5 Mon. Elternzeit SA/NAM - Teil IV - WDH->CPT

46 Antworten · 4'488 Aufrufe · gestartet 03. Juni 2025 von fidel
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201603. Juni 2025 · #1
Einleitung Teil IV - Von Windhoek nach Kapstadt

Hier geht es nun weiter mit Teil IV unserer Elternzeitreise. Allgemeinere Worte und die bisherigen Abschnitte finden sich unter

Teil I - Von Kapstadt bis zum Kruger (2 Monate im Mai/Juni 2022 - Kapstadt - Garden Route - Addo - MZNP - Wild Coast - HLI - Kruger)
Teil II - Von Johannesburg nach Windhoek (Februar/März 2024 - Pilanesberg - Drakensberge - Mokala - KTP mit einleitenden Worten zu Teil II - IV)
Teil III - Klassische Namibia-Runde mit Camper (März/April 2024)

Für diesen Reiseteil hatten wir nun insgesamt noch 37 Nächte Zeit. Eigentlich sollte man meinen, dass dies genug Zeit ist, um die Strecke von knapp 1500 Kilometern hinter sich zu bringen. Aber die Liste der Wünsche entlang der Route war leider ebenfalls recht lang, so dass wir erneut hier und da Dinge links liegen lassen mussten, um dafür mehr Zeit an den einzelnen Orten zu haben.

Wir wollten vor allem auch Ecken neu oder genauer besuchen, die bisher noch zu kurz gekommen waren. Auf unserer Wunschliste standen
- die D707 nochmal erleben
- Lüderitz
- Oranje
- Richtersveld
- Namaqua NP
- einsame Westküste
- Lambert’s Bay
- Karoo
- Cederberge
- West Coast NP
- Winelands
- mehr Zeit in und um Kapstadt

Die nächste Herausforderung bestand darin, all diese Orte in eine sinnvolle Reihenfolge ohne zuviel Kilometer und Zickzack zu bringen.

Irgendwann verabschiedeten wir uns vom Gedanken an den Richtersveld NP - hauptsächlich, weil wir uns wegen der langen Fahrzeiten im Park nicht sicher waren, ob das mit/für Kinder tatsächlich so ein tolles Erlebnis ist. Hinzu kommt natürlich das Thema etwaiger gesundheitlicher Probleme und der Fahrtzeit zurück in die Zivilisation. Auch hätten wir im Tatasberg Camp gleich zwei Häuser buchen müssen (preislich machbar, aber nur mäßig attraktiv, sich aufteilen zu müssen).

Dann taten wir uns schwer, an der Westküste (Porth Nolloth, Hondeklipp Bay etc.) etwas attraktives zu finden. Je mehr man las und suchte, desto weniger attraktiv erschien uns die Gegend.

Wir hätten sehr gerne die Kaptölpel in Lambert's Bay besucht, jedoch stellte sich heraus, dass die Kolonie Ende April/Anfang Mai wohl nahezu leer sein dürfte, so dass sich der Weg nur bedingt lohnen würde.

Die Cederberge stellten uns vor eine weitere planerische Herausforderung, da die Wege weit und manche schönen Ecken sehr verstreut sind. Hier hatten wir ursprünglich den Plan, auch den Tankwa Karoo NP mit einzubauen. Hier entschieden wir uns allerdings dagegen, weil wir einerseits Sorge hatten, dass es im Mai nachts schon eiskalt sein könnte und andererseits nicht sicher waren, ob sich der zeitliche Aufwand der An- und Abreise für die Kinder irgendwie lohnen würde.

Insgesamt gingen uns also leider erneut ziemlich schnell die Tage aus.. Die Vorstellung, eine Reise für nur 3 Wochen zu planen fällt zugegebenermaßen inzwischen ziemlich schwer (auch unsere nächste Reise - immerhin ein Monat - zeigt, wie wichtig es ist, sich auf das Wesentliche beschränken zu können/müssen..). Dafür ist die jetzige Route gefühlt nochmals entschleunigter als die bisherige Reise.

Insgesamt verständigten wir uns schließlich auf folgende Route (wobei ich zur Wahl der einzelnen Stationen dann wie bisher bei den einzelnen Kapiteln noch genauer eingehen werde):

1N Mariental Flying Ostrich Selfcatering
2N Duwisib Guestfarm
3N Lüderitz Zur Waterkant
2N Aus Eagles Nest Chalets
2N Norotshama
2N Namaqua NP Skilpad Restcamp
4N Sanddrif Resort Protea Hoogte Cottage
4N Paternoster AirBnB
4N Franschoek AirBnB
3N De Hoop Cottage
3N Kogelberg Oudebosch Cabins
4N Simon’s Town AirBnB

Vorab ein paar Bilder zum Appetit-Anregen:











Themenstarter925 Beiträge · seit 201604. Juni 2025 · #2
Tag 53 15.04.2024 Mariental Flying Ostrich

Heute ging es auf die erste Etappe zurück Richtung Süden. Wir waren uns in der Vorbereitung nicht sicher, wie gut das Fahren klappen würde und ob wir die Strecke bis nach Duwisib besser unterbrechen sollten. Rückblickend kann ich verraten: es wäre wohl nicht nötig gewesen).

Wir kaufen nochmals Brot und Gemüse im Farmshop und biegen dann auf die biegen dann wieder auf die B1. Gefühlt ziemlich schnell sind wir bereits in Mariental. Hier hätten wir vielleicht noch mehr Programm einplanen können.

Da wir viel zu früh sind, gehen wir zum örtlichen Farmstall und essen dort Mittag. Hier gibt es auch einen ganz netten Spielplatz sowie diverse Tiere zum Anschauen (leider jedoch zum Teil in nicht so ganz artgerecht wirkender Haltung). Alles nicht überragend, aber ganz in Ordnung.



Dann fahren wir zu unserem gebuchten Ferienhaus. Hier werden/wurden etwas außerhalb von Mariental einige Häuser als Ferienhäuser frisch gebaut. Unseres ist bereits fertig und sehr groß - nach Mitteilung unserer Vermieterin soll es künftig geteilt werden, da es so wirtschaftlicher ist. Es wird aktuell auch an einem Restaurant gebaut.

Das Gelände selbst ist ganz hübsch mit vielen Palmen, jedoch zumindest 2024 noch viel Baustelle. Die B1 ist in der Ferne zu sehen und akustisch leicht, aber kaum störend zu vernehmen. Etwas seltsam mutet für unser Südafrika-geprägtes Empfinden die Tatsache an, dass es keinerlei Zaun oder erkennbares Sicherheitskonzept gibt. Außer den Häusern (und künftig wohl einem Restaurant) gibt es auf dem Gelände nichts.







Das Haus ist sehr gut eingerichtet und sauber, der Preis sehr fair.

Wir erkunden zu Fuß etwas die Gegend, spielen auf der Wiese und essen kalt zu Abend.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201604. Juni 2025 · #3
Tag 54 16.04.2024 Duwisib Guest Farm

Nach einer erholsamen Nacht nehmen wir in einem provisorischen Frühstücksraum ein leicht überdurchschnittliches Frühstück ein, das im Preis inkludiert ist.

Dann geht es auf die bereits vor 3 Wochen befahrene, doch eher langweilige Strecke Richtung Maltahöhe. Interessant war, dass es um Mariental in letzter Zeit gut geregnet haben musste, denn hier war sehr viel Grün zu sehen und der Fish River war voller Wasser. Bereits wenige Kilometer hinter Mariental wurde es jedoch wieder staubig und grau wie vor 3 Wochen. Anders als vor 3 Wochen biegen wir nun jedoch auf die C14 Richtung Süden ab, um nach Duwisib zu fahren.

Dieser Stop war ein wenig ein Kompromiss. Wir wollten, wie bereits geschildert, gerne nochmal zur D707 und erstmals nach Lüderitz. Gerne hätten wir auch mehrere Tage an der D707 verbracht. Hier empfanden wir aber (so ist leider nunmal das Preisniveau in Namibia) die aufgerufenen Preise von Namtib und Koiimasis für das Gebotene zu hoch (vor allem unter Berücksichtigung unserer Reisedauer). Wir suchten daher nach einer Unterkunft in der Mitte, um dann an einem Tag über die D707 bequem nach Lüderitz fahren zu können. Hier boten sich Duwisib oder Kronenhof an. Zur möglicherweise seltsam anmutenden Aufteilung Lüderitz/Aus komme ich zu einem späteren Zeitpunkt.

Da wir immer noch deutlich zu früh waren, machten wir ein Mittagspause mit Picknick neben der Straße - wir hatten ja immer noch unser gekauftes Ground Sheet dabei.

Dann kamen wir auf Duwisib an. Die Guestfarm ist im ehemaligen Stall-, Gesinde- und Werkstattbereich des Schlosses angesiedelt und fügt sich optisch hervorragend in die Landschaft ein.

Unser Selbstversorgerzimmer liegt auf der Rückseite und ist zwar recht klein und einfach, aber hübsch eingerichtet und sehr sauber. Die Terasse bietet einen schönen Ausblick auf Hügel und Schafe. Die etwas minimalistisch eingerichtete Küche ist durch eine separate Tür zu erreichen.



Wir machen einen Spaziergang um die Farm und zum Schluss, gehen jedoch nicht hinein.











Abends ziehen die Schafe an unserem Haus vorbei zu ihrem Kraal.





Leider will K2 heute nicht schlafen, es ist jedoch ein wunderbarer Ort und (durchgehend) sehr angenehme Temperaturen für einen Spaziergang mit Kind auf dem Arm unter den Sternen..
Themenstarter925 Beiträge · seit 201604. Juni 2025 · #4
Tag 55 17.04.2024 Duwisib

Wir hatten diesen Ort ja eigentlich “nur” als Zwischenstop auserkoren. Nachdem wir aber bereits in Mariental “nur” einen Zwischenstop hatten, hielten wir es für sinnvoll, hier wenigstens 2 Nächte zu bleiben, um etwas mehr zu Ruhe zu kommen und etwaige längere Fahrzeiten abzufedern.

Nach dem Frühstück unternehmen wir eine kleine Wanderung anhand der Karte der Guestfarm zum Rhino Rock. Landschaftlich sehr nett, die Wanderung ist aber eher unspektakulär und leider wurde es rasch ziemlich heiß.













Irgendwo einige hundert Meter vom Farmhaus weg Richtung Straße hat man Empfang - hier trudelt eine Whatsapp ein, wonach ich mich bitte dringend bei meinem Chef-Chef melden sollte, man würde seit mehreren Tagen versuchen, mich zu erreichen.. Anders als in Südafrika, wo wir eSims nutzten, hatten wir in Namibia eine physische Sim-Karte erworben (mangels gutem eSim-Anbieter) und die deutsche Sim-Karte in ein altes Handy verpflanzt, dass wir natürlich nur sehr sporadisch überwachten..

Das weitere Problem war, dass die Airtime der namibischen Sim beileibe nicht mehr ausreichte, um einen Anruf nach Deutschland durchzuführen. Ich verbrachte daher etliche Zeit unter einem Baum mehrere hundert Meter vom Haus entfernt beim Versuch, Airtime nachzukaufen und in der Arbeit anzurufen. Ersteres gelang, zweiteres nicht - Dienstschluss..

Später gingen wir an den sehr schön angelegten und perfekt sauberen Pool. Es war zwar draußen relativ heiß, der Pool war aber bereits relativ abgekühlt und eher eisig - was uns jedoch nicht von etwas Badespaß abhielt.







Am Abend machten wir einen Spaziergang auf den Sundowner-Hügel - definitiv lohnenswert. Man sieht hier in der Tat - wie in der Beschreibung des Spaziergangs angegeben - weshalb sein Bauherr sich ausgerechnet diese Ecke für sein Schloss aussuchte.









Themenstarter925 Beiträge · seit 201605. Juni 2025 · #5
Tag 56 18.04.2024 Lüderitz - Zur Waterkant

Für heute stand ein langer Fahrtag an. Wir wollten die D707 entlang und bis nach Lüderitz. Für besseres Licht und aufgrund der langen Etappe entschieden wir uns, bereits vor dem Frühstück zu starten, um in einem ersten Schwung möglichst weit zu kommen.

Leider wurde K1 in der Nacht plötzlich schlecht und er musste sich übergeben. Am Morgen war er immer noch etwas schlapp und es war ihm offenbar weiterhin schlecht.. Aber wir mussten natürlich ausgerechnet heute eine unserer von der Planung her längsten Etappen haben.. Wir hofften das Beste und fuhren los.

Die Landschaft wusste erneut zu begeistern. Diese Ecke ist wirklich traumhaft, man entdeckt immer wieder tolle neue Eigenheiten.































Sehnsüchtig passieren wir die Tore von Namtib und Koiimasis, die wir beide in sehr guter Erinnerung haben.

K1 schläft schließlich etwas, auch K2. So fahren wir einfach immer weiter.. Stops sind so natürlich nicht möglich, alle Fotos daher aus dem fahrenden Auto vom Mittelsitz der hinteren Reihe aus (an dieser Stelle nochmals ein großes Lob an die Flexibilität der Sony RX100).

Als beide Kinder wieder wach sind, ist es bereits fast 11:00 Uhr und wir haben die D707 bereits hinter uns gelassen und befinden uns auf der C13 kurz vor Aus. Wir halten an und essen nunmehr endlich unsere vorbereiteten Overnight Oats. K1 geht es glücklicherweise nun wieder deutlich besser und er hat einen gesunden Appetit. Was auch immer das vorher war.. Es war gerade in Bezug auf das Licht sicher die richtige Entscheidung gewesen, früh aufzubrechen zur D707.

Als wir nach langer Zeit endlich mal wieder Empfang haben, legen wir einen Telefonstop ein, um endlich meinen Chef-Chef zu erreichen - mit der Mitteilung eines erhofften Stellenwechsel. Etwas bizarr, mitten in der Namib an einer Piste stehend, aber was tut man nicht alles für das berufliche Weiterkommen.

Dann fahren wir - an Aus vorbei - weiter Richtung Lüderitz. Dieser Teil ist für uns Neuland und die Straße ist ebenfalls überaus sehenswert.





Am Wasserloch sehen wir einige Wüstenpferde. Sie haben inzwischen sämtliche Scheu verloren durch mutmaßlich beständiges Füttern durch Touristen und belagern die Autos schon fast.. Hier ist es wieder sehr heiß.







Die weitere Strecke ist weiterhin sehr attraktiv, zieht sich aber etwas - auch weil wir versuchen, langsamer zu fahren, um nicht zu weit vor 14:00 Uhr anzukommen - gar nicht so einfach, bei kerzengerade, meist bergab und perfektem Teer..

Wir finden unser Guesthouse auf Anhieb. Es liegt an einer relativ steilen Straße, wo wir zunächst natürlich am falschen Tor stehen.. Wir werden überaus freundlich (deutschsprachig) begrüßt und können das Auto im Hof parken. Unser Apartment ist sehr geräumig und verfügt über alles nötige. Insgesamt ist das Guesthouse nur zu empfehlen - gut gelegen, sauber, schöne Aussicht, sehr nette und hilfsbereite Gastgeber, fair bepreist..

Obwohl wir hier mit kalten Nebelwetter oder Wind rechneten, ist es sehr angenehm warm und sonnig. Das wollen wir sofort ausnutzen für eine Stadterkundung - wer weiß wie das Wetter die nächsten Tage wird.

Wir steuern die “bekannten” schönen, alten Häuser an und gehen hinauf bis zur Felsenkirche, anschließend wieder hinab bis zur Waterfront, wo wir einige Zeit am dortigen Spielplatz hängen bleiben.













Gegen Abend zieht Nebel auf und es wird sehr ungemütlich kalt-nass - wir verkriechen uns in unser gemütliches Apartment.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201605. Juni 2025 · #6
Tag 57 19.04.2024 Lüderitz - Zur Waterkant

Als wir aufwachen, ist alles in Nebel getaucht. Während wir frühstücken (wir hatten - aus Kostengründen - auf das angebotene Frühstück verzichtet, können hierzu also keine Einschätzung abgeben), kam jedoch langsam die Sonne durch.

Wir beschließen, heute zunächst die Umgebung der Stadt Richtung Süden zu erkunden, soweit dies möglich ist. Unterwegs sehen wir zunächst wieder einmal Flamingos.







Dann fahren wir weiter bis zur Großen Bucht. Hier ist alles neblig und es hat ca 13°C und ist sehr windig. Wir sammeln Muscheln - so warm eingepackt wie bisher noch nie in diesem Urlaub.









Dann folgen wir dem Weg entlang der Küste mit einigen Abstechern. Wir halten unter anderem an der Eberlantz Höhle und laufen dorthin.







Den Weg zum “kleinen Fjord” brechen wir ab, da die Straße einige extrem große steinige Stufen aufweist. Natürlich wäre es mit unserem Fahrzeug und durchaus einiger Erfahrung wohl gut gegangen, so viel Aufregung war uns ein kleiner Abstecher jedoch nicht wert.

Bis hierher waren wir nach dem Verlassen von Lüderitz keinem anderen Fahrzeug begegnet. Nebel und Landschaft sorgten für eine sehr spezielle Stimmung. Auch die Vegetation war extrem spannend - mitten in der Wüste und doch am Meer.







Erst am Diaz Point trafen wir wieder auf andere Fahrzeuge. Hier lichtete sich der Nebel zum Teil und gab tolle Ausblicke auf die Namib frei.











Gegen Mittag sind wir wieder zurück in Lüderitz - bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Wir halten am Portoguese Fisherman und essen ein extrem leckeres Mittagessen in entspannter Atmosphäre.



Dann fahren wir zurück zum Guesthouse und verbringen den Rest des Nachmittags spielend in der angenehm warmen Sonne auf dem Balkon.















Auch heute kam wieder der Nebel - jedoch erst nach Sonnenuntergang.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201605. Juni 2025 · #7
Tag 58 20.04.2024 Lüderitz - Zur Waterkant

Bei einem Besuch in Lüderitz ist natürlich der Besuch von Kolmannskuppe eine Art Pflichtprogramm. Manch Namibiatourist hält dies für eines der Top-Highlights des Landes und auch wir hatten immer mal wieder versucht, es einzubauen - heute sollte es schließlich soweit sein.

Als wir dorthin fahren, ist es noch überall neblig. Als wir ankommen, sind wir doch etwas erstaunt über die große Menge an Autos und Bussen - in den letzten Tagen hatten wir kaum andere Touristen gesehen.

Wir machten die Führung mit - teilweise durchaus informativ, aber zum Teil auch etwas anstrengende Führerin mit nervigem Humor. Ob die Führung wirklich nötig ist, wage ich zu bezweifeln.

Danach liefen wir noch etwas alleine durch die Häuser. K1 fand es jedoch wenig spannend.













Bisweilen ist es sehr nett oder skurill anzusehen und es gibt ein paar nette Ecken. Da aber der Sand überall total “zertrampelt” ist, macht es optisch nur einen mäßig guten Eindruck. Ich denke das ist einer der Orte, die durch zu viele Fotos im Vorfeld (es ist nunmal auch ein bei Fotografen oder Fototouren sehr beliebter Ort), die eine andere Realität suggerieren, beim tatsächlichen Erleben etwas an Magie verliert. Da wir damit schon gerechnet hatten, hält sich die Enttäuschung in Grenzen und wir sind nur froh, dass wir nicht bei vergangenen Reisen einen Umweg hierher gemacht haben.

Auf dem kurzen Rückweg zur Stadt schläft K2 im Auto ein. Wir halten an der Waterfront und essen im Essenzeit - wobei K2 es fertig bringt, das gesamte Essen auf dem Arm zu verschlafen. Das Essen ist ganz gut, kann aber bei weitem nicht mit gestern mithalten - dafür hat man eine schöne Aussicht auf Hafen und Wüste, aber auch deutlich mehr Gäste und einige Gruppen.

Da weiterhin schönes Wetter ist, wollen wir am Nachmittag nochmals Richtung Süden - doch auch jetzt fängt irgendwo der Nebel wieder an und die Große Bucht ist in Nebel gehüllt. Erneut fahren wir die Küste entlang, hier ergeben sich einige tolle Lichtstimmungen beim Kampf zwischen Sonne und Nebel.











Wir machen einen kleinen Spaziergang am Strand einer Bucht und genießen die Leere.

Dann fahren wir langsam wieder zurück. Von hier aus sieht man die Lage der Stadt und die Felsenkirche wunderbar und man kommt nicht umhin sich zu fragen, wie man auf die Idee kommt, an einem derart unwirtlichen Ort in der Wüste eine Stadt zu errichten.. Die “deutsche” Architektur macht all das nochmals bizarrer..
















Am Abend sehen wir von unserem Balkon, wie ein riesiges Kreuzfahrtschiff vor Halifax Island halt macht. Es überragt die Insel um ein Vielfaches. Wir hatten glücklicherweise im Vorfeld davon gelesen und unseren Besuch von Kolmannskuppe bereits hinter uns gebracht..

Fazit Lüderitz:

Wir sind sehr angetan von Lüderitz. Die Stadt ist in ihrer Absurdität wohl einzigartig und die Umgebung ebenfalls “einladend”. Die Stadt ist zwar überschaubar, bietet aber doch jede Menge Dinge zum entdecken, die wir nicht einmal alle geschafft haben. Wir hatten natürlich auch eine Bootstour erwogen, sie jedoch aus Sorge, wie gut sie den Kindern bei ggf. ekligem Nebelwetter gefallen würde und wie gut sie auf dem kleinen Boot gesichert wären, ausgelassen. Wir haben Halifax Island ausgelassen und auch keine Tour zum Bogenfelsen und den übrigen verlassenen Wüstensiedlungen gemacht. Wir hatten das zwar auch länger erwogen, aber die Fahrzeiten sind natürlich nicht ohne und wir hätten wegen der Mindestteilnehmerzahl wohl nahezu zwingend mit fremden Leuten fahren müssen, denen wir nicht zumuten wollten, ggf. stundenlang mit unseren Kindern (die wie alle Kinder mal nett und mal nervig sein können) in einem Auto zu sitzen. Irgendwann wäre so eine Tour aber schon erstrebenswert..

Natürlich spielte bei unserer Wahrnehmung das (auch für diese Jahreszeit) außergewöhnlich schöne und sonnige Wetter sicher eine Rolle. Ich kann durchaus nachvollziehen dass manch ein Besucher, der nur einen Tag oder weniger hier ist, von Lüderitz eher abgeschreckt ist oder nichts Spannendes daran findet. Daher kann ich nur dazu raten, mehrere Tage hier einzuplanen (auch wenn mir bewusst ist, dass das mit der Konkurrenz - v.a. etwa aus dem benachbarten Aus, siehe nachstehend, oft schwierig ist).
Themenstarter925 Beiträge · seit 201607. Juni 2025 · #8
Tag 59 21.04.2024 Aus - Klein Aus Vista Eagles Nest Chalets

Der heutige Tag hielt für uns nur eine kurze Strecke bis nach Aus bereit. Die Aufteilung dieser Nächte mutet vielleicht seltsam an, hat aber eine gewisse Vorgeschichte. Wir hatten ursprünglich für Lüderitz 4 Nächte kalkuliert. Zugleich kannten wir natürlich die Bilder und Erfahrungen aus den Eagles Nest Chalets und wussten, wie viele Leute davon schwärmen. Wir waren in Namibia als Selbstversorger - für namibische Unterkunftspreise - grundsätzlich sehr preiswert unterwegs (mit einem Schnitt von deutlich unter 100€ für unsere festen Unterkünfte), mieden aber dafür auch die viel beschriebenen und teureren Unterkünfte.

Da wir im Klein Aus Vista für beide Kinder nichts zahlen mussten, war der Preis von dann noch etwas über 200€ inkl. Frühstück gerade noch erträglich. Wenn wir allerdings hier 4 Nächte bleiben würden - wie eigentlich geplant - wäre das doch ein extremer Kostenpunkt (auch wenn es wohl bei längerem Aufenthalt etwas Rabatt gegeben hätte). Die Idee war also zunächst, eine günstige Unterkunft in Lüderitz mit ein paar Tagen in einem der Eagles Nest Chalets zu kombinieren. Weiter verkompliziert wurde die Planung durch den Umstand, dass K2 in dieser Zeit ihren ersten Geburtstag hatte und wir natürlich keinesfalls wollten, dass dieser Tag auf einen Fahrtag fällt. Den ersten Geburtstag mehrere Stunden im Auto zu verbringen erschien uns nicht gerade angebracht.

Wir schoben daher hin und her und landeten am Ende beim Kompromiss aus 3 Nächten Lüderitz und 2 Nächten Aus, d.h. insgesamt 5 Nächten in der Gegend, dafür aber auch einem Geburtstag in Aus.

Da wir nur eine kurze Fahrtzeit hatten, ließen wir uns morgens Zeit und brachen - erneut bei Sonnenschein - erst um kurz vor 10:00 Uhr auf. Wir steuerten zunächst den letzten und noch unbekannten Strand von Lüderitz an, Agate Beach im Norden der Stadt. Die Anfahrt ist etwas schwer zu finden, aber letztlich fanden wir die richtige Straße.

Der Strand ist ein wunderbarer, großer Sandstrand. Es gibt sehr viele Grillmöglichkeiten - gemessen hieran, muss hier am Wochenende viel los sein. Wir spazierten etwas herum und spielten im Sand - es war hier heute angenehm warm und sonnig.





Dann fuhren wir wieder nach Lüderitz und kauften zunächst bei Ackermanns neue Babykleidung (einige Bodys hatten den vielen roten Sand nicht vertragen) und im Supermarkt Vorräte und einen Geburtstagskuchen für den nächsten Tag. Wir hatten natürlich auch bei Konditoreien geschaut in den letzten Tagen, aber hier hatten wir keine gefunden, die uns zusagte und wo wir einen Kuchen vorbestellen wollten (eigentlich sollte man meinen, dass es in einem Ort wie Lüderitz eine “klassisch deutsche” Konditorei geben müsste - vielleicht hatten wir sie nur nicht gefunden).

Da es nun schon nahezu Mittag war, fuhren wir zur Oyster Bar für ein zweites Frühstück/frühes Mittagessen. Entsprechend bestand die gemischte Bestellung aus Pancakes, Milchshake, Austern und Cappuccino. Das Ambiente ist sehr interessant, das Essen in Ordnung, der Kaffee und die Austern hervorragend, das Publikum ebenfalls interessant gemischt.

Auch von den (mutmaßlichen) Gästen des Kreuzfahrtschiffes sahen wir in der Stadt immer wieder einzelne Grüppchen herumirren, ansonsten bemerkte man vom Schiff bisher nichts.

Dann machten wir uns auf den Weg nach Aus. Wir hatten vor, an der Old Garub Bahnstation Halt zu machen, jedoch war hier gerade K2 eingeschlafen, so dass wir einen Stop nicht riskieren wollten. Auch jetzt zog sich die Strecke trotz spektakulärer Landschaft etwas.













Der Checkin im Klein-Aus-Vista war etwas seltsam - er erfolgte durch einen Trainee mit allerlei ungewöhnlichen Fragen. Es war auch bereits ein Abendessen gebucht (obwohl wir das nie getan hatten) und wurde dann wieder storniert. Wir bestellen für den nächsten Morgen einen Frühstückskorb und erkunden, während dieser vorbereitet wird, etwas die Anlage. Hier ist doch einiges an Kommen und Gehen, es ist wieder einmal sehr ungewohnt, andere Touristen in größerer Zahl um sich zu haben.

Dies ist vorbei, als wir uns auf den Weg zu unserem Chalet “Mountain View” machen. Ich hatte natürlich im Vorfeld versucht herauszufinden, welches der Chalets mit mindestens 3 Betten am besten oder schlechtesten wäre und meinte mich zu erinnern, dass einige Chalets sehr nah beisammen und kaum Aussicht hatten, während andere schön einsam waren und dass “Mountain View” eher zur schlechteren Auswahl gehörte.

Entgegen der Befürchtungen verfügte das Haus jedoch über 2 Terassen - eine vorne und eine hinten raus. Vorne heraus hatte man eine tolle Aussicht in die Wüste - immerhin einer der Gründe eine Unterkunft hier zu buchen. Der einzige Nachteil war, dass es relativ nah an den Chalets Bungalow 1 und 2 war (die aber nüchtern betrachtet deutlich unattraktiver lagen als unser Haus). Beide weitere Chalets waren jedoch am ersten Tag nicht besetzt.









Die Hütte war beim Eintreten extrem heiß und stickig und mutete sehr düster an. Sie ist jedoch sehr stimmig (und hochwertig) eingerichtet und die Stickigkeit verflog, während wir unser Auto ausräumten.

Den Rest des Tages verbrachten wir auf unseren Terassen und mit der Essensvorbereitung - mit einmaliger Aussicht.

Nach dem Essen genossen wir den Sonnenuntergang von der Terasse aus.













Die Messlatte hängt hier in Namibia natürlich besonders hoch, aber die Aussicht braucht sich dabei nicht zu verstecken.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201607. Juni 2025 · #9
Tag 60 22.04.2024 Aus - Klein Aus Vista Eagles Nest Chalet

Am nächsten Morgen lag unser Haus zunächst im langen Schatten des hinter uns aufragenden Berges.

Den heutigen Geburtstag begingen wir mit Kuchen und Geschenken (soweit man diese auf die Reise mitnehmen konnte). Der Kuchen spaltete die Meinungen ein wenig - meine Frau und K1 fanden ihn lecker, K2 und ich nicht so wirklich..

Parallel verspeisen wir den Frühstückskorb bzw. das, was wir davon schaffen. Sehr lecker und umfangreich und sehr zu empfehlen (einzig, alles in den Kühlschrank zu bekommen, wenn man noch eigene Sachen unterbringen möchte, ist nicht ganz trivial).

Dann machen wir uns auf eine kleine Wanderung (K2 wird an ihrem Geburtstag natürlich in der Kraxe getragen). Aus den zur Verfügung stehenden Wegen erwählen wir anhand Karte und Blick in die Landschaft die “schwarze” Runde falschherum, da sie uns auf den Berg hinter unserem Haus führen sollte.

Wir hatten zunächst etwas Probleme, den Anfang des Wegs zu finden, dann ging es teils steil den Berg hinauf, manchmal mit leichtem Klettern über kleinere Felsen. K1 war sehr angetan und in seinem Element.





Der Aufstieg lohnte sich definitiv, die Aussicht in die Wüste war sehr schön (wie schön musste es hier erst bei Abendlicht sein..).









Oben angekommen warfen wir einen Blick in die Geisterschlucht von oben und machen im Schatten eines Felsens Brotzeit. Dann laufen wir etwas den Grat entlang zu einem weiteren Felsen zu einer etwas anderen Aussicht. Der eigentliche Weg würde nun auf der anderen Seite hinunter führen (nicht das Problem) aber dann wohl weitestgehend flach am Fuße des Berges wieder zurück führen - keine guten Aussichten für dann müde Kinderfüße. Wir beschließen also, denselben Weg wieder zurückzugehen.







Hier passierte es.. Nachdem K1 bis dato sehr sicher lief und man ihm durchaus auch einiges an “Kletter”-Erfahrung einräumen darf, passte er einmal nicht gut genug auf (oder trat daneben) und fiel von einem Felsen. Sichern ist beim Abstieg naturgemäß schwierig als beim Aufstieg, aber eigentlich ging es an dieser Stelle gerade mehr oder weniger eben. Er stürzte ca. 1,5 Meter nach unten und schlug dort mit dem Kopf auf.. Wie der Fall genau verlief, hat niemand von uns so wirklich gesehen. Der Schock war natürlich groß. Tatsächlich trug er jedoch nur eine minimale Platzwunde/Beule davon. Die Mütze hatte hier wohl etwas geholfen.. Da natürlich gleichwohl mit Gehirnerschütterungen oder weiterem nicht zu Spaßen ist, trugen wir ihn so gut wie möglich den Rest des Wegs hinab. Da er ansonsten wieder relativ normal wirkte, bei ähnlichen Stürzen in Deutschland im Krankenhaus i.d.R. auch maximal “beobachtet” wird (wenn man nicht nur mit einem Merkblatt “Gehirnerschütterung” nach Hause geschickt wird) und wir nicht mit “mehr” Behandlung in einem namibischen Krankenhaus rechneten (das nächste “sinnvolle” Krankenhaus wäre wohl das Namdeb Krankenhaus in Oranjemund gewesen), verordneten wir Ruhe und beobachteten den weiteren Tag. Dieser verlief in dieser Hinsicht glücklicherweise ohne jegliche Auffälligkeiten. Insgesamt somit noch einmal Glück gehabt - es zeigt aber auch sehr gut, wie schnell Situationen kritisch werden können und wie knifflig Entscheidungen für Eltern werden können, wenn die nächste Notaufnahme über 200km entfernt ist.

Wir taten daher den restlichen Tag nichts, außer kurz zur Rezeption zu fahren, um unser vorbestelltes Braai-Paket und den Früstücks-Korb für den nächsten Tag in Empfang zu nehmen.

Abends grillten wir leckeres Fleisch und genossen erneut den traumhaften Sonnenuntergang.





Fazit Klein Aus Vista:

Die Aussicht, verbunden mit der - je nach Haus mehr oder weniger großen - gefühlten “Einsamkeit” und dem gehobenen Grundstandard mit leckerem Frühstück, vernünftiger Ausstattung etc. führt durchaus zurecht dazu, dass die Chalets sehr beliebt sind. Man muss hier aber glaube ich schon auch etwas zwischen den einzelnen Chalets differenzieren. Obwohl sie gleich teuer sind, unterscheidet sich das Erlebnis je nach Chalet doch erheblich, allein schon aufgrund der sehr unterschiedlichen Nähe zu Nachbarn. Neben uns war am letzten ein Einzelreisender eingezogen. Zumindest draußen war es mit dem Gefühl der “Einsamkeit” in der Weite daher ein wenig vorbei, da man ihn durchgehend auf der Terasse oder am eigenen Grill rumwerkeln sah (auch wenn das natürlich nicht per se störend ist). Die Aussicht ist zudem zwar sehr schön bis hin zu spektakulär - gemessen an den anderen, in Namibia (vor allem auch als Camper) möglicher Aussichten aber vielleicht doch gar nicht soo außergewöhnlich - für Reisende in festen Unterkünften ohne nach oben offenem Budget aber wohl doch eher noch besonderer als für Camper.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201608. Juni 2025 · #10
Tag 61 23.04.2024 Norotshama River Resort

Die heutige Etappe war, für namibische Verhältnisse, verhältnismäßig kurz. Wir hatten die kommenden Nächte zunächst bis nach Abreise offen gelassen. Einerseits, weil die Befahrbarkeit der C13/DR212 in der Regenzeit nicht sinnvoll planbar ist, andererseits weil uns keine Unterkunft zu 100% zusagte. Wäre die C13 gesperrt gewesen am Oranje, hätten wir eine Nacht in Oranjemund und eine weitere Nacht im Namaqua NP verbracht, da uns der Weg “oben rum” nach Noordoewer zu weit war.

Aufgrund der nahezu ausgefallenen Regenzeit buchten wir schließlich - nochmals mit gesondertem Rabatt - kurzfristig zwei Nächte in Norotshama.

Wir frühstückten entspannt, sagten der Namib auf Wiedersehen und machten uns auf den Weg Richtung Oranje. Auf wunderbarem Teer ging es immer gerade aus nach Süden.

An einem Picknickplatz am Straßenrand wollten wir anhalten (ich meine, um zu wickeln..). Kaum hatte ich die Tür geöffnet, als binnen Sekunden ein Schwarm Wildbienen zu uns ins Auto fliegen wollte.. K1 wurde sofort panisch, ich versuchte ruhig durch Öffnen der dem Schwarm abgewandten Fenster, die Bienen zum Gehen zu bewegen, Kinder zu beruhigen und meine Frau dazu anzuhalten, bitte endlich wegzufahren, da auf der einen Seite noch deutlich mehr Bienen außerhalb des Autos warteten.. Sie erkannte den “Ernst” der Lage überhaupt nicht und es kam zunächst zu einer kleineren Diskussion. Erst als K1 mehrfach in die Beine gestochen worden war (die Bienen waren in seine kurze Hose gekrabbelt..) fuhr sie einige hundert Meter weiter. Hier konnten wir die verbleibenden Bienen aus dem Auto vertreiben und K1 (ja, er ist seit jeher der Pechvogel der Familie..) trösten.. Gemessen an der Dicke der Stiche ist ihr Gift aber wohl harmloser als das unserer hiesigen Bienen, sie sind auch deutlich kleiner. Dennoch waren wir wieder einmal eine Erfahrung reicher (aber dafür geht man ja auf Reisen).





Wir fuhren an Rosh Pinah vorbei und zum Oranje. Diese Strecke gilt bekanntermaßen als eine der schönsten Namibias - wie wir feststellen durften, nicht ganz zu Unrecht. Eigentlich auch wieder fast zu schade, um hier einfach durchzufahren (wobei die Zahl der Übernachtungsoptionen natürlich überschaubar ist). Da beide Kinder eingeschlafen waren, war es mit Fotostops jedoch leider etwas schwierig, so dass ich mal wieder aus dem fahrenden Auto Erinnerungen knipsen musste.









Schließlich erreichten wir Aussenkehr. Dieser Ort, der wohl ausschließlich vom Traubenanbau lebt und in dem je nach Jahreszeit eine für namibische Verhältnisse nicht unerhebliche Zahl von 30-40.000 Leuten unter schwierigsten Bedingungen lebt, ist ebenfalls reichlich bizarr. Wir fahren zunächst an einfachen Hütten vorbei und dann zwischen hohen Zäunen und Gewächshäusern durch, bis wir schließlich am Tor landen.







Entgegen der Befürchtungen und mancher duchwachsener jüngerer Reviews macht das meiste einen sehr ordentlichen und gepflegten Eindruck. Auch unser Cottage ist sehr schön errichtet, wenige Meter oberhalb Hangs zum Oranje.

Die Aussicht vom Lodge-Gelände hinüber nach Südafrika ist beeindruckend.









Wir erkunden ein wenig das Gelände, die Kinder spielen im Sand.

Dann gehen wir zum Abendessen ins Restaurant, das ein überraschend gutes Preisleistungsverhältnis hat.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201608. Juni 2025 · #11
Tag 62 24.04.2024 Norotshama River Resort

Der heutige Tag verlief unspektakulär. Wir genossen die Aussicht in die Berge im Morgenlicht und frühstückten dann gemütlich (sehr gute Auswahl).





Dann überlegten wir, ob wir den 4x4 Trail durch den Aussenkehr Nature Park in Angriff nehmen sollten. Die Auskünfte über die Schwierigkeit bzw. den Zustand des Trails waren aber sehr unterschiedlich, zum Teil war von hohen Felsstufen die Rede - darauf hatten wir dann doch keine Lust. So siegte die Faulheit.

Den Tag verbrachten wir größtenteils mit Spielen, Nichtstun und ein wenig die Anlage erkunden. Es gibt auch einen gar nicht mal so kleinen, überdachten Spielplatz.

Zudem hatte ich hier - bei gutem WLAN - noch einiges in Bezug auf mein Klageverfahren zu klären.. Was man halt so im Urlaub gerne macht..

Abends bewunderten wir erneut den Sonnenuntergang und genossen ein leckeres Abendessen auf der Terasse am Fluss, jedoch bei sehr starkem Wind.







Fazit Norotshama:

Die Bewertungen aus jüngerer Zeit waren etwas durchwachsen. Wir konnten den negativen Eindruck nicht ganz teilen. Es war jedenfalls alles weitestgehend sauber und ordentlich, lediglich bei den Campsites war ein Teil abgesperrt und wirkte etwas verlassen. Auch der See/Tümpel war in einem ansehnlichen Zustand. Das Essen bot gutes Preisleistungsverhältnis. Wir hatten jedoch natürlich “Glück”, in den Genuss rabattierter Raten zu kommen; für den vollen geforderten Preis wird möglicherweise anderswo (aber nicht am Oranje) ein besserer Standard geboten. Bei unserem Aufenthalt waren allenfalls 20-30% der Häuser bewohnt, auch das mag für den Eindruck eine Rolle spielen. Man merkt, dass Norotshama gerne “mehr” wäre, als es ist/bieten kann. Für uns hat es nach den anfänglichen Bedenken insgesamt sehr gut gepasst. Einzig die doch etwas bizarre Lage eingezwängt zwischen Traubenfeldern und Wellblechhütten könnte natürlich besser sein - auf der anderen Seite ist die Lage vorne raus zum Fluss natürlich traumhaft.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201609. Juni 2025 · #12
Tag 63 25.04.2024 Namaqua Skillpad Restcamp

Heute hieß nach etwas über einem Monat Abschied nehmen von Namibia. Der Sonnenaufgang machte es uns mal wieder nicht einfach.





Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf die kurze Reststrecke bis nach Noordoewer zur Grenze.

Der Grenzübertritt war unspektakulär, es zahlte sich jedoch durchaus aus, etwas Erfahrung in Sachen Grenzübertritte zu haben. Parallel mit uns kam eine vierköpfige Gruppe mit Camper an, die offensichtlich größere Probleme hatten, nachzuvollziehen, was sie denn wo und warum machen müssen

Dann ging es auf den weiten Weg Richtung Süden. Die Landschaft gefiel uns sehr gut, irgendwann steht auch dieser Teil Südafrikas (inkl. Richtersveld dann natürlich) auf der Agenda.







In Springbok machen wir einen Versorgungsstop und kaufen ein. Etwas nettes zum Sitzen finden wir nicht, so dass wir einige Kilometer außerhalb in eine kleine Nebenstraße zum Picknick fahren.

Dann geht es weiter bis zur Ausfahrt Kamiskroon. Den Weg von der N-Straße bis zum Park Gate zu finden wäre nur mit Google Maps, d.h. ohne die Hinweise von Sanparks fast unmöglich, Google Maps leiten über gesperrte Wege. Es geht hinter (d.h. südlich) von Kamiskroon anstatt - wie Google meint rechts - nach links von der N7 runter, ein gutes Stück (fast 10km!) wieder parallel zurück und dann unter der N7 durch..

Auch hier ist es landschaftlich wunderschön und, für die Jahreszeit, überraschend grün.

Am verschlafenen Restcamp angekommen, checken wir ein und fahren die letzten Kilometer zu unserem sehr schönen Cottage. Auch diese Häuser zählen mit zu dem Besten, was Sanparks in puncto Preisleistungsverhältnis zu bieten hat. Teilweise meint man das Meer im Dunst in der Ferne zu erkennen, ob das physikalisch möglich wäre, keine Ahnung.







Abends spazieren wir noch ein wenig diverse Pfade entlang, die sich vom Fahrtweg weg erstrecken. Auch wenn es natürlich die falsche Jahreszeit ist - ein paar Blumen hats doch.















Es folgt ein traumhafter Sonnenuntergang, welcher durchaus einer der Gründe war, weshalb wir - außerhalb der Blumensaison - hier Zwischenstop machten.





















Nachdem es tagsüber warm bis heiß war, kühlte es abends und nachts doch deutlich ab
Themenstarter925 Beiträge · seit 201609. Juni 2025 · #13
Tag 64 26.04.2024 Namaqua NP - Skilpad Restcamp

Kurz hatten wir für den heutigen Tag mögliche Routen durch den Park und zur Küste erwogen. Dies wäre jedoch auf stundenlange Fahrerei hinausgelaufen ohne sichere Aussicht darauf, wirklich viel außer ähnlicher Landschaft wie von oben zu sehen.

Nachdem bereits gestern und am nächsten Tag viel Fahrerei auf dem Plan stand, entschieden wir uns für eine kleine Wanderung. Wir fuhren zurück zur Rezeption und starteten dort eine kleine Runde - ein sehr schöner Weg, dessen Schönheit zur Blumensaison man nur erahnen kann.







Aber auch jetzt gab es eine handvoll Blüten zu bestaunen - irgendwie liegt der Fokus hier fast automatisch auf der Botanik.

Den Rest des Tages verbringen wir auf der schönen Fläche neben unserem Cottage mit Sandspielen, Blumen fotografieren und Sonne genießen.











Fazit Skilpad Restcamp:

Dass der Park in der Wildblumensaison sehenswert ist, muss ich niemandem erklären. Aber auch außerhalb der Saison ist es ein landschaftlich sehr schöner Park mit netten Wanderwegen oder, für Leute die gerne zig Kilometer Trails fahren, 4x4 Trails. Da die Unterkünfte zudem noch sehr gut ausgestattet sind und eine traumhafte Aussicht bieten, ist es m.E. ein sehr guter Zwischenstop zu jeder Jahreszeit. Tiere gibt es auch, wir sahen jedoch nur ab und an ein paar Springböcke in weiterer Entfernung.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201609. Juni 2025 · #14
Tag 65 27.04.2024 Sanddrif Resort

Heute ging es auf eine weitere, nicht ganz unerhebliche Transferstrecke. Zudem mussten wir für die nächsten vier Tage in den Bergen einkaufen. Der nächste größere Supermarkt, an dem wir vorbei kommen würden, ist im knapp 300km entfernen Clanwilliam (alternativ hätten wir zurück nach Springbok fahren können). Allein hieran sieht man bereits schön, wie “leer” diese Gegend Südafrikas ist. Natürlich hätte man sich auch von einem der einfacheren, kleinen Läden in einem der Orte entlang der Strecke ernähren können, aber - insoweit bin ich mir nicht mehr sicher und mutmaße nur - da wir seit Windhoek, d.h. fast 2 Wochen, keinen Supermarkt mit “größerem” Angebot hatten, bestand ein gewisses Interesse an einem größerem Supermarkt.

Da heute jedoch Feiertag war und der Supermarkt in Clanwilliam um 13:00 Uhr schließen sollte, hatten wir etwas Zeitdruck. Wir planten daher, spätestens um 09:00 Uhr zu starten.

Da die Kinder jedoch von alleine bereits deutlich früher als gewöhnlich wach wurden, konnten wir gemütlich nochmal deutlich früher starten.





Die Strecke nach Clanwilliam war nicht unattraktiv, zog sich aber doch ziemlich. Glücklicherweise schliefen beide Kinder relativ lange.

Clanwilliam war extrem voll mit Menschen, mutmaßlich aufgrund des Feiertags/langen Wochenendes. Überall waren Menschentrauben, vor den Automaten lange Schlangen. Wir fuhren zunächst den Superspar im Stadtzentrum an, fanden jedoch keinen Parkplatz, zudem schoben sich ganze “Massen” auf den Gehwegen vorbei. Am Stadtrand wurden wir schließlich bei PickNPay fündig (was die Parkplatzfrage angeht), aber leider war die Auswahl hier auch nicht wirklich überragend.

Danach fuhren wir zum Rooibos Teahouse / Padstall. Es gibt dort einen schönen Spielplatz, allerlei Roobos-Produkte zu kaufen, interessante Rooibos Mocktails und Essen von sehr unterschiedlicher Qualität (Burger durchschnittlich, Watterblomettje Stew überdurchschnittlich). Selbstverständlich nutzten wir den Stop auch, um uns umfangreich mit Rooibosprodukten einzudecken - wobei man vieles auch andernorts bekommt.



Ich hatte als Rooibos-Fan im Vorfeld zwar nach Möglichkeiten gesucht, eine Rooibos-Farm zu besuchen. Alles, was sich übers Internet fand, war aber entweder abseits unserer Route, absurd überteuert für eine kurze Tour oder am Feiertag geschlossen.

Dann ging es hinauf in die Berge. Die Strecke ist sehr schön zu fahren, an einigen Stellen gab es Baustellen aufgrund von Straßenschäden durch ergiebige Regenfälle im Sommer. Der Verkehr war - für eine kleine, ungeteerte Straße durch die Berge - überraschend hoch - auch hier merkte man wohl deutlich das verlängerte Wochenende bzw. die vielen Feiertage.

Wir hatten für 4 Nächte ein Cottage im Sanddrif Resort gebucht. Es war nicht ganz einfach, aus der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Unterkunftsoptionen in den Cederbergen die Richtige herauszufinden, vor allem wenn man zudem Fahrzeiten minimal halten wollte. Hier liegt das Sanddrif Resort strategisch nahezu ideal. Viele der Highlights und klassischen Wanderungen starten hier oder in unmittelbarer Nähe. Dass die Cottages dazu noch über Fußbodenheizung verfügen (sollten..) war ein weiteres Plus. Unsere einzige Sorge war, dass es über ein verlängertes Wochenende plus Feiertag in den nächsten Woche zu voll/laut sein könnte - wo man doch in der Gegend auch traumhafte Häuser in absoluter Alleinlage bekommt..

Unser Cottage (Protea Hoogte) war sehr schön, sauber und gut eingerichtet. Man sah von der Terasse schön auf den Fluss und die Wolfberg Cracks, um die Häuser war perfekt gepflegter Rasen und die Bäume begannen, sich herbstlich zu Färben.








(Aussicht "hinten" raus)


(Aussicht Richtung Campingplatz)













Das Wetter kann man nur als “traumhaftes Herbstwetter” bezeichnen - nicht zu heiß (24-25°C) und nicht zu kalt. Es badeten sogar einige Camper noch im Fluss. Wir erkundeten die Anlage, spielten ein wenig auf dem Spielplatz und genossen das angenehme Wetter.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201609. Juni 2025 · #15
Tag 66 28.04.2024 Sanddrif Resort

Wie bereits geschildert, hatten wir die Cottages u.a. wegen der versprochenen Fußbodenheizung gebucht, da wir Sorge vor kalten Nächten im Herbst hatten. Diese funktionierte auch, jedoch nur in einem Schlafzimmer, nicht jedoch im zweiten Schlafzimmer. Im Wohnzimmer gab es überhaupt keine. Gebraucht hätte man sie jedoch in dieser Nacht ohnehin nicht wirklich.

Wir frühstückten bei bereits angenehmen Temperaturen auf der Terasse, dann suchten wir erstmals die Rezeption auf. Am gestrigen Tag sollten wir direkt zum Cottage fahren, was wir natürlich auch getan hatten. Irgendwie hatten wir das Gefühl, uns auch einmal “offiziell” anmelden zu müssen - vor allem weil wir bisher noch nicht einmal eine Anzahlung geleistet hatten.. Vor Ort kann man auch die (hervorragenden) Weine von hier erwerben, ebenso vor Ort gebrautes Bier und Chips.

Wir erwerben ein Permit für die Stadtsaal-Caves, dann fahren wir in entgegen gesetzter Richtung zu Lot’s Wife. Die Wanderung dort hin und zum Window Rock ist sehr schön und einfach. Offiziell mit ca. 1,5h Gehzeit angegeben, brauchten wir mit unserem 3-jährigen mit Pausen gute zwei Stunden.













Die Felsen sind toll zum erkunden mit zahlreichen Löchern, kleinen Höhlen und Auswaschungen.



















Mittags waren wir wieder zurück und aßen getoatestes Ciabatta (wenn es kein “vernünftiges” Brot (ein sehr dehnbarer Begriff) im Supermarkt gibt, ist unseres Erachtens das abgepackte Ciabatta eine sehr gute Alternative zum üblichen Labber-Brot) mit Rührei.

Nachmittags fuhren wir zur Stadsaal Cave.





Wir besuchten zunächst die durchaus sehenswerten Felszeichnungen (v.a. Elefenten).





Dann folgten wir dem Rundweg durch die Höhlen. Wirklich beeindruckend, wie das Wasser hier Löcher und Höhlen gegraben hat. Das alles noch in tollem Orange.






















Eigentlich wollten wir heute grillen, da wir jedoch verhältnismäßig spät zurückkamen (es war einfach sehr schön bei den Stadsaal Caves), gibt es stattdessen nur Nudeln. Heute Abend ist es deutlich kälter als am Tag davor, mit Jacke lässt es sich aber gut draußen aushalten.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201609. Juni 2025 · #16
Tag 67 29.04.2024 Sanddrif Resort

Man kann von hier aus neben den gestrigen Touren einige weitere Top-Routen begehen. Wir überlegten lange, was wir mit zwei kleinen Kindern wagen könnten und entschlossen uns dann dazu, die Wanderung zum Maltäser Kreuz zu versuchen. Im Rother Wanderführer ist die Tour mit ca. 3h angegeben, in anderen Quellen zwischen 3 und 4 Stunden bei ca. 500 Höhenmetern. Der Plan war, einfach mal zu versuchen, wie weit wir kommen und zur Not K2 in die Trage und K1 in die Kraxe zu stecken.

Wir erwarben bei der Rezeption ein Permit, wobei ich diesmal daran dachte, nachzufragen, ob vielleicht unsere Wildcard helfen würde.. Siehe da - das Permit gab es umsonst.. Da hätten wir gestern wohl etwas besser aufpassen müssen..

Zum Startpunkt fährt man einen kleinen Feldweg entlang. Dann geht es kurz durch das Tal, über einen Bach, ehe der Aufstieg beginnt.



Der Weg ist meist gut zu finden und zu gehen, für kleine Kinderbeine ist es jedoch schon eine nicht unwesentliche Kraxelei - was das ganze natürlich deutlich spannender macht.











Man merkt, dass die Sonne auch hier gut Kraft hat - im Sommer stelle ich mir Wandern in den Cederbergen als nicht sehr angenehm vor. Die Aussicht ist phänomenal.





Wir kommen gut voran, natürlich langsamer und am Ende mit etwas Murren seitens K1, erreichen aber nach ca. 2,5 Stunden das Kreuz.





Das Kreuz ist schon echt verdammt hoch - man bekommt es nur von sehr weit weg überhaupt sinnvoll aufs Bild.





Hinter dem Kreuz ragt der Sneeuberg, der höchste Berg der Cederberge auf.

Wir machen Brotzeit und uns dann wieder an den Abstieg.



Auch der Abstieg klappt noch sehr gut, auch wenn etwas mehr Ablenkung/Motivation nötig sind. Lediglich einmal kommt ein kurzer “Ich-Will-Nicht-Mehr”-Moment bei K1, den wir aber mit einer kurzen Pause und Süßigkeiten für den Endspurt überwinden können.

Am Ende war K1 alles selbst gelaufen und wir ehrlich gesagt ziemlich baff über diese Leistung - merkten wir doch selbst deutlich unsere Beine.

Auf der kurzen Rückfahrt zum Cottage (ca. 15 Min.) war er sofort eingeschlafen - nur um dann sofort wieder rumzurennen und Ball zu spielen..

Am Abend grillen wir leckere Lamm Chops (es braucht definitiv mehr Schaf-Haltung in Deutschland für ein besseres Preisniveau/Auswahl bei Lamm..). Dazu wollten wir Gemüse aus dem Ofen machen. Leider funktioniert die untere Heizspirale überhaupt nicht, von oben wird es auch nur mäßig warm. Also musste die Pfanne herhalten..

Auch heute ist es wieder recht frisch abends, man kann grad so noch mit Fleece-Jacke draußen sitzen.
109 Beiträge · seit 202410. Juni 2025 · #17
War bisher stiller Mitleser und finde es besonders spannend, da wir Ende des Jahres unsere Elternzeit in Namibia verbringen werden. Deine Bilder und die Art der Berichterstattung finde ich daher besonders gut und lese aufmerksam mit.

Ihr seid beim Wandern mit Kraxe unterwegs. Wir hatten die Deuter Kid Comfort Pro damals auf Martinique auch dabei, haben uns aber für Namibia überlegt, ob wir nicht etwas "luftigeres" nehmen sollen. Kannst du da etwas empfehlen? Habt ihr die oft genutzt oder war die eher Ballast?

Wir werden zwar nicht richtig wandern gehen, sind aber sonst viel unterwegs... Haben uns so eine Schultertrage geholt, was denkst du darüber?

Grüße und vielen Dank
Themenstarter925 Beiträge · seit 201611. Juni 2025 · #18
Phili schrieb:haben uns aber für Namibia überlegt, ob wir nicht etwas "luftigeres" nehmen sollen. Kannst du da etwas empfehlen? Habt ihr die oft genutzt oder war die eher Ballast?
Hallo,

wir hatten eine Manduca-Trage und die Deuter Kraxe dabei. Ursprünglich gedacht hatten wir, dass K1 (3 Jahre), wenn er nicht mehr Laufen mag, in die Kraxe kommt, K2 (+/-1 Jahr) von vornherein in die Trage. Tatsächlich lief es dann besser als erwartet und wir konnten die Kraxe eigentlich durchgehend für K2 nutzen weil K1 lief. Da wir sie als Kindergepäck anstelle eines Kinderwagens im Flieger mitnehmen konnten und wir wussten, dass wir im Hilux genug Platz haben sollten, machte es uns nicht so viel aus, sie einfach immer hinten drin liegen zu haben.

Wir hatten sie immer im Einsatz, wenn wir längere Wanderung/Spaziergang geplant hatten. Wenn wir nur so die Gegend erkundeten oder es ein kleinerer Spaziergang war, blieb es meist bei der Trage. Während unserer Camper-Runde durch Namibia hatten wir Sie in unserer Unterkunft in Windhoek gelassen und auch nicht wirklich vermisst - K2 musste dann halt mehr getragen werden auf dem Arm oder in der Trage. Muss man halt abschätzen können, ob man damit (auch je nach Gewicht/Konstitution) ein Problem hat.

Ich würde sie nur mitnehmen, wenn ich auch tatsächlich Wanderungen plane und ansonsten einfachere Tragehilfen mitnehmen. Da kenne ich mich aber ehrlich gesagt nicht aus - bisher sind wir mit der Kraxe sehr zufrieden und sie reichte uns auch aus, da die Staufächer ja auch zusätzlich einen (kleineren) Rucksack ersetzen.

Viele Grüße
fidel
Themenstarter925 Beiträge · seit 201611. Juni 2025 · #19
Tag 68 30.04.2024 Sanddrif Resort

Auch heute können wir wieder in der Morgensonne draußen frühstücken. Wir hatten überlegt, ob es Sinn machen würde, den Weg zum Wolfberg Arch zumindest bis zu den Cracks zu laufen (von denen sich wenig Bilder im Netz finden, die aber in der Beschreibung im Führer und auf den wenigen Bildern phänomenal aussehen), wollen unser ?Glück? bzw. die Leistungsfähigkeit unseres Sohnes aber nicht überstrapazieren und entschließen uns daher zu einem ruhigen Vormittag. Es wird auf der Wiese gespielt und wir erkunden etwas das Flussufer, außerdem wird etwas Wäsche gewaschen.

Nach dem Mittagessen wollten wir eigentlich eine Weinprobe machen, entscheiden uns dann aber doch dagegen und machen uns stattdessen auf eine Wanderung am Fluss entlang nach Malgat (wir benötigten mit Kind ca. 1 Stunde einfach).





Der Weg führt immer am Fluss entlang, zum Teil mit etwas wenig Sicht, wenn er sich durch Schilf windet, endet aber sehr schön an einer tollen Felswand, schönen glatten Felsen, Wasserfällen und einem großen Wasserbecken. Wenn es etwas wärmer wäre (es hatte heute wieder um die 23-25°C) könnte man hier sicher toll baden.

















Abends kochten wir Reis mit Curry und machten uns wieder einmal ans Zusammenpacken für den nächsten Abreisetag.

Fazit Sanddrif Resort / Cederberge

Alle Befürchtungen die wir hatten (kalt, laut/voll) erfüllten sich nicht. Wir hatten mit dem Wetter viel Glück - es war einfach traumhaft. Von den anderen Cottages kriegt man wenig mit, auch wenn sie nur wenige Meter daneben stehen. Der Zeltplatz ist weit genug weg (ca. 100m Luftlinie) und befindet sich zudem unter/zwischen vielen Bäumen. Die ersten zwei Tage war er nahezu vollbesetzt, dann leerte er sich ziemlich. Bei den Wanderungen traft man lediglich auf eine Handvoll Leute. Die Aussichten bereits aus dem Tal sind traumhaft. Die Lage ist für alle möglichen Wanderungen nahezu perfekt, an den Häusern gibt es (trotz kleinerer Mängel) wenig zu kritisieren. Der Wein ist hervorragend. Die Gegend insgesamt hat uns extrem beeindruckt. Auch dass K1 mit gerade mal etwas über 3 Jahren so ausdauernd war, hat uns nachhaltig beeindruckt. Es gibt auf jeden Fall viele Gründe, noch einmal hierher zu kommen - vor allem weil wir ja nur einen minimalen Ausschnitt der Cederberge kennen gelernt hatten.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201611. Juni 2025 · #20
Tag 69 01.05.2024 Paternoster AirBnB

Heute mussten wir schweren Herzens dieses traumhafte Fleckchen Erde verlassen. Es war morgens erstmals richtig kalt und alles nass vom Tau. Wir frühstücken ein letztes Mal auf der Terasse und verlassen dann - höchst effizient - bereits gegen 09:00 Uhr unsere Unterkunft.

Auf der Fahrt durch die Berge zurück zur N7 ist heute extrem viel Verkehr, möglicherweise aufgrund des Feiertags. Dadurch ist durchgehend viel Staub in der Luft.





Ab der N7 ist die Fahrt eher eintönig. Es geht viel durch landwirtschaftliche Flächen. Sehr spannend ist der Unterschied in der Vegetation zwischen dem grünen Citrusdal und der trockenen Gegend um Picketberg - alles nur durch einen kleinen Pass getrennt.



Ab Picketberg wird es nochmals etwas eintöniger. Wir fahren nach Velddrif zum gut sortieren Spar und fahren dann ein Stück gen Norden an der Küste entlang zum Soverby Lapa Beach Restaurant. Zum draußen sitzen ist es aufgrund Wind etwas zu frisch, aber drinnen ist es sehr geräumig, nett und lecker. Anschließend verbringen wir noch etwas Zeit auf dem dortigen Spielplatz.



Wir wären eigentlich gerne die ganze Strecke ab Lamberts Bay über Elands Bay bis nach Velddrif entlang der Küste gefahren. Da wir aber auf Lamberts Bay verzichtet hatten, blieb uns dieser kurzer Abstecher, der zumindest etwas Eindruck davon verschaffte, wie es weiter nach Norden aussehen würde.

Wir schwankten anfangs sehr zwischen Paternoster und Langebaan, entschieden uns jedoch letztlich wegen des schönen Gesamteindruck des Ortes, der Tatsache dass er deutlich kleiner/zu Fuß erkundbar ist und es einen schönen Strand direkt vor der Haustür gibt, für Paternoster.

Dann fahren wir wieder zurück und das kurze Stück nach Paternoster. Hier ist es - verglichen mit anderen Orten - extrem trubelig. Es sind viele Autos und Menschen unterwegs (es ist natürlich auch wieder Feiertag/langes Wochenende). Für uns ist so viel Trubel etwas ungewohnt. Wir erhalten den Schlüssel für unser Cottage nebst vielen Hinweisen zur Sicherheit im Büro unserer Vermietung und fahren dann die wenigen Meter zum Parkplatz.

Das Haus ist sehr gut ausgestattet und dauber, die Lage ist sehr zentral. Man hat sogar etwas Ausblick auf Meer und Strand von der Terasse aus und ist in 50 Metern am Strand. Die Einfahrt in die “Siedlung” ist mit einer Schranke versehen, die aber auch oft unbewacht offen steht. Das Haus verfügt über alle möglichen - zu aktivierenden - Sicherheitsfeatures und Alarme. Das Erfordernis dient nicht unbedingt zur Beruhigung bei, jedoch die Tatsache, dass offenbar alles technisch mögliche zur Verhinderung von Einbrüchen getan wird, dann doch wieder.

Insgesamt ist die Auswahl an schönen Unterkünften in Paternoster gigantisch, das Preisniveau aber auch deutlich höher als andernorts. Der ganze Ort besteht gefühlt zu 80% aus Ferienhäusern - kein Wunder, dass Einbrüche und Sicherheitsfirmen hier hoch im Kurs stehen. Wir hatten uns für ein Cottage mit etwas einfacherer Ausstattung, dafür zentral, strandnah und günstig entschieden.

Nach dem Ausladen machen wir einen kleinen Spaziergang zum Strand. Die Kinder spielen begeistert im Sand.















In der Sonne ist das Wetter gerade noch TShirt- und kurze Hose-tauglich.
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