Simbabwe 2025 - Ein Reisebericht

Reisebericht 79 Antworten · 6'812 Aufrufe · gestartet 31. März 2026 von Akane
Themenstarter219 Beiträge · seit 202431. März 2026 · #1
Unsere Simbabwe-Reise liegt nun schon mehrere Monate zurück, und wie so oft fehlte im Alltag nach Reiseende die Zeit, die Eindrücke (und Fotos) der Reise zu verarbeiten. Das versuchen wir nun mit unserem ersten Reisebericht nachzuholen und festzuhalten.

Wir sind Martin und Natascha aus München. Afrika haben wir erst in unseren frühen Corona-Jahren für uns entdeckt. Aus Mangel an anderen Reise-Alternativen ging es klassisch mit einer Namibia-Reise los, gefolgt von Südafrika, Uganda/Tansania, Botswana und nun Simbabwe in den Folgejahren. Wir sind gerne als Selbstfahrer und Camper unterwegs, haben wegen FOMO meist etwas zu viel im Programm, und schmeißen in der Planung auch gerne mal was um. Martin ist bei uns der designierte Fahrer und Foto-Verantwortliche, ich schaue gern aus dem Fenster, kümmere mich aber auch um die Planung.

Nun aber zu Simbabwe!

Es ist Januar 2025, und wir sind frisch zurück von unserer China-Reise, als wir auf Youtube bei einem Video vom Safari Expert über Simbabwe hängen bleiben. Relativ schnell formt sich der Gedanke, den nächsten Afrika Urlaub dort verbringen zu wollen. Wir beginnen mit der Recherche und planen eine ca. 3-wöchige Reise für September 2025. Einige Wochen später haben wir Flüge und ein Fahrzeug gebucht, eine Route erstellt und die Unterkünfte für die großen Stops gebucht.


Nach einigen Abwägungen beschließen wir, von München nach Johannesburg und Retour zu fliegen. Eine Woche vor Abflug wird unsere planmäßige Umstiegszeit in Paris CDG auf unter 1 Stunde gekürzt, was wir zum Anlass nehmen, den Flug kurzerhand zu stornieren und stattdessen mit Qatar Airways über Doha zu fliegen. Rückblickend ein Glücksfall, da Paris CDG genau an unserem Abreisetag vom Cyberangriff auf einen IT Dienstleister betroffen war.

Unterwegs waren wir mit dem HilCAM von Bushlore. Den HilCAM hätten wir eigentlich nicht ausgesucht, da er auf 4 Personen ausgelegt ist, es ist jedoch der einzige Bushcamper, der für unsere Daten verfügbar ist. Das Fahrzeug erweist sich als perfekt für uns - das Raumgefühl mit ausgeklappten Zelten ist großartig, und die Perspektive aus dem Seitenzelt erlaubt es, quasi auf Augenhöhe mit den Tieren zu sein.

Unsere geplante Route haben wir größtenteils beibehalten, aber es gab die ein oder andere Verschiebung an einigen Tagen. Mit Ausnahme der ersten Nacht in Johannesburg und dem Serolo Safari Camp am Ende der Reise sind wir komplett als Camper und Selbstversorger unterwegs, und würden das genau so wieder machen!

Zum Start ein Überblick über unsere Route. Vic Falls ist nennenswerterweise kein Bestandteil der Reise - dort waren wir im Vorjahr als Tagesausflug von Kasane.
Tag 0 Anreise München - Johannesburg
Tag 1 Ankunft Johannesburg
Tag 2 Übernahme Mietwagen und Fahrt zur Zvakanaka Campsite
Tag 3 Grenzübertritt Beitbridge, Fahrt nach Gonarezhou oder Stop in Chiredzi
Tag 4 Gonarezhou Chipinda Pools
Tag 5 Gonarezhou Chilojo Cliffs
Tag 6 Gonarezhou Chilojo Cliffs
Tag 7 Gonarezhou Hlaro
Tag 8 Transit Tag Gonarezhou - Great Zimbabwe. Übernachtung Clevers Lakeside Resort and Conference
Tag 9 Great Zimbabwe, Weiterfahrt Richtung Mana Pools. Übernachtung bei Chinhoyi
Tag 10 Mana Pools Nyamepi
Tag 11 Mana Pools Old BBC
Tag 12 Mana Pools Old BBC
Tag 13 Mana Pools Nyamepi
Tag 14 Chitake Springs Baobab Campsite
Tag 15 Chitake Springs Chitake 2 Campsite
Tag 16 Chitake Springs Chitake 2 Campsite
Tag 17 Transit Tag Mana Pools in Richtung Matopos. Übernachtung im Antelope Park
Tag 18 Matopos NP
Tag 19 The Farmhouse Matopos World's view
Tag 20 Grenzübertritt nach Botswana. Übernachtung Limpopo River Lodge
Tag 21 Serolo Safari Camp
Tag 22 Serolo Safari Camp
Tag 23 Grenzübertritt Südafrika, Übernachtung Matamba Bushcamp
Tag 24 Rückfahrt nach Johannesburg, Mietwagenübergabe und Heimflug nach München
Zitierenzuletzt bearbeitet 12. Apr. 2026Original ↗
Themenstarter219 Beiträge · seit 202431. März 2026 · #2
Etappe 1: Ankunft in Johannesburg, Fahrzeugübernahme und Fahrt in Richtung Grenze

Wir landen morgens in Johannesburg und haben einen freien Tag zur Verfügung, weil unser Fahrzeug erst am nächsten Tag verfügbar ist. Wir haben für den Tag kein Programm geplant und verbringen den Tag im Hotel und der angrenzenden Mall.

Am nächsten Morgen werden wir von Bushlore abgeholt und sind die ersten Kunden für die Fahrzeugübernahme. Die Übernahme ist leider so la la. Die Elektronik des Fahrzeugs wird uns falsch erklärt, das Auto ist nicht vollgetankt, und wie wir später feststellen, ist die zweite Batterie leergefressen, weil der Kühlschrank auf -17 Grad eingestellt war und die Batterie das nicht gut verkraftet hat. Wir verfrachten unser Gepäck im Auto und lassen die Koffer bis zur Rückgabe bei Bushlore, und machen uns auf den Weg.

Als nächster Programmpunkt steht Einkaufen an. Wir steuern einen Super Spar an, werden dort mit der Auswahl aber nicht glücklich und machen einen Umweg zu Checkers Hyper. Fürs nächste Mal merken wir uns, einfach direkt zu Checkers zu fahren - das ist einfach der beste Supermarkt.

Dann sind wir auch schon auf dem Weg in Richtung Norden. Unser Ziel ist die Zvakanaka Farm, wo wir die erste Nacht auf einer der Campsites verbringen werden. Die gut 400km gestalten sich schwieriger als gedacht wegen eines absoluten Anfängerfehlers: wir haben kein Bargeld dabei, zumindest keine Rand. Nachdem wir die ersten Mautstationen problemlos passieren konnten, geht es plötzlich nicht weiter. Die Betreiber stellen ihre Zahlungsmodalitäten um, ausländische Kreditkarten werden aktuell nicht akzeptiert. Not macht kreativ: beim ersten Mal tauschen wir mit einem anderen Reisenden den Mautbetrag in ZAR gegen USD. An der nächsten Station kommen wir mit USD durch, fahren dann aber doch lieber mal ab und ziehen Geld aus dem Automaten. Lektion gelernt: die Beträge für die Rückfahrt haben wir sogar mit einkalkuliert 😎

Insgesamt brauchen wir für die Strecke deutlich länger als gedacht und kommen bei Einbruch der Dunkelheit auf der Campsite an. Dass wir öfter ein bisschen trödelig unterwegs sind, sieht uns ähnlich, fürs nächste Mal nehmen wir uns aber vor, zeitiger loszukommen und uns besser vorzubereiten.

Auf der Campsite brennt schon ein Feuer, wir machen ein einfaches Essen und lassen den Abend ausklingen.

Am nächsten Morgen sehen wir erst, wo wir überhaupt gelandet sind. Die Campsite in Zvakanaka ist wirklich wunderschön, und eine absolute Empfehlung. Wir haben uns Sam's ausgesucht, und nach ausgiebiger Inspektion der anderen Sites landet diese im Ranking auf der 1. Die Campsites sind super ausgestattet und schön angelegt, und noch dazu sind die Betreiber wirklich nett.
Wir machen uns in Ruhe fertig, genießen einen Kaffee, und verquatschen uns dann noch mit den Besitzern, die uns empfehlen, auf jeden Fall nochmal Vorräte nachzukaufen.

Mit unserer morgendlichen Trödelei und dem erneuten supply run starten wir relativ spät in unsere zweite Etappe, was sich im weiteren Verlauf des Tages rächen wird.


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Zitierenzuletzt bearbeitet 07. Apr. 2026Original ↗
Themenstarter219 Beiträge · seit 202431. März 2026 · #3
Etappe 2: Beitbridge und das Social Media Dilemma

Auf dem Plan für heute steht der Grenzübergang nach Simbabwe. Obwohl Beitbridge berüchtigt ist, sind wir hoffnungsvoll (und naiv), dass wir gut durchkommen werden und hoffen, dass wir am selben Tag noch nach Gonarezhou kommen. Unsere Camps sind zwar erst für den Folgetag gebucht, wir spekulieren aber auf einen walk-in. Dass daraus überhaupt nichts wird, ahnen wir noch nicht. Auch nicht, dass wir dem Endgegner schon bei Schritt 2 begegnen.

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Nun ja, wir haben uns bemüht, vorab alles gut vorzubereiten. Ausgestattet mit E-Tip und vorab online ausgefülltem E-Einreiseformular dauert die Immigration bei mir keine 10 Minuten. Läuft. Bis es dann nicht mehr weitergeht. Martin steckt fest. Zunächst denken wir, dass es daran liegt, dass sie seine Online-Zahlung nicht zuordnen können. Tatsächlich ist das System noch so neu, dass sie die Zeitstempel der Zahlung abfragen und dann manuell Listen abgleichen. Doch auch nachdem sie die Zahlung gefunden haben, geht es nicht weiter.

Zum Glück bekommen wir Unterstützung von Cleopatra von Zimtourism, die uns erklärt, was da los ist. Leider leider hat Martin beim Einreiseformular seinen echten Job Titel eingetragen und keine pauschale Berufsbezeichnung. Er arbeitet im Social-Media-Bereich, und wie sich herausstellt, unterscheidet Simbabwe nicht zwischen Medien und Social Media - und schon ist Martin geflagged und erstmal zur Einreise gesperrt. Praxis-Tipp: Trigger-Begriffe wie Media am besten vermeiden 😎

Nachdem wir vermitteln konnten, dass Martin kein Journalist ist, sondern nur im Social Media Marketing arbeitet, wird ein Schreiben aufgesetzt, in dem Martin versichern muss, dass er nicht aus beruflichen Gründen nach Zim einreist und bekommt außerdem eine Wiedereinreisesperre von 90 Tagen. Das hochoffizielle Schreiben - immerhin eine halbe DIN A4 Seite - nimmt eine ganze Stunde in Anspruch, wir sind aber froh, dass es anscheinend eine Lösung gibt.

Oder auch nicht. Das E-Visum in Simbabwe ist zu diesem Zeitpunkt noch so neu, dass wohl nicht alle Fälle systemisch abbildbar sind. Im Vorjahr hatten wir noch ein handgeschriebenes Visum erhalten, nun druckt das System einen QR Code aus, der in den Reisepass geklebt wird. Das neue Problem: trotz Papier-Genehmigung zur Einreise versteht das System nicht, dass es nun den QR Code drucken darf. Anscheinend gibt es noch keine Hintertür für einen Override, und im System erscheint Martin noch immer als gesperrt. Die nächsten 2 Stunden verbringen wir damit, verschiedenen Leuten dabei zuzuschauen, wie sie sich vor dem Computer versammeln und auf den Bildschirm schauen. Ab und zu traut sich jemand, mal eine Taste zu drücken.

Dann plötzlich: ein QR Code kommt raus und wird in Martins Pass geklebt. Aber Moment - der war für einen anderen Reisenden und sie hatten die Pässe verwechselt. 😣

Schließlich schafft es die IT-Mitarbeiterin irgendwann und irgendwie, das System dazu zu bewegen, den richtigen QR Code auszudrucken und in den richtigen Pass zu kleben. Die Immigration ist geschafft.

Der anderen Stationen der Beitbridge Odyssee wie E-Tip, CVG (bei dem nie ganz klar ist, ob man es braucht oder nicht) und Zoll meistern wir dann noch irgendwie, sind aber nach der ganzen Ungewissheit, ob das überhaupt klappt, ganz schön k.o. und haben reichtlich Zeit verloren.

Unsere ursprüngliche Idee, direkt nach Gonarezhou durchzufahren, ist nicht mehr realisierbar, und wir kommen erneut bei Einbruch der Dunkelheit bei unserem Etappenziel in Chiredzi an.

Aus Mangel an Alternativen steuern wir den Hippo Valley Country Club als Campsite an. Wir sind froh, dass wir es geschafft haben, aber meine Güte, was für ein schrecklicher Camping Platz. Es gibt quasi keine Infrastruktur für Camper, sondern einfach eine große Fläche, auf der man stehen kann sowie eine total abgeranzte Gemeinschaftsdusche/Umkleidekabine anstelle von richtigen Ablutions. Aufgeräumt oder gar geputzt wurde das sicher das ganze Jahr noch nicht, und mit Gemeinschaftsdusche meine ich wirklich einen Raum mit Duschen, ohne Kabinen, dafür mit viel Schmutz. Wenn wir eine Alternative hätten, wären wir auf keinen Fall dort geblieben. Alternativlos habe ich den Preis auf 10 USD (immernoch frech für den Zustand) und die Nutzung von richtigen Waschräumen ausgehandelt, die es auch gibt, aber wohl nicht für Camper vorgesehen sind. Diese Adresse können wir in Chiredzi als Zwischenstopp jedenfalls überhaupt nicht empfehlen.

Trotzdem sind wir froh, dass wir es nach Simbabwe geschafft haben und einiges an Strecke zurücklegen konnten. Am nächsten Tag beginnt dann endlich der "richtige" Teil des Urlaubs: wir brechen auf nach Gonarezhou.
Zitierenzuletzt bearbeitet 07. Apr. 2026Original ↗
925 Beiträge · seit 201602. Apr. 2026 · #4
Hallo,

ich wollte hier mal ein großes Danke für deinen ausführlichen Bericht da lassen. Gbit es von euren anderen Trips auch Berichte?

Ich freue mich sehr auf eure Stationen - so wie ihr eure Tour geplant habt, steht sie bei uns auch schon lange auf der Agenda (für 2021 recht fix geplant - dann kamen Corona und Kinder). Da es gefühlt in letzter Zeit hier im Forum viel ruhiger um Simbabwe geworden ist, bin ich froh über alle aktuellen Eindrücke, damit wir Simbabwe mal für 2027 o. 28 ins Auge fassen können..

Viele Grüße aus dem Speckgürtel,

fidel
Themenstarter219 Beiträge · seit 202402. Apr. 2026 · #5
Etappe 3 - Gonarezhou, Place of Elephants Hyena

Heute geht es endlich nach Gonarezhou! Wegen unserer Grenz-Odyssee sind wir viel zu spät in Chiredzi angekommen und müssen vor der Fahrt in den Nationalpark noch unseren Supply Run bei Mnandi Meats (Empfehlung!) unterbringen und SIM-Karten besorgen. Wir besorgen zwei EcoNet SIM-Karten und jeweils Voucher für Datenvolumen und Telefonminuten. Die Mitarbeitenden helfen uns bei der Einrichtung und erklären uns die etwas gewöhnungsbedürftige Handhabung, insgesamt geht alles schnell und unkompliziert. Wir tanken voll und fahren dann endlich los.

Wir haben für die erste Nacht Chipinda Pools, eine der Developed Campsites, gebucht. Hier gibt es Ablutions und Wasser, aber keinen Standstrom. Für die Einfahrt von Chiredzi bietet sich Chipinda Pools als erster Stop an, wenn man früh dran ist, würde ich aber empfehlen, auf eine der Exclusive Campsites durchzufahren.

Wir bekommen die hinterste Campsite (ich glaube die 9). Es gibt genügend Abstand zu den Nachbarn, und insgesamt ist es eine schöne Campsite mit Blick auf den Runde. Bei unserer Ankunft gibt es im Flussbett schon ein bisschen Action (die am nächsten Tag in einem umgestürzten Baum endet).

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Nachmittags fahren wir nochmal los, um die Gegend zu erkunden. Wir haben ehrlicherweise gar nicht so viel zu Gonarezhou recherchiert und fahren ohne viele Anhaltspunkte einfach mal los. Nach einem kurzen Stop am Masasanya Dam fahren wir zum Chivilla Falls View Point. Wir erwischen gerade so das goldene Licht, und der Anblick ist wunderschön. Landschaftlich sind wir jetzt schon total geflasht von diesem Park.


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Nach einem kurzen Sundowner Stop finden wir uns wieder auf der Campsite ein, kochen und lassen den Abend im Camp ausklingen.


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Nachts werden wir plötzlich von einem lauten Rumpeln geweckt. Ein Blick nach draußen offenbart nächtlichen Besuch von einer - in diesem Moment riesengroß wirkenden - Hyäne. In einem Anflug von Dummheit haben wir nicht nur den Gusseisentopf draußen stehen lassen, sondern auch Wasserkanister, eine Kühlbox und unsere Campingstühle/Tisch draußen stehen lassen. Jede Campsite verfügt über einen überdachten Bereich, der Verstaumöglichkeiten anbietet. Dass man dort am besten keine Sachen verstaut, hätte offensichtlich sein müssen, aber ohne ein paar Rookie-Fehler wäre es ja auch langweilig.

Wir beraten leicht panisch, was wir tun sollen, als die Hyäne mit der Kühlbox über die Campingstühle stolpert und vor Schreck abhaut. Nach einigen Minuten des vorsichtigen Ableuchten des Tatorts trauen wir uns nach draußen, um den Schaden zu begutachten und zu retten, was zu retten ist. Wir haben Glück: die Hyäne hat die Kühlbox nur am Deckel erwischt, welcher sich gelöst hat und die Hyäne aus dem Konzept gebracht hat. Der Inhalt der Box (Gemüse und Getränke) war wohl auch enttäuschend und bleibt unversehrt zurück. Ein Wasserkanister schafft es nicht, und der Deckel der Kühlbox erinnert uns fortan daran, nicht so blöde Sachen zu machen!





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Nachts fängt es dann noch an zu regnen. Leider wurde uns der Regenschutz für das Seitenzelt bei der Übernahme auch nicht erklärt, sodass wir uns in das Dachzelt zurückziehen. Was für eine Nacht. Zum Glück können wir uns am nächsten Morgen über die Aufnahmen der Trapcam, die die Action festgehalten hat, amüsieren, bevor wir Chipinda Pools verlassen und unsere nächste Campsite ansteuern.
Zitierenzuletzt bearbeitet 07. Apr. 2026Original ↗
Themenstarter219 Beiträge · seit 202402. Apr. 2026 · #6
Etappe 4 - Gonarezhou Chilojo Cliffs Exclusive Campsite

Am nächsten Tag brechen wir nach dem Frühstück leicht gerädert von der turbulenten Nacht zu unserem nächsten Ziel auf: Chilojo Cliffs. Wir verbringen die nächsten zwei Nächte auf dieser Exclusive Campsite. Exclusive bedeutet hier: keine Facilities, dafür aber Wildnis pur.

Zu Chilojo Cliffs als Campsite gab es vor unserer Reise fast keine aktuellen Informationen oder Fotos. Ursprünglich gab es zwei Campsites in Chilojo, diese wurden aber wegen der Windverhältnisse geschlossen und sind nun nur noch Picnic Sites. Statt 2 Chilojo Sites gibt es jetzt nur noch eine, die etwas weiter weg ist und eine andere Sicht auf die Cliffs hat. Wir wussten also nicht, was uns erwartet, können diese Campsite aber sehr empfehlen.

Unterwegs zieht das Wetter immer weiter zu, dunkle Wolken bilden sich am Horizont. Wir fahren ein Stück auf der Hauptstraße, wo wir Bateleuren und Löwen begegnen. Nach Verlassen der Hauptstraße auf den Sililijo Loop gibt es wenige Sichtungen, und der Loop wird nach den ersten 5km auch sehr holprig. Aus der Ferne erhaschen wir unseren ersten Blick auf die Cliffs - trotz des schlechten Wetters strahlen sie rot. Insgesamt fällt uns auf, wie scheu die Tiere in diesem Park sind, was sicherlich auch daran liegt, dass es hier keine großen Besuchermassen gibt. Insgesamt begegnen uns unterwegs 2 Fahrzeuge.




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Auf der Campsite angekommen beschließen wir, den Rest des Tages im Camp zu verbringen und die Aussicht zu genießen.


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Zitierenzuletzt bearbeitet 02. Apr. 2026Original ↗
390 Beiträge · seit 200802. Apr. 2026 · #7
Danke für den Bericht. Tolle Fotos, die Detailaufnahmen sind sehr stimmungsvoll.

Wir liebäugeln auch immer noch damit Zimbabwe zu bereisen. Waren vor einer Ewigkeit in Namibia, Botswana, Vic-Falls und Süd-Afrika unterwegs. Uns schrecken die teuren Campsites und Nationalparks etwas ab. Ich habe das Gefühl, das Preis/Leistungsverhältnis stimmt nicht mehr. In Frage käme nur die Zeit im November, leider auch schon Anfang der Regenzeit. Was meinst Du?
Themenstarter219 Beiträge · seit 202402. Apr. 2026 · #8
Unseren Morning Drive am nächsten Tag halten wir kürzer als gedacht. Gonarezhou heißt nicht ohne Grund Place of Elephants - sie sind einfach überall, und nicht immer gut drauf, wenn ein Fahrzeug vorbeikommt. Wir cruisen ein bisschen in Richtung Bopomela Causeway, als wir dort aber nicht weiterkommen, kehren wir zurück zu unserer Campsite und machen erstmal Frühstück.

Es ist immer noch bewölkt, aber zumindest regnet es nicht mehr. Die Temperaturen sind bisher deutlich angenehmer als befürchtet - eigentlich hatten wir uns auf große Hitze eingestellt, es ist immerhin Ende September. Nach dem chaotischen Start sind wir froh, dass wir einen langsamen Tag im Camp einlegen und erst am Nachmittag wieder zu einem Game Drive aufbrechen. Denken wir zumindest, bis langsam ein paar Besucher in unserem Camp eintrudeln.

Die Chilojo Campsite ist von viel Grün umgeben, und in der Mitte steht ein großer Baum mit kleinen gelben Blüten. Meine Botanikkenntnisse sind nicht ausreichend, um den Baum zu benennen, aber wir stellen schnell fest, dass die Elefanten große Fans dieser Blüten sind.
Zunächst haben wir nur einen Besucher, der genüsslich die Blüten vom Boden nimmt, mit der Zeit kommen immer mehr Elefanten direkt aus dem Fluss in unsere Campsite und genießen einen Snack. Wir platzieren uns nah an unserem Fahrzeug und verbringen den ganzen Nachmittag mit diesen wunderschönen Tieren. Schon bald ist der ganze Boden der Campsite mit Swirls verziert, die die Elefanten beim Aufsammeln der Blüten mit ihren Rüsseln hinterlassen. Auch einige andere Besucher lassen sich blicken - wir verzichten heute ganz darauf, nochmal rauszufahren. Mein Herz ist prall gefüllt nach diesem wunderbaren Erlebnis.


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Zitierenzuletzt bearbeitet 07. Apr. 2026Original ↗
Themenstarter219 Beiträge · seit 202402. Apr. 2026 · #9
fahrinurlaub schrieb:Danke für den Bericht. Tolle Fotos, die Detailaufnahmen sind sehr stimmungsvoll.

Wir liebäugeln auch immer noch damit Zimbabwe zu bereisen. Waren vor einer Ewigkeit in Namibia, Botswana, Vic-Falls und Süd-Afrika unterwegs. Uns schrecken die teuren Campsites und Nationalparks etwas ab. Ich habe das Gefühl, das Preis/Leistungsverhältnis stimmt nicht mehr. In Frage käme nur die Zeit im November, leider auch schon Anfang der Regenzeit. Was meinst Du?
Also ich würde es sofort wieder machen! Ja, die Campsites in den Nationalparks (Mana Pools und Gonarezhou zumindest) sind absurd teuer, aber eben auch einmalig. Logistisch ist es nicht ganz einfach, weil die beiden Parks ja genau am jeweils anderen Ende des Landes liegen, aber ich war zumindest noch in keinem anderen Nationalpark, der vergleichbar wäre. Gonarezhou ist natürlich sehr groß, und wir haben nur einen sehr kleinen Teil geschafft, aber ich fand es wirklich wunderbar und hab Lust auf mehr. Wir werden auf jeden Fall wieder hinreisen, wenn das timing stimmt.

Preis/Leistung ist ja sehr subjektiv. Wir dachten bei unserer ersten Botswana Reise vor ein paar Jahren schon, dass Camping ja teilweise ganz schön teuer ist, da wussten wir noch nichts von den Preisen in Zim. Simbabwe ist auch allgemein teurer (Sprit, Lebensmittel), aber die Kosten vor Ort halten sich eigentlich sehr in Grenzen. Die Reise war in Summe dann auch nicht gravierend teurer als unsere anderen Urlaube. Und vielleicht ist die aktuellste Reise immer die, die gedanklich präsenter ist, aber ich glaube, mir hat Zim nochmal besser gefallen als Bots und Namibia.

November ist so eine Sache. Eigentlich sagt man ja, dass es für Zim schon zu spät ist, aber die Jahreszeiten verschieben sich ja auch immer mehr, bzw. wird es immer weniger vorhersehbar. Gonarezhou ist wohl sensibler, was das Klima angeht als manche anderen Ziele im südlichen Afrika. Das kann schon sein, dass dann viele Strecken gar nicht passierbar sind, kann auch schon im November passieren.

Wir möchten dieses Jahr eigentlich auch gerne wieder nach Afrika, und bei uns kommt auch nur November (oder später) in Frage, was natürlich ein bisschen blöd ist. Wir schauen momentan nach KTP, CKGR und Okavango Delta, aber ich hätte tatsächlich total Lust, nochmal nach Gona zu fahren. Wir schauen mal, worauf es hinausläuft. Zim kann man an und für sich auch ohne große Vorausplanung machen, es sei denn, man möchte spezielle Campsites. Aber wenn man z.B. in Johannesburg startet und Kruger einplant, lässt sich das inzwischen wohl sehr gut kombinieren.
Themenstarter219 Beiträge · seit 202402. Apr. 2026 · #10
fidel schrieb:Hallo,

ich wollte hier mal ein großes Danke für deinen ausführlichen Bericht da lassen. Gbit es von euren anderen Trips auch Berichte?

Ich freue mich sehr auf eure Stationen - so wie ihr eure Tour geplant habt, steht sie bei uns auch schon lange auf der Agenda (für 2021 recht fix geplant - dann kamen Corona und Kinder). Da es gefühlt in letzter Zeit hier im Forum viel ruhiger um Simbabwe geworden ist, bin ich froh über alle aktuellen Eindrücke, damit wir Simbabwe mal für 2027 o. 28 ins Auge fassen können..

Viele Grüße aus dem Speckgürtel,

fidel
Hi Fidel,
ja, es gibt ja vergleichsweise allgemein wenige Informationen zu Simbabwe. Man merkt aber auch vor Ort, dass es viel weniger Durchlauf gibt als in Botswana und Namibia. Es hat auf unserer Reise z.B. ganz schön lange gedauert, bis wir ein anderes Fahrzeug von einer der gängigen Autovermietungen gesehen haben. Ich glaube, das war sogar erst in Mana Pools, Simbabwe scheint also noch immer off the beaten Track zu sein. Mit der turbulenten Historie ist das sicherlich auch nicht verwunderlich, aber ich kann es als Reiseland so sehr empfehlen!

Wir waren dann letztlich mit der Routenplanung relativ stark auf uns allein gestellt (außer dem Tipp, über Botswana/Tuli zu loopen, der hier aus dem Forum kam 🙂 ), es hat aber sogar besser als gedacht funktioniert. Es kommt tatsächlich gar nicht so oft vor, dass ich rückblickend nicht irgendwas anders gemacht hätte, aber das würde ich nochmal so machen (plus eine zusätzliche Woche in Gona).
Themenstarter219 Beiträge · seit 202402. Apr. 2026 · #11
Etappe 5 - Gonarezhou Hlaro Campsite

Nach 2 entspannten Nächten in Chilojo Cliffs ist es Zeit, weiterzuziehen. Wir planen einen weiteren Stopp auf der anderen Seite des Runde Rivers in Hlaro. Hlaro ist ebenfalls eine der Exclusive Campsites und liegt hinter dem bekannteren Director's Camp, in mindestens genauso guter Lage. Außer einer Longdrop Toilette und einem fantastischen Ausblick gibt es nichts. Mehr braucht es aber auch nicht. Die Campsite ist sehr groß, und man findet eigentlich zu jeder Tageszeit Schatten, muss aber ggf. umparken, um nicht in der prallen Sonne zu stehen. Das Wetter ist am Vorabend aufgeklart, und so können wir die letzten beiden Tage in Gona richtig genießen.

Bevor wir umziehen, machen wir einen Morning Drive und beschließen, die Hauptstraße in Richtung Chipinda Pools zu fahren. Unterwegs treffen wir ein einziges Fahrzeug, jedoch mit dem entscheidenden Tipp: Nashörner im Sililijo Loop, und ein paar Buffalos in Richtung Chipinda. Wir cruisen ein bisschen auf der Hauptstraße, finden die Buffalos aber nicht und biegen dann auf den Sililijo Loop ab. Wir glauben eigentlich nicht so recht daran, die Nashörner tatsächlich zu finden. In Gona gibt es seit relativ kurzem wieder Black und White Rhinos, aber sie sind - wie die meisten Tiere hier - sehr scheu. Umso mehr freuen wir uns, dass wir unterwegs einen Long Tusker sehen.


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Und dann finden wir sie tatsächlich. Zwei Rhinos auf einer Lichtung. Obwohl wir noch ein ganzes Stück von ihnen entfernt sind, bemerken sie uns sofort und fangen an zu rennen. Wir sehen sie noch eine ganze Weile laufen, bis sie im Gebüsch verschwinden, aber ein ordentliches Foto ist in der Action nicht entstanden. Wir freuen uns riesig, die beiden gesehen zu haben, da wir auf dieser Reise nur an zwei Orten eine Chance auf Rhinos und somit auf die Big 5 haben.


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Auf der Hlaro Campsite angekommen geben wir unseren Vormietern, einer großen Gruppe aus 5 oder mehr Fahrzeugen, Zeit, die Campsite zu räumen. Die Site ist so groß, dass tatsächlich alle gleichzeitig unterkommen, ohne dass man einander stört. Wir machen erstmal Frühstück und erkunden die Gegend.

Hlaro ist dahingehend eine fantastische Campsite, als dass man einen super Blick auf die Klippen hat, aber auch relativ nah am Flussbett ist und das Geschehen sehr gut beobachten kann.


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Nachmittags beschließen wir, noch zum Cliffs Viewpoint hochzufahren - die Entfernungen im Park sind relativ groß, aber diesen Programmpunkt wollen wir unbedingt noch absolvieren. Der Ausblick von oben ist wunderbar, und man bekommt ein ganz anderes Gefühl für Größe, wenn man die Elefanten von oben durchs Flussbett ziehen sieht. Landschaftlich ist dieser Park einfach unbeschreiblich - so vielseitig und einfach wunderschön.
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Wir kehren im Abendlicht zurück zur Campsite, und während Martin noch das Auto parkt, springe ich raus und laufe zum Fluss. Gerade in dem Moment unserer Ankunft kreuzt eine riesige Herde Büffel den Runde. Was für ein Timing!

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Wir genießen beim Abendessen den Anblick bis zum letzten Moment.

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Zitierenzuletzt bearbeitet 07. Apr. 2026Original ↗
1'003 Beiträge · seit 200802. Apr. 2026 · #12
Hallo,
Ich bin auch dabei und gespannt auf eure Erlebnisse in Zim. Vorallem Mano Pools steht auch noch auf meiner wish list! Und Berichte über Zim sind tatsächlich rar.
Ihr hattet ja wirklich Pech an der Grenze. 😐 Könntest du mir nochmals kurz sagen, was ich für die Einreise zwingend vorab brauche? Das e Visum muss ich online machen oder geht das auch vor Ort? Braucht man für das Auto noch etwas vom Vermieter, ausser dem Permit für Zim? Wie habt ihr es mit dem Geld gemacht, hattet ihr so viele US$ in bar dabei oder gibt es ATMs?
Vielen Dank und viele Grüße
Doro
Zitierenzuletzt bearbeitet 02. Apr. 2026Original ↗
Themenstarter219 Beiträge · seit 202402. Apr. 2026 · #13
Hallo,
Ich bin auch dabei und gespannt auf eure Erlebnisse in Zim. Vorallem Mano Pools steht auch noch auf meiner wish list! Und Berichte über Zim sind tatsächlich rar.
Ihr hattet ja wirklich Pech an der Grenze. 😐 Könntest du mir nochmals kurz sagen, was ich für die Einreise zwingend vorab brauche? Das e Visum muss ich online machen oder geht das auch vor Ort? Braucht man für das Auto noch etwas vom Vermieter, ausser dem Permit für Zim? Wie habt ihr es mit dem Geld gemacht, hattet ihr so viele US$ in bar dabei oder gibt es ATMs?
Vielen Dank und viele Grüße
Dorr
Hi Doro,
Organisatorisch ist das ziemlich überschaubar. Fürs E-Visum gibts drei Optionen:

- online beantragen und bezahlen
- online beantragen, vor Ort zahlen (bar oder mit Karte)
- vor Ort am Tablet beantragen und bezahlen

Das Verfahren ist noch relativ neu, in Beitbridge gabs im September nur 3 Tablets, das kann sich also stauen. Online ist aber schnell und easy (nur nicht den falschen Job eintragen). Wir haben es am Vorabend online gemacht.

Sonst brauchst du fürs Auto ein E-Tip, das haben wir am morgen der Abholung online gemacht und bezahlt. Man braucht Angaben zum Fahrzeug, ggf. kann man das vorab bei der Autovermietung erfragen.

Und dann braucht man manchmal noch ein CVG (commercial vehicle guarantee). Es ist wohl eine Grauzone, ob man als Mieter eines Mietwagens ein CVG braucht oder nicht, aber am Ende ist das Auto ein commercial vehicle, auch wenn wir nicht aus kommerziellen Gründen das Fahrzeug einführen. Bei uns wollten sie es haben, und wir wollten nicht diskutieren 🤪 wo man das im Regelfall bekommt, weiß ich allerdings nicht. Wir wussten vorher nichts davon, ZimTourism hat irgendwen angerufen, und 30 Minuten später hat jemand den Wisch gegen 50 Dollar bar gebracht 😎 also eigentlich ist das halt auch so Ding, um irgendwas abzukassieren.

Zum Geld: wir haben vorab bei der Reisebank 1000 USD in kleinen Scheinen bestellt. Primär weil das Buchungsformular für Mana Pools Barzahlung, Überweisung und EcoPay anbietet. Tatsächlich ist auch Kartenzahlung vor Ort grundsätzlich möglich.

Wir hatten dann letztendlich viel zu viel dabei und die restlichen Dollar liegen jetzt irgendwo in der Schublade. Wir konnten an jeder Tankstelle, Mautstation, Supermarkt mit Karte zahlen. Das isr bestimmt nicht immer so, aber Kartenzahlung ist inzwischen weit verbreitet.

Bargeld gebraucht haben wir für Souvenirs, Trinkgeld, auf dem Gemüsemarkt, bei Great Zimbabwe (bin mir sicher, dass sie mit Nachdruck das Kartengerät angeschmissen hätten), und auf einer kleinen Campsite. Ich würde es beim nächsten Mal nicht übertreiben und vielleicht 300-400 USD mitnehmen. Das sollte für unvorhergesehene Ereignisse reichen (ad hoc Camping, Notfall-Tanken, Stromausfall).

An der Grenze und in größeren Städten kann man wohl auch USD aus ATMs ziehen, das haben wir aber nicht gemacht und ich vermute, der Wechselkurs ist nicht sehr attraktiv. Preislich wars bei der Reisebank in Ordnung, aber natürlich nicht so gut wie Kartenzahlung bei einer Karte ohne Auslandsgebühren.
1'003 Beiträge · seit 200803. Apr. 2026 · #14
Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Das hilft mir sehr!
Ich hatte sowas gehört, dass man fürs Auto jetzt mehr braucht, als vor ein paar Jahren. Da waren wir das letzte mal in Zim.
Auch interessant, dass doch oft Kartenzahlung möglich war.
Schöne Ostern und viele Grüße
Doro
61 Beiträge · seit 201906. Apr. 2026 · #15
Hallo Akane

Auch von mir ganz herzlichen Dank für Deinen Bericht, den ich gerne mit verfolge. Wir werden im November über Sambia nach Simbabwe reisen und einen grossen Teil eurer Ziele in anderer Reihenfolge besuchen. Deswegen bin ich schon ganz gespannt und freue mich über alle Infos von Dir 🙂 .

Frohe Ostern und liebe Grüsse
Vanessa
Themenstarter219 Beiträge · seit 202407. Apr. 2026 · #16
Etappe 6 - Unterwegs in Richtung Great Zimbabwe

Unser letzter Morgen in Gonarezhou bricht kurz vor Sonnenaufgang an. Aufwachen im Afrika-Urlaub ist immer ein kleines Mysterium für mich. Man kennt mich nicht als early bird, aber in Afrika hat das frühe Aufwachen eine Leichtigkeit und Natürlichkeit, die ich von zuhause nicht kenne. Nahezu jeden Morgen wachen wir vor Sonnenaufgang ganz von alleine auf, und unser Tagesablauf folgt auch sonst sehr stark der Sonne. Dadurch gehen wir natürlich auch viel früher schlafen, wenn wenn es erstmal dunkel ist, gibt es ja nicht mehr viel zu tun.

An diesem Morgen bin ich aufgeregt und wehmütig zu gleich. Der wunderbare Sonnenaufgang gibt mir einen Energie-Schub, gleichzeitig bin ich traurig, dass wir Gonarezhou heute wieder verlassen. Gerne hätten wir hier mehr Zeit verbracht, vor allem, weil es noch so viel zu entdecken gibt. Mit einem Blick auf unsere Route überlege ich kurz, ob wir eine Nacht dranhängen und irgendwoanders einsparen können. Da wir aber nicht wissen, welche Campsites heute verfügbar sind, und außerdem keine Ahnung haben, welche Straßenverhältnisse uns auf unserer Strecke tatsächlich erwarten, beschließen wir, unserem Plan zu folgen und weiterzuziehen. Da ich mich nicht von diesem Park losreißen kann, kehren wir nach einem kurzen Morning Drive nochmal ins Camp zurück und frühstücken ein bisschen länger als gewöhnlich. Dann ist es aber tatsächlich an der Zeit, aufzubrechen.


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Heute steht die Fahrt in Richtung Great Zimbabwe auf dem Plan. Gail von der Zvakanaka Farm und ihr Mann hatten uns am Anfang unserer Reise eine landschaftlich schöne Route empfohlen. Da wir es nicht eilig haben, folgen wir der Empfehlung. In Chiredzi tanken wir nochmal auf. Weil wir wenig Lust haben, mit unserem Kompressor zu hantieren, überlassen wir den Reifendruck den Experten gegenüber der Tankstelle. Der Dollar dafür ist gut investiert, und so machen wir erst am letzten Tag in Zimbabwe Bekanntschaft mit unserem Kompressor.


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Wir entscheiden uns - auf Basis von neueren Reviews - für eine Campsite im Clever's Lakeview Resort and Conferencing Center. Leider können wir die Campsite nicht empfehlen. Wir hatten sicher situatives Pech, aber auch abgesehen davon merkt man, dass das Resort das Konzept von Camping nicht wirklich versteht. Die Anlage des Resorts ansich ist sehr schön, mit einem tollen Seeblick und schönen Gartenanlagen, aber an den Camping-Plätzen merkt man, dass sie eigentlich nicht verstehen, wie Camping funktioniert.

Wir sind die einzigen Camper, aber die Stellplätze sind sehr eng konzipiert und nicht unbedingt für Camper mit Dachzelt geeignet. Die Braai facilities und Feuerstellen sind größtenteils kaputt. Immerhin sind die Ablutions ordentlich - hier gibt es nichts zu bemängeln.

Der Hauptgrund, warum wir das Resort nicht als Campsite empfehlen können, wird aber schon vom Namen der Unterkunft angedeutet "Resort and Conferencing Center". Das Conferencing Center liegt unmittelbar neben der Campsite, und wie der Zufall es wollte, findet am nächsten Tag tatsächlich eine Konferenz statt und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Das ist ansich okay, wenn aber Kleinlaster und Autos direkt an der Campsite vorbeifahren, um Stühle anzuliefern und der Soundcheck lautstark durchgeführt wird, finden wir das nicht angemessen. Als nach 22 Uhr noch immer Stühle hin und her gekarrt werden, spreche ich mit dem Manager on Duty und bitte darum, dass die schweren Fahrzeuge nicht direkt vor unserem Fahrzeug passieren. Er verspricht, dass keine Fahrzeuge mehr durchfahren werden, aber erst nach der 3. Beschwerde ist kurz vor Mitternacht dann wirklich Ruhe.

Auch sonst ist unser Abend irgendwie verkorkst. Wir vertrödeln irgendwie den Nachmittag und beschließen, heute mal auf Gas zu kochen und kein Feuer zu machen. Nachdem wir alles vorbereitet haben, stellen wir jedoch fest, dass kein Gas aus der Gasflasche kommt. Komisch, wir hatten ihn nur einige wenige Male zum Wasserkochen benutzt, und er kann eigentlich unmöglich schon leer sein. Wir greifen zur zweiten Flasche, welche jedoch ungewöhnlich leicht ist. Auch hier kommt kein Gas heraus. Also überlegen wir, welche Alternativen wir haben. Im Restaurant essen? Blöd, weil die Zutaten ja schon kleingeschnitten sind. Feuer machen? Dauert zu lange. Wir erfahren an der Rezeption, dass es in der Nähe eine neue Tankstelle gibt, und obwohl wir ungern im Dunkeln loswollen, machen wir uns auf den Weg und lassen die Flaschen auffüllen. Zurück im Camp: kein Gas. Letztlich stellen wir fest, dass der Kocher-Aufsatz wohl kaputt ist. An unseren Kochfeldern, die wir aus Faulheit heute nicht nutzen wollten, funktioniert alles problemlos.

Ziemlich genervt vom Verlauf des Abends lassen wir uns noch vom Conferencing Center ärgern und gehen dann endlich ins Bett.

Am nächsten Morgen sind wir froh, diese Campsite zu verlassen - denn obwohl wir wirklich früh aufstehen, geht der ganze Conferencing-Trubel direkt wieder weiter. Natürlich findet nicht immer eine Konferenz statt, und so kann die Erfahrung natürlich viel positiver ausfallen - aber die Kombination aus Conferencing und Camping funktioniert einfach nicht, und wir hätten zumindest erwartet, dass sie uns vor dem Check-in vorwarnen, da wir dann sicherlich eine andere Option bevorzugt hätten.


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Zitierenzuletzt bearbeitet 07. Apr. 2026Original ↗
Themenstarter219 Beiträge · seit 202408. Apr. 2026 · #17
Unsere Erfahrung bei Clever's war als Camper nicht die Beste. Ob man vor 6 Uhr morgens schon die Campsite fegen muss, sei dahingestellt, wir sind aber dennoch erleichert, als wir morgens zusammenpacken.

Was war passiert?

Wir erinnern uns, dass bei der Übernahme unseres Autos nicht alles reibungslos lief: das Auto war nicht vollgetankt, uns wurden einige Dinge nicht oder falsch erklärt, und dann war da ja noch der Kühlschrank, der wer weiß wie lange schon viel zu niedrig eingestellt war. Ich frage bei der Übergabe sogar noch, warum das Display des Kühlschranks eine rot blinkende Batterie anzeigt, das sei aber normal und würde sich erübrigen, wenn sich die Batterie beim Fahren auflädt.

Nun war es so, dass wir schon eine Woche ohne Standstrom unterwegs waren - zunächst hatten wir uns nichts dabei gedacht. Wir sind viel gefahren und haben darauf gesetzt, dass sich die Batterie durchs Fahren und/oder Solar auflädt. Das war leider nicht so, und wir bemerkten es erst in Gonarezhou, wo es keinen Strom, keinen Handyempfang, und an einigen Tagen auch wenig Sonne gab. Die Batterie war zu diesem Zeitpunkt schon so geschwächt, dass der Kompressor zum Kühlen zwar ansprang, dann aber nicht genug Energiezufuhr bekam und direkt wieder ausging. Das Ergebnis: der Kühlschrank kühlt nicht.

Nun muss man wissen, dass wir eine schwierige Beziehung zu Camping-Kühlschränken haben. Bei unserer ersten Reise mit Camper in Namibia war unser Kühlschrank einfach kaputt. Zwar konnte der Kühlschrank nach ein paar Tagen getauscht werden, das traurige Bild der geschmolzenen Butter ist aber nicht vergessen. Bei unserem Fahrzeug für die Botswana-Reise war der Kühlschrank auf der Rückbank montiert - praktisch, um dranzukommen. Nicht so praktisch, wenn die Sonne durchs Fenster knallt und der Kühlschrank überfordert ist. Kühlschranksorgen gehören also zum Programm. Auch diesmal macht mich der Kühlschrank fast wahnsinnig. Wie gebannt bleibe ich am Kühlschrank stehen, sobald der Kompressor anspringt und beobachte das Trauerspiel der roten Batterie-Anzeige.

Wir haben von Autos und Elektronik wirklich keine Ahnung und lassen uns von Gemini und ChatGPT mal erklären, was das Problem mit der Batterie sein könnte. Dabei stellen wir fest, dass uns das Elektro-Panel im Auto ziemlich falsch erklärt worden ist. Bei der Übergabe fragen wir explizit, was wofür ist, und bei "Solar" bekommen wir die etwas fragwürdige Antwort, dass dieser Knopf für die Warmwasser-Aufbereitung über Solarstrom sei. Das kommt uns komisch vor, weil wir ja gar keine Dusche haben, aber ahnungslos wie wir sind, verlassen wir uns auf den "Experten". Tja, das war einfach falsch. Ohne den Solar-Button funktoniert nämlich die ganze Geschichte mit dem Solarstrom überhaupt nicht. Gut, dass wir das mal rausgefunden haben.

Zum Glück wirkt die Nacht am Standstrom wunder - die Batterie schafft es, sich zu erholen. Ich werde in den nächsten Tagen dennoch immer einen Moment länger am Kühlschrank verbleiben, wenn der Kompressor anspringt, bis das Vertrauen wiederhergestellt ist.

Bushlore empfiehlt uns, die Batterie dennoch auszutauschen, da wir aber weiterziehen wollen, haben wir darauf nicht so viel Lust und setzen darauf, dass die Batterie es für den Rest der Reise schafft.

Guter Dinge und gespannt auf Great Zimbabwe verlassen wir die Campsite.
Themenstarter219 Beiträge · seit 202408. Apr. 2026 · #18
Great Zimbabwe

Wir sind früh dran, als wir gegen 8 Uhr auf dem Park Platz von Great Zimbabwe ankommen. Wir zahlen den Eintritt und entscheiden uns für eine geführte Tour. Am Eingang treffen wir unseren Guide, der uns kurz erklärt, was uns die nächsten anderthalb bis zwei Stunden erwarten wird. Er weiß noch nicht, dass die 2 Stunden sehr optimistisch angesetzt waren.

Wir starten mit dem Hill Complex und entscheiden uns für die leichte, neue Route auf dem Weg nach oben. Danach geht es über die Upper Valley Enclosure zum architektonischen Höhepunkt, der Great Enclosure.

Es ist wenig los und wir treffen nur auf eine Hand voll anderer Touristen. Schon beim Aufstieg zum Hill Complex weiß ich: das ist genau mein Ding. Tatsächlich möchte ich jede Abzweigung erkunden, und eigentlich auch jeden Stein anschauen. Martin weiß jetzt schon, was kommt. Seit wir gemeinsam Pompeii besucht haben, hat er gelernt, die Situation besser einzuschätzen: während er dachte, dass wir ein paar Stunden durch die Ruinen schlendern, war natürlich klar, dass wir den ganzen Tag dort verbringen und die letzten sein werden, die den Komplex bei Torschluss verlassen. Unser Guide bekommt nun auch ein Gefühl dafür, dass es eventuell ein bisschen länger dauern könnte.


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Der Hill Complex gefällt mir besonders gut - man hat einen tollen Ausblick, und man kann hinter jeder Ecke etwas entdecken. Den ein oder anderen Klippschliefer zum Beispiel.


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Nach einiger Zeit verlassen wir den Hügel und arbeiten uns zu den neueren Bauten der Anlage vor - spannend ist, dass man den Fortschritt in der Technik wirklich gut erkennen kann. Unser Guide fragt uns unterwegs immer wieder ab, sodass wir stets gut aufpassen, um die Fragen beantworten zu können.


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Zum "Abschluss" besichtigen wir die Great Enclosure, die mit ihrer Außenmauer sehr beeindruckend ist. Inzwischen sind schon deutlich mehr als 2 Stunden vergangen, ich möchte aber trotzdem noch ins Lower Valley, sodass wir noch einen Schlenker machen. Als unser Guide schon Anrufe vom Eingang bekommt, wo er denn bliebe, beschließen wir, dass Martin und der Guide schonmal langsam zurück zum Ausgang gehen, während ich nochmal eine Runde um die Great Enclore drehe. Ich kann mich nur schwer losreißen, aber nach knapp 4 Stunden Tour wird es doch Zeit, aufzubrechen.

Unser Guide verabschiedet uns mit einem schönen Zitat: the eagerness of the hearer quickens the tongue of the speaker.

Korrekt ist es wohl "the eagerness of a listener quickens the tongue of a narrator", aber die Bedeutung ist gefällt mir sehr. Auch unser Guide hat gemerkt, wie sehr wir uns für Great Zimbabwe interessieren, und obwohl er etwas länger als geplant mit uns unterwegs war, hatte auch er hoffentlich eine gute Zeit.


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Zitierenzuletzt bearbeitet 08. Apr. 2026Original ↗
Themenstarter219 Beiträge · seit 202409. Apr. 2026 · #19
Etappe 7 - Von langen Fahrtagen und dem Glück des Ankommens

Es ist gegen 12 Uhr, als wir auf dem Parkplatz von Great Zimbabwe stehen und nicht so recht wissen, wie es genau weitergeht. In unserer ursprünglichen Planung haben wir diesen Tag als Puffer gesetzt, da wir keine Ahnung hatten, wie gut wir vorankommen, wie lange wir Great Zimbabwe besichtigen würden und ob wir danach überhaupt noch Lust haben, weiterzufahren. Das grobe Ziel ist, uns in Richtung Mana Pools vorzuarbeiten. Wir fühlen uns fit und beschließen, einfach mal loszufahren.

Vorab haben wir recherchiert, wo wir die Strecke tendenziell unterbrechen könnten, haben aber auch den kurz vor unserer Reise ziemlich frisch erschienen Zimbabwe Self-Drive Guide dabei. Das Buch hilft uns, auch ohne Internet Routen- und Unterkunftsoptionen zu recherchieren. Heute erweist es sich als besonders nützlich.


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Wir wählen die Route über Gweru und Kadoma in Richtung Chinhoyi, da wir Harare gerne umfahren wollen. Die Fahrt ist in erster Linie lang, und nicht besonders ereignisvoll. Mal wieder lernen wir, dass man nie so schnell vorankommt, wie man denkt. In Simbabwe gibt es sehr viel LKW Verkehr - mit sehr langsamen LKW. Hat man so einen auf einer schmalen Straße erstmal vor sich, verliert man spürbar Zeit, und oft ist es wirklich zäh. In den größeren Orten staut es sich ab und zu an der Ortseinfahrt und -Ausfahrt.

Wir passieren auch einige Police Blocks, die aber nie ein Problem sind. Auf der gesamten Reise müssen wir nur zwei Mal unsere Papiere inkl. eTIP vorzeigen. Die restlichen Male werden wir entweder direkt durchgewunken, oder unterhalten uns kurz mit den Polizisten. Viele interessieren sich für unser Ziel und wo wir schon waren, und scheinen sich über Touristen zu freuen.

Ein ganz anderes Bild als in Südafrika. Wir wundern uns noch immer über die Episode am ersten Fahrtag, als wir relativ plötzlich von einem Polizisten angehalten werden. Er springt quasi auf die Straße und winkt uns an den Straßenrand. Angeblich hätten wir die zulässige Geschwindigkeit überschritten. Wir wundern uns, da wir kein Schild mit einer neuen Begrenzung wahrgenommen haben, noch komischer kommt uns aber die Argumentation des Polizisten vor. Da sei ja ein Stadion, und daher wäre die Geschwindigkeit hier begrenzt. Tatsächlich sehen wir in der Ferne das Stadion, was das aber mit dem Tempolimit zu tun hat, erschließt sich uns nicht. Der Polizist legt nach: ja, es gibt ja auch noch eine Schule, daher nur 80. Er nennt uns irgendeinen Betrag in Rand, der uns im Licht der gesamten Situation absurd vorkommt. Wir sehen keine Schule, kein Tempolimit und auch sonst keinen Grund, uns darauf einzulassen. Trotz so viel Kreativität merkt auch er, dass wir nicht zueinander finden. "So you have nothing for me today?" Wir bestätigen und ziehen weiter.

Zum Glück ist uns soetwas in Simbabwe nicht mal annähernd untergekommen. Überhaupt sind die Menschen sehr freundlich. Im Freundlichkeitsranking für das südliche Afrika würden wir Simbabwe glatt auf die 1 setzen.

Wir fahren immer weiter, und gedanklich setzen wir uns Chegutu als potentiellen Zwischenstopp, denn dort habe ich eine Campsite markiert, die in Frage kommt. Als wir nach Chegutu einfahren sind wir jedoch zwiegespalten. Eigentlich ist es noch zu früh, um uns schon niederzulassen, vor allem, wenn es ja nichts sonderlich interessantes gibt. Andererseits ist die nächste mögliche Station Chinhoyi, und das ist noch ein Stück.

Wir beschließen, bis Chinhoyi weiterzufahren, um für den nächsten Tag einen besseren Ausgangspunkt zu haben. Laut Navi mit Tracks4Africa Karte sollten wir noch bei Tageslicht ankommen. Das Navi weiß bloß leider nicht, wie oft man hinter einem LKW rumgurkt. Da wir jetzt ein Ziel haben, mache ich mich daran, eine Campsite zu finden. Ich kontaktiere Chinhoyi Caves über whatsapp, wider Erwarten sind sie aber ausgebucht. In unserem Self-Drive Guide finde ich Romsey Farm als Alternative. Die Beschreibung klingt gut, ich schreibe die beiden Nummern auf Whatsapp an. Hier macht sich bezahlt, dass der Guide noch so neu ist - die Telefonnummern stimmen. Doug, der Besitzer, antwortet uns schnell, dass wir gerne kommen können und schickt eine detaillierte Wegbeschreibung mit. Wir sind froh, dass wir eine Campsite haben, auch wenn Romsey Farm noch ein Stück hinter Chinhoyi liegt.

Die Dämmerung setzt ein, als wir Lion's Den passieren - hier ist es irgendwie wuselig, und wir kommen mit der Wegbeschreibung irgendwie durcheinander und biegen falsch ab. Fälschlicherweise verlassen wir uns auf das Navi - spätestens, als wir auf irgendwelchen Feldwegen landen, kommt uns die Routenführung verdächtig vor. Inzwischen wird es dunkel, und wir zweifeln, ob uns der Feldweg zum Ziel führen wird. Auf Umkehren haben wir wenig Bock, befürchten aber, dass es darauf hinauslaufen wird. Dann sehen wir ein Licht und hoffen, dass es die Campsite ist, und diese auch von unserem Feldweg erreichbar ist.

Wir sind wirklich froh, als wir es dann tatsächlich geschafft haben! Crispin, der Campsite Attendant, erwartet uns schon. Er hat Feuer gemacht, Wasser aufgesetzt und auch sonst alles vorbereitet. Kurz nach unserer Ankunft kommt auch Doug auf seinem Motorrad angefahren - er hatte eigentlich an der Einfahrt zur Farm auf uns gewartet, hat dann aber Scheinwerferlicht in der Ferne gesehen und schon vermutet, dass wir uns verfahren haben. Er begrüßt uns herzlich, und wir quatschen noch ein bisschen.

Wir sind von dem Tag und der langen Fahrt ziemlich erschöpft. Da Crispin das Feuer schon in Gang gebracht hat, machen wir ein schnelles Abendessen. Food Prep scheitert bei uns normalerweise (auch im Alltag) an mangelnder Planung, aber zum Glück hatte ich am Tag zuvor Paneer eingelegt. Wir schmeißen die Paprika-Paneer-Spieße, ein Knoblauch-Baguette und eine Bratwurst auf den Grill und freuen uns über eine richtige Mahlzeit. Wir hatten tatsächlich keine Mittagspause und haben während der Fahrt nur Snacks gegessen. Insgesamt war die Tour wohl ein bisschen zu ambitioniert, aber wir haben es geschafft.


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Am nächsten Morgen lassen wir es langsam angehen - immerhin haben wir eine größere Strecke als gedacht zurückgelegt und sind nicht in Eile. Wir frühstücken in Ruhe und beobachten die Vögel auf der Campsite. Die Ruhe am Morgen gibt uns neue Energie, und wir sind wirklich froh, dieses Kleinod entdeckt zu haben.

Die Campsite ist super ausgestattet, es gibt richtiges Geschirr und Besteck, einen mit Gas betriebenen Eisschrank mit Eis, und einem wirklich herzlichen Service! Romsey Farm bekommt von uns eine absolute Empfehlung! Crispin kümmert sich wirklich um alles. Morgens geht schon wieder ein kleines Feuer, heißes Wasser ist aufgesetzt, und dann putzt er auch noch unser Auto 🙄

Doug kommt beim Frühstück auch nochmal vorbei, und wir unterhalten uns länger über die Farm. Wir zeigen ihm den Zimbabwe Guide mit seinem Eintrag, den er noch gar nicht kannte. Es ist ein schöner Moment, weil er sich aufrichtig freut, gelistet zu sein und dass wir seine Campsite darüber gefunden haben. Als wir zum Abschied - diesmal auf dem richtigen Weg - noch am Eingang zur Farm vorbeifahren, leiht er sich das Buch sogar noch kurz aus, um es seinen Kollegen zu zeigen.


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Zitierenzuletzt bearbeitet 09. Apr. 2026Original ↗
2'779 Beiträge · seit 200710. Apr. 2026 · #20
Die Campsite ist super ausgestattet, es gibt richtiges Geschirr und Besteck, einen mit Gas betriebenen Eisschrank mit Eis, und einem wirklich herzlichen Service! Romsey Farm bekommt von uns eine absolute Empfehlung! Crispin kümmert sich wirklich um alles. Morgens geht schon wieder ein kleines Feuer, heißes Wasser ist aufgesetzt, und dann putzt er auch noch unser Auto 🙄

Doug kommt beim Frühstück auch nochmal vorbei, und wir unterhalten uns länger über die Farm. Wir zeigen ihm den Zimbabwe Guide mit seinem Eintrag, den er noch gar nicht kannte. Es ist ein schöner Moment, weil er sich aufrichtig freut, gelistet zu sein und dass wir seine Campsite darüber gefunden haben.
Über solche Begebenheiten freut man sich besonders! Bitte stelle hier die Kontaktdaten ein damit wir uns diese merken oder notieren können.

Vielen Dank für deine Mühe mit deinem ausführlichen Bericht, ich lese gerne und interessiert mit! Liebe Grüsse
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