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CHchriguThemenstarter7'224 Beiträge · seit 200623. Apr. 2026 · #1
Hoi zäme
Hier kommt ein Reisebericht zu einer Region, die normalerweise nicht in diesem Forum landet — nämlich Usbekistan und Kirgisistan. Bevor ihr wegklickt: Wer bis zum Ende dranbleibt, wird merken, warum gerade ihr als Namibia- und Offroad-Fraktion hier was mitnehmen könnt. Aber dazu später.
Unterwegs waren wir 15 Tage zu elft. Die meisten aus der Gruppe kannten wir bereits von früheren Touren — aus Namibia, Botswana oder unserer WOW-Tour. Insofern war das ein bisschen Klassentreffen on the road, was die Stimmung von Anfang an locker gemacht hat. Wir haben das ganze mit unserem Partner Chamäleon organisiert — also Kleingruppe, Bus, geführt. Für uns war das bewusst auch ein Test: Wir verkaufen solche Reisen selbst, wollten aber mal aus Teilnehmersicht schauen, wie sich das anfühlt. Durchgeführt haben wir die Tour Samarkand.
Maike & Chrigu
Mir-i-Arab-Madrasa in Buchara, Usbekistan
Brotbäcker in Taschkent, Usbekistan
Märchen-Schlucht am Yssykköl-See mit Schnee bedeckten Bergen im Hintergrund
Unterkunft am Yssykköl-See
Ulak Tartisch (Kirgisischer Pferdewettkampf mit einer toten Ziege)
Der Ablauf: Erst acht Tage Usbekistan — Chiwa, Buchara, Samarkand, Taschkent, also klassisch die Seidenstrasse. Dann ein kurzer Flug nach Bischkek und nochmal knapp eine Woche Kirgisistan. Die beiden Teile fühlen sich an wie zwei komplett verschiedene Reisen — und genau das macht die Kombination spannend.
In den folgenden Beiträgen schreibe ich mehr über die einzelnen Stationen. Der letzte Teil ist dann das Fazit — mit ein paar Infos, die gerade für die unter euch relevant sind, die irgendwann mal über einen anderen Einsatzort für Dachzelt und Sandbleche nachdenken.
Herzliche Grüsse Chrigu
CHchriguThemenstarter7'224 Beiträge · seit 200623. Apr. 2026 · #2
Los ging's in Chiwa, ganz im Westen Usbekistans nahe der turkmenischen Grenze. Die Altstadt (Itchan Kala) ist eine vollständig erhaltene Lehmfestung mit Stadtmauer, Minaretten, Medresen und Karawansereien — einer der Hauptknoten der alten Seidenstrasse und heute UNESCO-Welterbe. Wir haben in einer ehemaligen Madrassah (Koranschule) gewohnt, mitten drin, also alles zu Fuss erreichbar.
Tagsüber Rundgänge durch die Werkstätten der alten Handwerkergilden, Mausoleen, die verschiedenen Medresen. Dazu eine Bäckerei mit Lehmofen — das Brot dort hat Suchtpotenzial.
Das erste Abendessen war kulinarisch eine Überraschung. Wir hatten mit viel Hammel und Pferd gerechnet; in der Region Chorezm rund um Chiwa wird aber primär Rind gegessen. Es gab Salate vorneweg, dann eine Suppe mit einem grossen Fleischkloss drin, und als Hauptgang grüne Nudeln mit sehr viel Dill, Rindfleisch und Kartoffeln — das ist regionale Spezialität. Dazu der erste usbekische Vodka: erstaunlich mild, brennt nicht.
Dill generell: Die Usbeken verwenden ihn so großzügig, dass ein mitteleuropäischer Koch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde. Er ist fast überall dabei.
SASangwali309 Beiträge · seit 201723. Apr. 2026 · #3
Na da springe ich auf! Nachdem ich letztens ‚Samarkand Samarkand‘ von Matthias Politycki gelesen und auf YT Reiseerzählungen einer Motorradfahrerin gesehen habe, die von Afghanistan über Turkmenistan nach Kirgistan (und von dort weiter nach China und aktuell Mongolei) gefahren ist, ist mein Interesse an Zentralasien gewachsen, v. a. Kirgistan scheint sehr interessant zu sein. Ich bin gespannt auf euren Bericht! VG Robert
UTutaeleonore585 Beiträge · seit 202223. Apr. 2026 · #4
Da lese ich auch mit, denn das reizt mich schon seit Langem
CHchriguThemenstarter7'224 Beiträge · seit 200624. Apr. 2026 · #5
Toll, dass sich einige über einen Reisebericht in eine ganz andere Region freuen. @Sangwali: Ja Kirgistan ist mega spannend.
Buchara — Manti mit der Familie und ein Präsident in der Stadt
Die Fahrt nach Buchara waren 450 km durch die Wüste mit ein paar Zwischenstopps. Buchara selbst fühlt sich kompakter und lebendiger an als Chiwa — weniger Museumscharakter, mehr Alltag. Teehäuser um den Lyab-i-Hauz-Teich, überdachte Basare, die massive Ark-Festung mit ihren Lehmmauern.
Abends waren wir bei einer usbekischen Familie zum Manti-Essen eingeladen. Manti sind gefüllte, gedämpfte Teigtaschen mit Rindfleisch und Zwiebeln. Wir durften beim Teigausrollen und Füllen mithelfen. Nach dem Essen heisse, dicke Schokolade und nochmal Vodka — draussen war's schon spürbar kühler als erwartet.
Am nächsten Tag die Überraschung: Der Präsident Usbekistans war in der Stadt. Überall Polizei, Militär, Scharfschützen auf den Dächern. Unser geplantes Puppentheater fiel aus, stattdessen wurde kurzerhand eine Modenschau mit traditioneller Musik organisiert — lokale Designer zeigten moderne Interpretationen der usbekischen Atlas-Seide.
Zwei weitere Besuche, die mir in Erinnerung geblieben sind: Die Töpferei von Meister Alisha — familiärer Handwerksbetrieb seit Generationen, klassische Buchara-Keramik mit dem typischen hellblauen Dekor. Und das Haus eines Kaufmanns aus dem 19. Jahrhundert mit komplett im traditionellen Stil dekoriertem Empfangssaal.
Weitere Inhalte unseres Tages in Buchara: Infos über die traditionelle Wiege, Hochzeitsbräuche, und (ohne Witz) eine Erklärung, weshalb viele Usbeken einen geraden Hinterkopf haben. Auch der Besuch einer Schmiede gehörte dazu — Ergebnis: ein neues Taschenmesser im Gepäck.
MAMatze5560 Beiträge · seit 202224. Apr. 2026 · #6
Hey Hey,
oh, da möchte ich auch mit (-fahren) ! 😉
Frage: Ist die Tour auch für ältere Jahrgänge (73 - 75) tauglich. Die Frage zielt insbesondere auf die Laufstrecken, Wanderungen ab!
Leider ist der Aufenthalt meist nur 1 Nacht, etwas stressig, oder?
Kannst du auch etwas zum Klima - nächtl. Temperaturen - sagen!
Viele Grüße Matze
CHchriguThemenstarter7'224 Beiträge · seit 200624. Apr. 2026 · #7
Hallo Matze
Das Alter ist grundsätzlich auf der Tour kein Problem. Es ist von den Laufstrecken und Wanderungen her recht entspannt. Das meiste sind eher Spaziergänge. Es gibt aber viele Stufen. Speziell in Usbekistan. In Usbekistan sind die meisten Orte für zwei Nächte. In Kirgisistan immer nur eine. Das ist OK. Aber speziell am Ende der Reise hätten wir uns auch einen längeren Aufenthalt gewünscht. Die Tage sind gut gefüllt. Das ist bei einer solchen Gruppenreise halt so. In Usbekistan hatten wir Tagsüber zwischen 20 und 30 Grad. In Kirgisistan Morgens um 0 Grad über Tag aber ca. 20 Grad. Es kann Nachts wirklich kalt werden, weil wir auch Höhen um 2000 Meter über Meer hatten. Siehe auch die Schneeberge auf einigen Bildern. Das sind aber vier bis siebentausender die du in der Fern siehst. Im Juli finden die Reisen nicht statt, weil es dann in Usbekistan viel zu heiss wird (50 Grad). Wir hatten den ersten Reisetermin dieses Jahr und fanden es sehr gut, auch wenn vieles ersta ab Mai wirklich in Betrieb ist.
Herzliche Grüsse Chrigu
MAMatze5560 Beiträge · seit 202224. Apr. 2026 · #8
Hallo Chrigu,
danke für die überaus schnelle Rückantwort! 🙂
Ja, es sind 3 x 2 Nächte zum Reisebeginn.
Könnte durchaus sein, dass du temperaturmäßig ein klein wenig übertrieben hast!?
Wenn, dann käme für mich gemäß meiner akt. Reiseplanung für diese Jahr der Termin 11.08. - 25.08.26 in Frage.
VG Matze
CHchriguThemenstarter7'224 Beiträge · seit 200624. Apr. 2026 · #9
Hallo Matze
Ich war nur einmal in Usbekistan und das war diese Reise jetzt im April. Da haben unsere Guides immer davon gesprochen, dass es im Juli und Anfang August in den Stäten umd die 50 Grad heiss wird und deshalb die Touren nicht durchgeführt werden. Mitte August startet dann die zweite Saison. Das dürfte dein Termin sein.
Herzliche Grüsse Chrigu
CHchriguThemenstarter7'224 Beiträge · seit 200626. Apr. 2026 · #10
Samarkand — die Ikone der Seidenstrasse
Hand aufs Herz: Vor der Reise wusste ich kaum etwas über Samarkand. Das war offenbar eine Bildungslücke. Die Stadt ist genau das, was man sich bildlich unter "Seidenstrasse" vorstellt — drei monumentale Medresen rund um den Registan-Platz, die blauen Kuppeln des Gur-Emir-Mausoleums (Grabstätte Timurs), die Bibi-Khanum-Moschee.
Der Registan ist schlicht gewaltig. Zwei Besuche lohnen sich: einmal tagsüber für die Details (Keramikmosaike, Kalligrafie, Symmetrie der Fassaden), einmal abends für die Licht-Show. Die Show selbst ist etwas kitschig, aber die angestrahlten Fassaden in der Dämmerung sind unbezahlbar.
Rund um Samarkand haben wir auch noch weitere Orte besucht.
Shah-i-Zinda, eine Nekropole aus verschiedenen Epochen mit unglaublichen Kachelarbeiten Ulugh Begs Observatorium. Ulugh Beg war ein Enkel Timurs und einer der bedeutendsten Astronomen seiner Zeit — er hat im 15. Jahrhundert die Länge eines Erdenjahres auf weniger als eine Minute genau berechnet. Vor Ort sieht man den Rest seines riesigen Sextanten: eine in den Fels gehauene Rampe, mehrere Stockwerke hoch, die als Winkelmessgerät diente. Für die damalige Zeit eine Meisterleistung.
Der Nachteil von Samarkand ist, dass es von unglaublich vielen Leuten besucht wird.
Abends sind wir in der Pub-Street gelandet — ja, sowas gibt's in Samarkand. Ein paar kleine Bars mit lokalem Bier und Wasserpfeife. Falls ihr mal eine Pause von der Geschichte braucht.
Gegessen haben wir das usbekische Nationalgericht Plow bei einer lokalen Familie — dazu mehr im nächsten Teil.
CHchriguThemenstarter7'224 Beiträge · seit 200627. Apr. 2026 · #11
Konigil & die Wissenschaft vom Plow
Ein Nachmittag ausserhalb Samarkands, im Dorf Konigil. Dort gibt's eine handwerkliche Papiermanufaktur, in der aus der Rinde der Maulbeerbäume Seidenpapier gemacht wird. Das Verfahren ist fast unverändert seit dem 8. Jahrhundert: Rinde kochen, zerstampfen, in Wasser auflösen, über Siebe schöpfen. Das fertige Papier ist extrem reissfest; man kann damit sogar Taschen nähen. Historisch war genau dieses Papier einer der Exportschlager der Seidenstrasse in Richtung Westen.
Maike mit ihrer Tasche aus "Papier"
Im selben Hof pressen sie ein spezielles Öl für den Plow: Leinsamen, Sesam, Baumwollsamen und Kerne der Honigmelone. Pur kosten darf man auch — Meinungen in der Gruppe zwischen "geht gar nicht" und "interessant". Im Plow gibt das Öl aber den spezifischen Geschmack, der die Samarkand-Variante ausmacht.
Apropos: Plow ist das usbekische Nationalgericht. Reis, Rindfleisch, Möhren, Zwiebeln, Knoblauch — alles im Kazan (einem grossen gusseisernen Kessel) geschichtet und langsam gedämpft. Nicht gekocht, gedämpft, damit der Reis alle Aromen aufnimmt. Es gibt über 200 regionale Varianten; allein zwischen Samarkand und Taschkent schmeckt's völlig anders. Traditionell wird Plow in Grossmengen zubereitet — in Usbekistan ist das Festessen für Hochzeiten, Beerdigungen und offizielle Empfänge.
Super lecker und auf jeden fall auch in einem Potjie nachkochbar 🙂
CHchriguThemenstarter7'224 Beiträge · seit 200629. Apr. 2026 · #12
Sowjetarchitektur und der älteste Koran der Welt
Von Samarkand nach Taschkent mit dem Hochgeschwindigkeitszug Afrosiyob. Pünktlich, sauber, mit Kaffee und Gebäck am Platz. Erinnert eher an den ICE als an osteuropäische Bahn.
Taschkent ist mit rund 3 Millionen Einwohnern die grösste Stadt Zentralasiens und fühlt sich nach Chiwa, Buchara und Samarkand wie ein Bruch an. Moderne Hochhäuser, breite sowjetische Avenues, nur noch wenige alte Ecken — ein schweres Erdbeben hat den historischen Teil 1966 weitgehend zerstört. Danach kam der sowjetische Wiederaufbau: Monumentalbauten, grosse Plätze, sozialistischer Realismus.
Ein echter Höhepunkt ist die Metro. Jede Station ist ein eigenes Kunstwerk — Kosmonauten-Kacheln in "Kosmonavtlar", Kristall-Leuchter in "Alisher Navoi", goldene Kuppeln in "Paxtakor". Fotografieren war lange verboten und ist erst seit 2018 erlaubt.
Die Hasrati-Imam-Moschee mit der benachbarten Bibliothek beherbergt den Uthman-Koran — eines der ältesten Koran-Manuskripte der Welt, vermutlich aus dem 7. Jahrhundert, geschrieben auf Gazellenleder. Liegt hinter dickem Glas, wird mit entsprechender Ehrfurcht behandelt.
Der Chorsu-Basar ist einer der grössten Märkte Zentralasiens — riesige blaue Kuppel, darunter Gewürze, Brot, Fleisch, Trockenfrüchte in hunderten Ständen. Zum Mittagessen waren wir bei einer Familie zuhause eingeladen.
In Taschkent haben wir uns von unserem grossartigen Guide Adis verabschiedet. Acht Tage Usbekistan hat er uns ohne einmal zu straucheln durch Geschichte, Religion, Küche und Politik geführt. Absolute Empfehlung! Der nächste Stop ist Kirgisistan. Eine komplett andere Welt!
CHchriguThemenstarter7'224 Beiträge · seit 200630. Apr. 2026 · #13
Bischkek — Ankunft in einer anderen Welt
Der Flug nach Bischkek dauert nur rund eine Stunde, aber es fühlt sich an wie ein Kontinentwechsel. Wo Usbekistan Städte, Moscheen und Handel ist, ist Kirgisistan Berge, Weite, Nomadentum. Und Wladimir-Lenin-Plätze mit echten Lenin-Statuen — in Bischkek steht er noch immer.
Im Nationalmuseum wird der Kontrast historisch greifbar: Die Usbeken sind seit Jahrtausenden sesshaft, die Kirgisen waren bis zur Sowjetisierung immer Nomaden. Das zieht sich durch alles — Lebensweise, Essen, Kleidung, Architektur. Kirgisistan hat die Jurte als nationales Symbol: man sieht sie auf Flaggen, Denkmälern, Souvenirs.
Den Fehler im Museum mussten wir rasch korrigieren. 🤩
Chamäleon unterstützt in Bischkek ein Sozialprojekt, das Menschen mit Behinderung im Alltag begleitet — Wohnbetreuung, Werkstatt, Tagesstruktur. Wir durften das Projekt besuchen; wirklich beeindruckende Arbeit. Für mich einer der menschlichsten Momente der Reise, und eine Seite des Landes, die der durchschnittliche Reisebus nicht zeigt.
Anschliessend Stadtrundfahrt. Bischkek als Stadt ist eher unspektakulär — breite Strassen, sowjetische Ästhetik, ein paar hübsche Parks. Was aber sofort auffällt: die Berge am Horizont. Bischkek liegt am Fuss des Ala-Too-Gebirges; die Gipfel dahinter sind schneebedeckt, jederzeit sichtbar. Man wohnt praktisch mit Blick auf die Alpen in XXL.
Auf dem Weg zur Unterkunft haben wir bei einer kirgisischen Familie mitgeholfen, eine traditionelle Jurte aufzubauen — von der hölzernen Scherengitter-Wand bis zum Dachring. Reine Holz-Filz-Konstruktion, alles modular. Dazu die Beshik-toi-Zeremonie — das traditionelle Wiegenfest mit einer speziellen Holzwiege, deren ausgefeiltes Urin-Abflusssystem uns ausführlich erklärt wurde. Schon speziell.
Skelettküsten Mütze nicht St. Pauli!
Die Bilder zeigen schon. In Kirgisistan geht es viel mehr um Natur, Landschaft, draussen sein. Nach den vielen Moschen, Minaretten und Madassen hat das richtig gut getan.
FRfreshy3'882 Beiträge · seit 201101. Mai 2026 · #14
Das ist spannend und mit Sicherheit "Neuland" in diesem Forum.
Staunende Grüße freshy
Nachtrag: Von Samarkand nach Taschkent mit dem Hochgeschwindigkeitszug Afrosiyob. Pünktlich, sauber, mit Kaffee und Gebäck am Platz. Erinnert eher an den ICE als an osteuropäische Bahn.
Nach meiner Fahrt im ICE der DB von Stuttgart nach Hamburg vor ein paar Tagenmuss ich widersprechen. "Pünktlich, sauber, mit Kaffee und Gebäck am Platz." Hahahah! Wann seid ihr denn das letzte Mal mit der DB gefahren?
TItiggi1'557 Beiträge · seit 201101. Mai 2026 · #15
Lieber Chrigu. liebe Maike, vielen Dank für euren kurzen Einblick in Usbekistan. Es ist ein wundervolles Land. Wir waren 2019 dort, damals hat sich das Land gerade für den Tourismus geöffnet. Begonnen hat unsere Reise mit der Begleitung durch Studiosus, später sind wir alleine mit einem Mietwagen ins Ferganatal gefahren. Wir waren die ersten europäischen Touristen, die mit einem Auto alleine fahren durften. Auch wurde erst kurz vor unserer Reise der Visumzwang für Deutsche aufgehoben. In den letzten Jahren hat sich so viel verändert. Es leben dort ganz herzliche Menschen, die wundervolle Kulturgüter zu bieten haben. Usbekistan ist unbedingt eine Reise wert - auch eine zweite oder dritte. Und es ist auch für ältere Menschen geeignet! 😘
Liebe Grüße Biggi
CHchriguThemenstarter7'224 Beiträge · seit 200602. Mai 2026 · #16
freshy schrieb: Nach meiner Fahrt im ICE der DB von Stuttgart nach Hamburg vor ein paar Tagenmuss ich widersprechen. "Pünktlich, sauber, mit Kaffee und Gebäck am Platz." Hahahah! Wann seid ihr denn das letzte Mal mit der DB gefahren?
Naja. Es ist tatsächlich schon eine Weile her. Ich habe aber viele Bahnfahrten, vor allem in der Schweiz und in der ersten Klasse im Kopf, wo es schon sehr gut war. Auch in der Schweiz fahren ICE. Aber ich gebe dir Recht. In Deutschland vermeide ich Züge meistens.
Bleiben wir dabei. Dieser eine Zug, laut unserem Guide ist es auch nur der, ist in Usbekistan ein Highlight. Sehr viele Touristen nutzen ihn, speziell weil die Fahrt von Samarkand nach Tashkent deutlich schneller ist als mit dem Auto.
Herzliche Grüsse Chrigu
CHchriguThemenstarter7'224 Beiträge · seit 200602. Mai 2026 · #17
tiggi schrieb: Begonnen hat unsere Reise mit der Begleitung durch Studiosus, später sind wir alleine mit einem Mietwagen ins Ferganatal gefahren.
Da ward ihr richtig früh in Usbekistan unterwegs! Bis ins Ferganatal sind wir selbst nicht gekomen. Wir haben einiges darüber gehört. Das Ding ist, dass uns dann Kirgisistan so gut gefallen hat, dass es uns eher dahin zieht als noch einmal nach Usbekistan.
Herzliche Grüsse Chrigu
CHchriguThemenstarter7'224 Beiträge · seit 200602. Mai 2026 · #18
Yssykköl — Falkner, Märchenschlucht und der zweitgrösste Bergsee der Welt
Richtung Osten, zum Yssykköl-See. Zweitgrösster Bergsee der Welt, auf 1600 m Höhe gelegen, und trotz der Höhe gefriert er im Winter nicht ("Yssyk" = "heiss", "köl" = "See"). Leicht salzig, klar, links und rechts die Berge.
Unterwegs Besuch bei einem Falkner. In Kirgisistan wird traditionell mit Steinadlern gejagt. Die Berkutchi fangen junge Vögel, trainieren sie jahrelang und lassen sie, wenn sie mit ca. 15Jahren geschlechtsreif werden, wieder frei. Wir haben eine kleine Flugshow gesehen und durften den Adler danach auf dem Arm halten — Gewicht, Spannweite und Klauen so, dass man sehr direkt merkt, dass man als Hase hier kein schönes Ende nehmen würde.
Weiter zur Märchenschlucht (Skazka-Canyon). Kleine Wanderung durch rotbraune Sandsteinfelsen, die durch Wind und Wasser zu bizarren Formen erodiert sind — mit etwas Fantasie erkennt man Drachen, Burgen, versteinerte Tiere. In Namibia wäre der Ort eher ein Nebenziel; hier ist er einer der bekannteren Aussichtspunkte am Südufer. Wir haben das Gebiet nur kurz angerissen. Es aht aber Lust auf eine lange Wanderung gemacht, abseits der einfachen Touristenrunde.
Nacht im Jurtencamp direkt am See. Die Jurten sind eher feststehende Bungalows mit Fenstern in Jurtenform. Die Atmosphäre ist aber trotdem toll. Abends kam eine kirgisische Musikerfamilie vorbei und spielte traditionelle Instrumente — Komuz (3-saitige Langhalslaute) und Kyl-Kyak (2-saitige Spiessfiedel), dazu Gesang.
Morgens vor der Jurte: −2 °C. Drinnen bullig warm, dank Elektro Bodenheizung. Klare Luft, die Gipfel rund um den See weiss.
Hallo Chrigu Genau diese Reise haben wir letztes Jahr Mai/Juni gemacht, aber in umgekehrter Reihenfolge und waren total begeistert. Auch mit dem Talgozug (Hochgeschwindigkeitszug bis 250 Std.Km) sind wir von Bischkek nach Taschkent gefahren. Unsere Jurte hatte übrigens keine Fenster. In Kirgistan werden die Flughäfen vergrössert, damit zukünftig Grossraumflugzeuge landen können (vermutlich für Gäste aus China und Indien) . Also nichts wie hin bevor es wie in Venedig zu und her geht, also Overtourismus.
LG Grosi
EWewbabmiz128 Beiträge · seit 202402. Mai 2026 · #20
tiggi schrieb:Wir waren die ersten europäischen Touristen, die mit einem Auto alleine fahren durften.
Da hat man Euch einen Bären aufgebunden. Ich müsste jetzt nachrecherchieren, ab wann genau, aber es sind schon Jahre vorher europäische Touristen mit Mietwagen durch Usbekistan gefahren. Sixt hat definitiv schon 2018 in Samarkand und Taschkent an Touristen vermietet. Aber natürlich war das damals noch selten. Die meisten haben geführte Touren gemacht. Wie immer: Alles hat seine Vor- und Nachteile.
Beim Rest kann ich zustimmen. Was die Historie anbetrifft, ist das Land quasi Iran in der Light-Version und ohne die Probleme, die bei Reisen im Iran potenziell drohen. Sehr sehenswert und dazu preiswert und unkompliziert auf eigene Faust zu bereisen, z.B. mit Mietwagen.