5 Mon. Elternzeit SA/NAM - Teil I: CPT - Kruger

Reisebericht 67 Antworten · 4'442 Aufrufe · gestartet 02. Mai 2025 von fidel
Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #1
Mit etwas Verspätung möchte ich hier versuchen, von unseren zwei Reisen 2022 (2 Monate) und 2024 (3 Monate) im Rahmen unserer Elternzeit nach Südafrika und Namibia zu berichten.

Ich habe den Bericht bereits parallel im Süd-Afrikaforum veröffentlicht. Da ich jedoch auch von hier zahlreiche Informationen bezogen habe, möchte ich ihn den Lesern, die nicht regelmäßig nebenan vorbeischauen, nicht vorenthalten, sondern auch ein wenig zurückgeben.

Wir waren 2022 von Ende April bis Mitte Juni in festen Unterkünften von Kapstadt bis zum Kruger unterwegs mit unserem damals 1,5 Jahre alten Sohn K1. Von Ende Februar bis Ende Mai 2024 waren wir mit dann 3 Jahre altem K1 und unserer Tochter K2, die während der Reise 1 Jahr alt wurde, von Johannesburg über Namibia nach Kapstadt unterwegs, dabei zum Teil in festen Unterkünften, zum Teil im Bushcamper. Eine grobe Übersicht über unsere Route sieht man auf der Karte:



Insgesamt also eine große Runde rund um Südafrika, von Kapstadt nach Johannesburg und von Johannesburg nach Kapstadt - wobei sich das eigentlich mehr oder weniger zufällig so ergab und keiner konkreten Planung entsprach - hierzu später mehr.

Ich möchte die 5 Monate gern in 4 Teile in eigene Threads aufteilen, da man so glaube ich mehr Übersicht hat und entscheidende Stellen etc. besser findet. Außerdem handelt es sich zum Teil eigentlich um in sich geschlossene Reise-Teile (mit teilweise unterschiedlichen Fahrzeugen), die getrennt mit einer allgemeinen Einleitung vermutlich interessanter sein dürften. Es ist geplant:

Teil I: Von Kapstadt nach Skukuza (04-06/2022)
Teil II: Von Johannesburg nach Windhoek (02-03/2024)
Teil III: Eine Runde durch Namibia (03-04/2024)
Teil IV: Von Windhoek nach Kapstadt (04-05/2024)

Ich weiß, dass ich mir hiermit viel vornehme und kann nicht versprechen, schnell zum Abschluss zu gelangen - aber irgendwann muss man ja mal anfangen. Auch wie detailliert ich berichten werde, wird sich möglicherweise erst im Lauf der Zeit ergeben.

Falls jemand vorab aufgrund aktueller Planungen bereits Fragen zu späteren Reiseteilen hat - gerne jederzeit trotzdem fragen.

Der Reisebericht soll einerseits dazu dienen, anderen Familien (die Anfragen nehmen gefühlt ständig zu) Ideen, Anhaltspunkte und Erfahrungen zu liefern, andererseits auch dazu, für mich selbst diverse Erinnerungen nochmals zu fixieren, bevor sie endgültig in Vergessenheit geraten und nicht zuletzt, um ein paar Bilder einer breiteren Öffentlichkeit zu zeigen. Zuletzt liebe ich die Lektüre von Reiseberichten und habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht selbst versuche, etwas beizutragen. Zuletzt hoffe ich natürlich, dass ich hierdurch auch andere dazu animieren kann, ihre Erfahrungen mitzuteilen.

Vorab ein paar Fotos zur Einstimmung 🙂










Zitierenzuletzt bearbeitet 02. Mai 2025Original ↗
Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #2
Vorstellung:
Wir kommen aus dem Süden Bayerns und waren seit 2016 vielfach, meist im Dachzelt, im südlichen Afrika unterwegs. 2021 kam K1 dazu, mit dem wir es “wagten”, 2022 für 2 Monate durch Südafrika zu fahren, 2023 K2. Bilder von uns wird es hier aus Selbstschutzgründen leider nicht geben.

Routenübersicht:
Vorab - damit man weiß was man zu erwarten hat - unsere Routen:

Teil I (56 Nächte):
6N Kapstadt Tamboerskloof AirBnB
2N Agulhas Restcamp Chalet CH2D
3N Wilderness Ebb & Flow Restcamp FA4DS
3N Storms River Mouth HC2
4N Addo Main Camp CH2/4
2N Graaf-Reinet AirBnB
4N Mountain Zebra NP FA4
3N Maclear Woodcliff Cottage
5N Port St. Johns Umngazi River Bungalows
2N Lake Eland GR (geplant: Underberg)
1N Mtunzini Umlalazi Log Cabin (geplant: Underberg)
1N Mtunzini B&B (geplant: Underberg)
3N Hluhluwe-Imfolozi Hilltop 2BD
4N St. Lucia Little Eden
1N Piet-Retief Deo Resta Guest Lodge
2N Kruger Berg-En-Dal BA3U
3N Kruger Lower Sabie LBST2
3N Kruger Satara BD2V
2N Skukuza LR2W

Teil II (26 Nächte):
1N Midrand Amohela Guesthose
4N Pilanesberg Mogwase 2 Wild Olives
1N Heidelberg Tree Trust Farm Mahagony Cottage
5N Berg House & Cottages Nr. 2
1N Bloemfontein De Stallen Guesthouse
4N Mokala NP Mosu Lodge LB2D
2N Witsands NR Chalet
3N KTP Twee Rivieren FA2/4
3N KTP Mata Mata RF4
2N Aranos Dorsland Cottage

Teil III (21 Nächte):
2N Windhoek Krumhuk Farm Chalet
2N Bagatelle Kalahari CS
2N Namibrand NR Jupiter CS
2N Sesriem NWR CS
1N Mirabib CS
1N Blutkuppe CS
5N Swakopmund AirBnB
2N Spitzoppe CS
1N Messum Crater
2N Brandberg White Lady Lodge CS
1N Erongo Rocks CS

Teil IV (37 Nächte):
3N Windhoek Krumhuk Farm Chalet
1N Mariental Flying Ostrich Selfcatering
2N Duwisib Guestfarm
3N Lüderitz Zur Waterkant
2N Aus Eagles Nest Chalets
2N Norotshama
2N Namaqua NP Skilpad Restcamp
4N Sanddrif Resort Protea Hoogte Cottage
4N Paternoster AirBnB
4N Franschoek AirBnB
3N De Hoop Cottage
3N Kogelberg Oudebosch Cabins
4N Simon’s Town AirBnB

Wer also Lust hat, weiterzulesen, sei herzlich eingeladen. Wir fliegen im August wieder nach Südafrika. Ich hoffe, bis dahin so weit wie möglich voranzukommen mit meinem Bericht - gerade mit Kindern ist aber vieles nicht immer sicher planbar..
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #3
Reisen mit Kindern - Allgemein

Vorab möchte ich - um etwaigen Einwänden oder Fragen vorweg zu kommen - kurz ein paar allgemeine Sätze zum Thema Fernreisen/Afrika und Kinder verlieren, quasi eine Art Disclaimer.

Uns ist bewusst, dass sich Kinder in dem Alter höchstens anhand von Erzählungen und Bildern an Reisen erinnern können. Auch ist uns bewusst, dass insbesondere Langstreckenflüge, lange Autofahrten und ggf. schwieriges Klima kleine Körper belasten können und es mit Schlangen, Skorpionen und Spinnen eine Reihe von Gefahren gibt, die in Europa fremd sind. Ferner ist uns bewusst, dass wir dank des deutschen Staates mit seinen (damals noch flexibleren) Elterngeldregelungen in einer privilegierten Position sind - die politische Bewertung möchte ich bewusst außen vor lassen. Wir glauben (nach insgesamt 3 längeren Elternzeitreisen) dennoch, dass es gut und sinnvoll ist, derartige Gelegenheiten im Leben zu nutzen. Ob und inwieweit die Kinder direkt davon profitieren, hängt sicher von vielen individuellen Faktoren ab. Zumindest die Wissenschaft ist sich wohl darüber einig, dass es nicht per se schadet. Umgekehrt kann es für die Eltern natürlich sehr bereichernd sein und schweisst als Familie enger zusammen. Am wesentlichsten finde ich jedoch, dass man so für einen langen Zeitraum 24 Stunden am Tag zusammen ist und die Kinder beide Eltern rund um die Uhr um sich haben. Das wäre Zuhause - unabhängig von der Frage, ob man dann im selben Umfang Elternzeit (mit doch z.T. nicht unerheblichen finanziellen Einbußen) nehmen würde, sicher nicht der Fall. Das mag je nach Familie auch anders sein.

Natürlich muss man dafür nicht nach Afrika fliegen, sondern kann das alles auch in Europa haben. Aber wir sind leider nunmal süchtig nach Afrika.. Da bietet Südafrika (und in gewissem Maß Namibia) eine im Regelfall gute Infrastruktur, die ein Reisen mit Kleinkind auf einem ähnlichen Level an Komfort, Verpflegung, medizinischer Versorgung etc. ermöglicht wie in Europa. Man muss ein paar mehr Regeln beachten und sich vorab besser informieren und zum Teil wissen, worauf man sich einlässt. Dann spricht aus unserer Sicht (mit Ausnahme von CO2..) absolut nichts dagegen, im Gegenteil.

Was man jedoch neben dem höheren Maß an Vorab-Informationsaufwand beherzigen sollte, ist die richtige Einstellung zu den eigenen Erwartungen an einen solchen Urlaub. Manches, was wir gemacht haben, würden andere niemals als Urlaub bezeichnen und es war mit Sicherheit nicht immer alles entspannt, sondern auch anstrengend. Wie sehr, weiß man leider immer erst hinterher, da sich Kinder ja laufend ändern.


Gepäck

Unsere Packliste hatte sich im Laufe der Jahre immer weiter perfektioniert - das Reisen mit Kind stellt aber natürlich eine Reihe weiterer Anforderungen. Auf unserer ersten Reise 2022 durften wir insgesamt 5 Gepäckstücke mitnehmen (1x Infant und bei den Erwachsenen je 2).
Kindspezifisch hatten wir bei unserer ersten Reise dabei:
  • Reisebett als eigenes Gepäckstück (Babybjörn, sehr zu empfehlen. Schnell auf- und abgebaut, verhältnismäßig kompakt u. es passen alle Übernachtungssachen noch mit rein (bzw. im Flugzeug alle schweren Bücher. Wir haben es überall auch in kleinen Zimmern unterbekommen)
  • Isolierende Unterlage fürs Reisebett (Matratze liegt auf dem Boden und der ist im Herbst/Winter oft a**kalt)
  • Trage
  • Basisausstattung guter Windeln für die Nacht (es gibt zwar auch vor Ort Pampers Premium Protection, aber die Fertigung ist je nach Land unterschiedlich)
  • Moskitonetz fürs Reisebett von Deryan (tatsächlich aber nie genutzt..)
  • einen kleinen Reisebuggy (primär für An- und Abreise - würden wir nicht mehr mitnehmen)
  • “Hochstuhl” aus Stoff (Mobiseat, sehr zu empfehlen)
  • sogar unser Standard-Töpfchen zum Abhalten.. (faktisch nicht genutzt..)
  • div. Medikamente auf Vorrat nach Rücksprache mit unserer Kinderärztin
  • Spielzeug (Schleichtiere, Stapelbecher, Autos, Bücher, Sticker, Förmchen..)
Beim zweiten Mal (2024) kam statt Buggy eine Kraxe mit, Töpfchen, “Hochstuhl” und Moskitonetz blieben daheim, dafür hatten wir eine Reise Matratze von Stokke (Jetkids Cloudsleeper) dabei (faktisch 1mal genutzt - Aufpumpen ist sehr langwierig und wir hatten immer noch ein weiteres Bett frei, dass wir stattdessen mit Stühlen/Kissen abesichert haben). Somit insgesamt 4 Reisetaschen, 1 Babybett, 1 Kraxe, 1 Kindersitz (die letzten beiden als Kinderfreigepäck gemeinsam in einer große Packtasche).

Vor Ort kauften wir neben Standard-Kram wie Öl, Salz, Kaffee, Tee etc. jeweils eine Kühlbox (beim zweiten Mal sogar 45l groß) und 1-2 Spielsachen wie Sandsachen und Ball.

Sicherheit

Man kommt leider nicht umhin, sich bei einem Urlaub in Südafrika vorher Gedanken über Sicherheit zu machen. Dies betrifft sowohl Einbrüche/Überfälle in Häuser/Unterkünfte als auch im Straßenverkehr, auf Wanderungen oder allgemeine Autoaufbrüche. Wir gehen davon aus, dass man, wenn man sich an gewisse Regeln hält, einen sehr schönen und auch sicheren Urlaub in Südafrika machen kann. Da das hier ein Reisebericht ist, dachte ich mir, sollte ich vielleicht dennoch kurz darauf eingehen, wie wir persönlich das Thema Sicherheit angegangen sind (auch weil wir uns möglicherweise verhältnismäßig viel Gedanken hierzu gemacht haben).

Im Bereich der Planung sind es Selbstverständlichkeiten wie nicht im Dunkeln fahren, genug Zeit einplanen, vorher grob die Route bei Google Maps durchsehen, bei Unterkünften einen Blick auf Google Maps zum Abchecken der Umgebung werfen etc. Auch ist es immer gut (aber nicht immer praktisch durchführbar), wenn man Routen so legt, dass man Aktivitäten, Wanderungen o. größere Einkäufe ohne Gepäck im Auto durchführen kann.

Im Bereich der Vorbereitung bzw. Umsetzung vor Ort handhaben wir es seit vielen Jahren so, dass wir eine Liste mit sämtlichen relevanten Telefonnummern (Zuhause, Versicherungen/Banken, Notrufnummern, Unterkünfte etc.) erstellen und ausgedruckt mitnehmen, wobei wir diese Ausdrucke an diversen Stellen im Gepäck platzieren. Auch dabei ist eine Liste mit Seriennummern etc. unserer Fotoausrüstung (f. die Versicherung). Wir tragen außerhalb der Unterkunft eigentlich immer einen versteckten Bauchgurt, in dem Pässe, Kreditkarten, Führerschein liegen. Man kann auch eine weitere Kreditkarte an einem unerwarteten Ort (zwischen Socken, in Flasche mit doppeltem Boden..) verstecken. Wir haben auch jeweils einen “Fake”-Geldbeutel dabei mit allen möglichen abgelaufenen Karten, in dem wir unseren Standard-Bargeldbestand (meist im Wert von 100 bis 200 €) rumtragen. Eine Kreditkarte steckt daher auch immer bei einem von uns im Fake-Geldbeutel. Ich (als einziger Gürtelträger) habe zudem in einem klassischen Geldgürtel 2-400€ und die o.g. Listen für den absoluten Notfall).

Dieses Vorgehen kann man noch weiter optimieren (das haben wir für unsere Reise 2024 dann so gemacht), dass die Kreditkarte im Fake-Geldbeutel nur eine Debit-Karte ist (bei uns von Revolut), die man immer wieder nachlädt bei Bedarf. So ist das Risiko bei Verlust (oder Entführung zum ATM) möglicherweise beherrschbarer.

Auch ist natürlich nicht irrelevant, dass wir technische Ausrüstung (Kameras, Objektive, Handys, Laptop im Wert von über 10.000€) herumfahren. Hier haben wir Kameras, Objektive und Laptop gegen alles Denkbare versichert. Ab und an Backups der Bilder auf eine kleine, an anderer Stelle gelagerte Festplatte reduziert das Risiko des Bilderverlusts. Aufgrund der Versicherung habe ich auch keine Bauchschmerzen, Kameras oder Laptop in der Unterkunft zu belassen.

Bei Einkäufen und Gepäck im Auto blieb fast immer jemand im Auto und nur ein Teil von uns ging zum Einkaufen. Sorgt definitiv für mehr Ruhe und Entspannung. Manche Parkplätze sind eingezäunt und bewacht, zum Teil dann aber auch wieder so riesig und unübersichtlich, dass das keinerlei Gewähr für Sicherheit bieten kann. Bei anderen ist es so wuselig und voll, dass man allein deshalb schon vorsichtiger ist. Daher halten wir es immer mal so mal so, im Regelfall aber bleibt einer am Fahrzeug.

Das alles soll nicht abschreckend oder paranoid wirken, es dient bei uns schlicht dazu, dass wir uns vor Ort weniger Sorgen machen müssen und mehr genießen/entdecken können. Natürlich kann auch trotzdem was passieren - rein statistisch ist aber wohl der Straßenverkehr das größte Risiko..
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #4
Vorgeschichte zu Teil I - Kapstadt -> Skukuza

Wir waren vor Corona bereits viel gereist und waren dem Afrika-Virus schwer verfallen. Zuletzt waren wir über den Jahreswechsel 2019/20 für vier Wochen mit dem Bushcamper in Botswana und Namibia unterwegs. Für Mai 2020 hatten wir gute zwei Wochen Safari pur in Tansania gebucht, für den Herbst waren wir gerade beim Buchen eines Madagaskar-Urlaubs, für 2021 war Borneo geplant und im südlichen Afrika sollte es als nächstes nach Simbabwe gehen..

Die allseits bekannten Corona-Themen erspare ich euch, vermutlich ging es vielen hier ähnlich. Das Ganze hatte für uns mit der Geburt von K1 Anfang 2021 immerhin auch etwas sehr Positives. 2020 und 2021 waren dennoch geprägt von einer schweren Afrika-Sehnsucht und der Frage, wann und wie wir denn endlich wieder nach Afrika fahren könnten, gerade mit Kind.

Für uns war aber auch relativ schnell klar, dass wir trotz Corona die Chance, die uns Elternzeit und Elterngeld bieten, nutzen wollen, um länger als 3-4 Wochen verreisen zu können. Wir hatten daher bei Geburt von K1 von vornherein 2 gemeinsame Elternzeiten von je 2 Monaten hierfür geplant im Vertrauen darauf, dass sich das mit Corona schon irgendwann einpendeln wird. Gleichwohl war es natürlich eine Phase von erheblicher Unsicherheit, wo vieles in der Schwebe und man sich nie sicher sein konnte, wo man morgen noch ein- oder ausreisen darf - ganz abgesehen von etwaigen gesundheitlichen Risiken (wenigstens primär nur für die Erwachsenen). Zudem weiß man beim ersten Kind vorher ja nie, wie der Alltag tatsächlich sein wird, ob das Kind gesund ist, wie schwierig es wird und dass man den allgegenwärtigen Reiseinfluencern und Bloggern nicht alles glauben muss.

Wir hatten daher einen Zeitraum, wo K1 7-9 Monate alt wäre, einen Trip durch Griechenland avisiert. Mit 5 Monaten haben wir eine erste kurze Probe-Reise in die Schweiz gemacht, um Erfahrungen zu sammeln. Mit 7 Monaten ging es dann für 2 Monate durch Griechenland, zwar mit Einschränkungen und Bedingungen, die aber den Reise-Alltag bei eigenem Fahrzeug und Selbstversorgerunterkünften nicht gravierend beeinträchtigten.

Während der ganzen Zeit hatten wir immer die vage Hoffnung, dass es ja vielleicht auch für 2 Monate in Südafrika genauso klappen könnte. Hier waren wir uns wegen der Strecken, Kriminalität, Load Shedding, Langstreckenflug mit Kleinkind, der Corona-Unwägbarkeiten und der durch die Elternzeit vorgegebenen Reisezeit (Ende April bis Ende Juni, Alter 15-17 Monate) aber nie wirklich sicher. Die Erfahrungen unserer Reise durch Griechenland haben uns dann darin bestärkt, dass wir es auch während Corona wagen könnten, so dass wir uns an die Planung machten - auch wenn uns alle in unserem Umfeld für verrückt erklärten.

Routenplanung

Nachdem wir zuvor zwar bereits insgesamt 3 mal in Südafrika waren, jedoch nie südlicher als Mokala gekommen waren, wollten wir dieses Mal auf jeden Fall Kapstadt und die Garden Route mitnehmen - in dem Wissen, dass die Reisezeit nicht wirklich perfekt ist. Auch hatten wir extreme Vorbehalte dahingehend, dass die Gegend viel zu “europäisch” und langweilig sein könnte im Vergleich zu anderen Teilen des südlichen Afrika. Wir wollten aber natürlich auch herausfinden, warum dennoch so viele Menschen dorthin wollen und von der Gegend so begeistert sind. Umgekehrt versprach die Kap-Region natürlich ein gewisses Maß an Infrastruktur und bot damit gerade mit Kleinkind in unsteten Zeiten etwas mehr Sicherheit. Zudem gibt es von München Direktflüge über Nacht nach Kapstadt (aber nicht zurück..).

Die Idee war daher zunächst, in Ruhe Kapstadt zu erkunden und dann - im Verhältnis zur Gesamtreisezeit - eher flott die wichtigsten Punkte der Gardenroute mitzunehmen und möglichst schnell in den vermeintlich wärmeren Osten zu kommen. Klar war auch, dass wir versuchen wollten, so viel Zeit in Nationalparks wie möglich zu verbringen (auch aus Gründen der Isolation) - jeweils in der Hoffnung, dass das mit Kleinkind schon irgendwie sinnvoll klappen wird mit etwaigen Game Drives.

Wir hatten uns dann auch intensiv mit dem Thema Malaria auseinandergesetzt und der Erkenntnis, dass zu unserer Reisezeit weder in den von uns besuchten Gebieten im Kwazulu-Natal als auch im Kruger ein marginales Risiko besteht. Dieses Risiko hofften wir, durch Expositionsprophylaxe gut genug im Griff zu haben. Ob wir das auch rückblickend weiterhin so sehen - dazu später mehr. Unsere Kinderärztin hatte gegen den Plan nichts einzuwenden und unterstützte uns bei der Ausgestaltung der Reiseapotheke.

Vor größere Herausforderungen stellten uns dabei zwei in Südafrika - selbst bei 2 Monaten Zeit - nicht immer leicht in Einklang zu bringende Wünsche: Fahrzeiten möglichst kurz (idealerweise <3h) und möglichst lange an einem Ort (idealerweise > 3 Nächte). Als weitere Herausforderung stellte sich die Strecke Mountain Zebra National Park - Kwazulu Natal heraus. Wir wollten erst “oben rum” um Lesotho rum mit Stops in Golden Gate NP und den Drakensbergen, haben das aber dann wegen Bedenken mit (a) Temperaturen und (b) Höhenlagen und Kleinkind davon Abstand genommen und sehr lange an einer Route entlang der Wild Coast geknobelt (auch hier: aufgrund der Entfernungen und ohne Allradfahrzeug nicht trivial).

Am Ende waren wir mit der Route ganz zufrieden, wir würden sie weitestgehend wieder so fahren.

Budget

Da wir insgesamt 2 Monate unterwegs sein wollten, spielten die Kosten natürlich eine nicht unwesentliche Rolle. Wir haben größtenteils in staatlichen Unterkünften von Sanparks genächtigt oder in günstigen Selbstversorgerunterkünften. Insgesamt kamen wir auf einen Schnitt von knapp 90€ pro Nacht, wobei die Preise zwischen 40€ und 190€ schwankten. Hierbei kam uns zugute, dass es bei Sanparks aufgrund der Corona-Zeit in den “unattraktiveren” Parks z.T. erhebliche Rabatte von 30-40% gab.

Als Auto wollten wir ein Fahrzeug, in das möglichst all unser (umfangreiches) Gepäck passt, dass eine möglichst hohe Bodenfreiheit hat und möglichst wenig kostet. Hier wurden wir in der Klasse Toyota Avanza / Suzuki Ertiga (oft als “People Mover” bezeichnet) bei Avis fündig. Unser Angebot beinhaltete zwar begrenzte Kilometer (dazu später mehr..), war aber auch bei zu erwartenden Mehrkilometern um Welten günstiger als andere Anbieter (vom Problem, dass viele Anbieter online nicht mehr als 30 Tage am Stück anbieten). Zudem bietet Avis eine Station in Skukuza, was für unsere Planungen auch ideal war. Rückblickend ein optimales Auto für unsere Tour. Genug Platz, zudem super unauffällig, da kein typisches Touri-Auto. Lediglich 1-2 mal kamen wir in Nationalparks an Grenzen, wo wir mit einem SUV/Allrad glücklicher gewesen wären. Hierfür hätten wir, um einen ebenso großen Kofferraum zu haben, aber gleich in die Fortuner- oder Hilux-Klasse gehen müssen.

Gezahlt haben wir für 56 Tage, One Way Fee u. maximale Reduzierung der Selbstbeteiligung (was sich vorliegend auch lohnte, wie man noch sehen wird) sowie 5.600 bzw. 8100 Inklusivkilometern 29.000 Rand, d.h. ca. 25€ pro Tag.

Flüge:

Der wunderbare Direktflug München - Kapstadt war unser attraktiver Startpunkt für die weitere Planung. Zurück geht es entweder tagsüber direkt oder nachts mit Umsteigen. Hier haben wir ewig überlegt, ob wir von Johannesburg oder direkt Skukuza zurückfliegen sollten und entschieden und schließlich für einen Flug SKZ - JNB - ZRH - MUC. Aufgrund beständiger Flugänderungen mussten wir diesen dann kurz nach Ankunft in Südafrika in SKZ - JNB - FRA - MUC ändern. Ob wir das wieder so machen würden - dazu später mehr.

Gezahlt haben wir für 2 Erwachsene und 1 Kind < 2 ohne Sitz und 2 Gepäckstücken je Erwachsener im Tarif “Economy Basic Plus” (gibts glaube ich nicht mehr) insgesamt 1.840€.

Corona-Kram:

Wegen Corona brauchten wir Impfungen, Impfzertifikate und eine gesonderte Gesundheitserklärung und mussten die Regelungen immer im Blick haben. Rückblickend betrachtet alles bizarr und spielte faktisch bei unserer Reise keinerlei Rolle, war jedoch im Vorfeld ein weiterer Aspekt, der viel Aufmerksamkeit verdiente..
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #5
24./25.04.2022 Anreise

Nach langer Planung und umfangreicher Vorbereitung, Erstellung zahlreicher Listen und Dokumente ging es für uns am 24.04. (Sonntag) los. Meine Tante fuhr uns nachmittags zum Flughafen, wo alles sehr leer war. Wir hatten im Vorfeld etwas Sorge, ob im System die Zahl unserer inkludierten Gepäckstücke richtig erfasst war, weil auf der Buchungsübersicht der Lufthansa immer nur 1 Gepäckstück je Erwachsenem stand. Der Support-Chat bestätigte uns zwar, dass 2 Gepäckstücke inkludiert sein müssten und ich hatte von allem (einschl. Buchung) Screenshots dabei, aber eine Ungewissheit blieb.



Eine weitere Ungewissheit waren unsere Sitzplätze. Wir hatten bisher nicht reserviert und immer wieder die Auslastung des Flugs beobachtet, jedoch ohne konkret eindeutiges Ergebnis. Wir hofften auf eine freie Mittelreihe, trauten uns aber dann beim Online-Checkin doch nicht, Plätze mit “Lücke” zu wählen.

Der Checkin war dann jedoch sehr positiv zu erwähnen (auch als Kontrast zum LH-Checkin 1,5 Jahre später..). Der Mitarbeiter wies von sich aus darauf hin, dass der Flug nur zu 70% ausgebucht sei und setzte uns “getrennt” in eine der hinteren Mittelreihen. Auch beim Gepäck keine Diskussion.

Der Flug selbst verlief unspektakulär, es war tatsächlich relativ leer und K1 schlief abwechselnd auf dem Arm und zwischen uns liegend. So lange Masken zu tragen und mit Maske zu schlafen ist eine Erinnerung, die man nicht wiederholen muss und deren Sinnhaftigkeit angesichts der Trage-Disziplin und des Erfordernisses, Nahrung zu sich zu nehmen, zweifelhaft anmutet (Disclaimer: wir sind/waren grsl. große Anhänger restriktiver Maskenregelungen, auch heute trage ich erkältet in der S-Bahn Maske).

Wir kamen pünktlich um 06:40 bei angenehmem Wetter auf einem ebenfalls nahezu leeren Flughafen in Kapstadt an. Die Einreise ging ebenfalls fix, Impfzertifikate wollte niemand sehen und die Gesundheitserklärungen wurden einfach eingesammelt und mutmaßlich anschließend entsorgt..

Für etwas Unruhe sorgte dann jedoch eine neue Erkenntnis. Wir hatte alles monatelang detailliert geplant, Listen erstellt und uns auf alle möglichen Eventualitäten vorbereitet. Um den Mietpreis und Kaution bei Anmietung des Autos zu zahlen, hatten wir eine Kreditkarte mit einem Verfügungsrahmen von 500 € vorgesehen, auf die wir vorab (damals bei DKB möglich) noch ausreichend Geld überwiesen. Das Problem: Wir wollten das “ein paar Tage” vor Abflug machen, haben es tatsächlich dann am Freitag Abend erledigt. Das Geld wurde jedoch bis Sonntag Abend der Kreditkarte noch nicht gutgeschrieben..

Wir hatten also große Sorge, dass wir allenfalls mit viel Diskussion ein Auto bekommen würden und malten uns schon diverse alternative Szenarien aus. Bei Ankunft am Flughafen versuchten wir als erstes ins WLAN zu kommen um den Stand der Kreditkarte zu prüfen, allerdings verweigerte die DKB-App sofort den Zugang wegen eines verdächtigen Zugriffs..

Daraufhin gingen wir zunächst zum ATM, um wenigstens - mit einer anderen Karte - etwas Bargeld zu holen und zu testen. Auch das schlug fehl - trotz vorheriger Ankündigung der Reise sperrte die Bank (in diesem Fall Postbank) die Karte sofort aufgrund verdächtiger Aktivitäten..

Es folgte daher zunächst ein Versuch, telefonisch die Freigabe der Karte zu erreichen. Dies wurde zwar zugesichert, aber sollte erst in ein paar Stunden wirksam sein.

Nachdem wir auf der Geld/Kreditkartenfront erfolglos waren, entschieden wir, unser Glück zumindest bei Avis zu versuchen.

Dort fand man unsere Buchung und teilte uns mit, dass wir zwei verschiedene Mietverträge abschließen müssten, da ein Vertrag nur für max. 30 Tage möglich sei. Wir sollten daher nach Ablauf des ersten Vertrags telefonisch der Station den aktuellen Kilometerstand mitteilen, damit die Inklusiv-Kilometer korrekt berechnet werden können.. Wir unterschrieben, überreichten die DKB-Kreditkarte und warteten gespannt.. aber alles schien zu funktionieren, kein Fehler o.ä. Ob das Guthaben gerade rechtzeitig gutgeschrieben worden war oder erst später von Avis angefordert worden ist, konnten wir hinterher nicht mehr aufklären. Vielleicht half auch, dass Avis nur zunächst nur einen Teilbetrag für den ersten Mietvertrag anforderte. In jedem Fall ging dieses Kreditkarten-Thema gerade noch gut aus..

Kamen wir zum nächsten Thema: Inklusiv-Kilometer. Bei unserer ursprünglichen Buchung gab es eine Promo (oder eine IT-Fehlfunktion..), bei der uns insgesamt 8.100 Inklusiv-Kilometer angezeigt wurden. Nachdem ich nach Buchung noch die Versicherungen online angepasst hatte, standen plötzlich nur noch 5.600km in der Bestätigung. Hier zeigte sich die Station, nachdem ich ihr beide Bestätigungen vorgelegt hatte, kulant und vermerkte händisch auf dem Vertrag, dass insgesamt 8.100km inkludiert seien.

Wir waren sehr gespannt, inwieweit uns das Thema der Inklusivkilometer im weiteren Verlauf noch beschäftigen würde, waren aber zunächst froh, überhaupt einen Wagen zu bekommen. Dieser stellte sich als Suzuki Ertiga (baugleich mit Toyota Avanza) heraus. Auch der angefragte Kindersitz war vorhanden, machte aber allenfalls einen “naja” Eindruck. Ein Mitarbeiter half uns, ihn einzubauen (was leider nicht wirklich trivial war, inzwischen sind wir viele Erfahrungen reicher). Dann luden wir unser Gepäck ins Auto (es passte alles rein, war aber dann doch überraschend voll), kauften noch ein paar Flaschen Wasser im Supermarkt am Flughafen und fuhren gen Innenstadt.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #6
Ankunft 34 On Warren, Tamboerskloof

Wir hatten uns nach umfangreicher Recherche für Tamboerskloof als idealen Ort in Kapstadt entschieden und dort über AirBnB eine Unterkunft angemietet. Mit der Vermieterin hatten wir vereinbart, dass wir bereits vormittags rein können. Sie riet uns aber, wegen des Berufsverkehrs nicht gleich nach Abflug zu starten, sondern erst 1-2 Stunden später. durch das ganze hin und her mit den Kreditkarten war der Berufsverkehr nun zum Glück schon durch und wir waren gegen 09:00 Uhr recht schnell vor Ort an einer ruhigen Anwohnerstraße. Wir parkten an der Straße, öffneten den Schlüsselsafe und gingen zum Apartment - nur um festzustellen, dass die Tür offen war, Sandalen vor der Tür standen und jemand offenbar gerade duschte..

Na, das hatte ja toll geklappt mit dem früheren Checkin. Wir gingen also zunächst zurück zum Wagen und versuchten, unsere Vermieterin zu kontaktieren. Ein paar Minuten später kam jedoch ein junger Mann mit eben jenen Sandalen und Putzzeug heraus und teilte uns mit, dass jetzt alles fertig sei.. Tja, manche Probleme lösen sich dann doch recht schnell.

Wir luden aus und parkten das Auto anschließend in der Garage, die sich unter den Wohnungen befindet, der Hof ist zudem mit einem Eisengitter gesichert.

Dann legten wir uns erst einmal eine Runde schlafen und bewunderten unsere Welt, in der es möglich ist, am Nachmittag gegen 15:00 Uhr von zu Hause aufzubrechen und am nächsten Tag um 09:30 Uhr in einem Bett am anderen Ende der Welt zu liegen.

Nach einem erholsamen Nickerchen aller Beteiligter gingen wir bei angenehmen Temperaturen (~25 Grad) zu Fuß (mit Buggy - einer der wenigen Einsätze) zu einem Supermarkt, um einen Grundstock für die nächsten Tage zu kaufen. Wie öfters, waren wir über die Bandbreite der Preise erstaunt. Manche Sachen sind deutlich teurer als in Deutschland, andere ähnlich, manche deutlich günstiger. Gezahlt wurde erfolgreich mit Kreditkarte, anschließend noch erfolgreich bei einem ATM etwas Bargeld bezogen.

Zurück in der Wohnung wurde Gepäck um- und ausgepackt und Nudeln mit Sauce gekocht.
Die Wohnung ist aufgrund Lage/Ausstattung unseres Erachtens sehr zu empfehlen. Man ist tatsächlich fast überall in und um Kapstadt gleich schnell, es gibt eine große Terasse mit Blick über Kapstadt und zum Lions Head. Anbei ein paar Bilder aus den Tagen unseres Aufenthalts.










Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #7
Tag 2 26.04.2022 Tour ums Kap

Da wir insgesamt 6 Nächte in Kapstadt hatten, mussten wir zunächst abwägen, in welcher Reihenfolge wir unsere Wunschziele abarbeiten wollen. Neben dem Tafelberg stand die Kap-Halbinsel und die Pinguine bei Simon’s Town als wichtigster Punkt auf der Wunschliste. Daher entschieden wir uns, gleich am ersten Tag damit anzufangen, dabei früh zu starten um vor den “Massen” in Simon’s Town und am Kap zu sein.

Nach einem entspannten Frühstück starteten wir bei Sonnenschein, aber starkem Wind zunächst Richtung Simon’s Town. Wir hatten uns im Vorfeld aufgrund entsprechender Hinweise extra die Parksituation angeschaut und uns den etwas weiter entfernten Parkplatz ausgesucht. Vor Ort war dann - möglicherweise aufgrund der verhältnismäßig frühen Uhrzeit - nahezu nichts los und wir konnten in Ruhe entspannt die Pinguine beobachten - sogar mit flauschigem Nachwuchs. Der Strand selbst wäre auch ohne Pinguine rein optisch in einer Top-Liga.







Bereits auf dem Weg zum Eingang kam plötzlich ein lautes “Da da da!” von K1. Aufgrund seiner Größe hatte er ein paar Pinguine entdeckt, die neben dem Zaun im Gebüsch saßen und an denen wir einfach vorbei gelaufen wären.. Die Pinguine waren sichtlich faszinierend, die Treppen am Board-Walk aber mindestens genauso spannend.







Anschließend fuhren wir weiter gen Kap. Am Eingang zum Nationalpark gab es einen kurzen Schock, als plötzlich vor uns eine Schlange von mindestens 5 Fahrzeugen war - etwas, dass wir aus Südafrika bis dato nicht kannten. Wir sahen - womit wir gar nicht gerechnet hatten - sogar einige Tiere. Ein paar Buntböcke, ein Zebra in weiterer Entfernung und später sogar ein Eland, dazu mehrfach Strausse. Wir fuhren direkt weiter zum Kap der Guten Hoffnung, wo jedoch sehr wenig los war - man hätte in Ruhe alle Fotos der Welt machen können, ohne Schlange oder ähnliches.

Wir bewunderten die Brandung, beobachteten die Robben und spielten mit den Steinen am Strand (es war ja wenig los - da mussten wir kein schlechtes Gewissen haben, einen der wenigen Parkplätze zu blockieren). Da es langsam Zeit für ein Schläfchen war, ging es mit der Trage ein Stückchen den Weg Richtung Cape Point.











Der Weg verläuft wunderschön entlang der Klippen und bietet spektakuläre Aussichten Richtung Cape Point. Irgendwann kehrten wir um.

Als wir wieder zurück am Parkplatz waren, war es bereits deutlich voller, es standen einige Reisegruppen mit Kleinbussen da und es war die übliche Schlange vor dem Schild. Wir fuhren weiter zum Cape Point und waren auch hier wieder über die große Zahl an Besuchern, die wir von Südafrika bis dato überhaupt nicht kannten, überrascht. Wir marschierten nach oben, bewunderten die Aussicht und machten auf einem Stein Brotzeit.







Anschließend machten wir uns auf den Rückweg nach Kapstadt, wobei wir über den Chapman’s Drive fuhren. Sehr schön anzusehen, aber irgendwie fehlte uns aufgrund Verkehr, den vielen Eindrücken und der langen Anreise die Kraft/Nerven für viele Stops und Fotos. Etwas schade, da ich mir davon mehr erhofft hatte.

Die Kap-Halbinsel ist ein wirklich einmaliges Fleckchen Erde. Die Mischung aus Meer, Klippen, einzigartiger Vegetation, Bergen und Tieren ist vollkommen zurecht ein Besuchermagnet, auch ohne Kap. Man könnte allein hier sehr gut mehrere Tage verbringen. Unglaublich, dass so “leere” Natur nahezu unmittelbar vor den Toren einer Großstadt liegen kann.

Nachdem wir heute genug Gelegenheit gehabt hatten, den Kindersitz ausgiebiger zu inspizieren, hatten wir doch etwas Bedenken an der Tauglichkeit. Vor allem stört uns, dass K1 nicht wirklich optimal sitzt und außerdem nach vorne gerichtet fährt (kein Beinbruch, aber wir hatten die Sorge, dass er zu Hause keinen Reboarder mehr akzeptieren würde..). Wir nahmen uns daher vor, die Preise für neue Sitze zu prüfen sowie ggf. bei Avis in der Innenstadt nach einem anderen Sitz zu fragen.

Abends hatten wir keine Lust mehr aufs Kochen, daher bestellten wir bei Uber Eats Burger und gingen anschließend schnell ins Bett.
Zitierenzuletzt bearbeitet 02. Mai 2025Original ↗
Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #8
Tag 3 27.04.2022 - Krank auf den Tafelberg

Da das Wetter heute erneut sonnig war (obwohl wir ja in der Jahreszeit auch Regen/Wind befürchten mussten), entschieden wir uns dazu, gleich das nächste “Highlight” der Wunschliste anzugehen. Ein Blick aus dem Fenster verriet uns: Der Tafelberg ist wolkenfrei.

Wir fuhren die kurze Strecke zur Talstation (keine 10 Minuten) und parkten entlang der Straße, jedoch noch verhältnismäßig nah an der Station. Später bei Rückkehr reihten sich die Autos kilometerlang bis nach Kapstadt hinein entlang der Straße. Ob wir Online ein Ticket gekauft hatten oder erst vor Ort, weiß ich nicht mehr, in jedem Fall war unten nichts los und wir kamen ohne Wartezeit zur Gondel.





Die Fahrt ist so spektakulär wie vermutet, oben hat man eine einmalige Aussicht (und kann sogar unser Haus erahnen). Wir spazieren über das Plateau zu diversen Aussichtspunkten, es ist nirgendwo voll. Auch die Botanik ist sehr beeindruckend. So ein Berg “mitten” in der Stadt und noch dazu direkt am Meer - da ist Kapstadt wohl weltweit einmalig.





Dann geht es wieder runter. Auf dem Weg zum Auto stellen wir fest, dass K1 immer schlapper wird. Wir denken, es ist einfach die Müdigkeit und fahren mit dem Auto zu einer Mall in Gardens für einen ersten Großeinkauf. Hier erstehen wir neben Essen auch Kühlbox, einen schönen großen Ball, diversen Kleinkram und - nicht unwichtig - einen kleinen Heizlüfter.
Wir stellen fest, dass die Preise für Kindersitze, die rückwärts gerichtet sind und/oder einen vernünftigen Eindruck machen, sich nicht wirklich von denen in Deutschland entscheiden und nehmen uns daher vor, nochmal bei Avis vorbeizuschauen.

K1 ist aber nun nicht nur schlapper, sondern auch merklich warm geworden. Das Thermometer sagt: hohes Fieber.. Na das fängt ja gut an, bereits am zweiten Tag.. Wir verbringen den Rest des Tages in der Wohnung bzw. auf der Terrasse in der angenehm warmen Sonne. Im Schatten ist es aber doch manchmal frisch. Das Fieber steigt leider weiter und will nicht wirklich sinken. Wir prüfen bereits, welches Krankenhaus am sinnvollsten erreichbar wäre bzw. fragen unsere Vermieterin, ob sie uns einen Tipp geben könnte, wie wir am einfachsten zu einem (Kinder)Arzt kämen (leider eher erfolglos).

Glücklicherweise normalisiert sich das Fieber mit etwas Ibu im Lauf des Tages wieder, die Temperatur bleibt aber hoch. Wir kochen zu Hause einen Auflauf mit Tomaten und Zucchini und hoffen, dass es bald wieder besser wird.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #9
Tag 4 28.04.2022 Kirstenbosch Botanical Garden

Bilder folgen nach - habe das tägliche Upload-Limit bei picr.de gerissen..

Die Nacht wird zwar beschissen, aber es ist dank Ibu immer nur erhöhte Temperatur. Im Laufe der Nacht fangen wir dann alle das Husten an. Auch wenn Corona nun am wahrscheinlichsten ist, ist ein (selbstverständlich ebenfalls mitgenommener) Test bei allen von uns negativ. K1 ist fitter, die Temperatur nur noch leicht erhöht auch ohne Medikamente.

Da wir uns bis auf den Husten fit fühlen (und die Tests negativ sind), fahren wir nochmal zu einer Mall und kaufen in einen Babycity (selbstverständlich ohnehin mit Maske) noch Gläschen, Wipes und Windeln und lassen uns in einer Apotheke etwas gegen den Husten geben.

Anschließend fahren wir weiter zum Kirstenbosch Botanical Garden und spazieren mit Buggy etwas herum. Die Anlage ist traumhaft, im Frühjahr/Sommer muss es noch toller sein. Wir machen ein kleines Picknick auf einer Bank, K1 geht es zum Glück wieder sichtlich besser.

Am Abend fühle ich mich jedoch deutlich schlapp, es gibt nur Sandwiches, die wir unterwegs mitgenommen hatten.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #10
Tag 5 29.04.2022 Krank

Wir fühlen uns nun alle etwas kränklich und wenig fit und planen und unternehmen erstmal nichts. Nachmittags fühlen wir uns wieder etwas fitter und kaufen noch fehlende Sachen ein, abends gibt es wieder Nudeln mit Sauce.

Ich nutze die Zeit und unterziehe den Kindersitz nochmals einer weiteren Inspektion und stelle dabei fest, dass der Sitz auch rückwärtsgerichtet montiert und deutlich besser befestigt werden kann (und darf), als zu Beginn bei der Vermietung. Sofort probiert und K1 sitzt so auch deutlich besser, so dass wir beschließen, es erstmal so zu belassen.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #11
Tag 6 30.04.2022 V&A Waterfront

Heute morgen geht es allen wieder besser. Es ist leider trotz 6 Nächten bereits der letzte Tag in Kapstadt. Von den vorab angedachten Zielen und Möglichkeiten erscheint uns die V&A Waterfront für einen Kurzbesuch am geeignetsten. Wir fahren daher erstmals weiter Richtung Innenstadt, vorbei an zahllosen Obdachlosen und finden in der riesigen Anlage ein Parkhaus.

Die Gegend empfinden wir als mäßig attraktiv, eben ein riesiges Shopping-Center. Auf die Bespaßung draußen oder Riesenradfahren haben wir keine Lust, freuen uns aber über ein paar Robben und die schöne Aussicht auf den Tafelberg.















Wir finden noch 1-2 Sachen in der Mall (u.a. ein tolles TShirt von Africa Joe bei einem Stand gegenüber von H&M - super Passform und Qualität und tolle Motive, nur zu empfehlen - auch nach nunmehr 3 Jahren einwandfrei) und fahren dann wieder zurück, um erstmals in Ruhe unser Auto reisefertig zu bepacken, so dass wir die nächsten zwei Monate alles optimal verstaut haben und nicht immer alles rein und raus räumen müssen bzw. Dinge, die man regelmäßig braucht, in den passenden Fächern und Taschen verschwinden.

Abends gibt es wieder was von Uber Eats, diesmal okaye Bowls.

Fazit Kapstadt:

Wir haben durch unsere Krankheit gefühlt nur ein Bruchteil dessen gesehen, was möglich ist, und nur an der Oberfläche gekratzt. Es erwies sich als gute Entscheidung, die für uns wichtigsten Highlights Kap-Halbinsel und Tafelberg bereits zu Beginn zu besuchen, auch wenn es dann etwas anstrengender war anfangs. Was uns genau jetzt aus der Bann geworfen hatte, wissen wir nicht. Es passte viel zu Corona, aber da waren die Tests auch weiterhin durchgehend negativ.

Die Einbettung Kapstadts in die Berge rundherum ist einfach toll, wir können nun erahnen, warum es für viele Leute eine Traumstadt ist. Sicher eine der spannendsten Städte weltweit. Die Kaphalbinsel ist einfach traumhaft. Mit dem Südafrika, wie wir es bis dahin kennen, hat es allerdings Null zu tun, es ist ein vollkommen anderer Planet. Dass es sich trotzdem um dasselbe Land handelt, merkt man aber natürlich schnell, wenn man nicht die Augen verschließt vor Zelten mit Obdachlosen und Squatter Camps überall.

Wir wollen auf jeden Fall wiederkommen und noch mehr Zeit in der Gegend verbringen, um die Sachen, die wir verpasst haben, zu entdecken..

Wir würden jederzeit wieder Tamboerskloof als Hub wählen, da die Lage echt zentral ist und sehr sicher erscheint. Nach all dem, was man über Kriminalität liest, waren wir etwas baff, als wir sahen, dass für mehrere Nächte sogar ein Porsche 911 auf der Straße vor unserem Haus stand, ohne dass etwas passierte. Die Unterschiede zwischen reich und arm sind in Kapstadt schon echt extrem. Ich weiß nicht, ob ich das dauerhaft “aushalten” könnte, diese Diskrepanz zwischen eigenen Möglichkeiten/Freiheiten und dem der zahllosen Menschen um einen herum..
Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #12
Tag 7 01.05.2022 Betty’s Bay und Agulhas Restcamp

Heute stand schließlich die erste richtige Etappe unserer langen Reise an und damit die ersten Erfahrungen, wie gut es mit längerem Autofahren in unbekanntem Auto/Sitz klappen würde. Es sollte insgesamt etwas über 3 Stunden zum Kap Agulhas gehen mit Stop bei den Pinguinen in Betty’s Bay.

Zunächst verabschiedeten wir uns aus Kapstadt mit einer Traum-Sonnenaufgang vom Schlafzimmerfenster aus.







Die Fahrt aus Kapstadt heraus entlang der N2 durch scheinbar endlose Townships führte einem einmal mehr das Ausmaß der Probleme Südafrikas vor Augen. Die Vielzahl an Warnungen und Horrorgeschichten zu diesem Straßenabschnitt führte zu einer leichten, durchgehenden Anspannung. Irgendwann hatten wir diesen Abschnitt dann doch hinter uns gelassen und wir bogen bei Somerset West ab Richtung Clarence Drive. Dieser Abschnitt wird mit Fug und Recht als eine der schönsten Küstenstraßen der Welt angesehen - die Aussicht auf die Berge und den Küstenverlauf ist einfach traumhaft. Bis hierhin war auch das Autofahren für K1 kein Problem gewesen dank durchgehender Bespaßung durch einen Elternteil.









Auf den letzten Kilometern bis Betty’s Bay wurde es mit der Laune etwas schwieriger, aber sobald wir dann dort herumlaufen konnten, war die Laune natürlich wieder oben. Wir hatten versuchten unser Auto so zu parken, dass wir es möglichst lange/gut sehen können, nachdem wir ja all unsere Sachen drin hatten und das Auto über keine Kofferraumabdeckung verfügt. Es war aber auf dem Parkplatz doch einiges los, so dass wir uns relativ sicher dabei fühlten, das Auto für einige Zeit alleine zu lassen.









Die Lage von Betty’s Bay und die verstreuten Ferienhäuser gefielen uns außerordentlich gut. Bis auf die Felsen und Berge im Hintergrund hätte man genauso gut an Nord- oder Ostsee sein können. Auch nachdem wir jetzt doch recht viel von Südafrika kennengelernt haben, halten wir diese Ecke für eine der Gegenden, wo wir uns am meisten vorstellen könnten, einmal dort zu leben.

Der Eintritt für den Board Walk war lächerlich gering, es war zwar nicht wenig los, aber alles war deutlich entspannter als in Simon’s Town. Die Stimmung mit der Brandung und zahlreichen Seevögeln gefiel uns sehr gut. Oft wird ja Boulder’s Beach und Betty’s Bay verglichen oder danach gefragt, was besser ist. Das lässt sich meines Erachtens nicht pauschal beantworten. Viel hängt davon ab, wann man da ist, weil davon abhängt, wie viele andere Besucher da sind. Generell ist es in Betty’s Bay natürlich deutlich leerer und kein Massenbetrieb wie manchmal in Simon’s Town. Dafür ist der Strand in Simon’s Town mit dem Blick über die False Bay auch ohne Pinguine schon ein echter Traumstrand, der eher an die Seychellen erinnert. Je nach Jahreszeit kann man vor Ort sogar noch Baden gehen. Die Kolonie ist deutlich größer. Betty’s Bay punktet dafür mit der Anfahrt über den Clarence Drive und deutlich entspannteren Beobachtungsmöglichkeiten (und ohne Wildcard mit günstigerem Eintritt). Wir würden nach Möglichkeit immer beide Kolonien besuchen 🙂











Anschließend machten wir uns auf den weiteren Weg nach Agulhas. Wir entschieden uns für die laut Google Maps schnellere Route zurück zur N2 bei Botrivier. Bei der Auffahrt erwischten wir leider die falsche Richtung (ohne dass es wahrnehmbar vorher in die richtige Richtung abgegangen wäre, war man plötzlich auf der N2 Richtung Kapstadt). Leider zog es sich, bis die nächste Ausfahrt kam.

Der Fehler sollte sich jedoch rückblickend als Glücksfall herausstellen. Die erste Möglichkeit zum Umdrehen bot sich uns nämlich ausgerechnet beim Houw Hoeck Farm Stall. Da wir zwar die Einrichtung “Farm Stall” o. “Padstall” aus Berichten kannten, aber zugegebenermaßen auf unseren bisherigen Routen nie wahrgenommen oder besucht hatten, wagten wir einen Stop und erstanden leckere Pies, Gemüse und eine Riesenkiste wunderbar reifer Feigen. Wir lieben Feigen, es ist in Deutschland aber gefühlt unmöglich, richtig reife Feigen zu bekommen. Hier hatten wir, nachdem wir innerlich auf kaltes Herbstwetter eingestellt waren, nie mit (so leckeren und günstigen) Feigen gerechnet.

Der weitere Weg zog sich dann wieder etwas. Es ging endlos durch herbstlich kahle Felder Richtung Bredasdorp. Das mit dem Einschlafen im fremden Autositz wollte noch nicht so wirklich klappen, so dass wir zu diversen Tricks greifen mussten, bis K1 endlich schlief. In Bredarsdorp tankten wir nochmal (ungewohnt, einen so “kleinen” Tank im südlichen Afrika zu haben und keinen riesigen Doppeltank mit >100l) und fuhren weiter nach Agulhas. Der Ort entpuppte sich als reine Aneinanderreihung von unzähligen (verwaisten) Ferienhäusern, wirklich charmant empfanden wir ihn nicht.

Wir checkten am Sanparks Büro ein, nahmen den leider eingerüsteten Leuchtturm war und rumpelten langsam über eine unterdurchschnittliche Gravelroad zum Restcamp. Wir hatten ein 2-Bett-Chalet gebucht. Die Chalets sind toll gebaut, bieten eine einmalige Aussicht und zählen sicher zu dem Besten, was Sanparks zu bieten hat. Die sich je nach Stand der Sonne wandelnde Aussicht ist grandios. Dank Corona-Rabatt zahlten wir hier nur 876 Rand pro Nacht..











Später machten wir noch einen kleinen Spaziergang runter zum Strand und verbrachten dort etwas Zeit. Es war weiterhin schön sonnig, allerdings war der Wind bisweilen etwas frisch.















Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #13
Tag 8 02.05.2022 Agulhas Restcamp

Der Tag begann mit wunderbarem Sonnenschein. Zwar war es morgens noch zu frisch, um auf dem Balkon/Terasse zu frühstücken, aber glücklicherweise schien die Sonne auch durch das Fenster auf den Frühstückstisch (ich liebe frühstücken in der Morgensonne - das gibt einem gleich einen wunderbaren Start in den Tag. Leider gibt es das viel zu selten, weil entweder zu warm oder zu kalt..).



Auf der Terrasse besuchte uns ein neugieriges Frankolin.

Anschließend fuhren wir zum Kap Agulhas und besuchten das Schiffswrack. Es war windig, aber ohne Jacke gut auszuhalten. In den zahlreichen Brackwasserpfützen der Felsen fanden sich viele Schnecken, Muscheln und andere spannende Dinge.









Daraufhin fuhren wir weiter nach Struisbaii zum Hafen in der Hoffnung, den/die ansässigen Robben zu sehen. Auch wenn der Hafen in Berichten immer sehr positiv beschrieben wird, machte der Ort (vielleicht aufgrund der Jahreszeit) auf uns einen eher trostlosen Eindruck und lud jedenfalls nicht zum längeren Verweilen ein. Durch den Wind war das Wasser leider zu aufgewühlt, so dass man außer ein paar dunklen Schatten nichts erkennen konnte. Wir fuhren daher wieder zum Mittagessen zurück zum Restcamp.



Anschließend machten wir uns auf eine kleine Wanderung im Restcamp. Der Park bietet eine Handvoll kleiner Wanderrouten, die gut markiert und zu finden sind (aber nur von Bewohnern des Camps begangen werden dürfen).

Der Weg schlängelte sich durch Dünen und Küsten-Fynbos, war einfach und traumhaft.











Wir fanden eine große Spinne (vielleicht kann sie jemand bestimmen) und eine leider tote Schlange.







Anschließend verbrachten wir nochmals einige Zeit am Strand bei der Suche nach interessanten, angetriebenen Dingen. Später versuchten wir nochmals, bei einem Spaziergang mit Buggy durch das Camp, K1 zum Schlafen zu bringen. Es sollte der letzte Einsatz des Buggys werden - so viel zur Sinnhaftigkeit eines Buggys beim Reisen mit Kleinkind.





Fazit Agulhas Restcamp:

Lage und Unterkunft sind schlicht traumhaft. Mag sein dass manche Unterkunft in Agulhas selbst mehr Luxus bietet, aber deswegen sind wir ja nicht in Südafrika. Im oft vorgenommenen Vergleich mit De Hoop kann man nur sagen, dass beides nicht wirklich vergleichbar ist. Beide bieten vollkommen unterschiedliche Erfahrungen. In De Hoop grüne Wiesen, Tiere und kapholländische Architektur, riesige Dünen, eine beschwerliche Anfahrt über Gravel und doch gesalzene Preise, im Agulhas Restcamp Küsten-Fynbos und traumhafte Sonnenuntergänge und -aufgänge, eine einfachere Anfahrt, mehr Einkaufs/Essensmöglichkeiten und deutlich günstigere Preise.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #14
Tag 9 03.05.2022 Wilderness Ebb & Flow Restcamp

Heute stand eine längere Fahrt-Etappe auf dem Programm. Auch heute wurden wir beim Frühstück von Federvieh besucht. Anschließend machten wir nochmals einen kurzen Stop beim Kap selbst, da es aufgrund Nebel/Gischt und Sonne eine sehr tolle Lichtstimmung gab.







Es ging zunächst über Bredasdorp Richtung Swellendam zurück zur N2 und dann unendlich lange der N2 entlang. Bei einem Rastplatz kurz vor Mossel Bay gab es (für die Erwachsenen) Mittagessen bei Wimpy’s und einen schönen Spielplatz. Dann ging es wieder weiter. Besondere Erinnerungen an diesen Abschnitt haben wir nicht. An George vorbei ging es schließlich bis Wilderness.







Bei der Anfahrt sah man von oben schön den endlosen Strand, für einen Stop am Viewpoint hatten wir jedoch aufgrund der langen Fahrt keine Lust mehr, sondern fuhren direkt zum Ebb & Flow Restcamp.

Wilderness bietet diverse Unterkünfte in sämtlichen Preislagen. Es gibt gefühlt eine auffällige Häufung von Unterkünften, bei denen Kinder nicht erwünscht sind. Wir entschieden uns gegen eine private Unterkunft im Ort und für das staatliche Restcamp, da es im deutschsprachigen Internet nahezu keine Erfahrungen hierzu gab, die Bilder und Infos von südafrikanischer Seite jedoch recht vielversprechend waren. Zudem sind die Entfernungen klein und man kann diverse Wanderungen direkt vom Camp aus starten. Nicht zuletzt war auch der rabattierte Preis von 62 € pro Nacht für ein großes 4-Bett Chalet attraktiv.

Im Camp gibt es einen großen Zeltplatz am Fluss unter schönen Bäumen, diverse Blockhäuser auf Stelzen mit Blick ins Schilf und eine Reihe größerer, gemauerter Häuser. Alles wirkte gut gepflegt und organisiert. Unser Haus besaß mehrere Zimmer und eine etwas schmal geratene Terasse mit Blick auf die Wiese vor dem Haus. Im Laufe der Tage konnten wir aus dem Fenster bzw. von der Terasse aus viele Vögel sehen.







Wir machten noch einen Spaziergang durchs Camp, besuchten den Spielplatz des Camps und mussten abends erstmals aufgrund der Temperaturen die Klimaanlage zum Heizen anschalten. Dies funktionierte hier halbwegs zufriedenstellend (jedenfalls besser als Radiatoren, E-Heizungen etc.).







Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #15
Tag 10 04.05.2022 Wilderness Ebb & Flow Restcamp

Der Morgen begann leicht neblig, es setzte sich jedoch schnell die Sonne durch. Wir beschlossen, als erstes den Half-Collared Kingfisher Trail Hike zu gehen. Hierfür konnten wir direkt vom Haus aus losgehen und konnten das Auto stehen lassen.

Die Wiesen im Camp waren von hunderten kleiner Spinnennetze überzogen.



Der Weg überquerte erst den Fluss..



.. und führte dann flussaufwärts durch einen wunderschönen Wald.







Wir hörten und sahen schließlich zahlreiche Knysna Turacos, über die wir uns sehr freuten - gehören sie doch zu den schönsten Vögeln, die das südliche Afrika zu bieten hat. Das Fotografieren war nicht immer einfach, da sie zum Teil hoch oben in den Bäumen saßen und ständig herumflogen.



Auch zahlreiche andere Vögel zeigten sich.







Die Bäume wirkten zum Teil wie in einem "richtigen" Regenwald.



Glücklicherweise gelang mit etwas Geduld doch auch noch das ein oder andere zufriedenstellende Bild eines Knysna Turacos.







An verschiedenen Stellen waren abartig viele - kleine - Heuschrecken an einzelnen Pflanzen versammelt.



Die Wanderung endete an einem - unspektakulären - Wasserfall, der für sich genommen sicher keine Wanderung rechtfertigen würde, jedoch ist der Weg für sich genommen toll.

Mittags waren wir zurück im Camp und fuhren in den Ort auf der Suche nach Mittagessen. Google Maps verleitete uns dazu, ein Fish&Chips Laden auszuprobieren. Mit unserem Essen setzen wir uns an den Strand, anschließend wurde etwas im Sand gebuddelt. Der Strand war nahezu menschenleer, ab und an kam ein Spaziergänger vorbei. Auch die Wassertemperatur wurde überprüft. Leider zog irgendwann Nebel auf und hüllte die Hänge und später alles in dichten, kalten Nebel.









Wir verzogen uns daher irgendwann ins Haus zurück und mussten erneut die Klimaanlage zum Heizen bemühen.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #16
Tag 11 05.05.2022 Wilderness Ebb & Flow Restcamp

Auch der heutige Tag startete sonnig.





Nach dem schönen gestrigen Trail wollten wir uns heute den nächsten Trail in Form des Brownhooded Kingfisher Trails vornehmen. Hierzu fuhren wir ein kurzes Stück “hinten rum” auf kleiner Straße durch traumhafte Seenlandschaft zum Startpunkt.

Auch diese Wanderung führte letztlich ein Tal entlang und war wunderschön, viel im Wald aber auch mit ein paar Aussichtspunkten. Auch hier gab es wieder zahlreiche Vögel zu sehen.





Aber auch die Natur im übrigen war überaus attraktiv.







Erneut beglückte uns ein Narina Trogon - diesmal reichte es sogar zum Beweisfoto.







Anschließend fuhren wir zum Malachite Bird Hide. Der Hide ist sehr schön angelegt. Auf dem Weg rein gab es kurz eine Schlange zu sehen, die über den Weg huschte, sie konnte jedoch weder von uns noch von einer anderen Gruppe, die gerade den Hide verließ, belastbar identifiziert werden. Der Hide selbst liegt sehr schön, man hat eine gute Sicht.

Wir hatten Glück und konnten längere Zeit den Namensgeber des Hides beobachten.









Es gibt hier im “Hinterland” zwischen Ort und Bergen ein paar Unterkünfte, die aufgrund ihrer Lage deutlich interessanter wirken als viele direkt im Ort (und damit nahe an der N2, die direkt durch den Ort geht).

Sobald es langweilig wurde, machten wir uns auf die Suche nach dem Rondevlei Hide, konnten den Zuweg jedoch nicht finden. Da uns die Essens-Optionen in Wilderness nicht zusagten (nicht dass es dort nichts gutes zu Essen gäbe, vermutlich im Gegenteil - es wirkte nur jedenfalls nichts so, als ob wir da mit kleinem Kind für kleines Geld was Nettes bekommen könnten. Vielleicht haben wir auch nur nicht gut genug gesucht), fuhren wir die N2 entlang zum Timberlake Village - hauptsächlich, weil es dort eine gute Bäckerei geben sollte. Die Abfahrt war es abenteuerlich, da genau an dieser Stelle gerade eine Lange Baustelle an der N2 war, vor Ort fanden wir jedoch gute Parkmöglichkeiten und eine Reihe kleinerer Shops mit Kunsthandwerk und Cafes, die einen sehr netten Eindruck machten. Wir aßen eine Kleinigkeiten und stöberten in den Shops.

Die gesuchte Bäckerei (Heritage Bakery) befand sich jedoch für uns ohne riesigen Umweg unerreichbar auf der anderen Seite / Fahrspur der N2.

Zurück in Wilderness ging es auf den Spielplatz des Camps, ehe uns der nachmittags wieder aufkommende Nebel irgendwann zurück ins Haus vertrieb.



Fazit Wilderness u. Ebb & Flow:

Uns hat die Natur um Wilderness außerordentlich gut gefallen. Es gibt zahlreiche Wandermöglichkeiten in traumhafter Natur mit vielen Vögeln. Es gibt Bird Hides, einen schönen Strand, Einkaufsmöglichkeiten und wohl auch Essensmöglichkeiten. Wir hatten etwas Pech mit dem Wetter dahingehend, dass es ab nachmittags immer neblig und kalt wurde. Das liegt aber natürlich auch an der Jahreszeit. Wir würden Wilderness, auch wenn wir die anderen Orte nur von der Durchfahrt kennen, wegen der Natur immer Knsyna oder Plettenberg vorziehen. Der Ort selbst ist nicht sonderlich attraktiv, da von der N2 durchschnitten, aber sowohl die Unterkünfte direkt am Strand als auch im Hinterland sind sehr naturnah, ruhig und vielfältig. Der Supermarkt ist nicht riesig, man wird aber für Standardsachen fündig. Zur Not wäre George auch nicht ewig weit weg.

Auch das Ebb & Flow Restcamp würden wir jederzeit wieder wählen (allein schon wegen der vielen Möglichkeiten im Camp), aber möglicherweise eher eines der Cabins auf Stelzen, wenn wir den Platz im Chalet nicht brauchen. Es war zwar alles da und funktionierte, auch die Sauberkeit war in Ordnung. Aber es fehlte irgendwie jeglicher Charme oder Aussicht.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2025 · #17
Tag 12 06.05.2022 Storms River Mouth Restcamp

Heute sollte es wieder weitergehen in Richtung Tsitsikamma Nationalpark, wo wir glücklich darüber waren, eines der Honeymoon Chalets ergattert zu haben - zu einem Preis von rund 82 € pro Nacht. Auch hier gab es wieder saftige Rabatte durch Sanparks.

Zunächst hielten wir jedoch nun endlich bei der Heritage Bakery (wegen der Baustelle nur von der Fahrspur Richtung Osten aus zu erreichen - bei Google Maps sieht es so aus, als sollte es regulär von beiden Seiten erreichbar sein) und deckten uns ein (mit was genau, weiß ich nicht mehr..). Anschließend fuhren wir weiter bis zum Robberg Nature Reserve.


Aussicht Richtung Plettenberg

Hier hatten wir im Vorfeld lange überlegt, ob wir es wagen können, ein vollgepacktes Auto über mehrere Stunden stehen zu lassen, auf einem Parkplatz, wo jeder Dieb weiß, dass die Insassen sich im Regelfall auf einer mehrstündigen Wanderung befinden.. Da es jedoch zunächst durch ein Gate in den Park ging und von dort nochmals einige hundert Meter bis zum Parkplatz, der zudem recht voll war und wir außerdem einen Parkplatz direkt vor einem Imbisswagen bekamen, erschien es uns sicher genug.

Wir entschieden uns für den Witsand Circuit, bei dem man alle wesentlichen Punkte erreicht.







Es war überraschend warm, fast heiß.




Wir sahen auch die Robben aus hoher Entfernung. Auch mal eine neue Perspektive - leider ohne Tele dabei.


Blick in Richtung unseres heutigen Tagesziels











Der Weg ist meist einfach, hat jedoch ein paar kleinere Kletterpassagen, die manch andere Besucher fast an ihre Grenzen stießen ließen und auf dem Rückweg einen etwas schmaleren Weg entlang einer Felswand. Insgesamt aber gut machbar für jedermann.



Die Aussicht ist schlicht traumhaft, es hat offensichtlich seinen Grund, warum die Wanderungen hier so beliebt sind.Man ist hier definitiv nie allein.

Am Ende gab es einen kleinen Imbiss und Brei am Parkplatz, bevor wir uns auf die weitere Strecke machten. Leider zog es nun immer mehr zu. Da wir uns anfangs nicht sicher waren, ob wir in Natures Valley oder im Storms River Mouth Camp bleiben sollten, machten wir noch einen Abstecher nach Natures Valley.







Wegen des Wetters vielleicht nicht ganz so attraktiv wie normal, aber es half für einen ersten Eindruck. Wir könnten uns sehr gut vorstellen, hier auch mal ein paar Tage zu bleiben.

Auf dem Weg zurück zur N2 lief uns ein Nyala über die Straße, das hatten wir bis dato auch noch nicht gehabt (und hier nicht erwartet).



Schließlich kamen wir im Tsitsikamme Nationalpark an und erhielten das Honeymoon Chalet Nr. 17, am Ende einer kleinen von der Hauptstraße abgehenden Straße. Die Lage des gesamten Camps, erst recht aber der Honeymoon Chalets ist echt atemberaubend. Direkt an der wellenumtosten, felsigen Küste, gefühlt schon fast in der Brandung. Die Chalets sind auch sehr schön angelegt und waren in vernünftigem Zustand. Einzig die Positionierung des Grills ist mal wieder etwas fragwürdig, betraf uns aber nicht.









Wir richteten uns ein und machen noch einen kurzen Spaziergang durchs Camp bis zum Shop/Restaurant um alles kennenzulernen.

Es ist weiterhin bewölkt, dennoch ist die Lichtstimmung im Kombination mit der Brandung wunderbar.










(hier sieht man noch mal schön die perfekte Lage)
Zitierenzuletzt bearbeitet 02. Mai 2025Original ↗
545 Beiträge · seit 201202. Mai 2025 · #18
Hallo Fidel

Vielen Dank für deinen Reisebericht! Schön, dass du uns von eurer Reise erzählst und so tolle Fotos zeigst!
Im November 23 waren wir auch in dieser Gegend und im Agulhas Restcamp, wie auch in „eurem“ Honeymoon Chalet des Tsitsikamma NP hat es uns auch super gefallen! Von der Terrasse aus konnten wir dort Delfine und Wale beobachten!
Die Turacos haben wir auch einige Male gesehen, aber die sind wirklich sehr schwierig zu fotografieren! Aber du hast einige sehr schöne Bilder machen können!
Ich freue mich auf die Fortsetzung!

Herzliche Grüße und schönes Wochenende,
Sue
Themenstarter925 Beiträge · seit 201605. Mai 2025 · #19
Tag 13 07.05.2022 Storms River Mouth Restcamp

Für den heutigen Tag ist durchgehend Regen angesagt. Und so kommt es auch. Wir hatten ja damit gerechnet um diese Jahreszeit und hatten auch bewusst genug Zeit an allen Orten eingeplant bzw. wenig konkrete Ziele/Aktivitäten.



Leider war es auch lausig kalt im Chalet. Es gab zwar einen Radiator, der schaffte es aber allenfalls die Luft im Umkreis von einem Meter um ein paar Grad zu erwärmen.

Wir frühstückten daher erstmal ausgiebig mit leckeren Feigen, gutem Brot, Rührei und Speck.



Irgendwann ließ der Regen etwas nach und wir wagten uns für einen kleinen Spaziergang ins Freie. Auch jetzt wieder: unglaubliche Lichtstimmung.









Leider fing es dann wieder an und wir flohen zurück ins Haus für Mittagessen und Mittagsschlaf. Als es am späteren Nachmittag wieder aufhörte, wagten wir den Weg zu den Hängebrücken.








Aufgrund des Wetters war nahezu nichts los, leider fing es auf dem Rückweg wieder an zu regnen. Es muss auch solche Tage geben..

Die Hängebrücken sind schön angelegt, aber m.E. jetzt auch nicht soo spektakulär, als dass sie für sich genommen etwa einen Tagesausflug rechtfertigen würden - da glänzt eher das Camp als Ganzes und seine Wandermöglichkeiten.
Themenstarter925 Beiträge · seit 201605. Mai 2025 · #20
Tag 14 08.05.2022 Storms River Mouth Restcamp

Der Tag begann mit einer wunderbaren Lichtstimmung. Reisen im Winter hat nicht nur den Nachteil, dass es früh dunkel wird, sondern auch den Vorteil, dass man auch zu halbwegs zivilen Zeiten die Chance hat, die ersten Lichtstrahlen des neuen Tags zu sehen.





Es wurde ein schöner, sonniger Tag. Wir machten uns auf den Weg zum Waterfall Trail, der einem Teil des Otter Trails folgt.

Zunächst ging es an den Campsites und Forest Huts vorbei zum Gebäude mit den Oceanettes. Die sind zwar auch sehr schön angelegt, allerdings wirkt das Gebäude mit seinem Hotel-Charakter wie ein Fremdkörper.



Anschließend geht es erst einen leichten Pfad durch schönen Wald, bisweilen etwas bazig, dann wird es interessanter. Der Weg führt zum Teil direkt über die Felsen neben der Brandung und erfordert immer wieder den Einsatz von Händen und Füßen, zudem muss man immer wieder mal überprüfen, ob man noch richtig ist. Manche Stellen sind vom Klettern her mit Kleinkind in der Trage vielleicht etwas grenzwertig.









Landschaftlich rentiert sich der Weg aber zu 100%. Es gibt mehrere atemberaubende Aussichten mit Felsen, Brandung und üppiger Natur.

Immer wieder werden wir von Klippschiefern neugierig beäugt.



Der namensgebende Wasserfall am Ende ist zwar ebenfalls recht nett, aber leider steht die Sonne grad etwas ungünstig für Fotos.





Wir waren wohl die ersten an diesem Tag auf dem Trail, erst auf dem Rückweg kamen uns eine Handvoll Leute entgegen.

Wir begegnen einigen Otter-Trail-Wanderern, die etwas ungläubig darauf reagierten, uns hier mit Kleinkind in der Trage anzutreffen. Der Grad zwischen “brave” und “stupid” ist manchmal sehr schmal - das sollte man sich bei aller schmeichelnden Wirkung solcher Worte immer bewusst sein.

Zurück im Camp genossen wir die wärmenden Strahlen der Sonne auf der Terrasse. Später besuchten uns auch hier Klippschiefer, die für große Begeisterung bei K1 sorgten.







Die untergehende Sonne sorgte erneut für traumhafte Lichtstimmungen..







Am Abend besuchten wir das Behelfsrestaurant im Zelt, was zur Abwechslung auch mal wieder ganz nett war, aber aufgrund einer Atmosphäre wie in einem leeren Bierzeltauch kein großes Highlight.

Fazit Storms River Mouth Restcamp

Das Camp ist voll und ganz zurecht oft ausgebucht. Die Lage sucht ihresgleichen. Die Lage der Honeymoon setzt dem nochmals eins drauf. Von etwaigem Trubel durch Tagesbesucher haben wir nichts mitbekommen, was aber auch an Wetter und/oder Saison gelegen haben mag. Oft wird der Park nur im Rahmen eines Tagesbesuchs besucht. Dabei verpasst man aber die unglaublichen Stimmungen bei Sonnenauf- und Untergang sowie die unterschiedlichen Stimmungen je nach Tageszeit und Wetter. Die Hängebrücken sind ganz nett, ja, aber haben weitaus weniger Eindruck hinterlassen als die Natur vor Ort in ihrer Gänze. Man muss mindestens einige Zeit dort verbringen und/oder auch einen der Trails oder mehrere ablaufen, um all das aufzunehmen.

Wir wären gerne noch mehr vor Ort gewandert. Die Zahl der Trails ist zwar begrenzt, aber es reicht für ein paar gemütliche Tage. Der Otter Trail muss unglaublich sein, aber auch fordernd. Irgendwann würden wir es aber dennoch gern angehen (auch wenn Südafrika so unglaublich viele einmalige Mehrtageswanderungen zu bieten hat).
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