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Camperreise in die Tasmanische Wildnis
Reisebericht 37 Antworten · 1'990 Aufrufe · gestartet 26. März 2026 von fahrinurlaub
FAfahrinurlaubThemenstarter390 Beiträge · seit 200826. März 2026 · #1
Hallo, wir sind wieder zurück von unserer 5-wöchigen Camperreise durch Tasmanien und einem anschließenden kurzen Aufenthalt in Melbourne. Es war eine wundervolle Zeit mit vielen Wanderungen in traumhaften Landschaften.
Es war unsere 6te Reise nach Down Under und die 2te nach Tasmanien. Wir waren auf Tassie vor 25 Jahren (2001) mit einem Mietwagen und Zelt unterwegs. Aber jetzt reisen wir lieber etwas komfortabler und deshalb hatten wir einen Camper, einen Deuce Plus von Mighty Campers, in Deutschland zu einem sehr günstigen Preis gebucht. Die Reise hat uns besser gefallen wie die 4-wöchige Rundreise durch Neuseeland vor 10 Jahren, wo wir mit dem gleichen Camper unterwegs waren. Dort war es uns an vielen Orten zu touristisch. Auch auf Tassie war zwar auch noch Hochsaison (Februar), da nach dem Ferienende jetzt viele Grey Nomads vom Festland mit ihren 4x4 Motorhomes unterwegs dort sind und auch Asiaten (vor allem Chinesen) die drei Top-Sights besuchen.
Ich hoffe mein Bericht trifft auf Interesse, hier schon mal einige Fotos zur Einstimmung.
Hobart, Battery Point
Überall tolle Farne
Cradle Mountain
Der Tasmanische Teufel
Edge of the World, die wilde raue Westküste
Wanderung im Märchenwald
Ein Wallaby-Besuch am Camper
Bay of Fire mit ihren orangen Flechten auf den Steinen
Hallo fahrunurlaub, deine Einleitung klingt spannend und die Fotos sind beeindruckend... da komme ich gerne mit auf eine Reise in ein Land, welches mir bisher einfach zu weit entfernt war... Ich freue mich auf deinen Reisebericht.
Hallo Uli, da reise ich sehr gerne mit. Leider ist Tasmanien auch ein Reiseziel, was ich wohl erst zur Rente erreichen werde. Ich habe ja immer nur 2 Wochen Ferien, da lohnt es sich nicht. Ich werde aber direkt mal einer Bekannten Bescheid geben, die will nächstes Jahr nochmal hin.
Liebe Gruesse yvy
FAfahrinurlaubThemenstarter390 Beiträge · seit 200828. März 2026 · #5
@ Makra Dann hast du ja schon meinen Kurzbericht gelesen. Aber hier werde ich noch ausführlicher berichten
@ Malu Sehr schön. Weit ist es schon, aber für 4 Wochen okay. Die Insel etwas kleiner als Bayern. Für's Festland mit den langen Strecken benötigt man mehr Zeit. Wir sind 2010 von Darwin nach Perth in 6 Wochen gefahren.
@ yvy Rente ist ein gutes Stichwort. Seit November sind wir Rentner und können noch mehr reisen. Aber im Sommer finden wir's hier in Europa ganz okay. Der Rückflug mit 37 Stunden war kurz im Vergleich zur Anreise die über mehrere Tage ging.
FAfahrinurlaubThemenstarter390 Beiträge · seit 200828. März 2026 · #6
Erstmal eine allgemeine Einführung:
Wir hatten fast 8 Monate im Voraus einen etwas komfortableren Camper (von Maui) über Bestcampers gebucht. Danach wurden aber einige Camper bei THL immer günstiger, so dass wir nach zwei Stornierungen den Deuce Plus für unglaubliche ca 75,- € am Tag gefunden hatten. Der erste Camper sollte mehr als das Doppelte kosten. Zu dem THL Konzern in Australien gehören mittlerweile alle großen Marken… Maui, Apollo, Britz, Mighty, Cheapa Campa & Hippie. Die Camper durchlaufen im Konzern die verschiedenen Marken, von Premium bis budgetfreundlichen Fahrzeugen für Backpacker. Unser war schon etwas älter (5 Jahre) von Mighty, die Fahrzeuge von Maui sind bis zu 4 Jahre alt. Deshalb dachten, wir okay… bei vielleicht einem Jahr Unterschied können wir auch den viel günstigeren buchen.
Wie ich kurz vorher erfuhr, werden mittlerweile alle Camper in Down Under getrackt. Es ist erlaubt max. 12 km Off-Road (auch Gravel Road) bis zum Camping-Platz oder einer Sehenswürdigkeit zu fahren. Wir sind eigentlich bisher immer längere Strecken in Australien und NZ Gravel Road gefahren, was auch nie ein Problem war. Aber gut, so entfielen schon mal einige Sights, z. B. der Ben Lomond NP.
Einige Campingplätze an den Hot Spots haben wir schon von D vorgebucht… z.B. Lake Saint Claire (weil das unsere erste Station nach Hobart war), Cradle Mountain und Freycinet NP. Alles andere wollten wir vor Ort organisieren.
Da wir Schnäppchenjäger sind, hatten wir einen günstigen Business-Flug von Helsinki über Frankfurt, Hong Kong nach Melbourne gefunden. Das hieß aber, je eine Übernachtung in Helsinki und Melbourne. Nach gefühlt 3 Tagen Flug (sehr komfortabel mit Cathay) waren wir endlich in Hobart. Unsere Unterkunft in Hobart lag genau zwischen Airport und der Vermieter-Station von THL… war aber ein ziemlicher Reinfall, da es von dort nicht erlaubt war weder zum Flughafen noch zur Vermieter-Station zu laufen. Wir organisierten ein Uber-Taxi in die Stadt, kauften ein Prepaid Karte von Telstra und erkundeten den Hafen und Battery Park.
Am nächsten Morgen wieder mit einem Uber zur nahen Vermieter-Station von THL. Die Einführung war extrem kurz gehalten, es gab keine allgemeine Einweisung ins Fahrzeug. Wir wurden nur darauf hingewiesen, welche Strecken wir mit dem Camper nicht fahren sollten. Da erinnere ich mich an die umfangreiche Einführung 2010 in Darwin. Der Vermieter (Apollo) damals erklärte uns alles sehr genau.
Hallo Fahr in Urlaub, Diese Reise finde ich auch sehr interessant. Ich habe mich mal an einer Reiseplanung für Australien versucht und bin immer wieder daran gescheitert, dass 4 Wochen Zeit irgendwie nicht reichen und meine Reisezeit November bis März einfach ungünstig ist. Tasmanien hatte ich dabei nicht auf dem Schirm. Jetzt bin ich sehr gespannt. Schon allein deine Fotomotive und die Wahnsinns Qualität, lassen mich ein bisschen neidisch werden.
Liebe Grüße, Silvia
FAfahrinurlaubThemenstarter390 Beiträge · seit 200829. März 2026 · #8
@ Silvia
Danke! Der Süden Australiens ist im europ. Winter ideal, weil dort dann Sommer ist. Auf unserer ersten Reise in Tasmanien 2001 waren wir auch nur drei Wochen unterwegs und haben mindestens jeden 2 Tag das Zelt ab- und aufgebaut. Natürlich sieht man dann nicht alles aber für die Insel reicht es eigentlich. Da wir damals einiges auslassen mussten, sind wir wieder hin.
SASabine261'394 Beiträge · seit 200929. März 2026 · #9
Hallo Uli,
Yvy war so lieb und hat mich auf Deinen Bericht aufmerksam gemacht. Da lese ich sehr gerne mit. Es sind tolle Teaserfotos, die meine Vorfreude steigern, denn ich habe vor noch nicht langer Zeit unsere Tour auf Tasmanien durchgebucht. Wir nehmen uns vier Wochen Zeit für die Insel. Ich hatte zuvor gedacht, ach 2 Wochen reichen. Aber nachdem ich mich intensiv mit der Insel beschäftigt habe, hätte ich auch locker noch zusätzlich Zeit einplanen können.
Wir werden allerdings mit Auto und festen (hoffentlich schönen) Unterkünften reisen. Tasmanien ist für uns Neuland nach vier Reisen in Australien. Bis auf eine Woche Sydney vor zwei Jahren liegen alle anderen gefühlte Ewigkeiten zurück. Die Tour Darwin - Perth sind wir auch mal gefahren (mit Camper), das war aber im vergangenen Jahrhundert - dennoch habe ich immer noch tolle Erinnerungen daran, das war einfach wunderschön. Tasmanien wird wohl gänzlich anders, und ich freue mich sehr auf Deinen Bericht.
Also, hau‘ in die Tasten 😄 .
Liebe Grüße
Sabine
FAfahrinurlaubThemenstarter390 Beiträge · seit 200829. März 2026 · #10
@ Sabine
Wir sind leidenschaftliche Camper, aber eine Rundreise mit dem Auto und festen Unterkünften kann man prima unternehmen, vor allem habt Ihr dann nicht das Kälteproblem. Allerdings solltet Ihr die Unterkünfte vorab fest buchen.
Direkt im Cradle Mountain NP hatten wir am Waldheim Chalet Pause gemacht und die Lage war einfach traumhaft. Abends sind dort Massen an Wombats unterwegs. Die anderen Unterkünfte und auch der riesige Campingplatz sind weiter weg. Man fährt dort jetzt mit einem Bus-Shuttle zu den Ausgangspunkten der Wanderungen.
Das Corinna Wilderness Village ist die einzige feste Unterkunft im Tarkine, man kann dort Kanus ausleihen oder wandern. Wir standen einige KM entfernt direkt im Busch. Dazu dann später. Das Wilderness Village war ausgebucht, auch die Campsites
FAfahrinurlaubThemenstarter390 Beiträge · seit 200829. März 2026 · #11
Innerhalb von ca. 15 Minuten saßen wir im Camper. Danach fuhren wir zur nahen Shopping Mall, um Lebensmittel und das übliche Camper-Kleinzeug einzukaufen. Auch hatte die Aktivierung der Telstra Pre-Paid Karte nicht funktioniert. Recht spät erreichten wir den Campingplatz im Lake St. Clair Nationalpark. In der Nacht sanken die Temperaturen auf 2 Grad. Unsere Daunenschlafsäcke aus D waren die Rettung. Nur mit den dicken Decken des Vermieters wären wir erfroren, da die Camper in Australien im allgemein nicht isoliert sind. In der Nacht schliefen wir aber nicht nur deshalb kaum. Die einzelnen Matratzenteile, die zum Bett zusammengelegt werden, waren so durchgesessen und durchgelegen, dass man eigentlich direkt auf den Brettern schlief. Nach dem Frühstück machten wir uns mit dem Camper vertraut und räumten einige Sachen um. Der angemietete Heizlüfter schaffte es kaum den Innenraum aufzuheizen und Bewegung tut ja bei Kälte bekanntlich gut. Wie sich dann herausstellte, konnte man mit der Klimaanlage auch heizen.
Gegen Mittag starteten wir dann doch noch eine Wanderung zum Shadow Lake, den Shadow Lake Circuit. Am Anfang wandert man durch von Eukalypten dominierten Wald, dann erreicht man den Shadow Lake, mit seinem über das Ufer gebeugten abgestorbenen Bäumen. Der Weiterweg führt durch eine offene, feuchte Moorlandschaft, um schließlich nach dem Eukalyptuswald wieder den Campingplatz zu erreichen. Wir laufen recht geruhsam und waren um 18 Uhr wieder am Camper.
Die nächste Nacht und auch der Morgen war dank der Klima-Heizanlage schon viel angenehmer auszuhalten. Auf den Weg Richtung Strahan machten wir zwei der '60 Great Short Walks' of Tasmania und kauften in einem kleinem Shop in Queenstown eine passende Luftmatratze. Was waren wir happy. So allmählich freundeten wir uns mit dem Camper an.
Eine Brücke auf dem Shadow Lake Circuit.
Aus der Südseemyrte wird Manukaöl und Manuka-Honig gewonnen
Der Shadow Lake, mit über das Ufer gebeugten Bäumen
Durch die Moorlandschaft führen tolle Boardwalks, damit die Füße trocken bleiben
Hochmoorlandschaft mit verschiedenen Myrtengewächsen
Der Pink Robin ist wirklich so pink
Frechen Gelbohr-Rabenkakadus sind wir auch begegnet
Die extrem giftige Tigersnake.
Bemooste Bäume
Eine der 60 Great Short Walks führte zu einem Wasserfall
Das urige Queenstown. Wir hatten nicht erwartet in dem kleinem Ort ein Shop zu finden, der die passende Luftmatratze für uns hatte
FAfahrinurlaubThemenstarter390 Beiträge · seit 200830. März 2026 · #12
Im nächsten Ort, Strahan, wollten wir etwas länger bleiben. Strahan ist eine verschlafene 700 Seelen Gemeinde an Tasmaniens wilder Westküste. Der natürliche Hafen Macquarie Harbour und die Abgeschiedenheit war ideal für die Errichtung der Sträflingskolonie auf Sarah Island.
Den ersten Tag unternahmen wir morgens eine Wanderung im 10 km entfernten Dünenfeld ‘Henty Dunes‘. Der Aufstieg ist extrem steil und eigentlich wollten wir von dort direkt zum Strand, aber der Weg schien uns zu weit und es gab nur viele viele Tierpfade. Wir hätten uns mit Sicherheit verirrt. Nachmittags dann ein weiterer kleiner Spaziergang am 33 km langen einsamen Ocean Beach. Kein Mensch weit und breit.
Später zurück im Ort organisierten wir für den nächsten Tage eine Tageskreuzfahrt mit ‘The Red Boat‘ zum Gordon River. Das familiengeführte Unternehmen bietet Tagesexkursionen durch die gefürchtete Meerenge ‘Hells Gate‘, zur Gefängnisinsel ‘Sarah Island‘ und in die Tasaman Wilderness, dem Gordon River an.
Kurz nach dem Verlassen des Ortes passiert man die gefürchtete Meerenge ‘Hells Gate‘. So von den Sträflingen benannt, weil sie sich auf dem Weg zur Hölle auf Erden, nach ‘Sarah Island‘ befanden. Von hier gab es für sie kein Zurück mehr. Sarah Island war eine der schlimmsten Orte für Häftlinge in ganz Australien. Auf Sarah Island kann man entweder auf eigener Faust oder in Gruppen mit Guide die kleine Insel erkunden. Leider sind von den Unterkünften nur noch Ruinen erhalten. Ein weiteres Highlight ist die Fahrt vorbei am dichten Regenwald hinein in den Gordon River. Hier gibt es keine Straßen und Wege. Beim Landgang werden einem die verschieden Bäume, Pflanzen und die Bedeutung des UNESCO Weltnaturerbes ausführlich erklärt. Besonders die riesigen und uralten Huon Kiefern erregen unser Interesse. Die Urwaldriesen werden bis zu 2.000 Jahre alt und wurden bis in die 70er Jahre zur Holzgewinnung gefällt. Eignete sich deren hartes Holz doch ideal für den Schiffsbau. Obwohl wir eigentlich nicht so Cruise-Reisende sind, war die Tagestour sehr informativ und absolut empfehlenswert.
Die Henty Dunes, ca. 10 km von Strahan
Doch sehr weit entfernt, der Strand.
Kein Mensch am 33 km langen Ocean Beach
Mit 'The Red Boat' entspannt durch die Wildnis gleiten
Hells Gate, die gefürchtete Meerenge
Gefängnisinsel Sarah Island
Es stehen nur noch Ruinen
Hinein in den Gordon River, vorbei an dichtem Regenwald
Ich habe selbst über 2 Jahre in Tassie gelebt und bin dort kreuz und quer inklusive diverser Wilderniss Walks rumgekommen. . Kompliment an "fahrinurlaub" und die schönen authentischen Photos ! Da bekommt man richtig Heimweh!
FAfahrinurlaubThemenstarter390 Beiträge · seit 200831. März 2026 · #14
Nach unserem Aufenthalt in Strahan ging es für uns weiter Richtung Corinna… ein Ort, den wir bei unserer ersten Tasmanienreise 2001 ausgelassen hatten. Diesmal wollten wir unbedingt die wilde Tarkine entdecken. Da die Heizung in unserem Camper nur mit Stromanschluss funktionierte, planten wir, auf dem Campingplatz im Corinna Wilderness Village zu übernachten. Doch schon Tage im Voraus war alles ausgebucht. Trotzdem machten wir uns auf den Weg… in der Hoffnung, irgendwo in der Natur einen freies Plätzchen zu finden.
Die Strecke von Strahan nach Corinna führt über etwa 4 km Sandpiste. Kurz vor dem Ort muss man den Pieman River mit einer Barke überqueren. Die Fatman Barge ist dabei die einzige einspurige Autofähre Australiens. Als wir ankamen, wartete nur ein weiterer Camper vor uns. Währenddessen nutzte ich die Zeit, um die zwei nahegelegenen Gräber zu besichtigen.
Direkt hinter der Fähre liegt die ehemalige Goldgräberstadt Corinna. Im Wilderness Village erkundigten wir uns nach möglichen Stornierungen… leider ohne Erfolg. Also setzten wir unsere Fahrt auf der Sandpiste fort… 12 km waren ja erlaubt. Kurz nach einer Holzbrücke entdeckten wir auf einer kleinen Anhöhe direkt am Savage River– umgeben von hohen Huon Pines – tatsächlich einen freien Stellplatz. Was für ein Glück! Wir richteten uns sofort gemütlich ein und genossen den Blick auf die alte Brücke und den Fluss.
Ein weiterer Glücksfall: Direkt von unserem Stellplatz aus starteten zwei Wanderwege. Wir entschieden uns, das Auto nicht mehr zu bewegen… der Platz wäre vermutlich sofort neu besetzt worden. Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg zum Mount Donaldson: rund acht Kilometer mit etwa 460 Höhenmetern. Unterwegs zogen dunkle Regenwolken auf, und oben empfing uns ein eisiger Wind… dafür hatten wir überraschend guten Handyempfang.
In der Nähe der Brücke befand sich noch ein weiterer freier Platz. Beim Vorbeifahren hatten wir dort vier Biwakzelte gesehen, ansonsten war weit und breit niemand zu sehen. Doch gegen 22 Uhr wurde es plötzlich unruhig: Junge Männer suchten mit starken Scheinwerfern das Ufer ab. Wahrscheinlich auf der Suche nach dem Platypus? Kurz darauf, gegen 22:30 Uhr, starteten sie eine laute Motorsäge. Wir saßen sofort kerzengerade auf unserer wackeligen Luftmatratze und spähten vorsichtig aus dem Fenster. Schnell beruhigten wir uns wieder… vermutlich sammelten die Jungs einfach nur Brennholz.
Am nächsten Morgen stand eine weitere Wanderung an: zum Wrack der S.S. Croyden. Der Weg führte zunächst an den jungen Aussies – die waren noch am Ausnüchtern – in den Biwakzelten vorbei und dann entlang des Savage River. Der Pfad war kaum zu erkennen, die Bäume dicht mit Moos bewachsen, und immer wieder musste man unter riesigen Baumfarnen hindurchgehen. Am Wrack angekommen, fanden wir eine schöne Holzplattform, die zum Verweilen einlud. Eigentlich hatten wir geplant, anschließend noch nach Corinna weiterzuwandern und im Wilderness Village Kaffee und Kuchen zu genießen. Doch das erschien uns dann doch zu weit.
Trotz Kälte und gelegentlicher Regenschauer waren die zwei Nächte im Busch einfach wundervoll. Einen Platypus haben wir allerdings nicht gesehen.
Die Sandpiste im Tarkine
Zwei Gräber in der Nähe der Anlegestelle
Die Fatman Barge über den Pieman River
Unser schöner Stellplatz an der alten Holzbrücke an der Norfolk Road
Die Wanderung zum Mount Donaldson
Schlechtes Wetter zieht auf
Die Aussicht vom Mount Donaldson
Auf dem Weg zum Wrack der S.S. Croyden
Der dunke Savage River
Das alte Wrack der S.S. Croyden
Baumfarne und bemooste Bäume auf dem Weg. Wir waren die einzigen Wanderer.
Die alte Holzbrücke an der Norfolk Road
Abendessen mit Ausblick
Tarkine im Nebel
FAfahrinurlaubThemenstarter390 Beiträge · seit 200831. März 2026 · #15
Danke Wolfgang.
Die Tarkine Wildnis war schon besonders… rau, unwirklich und mystisch. Das Wetter passte.
MAMakra889 Beiträge · seit 201731. März 2026 · #16
fahrinurlaub schrieb: Die Tarkine Wildnis war schon besonders… rau, unwirklich und mystisch. Das Wetter passte.
Auch für uns hat sie zu den schönsten Plätzen auf Tasmanien gehört ! Und im Vergleich zur Küste fanden wir es trotz Dauerregen vergleichsweise warm.
FAfahrinurlaubThemenstarter390 Beiträge · seit 200831. März 2026 · #17
@ Makra
Temperaturen sind immer relativ 🙂 Wir frieren leicht, während viele im T-Shirt wandern, tragen wir dicke Fleecepullies 🤩
FAfahrinurlaubThemenstarter390 Beiträge · seit 200831. März 2026 · #18
Ursprünglich hatten wir geplant, auf der Norfolk Road nach Norden bis zum Tarkine Drive zu fahren. Da mit unserem Fahrzeug jedoch nur 12 km Sandpiste erlaubt waren, die Strecke bis zum Western Explorer Highway aber etwa 75 km beträgt, war uns das Risiko zu groß. Deshalb entschieden wir uns, über Waratah in Richtung Cradle Mountain zu fahren.
In Waratah machten wir einen kurzen Halt und schauten uns den Wasserfall an, der direkt im Ort liegt. Am frühen Nachmittag erreichten wir den riesigen Campingplatz am Cradle Mountain. Im Visitor Center erkundigten wir uns noch schnell nach möglichen Wanderungen für den nächsten Tag.
Vor 25 Jahren hatten wir etwas mehr Zeit am Cradle Mountain verbracht. Damals waren wir sogar bis zum Gipfel des Cradle Mountain gewandert… das letzte Stück musste man regelrecht hinaufkraxeln. Dieses Mal erschien uns das jedoch etwas zu anstrengend. Stattdessen entschieden wir uns für eine Wanderung rund um den Dove Lake (die wir auch schon 2001 gemacht hatten), weiter über den Wombat Pool Track und den Crater Lake bis zur Bushaltestelle am Ronny Creek. Insgesamt sollte die Strecke etwa 14 km lang sein. Ein freundlicher Ranger erklärte uns, dass der Park inzwischen nicht mehr mit dem eigenen Auto befahren werden darf. Der Zugang erfolgt ausschließlich per Shuttlebus, der etwa alle zehn Minuten fährt und im Parkpass enthalten ist.
Am nächsten Morgen machten wir uns zu Fuß vom Campingplatz auf den Weg zur Bushaltestelle. Dort warteten bereits einige Wanderer, und mit dem zweiten Bus konnten wir schließlich mitfahren. Der Busfahrer machte unterwegs ein paar Witze, und wir stiegen am Dove Lake aus. Dort waren zunächst erstaunlich viele Menschen unterwegs. Die meisten kehrten jedoch schon am Glacier Rock wieder um. Hinter dem Dove Lake wurde es dann deutlich ruhiger, und schließlich erreichten wir den langen Boardwalk des Overland Tracks, kurz vor Ronny Creek. Hier hatte sich eine größere Menschengruppe versammelt, denn direkt neben dem Boardwalk grasten mehrere Wombats. Alle zückten ihre Handys, zum Glück wurden keine Selfies mit den Tierchen gemacht.
Im Nachhinein war es wohl genau richtig, dass wir nur einen Tag am Cradle Mountain verbracht haben. Landschaftlich ist die Gegend zwar nach wie vor beeindruckend, doch ein wenig von ihrem ursprünglichen Charme hat sie inzwischen sehr eingebüßt.
Der Wasserfall direkt in Waratah
Bizarre Hausdekoration in Waratah
Der Bus-Shuttle zu den Ausgangspunkten
Wunderschöne Bergwelt
Nach dem Dove Lake Circuit wurde es etwas ruhiger
Die endemischen Pandanis (Riesengrasbäume) interessierten mich sehr.
Die grasenden Wombats sorgten für einen Menschenauflauf
MAMakra889 Beiträge · seit 201731. März 2026 · #19
Genau so hab ich mich auch auf der Wiese mit Wombats beschäftigt. Und nur auf diese geachtet und nicht auf die Tigersnakes ..... 🤩 Im Frühjahr waren diese ausgesprochen zahlreich und aktiv !
FAfahrinurlaubThemenstarter390 Beiträge · seit 200831. März 2026 · #20
Ja, genau… gefährlich 😈
Keine Tigersnakes, aber ich habe mir beim Bücken und Fotografieren der Wombats von dem Boardwalk leider das Knie total verdreht.