Tag 10
Etosha über Kamanjab
(oder auch heut läuft‘s wieder (nicht)) 😎 🙁
Entschuldigung, jetzt kommt mal wieder sehr viel Text 😠
Guten Morgen liebe Sorgen, seid ihr auch noch alle da? 🤪
So oder so ähnlich haben wir uns am Morgen gefühlt. Die Ursprungsplanung war relativ einfach: Schnell nach Kamajab, Tanken, Geld abheben, Vorräte aufstocken und auf in den Etosha.
In der Nacht hatte ich vermutlich Alpträume von Turboschläuchen und anderen flexiblen Verbindungen im Motorraum eines Hilux.
Leider konnten wir die Campsite durch die Fahrzeug-Umstände nicht richtig genießen, daher haben wir insgesamt nur ein paar Bilderchen geschossen und sind gegen 7:30 Uhr langsam Richtung Werkstatt aufgebrochen
Unterwegs haben wir sogar ein paar Tierchen gesehen
wir wollten sicher, ohne weitere Panne, zur Werkstatt gelangen, daher bin ich die ersten Kilometer mit maximal 40-50 km/h gefahren, aus Angst der Fehler meldet sich wieder. Nachdem der Toyota aber fuhr wie immer, steigerten wir uns Geschwindigkeit wieder in den normalen Bereich und erreichten die Falkenberg Garage ohne weitere Probleme.
Gerade auf den Hof gefahren kam die Chefin ebenfalls eingebogen und wir begannen erleichtert unser Problem zu schildern mit der Bitte um Hilfe, jedoch wurden wir schnell unterbrochen da, durch das Unwetter gestern, die Stromversorgung in Straßenzug der Werkstatt unterbrochen ist und keiner weiß wann wieder mit Spannung zu rechnen ist (bei diesen Sätzen stieg meine Spannung wieder auf Hochspannung), und die deutschsprachigen Monteure mit den Auslesegerät im Ethosa sind um eine (habe ich wirklich richtig verstanden) „Hinterachse auszutauschen“ (hier ist noch echte Handwerkskunst gefragt), wir können bis zu Abend, oder früher, oder später, warten bis Sie wieder zurück sind um sich unseren Problems anzunehmen, falls wieder Strom fließt . 😵 Nachdem wir erfahren das die beiden auf der Olifrantsrus Campsite arbeiten, unser Tagesziel, entschließen wir einfach weiterzufahren und die beiden hoffentlich im Camp zu finden.
Also auf zur Tankstelle zum Tanken, hier wurde erstmals der Zusatztank auch komplett gefüllt (hat mindestens 15 min gedauert da der Überlauf extrem langsam lief) und mit Karte bezahlt. Inzwischen ging mein Schatz in den Supermarkt um Getränke zu kaufen und am Automaten Geld für den Park zu ziehen.
Unverrichteter Dinge kommt Sie zurück, das Kreditkartenterminal im Spar geht nicht und der Geldautomat spinnt ebenfalls. 🙁
Kein Problem, fahren wir zur Bank zum dortigen ATM, doch Fehlanzeige, inzwischen ist das Mobilfunknetz, und somit auch alle Online-Zahlungsmöglichkeiten unterbrochen.
Was tun? Kein Geld, Keine Verpflegung, kein Internet, schon wieder steigt der Blutdruck an und erst einmal keine Lösung in Sicht. 🤩 🤩 😮
Unsere aktuellen Optionen, die uns eingefallen sind bzw. wir mit einigen Einheimischen besprochen haben:
1. Wir warten in Kamanjab bis wieder was geht, Ende offen 🙁
2. Wir fahren nach Outjo um Geld zu besorgen (angeblich der nächste Ort mit ATM) 🙁
Wir liegen gut in der Zeit, hatten ja keinen Werkstattaufenthalt, also entscheiden wir missmutig: "Fahren Sie nicht direkt zu Galton Gate sondern ziehen Sie über Outjo den Geldautomaten".
Gerade 500 mtr auf der C40 Richtung Outjo bleiben wir stehen und überdenken den blöden Plan. 😐
Mein Schatz sieht zur Seite, sieht Werbung von einer Lodge und meint:
„Warum fragen wir nicht einfach in der Lodge um Hilfe“ 🙂
Gesagt, getan direkt zum Oppi-Koppi Rest Camp und um Geld-Wechsel-Hilfe gebeten.
Der Chef hilft uns natürlich sofort und wechselt zum äußert fairen Kurs Euro in Rand.
Wow, gerade, dank meiner Herzallerliebsten, ca. 3-4 Stunden Umweg gespart, wie leicht es manchmal eine Lösung gibt. 😄
Hier noch einmal ein ausdrücklicher Dank an den Chef 🙂
Also zurück zum Supermarkt, Einkäufe erledigt, an der Tanke noch die Reifen auf Normaldruck für die Teerstrasse aufpumpen lassen und auf Richtung Galton Gate (wir sind Happy)
Das Gate haben wir Ruckzuck erreicht (der Hilux fährt problemlos), jetzt haben wir einen Lauf.
Die Mitarbeiter am Gate sind super freundlich und innerhalb von wenigen Minuten war die „Einreise“ erledigt.
Wir entscheiden und nicht direkt zum Camp zu fahren, sondern den Umweg über Dolomite zu nehmen.
Endlich sehen wir Tiere
Gegen 15:30 Uhr erreichen wir unser Tagesziel Olifantsrus (Natürlich keine Techniker mehr vor Ort, egal, Auto fährt). Hier erklärt uns die, auf das wesentlichste fokussierte, Mitarbeiterin das es gerade kein Wasser und keinen Strom gibt, aber egal, wir richten uns erstmal gemütlich ein
und besuchen das Wasserloch um einen einzelnen Elefanten beim ausgiebigen Saufen zu beobachten
Wasser tanken
Wasserüberlauf öffnen
Irgendwie wird das Wetter immer schlechter und ein komisches Licht in Form einer dunkel-gelben Wand nähert sich bedrohlich dem Camp.
Wir laufen lieber zurück zum Wagen als schon ein extremer (Sand)-Sturm die Sicht auf wenige Meter verändert. Im Auto warten wir bis sich der Sturm nach ca. 20 Minuten wieder gelegt hat.
Wir spazieren zur sanitären Anlage und kommen auf Grund der Olfaktorischen Prüfung zum Ergebnis: Hier stinkt die „Sache“ gewaltig zum Himmel. 🤢
Es fehlt immer noch das Wasser (Spoiler-Alarm: dies ändert sich auch nicht mehr bis zur Abfahrt)
OK, hiermit startet mein Selbstexperiment: Schafft es der menschliche Körper das notwendige Bedürfnis auf den Folgetag zu verschieben? (Somit steigt jetzt schon die Freude auf unser Chalet) 😄
Bei der Essenzubereitung beobachten wir die untergehende Sonne und den davon trottenden Elefanten
Auf Grund des starken Windes verzichten wir auf den Grill und braten unser Fleisch lieber in der Pfanne
Nun aber auf zum Highlight des Campingplatzes: mit einer Weinflasche bewaffnet laufen wir zum Wasserloch, um nach einer Minute wieder zurückzukommen, da war doch was? Richtig kein Strom, Alles dunkel, nichts zu sehen 😵
Also lassen wir den Abend gemütlich und romantisch am Platz ausklingen
Was für ein Tag
Gute Nacht
Matthias