Malaria-Standby-Medikation für Etosha im Juni 2025

10 Antworten · 3'563 Aufrufe · gestartet 29. Apr. 2025 von Tinchen7810
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Themenstarter5 Beiträge · seit 202529. Apr. 2025 · #1
Hallo zusammen,
meine Frau und ich reisen Ende Mai bis Mitte Juni 2025 für drei Wochen nach Namibia.
Wir fahren mit einem gemieteten Toyota Hilux mit Dachzelt und machen hauptsächlich Camping.
Unsere Route geht von Windhoek über die Kalahari, NamibRand, Sossusvlei, Swakopmund, Spitzkoppe und Twyfelfontein – später dann auch für fünf Nächte in den Etosha-Nationalpark (Okaukuejo, Halali, Namutoni).

Wegen der aktuellen Hinweise vom Auswärtigen Amt (starke Regenfälle = mehr Malariafälle im Norden/Nordosten) überlegen wir gerade, ob wir uns für Etosha eine Malaria-Standby-Medikation (z.B. Malarone) verschreiben lassen sollten.

Frage an euch:
Habt ihr Erfahrungen mit Reisen in Etosha Anfang/Mitte Juni?

Würdet ihr in diesem speziellen Jahr (nach der Rekord-Regenzeit) eine Standby-Medikation mitnehmen?

Oder reicht in dieser Zeit eurer Meinung nach guter Mückenschutz aus?

Wir würden uns sehr über eure Einschätzungen freuen.
Viele Grüße
585 Beiträge · seit 202229. Apr. 2025 · #2
Für solche Fragen bitte einen Arzt konsultieren. Hierzu hat jeder seine eigene Meinung, aber nur ein Impfarzt kann eine sichere Einschätzung abgeben (die man dann befolgt oder nicht)
33,0k Beiträge · seit 200629. Apr. 2025 · #3
Hallo,

es gibt doch hunderte Threads hier zum Thema Malaria in jedem Monat und jedem Landesteil. Da ändert sich auch weiterhin nix dran.

Meine persönliche Meinung (kein Arzt oder Apotheker!): Du brauchst für Etosha keine Prophylaxe oder Standby; du wirst im Juni, d. h. im Winter, vermutlich keiner Mücke begegnen. Da braucht man in aller Regel auch gar keinen Mückenschutz irgendeiner Art.

Viele Grüße
Christian
577 Beiträge · seit 202429. Apr. 2025 · #4
Hallo,
Eine andere Alternative wäre, in Windhoek in eine Apotheke gehen und sich dort nach aktueller Lage im Land beraten lassen und das Medikament, falls erforderlich, dort kaufen.
Zum Beispiel in der Apotheke bei Wörmann und Brock in Klein Windhoek. Die haben dort auch deutsch sprechende Mitarbeiter am Counter für verschreibungspflichtige Medikamente.
Gruß von mir, der nie Prophylaxe nimmt oder Szandby dabei hat, dafür aber jede Menge Peaceful sleep oder Tabard.
Zitierenzuletzt bearbeitet 29. Apr. 2025Original ↗
138 Beiträge · seit 200829. Apr. 2025 · #5
Hallo Tinchen,
diese Antwort gebe ich ohne jegliche Haftung! Falls euch eine Mücke, noch dazu mit Malaria infiziert, stechen sollte, seid ihr wieder zu Hause und könnt euch im Tropeninstitut behandeln lassen.
lg, Nambo
Zitierenzuletzt bearbeitet 29. Apr. 2025Original ↗
563 Beiträge · seit 200629. Apr. 2025 · #6
1. Dass ein Impfarzt in D/Europa eine sichere Einschätzung abgeben kann, würde ich so pauschal nicht teilen
2. Wir haben in den Monaten Juni/Juli/August = Winter in Etosha, aber auch im Moremi, in den Sanitär 'anlagen' stets zahlreiche Mücken an den Wänden gesehen. Ob sie noch lebten, weiß ich gar nicht mehr genau, jedenfalls haben sie sich nicht gerührt, so dass wir auch nach der Gewöhnungsphase entspannt duschen oder Geschäfte verrichten konnten. Insofern würde ich allen Vorschreibern, die eine medikamentöse Prophylaxe oder Standby verneinen, zustimmen.
3. Wenns dem Seelenfrieden dient, ist eine solche Ausgabe m.E. aber zu rechtfertigen, da gibts noch ganz andere 'unnötige' Kosten, je nach Präferenz und Veranlagung 😉 .
steinbeisser
271 Beiträge · seit 201929. Apr. 2025 · #8
Stand-By-Medikamente mitzunehmen wird im Wesentlichen zum Wohle der Pharmaindustrie empfohlen, weniger zum Wohle der Patienten. Es handelt sich nämlich um eine Selbstmedikation ohne Hinzuziehung eines Arztes, und das ist bei Malaria und den hochwirksamen Anti-Malaria-Medikamenten immer problematisch. Das Thema sollte deshalb überhaupt nur erwogen werden, wenn abzusehen ist, dass keine ärztliche Hilfe erreichbar ist. Das ist im Etoscha-Nationalpark definitiv nicht der Fall.
2'460 Beiträge · seit 200629. Apr. 2025 · #9
Ich habe seinerzeit Ende Juni/Anfang Juli gar keine Mücken gesehen, die noch lebten, es war nachts viel zu kalt.

Wir nehmen auf Reisen Malarone als Standby mit. Nicht weil wir uns selbst auf Verdacht medikamentieren wollen, sondern weil wir auch Länder bereisen, in denen die Versorgung mit Malarone nicht immer gewährleistet ist/sein kann. Die Diagnose kann vermutlich im südlichen Afrika jeder Arzt zuverlässig stellen, die haben ja leider deutlich mehr Erfahrung. In Deutschland bin ich davon weniger überzeugt.

Viele Grüße
Sanne
309 Beiträge · seit 201706. Juli 2025 · #10
Ja, jede Apotheke nimmt abgelaufene oder nicht benötigte Arzneimittel entgegen.
7'224 Beiträge · seit 200607. Juli 2025 · #11
Ich habe einige Beiträge gelöscht weil wieder mal jemand seine alten Malariatabletten angeboten hat. Hier ein paar Infos dazu:


Arzneimittelgesetz (AMG) Verstöße:
Verschreibungspflichtige Medikamente dürfen nur über Apotheken abgegeben werden
Privatpersonen dürfen keine Arzneimittel gewerbsmäßig verkaufen oder abgeben
Das kann als Verstoß gegen §§ 43, 47 AMG gewertet werden

Mögliche Konsequenzen:
Bußgeld bis zu 25.000 Euro
Bei wiederholten oder gewerbsmäßigen Verstößen auch Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr
Strafverfahren wegen unerlaubten Arzneimittelhandels

Besondere Risiken:
Malariatabletten sind meist verschreibungspflichtig
Unbekannte Lagerungs- und Haltbarkeitsbedingungen
Gesundheitsgefährdung für den Empfänger
Haftungsrisiken bei Schäden

Rechtliche Einschätzung:
Auch wenn es "nur" unbenutzte Tabletten sind, die man selbst legal erworben hat, ist die Weitergabe an Dritte nicht automatisch legal. Das Arzneimittelgesetz reguliert streng, wer Medikamente abgeben darf.

Empfehlung:
Unbenutzte Medikamente sollten in der Apotheke oder über entsprechende Entsorgungsstellen abgegeben werden, nicht über private Foren angeboten werden.
Zitierenzuletzt bearbeitet 07. Juli 2025Original ↗
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