Von Gnudus und Geoparden - SA mit Kindern 2025

63 Antworten · 6'074 Aufrufe · gestartet 26. Sept. 2025 von fidel
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201626. Sept. 2025 · #1
Sofern Interesse besteht, möchte ich euch an dieser Stelle gerne von unserer letzten Reise ins südliche Afrika im August 2025 berichten. Ich selbst habe dem Forum und den hier regelmäßig veröffentlichten Reiseberichten so viel Informationen und Vorfreude entnommen, dass ich gerne dazu beitragen möchte, dass es auch weiterhin so bleibt.

Ich werde den Bericht parallel auch im “Nachbarforum” veröffentlichen, da ich auch von dort viele Infos gezogen habe - also bitte nicht wundern 🙂

Wir sind eine Familie aus dem Süden Bayerns mit zwei kleinen Kindern (aktuell 2 u. 4 Jahre alt), schwer mit dem Afrikavirus infiziert und daher zum Leidwesen von Geldbeutel und CO2-Fußabdruck regelmäßig im (südlichen) Afrika unterwegs. Auch die Kinder sind bereits hinreichend reiseerfahren (für K1 war es die 3. Reise ins südliche Afrika - in Summe hat er somit mehr als ein halbes Jahr seiner 4,5 Lebensjahre auf Reisen hier verbracht - auch hierzu gibts natürlich Reiseberichte (s. Signatur)).

Vorgeschichte

Eigentlich hatten wir nach unserer dreimonatigen Reise 2024 beschlossen, Südafrika erst einmal wieder den Rücken zuzudrehen und uns der unendlich langen Liste anderer attraktiver Reiseziele zuzuwenden und vielleicht auch mal in Europa zu bleiben. Wir mussten dreieinhalb Wochen Kita- bzw. Kindergarten-Schließzeiten überbrücken, so dass alles andere als ein längerer Urlaub in dieser Zeit eine Verschwendung von Urlaubstagen gewesen wäre.

Wir konnten uns längere Zeit nicht auf ein Ziel einigen und haben immer wieder verschiedene Optionen geprüft, aber so zu 100% gepasst hat es nirgendwo. Bei vielen anderen Zielen hätte man sich erst umfangreich einlesen (und die dafür nötigen Quellen finden) müssen, oder mit weniger Vorausplanung buchen müssen. Zudem erscheinen im Fall von Fernreisen Flüge nach Asien oder Amerika hinsichtlich der Flugzeiten immer deutlich unattraktiver (auch wenn das natürlich an der Zeitverschiebung liegt). Eigentlich wollten wir dann einen langen Roadtrip durch Schweden und Finnland mit dem eigenen Fahrzeug mit dem Ziel Wandern & Wildlife machen - bis wir zum ersten Mal die Kilometer zusammengerechnet hatten..

Da das Jahr 2025 immer weiter vorrückte, keimte irgendwann dann doch wieder der Gedanke, warum nicht einfach nochmal Südafrika? Tiere kann man nie genug sehen, wir kennen uns aus und wissen, wo wir welche Infos bekommen und es gibt noch genug weiße Flecken auf unserer Landkarte.

Aufgrund der Jahreszeit und dem Wunsch nach Tieren war klar, dass nur der Osten Südafrikas in Betracht kommen würde. Ein erster Blick bei Sanparks zeigte, dass es je nach Region zumindest ein gewisses Maß an Verfügbarkeiten im Kruger NP geben sollte. Da wir hinreichend Erfahrungen in Sachen Game Drives mit kleinen Kindern hatten, gingen wir davon aus, dass es auch mit geringfügig älteren Kindern gleichermaßen entspannt klappen sollte - wie gut es tatsächlich geklappt hatte, werdet ihr sehen.

Aufgrund sehr positiver Berichte hatten wir zunächst überlegt, erstmals in unserem Leben ein Wohnmobil zu mieten. Preislich wäre dies insgesamt wohl ähnlich teuer gekommen wie ein günstiges Mietauto und feste Unterkünfte. Leider waren die Angaben der Vermieter über Heizmöglichkeiten sehr vage und widersprüchlich, so dass wir uns aus Angst vor tagelanger Eiseskälte im Winter wieder einmal gegen ein Wohnmobil entschieden. [Einschub: rückblickend wäre es in Bezug auf das Wetter wohl überhaupt kein Problem gewesen, zu “campen” - aber so etwas weiß man natürlich vorher nie].

Flüge

Das größte Problem in der europäischen Hauptferienzeit sind natürlich bezahlbare Flüge - vor allem wenn man davon vier braucht. Eine erste grobe Sichtung Anfang März war sehr abschreckend - unter 1500€ pP ohne Gepäck war nichts zu machen. Mit etwas mehr Flexibilität bei den Flugtagen war hier jedoch durchaus noch Potential nach unten. Die Differenzen waren teilweise enorm und auf den ersten Blick nicht immer nachvollziehbar (z.B. Flug am Sonntag halb so teuer wie am Freitag oder umgekehrt). Klar war, dass Condor das mit Abstand beste Verhältnis von Flugzeit und Preis hatte. Wir klickten uns also durch alle sinnvollen Flugkombinationen durch, um die günstigste für eine mindestens dreiwöchige Reise im August zu finden - die als “machbar” erachtete Spanne war schließlich von 960€ pP bis 1100€ pP (jeweils ohne Gepäck u. Sitzplatzreservierung) bzw. 21 und 30 Nächten vor Ort. Nachdem arbeitgeberseitig keine Einwände kamen und damit die horrenden Flugpreise im Verhältnis zum Gesamtpreis nicht so sehr ins Gewicht fielen, wurde es schließlich der längstmögliche Zeitraum von 30 Nächten vor Ort bei einem finalen Flugpreis von 5.200€ (mit 4x Gepäck und Sitzplatzreservierung). Ein absurder Preis, den wir mit der Erkenntnis, dass Fernreisen in den Ferien nunmehr finanziell wohl nicht mehr jährlich darstellbar sein dürften, schluckten - zu groß war die Verlockung, wieder einmal eine verhältnismäßig lange Zeit in Südafrika verbringen zu können..

(Ich habe weiterhin regelmäßig die Preise geprüft - wenige Wochen vor Abflug wären die Flüge pP 250€ günstiger gewesen. Man hätte an diversen Terminen kurzfristig für unter 900€ inkl. Gepäck fliegen können. Da vermute ich aber eher, dass Condor sich bzgl. der Nachfrage etwas verkalkuliert hatte und würde mich wohl nicht trauen, so lange mit einer Buchung zu warten. Man sieht aber, dass es sich manchmal auszahlen kann, kurzfristig zu buchen).

Routenideen

Die weitere Planung war vom Grundsatz her einfach - eine klassische Runde über Kruger, durch eSwatini nach Kwazulu-Natal und über die Drakensberge. Das Ziel war, eine gute Mischung aus Wildlife u. Wandern zu haben, lange Fahrstrecken zu vermeiden und immer möglichst lange an einem Ort zu bleiben.

Im Detail erwiesen sich diese Vorgaben natürlich wieder als schwierig. Im Kruger NP lag dies bei genauerem Blick doch sehr eingeschränkten Verfügbarkeiten südlich von Letaba - vor allem wenn man vier Personen unterbringen muss. Eigentlich wären wir gerne noch weiter in den Norden des Krugers vorgestoßen und hätten in Summe mehr Zeit dort verbracht - dann wäre die Route aber in anderen Teilen wieder stressiger gewesen oder man hätte dort kürzen müssen. Eine “Kruger Total” Reise bleibt also weiterhin auf der Wunschliste. Auch ansonsten musste man immer wieder Kompromisse aus Aufenthaltsdauer und Entfernung finden. Es zeigte sich zudem, dass die Kinder, je älter sie werden, immer öfters bei den Übernachtungskosten (i.d.R. anteilig) mitzählten, zudem war ein deutlicher Preisanstieg bei Unterkünften von ca. 10-20% im Vergleich zu unseren letzten Reisen zu festzustellen. Die Zielmarke von <100€ pro Nacht war damit (auch ohne Berücksichtigung einzelner, nach oben hin ausschlagender Stops) nicht mehr haltbar.

Wenigstens machten wir beim Mietwagen ein Schäppchen. Die deutsche Hertz-Seite spuckte uns für einen Fortuner für 31 Tage einen Preis von 1300€ aus - d.h. nur ca. 40€ pro Tag. Eigentlich hatten wir mit einem Toyota Avanza geplant - aber bei solch einem Preis natürlich zum Fortuner gegriffen.

Nach einigem hin und her stand somit schlussendlich folgende Route fest:

Flug MUC - FRA - JNB
1 N Dinokeng Chameleon Bush Lodge
3 N Mageobaskloof Rondebossie Farm Retreat
3 N KNP Letaba EA3U
2 N KNP Skukuza BN3
3 N KNP Bijamiti NGC5
3 N eSwatini Mantenga Cultural Village Chalet
3 N HLI Mpila 5Bed Chalet
2 N Salt Rock AirBnB
3 N Himmeville Ripon Country Cottages
3 N Cathkin Park Highbourne Cottages
3 N Nambiti PGR Ndaka Lodge
1 N Heidelberg Tree Trust Farm Cottage
Flug JNB - FRA - MUC

Gepäck & Technik

Die weiteren Vorbereitungen waren routiniert, auch wenn wir angesichts der Jahreszeit erstmals “richtige” Wintersachen mitnehmen mussten. Welche Temperaturen uns tatsächlich erwarten würden und wie sie sich (v.a. in der Unterkunft) anfühlten, war eine der größten Unbekannten. Aufgrund unserer Reise im Mai/Juni mit einigen eklig kalten Unterkünften erwarteten wir das Schlimmste, zudem kamen Fahrten im offenen Fahrzeug in Nambiti. Zudem versuchten wir im Verhältnis zu den letzten Reisen Gepäck zu reduzieren, so dass einige Dinge von unserer Packliste flogen. Wir hätten es am Ende wohl mit drei Reisetaschen, 2 Handgepäck-Rucksäcken und Kraxe geschafft. Da wir aber bereits 4x Gepäck (aber nur 20Kg) gebucht hatten, lief es am Ende auf 4 Reisetaschen hinaus.

Ich möchte natürlich den Bericht auch wieder reichlich bebildern - daher vielleicht vorab ein paar Punkte zur Technik (es interessiert ja doch immer einige hier). Es gab keinerlei Neuerungen, lediglich das 14mm Objektiv sowie das Stativ blieben zum ersten Mal seit mehr als 10 Jahren daheim - so viele Möglichkeiten, es einzusetzen, habe ich im Vorfeld nicht gesehen (und es auf unserer Route auch nie vermisst). Auch auf einen Bean-Bag habe ich (erneut) verzichtet, da man mit Kindern ohnehin selten stundenlang an Sitzungen wartet und die primäre “Safari-Kombo” aus R7 und 100 - 400mm gut in der Hand zu halten ist. Dabei waren somit:

Canon 5D Mark IV
Canon R7
Tamron 24-70mm F2.8
Canon 70-200 F4 II
Canon 100-400 F5.6 II
Canon 1,4 Konverter III
Sony RX 100 VI

An der R7 war zu 99% der Zeit das Canon 100-400mm, die 5D wurde nahezu ausschließlich für Landschaftsfotos benutzt (im Kruger und HLI hätte ich sie wohl sinnvollerweise als Zweitkamera einsetzen sollen). Fotos unterwegs, auf Wanderungen und Landschaftsaufnahmen während Game Drives stammen primär von der RX100, alles garniert nochmals mit Handyphotos. Insgesamt zeigt sich, dass wenn man sich nicht zu 100% aufs Fotografieren fokussiert (was mit kleinen Kindern nunmal i.d.R. nicht möglich ist), die Zahl der gemachten Bilder mit den Jahren immer weiter sinkt - hinterher ärgert man sich dann aus fotografischer Sicht über verpasste Chancen..

Damit es nach all dem Text nun endlich auch mal losgehen kann, hier vorab ein paar Bilder als Teaser.















Ich hoffe, dass der Bericht, auch wenn er sich weitestgehend auf bekannten Pfaden bewegt, gleichwohl den ein oder anderen interessiert oder vom nassen Herbst ablenken kann. Nachdem ich die letzten Berichte sehr schnell schreiben musste (um vor diesem Urlaub fertig zu werden), wird es nun wohl etwas mehr Zeit brauchen, bis ich im Familien-Alltag mit dem Bericht voran komme - bitte also ggf. um etwas Geduld. Die Bilder sind zumindest schon einmal vorsortiert und der geneigte Leser hiermit hoffentlich angefixt 🙂
1'835 Beiträge · seit 201527. Sept. 2025 · #2
Sehr schön, deine teaser Bilder. Und schon sieht man den eher seltenen Geopard! Gut gemacht. Krüger geht immer und wir waren auch dort vom 24. Juli bis am 11 August und zwar in einem Wohnmobil.
Freue mich auf tolle Bilder!
Liebe Grüße aus Florida von Katrin
242 Beiträge · seit 202127. Sept. 2025 · #3
Hallo Fidel, ich freue mich sehr über Deinen Bericht. Ich habe Eure Elternzeit Reise ebenfalls verfolgt und mich haben die Bilder und Beschreibungen der Unterkünfte und Gegebenheiten vor Ort sehr für unsere Westkap Reise im November inspiriert. Vielen Dank für Deine Mühe und ich bin gespannt auf Eure Erlebnisse.
Liebe Grüße Kirsten
762 Beiträge · seit 201727. Sept. 2025 · #4
Hallo Fidel, ich möchte auch gerne wieder mitfahren. Deine Teaser-Bilder sind schon mal grossartig! Liebe Grüsse Caroline
Themenstarter925 Beiträge · seit 201629. Sept. 2025 · #5
Hallo,

vielen Dank für euer Interesse 🙂

@Sadie
Ihr habt natürlich schon viel mehr Wohnmobil-Erfahrung - wie ist denn euer Fazit zu Kruger und Wohnmobil? Besser als feste Unterkünfte? Wir sind uns übrigens möglicherweise unbekannterweise begegnet - wir waren vom 7.-14.08. im Park.

@Trollkind
Sehr schön - genau dafür sollten Reiseberichte mMn auch da sein 🙂

@Enilorac
Vielen Dank! Ich hoffe es geht bald los.

Viele Grüße

fidel
Themenstarter925 Beiträge · seit 201629. Sept. 2025 · #6
Bevor es richtig losgeht, noch ein paar Ergänzungen, die ich leider im Eingangs-Post geplant, aber vergessen hatte.

Das wichtigste zur Einordnung: wir waren vom 02.08. - 03.09. unterwegs.

Zur Übersicht habe ich natürlich auch noch eine schöne Route unserer gefahrenen Strecke mitgebracht:



Insgesamt summierte sich unsere Strecke am Ende auf 3.839 selbstgefahrene Kilometer - für 31 Tage somit eine halbwegs erträgliche Gesamtstrecke (auch wenn wir natürlich trotzdem an manchen Tagen sehr viel und lange im Auto saßen)
627 Beiträge · seit 202330. Sept. 2025 · #7
Ich weiß nicht, wie oft ich die Überschrift jetzt gelesen habe, aber dass hier „Gnudus“ und „Geoparden“ steht, hab ich erst nach Katrins (Sadie) Kommentar gemerkt 😄

Ich freue mich auf den Bericht, da es für uns nächstes Jahr das erste Mal nach Südafrika geht und deine Teaser-Bilder so schön sind!

Lg, Melanie
545 Beiträge · seit 201230. Sept. 2025 · #8
Hallo Fidel,

das ist aber eine ganz schöne Route und ich begleite euch sehr gerne! Wir sind 2023 eine ähnliche Strecke gefahren und ich bin gespannt, was ihr alles erlebt und gesehen habt. Auch ist es spannend zu erfahren, was für Übernachtungsplätze ihr gewählt habt. Ich bleibe dran!

Herzliche Grüße und eine gute Zeit,
Sue
Themenstarter925 Beiträge · seit 201630. Sept. 2025 · #9
Danke für das weitere Interesse 🙂

@Melanie
Was es damit auf sich hat, wird natürlich zeitnah aufgeklärt 🙂 Wir könnten auch sofort wieder buchen für nächstes Jahr, wenn der Geldbeutel größer wäre..

@Sue.ch
Auch dir Danke für eine Interesse - ich finde auch den Abgleich mit eigenen Erfahrungen immer sehr interessant.

Viele Grüße

fidel
Themenstarter925 Beiträge · seit 201630. Sept. 2025 · #10
02.08.2025 Anreise

Nun geht es endlich los - leider noch mal mit wenig Bildern im Vergleich zum Text - das wird sich aber zeitnah ändern, versprochen.

Der Vorteil einer für Afrika-Reisen verhältnismäßig kurzen Vorbuchungszeit von wenigen Monaten ist, dass die Wartezeit nicht so lange ist. Umgekehrt wird es manchmal dann natürlich auch etwas stressiger und man kann manches nicht in der gleichen Tiefe vorbereiten/planen (sofern das überhaupt nötig ist). Da wir erstmals im europäischen Sommer ins winterliche Afrika wollten, wollten wir natürlich eigentlich auch noch den einheimischen Sommer möglichst umfangreich ausnutzen - da machte uns nur leider das Wetter ein wenig einen Strich durch die Rechnung.
In der Woche vor Abflug waren die Temperaturen und das Wetter in Deutschland und Südafrika nahezu identisch - also wenigstens kein Sprung von >30°C in Deutschland zu 10-15°C in Südafrika.

Natürlich blieben auch kurzfristige Komplikationen nicht aus. Mit Erschrecken mussten wir zudem feststellen, dass wir uns für den Abflug ausgerechnet den ersten Tag der bayerischen Sommerferien ausgesucht hatten. Nach den Bildern von ewig langen Schlangen am Flughafen im letzten Herbst schwante uns Böses.

Das Packen verlief hingegen routiniert, wie bereits geschildert hatten wir am Ende insgesamt 4 mittelgroße Reisetaschen, eine Kraxe, zwei Handgepäckrucksäcke und einen Kinderkoffer fürs Flugzeug dabei. Auf Kindersitze haben wir diesmal verzichtet, da die Vermieteten in der Vergangenheit in Südafrika bisher immer in Ordnung waren. Wenn nötig, hätten wir uns wohl auch auf 3 Taschen beschränken können, aber wir hatten ja Platz und das Gepäck ohnehin bereits gebucht.



In leichter Panik aufgrund eines möglicherweise übervollen Flughafens buchte ich vorab einen Parkplatz in Terminalnähe (meine Eltern sollten das Auto dann später von dort einsammeln und heimbringen). Alle Taschen ins Auto zu bringen, war wieder einmal eine kleine Herausforderung. Da natürlich auch überall Stau angesagt war, starteten wir extra früh. Nieselregen und 15°C vereinfachten uns den emotionalen Abschied vom Sommer.

Tatsächlich war zwar viel Verkehr, wir kamen jedoch gut durch und waren somit deutlich zu früh am Flughafen. Die Parkplatzreservierung zeigte sich als sinnvoll, da wir ohne Reservierung nicht reingekommen wären und auf einen der externen Parkplätze hätten ausweichen müssen. Der Checkin war noch nicht geöffnet. Eine anwesende Mitarbeiterin hatte jedoch mit Blick auf unseren Gepäck-Berg und die Kinder Mitleid, verschob ihre Brotzeitpause um 5 Minuten und nahm unser Gepäck vorab entgegen. Auch wenn wir keine Fans von Extra-Würsten für Familien mit Kindern auf Reisen sind, so ist doch so viel Service-Bereitschaft lobend zu erwähnen. Auch lobend zu erwähnen ist in Bezug auf Condor, dass sie hinsichtlich des Gepäcks deutlich flexibler sind als andere Airlines. Es gibt zwar nur 20kg statt 23kg pro Person, das Gepäck kann jedoch höchst offiziell auf verschiedene Gepäckstücke und Personen verteilt werden, solange das gebuchte Gesamtgewicht nicht überschritten wird.

Insgesamt war es jedoch nirgendwo voll, trotz angeblichen Rekord-Wochenende. Vielleicht spielte hier das Terminal/Gate eine Rolle. Die Zeit bis zum Abflug vertrieben wir uns Bingo-Spielen, Flugzeugen beobachten und einem kleinen Abendessen.

Nach Frankfurt ging es mit einem Flugzeug der kroatischen Linie Flyair41. Bis auf eine leichte Verspätung verlief alles nach Standard. In Frankfurt hatten wir ebenfalls Glück und mussten, entgegen bisheriger Erfahrungen, nur einen kurzen Weg zum neuen Gate und zur Passkontrolle zurücklegen. Auch eine erneute Sicherheitskontrolle fand nicht statt. Ein wenig überrascht waren wir schon, wie viel einfacher und besser manches beim vermeintlichen Billigflieger im Vergleich zur Lufthansa funktionierte..

Das Boarding begann bereits über eine Stunde vor Abflug. Über die Frage, wie sinnvoll es ist, mit kleinen Kindern die Möglichkeit des bevorzugten Boardings in Anspruch zu nehmen, kann man sicher geteilter Ansicht sein - wir haben diesen Vorteil bisher immer genossen, auch wenn man dafür deutlich länger im Flugzeug sitzt. Leider zog sich alles erheblich. Erst mussten wir ca. 30min im Bus vor dem Flieger warten, dann im Flieger nochmals über eine Stunde, da noch auf Anschlussreisende gewartet wurde.


(Die Kinder waren natürlich ganz heiß darauf, mit einem gestreiften Flugzeug zu fliegen)

Wir hatten uns für eine Mittelreihe entschieden. Da Condor mit 2-4-2 Bestuhlung fliegt, keine leichte Entscheidung, aber im Ergebnis wohl das bequemste und stressfreieste mit Kindern, da die beiden so auf den beiden mittleren Sitzen gut schlafen können.

Mit über einer Stunde Verspätung ging es schließlich um 21:50 Uhr los. K2 war zu diesem Zeitpunkt bereits im Sitzen eingeschlafen und ließ sich glücklicherweise auch durch den Start nicht wecken. K1 wollte partout nicht schlafen und bestand darauf, auf das Essen zu warten. Das zog sich natürlich nochmals bis ca. 23:15 Uhr.. Danach war dann jedoch schnell Schlafen angesagt. Beide Kinder schliefen gut bis ca. 6/7 Uhr. Wir Erwachsenen taten uns etwas schwerer, man dämmert halt immer mal wieder für einige Zeit weg.

Das Essen war ersichtlich “günstig”, aber erträglich, der Sitzabstand weniger schlimm als befürchtet, jedoch die Sitze doch eher von der härteren Sorte. Dafür ist das nagelneue Infotainment positiv zu erwähnen - HD-Auflösung, super responsiv und mit der Möglichkeit, die eigenen Kopfhörer per Bluetooth zu verbinden - endlich mal was Zeitgemäßes.

Zum Frühstück gab es eine okaye warme Apfeltasche.

Insgesamt ist der Gesamteindruck - im Vergleich zu Lufthansa - doch sehr positiv und es ist sicher gut, wenn es etwas mehr Konkurrenz gibt.

Die Ankunft in Johannesburg war direkt am Gate mit einer Stunde Verspätung. Der Weg zur Passkontrolle war wie immer weit. Dort war zwar keine Riesenschlange, es dauerte dennoch einige Zeit, bis wir durch waren (ca. 40 Minuten nach Landung). Dafür war unser Gepäck bereits vollständig auf dem Band.

Wir suchten zunächst etwas nach den Autovermietungen (wir hatten zuletzt 2018 direkt am Flughafen gemietet und wussten nur noch, dass wir irgendwo raus mussten). Ein freundlicher Mitarbeiter des Flughafens (von denen dort etliche mit offizieller Weste und Karte rumlaufen) bemerkte uns sofort und lotste uns auf den richtigen Weg.

Mit Hertz am Flughafen Johannesburg hatten wir in der Vergangenheit sehr durchwachsende Erfahrungen (Wartezeit von 1-2 Stunden, Dokumente nicht vollständig, falsche Sachen abgebucht..). Auch die aktuellen Google-Rezensionen ließen Schlimmes befürchten. Hinzu kam, dass wir - mutmaßlich aufgrund eines Datenbankfehlers - wie bereits geschildert einen extrem attraktiven Preis für Group R (Toyota Fortuner) hatten, so dass wir innerlich bereits auf jede Menge Diskussionen gefasst waren.

Tatsächlich war am Schalter jedoch überhaupt nichts los. Wir wurden nett und freundlich bedient und erhielten ohne jede Bemerkung zum Preis einen Fortuner mit unter 10.000 Kilometern auf der Uhr. Sogar die beantragten Cross-Border-Dokumente lagen bereits vorbereitet bereit. Etwas geschmälert wurde die positive Erfahrung durch offenbar suboptimale Prozessabläufe. Das System hatte sich für den Vertrag vor Ort nicht unsere aktuellen Daten, sondern die Daten unserer letzten Buchung aus 2018 gezogen, die somit erst einmal aktualisiert werden mussten. Zudem fehlten die Kindersitze in der Buchung, konnten jedoch ad hoc beschafft werden.



Auch in der Tiefgarage bei der Übergabe war man bemüht. Die Kindersitze waren in Ordnung, einzig der Einbau gestaltete sich wie immer beim ersten Mal mit unbekanntem Sitz und Auto bei spärlicher Beleuchtung etwas umständlich - Helfen wollte oder konnte aber kein Mitarbeiter (wir sollten einfach nach der Anleitung Googlen).

Insgesamt erwies sich das Fahrzeug als Top - wirklich ein nahezu perfektes Fahrzeug. Der bisherige Durchschnittsverbrauch war mit 6,7l erfasst. Wenn es solch ein Fahrzeug auch bei uns gäbe, könnte man fast schwach werden. Fährt sich super, riesiger Kofferraum und bei Bedarf können 7 Personen mitfahren..


(Unser Auto ein paar Tage später)

Mit Gepäck im Auto gehen wir nochmal zurück zum Flughafen und holen eine Sim-Karte bei MTN (hier haben wir uns preislich etwas übers Ohr hauen lassen, dafür ging alles schnell und einfach), etwas Bargeld (das uns bis zum Ende des Urlaubs reichen wird), Kekse und Wasser im Supermarkt. Gegen 11:30 Uhr, d.h. fast 3 Stunden nach Landung, geht es endlich los. Natürlich hätte man an der einen oder anderen Stelle vielleicht 15 Minuten einsparen können, aber insgesamt zieht es sich dann doch immer, bis alles erledigt ist, selbst wenn es nirgendswo außergewöhnlich lange Wartezeiten gibt.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Okt. 2025 · #11
03.08.2025 Dinokeng NR Chameleon Bush Lodge

Die Strecke bis zu unserer ersten Unterkunft hatten wir bewusst kurz gehalten. Wir hatten lange hin und her überlegt, ob wir - bekannt und bewährt - wieder zum Amohela Guesthouse in Midrand fahren sollten oder etwas neues probieren. Wir hätten dort wieder wunderbar unseren ersten Einkauf anliefern lassen können und es gibt in der “Nähe” (für südafrikanische Verhältnisse) diverse gute Essens- und Einkaufsoptionen. Alternativ hatten wir erwogen, noch ein Stück weiter zu fahren und im Nylsvlei Nature Reserve zu nächtigen - dies erschien uns dann aber doch zu weit (und abseits von Einkaufsmöglichkeiten für den Fall der Fälle).

Das Dinokeng NR ist in gewisser Weise speziell. Es ist ein umzäuntes Gebiet mit wilden Tieren, in dem jeder wiederum alle möglichen (umzäunten) Häuser, Unterkünfte, Farmen und teilweise sogar Betriebsstätten liegen. Die Preise für die Unterkünfte sind - verglichen mit ähnlichen Standards in der Umgebung - oftmals eher gehoben bis nicht nachvollziehbar. Wir fanden jedoch mit der Chamelon Bush Lodge eine bezahlbare Selbstversorgerunterkunft und entschieden uns daher schließlich dazu, dem Dinokeng NR mal eine Chance zu geben.

Etwas getrübt wurde die Freude über den Übernachtungspreis von unter 100€ für ein schönes Haus durch den - für Ausländer im Vergleich zu Südafrikanern und angesichts der begrenzten Größe und Tierwelt - doch stattlichen Eintrittspreis von 500R für uns vier.

Erst nach bereits erfolgter Buchung stieß ich noch auf die Zaagkuilsdrift Bird Sanctuary And Lodge, die für unsere Anforderungen auch ziemlich perfekt wirkte - falls jemand nochmal einen Tipp sucht.

Wir brauchten eine knappe Stunde bis zum Reserve. Wir hatten unseren Eintritt bereits Online bezahlt und zeigten am Gate lediglich einen QR-Code vor. Dann fuhren wir die wenigen Kilometer auf der Durchfahrtsstraße bis zum Gate unserer Unterkunft - wo wir erst einmal vor verschlossenen Türen standen. Leider war die frisch erworbene Sim-Karte noch nicht eingelegt und installiert (ich hatte im Laden großspurig verkündet, dass ich das schon selbst kann) - also mussten wir teuer mit deutscher Sim die vermerkte Telefonnummer anrufen.

Obwohl wir zu früh waren, konnten wir bereits unser Haus beziehen. Direkt beim Anfahren sahen wir 3 Giraffen, die am Zaun vorbei liefen. Die Kinder waren vollkommen aus dem Häuschen und auch wir haben uns natürlich über eine solche schöne Begrüßung sehr gefreut.







Unser Haus war groß, sauber und gut ausgestattet. Die Aussicht in den Bush war sehr gut, es gab vor dem Zaun eine gemähte Schneise.

Wir packten aus und fingen an, unser Gepäck aus den Reisetaschen aus- und umzupacken. Das Auto wurde nochmals genauer inspiziert und eingerichtet und wir spazierten ein wenig umher auf der Suche nach Tieren und Vögeln. Die Kinder machten sich mit Fernglas vertraut, ich mit der Bedienung der Kamera..









Am Zaun sahen wir immer wieder Impalas, Warzenschweine und einmal kurz einen Schakal - leider waren wir jeweils zu sehr aus der Übung für Bilder..



Anschließend machten wir uns auf den kurzen Weg zur Safari Mall - einem kleinen Shop mit Tankstelle und Restaurant nebendran. Eigentlich wollten war der Plan, erst am übernächsten Tag Großeinkauf zu machen und sich bis dahin extern zu verpflegen. Da es dort aber sehr lecker aussehende Marmeladen und Honig zu fairen Preisen gab, kauften neben Wasser gleich noch Brot und Saft, um wenigstens zu Hause frühstücken zu können. Anschließend gab es ein erstes Eis - man ist schließlich im Urlaub. Es war warm, aber nicht heiß.

Nach der Rückkehr zum Haus wurde geduscht, etwas auf der Terasse gespielt und dann ging es wieder los zum Abendessen. Es gibt im Reserve eine reichhaltige Auswahl an Restaurants - aber: nahezu alle haben Sonntag abends zu, viele auch noch am Montag oder Dienstag (als Wort der Warnung). Dies schränkte die Auswahl doch sehr ein - das Kingfisher Restaurant in der Mogena Lodge hatte jedoch offen, war nahe und machte einen sehr guten Eindruck. Am Gate wurden alle möglichen Daten erhoben. Das Restaurant liegt sehr schön an einem Weiher/Wasserloch/Damm, wo man theoretisch schön auf der Terasse sitzen könnte. Da es jedoch mit untergehender Sonne ziemlich frisch geworden war, waren wir froh, dass man auch drinnen sitzen konnte.



Es gibt eine gute Auswahl an Essen, wir empfanden es als sehr lecker und fair bepreist. Noch während des Essens legte K2 sich plötzlich auf die Bank und schlief dort einfach ein.. (Das ist uns sonst bisher noch nie passiert). Beim Bezahlen hieß es dann plötzlich, dass das Kartenzahlungsgerät kaputt sei.. Wir zahlten daher Cash (gut, dass wir etwas geholt hatten). Dies war übrigens das einzige Mal im gesamten Urlaub, dass wir (außer Trinkgeld) tatsächlich auf Cash angewiesen waren.

Dann ging es im Dunkeln zurück - etwas ungewohnt, noch dazu in einem ungewohnten Auto, aber ohne jegliche Zwischenfälle und ohne Sichtungen, bevor es auch für uns früh ins Bett ging.
130 Beiträge · seit 202305. Okt. 2025 · #12
Hallo Fidel,
ich bin auch gerne mit dabei! 🙂

Liebe Grüße
Johanna
Themenstarter925 Beiträge · seit 201610. Okt. 2025 · #13
04.08.2025 Magoebaskloof - Rondebossie Farm Retreat


Die erste winterliche Nacht in Südafrika wurde dank warmer Wolldecken auch ohne Heizdecken gut überstanden. Wir frühstückten gemütlich in der Wohnküche und beobachteten die zahlreichen Vögel, die sich in den Büschen vor dem Fenster bewegten. Sehr positiv nahmen wir das große Interesse unserer Kinder an den Vögeln und am Vögelbeobachten zur Kenntnis.





Wir packten zusammen, dann drehten wir noch einmal eine kleine Runde durch die Anlage auf der Suche nach Vögeln und Tieren. Gegen 10:00 Uhr ging es weiter auf eine unserer eher längeren Etappen bis in die Magoebaskloof.





Bei der Fahrt aus dem Dinokeng NR sahen wir - vor allem nach dem Verlassen des Gates - immer wieder Tiere in Zaun-Nähe: Zebras, Springböckchen, Nyala und in der Ferne Giraffen. Es gibt also durchaus Tiere hier, ob sich die Selfdrive-Route tatsächlich rentiert, wird im Netz sehr unterschiedlich beurteilt. Für einen ersten Stop bzw. 1-2 Nächte mit etwas Bush-Feeling ist es eine gute Option, mit richtigen Parks kann man es aber wohl nur schwer vergleichen (auch wenn die Fotos im hervorragenden, alle zwei Monate erscheinenden Dinokeng Magazine einen anderen Eindruck machen).

Wir fuhren wieder zur N1 und folgten ihr gen Norden. Wir hatten erwogen, unterwegs wenigstens einen Tagesbesuch im Nylsvlei NR einzulegen. Obwohl es nahezu direkt neben der N1 liegt, ist die Anfahrt aufgrund der weit auseinanderliegenden Ausfahrten doch etwas länger und ein gewisser Umweg. Da wir nicht wussten, was uns außer Vögeln erwarten würde und die Jahreszeit nicht die beste sein dürfte für das Vlei, fuhren wir einfach weiter.



Es war interessant zu sehen, wie schnell es auf dem Weg Richtung Norden leer und einsam wurde. Es ging wohl primär durch größere Farmen. Das hätte ich ehrlich gesagt in dieser Gegend hier gar nicht erwartet, sondern es mir deutlich zersiedelter vorgestellt. An einem Rastplatz machen wir kurz Pause, dann entscheiden wir uns, weil es zeitlich gesehen gut liegt, die Mall of the North in Polokwane anzusteuern zum Mittagessen. Der Parkplatz wirkt sicher genug für ein vollbepacktes Auto. Im Panarottis freuen sich die Kinder über die große Spielfläche. Von den Pizzen hätte ich mir mehr erhofft - ok, aber nicht überragend. Da habe ich auch in Afrika schon bessere gegessen. Den Kindern waren, nachdem sie auf der Karte zu sehen waren, die Milch-Shakes nicht mehr auszureden. Tatsächlich geschmeckt hatten sie ihnen dann nicht wirklich..



Auch wenn wir eigentlich erst an einem der nächten Tage in Tzaneen unseren ersten Großeinkauf erledigen wollten, nutzen wir nun das Vorhandensein eines großen Checkers und ziehen den Großeinkauf einfach gleich durch - das spart uns den Weg bis nach Tzaneen. Dafür kostet es natürlich Zeit.. Wir finden das meiste von unsere Liste. Für einen Besuch bei Game oder anderer Läden bleibt jedoch leider keine Zeit mehr.

Wir fahren nun weiter entlang der R71, erst durch dichter besiedelte Gegenden, dann wird es immer ländlicher und bergiger. Die Sonne nähert sich bereits dem Horizont - der Sonnenuntergang ist wirklich sehr früh.. Schließlich kommen wir noch im Hellen an und geben den übersandten Code am Tor ein - ohne dass sich etwas tut. Nach einiger Zeit kommt ein Fahrzeug von der Farm und hält an - auch hier öffnet sich kein Tor. Nach weiterer Zeit kommen ein paar Arbeiter und machen sich am Tor zu schaffen. Es ist also wohl defekt. Glücklicherweise kann es innerhalb kurzer Zeit repariert werden.

Der Weg zur Farm ist etwas rumpelig, aber gut machbar. Wir werden sehr nett durch unsere Gastgeberin begrüßt, die uns alles zeigt. Das Cottage ist groß, sauber und gut ausgestattet. Die Aussicht aus dem Wohnzimmer ist sehr schön. Fotos habe ich leider von Innen nicht wirklich viele gemacht - man findet es aber leicht über alle üblichen Portale.






(gesammelte Fotos der nächsten Tage)

Die Auswahl an interessanten Unterkunftsoptionen ist in der Gegend relativ groß, die preisliche Bandbreite ebenso. Wir hatten uns für das Rondebossie Farm Retreat aufgrund der relativ zentralen Lage, das Vorhandensein von Tieren und einem offensichtlich guten Preisleistungsverhältnis entschieden.

Kaum ausgeladen, wollen die Kinder sofort los und nach Farmtieren suchen. Leider finden wir auf die Schnelle nur ein paar Schafe. Die Kinder haben eine Menge Spaß auf der Terasse - leider sind manche Stellen der Wand frisch gestrichen..





Abends wird es hier doch nochmal frischer. Hier merkt man doch etwas die Höhenlage. Wir essen - nach unserem Pizzaessen mittags und aufgrund der vorgerückten Stunde - einfach Müsli zum Abendessen, bevor es in die mit Wärmedecken angenehm vorgewärmten Betten geht.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201612. Okt. 2025 · #14
05.08.2025 Magoebaskloof - Rondebossie Farm Retreat

Die Nacht war kältetechnisch in Ordnung. Das Thermometer (das wir extra mitgenommen hatten, um das Kältegefühl quantifizierbar zu machen) in der Küche zeigte 12°C - mit Hausschuhen und Fleecejacke aber alles angenehm. Nicht nur bei den Temperaturen ist noch Luft nach oben, auch beim am Vortag erworbenen Baguette - welches sich als steinhart erweist. Zudem hatten Ameisen offenbar ihren Gefallen an einigen Vorräten gefunden, die wir noch nicht gut genug weg gepackt hatten.. Ich verbuche das mal unter üblichen Startschwierigkeiten..

Wir fahren die kurze Strecke zum Magoebaskloof Hotel - auch hier gibt es wieder strenge Zufahrtskontrolle mit Foto von ID, Check der Licence Disk etc.. Vermutlich hat hier irgendeine Sicherheitsfirma vorgefertigte System-Lösungen an alle Hotels in der Provinz verkauft.. Unser Ziel ist der Swartbos-Trail. Eine nette kleine Wanderung von ein paar Kilometern durch traumhaften Primärwald.

Es geht zunächst ein Stück an der Straße entlang zurück, dann auf schmalen Pfaden talab- und auf durch den Wald. Der Weg ist sehr schön und gut zu gehen - bei Regen in den Tagen davor stellenweise mutmaßlich etwas rutschig.


(Hotel mit Blick Richtung Tal)









Immer wieder sehen wir Vögel, u.a. einen Knysna Lourie - jedoch zierte er sich etwas für ein Foto.









Dafür sehen wir relativ nahe eine Gruppe Samango Monkeys in den Bäumen.











Nach knapp 2 Stunden sind wir an einem Aussichtspunkt angelangt. Es liegt sehr viel Rauch von diversen Feuern über dem Tal.





Die Runde ist fast zuende - K1 würde eigentlich gerne weiter laufen. Es gäbe noch einen kurzen Weg zu einem Wasserfall von unserem Parkplatz aus, wir beschließen jedoch, zunächst nach Haenertsburg zu fahren, um etwas zum Mittagessen zu suchen.

Der Ort macht einen recht netten Eindruck mit vielen kleineren Läden und diversen Essensoptionen. Man merkt, dass die gesamte Gegend doch sehr vom Tourismus lebt. Wir landen schließlich auf der sonnigen Terasse des Pancake House. Im Hausinneren scheint es bei loderndem Feuer auch recht gemütlich zu sein. Die Pancakes sind in Ordnung, nichts Weltbewegendes.

Anschließend erstehen wir noch hervorragendes Biltong im nebenan gelegenen Stellas Farmstall, bevor wir wieder nach Hause fahren.

Nach kurzer Pause spazieren wir ein wenig über das Farmgelände und beobachten die Schafe.









Da die Kinder offenbar noch nicht ausgelastet sind, fahren wir die Straße vor der Farm noch weiter hinauf in das Woodbush Forest Reserve, um dort etwas spazieren zu gehen. Auf den Wanderkarten sind eine Reihe Wege eingezeichnet, wir wollen mal sehen, wie es da oben aussieht und wo man dort langgehen kann.

Die Gravel Road ist etwas rauer und hat ein paar tiefere Schlaglöcher - mit unserem Fortuner aber natürlich kein ernsthaftes Problem. Zufällig sehen wir ein Schild zu den Champion Trees - den laut Tourismuswerbung höchsten gepflanzten Bäumen der Welt. Wir parken an der Straße - die Zufahrtsstraße zum offiziellen Parkplatz wäre etwas grenzwertiger gewesen ohne Allrad. Extrem ausgefahren und schlammig.



Die Beschilderung ist eher so “naja”. Wir gehen zuerst zu offenbar besonders großen mexikanischen Kiefern, können diese aber nicht so wirklich eindeutig identifizieren.



Dann folgen wir dem Pfad, bis wir zum mehr oder weniger offiziell höchsten gepflanzten, aktuell noch stehenden Eukalyptusbäumen kommen. Beeindruckende Bäume und ein beeindruckender Wald. Etwas amüsant, dass Sponsor sämtlicher Beschilderungen ausgerechnet die bekannte Kettensägen-Marke Stihl ist.









Gegen 17:15 Uhr sind wir zurück auf der Farm - es ist deutlich abgekühlt bei nur noch 13°C. Die Kinder spielen dennoch noch auf dem Hof Ball, bis es zu Dunkel wird.



Themenstarter925 Beiträge · seit 201619. Okt. 2025 · #15
06.08.2025 Magoebaskloof - Rondebossie Farm Retreat

Der heutige Tag begann so sonnig, wie der letzte aufhörte. Beim Frühstücken entzückten die um das Haus herumziehenden Schafe die Kinder. Für heute hatten wir uns einen Besuch bei den Debengeni Falls ausgesucht. Es gibt zwar in der Gegend eine Vielzahl an Wanderwegen und Attraktionen, aber es ist nicht immer so wirklich einfach, an übersichtliche Informationen zu kommen (oder ich bin zu blöd, sie zu finden). Auf der anderen Seite ist das Attraktive daran natürlich, dass man selbst mehr Entdecken kann und muss.

Wir fahren die R71 ein gutes Stück Richtung Tzaneen. Unsere Unterkunft ist nahezu an der höchsten Stelle der Straße, ab hier geht es sehr kurvenreich bergab. Wir halten kurz am Mageobaskloof Farm Stall, so wirklich viel Spannendes gibt es aber nicht zu entdecken - die Lage ist aber echt gut und es soll recht lecker sein. Die Zufahrt zu den Falls ist über Gravel, bisweilen auch mit ein paar ausgewaschenen Stellen, die für Autos mit geringer Bodenfreiheit schwieriger werden könnten (wir haben aber oben dann auch Besucher mit einem Hyundai Stari gesehen).

Die Wasserfälle erstrecken sich über eine relativ lange Strecke durch schönen, teilweise herbstlichen Wald.










Es gibt ein relativ großes Picknick-Areal mit zahlreichen Hinweisen darauf, dass man nicht ins Wasser gehen soll. Man kommt zunächst relativ weit oben zum Fluss und kann dann auf der gegenüberliegenden Seite am Fluss entlang bergab gehen - was wir natürlich machen. Dort gibt es erneut eine Brücke und in der Theorie einen Weg nach oben.

Dieser war jedoch so zugewachsen, dass wir lieber wieder umdrehten und den selben Weg wieder zurück nach oben gingen.



Immer wieder sehen wir verschiedene Schmetterlinge und Vögel, zudem ein aktives Bienennest in einem Baum.











Anschließend sehen wir noch einen Pfad, der am Wasserfall entlang nach oben führt und folgen ihm. Teilweise ist es etwas steil, aber alles gut machbar. Man sieht den Wasserfall aber immer nur durch dichtes Blattwerk. Oben trifft der Pfad auf den 5-tägigen Mageobaskloof Hiking Trail. Wir gehen noch ein wenig weiter am Fluss und machen auf einem Felsen am Fluss Brotzeit.



Dann machen wir uns wieder auf den Weg zurück und halten am Krabbefontein Coffee Shop. Hier gibt es in einem äußerlich eher schäbig anmutenden Gebäudekomplex ein sehr hipp wirkendes Café. Zudem wird hier lokal Kaffee angebaut - einer von sehr wenigen kleinen Bereichen in Südafrika, wo dies wirtschaftlich sinnvoll versucht wird. Da ich als großer Kaffee-Fan vorher überhaupt nicht wusste, dass es überhaupt in Südafrika produzierte Kaffeebohnen gibt, wollte ich hier natürlich unbedingt vorbeischauen.





Rund um das Café sind lauter Jungpflanzen zu sehen, die eigentlichen Felder (die man auch besuchen kann und wo es auch Wanderungen etc. durch gibt) liegen noch etwas weiter rauf.

Wir essen noch eine Kleinigkeit, die Kinder spielen im Sand, es gibt auch eine Schaukel, einen Wasserlauf und eine Kletterwand. Dann kaufen wir natürlich noch Kaffee - wobei wir feststellen müssen, dass es aufgrund der bisher eher geringen Erträge leider keinen sortenreinen Kaffee von dort gibt, sondern nur vermischt mit Bohnen anderer afrikanischer Länder. Aber allein schon damit die Kinder einmal in echt sehen, wie Kaffeebohnen an der Pflanze aussehen, wäre es ein Stop wert gewesen.

Zurück in unserem Ferienhaus mache ich mich mit den beiden Kindern auf die Suche nach Vögeln. Sonderlich erfolgreich sind wir leider nicht - vor allem da K2 immer lieber getragen wird und K1 voraus rennt. Beide wollen unbedingt Vögel suchen, die Details des sinnvollen Birdings müssen wir aber wohl noch üben.





Am Abend spazieren wir nochmals über die Farm und besuchen die Schafe (und Ziegen).







Damit endet unser Aufenthalt in der Magoebaskloof auch schon wieder. Die Gegend bietet echt viel Möglichkeiten an schönen Wanderungen, tolle Wälder, super Vogelbeobachtungsmöglichkeiten und diverse nette Verpflegungsoptionen. Man kann hier sehr nett einige Tage verbringen - auch sehr gut gelegen auf dem Weg von oder zum Kruger.

Auch unsere Unterkunft kann man guten Gewissens empfehlen. Wir hatten etwas Sorge, dass man die doch recht nahe R71 hören würde. Das war glücklicherweise jedoch nicht der Fall. Mag sein, dass es anders ist, wenn man sich bei wärmerem Wetter mehr draußen aufhält und mit offenen Fenstern schläft, das kann ich nicht beurteilen.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201621. Okt. 2025 · #16
07.08.2025 Letaba Restcamp

Die Nacht war von den Temperaturen her dank Wärmedecke vor dem Zubettgehen erträglich. Jedoch war es durchgehend hörbar windig. Morgens ist alles in dichten Nebel gehüllt.



Wir frühstücken gemütlich, laden alles ins Auto und starten gegen 10:00 Uhr bei 10 Grad auf der R71 Richtung Osten.


(man sieht, es ist noch geringfügig Platz für Einkäufe etc.)

Je weiter wir bergab fahren, desto wärmer wird es. Es ist zwar bewölkt, aber in Tzaneen bereits 20 Grad warm. Wir fahren immer wieder an Bananenfeldern vorbei - auch die hätten wir in diesem Ausmaß in Südafrika gar nicht erwartet. Ab Tzaneen ist der Verkehr zunächst recht dicht, wird es einsamer und eintöniger. Immer wieder fallen ein paar Tropfen aus den Wolken.

Bei Gravelotte fahren wir einen kleinen Umweg zum dortigen Baobab.



Dieser liegt etwas versteckt inmitten von Farmland. Wir zahlen Eintritt und erhalten eine umfassende Einführung von einem netten älteren Herrn zur Geschichte und Ausmaßen. Er soll laut jüngster Radiocarbon-Datierung ca. 3800 Jahre alt sein. Auch Paul Kruger soll dort über Nacht Station gemacht haben und zum Schutz vor Löwen im Baum geschlafen haben.

Der Baum ist hohl und beinhaltet einen Raum von einigen Quadratmetern.



Leider überrascht uns hier ein kurzer Regenschauer, zudem ist der Himmel für Fotos natürlich alles andere als optimal.

Man könnte hier wohl auch picknicken/grillen.

Dann fahren wir weiter nach Phalaborwa zum Einkaufen für unsere Zeit im Kruger. Wir wollen zum Pick’N’Pay, können ihn jedoch nicht finden. Stattdessen steuern wir den Checkers an. Es ist ziemlich trubelig, so dass wir uns aufteilen und ein Teil am Auto bleibt. Leider dauert es recht lange, alles gesuchte zu finden. Leider fehlt am Ende immer noch ein bisschen was von unserer Liste. Auch die Auswahl an Pies, Brot oder sonstigen Backwaren ist leider nicht besonders gut. Dann gehen wir noch zum Game für ein paar Kisten. Dann fahren wir die letzten Kilometer bis zum Phalaborwa Gate und machen dort Mittagspause.



“Leider” entdeckt K2 gerade ihren eigenen Willen und meint, alles müsse exakt nach ihren Vorstellungen laufen, so dass das Essen etwas anstrengend wird. Zum Glück laufen ein paar Zwergmangusten herum, die für etwas Ablenkung sorgen.

Dann fahren wir durch wunderbar herbstlich anmutenden Mopane-Busch zunächst Richtung Sweni-Hide. An einem Wasserloch treffen wir auf unsere erste Elefanten-Herde.








Kurz darauf sehen wir einige Impalas, Wasserböcke und nochmals Elefanten.







Leider ist K2 weiterhin sehr eigenwillig und nicht sehr begeistert vom Autofahren oder hat genug davon. Aufgrund ihrer Laune verzichten wir auf einen Halt am Sweni Hide. Wir fahren noch den Loop von der H9 nach Norden. Die Fortsetzung der S51 ist recht rumpelig, zurück nach Süden ist es landschaftlich durchaus attraktiv, aber leider sehr tierarm.

Auch auf der weiteren Strecke sehen wir primär Busch. Erst kurz vor Letaba gibt es wieder mehr Tiere in Form von Elefanten, Wasserböcke und Giraffen zu sehen.





Insgesamt ist die Stimmung nicht die beste. K2 ist weiterhin sehr eigensinnig, K1 will endlich ankommen. Glücklicherweise kommen wir irgendwann doch an.

Wir hatten in Letaba zunächst eine BD3U gebucht und vorab per Mail angefragt, ob wir ein weiteres Kind (gegen Zuzahlung) im Elternbett unterbringen könnten - was sehr rasch positiv bestätigt wurde. Die Unterbringung weiterer Kinder ist Ermessenssache der jeweiligen Camps. Im Regelfall klappt es wohl, wenn das Kind im selben Bett schläft oder man eine eigene Matratze etc. dabei hat - bis zu welchem Alter, ist wohl wie immer in Afrika auch nicht exakt voraussagen.

Da uns die Gesamtkosten der Reise irgendwann doch recht hoch erschienen, entschieden wir uns in einem Anfall von Sparwut, die BD3U (mit Bad und Küche) gegen eine einfache EA3U Hütte ohne Toilette und Küche zu tauschen - immerhin eine Ersparnis von fast 800 Rand pro Nacht. Irgendwann kamen uns im Vorfeld dann doch wieder erhebliche Zweifel, ob es so eine gute Idee war, auf Toilette und Küche zu verzichten - leider war nunmehr keine BD3U verfügbar.

An der Rezeption ist es zum Glück wie für die BD3U angefragt auch in der EA3U möglich, K2 unterzubringen. Wir bezahlen die noch für K2 ausstehenden Gebühren und bekommen die Hütte Nr. 32. Sie ist direkt neben dem Restaurant und damit einerseits wohl die Unterkunft mit der besten Aussicht in ganz Letaba, andererseits hat sie natürlich etwas weniger Ruhe als anderswo. Für eine weitere Matratze wäre im Inneren kein Platz gewesen. Mit zwei zusammengeschobenen Betten geht es aber gut. Es gibt in der Hütte ein Waschbecken, die Communal Ablutions sind keine 50 Meter weit entfernt und durchgehend in sauberem, wenn auch einfachen Zustand.





Wir sprühen Kinder und Hütte trotz der wenig zu erwartenden Mücken ein und Essen anschließend in der Hütte zu Abend mit den Resten unserer in Phalaborwa gekauften Pies und Pastries. Wir wollen hier jegliches Risiko so weit wie möglich reduzieren, wenn wir schon mit kleinen Kindern ohne Prophylaxe ein Malariagebiet aufsuchen. Der Nachteil davon ist natürlich, dass man sich deutlich weniger frei fühlt und bewegt, als es ansonsten möglich wäre. Aber wenigstens den Kindern macht es nichts aus, drinnen zu Essen anstatt vor der Hütte und sie finden es alles sehr aufregend. Auch jetzt ist K2 eher als anstrengend zu bezeichnen - auch daher ist es vielleicht ganz angenehm, wenn man in der eigenen Hütte ist und alle Geräusche vom Restaurant nebenan übertönt werden.

Leider dauert das Einschlafen bei beiden recht lange. Es ist doch recht laut vom Restaurant her - was aber vor allem an einer größeren Gruppe liegt, die über die Stränge schlägt. An den weiteren Abenden ist es deutlich ruhiger und man hört in der Hütte nicht viel vom Restaurant.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201624. Okt. 2025 · #17
08.08.2025 Letaba Restcamp

Die Nacht war ruhig. Wir haben uns darauf verständigt, den Wecker auf 06:00 Uhr - Gateöffnungszeit - zu stellen, so dass wir nicht zu früh, aber doch halbwegs zeitig loskommen. Das hat sich im Laufe des Urlaubs als zwar zum Teil anstrengend, aber doch gut durchführbar erwiesen, immerhin ist das nur eine Stunde vor ihrer üblichen Aufwachzeit. Game Drives mit Kindern sind nunmal immer eine Form des Kompromisses. Wir stehen auf und bereiten im Dunkeln alles für die Abfahrt vor (Kühlbox befüllen, Kaffee kochen..), dabei wachen beide irgendwann entspannt auf. Vor der Tür werden wir von einem wunderschönen Sonnenaufgang begrüßt.



Um 06:37 Uhr starten wir gen Norden - noch unklar ob bis Giriyondo oder Mooiplas Picnic Site.

Bald treffen wir auf erste Elefanten und Giraffen.









Die Brücke über den Letaba River bietet tolle Aussichten.






Weniger Kilometer darauf stoßen wir auf drei Löwenmännchen, die sich freudigst begrüßen, dann leider jedoch schnell verschwinden.











Da die Stimmung gut ist, beschließen wir bis zum Mooiplas Picknickplatz zu fahren. Wir sehen nochmals Elefanten, zudem Büffel, Zebras und einen Hornraben.











Der Picknickplatz liegt sehr schön an einem Fluss - wir waren zwar hier schon vorbeigekommen, hatten aber hier noch nie gestoppt. Um uns herum sind zahlreiche Glanzstare, Tokos und Baumhörnchen, die die Kinder gut unterhalten.







Wir frühstücken unser Müsli und schauen dann noch kurz zum Aussichtspunkt in den Fluss. Hier ist jede Menge los. Zebras, Wasserböcke, ein Sattelstorch und ein Krokodil.





Da wir schon so weit im Norden sind und trotz Übernachtung in Mopani noch nie dort waren, fahren wir noch kurz bis zum Pioneer Dam Hide. Unterwegs finden wir noch einen Klippspringer.



Am Hide treffen wir auf einigen Nachwuchs:





Die Rückfahrt zieht sich etwas, wir sehen nochmals Elefanten und Zebras, insgesamt machen die Kinder es sehr gut mit.







Zurück im Camp will K2 gern Schlafen, schafft es dann aber nicht einzuschlafen. Wir spülen ab, duschen und gehen dann essen. Anschließend besuchen wir die Elefant Hall, bestaunen die riesigen Stoßzähne und Impala Lilies und spazieren ein wenig durchs Camp. Das Camp gehört unseres Erachtens mit zu den schönsten im Park, weshalb wir uns dazu entschieden hatten, hier erstmals für drei Nächte zu bleiben.











Nachmittags fahren wir Richtung Westen bis zur S69. An einer Brücke sehen wir eine große Büffelherde, im Wasser zwei Störche.









Auf dem Rückweg treffen wir auf Giraffen, Baumhörnchen und (mutmaßlich) ein Albino-Baumhörnchen.









Da wir zu früh wieder zurück sind, fahren wir noch ein kleines STück nach Norden bis zur S93. Das Licht ist traumhaft, leider machen sich Tiere rar. Kurz vor dem Camp genießen wir den Sonnenuntergang.







Zum Abendessen gibt es Brot in der Hütte - leider hat eines unsere Brote bereits angefangen zu schimmeln und eine gekaufte Wurst ist geschmacklich kaum genießbar. Die Kinder streiten sich und sind beide doch irgendwie ziemlich KO. Zudem ist der Sprühdeckel des Insektenraumsprays kaputt gegangen. Läuft also..

Sobald die Kinder schlafen, sitzen wir vor unserer Hütte mit traumhafter Sicht im nahezu Vollmondlicht über den Fluss. Heute ist es deutlich wärmer abends und sogar im T-Shirt gerade noch auszuhalten. Das Restaurant ist heute deutlich ruhiger und nicht störend.
Man sieht immer wieder Elefanten und Hippos im Mondlicht unten im Fluss vorbeiziehen, ein wunderbarer Abend im Kruger, der viele Erinnerungen an vergangen Reisen weckt - insbesondere an unsere erste Reise ins südliche Afrika, als wir am Kwando auf einer Insel im Fluss zelteten und von einem Baum aus am Abend eine riesige Elefantenherde beim Baden im Fluss im Mondschein beobachteten.. (und dabei lernten, wie nützlich Ferngläser im Dunkeln sind).
Themenstarter925 Beiträge · seit 201631. Okt. 2025 · #18
09.08.2025 Letaba Restcamp

Die Nacht war ruhig. Der Wecker klingelt wieder um 06:00 Uhr. Zudem erschallt pünktlich um 06:00 Uhr der Gesang der Restaurant-Mitarbeiterinnen auf dem Weg zur Arbeit. In Europa unvorstellbar, in Südafrika immer wieder anzutreffen - obwohl es den Angestellten im Regelfall vermutlich deutlich schlechter geht als Angestellten in Europa.

Nach dem gestrigen ersten Zusammenpacken im Dunkeln läuft es heute bereits deutlich routinierter. Für heute haben wir uns die Gegenrichtung nach Olifants am Fluss entlang ausgesucht.

Die Fahrt ist mäßig ergiebig - immer wieder sehen wir Kudus, Warzenschweine und Impalas.





Einmal kreuzt eine Hyäne kurz unseren Weg.



Insgesamt ist es heute deutlich bewölkter und diesiger. In Olifants frühstücken wir. Der direkte Vergleich mit Letaba zeigt, um wie viele Level Letaba attraktiver ist - mal von der spektakulären Aussicht abgesehen. Wir besuchen den Aussichtspunkt, kaufen ein wenig im Shop ein und die Kinder klettern auf den Felsen herum.







Auch der Rückweg ist leider eher “quiet”. Das Highlight ist eine Gruppe Paviane. Wir versuchen noch den Loop über S92 und S93 - ganz nett, aber leider auch nichts spektakuläres.





Ansonsten sehen wir lediglich Impalas, einige Giraffen und einen Elefanten tiefer im Busch.









Gegen 12:00 Uhr sind wir wieder zurück im Camp. Wir besorgen uns Münzen für Waschmaschine und Trockner und haben das Glück, dass gleich eine Waschmaschine frei ist - in der Vergangenheit hatten wir da bei Sanparks schon ganz andere Erfahrungen. Dann gehts zum Mittagsessen ins Restaurant. Die Tokos und Glanzstare sind hier mehr als nur dreist und geradezu eine Plage. Sie haben bisweilen jeglichen Respekt verloren und Hüpfen auf Tische oder stehlen Essen aus der Hand. Ein Mitarbeiter geht alle paar Minuten auf Patrouille..

Direkt unterhalb des Restaurants (und unserer Hütte) hat sich eine Gruppe Elefanten versammelt, zudem grasen Impalas, Warzenschweine und Wasserböcke.







Neben uns in der Hütte ist eine Paar mit einem wenige Monate alten Baby aus Mpumalanga eingezogen. Sie lassen - mutmaßlich zur “Malaria-Prävention” bei 25°C Außentemperatur durchgehend die Klimaanlage laufen, was aufgrund der Nähe der Hütten etwas sehr nervig ist.

Insgesamt ist auffällig, wie viele kleine Kinder im Park um diese Jahreszeit unterwegs sind. Man achtet natürlich mit kleinen Kindern selbst mehr darauf, was die Wahrnehmung verfälscht. Gefühlt waren jedoch in mehr als der Hälfte aller Autos oder Häuser kleine Kinder - das hätte ich ehrlich gesagt so nicht erwartet, bestärkt uns aber natürlich etwas darin, hier nicht etwas vollkommen absurdes und falsches zu tun..

Wir wollen den Kindern eigentlich mal die Gelegenheit geben, zu spielen oder zu entdecken - leider haben sie heute nur Blödsinn im Kopf und geraten ständig aneinander. Da ist man mit einer Hütte direkt am Fluss und neben dem Restaurant natürlich obendrein auf dem Präsentierteller. Daher entschließen wir uns gegen 15:30 Uhr, nochmal eine kleine Runde zu drehen, um die Kinder zu beschäftigen.

Wir fahren wieder den Fluss entlang Richtung Norden und treffen erneut immer wieder auf Elefanten.





An der Highwater Bridge machen wir Halt und steigen kurz aus - hier ist uns aber schon fast wieder etwas zu viel los, weil viele offenbar zum Sundowner hierher fahren.



Danach biegen ab auf die S62 Richtung Matambeni Hide. Die Strecke ist recht schön, es gibt viele hübsche Loops in die Bewaldung am Fluss. Leider alle ohne spektakuläre Sichtung. Ein Korhaan ist das Highlight.



Auch der Hide selbst ist nett und bietet eine schöne Aussicht. Wir sehen einen Brown-Hooded Kingfisher, eine Versammlung von Schildkröten, einen Klaffschnabel und diverse Krokodile in der Ferne.











Leider sind wir fast schon etwas spät dran für eine entspannte Rückfahrt, man braucht doch immer länger als man denkt bei Game Drive Geschwindigkeit..

Auf dem Rückweg am Fluss entlang sehen wir nochmal jede Menge Elefanten auf beiden Seiten der Straße.

Sie tun uns sogar den Gefallen und laufen mitten durch den Sonnenuntergang. Aus fotografischer Sicht geht bei sowas der Puls hoch. Leider sind sie so sehr in Bewegung, abgewandt und im teilweise hohen Gras, dass es mit den Wunschfotos nicht wirklich klappt. Zudem ist leider mal wieder die Konzentration mit 2 kleinen Kindern auf die Fotografie nicht wirklich einfach.





Fazit Letaba:

Das Camp gefällt uns außerordentlich gut, es gibt viele schöne Bäume und im allgemeinen Preisverhältnis verhältnismäßig erschwingliche Unterkünfte. Die Lage am Fluss ist toll, man kann hier auch recht lange am Fluss entlang spazieren. Unsere Hütte war natürlich recht einfach, die Aussicht dafür super. Basierend auf den Erfahrungen hätten wir nunmehr keine Bedenken, auch künftig einfache Hütten ohne Küche/Bad zu buchen (irgendwo muss man ja anfangen zu sparen..). Im Vorfeld las man immer wieder, dass die Sichtungen um Letaba im Allgemeinen eher schwierig seien. Dazu traue ich mir keine abschließende Meinung zu. Gemessen an unseren Fahrstrecken wäre etwas mehr Abwechslung sicher nicht verkehrt gewesen. Elefanten, Giraffen, Impalas etc. kann man hier zur Genüge sehen. Es gibt mehrere nette Hides in vernünftiger Umgebung. Es war nirgendwo voll auf den Straßen. Wir hatten am ersten Tag Glück mit Löwen kurz hinter dem Letaba River (auch wenn wir sie nur kurz sehen konnten). In der grünen Jahreszeit würde ich das Camp aber wohl eher meiden - dann dürfte es aufgrund des dichteren Laubs und der Tatsache, dass sich die Tiere nicht mehr am Fluss konzentrieren müssen, nochmals schwieriger werden mit Sichtungen.
1'820 Beiträge · seit 201601. Nov. 2025 · #19
Hallo Fidel,
wie schön, dass du über eure letzte Tour berichtest!
Wir sind mit unseren jetzt ja schon etwas älteren Kindern gerade zurück aus dem Kruger.
Daher freue ich mich besonders darüber, den Park nochmal durch eure Augen nacherleben zu können.
Bin ab jetzt gern dabei.
Herzlich
Sascha
Themenstarter925 Beiträge · seit 201605. Nov. 2025 · #20
Hallo Sascha,

das freut mich, dass du auch dabei bist - ihr seid ja schon alte Hasen. Euren Rhythmus werden wir wohl leider nicht einhalten können (auch weil uns die attraktiven 2 Wochen Herbstferien fehlen)..

Viele Grüße

fidel
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