Der neue Farmer?

13 Antworten · 3'155 Aufrufe · gestartet 08. Apr. 2025 von Vault-Daddy
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Themenstarter4 Beiträge · seit 202508. Apr. 2025 · #1
Hallo Forumsgemeinde!
Ich 43 Jahre männlich und Vater von einem 11 jährigem Sohn,ehemaliger Personenschützer und Sicherheitsdienstler habe kein bock mehr auf Deutschland! Meine Heimat ist das Ruhrgebiet und war immer sehe Heimatreu...ich habe es satt und will nächstes Jahr umbedingt weg hier und was neues machen.Ich hab da ne kleiner spinnerei im Kopf aber die mich sehr Motiviert! Vielleicht könnt ihr mir ja helfen? Kann man als weisser noch Land pachten bei den Gemeinden in Kavango? Nicht viel,vielleicht 3-5-10 hektar? Ich würde mich in agrokultur versuchen wollen ... Sind Farmer hier bei denen ich lernen kann? Ich bin kein dünner lappen,ich kann ackern wie ein Gaul und lebe auch nicht hinterm Mond! Ich weiss sehr wohl wie die Welt funktioniert...aber gegen Kost und Logie würd ich gern erfahrung sammeln und kontakte knüpfen und Land und Leute kennen lernen! Ich verstehe mich in Loyalität,Disziplin und Verschwiegenheit! Genauso bevorzuge ich ehrlichkeit und Gegenseitiges vertrauen für eine Basis die bei manchen Leuten wohl schon lange verloren gegangen ist...Haut in die Tasten und helft mir! DANKE 😉 Beste Grüße,Marcel
35 Beiträge · seit 201908. Apr. 2025 · #2
Hallo Marcel,
lies Dir doch mal die Forumsbeiträge durch in denen Leute mit sicherem Einkommen und der Bereitschaft viel Geld in Namibia zu investieren darüber berichten welche Schwierigkeiten es bereitet, als Ausländer überhaupt eine dauernde Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen.
Wenn ich Deinen Beitrag richtig interpretiere, willst Du zunächst in Namibia quasi als Volontär arbeiten. Es gibt hier sicherlich Foristen, die sich besser auskennen als ich, aber nach meiner Kenntnis dürfte es schwierig werden, dafür eine Arbeitsgenehmigung zu bekommen.
Für bestimmte Fachleute gibt es die Möglichkeit zeitlich beschränkte Arbeit- und Aufenthaltsgenehmigungen zu erhalten. Stichwort "digital nomads". Nach Deiner etwas dürftigen Beschreibung Deiner beruflichen Erfahrung dürftest Du da aber eher nicht drunter fallen.
Vielleicht hat hier jemand andere Erfahrungen, aber auch meiner Sicht würde ich sagen: Dein Plan wird vermutlich nicht durchführbar sein.
Trotzdem alles Gute
Wolfgang
Themenstarter4 Beiträge · seit 202508. Apr. 2025 · #3
Grüß dich! Ja Ziel ist es als Volunteer zu arbeiten und dann selbst als investor in eine eigene kleine Farm auf Pachtland zu agieren...naja was heisst dürftige Arbeitsbeschreibung?es ist alles gesagt! Meine Qualifikationen haben ja gar nichts mit Farming zu tun...
33,0k Beiträge · seit 200608. Apr. 2025 · #4
Moin und willkommen im Forum.
aber gegen Kost und Logie würd ich gern erfahrung sammeln und kontakte knüpfen und Land und Leute kennen lernen!
Dafür benötigst Du eine Arbeitsgenehmigung, die du so nicht bekommen kannst, da das von Dir geplante praktisch jeder Namibier auch machen kann.
dann selbst als investor in eine eigene kleine Farm auf Pachtland zu agieren.
Auch dafür wirst Du keine Aufenthaltsgenehmigung bekommen (zumindest keine dauerhafte). Du musst viel investieren, v. a. viele Arbeitsplätze schaffen oder einen sehr nachgefragten Beruf ausüben und dann kannst Du vielleicht die nötige Aufenthaltsgenehmigung (zunächst für maximal 2 Jahre) bekommen.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Zitierenzuletzt bearbeitet 08. Apr. 2025Original ↗
535 Beiträge · seit 202008. Apr. 2025 · #5
Hallo Marcel,

ich weiss nicht, ob es ueberhaupt Farmer im Kavango gibt, denen du mal ein paar Wochen ueber die Schulter schauen kannst. Vielleicht mal bei der Farmervereinigung anfragen?
Eine Art "Schnuppertraining" ist sicherlich machbar, vorausgesetzt du findest einen Farmer, der das ermoeglicht. Allerdings wirst du auf Touristenvisum kommen und Kost und Logis selber bezahlen muessen, damit es nicht als "Arbeit" angesehen werden kann.

Was das Farmerleben angeht: um da eine Arbeitserlaubnis zu bekommen, muesstest du schon einiges investieren, und richtig Nahrungsmittel produzieren, und natuerlich Namibier einstellen. Dann koennte es vielleicht sogar klappen, vor allem in einer Gegend, wo sonst nicht viel investiert wird. Aber wir reden hier schon ueber richtig grosse Betraege. Mit 5ha wird das wohl eher nix.

Ist leider richtig, richtig schwer, hier reinzukommen 🙁
535 Beiträge · seit 202008. Apr. 2025 · #6
Wolfgang1956 schrieb:
lies Dir doch mal die Forumsbeiträge durch in denen Leute mit sicherem Einkommen und der Bereitschaft viel Geld in Namibia zu investieren darüber berichten welche Schwierigkeiten es bereitet, als Ausländer überhaupt eine dauernde Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen.
Naja, bevor eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erteilt wird, muessen NIcht-Rentner erstmal 10 Jahre legal auf Work Permit in Namibia gelebt und gearbeitet haben. Die Schwierigkeiten, von denen hier im Forum berichtet wurde, betreffen meines Wissens nach eher Rentner.
Themenstarter4 Beiträge · seit 202508. Apr. 2025 · #7
Hallo und Danke!
Ja natürlich will ich Lebensmittel anbauen und Namibier einstellen und Land von der Authority Pachten...naja pachtland kostet ja fast nichts und Arbeitskräfte auch nicht! Und ich denke für 20 Riesen kann man schon anfangen mit 5 Angestellten in Kavango...zumindest so meine Recherchen...für alles was ich nicht so weiß,habe ich mich ja hier angemeldet...ich verbeisse mich nicht auf Namibia,es kann auch Gambia Ghana Senegal oder sonst was sein...wobei ich nicht in Ländern sein will wo der Islam herrscht! Namibia war jetzt die erste wahl weil es schön ist mal zwischendurch seine muttersprache zu sprechen! ich kann mich natürlich selbst versorgen,daran soll es nicht scheitern... in kavango ist ein Moringa projekt von Africrops Berlin da warte ich noch auf antwort...ich muss ja nicht auf ner farm arbeiten es geht darum das ich safe bin und Land und Leute kennen lerne und wie das leben wirklich dort ist... nicht mit lecker frühstück mit marmelade und feinstem obst und kuchen...ich bin kriegsverteran und habe 2016 und 2018 genug scheisse gefressen in fremden armeen...also leben in der lage... und nicht in der hängematte mit bezauberden sonnenuntergang mit gitarre plärrenden studenten 😉 soll natürlich kein Hate sein🤣😂 jeder so wie er kann...
Ich Danke für eure Zeit Freunde der Ferne
1'287 Beiträge · seit 200608. Apr. 2025 · #8
Sehr geehrter Marcel,
Namibia wartet ja nicht auf jeden, zumal Farmerei ja auch jeder hier irgendwie hinbekommt.

Was gehen könnte: Selbst finanzierter Aufenthalt bis 90 Tage mit Touristenvisum funktioniert.
Eine interessante Farm mit Erweiterungsmöglichkeit wäre in der Nähe von Rundu
https://www.namibiaberries.com/
https://www.namibian.com.na/n15b-blueberry-project-planned-for-divundu/
https://www.az.com.na/landwirtschaft/namibia-berries-k%C3%A4mpft-gegen-kritik2024-09-05131745

Hier könnte man danach mit seinem Investment eine Außenstelle z.B. am Kwando Ost machen.
Man profitiert von der bestehenden Firmenkonstruktion und hat bei genügend Investment eine Art erfahrenen Franchise-Geber im Hintergrund.
Landwirtschaftliche Autarkie ist eines der namischen Staatsziele (statt klugerweise Nahrungsmittelsicherheit, was etwas anderes ist)

Gerade in den "Stammesgebieten" ist das Investment denkbar schlecht abgesichert, da die relevanten Ministerien so gut wie nie ein "lease agreement" unterschreiben. In der Regel läuft es in ein "permit to occupy" hinaus, was jährlich vom Stammesrat gekündigt werden kann. Auch die Zusammenarbeit mit namibischen Strohmännern ist sehr risikobehaftet.
Die "Leistungsnehmer" verwechseln systematisch Umsatz und Gewinn, so dass Streß mit der Community / seinem Business-Partner praktisch vorprogrammiert ist.
Touristisch ist immer möglich eine Arbeitsgenehmigung zu bekommen, vor allem, wenn man über exotische Sprachkenntnisse verfügt. Deutsch, Englisch, Holländisch, Portugiesisch sind hier keine Fremdsprachen. Dann könnte man z.B. das Livingstone Camp am Kwando pachten / kaufen und mit Glück ein 20 Jahre lease agreement mit dem Umwelt-Nature-Tourismus und Forstministerium zu bekommen.

Es ist wohl zurzeit einfacher in Simbabwe so ein landwirtschaftliches Projekt am Sambesi zu verfolgen. Hier mit Oliver Beccarelli und Corinne Anliker Verbindung aufnehmen, die können da beraten und wertvolle Hinweise geben.
https://shaghuri.com/202-2/

Sonstige Hinweise zur Übersiedlung und Permits für Namibia findet man hier
https://www.wolke9.com.na/services

Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek
Carsten Möhle
1'287 Beiträge · seit 200608. Apr. 2025 · #9
Zusatzinformation:
Ein "Investment" von 20 Riesen ist hier nicht wahrnehmbar. Es müßten schon große Riesen sein.
Ernsthaftigkeit beginnt bei 75.000 Euro mit hohem Beschäftigungseffekt, ca. 350.000 Euro Investment für eine 5jährige Arbeitserlaubnis.
Das läßt eine durchschnittlliche Familie bei einem 3 Wochen Aufenthalt bereits im Land, und die sind danach dann erstmal wieder weg.

Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek
Carsten Möhle
2'460 Beiträge · seit 200608. Apr. 2025 · #10
Vault-Daddy schrieb:Hallo und Danke!
Ja natürlich will ich Lebensmittel anbauen und Namibier einstellen und Land von der Authority Pachten...naja pachtland kostet ja fast nichts und Arbeitskräfte auch nicht! Und ich denke für 20 Riesen kann man schon anfangen mit 5 Angestellten in Kavango...zumindest so meine Recherchen...
Ich fürchte, das wird bei einer "Spinnerei" bleiben. Wie willst Du denn mit 10 ha und 20 Riesen 5 Angestellte, deren Familien und Dich selbst durchbringen? Das gelingt ja nicht einmal in der Hildesheimer oder Magdeburger Börde. Dein geplantes Investment ist viel zu niedrig. Du musst Geräte, Landmaschinen und die Arbeitskräfte finanzieren, ohne dass Du anfangs überhaupt Lebensmittel ernten kannst, die Du verkaufen könntest. Du willst ja vermutlich nicht mit dem Ochsenkarren das Feld bestellen.
Ich kenne im südlichen Afrika auch nur Riesenfarmen oder Selbstversorger-Farming. Beides erscheint mir bei den genannten Rahmenbedingungen nicht umsetzbar. Die genannten Länder warten schon sehr lange nicht mehr auf weiße Aussteiger aus Europa, sofern diese nicht sehr große Summen ins Land bringen.
889 Beiträge · seit 201708. Apr. 2025 · #11
Hallo Marcel,

du schreibst anfangs von einem 11-jährigen Sohn. Würde dieser mitkommen ?
Themenstarter4 Beiträge · seit 202509. Apr. 2025 · #12
Hallo Makra,
Nein er würde nicht mitkommen auch wenn es schwer fällt! Er lebt ja bei meiner Ex...ich würde ihn zwischendurch einfliegen lassen oder selbst immer wieder mal kurz hin...Wieso die frage?
889 Beiträge · seit 201709. Apr. 2025 · #13
Vault-Daddy schrieb:Wieso die frage?
Weil ich mir überlegt habe, wie das mit der Schule funktionieren würde.
128 Beiträge · seit 202409. Apr. 2025 · #14
Im Prinzip ist alles schon gesagt und ich will es nur mit anderen Worten noch mal deutlicher machen:
Namibia hat eine sehr hohe Arbeitslosigkeit. Je nachdem, welcher Quelle man glauben will, liegt die Quote zwischen 19 und 40 %. Entsprechend hat Namibia null Interesse an Zuzug in den Arbeitsmarkt. Ausnahme: Man hat dringend benötigte Skills, die im Land fehlen. "Kann ackern wie ein Gaul" gehört nicht zu den fehlenden Skills. Diesen Skill haben zigtausende schwarze Namibier auch.

Namibia hat aus historischen Gründen eine massiv unproportionale Landverteilung. Wieder: Je nach Quelle, der man glauben will, sind 70 bis 90 % des Farmlandes in der Hand von Weißen, die nur 1,8% der Bevölkerung ausmachen. Namibia will das ändern und vor allem verhindern, dass noch weiteres Land an Weiße/Ausländer geht. Die, die Dir eventuell trotzdem Land verpachten könnten, sind regelmäßig keine zuverlässigen Geschäftspartner, von denen man seine wirtschaftliche Existenz abhängig machen möchte, was Carsten Möhle schon ausgeführt hat. Heute einigst Du Dich. In 2,3 oder 5 Jahren siehst Du Dich mit so hohen finanziellen Forderungen konfrontiert, dass sich das Geschäft nicht mehr rechnet. Deine Investitionen kannst Du dann abschreiben.
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