Felsen - ein Panoramablick ohnegleichen und nur für die Erinnerung im Kopf, Handy und Fotoapparat scheitern völlig.
Danach dann ein viergängiges 1a-Abendessen, extrem freundliche und gut geschulter Service, eine phantastische Architektur, angenehm warm draußen, insgesamt unverschämt teuer und trotzdem insgesamt jeden Cent wert.
Teil 1402. Juni 2026
15. Tag (21.08.) Mowani Mountain Lodge Das Mowani Mountain Camp ist Ausgangspunkt von Safarifahren ins umliegende Gebirge, die allerdings inzwischen nicht mehr als "Wüstenelefanten-Tour", sondern nur noch als "Nature Drive" vermarktet werden. Das wichtigste Ziel der Touren ist es, einige der in dieser Region lebenden Wüstenelefanten zu finden und zu beobachten. Da das aber bei weitem nicht jeden Tag gelingt, sind wohl immer wieder Touristen erbost gewesen, dass die Desert Elephants Tour keine Elefanten zu bieten hatte.
Die in dieser Region lebenden Elefanten werden Wüstenelefanten genannt, sind aber eigentlich keine eigenständige biologische Form der afrikanischen Elefanten, sondern nur an die hier herrschenden besonders trockenen und unwirtlichen Bedingungen angepasste Elefantenfamilien. Besser wäre also die Bezeichnung "desert adapted elephants" - wüstenangepasste Elefanten.
Für uns heißt es also heute Daumen drücken, dass wir einge der Dickhäuter finden. Es geht schon morgens um 6:30 Uhr in der Dunkelheit und ziemlicher Kälte los. Wir fahren etwa 1,5 h durch eine wunderschöne Landschaft bis der Guide uns frische Dung- und Fußspuren der Dickhäuter zeigen kann.
Weitere 20 Minuten hin und her durch ziemlich schlecht einzusehende Baumlandschaft und dann der Ruf: "Elephants to the right". Tatsächlich kommt dort eine Herde mit insgesamt sieben Tieren gemächlich auf uns zu. Die Tiere sind auf dem Weg zu einer naheliegenden Wasserstelle.
Der Rest war einmalig: über eine Stunde konnten wir die Tiere in Ruhe beobachten und fotografieren. Hier bieten sich ganz anderer tolle landschaftliche Hintergründe als im Etosha.Nachdem die Tiere ausgiebig getrunken haben, ziehen sie gemächlich wieder davon in die Hügelkette. Die folgenden Bilder sind natürlich etwas elefantenlastig:
Nach einem kleinen Snack-Stop fahren wir durch die schöne Landschaft wieder zurück zur Lodge. Konnis Geburtstagsgeschenk-Tag ist damit komplett gelungen.
Teil 1502. Juni 2026
13. Tag (19.08.) Ameib Guestfarm Zweiter Tag auf der Ameib Guestfarm
Kaum zu glauben, aber die Hälfte unserer insgesamt 24 Urlaubstage (inkl. An- und Abreisetag) sind heute schon vorbei. Geplant ist ein eher ruhiger Tag auf dem Gelände der Guestfarm. Am späten Vormittag ging es noch einmal ins Bulls Party Tal, diesmal mit dem Licht von der komplett anderen Seite. Ein kurzer aber recht anstrengender Trail führte uns zwischen den vielen teilweise 10 m hohen Felsmurmeln weit in ein Nebental. Am Ende lag zur Belohnung ein Geocache, vor ein paar Wochen von einem Südafrikaner platziert und wir waren tatsächlich erster Finder !!
Am Nachmittag ging’s dann noch einmal zu Fuß von der Farm zum hauseigenen Damm, ein kleiner aufgestaute See. Dort haben wir mit Fernglas und Spektiv eine ganze Reihe verschiedener Wasservögel und eine kleine Springbockherde beobachtet.
Auch heute beim Abendessen waren wir wieder eine rein deutsche Gästeschar von insgesamt 14 Personen, den Farmhund Rudi nicht zu vergessen.
Teil 1602. Juni 2026
16. Tag (22.08.) Vreugde Guesthouse Heute geht es mit ca. 3,5 Stunden Fahrt nach Norden Richtung Etosha Nationalpark, Wir wählen die etwa 50 Kilometer kürzere Variante über mehrere kleinere Gravel-Straßen statt die längere geteerte Variante über Outjo.
Das Ziel, die Vreugde Gästefarm, ist ein kleiner, familiengeführter Betrieb, der 30 km südlich des Etosha-Nationalparks auf einer bewirtschafteten Farm Unterkünfte anbietet. Besucher aus dem Namibia-Forum haben die Farm und vor allem die Gastfreundschaft sowie das namibische Farm-Essen in höchsten Tönen gelobt. Wir wollen uns ein eigenes Bild machen und werden zwei Nächte auf der Farm übernachten. Es stehen insgesamt sieben Gästezimmer mit Zugang zum Garten zur Wahl, nach eigener Auskunft "komfortabel eingerichtet und individuell dekoriert". Können wir nur bestätigen.
Nach Auskunft der Website leitet das Ehepaar Danie und Rachel Brand die Gästefarm Vreudge seit 2015, nachdem Danie's Mutter die Gästebeherbergun im Jahr 2001 gestartet hatte. Die Rinder- und Schaffarm ist aber schon seit 100 Jahren im Familienbesitz. Danie ist Namibier in fünfter Generation, Rachel Britin. Aktuell wohnen neben drei Generationen Brand drei drei Familien von Mitarbeitern auf der Farm.
Nach unserer Ankunft werden wir von Rachel begrüßt und bekommen unsere hübschen Häuschen zugewiesen. Da es erst 14:00 Uhr ist, beschließen wir direkt zu einer Nachmittagstour in den Etosha hineinzufahren.
Die Sichtungs-Ausbeute war dann tatsächlich unerwartet gut für die kurze Zeit. Die Highlights; eine Straußenfamilie mit fünf Kleinen.
Und dann ein achtköpfiges Löwenrudel, dass erst schlafend unter einem Baum lag und dann nach und nach aufstand und losmarschierte. Super!
Im Camp Okaukuejo konnten wir auch gleich schon das Permit für die folgenden Tage kaufen. Und im Anshcluss haben wir dort an dem wohl bekannteten Etosha-Wasserloch vorbeigeschaut.
Abends seeehr leckeres Essen und frühes Schlafengehen. Morgen soll es früh losgehen.
Teil 1702. Juni 2026
17. Tag (23.08.) Vreugde Guesthouse Um 6:30 Frühstück und wieder los in den Park. Wir stehen relativ gut in der Einfahrt-Schlange. Der Park hat um 07:15 Uhr seine Tore geöffnet. Der Bericht wird heute aus den Fotos der Sichtungen bestehen, stammt also vor allem von den Wasserlöchern östlich und westlich von Okaukuejo. Und er ist schon wieder voller Elefanten, irgendwie lässt meine Begeisterung für die grauen Riesen nicht nach.
Teil 1802. Juni 2026
18. Tag (24.08.) Halali Restcamp, Etosha Zwei Tage Etosha-Erlebnis haben wir bereits hinter uns, heute fahren wir weiter in den Park hinein Richtung Osten und werden dann auch in einem Park-Camp, nämlich Halali, übernachten. Nach dem Frühstück ging es also erneut los in Richtung Anderson Gate. Wenige Kilometer vor dem Parkeingang haben wir dann noch einmal vollgetankt und mit ein paar Snacks und Getränken die Vorräte aufgefüllt. Die Benzin-Versorgung ist hier immer perfekt. Die drei Tankstellen wenige Kilometer weiter im Park haben immer wieder Lieferprobleme und oft keinen Diesel - die staatliche Verwaltung machts (un)möglich.
Das Halali Restcamp liegt etwa auf halber Strecke zwischen Okaukuejo und Namutoni. Es ist tatsächlich nach dem deutschen Wort aus der Jägersprache benannt. Das Camp war von den deutschen Truppen eröffnet worden, da der Hügel das umliegende Land deutlich überrragte und daher einen guten Überblick bot sowie perfekt geeignet war, um oben einen Heliographen (auch Spiegeltelegraph genannt) zu betreiben. Mit von Spiegeln abgelenkten Sonnenstrahlen konnten Nachrichten über 50 km bis ins Fort Namutoni übermittelt werden.
Heute verfügt das vom Nationalparkservice (NWR) betriebene Camp über ieng roße Zahl verschiedener Bungalows, eine Campingplatz, ein Restaurant und einen kleinen Lebensmittelladen mit Souvenirshop. Die Hauptattraktion ist aber das ein paar hundert Meter entfernt gelegene nachts beleuchtete Wasserloch. Übernachtet haben wir hier erst einmal - im Jahr 2017 - und waren letztlich von der Sichtungsausbeute recht enttäuscht. Seither haben wir aber regelmäßig immer wieder tolle Bilder mit einer Vielzahl von Tieren an genau diesem Wasserloch in den diversen Internetforen und Facebookgruppen gesehen. Also wollten wir dem Wasserloch in diesem Jahr noch einmal eine Chance geben.
Die Sichtungen des Tages sind wieder aus den Fotos zu erkennen. Der Höhepunkt am Abend: Nur 3 km vor dem Camp ein Löwe, der sich anscheinend gerade für seinen Abendrundgang aufgerafft hatte und am Rand der Straße entlanglief, genau uns entgegen. Vollbremsung, Motor aus, Fenster runter, Fotoapparate raus, warten. Gemächlich marschierte er voran und kam bis auf drei Meter neben dem Auto entlang. Ein echter Gänsehautmoment.
Das Abendessen im Camp war erwartet miserabel. Aber das Wasserloch hat alles wettgemacht. Nach dem Abendessen sind wir wieder hin und haben über 1,5 h lang das Afrika-TV live verfolgt. Es waren sensationelle 9 oder 11 Nashörner da (zwei evtl. doppelt), vier Hyänen, eine Wildkatze, Schleiereulen. Wir konnten uns kaum loseiesen.
Die Sortierung der Fotos ist in der Reihenfolge leider durcheinander geraten, da die aus verschiedenen Fotoapparaten und Speicherkarten zusammengesetzt sind.
Teil 1902. Juni 2026
19. Tag (25.08.) Onguma Forest Camp Nach der Zwischenstation im Etosha-Nationalpark werden wir heute den Park nach Osten verlassen und unserer nächste Unterkunft im Onguma Private Game Reserve ansteuern. Die Fahrt dorthin steht aber als ein kompletter weiterer Safaritag auf dem Programm.
Und es begann morgens wenige Minuten nach dem Gate mit zwei Hyänen, die wir fast eine Viertelstunde allein an und auf der Straße begkeiten konnten.
Auch die weitere Fahrt durch den Park war spektakulär: Am Ende standen 117 Elefanten (unser Tagesrekord der fünf Afrika-Urlaube!) in allen Kombinationen, in und vor Wasserlöchern, neben uns auf der Strasse, als kleine Familie oder große Herde, große Männchen und Junge, etc. etc. Dazu kommen 63 Giraffen und hunderte Zebras, Springböcke und viiiiele andere Antilopen und Vögel in der Liste. Nur schweren Herzens sind wir abends aus dem Park raus ins Onguma-Gelände gefahren.
Onguma ist der Name eines etwa 34.000 ha großen Private Game Reserve, das direkt östlich an den Etosha Nationalpark angrenzt. Auf dem Gelände des Reserves ist eine große Zahl an Antilopen, Giraffen, aber auch Löwen heimisch. Es stehen insgesamt fünf verschieden exklusive und damit auch verschieden teure Camps zur Wahl. Wir werden im Onguma Forest Camp übernachten. Das Forest Camp liegt, wie der Name schon sagt, in einem kleinen Waldstück, verfügt über 11 strohgedeckte Bungalows, einen kleinen Pool sowie ein eigenes nachts beleuchtetes Wasserloch.
Wir haben hier die Wahl, die folgenden Tage im Onguma-Reservat selbst zu verbringen oder wieder in den Ostteil des unmittelbar angrenzenden Etosha-Nationalparks zurück zu fahren. Da wir insgesamt drei Übernachtungen Zeit haben, ist eine Mischung aus beidem geplant.
Das Camp ist wirklich toll, seehr luxuriös und hervorragend organisiert. Empfang, Gepäcktransport, Architektur, Einrichtung, Essen - alles vom Feisnsten.
Und als wäre das nicht genug: Wir gehen um 7 zum Abendessen. Und mehrer Gäste stehen begeistert auf der Terasse des kleinen Restaurants und beobachten keine 20 Meter entfernt am beleuchteten Wasserloch - einen Leopard. Wir haben sogar einige leidliche Nachtbilder hinbekommen.
Ein Leopard!! Schon wieder! Nach Auskunft der Mitarbeiter kommt das maxima l einmal im Monat vor, und er bleibt ca. 10 Minuten. Und diesmal kam er nachdem wir gerade vor 2 h hier angekommen sind!
Handy-Foto vom BIldschirm der Kamera. Kamerafoto
Teil 2003. Juni 2026
20. Tag (26.08.) Onguma Forest Camp
Tag zwei in Onguma. Frühstück um 6:15 Uhr. Fahrt aus dem Onguma-Gelände zum Etosha Gate. Heute ist noch einmal / schon wieder ein Tag der grauen Riesen. Sooo viele Elefanten an verschiedenen Stellen, riesige männliche Einzelgänger, kleine Familien, große Herden, an Wasserlöchern oder beim Wegkreuzen. Auf dem Heimweg abends noch eine Riesenherde von 50 Elefanten. Wir haben nicht mehr sorgfältig gezählt aber der Rekord von gestern wurde noch einmal weit übertroffen. Grauer Riese ist natürlich etwas ungenau, wir haben nämlich auch zwei Nashörner im Park (und dann später noch zwei Nashörner im Onguma Gelände) beobachten können.
Ich konnte es mir kaum vorstellen, aber wir haben tatsächlich irgendwann NCIHT merh jeden einzelnen Elefanten fotografiert. Ich verschone Euch heute mal mit zu vielen Eli-Fotos. Hier die sonstige 'Ausbeute' des Tages:
Und bei der Rückkehr am Abend direkt hinter dem Eingangs-Gate von Onguma standen neben der Straße als Zugabe zwei weitere Nashörner.
Den Abend am Restaurant und rund um die Terasse haben uns dann fast 40 Streifenmangusten vertrieben. Die sind süß, aber eine Plage für die Bediensteten.