Im April 2024 sind wir zu unserer dritten Reise ins südliche Afrika aufgebrochen (3 Wochen, Namibia & Botswana, 4 Personen, 2 Toyota Hilux mit Dachzelt). Nun komme ich endlich dazu, den Reisebericht zu bearbeiten und nehme euch gerne mit 😁
Kurz zu uns und wie die Reise entstand: Wir sind Lukas & Noemie, beide um die 30 Jahre alt, wohnhaft in der Schweiz. Bereits 2022 sind wir auf unserer Hochzeitsreise 2 Wochen als Lodgehopper durch Namibia gereist - seither war es unser grösster Wunsch, zurückzukommen. Auch Botswana wurde unterdessen zu einem Traumziel.
Im Oktober 2023 begannen wir, uns intensiv zu informieren; unter anderem auch hier im Forum. Wir wollten unbedingt wieder als Selbstfahrer losziehen. Dieses Mal hatten wir Lust, als Camper mit Dachzelt unterwegs zu sein - und das, obwohl wir noch so gut wie nie campieren waren 🤪
Aus verschiedenen Quellen hatten wir gehört, dass die Strassenverhältnisse in Botswana (je nach Reiseziel) im Gegensatz zu Namibia nochmals schwieriger sein können. Wir wollten uns aber unbedingt auch in die Wildnis wagen und uns nicht nur auf den Teerstrassen bewegen. Um uns dabei ein wenig sicherer zu fühlen, suchten wir nach einem Paar, das uns begleiten würde.
Mein Bruder Elias und seine Frau Anja schlossen sich uns an. Somit konnten wir mit zwei Fahrzeugen unterwegs sein und waren nie komplett auf uns allein gestellt. Vorab möchte ich bereits hier erwähnen, dass wir in den drei Wochen die beste Zeit unseres Lebens hatten, es war einfach unglaublich toll!
Hier einmal vorab die Route: 7. - 8. April Flug Genf - Addis Abeba - Windhoek, mit Ethiopian Airlines 8. April 1ÜN Windhoek, Utopia Boutique Hotel 9. April 1 ÜN Etosha, Halali, Campsite 10. & 11. April 2 ÜN Etosha, Onguma Tamboti, Campsite 12. April 1 ÜN Rundu, Hakusembe River Lodge, Campsite 13. & 14. April 2 ÜN Divundu, Nunda River Lodge, 1x Campsite 1x Bungalow 15. April 1 ÜN Ngoma, Chobe River Camp, Campsite 16. April 1 ÜN Kasane, Chobe Safari Lodge, Campsite 17. & 18. April, 2 ÜN Savuti, Campsite 19. April, 1 ÜN Kasane, River View Lodge 20. & 21. April, 2 ÜN Gweta, Planet Baobab, Campsite 22. & 23. April, 2 ÜN Khwai Camp, Campsite 24. April, 1 ÜN Maun, Discovery Bed & Breakfast 25. April, 1 ÜN Ghanzi, Palm Afrique Lodge, Campsite 26. April, 1 ÜN Gobabis, West Nest Lodge 27. - 28. April, Flug Windhoek - Addis Abeba - Genf, mit Ethiopian Airlines
Als Fahrzeuge hatten wir zwei 4x4 Toyota Hilux von Britz (Automatikgetriebe, 140l Tank, zwei Ersatzreifen, Kompressor, Campingausstattung, Dachzelt).
Ende November 2023 haben wir nach langem Hin und Her die gesamte Reise (Flüge, Mietwagen, alle Unterkünfte) bei einem Online-Reisebüro gebucht (Kosten ca. 3300 Euro pro Person).
An dieser Stelle möchte ich bereits vorab betonen, dass man aus Sicht eines erfahrenen Namibia/Botswana-Kenners bestimmt vieles an der Reise hätte optimieren können - ich hoffe trotzdem, dass andere Newbies von unserem "Anfänger-Bericht" profitieren können, oder dass man sich zumindest daran unterhalten kann 😉 😄
Teil 207. Okt. 2024
Hallo zusammen
Vielen Dank für eure positiven Reaktionen auf meinen Start-Post! Um die Frage von Enilorac65 vorweg zu beantworten: Wir hatten im gesamten Zeitraum durchgehend schönes, warmes bis heisses Wetter (über 30 Grad tagsüber). Auch nachts blieb es anfangs der Reise immer um die 20 Grad, gegen Ende der Reise wurde es aber schon kühler, vielleicht so um die 15 Grad. Wir hatten auch keinerlei Probleme mit Wasser auf den Strassen. Das mag aber wohl daran liegen, dass (soviel mir bekannt ist) die vorausgegangene Regenzeit extrem schlecht war.
Nun beginne ich mit dem eigentlichen Reisebericht und wünsche euch viel Vergnügen beim Mitlesen 🙂
7. April 2024 Heute geht es endlich looos! Um genau 16:26 Uhr steigen wir in den Zug Richtung Genf Flughafen, ab Bern steigen Anja und Elias dazu. Pünktlich kommen wir um 19:30 Uhr am Flughafen an, heben noch ein paar Notfall-USDollar ab und checken dann direkt unser Gepäck ein. Danach essen wir noch was. Wir wissen ja schliesslich nicht so genau, was und wieviel uns im Flugzeug serviert werden wird... Nach dem Essen gehen wir durch den Security Check - Wir kamen so schnell durch wie noch nie! Es stand niemand an und wir mussten nichts, nicht mal den Laptop und Powerbanks, auf das Förderband legen. Tja, da sitzen wir nun am Gate, immer noch 1.5 Stunden zu früh. Wir besprechen noch ein Weilchen unsere Reisepläne und dann kommt auch schon unser Flieger. Bis zum Start dauert es aber doch noch etwas, da wir anscheinend noch auf einen Passagier warten. Wir freuen uns, als es dann endlich losgeht 🙂
Der Flug im Airbus ist sehr ruhig. Er ist extrem niedrig ausgelastet, sodass wir jeweils einen zusätzlichen freien Platz neben uns haben. Wir versuchen, zu schlafen. Es bleibt (ausser für Lukas) aber auch nur beim Versuch... Gefühlt alle 30min erklingt lautstark eine Ansage auf Äthiopisch und Englisch - meistens wegen Turbulenzen, die sich dann aber immer als Attrappe herausstellen. Kurz vor Mitternacht wird ein Nachtessen serviert - Kartoffelsalat, Chicken und Kartoffeln mit Gemüse. Es war... naja. Wie Flugzeugessen halt so ist. Um 4:30 Uhr kommt die Durchsage, dass wir bald im äthiopischen Addis Abeba landen werden - wir sind schon sehr gespannt auf den Flughafen.
Nach dem zügigen Ausstieg müssen wir durch einen Security Check. Auch hier nimmt man es nicht sehr genau, man muss nur die Schuhe ausziehen und den Laptop auflegen, sonst nichts. Nun haben wir wieder zwei Stunden Wartezeit - müde bestellen wir einen 'Cappuccino' - für ganze 6 USD pro Becher. Um ca. 7 Uhr gehts dann endlich auf in den nächsten Flieger. Dieser Flug ist nun deutlich mehr besetzt. Es ist eine etwas ältere Maschine - jedoch klappt auch hier alles problemlos. Kurz nach dem Start erhalten wir ein Sandwich, dann schaffen wir es alle, endlich ein Stündchen zu schlafen - bevor schon das nächste Essen serviert wird. Dieses Mal gibts Chicken mit Pilzreis und Pastasalat.
Fast 40 Minuten zu früh landen wir um 12:40 Uhr am Flughafen in Windhoek. Dort stehen wir dann, obwohl wir etwa in der Mitte der Schlange stehen, fast eine Stunde fürs Visa an... Naja, Effizienz sieht für uns anders aus. Zuerst müssen wir bei einer Person den Pass zeigen, sie winkt dann jeden einfach durch und macht für jede Person einen Strich auf einem Papier. Als wir am Ende der Schlange stehen, entdeckt der Security, dass wir Schweizerpässe haben und fragt uns, wo wir denn die Schokolade für ihn hätten 🤪 Wir müssen ihn leider enttäuschen und versprechen, ihm das nächste Mal welche mitzubringen 😄 Unsere Koffer sind in der Zwischenzeit bereits abholbereit - Einer davon wird per Zufallsprinzip zu einer Kontrolle auserkoren. Der Zollbeamte scheint jedoch nur etwas quatschen zu wollen - er fragt Lukas, von wo er sei. Auf die Antwort Schweiz kommt wieder ein 'ooh where's the chocolate' 😄
Wir werden am Ausgang von zwei Frauen unserer Partner-Agentur 'Wild Africa Travel' abgeholt, welche uns schnell zu einem ATM bringen, wo wir Geld abheben können. Danach haben wir mit den beiden ein Meet & Greet - sie erklären uns nochmals die Route und bringen uns danach zu unserer Autovermietung Britz. Wir haben zwei Toyota Hilux mit Dachzelt reserviert. Dort angekommen beginnt der Papierkrieg, inklusive Andrehen einer Zusatzversicherung, die wir freundlich aber bestimmt ablehnen. Wir haben diese nämlich schon im Voraus abgeschlossen. Es lohnt sich definitiv, die Mietbedingungen vorher sorgfältig zu lesen - wir konnten uns so einige Zusatzkosten ersparen, da wir genau wussten, für was wir schon bezahlt haben. Nach dem stündigen Papierkram bekommen wir eine stündige Einweisung für unser Auto. Der Mitarbeiter Adolf erklärt uns Camping-Neulingen Schritt für Schritt, wie man das Zelt auf und abbaut, wie man den Wagenheber bedient, wo unser Campingmaterial ist und wie der Kompressor funktioniert. Um 17 Uhr kommen wir endlich los vom Flughafen und fahren direkt zum Hotel.
Eine halbe Stunde später kommen wir beim Utopia Boutique Hotel an. Beim Einchecken stellen wir fest, dass nur Lukas und ich auf ihrer Zimmerliste stehen - die anderen beiden fehlen... Wir beteuern, dass wir aber zu viert sind und auch zwei Voucher für das Hotel besitzen. Wir haben Glück und es ist noch ein Familienzimmer frei - dieses nehmen wir nun zu Viert. Wir informieren noch die Agentur über den Zimmer-fail und verlangen, dass sie die nächsten Nächte checken - nicht, dass wir morgen wieder nur ein Zimmer bekommen 🤪
Wir sind alle todmüde von der Reise, zum Einkauf reicht die Zeit nirgends mehr hin und wir verschieben diesen auf morgen. Seit dem letzten Flugservice haben wir nichts mehr gegessen und getrunken, und da die Autoeinweisung in der prallen Sonne stattfand, sind wir alle etwas dehydriert. Lukas und ich fahren schnell in den nächsten Supermarkt und besorgen grosse Wasserflaschen, Snacks und ein Bierchen und Savannahs zum anstossen 🙂
Kurz vor 20 Uhr fahren wir los zu Joe's Beerhouse. Das ist ein Muss für jeden Touri, der jemals nach Windhoek kam - da schleppen wir Anja & Elias natürlich auch hin! Ich nehme den Jägerburger, Elias Giraffensteak, Anja und Lukas das Namib Trio mit Kudu, Zebra und Springbock Fleisch.
Als Dessert bestellen wir Waffeln und Cinnamon Rolls - das würden wir im Nachhinein beides nicht mehr bestellen. Aber immerhin ist nun unser Zuckerspiegel definitiv wieder aufgefüllt 😎 Um 22 Uhr gehen wir müde und zufrieden ins Bett und schlafen sofort ein.
Teil 307. Okt. 2024
9. April 2024 Heute haben wir eine 6-stündige Fahrt vor uns, zuvor müssen wir noch für die nächsten paar Tage einkaufen gehen. Um 7:30 Uhr gehts also zum Frühstück. Wenig später sortieren wir unser Gepäck in unsere riesigen Autos ein und gehen dann noch bei der Reception vorbei, um auszuchecken. "The manager wants to speak to you", heisst es, und dann erfahren wir, dass der Buchungsfehler bei der Lodge lag und sie uns deshalb die gesamten Kosten der Zimmer rückerstatten. 🤩
Motiviert fahren wir zur Maerua Mall, wo wir Lebensmittel und was man sonst so zum Campen braucht einkaufen. Danach fahren wir noch 'schnell' zur berühmten Christuskirche, um die obligaten Tourifotos zu schiessen. Das dauert natürlich alles etwas länger als erwartet, so fahren wir erst um 11 Uhr los in Richtung Etosha Nationalpark.
Die Fahrt bis zum Gate des Etosha führt uns über geteerte Strassen, oft geht es lange Zeit nur geradeaus. Die Landschaft macht aber die lange Fahrt wett - schon hier wird einem wieder die unglaubliche Weite und Schönheit dieses Landes bewusst. Die Strecke zieht sich dennoch - unterwegs machen wir einen kurzen Sandwich-Stopp. Ausserdem füllen wir in Outjo nochmals unseren Tank auf. Schliesslich sind wir die nächsten Tage im Etosha Nationalpark unterwegs, wo nicht immer garantiert ist, dass Treibstoff vorhanden ist...
Um 16 Uhr kommen wir endlich beim Gate an und holen uns einen Permit (=Eintritt) für den Park. Danach warten weitere 1.5h Fahrt auf uns. Wir fahren mitten im riesigen Etosha-Park auf der Hauptstrasse in Richtung Halali. Unterwegs sehen wir bereits erste Zebras und Springböcke. Kurz vor unserem Ziel sehen wir, dass ein Safarifahrzeug am Strassenrand steht - verdächtig! Wir fahren näher ran und sehen gerade noch den Kopf einer Löwin im Gras verschwinden. Erstes Raubtier: Check! 😄
Im Camp Halali checken wir um 17:45 Uhr endlich ein und dürfen uns danach eine der vielen Campsites aussuchen. Jeder Platz hat einen Stromanschluss sowie eine Grillstelle. Beim Parkieren merken wir, dass ziemlich viel Wasser aus dem Auto von Elias & Anja tropft... Als wir das Auto aufmachen, sehen wir auch gleich, woher das Wasser kam: Unsere 5l Trinkflaschen haben ein Loch und sind teilweise ausgelaufen! Wir merken uns: Wasserflaschen niemals in die Nähe von scharfen Kanten stellen... 😄
Nun teilen wir uns auf; Anja und Lukas widmen sich dem Aufstellen und Einrichten der Dachzelte, Elias macht Feuer und ich versuche, die Stromkabel anzuschliessen. Das alles dauert hundert mal länger als gedacht. Als um 18:45 Uhr bereits die Sonne untergeht, haben wir es endlich geschafft, mit dem ziemlich schlechten Holz vom Supermarkt ein Feuer zu machen. Plötzlich wird die Stimmung hektisch: Elias findet sein Handy nicht mehr. Da wir immer noch nicht gekocht haben, mache ich mich daran, die andern suchen das Handy. Als Elias sich schon fast damit abgefunden hat, dass es weg ist, kommt es schliesslich hinter einem Koffer hervor 🤪
Während die anderen Camper rund herum schon längst gegessen haben und teilweise sogar schon schlafen, können wir um 20:30 Uhr endlich auch essen. Es gibt Kartoffeln aus dem Feuer, Gemüse und ein fettes Stück Fleisch. Nach dem Essen spazieren wir noch zum beleuchteten Wasserloch, das zum Camp Halali gehört. Wir können unser Glück kaum fassen: Zwei Nashörner trinken gemütlich am Wasser und trotten wenig später davon. Um 22 Uhr geht es für die erste Nacht ins Dachzelt. Neben uns feiert eine Gruppe noch bis tief in die Nacht lautstark ein Fest, das macht es neben den vielen ungewohnten Tiergeräuschen noch schwieriger, einzuschlafen...
Teil 407. Okt. 2024
10. April 2024 Am nächsten Morgen wachen wir kurz nach 7 Uhr auf - die meisten Fahrzeuge um uns herum sind bereits zur ersten Safari aufgebrochen. Nach dem anstrengenden Fahrtag von gestern lassen wir uns heute nicht stressen und lassen uns Zeit für ein ausgiebiges Camper-Frühstück. Nach dem Aufstehen bemerken wir unseren nächsten Anfängerfehler: Wir haben unseren Abfallsack draussen gelassen. Daran hat sich wohl irgendein Tier gefreut - es liegt alles zerstreut auf dem Boden und wir müssen erstmal alles wieder schön einsammeln.
Um 9:30 Uhr kommen wir endlich los vom Camp und starten unsere erste Safari-Tour durch den Park. Wir fahren ein paar Schlaufen, sehen jedoch ausser Springböcken, Gnus und Zebras kaum Tiere.
Nach ca. 1.5 Stunden erreichen wir einen Aussichtsplatz, wo man wunderschön die ganze Etosha-Salzpfanne überblicken kann.
Dort gönnen wir uns eine kurze Pause, bevor es weiter in Richtung nächste Campsite geht. Nach kurzer Fahrzeit sehen wir endlich erste Giraffen. Dazu kommen noch ein Schakal, Oryxe und Dikdiks.
Am frühen Nachmittag fahren wir dann am östlichen Gate raus dem Park und weiter zu unserer nächsten Campsite. Diese liegt im privaten Park 'Onguma', wo anscheinend dieselben Wildtiere wie im Etosha leben. Die Campsite ist (wie auch in Halali) eingezäunt. Beim Checkin sind wie beim Hotel in Windhoek wieder nur Lukas und Ich aufgelistet, die anderen beiden fehlen. Die Receptionistin sagt, wir sollen erstmal auf unsere Campsite fahren und später nochmals vorbeikommen, sie kläre das ab… Na toll, gibt es etwa schon wieder ein Buchungsfehler?
Wir fahren wie vorgeschlagen erstmal zur Campsite. Diese liegt schön schattig zwischen Bäumen. Wir haben einen Stromanschluss und sogar ein eigenes privates Waschhaus mit fliessend Wasser. Nachdem wir unsere Autos parkiert haben, spazieren wir zum Pool, um uns ein wenig zu erholen.
Um 16:30 Uhr fahren wir erneut in den Etosha für unsere zweite Safaritour. Dieses Mal fahren wir zu viert in einem Fahrzeug, das andere lassen wir auf der Campsite stehen. Das sehen wir echt als riesigen Vorteil – laut Buchung hätten wir eigentlich nur Single-Cab Fahrzeuge erhalten. Dadurch, dass wir jedoch Double-Cab Fahrzeuge erhalten haben, können wir nun für einmal alle in einem Auto unterwegs sein.
Eine Weile sehen wir wieder nicht viel Neues, dafür viele Springböcke, Zebras und Gnus. Kurz bevor wir beschliessen, wieder aus dem Park heraus zu fahren, sehen wir an einem Wasserloch plötzlich ganz viele Fahrzeuge stehen. Von weitem können wir noch nicht sehen, was da ist. Doch als wir näherkommen, sehen wir Elefanten, die fröhlich trompetend im Wasser baden. Sie scheinen jedoch mit ihrem Bad fertig zu sein und trotten kurze Zeit später alle gemeinsam davon. Was für ein Riesenglück - Elefanten haben Lukas und ich im Januar 2022 im Etosha gar keine gesehen!
Wir freuen uns extrem über diese Sichtung und fahren Richtung Park-Gate. Kurz vor dem Gate sehen wir erneut Elefanten! Diesmal sehen wir sie richtig nahe. Was für ein Erfolg 🙂 Zurück auf der Campsite kochen wir uns Teigwaren mit Tomatensosse. Die «Tomatensosse», die wir gekauft hatten, stellt sich jedoch als Ketchup heraus - so wird es ein etwas spezielles Gericht. Bei einem Glas Wein spielen wir noch ein 'Tichu', bevor wir um 22 Uhr ins Dachzelt kriechen.
Teil 507. Okt. 2024
11. April 2024 Diese Nacht konnten wir bereits etwas besser schlafen. Nach einer Tasse Kaffee fahren wir um 7 Uhr kurz nach Sonnenaufgang in Richtung Etosha für Safari Nummer drei. Das Licht ist wunderschön, wir fahren eine grosse Runde zum Aroe Waterhole und den Twee Palms. Wir sehen viele Gnus, Zebras, Vögel, Springböcke und Strausse – jedoch leider keine Raubkatzen oder grössere Tiere. Wir fahren nach dieser Runde noch etwas weiter und fotografieren an einem Wasserloch eine grosse Herde Gnus, bevor wir wieder zur Campsite zurückfahren. Hier gönnen wir uns ein Frühstücks-Omelett und verbringen den restlichen frühen Nachmittag am Pool.
Nach unserer Auszeit fahren wir zu viert mit Anja am Steuer ein letztes Mal in den Etosha-Park. Die Dame am Gate kennt uns bereits und winkt uns einfach durch. Wir fahren einige Kilometer bis zum Wasserloch Tsumcor, da sehen wir verdächtig viele Autos. Wir fahren näher ran und sehen: eine grosse Elefantenherde! Sie stehen schön in einer Reihe und trinken friedlich Wasser. Nachdem wir sie eine Weile beobachtet haben, fahren wir weiter.
Ein paar Kilometer weiter steht plötzlich wie aus dem Nichts eine Giraffe neben uns am Wegrand - wir erschrecken uns mindestens genauso sehr wie die Giraffe. Sie lässt uns ein paar Fotos schiessen, dann verschwindet sie im Gebüsch und wir fahren weiter. Unterwegs sehen wir noch weitere Elefanten und Giraffen und zum ersten Mal auch Kudus. Wir fahren noch an der Etoshapfanne entlang, die untergehende Sonne lässt die Landschaft noch schöner erscheinen als sie es sowieso schon ist! In der Ferne sieht man Gewitter und schwarze Wolken, bei uns bleibt es jedoch nach wie vor schönstes Wetter und wir sehen sogar einen Regenbogen in der Ferne.
Heute war eigentlich unser Ziel, Raubkatzen zu finden. In der Hoffnung, welche zu finden, fahren wir zu unserem 'Glückswasserloch' (dort, wo wir gestern die Elefanten sahen). Es kommen uns etwa 10 Autos entgegen, und als wir beim Wasserloch ankommen, sehen wir eine sogar noch grössere Elefantenherde als vorher! Einer der kleineren Elefanten springt wild umher, wackelt mit den Ohren, trompetet und faucht laut die anderen Elefanten an. Wir erschrecken uns im Gegensatz zu den anderen 5 (seehr nahe!) stehenden Autos und fahren etwas zurück. Für die Raubkatzen steht es nach wie vor 1:0, jedoch freuen wir uns über die vielen Elefantensichtungen und fahren zufrieden zum Camping zurück.
Am Abend essen wir im Restaurant der Campsite. Wir bestellen alle dasselbe: Oryx-Filet mit Pommes und Sauce. Das Essen ist, wie wir es uns von vor zwei Jahren aus Namibia bereits gewohnt sind, einfach richtig gut! Lukas und ich fangen ab heute Abend an, die Malariatabletten als Prophylaxe zu nehmen, da wir ab morgen ins Malariagebiet fahren. Wir sind gespannt, wie gut wir die vertragen werden. Nach dem Essen spielen noch eine Runde ‘Tichu’ und gehen dann schlafen.
Teil 608. Okt. 2024
12. April 2024 Unser Schlaf dauert jedoch nur bis um 1 Uhr. Wir werden plötzlich aus dem Tiefschlaf gerissen - die Alarmanlage von Elias und Anjas Auto lärmt wie verrückt, die beiden schreien, Lukas und ich haben erstmal keine Ahnung was gerade passiert ist. Nach langen 30 Sekunden hört der Alarm auf, das Kopfkino läuft auf Hochtouren - die beiden bestätigen uns inzwischen dass mit ihnen alles in Ordnung ist. Wir brauchen einen Moment, um uns zu beruhigen und zünden dann vorsichtig mit einer Taschenlampe gegenseitig um unsere Autos herum.
Was war das bloss!? Ein Tier, das um unser Auto schlich? Wollte jemand unser Auto aufbrechen? Wir wissen es nicht - um uns ist es stockdunkel und wir trauen uns alle nicht aus dem Zelt heraus. Nach einer Weile versuchen wir, weiterzuschlafen. Exakt genau eine Stunde später erklingt erneut der ohrenbetäubende Lärm des Alarms – erneut haben wir einen riesen Schock.
Wir beschliessen, aus dem Zelt herauszukommen, um nachzusehen. Wir können absolut nichts Bedrohliches entdecken. Schlafen können wir jedoch nicht mehr und beschliessen, uns in die Nähe der Camping-Reception zu setzen und mit Hilfe des Wifis Google zu fragen, was das Problem sein könnte. Wir lesen verschiedenstes, werden aber weiterhin nicht ganz schlau, was das Problem war. Irgendwie trauen wir uns auch nicht mehr ins Zelt zurück, wir haben zu viel Angst, dass der Alarm erneut losgeht. Wir bleiben bis 3:30 Uhr in der stockdunklen Lobby und lenken uns etwas ab.
Dann beschliessen wir, zurückzugehen und zu versuchen, die Anlage zu deaktivieren. Das gelingt uns jedoch irgendwie nicht, und da wir immer noch ein ungutes Gefühl haben, kehren wir zurück zur Lobby. Dort sitzen wir dann den Rest der Nacht aus...
Um 5:30 Uhr kommt die erste Putztruppe an, um zu putzen. Sie staunen nicht schlecht, als sie uns vier dort entdecken. Wir erzählen ihnen unsere Situation. 'Why didn't you call your carhire agency' fragt einer. Ja, mitten in der Nacht nimmt bestimmt jemand dort das Telefon ab… 🤪 Der Mann fragt uns noch, woher wir kommen, auf unsere Antwort meint er nur: You Swiss guys are funny. Der wird uns wohl noch eine Weile in Erinnerung behalten… 😄
Im Nachhinein klingt die Story mit der Alarmanlage irgendwie etwas lächerlich. Aber man kann sich nicht vorstellen, wie laut dieser Alarm ist – und wenn du mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen wirst mit einem so lauten Geräusch und du erstmal in der unbekannten Umgebung keine Ahnung hast, was gerade passiert ist, hat man schon einen riesen Schock.
Wir bekommen von der Putztruppe netterweise noch Kaffee angeboten und rufen bei Tageslicht dann unsere Autovermietung an - wir sollen später in einer Toyotagarage vorbei und das Problem checken lassen. Wir kehren zum Camping zurück, essen Frühstück und packen dann alles zusammen. Als wir noch unsere deutschen Camping-Nachbarn treffen, können wir kaum glauben, dass sie von dem ganzen Alarm-Spuk nichts mitbekommen haben.
Heute soll es 4.5 Stunden Richtung Caprivi gehen. Nach anfänglichen Zweifel, ob wir das mit unserem Schlafmangel schaffen, beschliessen wir, einfach unterwegs genug Pausen zu machen. In Tsumeb fahren wir in die Toyota-Werkstatt. Dort wird nun das Auto geprüft. Sie können jedoch keinen elektronischen Fehler feststellen und raten uns, die Türen nicht zu verschliessen, da so die Alarmanlage nicht laufen sollte. Es könne auch sein, dass einfach eine Fliege im Auto war, die den Bewegungssensor ausgelöst hatte. Falls es wieder vorkommen sollte, sollen wir dann wieder in eine Werkstatt fahren. Diese Infos nehmen wir mal einfach so hin… Als wir nach der Bezahlung fürs Nachschauen fragen, winkt der Mechaniker nur ab. Wir drücken ihm dennoch ein paar Dollar in die Hand und bedanken uns.
40 Minuten später halten wir in Grootfontein an, wir müssen nämlich noch Lebensmittel für die nächsten Tage besorgen. Kaum fahren wir auf die Einfahrt zum Choppies, da springen uns schon ein paar junge Erwachsene mit halb verrissenen Warnwesten entgegen, die uns einweisen und auf unsere Autos aufpassen wollen. Wir sind die einzigen Touris weit und breit, zudem hat es uns ein bisschen viele Leute, die nun unser Auto betrachten. Wir beschliessen, dass Lukas beim Auto wartet und gehen zu dritt einkaufen. Leider hat der Laden nicht alles, was wir gebraucht hätten und wir informieren Lukas, dass wir noch kurz in den Spar dahinter wollen. Er gibt uns hastig zu verstehen, dass er so schnell wie möglich von hier weg will. Also laden wir ganz schnell alles ein und steigen ins Auto. Lukas erzählt mir dann, dass plötzlich viele Leute ihn unangenehm bedrängt haben, er solle ihnen Geld geben, oder sein Handy und Kleidung…
Nun fahren wir weiter Richtung Rundu. Ab hier beginnt übrigens die Strecke, die auch Lukas und ich noch nie gefahren sind – wir freuen uns auf das Neue. Wir fahren an unzähligen Dörfern vorbei und begegnen vielen Schulkindern, die uns munter zuwinken. Als wir in Rundu ankommen, tanken wir den Wagen voll und machen dann die fehlenden Einkäufe im Shoprite. Hier ist es viel ruhiger, die Stimmung gelassen und wir fühlen uns viel sicherer als in Grootfontein. Rundu ist eine völlig andere Stadt, als Lukas und ich es bisher von Namibia kannten. Irgendwie ist es genau so, wie man sich eine afrikanische kleinere Stadt vorstellt, und der Vibe gefällt uns richtig gut.
Auf dem Weg zur Hakusembe River Lodge fahren wir auf einer Sandigen Strasse in Richtung Kavango-Fluss. Die Landschaft ist sehr grün, wunderschön! Unsere Campsite liegt direkt am Flussufer, vom Dachzelt aus sieht man über den Fluss direkt nach Angola rüber. Wir haben wieder ein eigenes hübsches Waschhaus, allgemein ist die Anlage sehr gepflegt. Aufgrund der letzten schlaflosen Nacht sind inzwischen alle sehr müde. Wir chillen noch etwas beim Lodge-Restaurant vorne beim Wifi, bevor wir auf der Campsite unser Abendessen kochen. Diese Nacht lassen wir, wie uns der Toyota-Mechaniker geraten hat, die Fahrzeugtüren offen und schliessen alle Wertsachen in den hinteren Teil der Autos ein (diese können mit einem Schloss verschlossen werden). Hoffentlich wird diese Nacht ruhiger!
Teil 708. Okt. 2024
13. April 2024 Die Nacht war zum Glück viel besser. Das Einzige, was uns noch lange wach hielt, waren Hunde, die am Flussufer in Angola die ganze Nacht durchbellten. Ausserdem haben wir uns immer noch nicht ganz an die Geräuschkulisse mit den vielen Tieren gewöhnt - besonders in den frühen Morgenstunden hört man viele Vögel.
Jedenfalls wachen wir bei Sonnenaufgang um 7 Uhr auf - wir fühlen uns alle schon viel besser und essen gemütlich ein ausgiebiges Camper-Frühstück: Kaffee, Müsli mit Früchten und Joghurt, Rührei mit Tomaten, Zwiebeln und Käse sowie Toast. Wir geniessen den Morgen an diesem wunderschönen Ort und packen dann so langsam unser Lager zusammen.
Heute müssen wir 'nur' 2.5 Stunden bis nach Divundu fahren. Der Weg führt uns über eine Teerstrasse, die meistens geradeaus geht. Links und rechts sehen wir wieder unzählige kleine Dörfer. Unterwegs kaufen wir am Wegrand neues Feuerholz.
Am frühen Nachmittag kommen wir in der Nunda River Lodge an. Wir werden vom Eigentümer willkommen geheissen – und das auf Deutsch! Er führt uns in der Lodge herum und zeigt uns die 9 Campingplätze. Weil gerade niemand anders zum Campen hier ist, dürfen wir uns einfach selbst eine Campsite auswählen. Uns gefallen die Plätze direkt am Fluss sehr gut. Von hier hat man einen noch besseren Blick auf das Wasser als am letzten Ort! Wunderschön ist es hier - die Natur sowie auch die Anlage der Lodge gefallen uns unglaublich gut. Diesesmal haben wir keine privaten Waschhäuschen mehr, es gibt etwa 50m von unserer Campsite entfernt einen allgemeinen Waschraum. An diesem Ort bleiben wir für zwei Nächte - einmal Camping und die zweite Nacht haben wir ein Zimmer der Lodge gebucht - inklusive Dinner und Frühstück!
Wir stellen nun also unser Lager auf und gehen dann zum Pool, wo wir uns den Rest des Nachmittags entspannen. Am frühen Abend treffen wir uns um 16 Uhr am Bootssteg der Lodge - wir sind für eine Tour auf dem Fluss angemeldet. Das Boot ist voll besetzt, der Guide zeigt uns die verschiedensten Vogelarten. Wenig später steuern wir auf etwas zu, das aus dem Wasser herausragt und immer wieder unter- und auftaucht. Hippos! Sicher eine halbe Stunde bleiben wir ziemlich nahe an den Tieren stehen und können tolle Fotos schiessen. Zwischendurch reissen die Riesen ihr Maul auf und zeigen ihre Zähne. Der Guide erzählt uns, dass dies die gefährlichsten Tiere Afrikas sind - sie seien sehr aggressiv. Zum Glück stehen wir so nahe an denen ran. 🤪
Nach dem Flusspferdspektakel sehen wir sogar noch Krokodile, zuerst ein kleineres, später im dichten Gras ein riiiesengrosses. Dann fahren wir weiter zu den Popa-Falls und gehen bei einer Landzunge an Land. Dort bekommen wir Getränke serviert und können bei Sonnenuntergang die schöne Landschaft bei den Stromschnellen geniessen.
Dann fahren wir zurück in die Lodge. Unterwegs sehen wir, dass ziemlich in der Nähe unserer Autos ebenfalls Hippos im Fluss sind. Beim Kochen sind wir deshalb besonders vorsichtig und leuchten immer wieder mal um uns herum 😗 Zum Abendessen gibt es Tomatensalat, Grillfleisch und Schlangenbrot. Nach dem Essen machen wir noch den Abwasch und beginnen, ein Spiel zu spielen. Wir sind aber irgendwie zu müde dafür und brechen kurze Zeit später in unsere Zelte auf.
Teil 808. Okt. 2024
14. April 2024 Die Nacht war sehr entspannt, wir haben das erste Mal so richtig gut im Zelt durchgeschlafen. Und das, obwohl man die ganze Zeit die Hippos, die nur wenige Meter von uns entfernt im Wasser lagen, gehört hat. Um 6:30 Uhr wache ich auf - es beginnt, langsam hell zu werden. Tausende von Vögeln zwitschern im Chor, dazu erklingt das Grunzen der Hippos im Wasser. Eine ungewohnte, aber wunderschöne Klangkulisse! Vorsichtig öffne ich den Zelteingang, um ein wenig rauszuschauen. Am Himmel sieht man ganze Schwärme von grossen Vögeln in verschiedensten Formationen davonfliegen.
Nach Sonnenaufgang stehen wir auf und frühstücken gemütlich. Wir wechseln noch unser Wasser aus dem Wassertank aus, dann hängen wir noch den Kompressor an die Reifen an. Wir haben seit gestern das Gefühl, dass etwas mit dem vorderen rechten Reifen nicht stimmt - der Kompressor ist jedoch sehr, seeehr ungenau und nun wissen wir auch nicht mehr als vorher... Wir beschliessen, den Reifen so zu lassen und morgen zur nächsten Tankstelle zu fahren, um den Druck zu überprüfen.
Nach dem Frühstück erfahren wir, dass wir bereits in unsere Zimmer einchecken dürfen. Wir bekommen sogar ein Upgrade in ein Bungalow! Die Zimmer sind wunderschön eingerichtet, das Bad besitzt eine Badewanne, von der aus man direkt auf den Fluss sehen kann. Den Morgen nutzen wir noch zum waschen. Die Wäsche trocknet an der heissen Luft sehr schnell und so haben wir endlich wieder frische Kleidung. Nach der Wäsche gehen wir noch an den Pool und gönnen uns ein kühles Getränk.
Um 14 Uhr stehen wir bei der Reception bereit - heute haben wir eine geführte Safari in den nahegelegenen Bwabwata Nationalpark gebucht. Pius ist unser Fahrer - wir freuen uns darauf, einfach mal nur sitzen und schauen zu dürfen, und auch auf die Fahrt im 'Touri-Wagen' 🤪 Unsere Tour ist in der Buffalo Core Area. Hier sehen wir zum ersten Mal einen Waterbok und Buschbok. Ausserdem sehen wir kleine süsse Äffchen, die munter auf den Bäumen herumturnen und auch unzählige Kudus. Auch sehen wir ganz viele 'Pumbas', wie Pius den Wildschweinen sagt.
Aber eigentlich wollten wir vor allem eins sehen: Löwen! Lange Zeit kreisen wir auf den verschiedenen Nebenwegen im Park herum, die Landschaft ist wunderschön. Es sieht hier wirklich nochmals ganz anders aus als in den Teilen von Namibia, in denen wir 2022 schon waren. Wir begegnen unterwegs anderen Safarifahrzeugen, die haben aber auch kein Löwenglück gehabt. An einem Picknick Spot halten wir an - wir bekommen eisgekühlte Getränke und können uns kurz die Beine vertreten.
Dann gehts weiter, wir sehen Hippos, dieses Mal nicht im Wasser, sondern friedlich grasend am Ufer. Dann fahren wir noch etwas weiter runter ins Sumpfgebiet, direkt an den Fluss. Plötzlich sehen wir etwa 100 Meter vor uns zwei Löwen über die Strasse laufen - wir schreien fast auf vor Glück 🤩 Es ist eine Löwin und ein Löwe, die beiden liegen unter dem erstbesten Busch ab und bewegen sich erstmal nicht mehr. Pius fährt uns direkt nur wenige Meter von den Löwen entfernt hin, mitten ins Gras, und stellt dann den Wagen ab. Richtig gehört, auch den Motor schaltet er aus.
Euphorisch telefoniert Pius mit seinen Fahrer-Kollegen und beschreibt ihnen die Lage der Löwen. Tatsächlich tauchen 5 Minuten später noch zwei weitere Wagen hinter uns auf und stellen sich ebenfalls direkt vor den Löwen auf. Wir fragen Pius, ob das nicht ein bisschen gefährlich sei, so nahe ranzufahren? Er meint: "No no, its not dangerous as long as you dont charge the lions. If you charge them first, they will charge you too." Okay... Na dann 🤨
Auf jeden Fall können wir super viele Fotos schiessen. Plötzlich stehen die beiden Löwen auf und... sie paaren sich! Das dauert nur ein paar Sekunden, der Guide findet es meeega lustig und durch sein Lachen bekommen wir alle einen Lachanfall 🤪
Als wir genug Fotos haben, fahren wir weiter wieder alles zurück bis zur Lodge. Was für eine erfolgreiche Fahrt! Wir kommen kurz nach 18 Uhr an, es reicht gerade noch für einen Sundowner auf unserer privaten Bungalow-Terrasse. Dann gehen wir los zum Dinner in der Lodge. Wir sitzen direkt auf der Terrasse über dem Fluss, die Stimmung ist einfach wunderschön. Es gibt panierte süss-saure Ananas, Salatbuffet, Game Sirloin mit Kartoffelpüree und Gemüse, als Dessert ein Milktarte. Sooo gut! 😄
Es hat hier noch zwei andere Schweizer, die mit einem deutschen Guide unterwegs sind. Sie kommen nach dem Essen zu uns, wir tauschen uns noch ein wenig über unsere Erlebnisse aus. Dann spielen wir zu viert ein 'Tichu' und gehen dann zurück zum Bungalow.
Teil 909. Okt. 2024
15. April 2024 Die Nacht war super, das Bett im Bungalow sehr bequem. Wir fühlen uns am Morgen so richtig erholt! Gemütlich gehen wir Frühstücken und machen uns danach auf den Weg. Heute haben wir 4.5 Stunden Fahrt vor uns, es geht nun Richtung Ngoma. Doch bevor wir losgehen, wollen wir unbedingt unseren Reifen an einer Tankstelle kontrollieren lassen - er sieht nun noch flacher aus als zuvor… An der Tankstelle sehen wir tatsächlich: Der war nur noch auf 1 bar. Wir beschliessen, in der nächsten grösseren Stadt den Reifen reparieren zu lassen. Die Tankwartin pumpt ihn noch auf 2.2 bar und dann gehts los.
Wir kommen um 13:30 Uhr in Katima Mulilo bei der Werkstatt an - die Frau im Büro weist uns darauf hin, dass hier gerade Mittagspause ist. Sie geht jedoch trotzdem mit uns rüber in die Garage und fragt, ob jemand Zeit hätte. Ein Mann kommt aus der Werkstatt heraus, wir schildern unser Problem, dann sagt er uns, dass sie erst um 14 Uhr wieder arbeiten. Es kommt ein weiterer Mechaniker dazu und sagt, er könne das doch auch jetzt gleich für uns erledigen. So ein guter!
Er nimmt rasch unseren Reifen ab und stellt ihn ins Wasser. Prompt hat der Reifen ein Loch - das wird nun in kürzester Zeit repariert und um 14 Uhr ist der Reifen wieder dran. Als Dank, dass er seine Mittagspause geopfert hat, schenken wir ihm zusätzlich eine Cola und etwas Trinkgeld - das freut ihn sichtlich sehr. Dann kommt noch der Bezahlvorgang im Büro der Werkstatt. Hier ist dann fertig mit Effizienz, der ganze Papierkram dauert nochmals etwa 30 Minuten! Die Bürofrau tippt uuultra gemütlich Buchstaben für Buchstaben alles in den Computer ab, druckt dann irgendwas aus, nimmt unser Bargeld (250ND) entgegen, hat dann kein Rückgeld und sagt sie müsse erst welches besorgen. Das könnte sich hier nur um Stunden handeln. Deshalb sagen wir, sie könne den Rest behalten und fahren endlich weiter.
Eine knappe Stunde später kommen wir bei unserer nächsten Campsite an. Die liegt beim Chobe River Camp, das nur 3km von der Grenze zu Botswana entfernt ist. Vor uns kommt eine riesige Gruppe Touris an und steigt aus ihren Autos - schnell gehen wir an ihnen vorbei, um uns die Wartezeit an der Reception zu ersparen.
Wir bekommen zwei Campsites und stellen erstmal alles auf. Man könnte hier bei der Lodge noch x-verschiedene Aktivitäten unternehmen. Wir entscheiden uns jedoch, uns am Pool bei der wunderschönen Anlage etwas zu entspannen. Besonders die Aussichtsplattform, von der aus man rüber nach Botswana sieht und Giraffen und Antilopenherden beobachten kann, ist der Hammer!
Am Abend haben wir uns noch im gemütlichen Hüttchen, das zur Campsite gehört, ein Dinner gekocht: Teigwaren mit (diesmal richtiger!) Tomatensosse. Dann werden noch ein paar Spiele gespielt. Plötzlich taucht ein Mann auf, mit Gewehr auf der Schulter... Er sagt, er sei hier verantwortlich für die Sicherheit und mache alle 20 Minuten eine Runde durchs Camp. Uns war bis zu diesem Punkt noch gar nicht bewusst, dass es hier frei laufende Tiere gibt… 🤪 Nichtsdestotrotz haben wir eine sehr ruhige Nacht und wachen um 6:30 Uhr zum Sonnenaufgang auf.
Teil 1009. Okt. 2024
16. April 2024 Heute fahren wir nach Botswana! Wir sind schon gespannt auf die Grenze, wir haben verschiedenste Storys über den Grenzübertritt gehört und gelesen 🤪 Wir fahren zum ersten Posten, wo wir erstmal aus Namibia ausreisen müssen. Es wird ein Formular ausgefüllt, dann müssen wir dieses einem Officer inklusive Pass abgeben. Vor uns ist gerade eine riesige Gruppe mit Deutsch-sprechenden Touris, und weil wir uns noch mit ihnen unterhalten haben, denkt der Officer wohl, dass wir dazugehören. Er stellt jedenfalls keine Fragen und stempelt unseren Pass.
Dann fahren wir weiter zur Barriere, wo wir in einem Formular ALLE (ja wirklich alle möglichen) Daten zu unserem Auto angeben müssen. Danach können wir über die Brücke nach Botswana fahren. Dort steigen wir aus und müssen als erstes mit unseren Schuhen durch ein Desinfektionsbad treten. Ganz nach dem Schweizer Sprichwort: 'nützt's nüt, so schadt's nüt' 😄
Im Immigration-Büro müssen wir einige Fragen zu unserer Reise beantworten sowie unsere Fahrzeugdaten erneut eintragen. Ausserdem müssen wir eine Gebühr bezahlen - Lukas und ich zahlen 110 Pula, Elias und Anja 260. Wieso es unterschiedlich ist, wissen wir bis heute nicht 😎
Am Gate müssen wir nochmals unseren Stempel vorweisen, ausserdem werden wir gebeten, alle unsere mitgebrachten Schuhe im Desinfektionsbad zu durchstreifen 😄 Der Officer fragt uns, ob wir rohes Fleisch dabei haben, wir verneinen. Er fragt weiter, ob wir Orangen oder Tomaten haben - wir sagen ja, wir wussten nicht, dass Tomaten auch verboten sind... Der Officer meint nur 'Okay, this time I will let you guys go through, but next time don't bring Tomatos'. Mit dem können wir leben und fahren weiter 😄
Geschafft! Nun sind wir in Botswana angekommen! Anstatt direkt zur Lodge zu fahren, beschliessen wir, die ganze Route nach Kasane an der Chobe Riverfront entlang zu fahren. Diese Route führt uns durch den Chobe National Park, beim Gate bezahlen wir den Eintritt. Das geht sogar mit Kreditkarte, obwohl uns tausendmal gesagt wurde (und es auch online überall steht), dass man nur bar bezahlen kann... 270 Pula pro Person und 115 Pula pro Fahrzeug - hier ist es wie erwartet einiges teurer als in Namibia!
Der Weg führt uns ziemlich direkt auf eine sandige Piste, nun aktivieren wir unseren 4x4 Antrieb. Nach kurzer Gewöhnungszeit geht das Fahren aber ohne Probleme. An dieser Stelle ein Shoutout an Lukas und Elias, die fast die ganze Reise gefahren sind! Wir fahren etwa 4 Stunden am Chobe River entlang. Die Landschaft ist einfach unglaublich schön! Wir sehen einige Antilopenherden, Flusspferde, Büffel, Elefanten, Giraffen, Zebras und sogar Krokodile.
Gegen Nachmittag werden wir langsam müde - wir beschliessen, aus dem Park heraus zu fahren und noch die Einkäufe für die nächsten Tage zu erledigen. Wir fahren zum Spar, wo wir (fast) alles finden, was wir brauchen. Ausserdem können wir endlich ein paar Pula abheben. Wir kaufen genug Wasser und Lebensmittel ein, denn die nächsten zwei Tage werden wir in die Wildnis nach Savuti fahren. Wir tanken ausserdem noch unser Auto voll und prüfen die Reifen: alles tiptop 😁
Nun geht's zur Chobe Safari Lodge. Angekommen an der Reception, fragen wir den Receptionisten, ob er aktuelle Informationen zum Weg nach Savuti hat. Seine Reaktion: Er lacht erstmal eine Runde... Er meint, er würde selbst nie dorthin fahren, es sei sehr bumpy und sandy. Das wussten wir bereits. Etwas entmutigt fahren wir zur Campsite und gehen dann noch zum Pool. Fleissig recherchieren wir alles mögliche zum aktuellen Weg nach Savuti. Auf einmal taucht ein Serviceangestellter auf und fragt, ob wir über Savuti sprechen? Das sei genau sein Gebiet, es sei grundsätzlich überhaupt kein Problem, dorthin zu fahren. Er fragt uns, ob wir von der Gruppe gehört haben, die letzten Monat in dem Gebiet verschwunden ist? Er habe nämlich genau diese Gruppe auch zuvor an dem Pool der Lodge bedient... Aber wenn wir auf den Wegen bleiben würden, könne eigentlich nichts schief laufen.
Wir beschliessen uns für ein gesundes Mittelmass: Wir freuen uns auf das Abenteuer, sehen dem Ganzen aber mit Respekt entgegen und würden sofort umdrehen, wenn uns irgendetwas zu brenzlig werden sollte. Elias und Anja gönnen sich nach dem Gespräch noch einen Sundowner-Drink an der Bar der Lodge. Lukas und ich fahren nochmals in den Nationalpark bis kurz nach Sonnenuntergang und geniessen die Landschaft.
Teil 1110. Okt. 2024
17. April 2024 Am Morgen stehen wir um 6:30 Uhr auf. Heute fahren wir für 2 Tage in die Wildnis nach Savuti! Kein Wlan, keine Shops, keine Tankstellen, die Campsite mitten im Chobe-Nationalpark sein, uneingezäunt. Wir freuen uns sehr auf dieses Abenteuer 🙂 Nach dem Frühstück helfen wir unseren Schweizer-Zeltnachbarn mit dem Auto: Es springt seit gestern nicht mehr an. Wir helfen ihnen beim Anschieben. Es klappt - nach kurzer Anrollzeit läuft ihr Wagen wieder.
Kurze Zeit später brechen auch wir auf - Bargeld abheben, den Rest Einkaufen, Reifendruck nochmals prüfen. Am Sedudu Gate, das sich nur wenige Kilometer von Kasane befindet, kaufen wir bereits die Permits für den Chobe-Nationalpark. Das funktioniert auch bei diesem Gate super per Kreditkarte, obwohl uns mehrfach gesagt wurde, dass man diese Eintritte nur bar bezahlen könne.
Dann geht es zuerst etwas über eine Stunde auf einer Teerstrasse nach Kachikau. Das ist das letzte Dorf, bevor die Strecke unbefestigt wird und es keine wirklich bewohnten Gebiete mehr gibt. Hier wollen wir unseren Reifendruck mindern, denn wir wissen, dass nun eine lange Strecke auf Tiefsand folgt. Unser Kompressor ist jedoch immer noch genau gleich ungenau und wir können den Druck kaum vernünftig überprüfen... Also zählt: Handgelenk mal Pi! Etwas Bammel haben wir schon vor der Strecke, gleichzeitig sind wir absolut ready für dieses Fahr-Abenteuer! Spätestens, als wir noch andere Touris vor uns in den Tiefsand losfahren sehen, fühlen wir uns sicher.
Es geht los - nach kurzer Zeit kommt bereits ein starker Anstieg, mitten im Tiefsand. Es holpert wie verrückt, doch Elias und Lukas haben unsere Fahrzeuge super im Griff. Es macht sogar Spass, die herausfordernde Strecke zu fahren - ein kleiner 'Jungen-Traum', wie die beiden sagen 😄
Die Fahrt zieht sich dennoch - nach knappen 1.5 Stunden kommen wir endlich beim Ghoha-Gate an, wo wir die bereits gekauften Permits vorzeigen. Wir fragen beim Gate noch, wo wir am besten durchfahren sollen - sie meinen, man solle bei der nächsten Verzweigung besser den Weg rechts nehmen (direkt am Savuti Airstrip vorbei), der sei aktuell besser.
Nun gehts also nochmals 20km weiter bis zum Camp. Die Strasse ist am Anfang wirklich gut zu befahren, doch je weiter wir kommen, desto mehr und grössere Wasser- bzw. Schlammlöcher müssen wir durchqueren. Wir fahren kontrolliert und stetig durch die Löcher, wie wir es aus verschiedenen Videos gelernt hatten, das klappt auch prima. Plötzlich sehen wir vor uns eine Herde Elefanten direkt neben der Strasse, und gleichzeitig hat es ein grösseres Schlammloch, das zu durchqueren ist. So nahe bei einer Elefantenherde aussteigen und schauen, wie tief das Loch ist, ist keine Option. Einen kurzen Moment später fahren uns zum Glück zwei Fahrzeuge entgegen und wir sehen, dass sie das Loch ohne Probleme durchqueren. Inzwischen hat sich die Herde auch etwas weiter von der Strasse entfernt. Also fassen wir Mut und fahren an derselben Stelle wie die anderen Fahrzeuge durch. Das Loch ist wirklich sehr tief, zum ersten Mal sinken wir richtig ein - ein kleiner Schock. Nun ist's aber überstanden und die Wasserlöcher werden wieder kleiner.
Am Savuti-Gate kommen wir um ca. 14 Uhr endlich an und fahren erstmal auf unsere Campsite. Es wird uns geraten, nach Sonnenuntergang ein Feuer zu machen, um die wilden Tiere fern zu halten. Herumspazieren sei ausserdem streng verboten. Das werden wir noch so gern einhalten, wir wollen schliesslich nicht von einem Tier überrascht werden 🤪
Unsere Campsite (RSV3) liegt wunderschön unter einem grossen, schattigen Baum und gleich in der Nähe des Ablution-Blocks. Wir formen mit unseren Autos, wie wir es zuvor besprochen hatten, ein grosses L. So können wir die Lage auch im Dunkeln gut beobachten. Wir können es kaum glauben, endlich angekommen zu sein, hier in Savuti, mitten im Nirgendwo! Die Strecke war besser machbar als erwartet, dennoch sehr anstrengend und ermüdend. Wir sind auf jeden Fall froh, dass wir so früh losgefahren sind. Wir kochen uns einen Kaffee und spielen eine Runde 'Tichu'.
Danach gehts noch auf einen stündigen Gamedrive rund um die Campsite. Wir sehen nicht wirklich viel... Deshalb kehren wir bald zurück zum Camp. Wir kochen ein Tomatenrisotto und gönnen uns eine Flasche Wein - um 21 Uhr gehen wir in unsere Dachzelte, unser Feuer lassen wir noch etwas brennen.
Teil 1210. Okt. 2024
18. April 2024 Die Nacht war eher unruhig - ich bin von den verschiedensten Tiergeräuschen immer wieder aufgewacht. Kurz vor 5 Uhr morgens wurden wir von Löwengebrüll geweckt. Schwierig einzuschätzen, aus welcher Entfernung das Gebrüll kam, es kommt uns aber ziemlich nahe vor. Das macht einem schon ziemlich Eindruck, schliesslich sind wir hier in einem uneingezäunten Camp! Kurz vor Sonnenaufgang stehen wir auf - wir entdecken im Sand Spuren von einem Tier, es sieht nach irgendwelchen Tatzen aus... 😮
Wir steigen für einen Morgen-Gamedrive zu viert in eines unserer Autos. Wir haben gehört, dass es in Savuti besonders viele Raubkatzen geben soll, dies ist auch einer der Gründe, weshalb wir überhaupt hierher gefahren sind. Also los geht's, wir wollen diese Löwen finden! Nach kurzer Zeit sehen wir zwei Schakale, die mitten auf der Strasse noch friedlich schlafen. Durch uns werden sie geweckt und trotten davon.
Wir fahren von Wasserloch zu Wasserloch, doch überall herrscht nur gähnende Leere. Auf einem der Wege steht plötzlich wie aus dem Nichts ein Elefant vor uns. Wegen dem morgendlichen Gegenlicht hat ihn niemand von uns vorher gesehen 🤩 Wir fahren etwas zurück und warten kurz, bevor wir ganz vorsichtig vorbeifahren. Was für ein mächtig grosses Tier! Doch ausser dieser Begegnung mit dem Elefanten sehen wir keine grösseren Tiere mehr. Tja, es steht nun 3:1 für die Löwen!
Weil unsere Stimmung unterdessen immer schlechter wird, fahren wir um 10 Uhr zurück auf die Campsite. Wir essen ein ausgiebiges Frühstück, dann gehts allen schon viel besser 😄 Sehr schnell wird es heiss, wir sind froh, dass unsere Campsite unter schattigen Bäumen ist. Nun machen wir eine Pause bis um ca. 15 Uhr - die einen schlafen nochmals eine Runde, die andern hören einen Podcast oder spielen Spiele.
Um 15 Uhr machen wir uns erneut auf für einen Gamedrive - kann ja nicht sein, dass wir ohne einen einzigen Löwen von hier wegkommen 😄 Bei der Reception der Campsite schauen wir noch auf die Tafel, wo die heutigen Tiersichtungen eingetragen sind. Es soll ein Leopard gesichtet worden sein - dort fahren wir als allererstes hin und versuchen unser Glück. Nichts gewesen... Der hat sich bestimmt schon lange verzogen.
Wir fahren weiter und weiter und sehen einfach keine Raubkatzen. Enttäuscht fahren wir kurz vor Sonnenuntergang zurück ins Camp. Wir treffen noch andere Schweizer - auch sie haben keine Katzen gesehen. Immerhin liegt's nicht an uns 🤪 Die Stimmung ist wieder etwas getrübt, wir kochen unser Nachtessen und versuchen, auf dem Feuer Brot für morgen zu backen (was ganz gut klappt).
Wir fragen uns: Hat sich die Fahrt hierher überhaupt gelohnt? Fürs Abenteuer der wilden Sandfahrten und erste richtige 4x4 Erfahrung: absolut. Für das Gefühl des absoluten auf sich alleine gestellt sein und kilometerweite Entfernung zur Zivilisation: absolut!! Landschaftlich: ebenfalls toll! Für Löwensichtungen: Null Prozent 🤪 🤪 Vielleicht waren wir auch einfach zur falschen Zeit am falschen Ort - wir wissen es nicht. Schlussendlich müssen wir auch sagen, dass wir hier ja schliesslich auch nicht in einem Zoo sind, sondern dass genau dieses 'selber entdecken' und 'nicht wissen was man wann als nächstes sieht' der Reiz daran ist. Eins ist klar - wir müssen irgendwann wieder kommen 😎
Als wir ins Zelt aufbrechen wollen, höre ich im Gebüsch plötzlich ein Rascheln. Mit unserer grossen Taschenlampe zünde ich direkt in die Augen eines: Schakals! Er gräbt nach irgendetwas in einem Sandloch und verschwindet dann in den Büschen, wir in unseren Zelten.
Teil 1313. Okt. 2024
19. April 2024 Diese Nacht haben wir viel besser geschlafen und stehen wie schon fast gewohnt um 6:30 Uhr auf. Nach dem Frühstück packen wir alles zusammen und fahren los. Bevor es wieder in Richtung Zivilisation geht, fahren wir nochmals um eines der grösseren Wasserlöcher in Savuti. Wie erwartet sehen wir wieder keine Raubkatzen 🤪
Wir machen uns auf zu den Sandpisten, zurück nach Kasane. Die Schlammlöcher sind in den zwei vergangenen Tagen schon um einiges kleiner geworden, dennoch bleibt es jedesmal ein kleines Abenteuer, wenn man durch eines hindurchfahren muss 😄
Nach zwei Stunden kommen wir endlich wieder auf der Teerstrasse an - geschafft! Bevor wir zur heutigen Lodge fahren, wollen wir in Kasane noch für die nächsten Tage einkaufen gehen. Unterwegs wollen Lukas und ich durch das Funkgerät den anderen beiden mitteilen, was wir alles einkaufen wollen. In diesem Moment sehen wir, wie ein paar Autos vor uns mitten auf der Teerstrasse stehen. Wir halten an und sehen: LÖWEN! Mitten auf der Teerstrasse zwischen Ngoma und Kasane! Jetzt sind wir kilometerweit in den Busch gefahren und haben keinen einzigen Löwen gefunden, und da stehen sie einfach neben der Strasse 🤩
Nachdem wir ein paar Fotos geschossen haben, fahren wir zum Einkaufen nach Kasane. Nachher geht's noch zur Tankstelle, um die Reifen wieder aufzupumpen. Wir finden heraus, dass unser Kompressor definitiv sehr sehr ungenau ist - anscheinend haben wir eigentlich kaum Luft rausgelassen und sind somit mit eigentlich viel zu hohem Druck in die Sandpisten hineingefahren 🤪 🤪 Naja, wir haben's auch so geschafft, ohne uns auch nur einmal einzubuddeln 🙂
Um 15 Uhr kommen wir in der River View Lodge an. Wir freuen uns alle auf ein wenig Luxus und vor allem darauf, wieder einmal ein richtiges Bett zu haben 🙂 Den Nachmittag verbringen wir am Pool, am Abend geniessen wir ein richtig gutes Dinner in der Lodge.
Teil 1414. Okt. 2024
20. April 2024 Heute lassen wir uns etwas mehr Zeit und essen gemütlich in der Lodge Frühstück. Als wir für das Nachtessen bezahlen wollen, heisst es, dass zwei der Essen schon bezahlt wurden. Wir können es kaum glauben und fragen nach, ob sie sich sicher sind, sie bejahen mehrmals. Von wem und weshalb wissen wir nicht - das nehmen wir jedoch natürlich gerne so an 😁
Heute liegen 4.5 Stunden Fahrt vor uns: Von Kasane geht es geradeaus in den Süden bis nach Nata, dann wieder geradeaus nach Westen bis nach Gweta. Eine eher langweilige Strecke... Ausser, dass wir unterwegs eine Busse Busse erhalten, weil wir im 60er scheinbar zu schnell gefahren sind. Wir hatten das Schild wohl übersehen 🙄 Wir bezahlen 450 Pula und dürfen dann weiterfahren.
Ausserdem kommen wir noch bei einem Vetfence vorbei - diesen hatten wir überhaupt nicht auf dem Schirm! Wir werden angehalten und erstmal gebeten, mit unseren Füssen durch ein Desinfektionsbad zu treten. Die Dame fragt, ob wir einen Kühlschrank haben. Sie möchte gerne hineinschauen. Unser Steak nimmt sie heraus und sagt, dass wir dieses kochen müssen, damit wir es mitnehmen dürfen - ebenso wie die Wurst, die wir dabei haben. Wir haben noch Fleisch-Spiesschen dabei - Lukas sagt ihr, dass diese geräuchert seien. Das glaubt sie uns einfach und wir dürfen diese im Kühlschrank lassen.
Nun nehmen wir also mitten auf der Strasse eine Bratpfanne heraus und lassen unseren Gaskocher laufen. Zwei Minuten braten wir das Fleisch in der Pfanne an. Die ganze Aktion kommt uns so extrem lächerlich vor, dass wir einen regelrechten Lachanfall haben. Lukas nimmt sich kurz zusammen und läuft mit der angebratenen Wurst zu den Wächtern und fragt von weitem, ob das so in Ordnung sei. Die beiden schauen nicht einmal und meinen per Handzeichen, es sei gut 🤪 Was für ein bizzarres Vorgehen!
Danach führt uns der Weg über eine sehr, seeehr holprige, löchrige Teerstrasse. Wir kommen nur sehr langsam voran. Um 14 Uhr kommen wir bei unserem nächsten Stopp an: Planet Baobab. Wir bekommen zwei schöne Campsites. Die Receptionistin meint, die Lodge habe den grössten Pool Afrikas - den Nachmittag verbringen wir deshalb wiederum entspannt am Pool, zum Abendessen grillen wir unsere Steaks fertig.
Teil 1514. Okt. 2024
21. April 2024 Heute stehen wir wieder etwas später auf. Bei der Planung der Reise hat sich irgendwie niemand so genau darum gekümmert, was man an diesem Ort an einem einzelnen Tag machen kann. Wir haben gestern fleissig gegoogelt, wurden aber auch nicht wirklich schlüssig, was wir machen sollen. Wir beschliessen, einen Tagesausflug zu den Salzpfannen zu machen, die es hier in der Nähe geben soll. Wir wollen das auf eigene Faust machen, denn die Touren, die Planet Baobab anbietet, kosten 100CHF pro Person, was uns einfach viel zu viel ist.
Im Internet haben wir nach sinnvollen Routen für eine Tagestour gesucht, wurden aber durch die vielen verschiedenen Informationen eher verwirrt. Was ist jetzt welche Pfanne? Wo kann man selber reinfahren, wo bezahlt man Eintritt, wo hat es Gates? Wir beschliessen, an der Reception zu fragen, wo wir am besten als Selbstfahrer reinfahren können. 'Oh, you can't go, the road is veery veery bad' Jaja. Das haben sie bei Savuti auch schon gesagt und hilft uns jetzt Null weiter 🤪 Sie möchten uns nicht wirklich mehr Informationen geben, also fahren wir zu viert in einem Fahrzeug einfach mal los, mit Hilfe von maps.me.
Unser erstes Ziel ist ein grosser alter Baobab Baum, den wir uns ansehen wollen. Zunächst verfahren wir uns in einem Dorf, weil einige der Strassen dort gesperrt sind und maps.me das nicht mitgekriegt hat. Als wir es endlich aus dem Dorf heraus schaffen, fahren wir 20 Kilometer auf einer sandigen Gravel-Strasse - nach Savuti nicht wirklich wild zu befahren. Nach etwa einer Stunde kommen wir bei besagtem Baum an. Es ist nicht so wirklich spektakulär - aber immerhin haben wir einen Ausflug gemacht, nicht wahr 😗
Danach wollen wir noch weiter in Richtung Salzpfannen fahren, da steht plötzlich ein Schild vor uns "no entry, private area". Also drehen wir um und suchen einen alternativen Weg. Als wir laut Karte bei den Salzpfannen in der Nähe der Chapmans Baobabs ankommen, sehen wir: Nichts, ausser weiterhin grünes Savannengras. Toll 🤩
Wir beschliessen, umzudrehen und fahren zurück zum Camping, wo wir nach dem 4-stündigen Ausflug den Rest des Nachmittags am Pool verbringen. Am Abend gönnen wir uns ein Abendessen im Restaurant von Planet Baobab und gehen dann relativ früh schlafen. Nach diesem eher unnötigen Ausflug freuen wir uns alle auf den morgigen Tag - es geht endlich ins Delta bzw. zum Khwai 🙂
Teil 1614. Okt. 2024
22. April 2024 Was heute alles passiert ist, glaubt uns keiner 🤪 🤪 Um 6:30 Uhr stehen wir auf und wollen gerade das Frühstück fertig machen, da ruft Anja "Wir haben ein Problem". Die beiden haben einen platten Reifen. Der wird noch vor dem Frühstück von Lukas und Elias mit einem der Ersatzreifen ausgetauscht. Das kostet uns schon ein wenig Zeit - ausgerechnet heute, wo wir 5 Stunden bis nach Khwai ins Okavangodelta fahren wollen! Ausserdem müssen wir unterwegs noch die Nationalparkeintritte besorgen, Einkaufen und Tanken.
Als wir um 8 Uhr bei der Reception vorne stehen, um online eine Werkstatt zu suchen, die den Reifen reparieren kann, fällt uns das nächste Problem auf: Das Schloss unserer Hintertür ist irgendwo auf dem Weg zur Reception abgefallen. Also nochmals alles zurück und suchen. Nach ein paarmal Ablaufen finden wir das Schloss zum Glück und können dann endlich los.
Die Fahrt zu unserem Zwischenstopp in Maun zieht sich extrem in die Länge. Die Strasse ist schlecht und man die Geschwindigkeitsbegrenzung ist über weite Strecken nur 80km/h. Ausserdem müssen wir ein paarmal anhalten, weil Elefanten, Strausse oder Esel auf der Strasse stehen...
So kommen wir kurz nach 11 Uhr (eine Stunde später als geplant) in Maun an. Anja und Elias lassen ihren Reifen für 70 Pula reparieren, während Lukas und ich schonmal den Einkauf erledigen. Wir brauchen noch etwas mehr Wasser und neues Toastbrot - das letzte Pack war leider unterdessen wiedereinmal mit Schimmel befallen 🤢
Dann wird vollgetankt und die Reifen werden alle nochmals überprüft - alles in Ordnung. Der nächste Halt ist das DWNP Büro in Maun, wo wir die Permits für den Moremi-Nationalpark kaufen. Wir wollen mit unserem vielen Bargeld (das wir bisher nie gebraucht haben und immer noch übrig haben) bezahlen. Überall hiess es, man solle am besten alles in bar dabei haben, da die Kartengeräte manchmal nicht funktionieren. Die Dame am Schalter scheint nur wenig erfreut, als wir mit Bargeld bezahlen wollen, nimmt es dann aber doch an.
Nun gehts endlich auf in Richtung Moremi! Der erste Zwischenhalt ist beim Southgate, dort zeigen wir unseren gekauften Permit und müssen unsere Daten wieder einmal in einem Buch eintragen 🤪 Dann fahren wir los in Richtung Northgate. Nach 200m müssen wir abrupt anhalten: Vor uns liegt ein Baum mitten über dem Weg. zwei Elefanten vertilgen genüsslich seine Blätter. Es sieht so aus, als hätten die Elefanten den Baum gerade vor 5 Minuten gefällt...
Wir fahren etwas zurück und suchen einen alternativen Weg - den scheint es jedoch nicht zu geben. Wir fahren zurück zum Southgate und erzählen der Dame am Schalter unser Problem. Ihre Antwort: Erstmal Kopfschütteln & die Frage, ob wir denn nicht nebendurch fahren könnten - es gebe keinen anderen Weg nach Khwai. Wir zeigen ihr das Foto, das wir gemacht haben - man sieht offensichtlich, dass es da kein Durchkommen gibt. Die Dame seufzt und sagt: "maybe wait several minutes" und dreht sich dann von uns ab. Super Hilfreich 🤪 😗
Wir fahren also vorsichtig nochmals an die Stelle heran und warten. Und warten... Und warten! Bis der zweite Elefant nach einer halben Stunde schliesslich genug hatte und davonschreitet. Wir fahren näher an den Baum heran - wegziehen ist unmöglich, viel zu schwer. Drüberfahren ebenfalls nicht möglich, zu dick. Die Zeit ist mittlerweile schon stark vorangeschritten, wir müssen dringend da durch! Die Jungs holen die Axt aus dem Auto und fangen an, den Weg freizumachen. Wohlbemerkt: In dem Park dürfte man auf keinen Fall das Auto verlassen; es hat wie wir gerade gesehen haben überall Wildtiere! Aber was will man machen - wir müssen unbedingt da durch. Irgendwie schaffen wir dann, über das restliche Gehölz drüber zu fahren - endlich!
Um kurz nach 16:30 Uhr kommen wir eeendlich beim Northgate an. Das reicht gerade noch, um einzuchecken - der Campingempfang macht nämlich um 17 Uhr Feierabend! Als wir dort unsere Voucher zeigen, finden sie uns wiedermal nicht im System. Die Frau am Checkin ist sehr gut gelaunt und hilft uns sehr freundlich weiter - sie telefoniert mit dem Headoffice und findet die Reservation schlussendlich doch noch. Wir müssen hier noch einen Zettel unterschreiben, dass wir auf eigene Gefahr im Park übernachten und sie keine Haftung für irgendwelche Vorkommnisse mit Tieren übernehmen 🙄 Ausserdem sollen wir in jedem Fall den Campingplatz nur im Auto verlassen, auch wenn wir nur 100m zum Waschhaus haben.
Unsere Campsite ist sehr schön - wir bekommen die MK10, die äusserste, direkt an die Wildnis angehängt 😄 Schon beim Hinfahren zur Campsite sehen wir etwa 200m von unserer Campsite entfernt zwei Elefanten vorbeiziehen. Das hier kommt uns sofort noch abgelegener vor als Savuti! Wir fahren zum Sonnenuntergang noch auf eine Ebene, wo wir einen perfekten Ausblick haben.
Wie aus dem Nichts laufen uns plötzlich Tiere entgegen: Afrikanische Wildhunde! Wir freuen uns sehr über diese unerwartete Sichtung. Nach dem Sundowner kochen wir unser Abendessen, plötzlich rast ein ganzes Rudel dieser Wildhunde direkt über unsere Campsite! Einen Augenblick später rennt ein Impala direkt an mir vorbei, zwei Sekunden später einer der Wildhunde. Die waren wohl zum Jagen hier! Zum Glück jagen sie nicht uns 🤩
Diesen verrückten Tag lassen wir um 21 Uhr hinter uns - wir sind gespannt auf die Nacht 😁
Teil 1715. Okt. 2024
23. April 2024 Die Nacht war sehr spannend - auch hier am Khwai gibt es wieder unzählige Tiergeräusche, darunter auch einige neue. Ein Ruf klingt ein bisschen wie eine Mischung von Hund und Wolf, ziemlich unheimlich. Als es mitten in der Nacht direkt neben mir raschelt und kurz danach das eben beschriebene Geheul lautstark erklingt, schrecken wir alle aus dem Schlaf hoch. Den Rest der Nacht rätseln wir, was das sein könnte... Bei der nächsten Wifi Möglichkeit finden wir später heraus, dass es Hyänen waren, die uns wach gehalten haben 🙄
Geschlafen haben wir deshalb alle nicht so gut - trotzdem stehen wir um 6 Uhr noch vor dem Sonnenaufgang auf. Heute haben wir den ganzen Tag am Khwai zur Verfügung. Wir setzen uns alle zu viert in unser Auto und starten einen Morgen-Gamedrive. Am Khwai-River entlang fahren wir etwa eine Stunde - die Morgenstimmung ist wunderschön. Wir sehen einige Vögel, Affen und viele Impalas.
Später fahren wir noch ein Stündchen in die andere Richtung und sehen noch Zebras, Elefanten, Impalas, Gnus und Giraffen. Die Löwen und Leoparden halten sich weiterhin versteckt 😄
Als wir nach etwa 2 Stunden Hunger bekommen, fahren wir zurück auf unsere Campsite und essen Frühstück. Wir beschliessen, am Abend eine Mokorotour in einem der Flüsschen zu machen. Bis dahin legen wir eine Siesta ein - wir schlafen ein wenig und bereiten später schonmal das Nachtessen vor.
Am Nachmittag brechen wir in Richtung Mbudi auf - die Receptionistin unserer Campsite hat dort für uns eine Mokorotour reserviert. Direkt nach dem Northgate müssen wir eine Brücke überqueren, die ziemlich improvisiert aussieht. Als wir vorsichtig darauf fahren, sehen wir links und rechts von uns eine Herde Elefanten durch den seichten Fluss ziehen - es sind mindestens 10!
Obwohl wir (trotz lustige Brücke und Elefantenherde) eine halbe Stunde zu früh beim Treffpunkt in Mbudi sind, dürfen wir bereits starten. Die Fahrt auf dem Fluss ist sehr ruhig und friedlich, die Guides zeigen uns alle möglichen Pflanzen, Frösche und Vögel.
Plötzlich tauchen ein paar Meter vor uns Hippos auf - unsere Guides steuern direkt darauf zu! Sie meinen, das sei immer noch genug Abstand, sie wissen, wie man sich bei diesen Tieren verhält. Na dann.. Zwei Flusspferde schlafen im Gras, unser Guide klopft plötzlich ans Mokoro. Daraufhin schrecken die Hippos auf und drehen sich direkt in unsere Richtung. Die Guides sagen nur: Take Photos, take Photos! 🙄
Weiter geht die Fahrt. Das Gewässer ist sehr seicht, keine 50m vor uns waten Elefanten durch den Fluss. Was für ein absolut schönes Erlebnis! Unterwegs knüpfen die Guides Anja und mir aus Schilf und Seerosenblättern einen Hut und eine Halskette. Der lustige Hut kühlt immerhin schön unseren von der Sonne überhitzten Kopf ab 😄
An einer Stelle dürfen wir schliesslich aussteigen und uns die Beine vertreten. Wahrscheinlich müssen die Guides noch ein bisschen Zeit mit uns totschlagen - sie fangen an, uns einen (Flach-)Witz nach dem anderen zu erzählen 😗 Nach der Witzrunde steigen wir wieder ins Boot und werden zurückgefahren. Zurück beim Camping kochen wir das vorbereitete Abendessen fertig und gehen dann bald schlafen.
Teil 1817. Okt. 2024
24. April 2024 Heute stehen wir etwas später auf, essen (mit Besuch von Affen) Frühstück, machen den Abwasch und fahren dann ab in Richtung Southgate. Unterwegs fahren wir wieder an unserem abgehackten Baum vorbei - er wurde unterdessen nicht wirklich mehr weggeräumt 🤪
Wir beschliessen, unseren bezahlten Parkeintritt noch auszunutzen und wollen noch eine 'kleine' Tour rund um Southgate machen. Die kleine Tour zieht sich jedoch gewaltig - wir fahren 60km auf sehr schlechten Strassen, oft hat das Fahrzeug kaum Platz zwischen den Sträuchern und die Dornenbüsche zerkratzen unser Auto so ziemlich 😗 Die Landschaft ist jedoch sehr schön, offene Savannen und dichte Büsche wechseln sich ab.
Plötzlich sehe ich unter einem Busch etwas braunes, wir fahren etwas zurück und sehen: Einen Löwen! Er ist sehr versteckt hinter dem Busch, wir können nur schwer Fotos schiessen. Zum Glück haben wir den noch entdeckt, sonst wäre die ganze Tour (ausser für die Landschaft) für nichts gewesen 🤪 😄
Nebst dem Löwen sehen wir im Vergleich zu den letzten Tagen kaum noch andere Tiere. Wir fahren bei unserer Tour an einem liegenden Elefanten vorbei (siehe Bild). Wir dachten zuerst, dass der tot sei, da er sich kein Millimeter bewegte 😮 Aber als wir nach der Tour wieder an derselben Stelle vorbeifahren, wurde der liegende Elefant zu einem quicklebendigen Tier 🤩
Wir fahren zurück zum Southgate und dann zurück Richtung Maun. Unterwegs müssen wir an einem Posten anhalten, unser Auto und unsere Füsse müssen scheinbar noch desinfiziert werden 🤪 Um 15:30 Uhr kommen wir in unserer gebuchten Lodge an: Discovery Bed & Breakfast. Eine hübsche, sehr gepflegte Anlage. Im Café gönnen wir uns nach der langen anstrengenden Fahrt Eiskaffee und Milkshakes.
Heute machen wir nicht mehr viel, am Abend gehen wir in Maun in der 'Okavango Craft Brewery' essen. Das Restaurant ist ziemlich hipp, wir bekommen hier 300g Rumpsteak für unter 10 Franken. Wir realisieren langsam, dass die Reise schon bald vorbei ist - vor uns liegen nun aber noch 800km bis nach Windhoek zurück.
Teil 1925. Okt. 2024
25. April 2024 Heute haben wir nicht viel vor, ausser unseren Rückweg in Richtung Windhoek zu starten. Wir frühstücken gemütlich in der Lodge - zwei Meter neben unserem Tisch hängt an einem Baum Vogelfutter, das die verschiedensten Vögel anlockt. Neben uns sitzen zwei Holländer, wir tauschen noch ein bisschen über unsere Reiseerfahrungen aus.
Bei der Lodge kann man übrig gebliebene Lebensmittel, Kleider und sonstige Utensilien, die man nicht mehr braucht, abgeben. Die Lebensmittel werden dann teilweise im Restaurant verarbeitet oder an die Bevölkerung verteilt. Diese Gelegenheit nutzen wir und sortieren unsere Fahrzeuge aus - nicht gebrauchte Konservendosen, noch nicht geöffnetes Müesli, Reis und Käse, Abfallsäcke etc.
Nach der Ausräum-Aktion starten wir unseren Roadtrip. Nach etwa 30 Minuten Fahrt merken wir, dass wir unsere Chilly-Thermos-Flaschen haben liegen lassen... Tja - die haben wir extra für diese Afrika-Reise geschenkt bekommen, nun bleiben sie wohl für immer in Afrika 🤪 😗 Unterwegs dürfen wir bei einem Checkpoint wieder einmal unsere Schuhe und Reifen im legendären Desinfektionswasser waschen.
Gegen 14 Uhr kommen wir bei der Palm Afrique Lodge an. Wir haben uns kurz vorher dank Google Maps etwas verfahren und kommen über irgendeine Nebenstrasse an. Den Rest des Nachmittags verbringen wir am Pool. Gegen Abend spazieren wir noch zu der hauseigenen Aussichtsplattform - dort geniessen wir den Sonnenuntergang und beobachten noch einige Tiere: Eland-Antilopen, Waterbocks, Impalas, Zebras und Springböcke.
Auch heute kochen wir nicht selbst und essen in der Lodge - es gibt verschiedenste Gerichte am Buffet. Nach einer Runde 'Tichu' und unserer letzten Flasche Wein (die bestimmt schon 10 mal in der Tageshitze gekocht wurde) geht's auf in die letzte Nacht im Dachzelt!
Teil 2027. Okt. 2024
26. April 2024 Heute räumen wir nach dem Frühstück alle unsere Sachen aus dem Auto, waschen alles Geschirr ab, Putzen den Staub heraus und packen die Koffer neu. Das dauert etwas länger als geplant, aber so haben wir diese Sache immerhin bereits erledigt und sind praktisch ready für den morgigen Heimflug.
Nun haben wir 4.5 Stunden Fahrt vor uns. Unterwegs müssen wir die Grenze von Botswana nach Namibia überqueren. Beim Verlassen von Botswana müssen wir zuerst wieder einmal tausend Zettel ausfüllen. Beim Borderpost von Namibia bekommen wir dann einen Zettel in die Hand gedrückt, wo anscheinend insgesamt 5 Stempel drauf gehören. Ohne dass man fragt, sagt einem niemand, an welchem Schalter man was machen muss - wir irren ein bisschen umher, von Haus zu Haus, von Schalter zu Schalter. Bis wir schlussendlich alle 5 Stempel haben und irgend eine Gebühr bezahlt haben. Wir steigen ins Auto und fahren schlussendlich weiter - den vollgestempelten Zettel wollte schlussendlich gar niemand mehr sehen. 🙄 🤪
Wir fahren noch ein bisschen weiter bis nach Gobabis. Hier lassen wir bereits unser Auto putzen. Für 300 NAD werden beide Autos in einem Hinterhof für uns gewaschen. Das dauert ein wenig, und weil alle inzwischen etwas hungrig geworden sind, gehen Anja und ich zu Fuss noch ein paar Snacks im nahen Supermarkt einkaufen. Auf dem Weg dorthin werden wir mindestens 10mal nach unserer Handynummer gefragt... Irgendwie unangenehm. Jedenfalls sind die Autos, als wir zurückkommen, bereits fertig geputzt und es kann weitergehen.
Um 16:30 Uhr kommen wir endlich in der Westnest Lodge an - unser letzter Halt! 🙁 Die Lodge hatte vor kurzem einen Brand, deshalb wirkt alles ein bisschen improvisiert. Trotzdem gefällt es uns hier sehr gut - die Hüttchen sind schön, die Besitzer scheinen sehr liebe Leute zu sein. Die Lodge liegt in einem privaten kleinen Reservat, wo einige Tiere frei herumlaufen - Giraffen, Antilopen, Zebras, Kudus etc.
Nach dem Checkin trinken wir noch etwas an der Bar und spazieren dann zu Fuss zurück zu unseren Hüttchen. Elias nimmt einen kleinen Umweg über einen Pfad etwas weiter von uns weg. Auf einmal sehen wir, wie ihm ein Esel und ein Zebra hinterhertrotten. Er wird bis kurz vor unser Hüttchen von den beiden Tieren mit ein bisschen Abstand verfolgt 🤪 Kurz vor dem Hüttchen rennt das Zebra plötzlich ziemlich schnell auf ihn bzw. uns zu - schnell laufen wir in die Hütte und schlagen die Tür hinter uns zu. 🤩 Knappe Sache! Wir rätseln bis heute, was die beiden Tiere genau von uns wollten - wir hatten keinerlei Lebensmittel dabei. Aber wer kann schon behaupten, dass er mal von einem Zebra und einem Esel verfolgt wurde?! 😎 🤩
Am Abend essen wir in der Lodge - wir sind wie es scheint die einzigen Gäste. Die Besitzerin selbst kocht für uns das Essen. Es schmeckt wiedermal sehr gut! Wir merken, dass wir hier wieder in Namibia sind - das Essen scheint uns viel günstiger als in Botswana. Als wir mit unserem restlichen Bargeld bezahlen wollen, bemerken wir, dass wir 50 NAD zu wenig dabeihaben - die Lodge-Betreiberin meint, das sei schon okay so, sie möchte nicht, dass wir das übrige Bargeld unnötig mit nach Hause schleppen. Wie lieb! 😁 Wir schiessen noch ein paar (verwackelte) Sternenfotos und gehen dann schlafen.