Südafrika 2023 - all I love about it

26 Antworten · 5'022 Aufrufe · gestartet 15. Nov. 2023 von Sanne
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Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200615. Nov. 2023 · #1
Südafrika 2023

Zeitraum: 3,5 Wochen Ende November/Oktober
Kilometer: rd. 4.000
Mietwagen: Woodford Car Rental, gebucht: Toyota Urban Cruiser Automatik, erhalten Toyota Corolla Cross Automatik mit 2.300 km, Kosten: rd. 680 Euro mit Standard Versicherung
Flug: Quatar Airlines, Berlin-Doha-Johannesburg, rd. 1.800 Euro für 2 Personen

Endlich geht es nach 5 Jahren wieder ins südliche Afrika und nach 7 Jahren nach Südafrika. Dieser Bericht soll Euch einen Einblick in eine schöne Einsteigerroute geben, meine Leidenschaft für Südafrika zeigen und den Virus weitergeben.. Let's go! 😛
Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200615. Nov. 2023 · #2
Unterkünfte:
1 N Widbank, Big5 Guesthouse
4 N Kruger Park: Berg-en-Dal, Lower Sabie (river view), Satara, Olifants (river view)
2 N Manyelati GR: Ndzhaka Tented Camp
3 N Graskop/Blyde River Canyon: Westlodge
2 N Battlefield area, Aberdeen Guesthouse, Newcastle
3 N St. Lucia, St. Lucia Guesthouse
3 N Hluluwe Umfolozi GR, Mpila, tent
3 N Golden Gate Highland Park Resort
1 N Johannesburg, Avant Garde Lodge
Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200615. Nov. 2023 · #3
🙂
Zitierenzuletzt bearbeitet 15. Nov. 2023Original ↗
Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200615. Nov. 2023 · #4
Witbank, Big5 Guesthouse
Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200616. Nov. 2023 · #5
Ich war lange nicht so aufgeregt, wieder nach Südafrika zu kommen. Eigentlich wollten wir Simbabwe mit Freunden machen, campen.. Als das leider geplatzt ist, brauchte ich das Land, das ich neben Simbabwe am meisten liebe. Südafrika. Aber irgendwie war es auch seltsam, die Planung zu machen. Ich fahre mit jemandem, der dort nie war, das letzte Mal bin ich dort überfallen worden, also muss das Ziel sein, dass alles perfekt ist. Afrika und perfekt? Das geht, wenn man versteht, dass Afrika alles möglich macht, wenn Du nichts erwartest..
Ich habe eine Billig-Möhre, billige Flüge über Doha und neben staatlichen Unterkünften für B&B gebucht.
Schaun wir mal, wie es gelaufen ist..
Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200616. Nov. 2023 · #6
Woodford Car Rental

Unser gebuchtes Fahrzeug der unteren Klasse mit Automatik war unfassbar preiswert, meine Erwartungen waren entsprechend gering. In Jo’burg läuft man bei einem solchen Anbieter halt quer durch die Halle bis zu den Toiletten.
Als die nette Dame am Counter sagte, das Auto wäre in 20 Minuten bereit, dachte ich das erste Mal, dass dies eine längere Sache werden würde. Meiner Erfahrung nach ist ein Fahrzeug in Afrika verfügbar, wenn gebucht, oder es ist in „20 Minuten verfügbar“.
Zwei Stunden später und nach zig Gesprächen mit mir, die immer nur wiederholte, dass sie eine Automatik plus die Bodenfreiheit wollte und Telefonaten der netten Dame einigten wir uns, dass wir für null einen Toyota Cross Automatik bekämen. Die KFZ-Zulassungsstelle ist offensichtlich derzeit überlastet, wir bekamen für die Dauer der Anmietung „temporary permits“, die man selbst ans Fahrzeug klebt.
Zitierenzuletzt bearbeitet 16. Nov. 2023Original ↗
Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200616. Nov. 2023 · #7
Ergänzung
Zitierenzuletzt bearbeitet 16. Nov. 2023Original ↗
762 Beiträge · seit 201716. Nov. 2023 · #8
Hallo Sanne, ich bin gerne dabei. Leider sehe ich die Fotos nur in klein.
Liebe Grüsse Caroline
Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200628. Juni 2024 · #9


























Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200628. Juni 2024 · #10
Ich muss jetzt unbedingt den Bericht weiterführen. Sorry, dass es so lange gedauert hat, durch den Job hatte ich null Lust, irgendetwas am Rechner zu machen.
Endlich hatten wir der netten Dame vermittelt, dass ihr Verständnis über „wir haben aber kein anderes Auto“ diametral zu meinem „ich habe das aber gebucht“ stand. Das Tolle an Südafrika ist, dass es Geduld braucht und dann wird es auch gelöst.
Unsere Fahrt zum BIG5GameHouse war dann schon anstrengend. Ich verstehe viele, die für eine erste Nacht am Ankunftsort plädieren, ich will dann leider immer gleich los, möglichst weit kommen, aber mir ist klar, dass das eigentlich ein Fehler ist.
Keine Ahnung, warum ich mich immer in Jo’burg verfahre, ich tue es. Nach zig „sorry, hier müssen wir wenden“, sind wir endlich auf dem richtigen Weg und bei Ankunft im Guesthouse platt. Wir wollen noch einkaufen, das funktioniert auch super, aber für eine nettes Dinner reichen Zeit und unsere Nerven nicht, also Kekse.
Wir fallen wie tot ins Bett, die Unterkunft gefällt uns gut, aber letztlich können wir sie nicht ausreichend genießen. Das Frühstück ist unglaublich gut, die nette Lady ist überzeugt, dass Matthias mehr Futter braucht, seine Augen zeigen, er ist geschockt, als er sein „Omlette“ bekam. Er war sicher, er müsste mindestens eine Woche nichts mehr essen.
Ich kann ihn aber beruhigen, die nächsten vier Tage sind wir Selbsversorger im Kruger, dem Park, den ich am meisten liebe, der Park, in dem ich das erste Mal war, der Park, in dem ich immer wieder fahren würde.
Ich wollte für die gewählten Camps unbedingt LowerSabie und Olifants als River View, bei den anderen Berg-en-Dal und Satara bucht man in meinen Augen eher die Hoffnung auf Rhinos und Löwen.
Wir reisen also ein und ich habe diese Kribbeln. Welche Sichtungen können wir haben und ist mein „Ersttäter“ ähnlich begeistert? Sieht er das wie ich?
Zitierenzuletzt bearbeitet 28. Juni 2024Original ↗
Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200610. Juli 2024 · #11
Ich bringe inzwischen vieles mit, einen vernünftigen Sparspäler, Tupper-Boxen, Salatdressing (trocken), Korkenzieher, tolle IKEA-Taschen mit Reisverschluss, die dann unsere Grill- bzw.Küchenkisten werden, Knoblauchpresse, Karabiner, Tapeband usw. Zusätzlich kaufen wir im Supermarkt unserer Wahl eine Kühlbox, Grillrost, Grillbürste und einiges mehr. Am Ende der Reise frage ich dann immer in den Unterkünften, wem ich damit eine Freude machen kann. Abnehmer finden sich schnell. Übrige Alkoholika wurden oft abgelehnt. Wir fanden das gut, führte aber zu einem ordentlichen Schwipps am letzten Abend.
Berg-en-Dal ist unser erster Stop im Kruger. Ich liebe das Camp. Die Chalets sind ordentlich und so weit auseinander, dass man vom Nachbarn nichts mitbekommt. Mein Begleiter ist begeistert, dass wir einen Nachbarn haben.. ein Nyala, eine meiner Lieblingsantilopen, seit ich zwei Böcke „kämpfen“ sah und es eher Balletttanz war.
In Lower Sabie habe ich ein Riverview Chalet gebucht und das war toll. Die Geräusche der Hippos allein sind einmalig. Der Blick trotz Zaun ist unfassbar schön. Leider sehen das andere Gäste ähnlich und als wir ankommen, müssen wir erst einmal Touristen aus Süddeutschland von unserer Terrasse vertreiben. Sie fanden uns kleinlich, wir sie übergriffig…
Satara ist eigentlich kein Camp, das ich außergewöhnlich fände, aber die Tiersichtungen drumherum sind es oft, die kreisförmige Anordnung der Chalets erlaubt zumindest nette Gespräche mit Südafrikanern und die Erkenntnis, dass die Braai Packs im Supermarkt echt was hermachen. Hätte ich gewusst, dass ich diese später nicht mehr bekommen würde, hätte ich nicht nur sechs, sondern zwanzig gekauft.
Abschließend waren wir im Kruger noch in Olifants. Neben Mopani ist das mein Lieblingscamp, die Aussicht ist spektakulär und wir haben die ganze Reise um ein Riverview Chalet gebastelt. Wenn Olifants, dann muss es das sein, dieses Mal war nur noch ein 4-Personen-Chalet ganz rechts frei, war mir egal, Hauptsache, wir können die Aussicht genießen. Es war toll, jeden Cent wert, auch wenn wir mehr Platz hatten als benötigt. Zeit genug, einen Game Drive zu machen, wäre gewesen, aber wir wollten nur da und dort sitzen. Ich kenne Kruger und Olifants so gut und ich liebe es weiterhin, dass mich beide dazu bringen, einfach nur schauen zu wollen.



















Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200610. Juli 2024 · #12
Am nächsten Tag verlassen wir Krüger und ich bin ziemlich traurig. Ich wäre gern viel länger geblieben, aber diese Reise steht unter dem Stern, einem Neuling MEIN best-of zu zeigen, also müssen wir zwangsläufig weiter. Im Krüger haben wir Löwen, Nashörner, Elefanten Leoparden und schemenhaft Geparden sowie eine säugende Hyäne gesehen. Für einen „Ersttäter“ war die Ausbeute aus meiner Sicht grandios. Da wir nur Hauptcamps in Kruger so kurzfristig bekommen habe, hoffe ich darauf, in Manyeleti noch mehr Bushfeeling zeigen zu können und vielleicht auch näher an die Viecher zu kommen.
Unsere Anfahrt nach Manyeleti ist, was ich „Sanne plant, but macht auch böse Fehler“ nenne. Ich wusste, direkt hinter Orpen sollte man links abbiegen, meine Planung war ja schon nicht so übel. Aber ich vertraute auf Schilder. Böser Fehler. Wir verließen also Kruger und an der nächsten Kreuzung bogen wir ab. Soweit so gut. Ich war begeistert, dass wir durch einen Ort fuhren, Geschäft sahen, die Feldwege waren eher nicht so doll, am Ende warteten Baustellen und Sackgassen. Es war klar, wir hatten uns verfahren, eine Anfahrtsskizze hatten wir nicht dabei, Mutti kennt sich doch aus in Afrika. Lol.. Aber wir waren gut in der Zeit, also ab in Richtung Hauptstraße und ich fand es auch grandios, dass mein Neuling dann später durch eine Kleinstadt fahren und das Straßenleben kennenlernen konnte. Ich liebe das und steige gern aus, um mir Marktstände anzuschauen. Das von mir nicht unbedingt gewollte Beispiel war Arconhoek, die Stadt selbst ist wirklich spannend, der Weg von dort nach Manyeleti ist es nicht. Die Straße ist unfassbar schlecht, die Potholes machen jedem Krater aus dem All Konkurrenz, den wenigen Einheimischen konnten wir nicht folgen, denn die waren eher Nicki Lauda-Verschnitte. Mein Beifahrer murmelt etwas von „in SA sind die Straßen wirklich gut“ und ich bin nach mehreren Stunden dankbar, dass Gate zu erreichen.
Nzaka Tented Camp im Manyelati gefällt mir dann gar nicht. Es ist total buschig, als Norddeutsche mag ich lieber in die Weite zu schauen. Die Zelte und die Decks sind okay, die Getränke muss man selbst mitbringen, aber nur im main camp gibt es einen Kühlschrank. Unsere Begeisterung, am äußersten rechten Rand zu wohnen und keine Nachbarn zu haben, weicht der Erkenntnis, dass wir für ein kühles Bier in der Affenhitze durch das gesamte Camp laufen müssen. Wir lernen die anderen Gäste kennen. Schlimmer geht kaum. Eine Zahnarztfamilie, neureich, deutsch, sie sagt von sich, dass sie „Gattin“ ist und sich auch immer fragt, wieso Frauen eine eigene Karriere wollen. Sie ist Anfang 40 und ich bekomme eine Krause.
Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200612. Juli 2024 · #13
Matthias ist von der Unterkunft begeistert, eigentlich ist das ja das Wichtigste. Nach all den Jahren bin ich verwöhnt und deshalb deutlich kritischer. Manyelati ist sicher im Greater Kruger nicht am Teuersten, aber sie nehmen auch mehr als drei Euro fünfzig. Allein die Elefanten, die im Busch futtern, versöhnen mich. Einerseits freue ich mich auf die GameDrives, andererseits lerne ich schnell, dass die Zahnarzt-Gattin „Gott, was macht Ihr Mann denn beruflich, dass Sie arbeiten?“ alles an Geduld und Toleranz verlangen, die ich aufwenden kann. Natürlich ist unsere Neurreich-Familie fototechnisch mit allem ausgerüstet, das man sich vorstellen kann. Leider erklärte ihnen niemand, wie man den Blitz ausstellt.























Der erste Game Drive nervte mich tierisch, aber danach hatten wir Glück. Familie Neureich reiste ab und im Anschluss hatten wir den Guide für uns. Das war toll, genau so, wie ich es erhofft hatte.
Unterm Strich: Manyelati war schon eine tolle Erfahrung, aber ich würde nicht noch mal dort übernachten. Ich mag keine Unterkünfte im buschigen Territorium, die Tiersichtungen waren schön, aber oft standen wir im Gegenlicht und konnten den Guide nicht überzeugen, das Fahrzeug zu wenden.

Das Essen und das Küchenpersonal waren supernett, unser Guide war auch top, aber das Camp selbst mochte ich halt nicht.
Zitierenzuletzt bearbeitet 12. Juli 2024Original ↗
Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200614. Juli 2024 · #14
Blyde River Canyon/Panorma Route
Wir verlassen Manyelati mit gemischten Gefühlen. Das Camp mochten wir nicht, unser Guide war großartig, das Drumherum eher nicht mein Fall.. Wir machen uns auf den Weg zur Panorama Route und dem Blyde River Canyon. In Südafrika muss man das meiner Meinung nach gesehen haben, aber ich bin da ambivalent.
Landschaftlich ist es top. Aber in all den fünf Mal die ich hier war, war das Wetter selten gut. Entweder waren Straßen wegen Feuer gesperrt oder es gab Nebel, Regen usw. Beim letzten Besuch war ich einmal unvorsichtig nach 20 Jahren Afrika und prompt wurde ich überfallen. Dieser Moment, in dem Du weißt, Du verhältst Dich falsch und es ist zu spät. Entsprechend triggert mit Graskop. Aber ich wollte die Unterkunft, die Westlodge und ich wollte mein Trauma zu Graskop überwinden.
Vor ein paar Jahren organisierte ich die Reise meine Eltern und sie waren in der Westlodge, meine Mutter war begeistert. Die Zimmer, das Essen, die Fauna liebt sie und wir wollten auch dorthin. Als wir anreisten und von meiner Mutter „bestes Lamm ever“ berichteten, lachten sie sehr und erinnerten sich an die ältere Dame, die gern auch durch die Küche lief.. lach.. ja, das macht meine Mutter mit Begeisterung..
Die Unterkunft ist wundervoll, die Zimmer toll, das Essen grandios, wir waren drei Nächte dort und waren auch im Glasshouse, aber entschieden uns dann doch wieder für die Westlodge.
Leider erlebe ich das Wetter immer als extrem schlecht, wäre es anders, ich würde mein Leben in der Westlodge verbringen.
Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200614. Juli 2024 · #15


















Die Bilder zeigen, das Wetter war schlecht. Regen und Nebel, aber dennoch war es toll. Die Unterkunft war grandios, das Essen im Glasshouse ein Erlebnis, wir wissen nun, an welcher Stelle man kein Geld abhebt mangels Kamera und Security und ich versöhne mich mit Graskop. Danach unterschätzen wir die Anreise nach Newcastle und den Weg in die Battlefield Route. Aber es war alle Mühen wert.
Zitierenzuletzt bearbeitet 14. Juli 2024Original ↗
Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200614. Juli 2024 · #16
Um ehrlich zu sein, brauchten wir einen Zwischenstopp von Graskop zu St. Lucia an der Küste, weil selbst ich einsah, die Strecke war zu weit und auch der Weg nach Newcastle war wegen der vielen Kohlen-LKW alles andere als angenehm. Also schaute ich in die Karte und irgendwie war Newcastle auf der Mitte. Im Reiseführer las ich dann, dass Newcastle Teil der battlefield route wäre und würde neugierig.
Diese Gegend möchte ich jedem ans Herz legen. Im Forum hatte ich noch nie etwas darüber gelesen, aber der Teil ist so sehenswert, zeigt er doch so viel Geschichte. Engländer kämpfen gegen Buren, Buren gegen Zulus, Zulus gegen Engländer.. und umgekeht. Ja, wir und auch ich sind oft wegen der Landschaft und Tiere im südlichen Afrika, aber wenn Ihr in der Gegend seid, schaut es Euch an.. Es ist so eindrucksvoll und es war grandios, den blood river zu sehen, das Museum zu besuchen und dankbare Menschen zu erleben, die sich freuten, dass Europäer sich für die Geschichte Südafrikas interessierten, und nicht nicht nur Tiere gucken wollten.
Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200614. Juli 2024 · #17
























































16,9k Beiträge · seit 201214. Juli 2024 · #18
Liebe Sanne,

zusätzlich zum üblichen Danke-Button möchte ich noch einmal schriftlich Danke sagen für die fabelhafte Beschreibung Eurer Tour. Da sind doch wieder wunderbare Inspirationen, ganz nach meinem Geschmack, dabei.

LG
Logi
Themenstarter2'460 Beiträge · seit 200617. Juli 2024 · #19
Das letzte Bild ist von unserer Unterkunft, die Aberdeen Lodge in Newcastle. Unser Zimmer, ganz rechts, ist superschön, hat eine eigene kleine Terrasse, Kühlschrank, Safe, WLAN und eine schöne Ausstattung. Diese Unterkunft ist die einzige auf unserer Reise, bei der wir load shedding erleben, mitten im „lass uns mal einen Rum trinken“ sitzen wir im Stockdunkeln. Die Lodgebesitzerin ist unfassbar nett, erzählt, dass ihr Urgroßvater am Blood River als Kanonier der Buren kämpfte und überrascht uns sehr, als sie am nächsten Tag klopft und fragt, ob wir abends dem monatlichen Vereinstreffen beiwohnen wollen, das in ihrer Lodge stattfindet. Jedes Jahr wird die Schlacht nachgestellt, ist im Ort ein wahnsinniges Spektakel und wird sehr ernst genommen. Und sie laden uns ein? Wir fühlen uns sehr geehrt. Ich stehe gar nicht auf Schlachten-Nachstellungen, aber ich bin gerührt, dass diese Menschen sich so freuen, dass wir uns für ihre Geschichte interessieren. Doch, wenn möglich werde ich mir das irgendwann mal anschauen. Der Abend ist dann wunderbar. Der Verein besteht überwiegend aus Buren-stämmigen Südafrikanern, die aber bereitwillig alle Fragen beantworten. Das ist etwas, dass ich an Südafrikanern liebe. Du kannst noch so kritisch eingestellt sein, wenn Du nur offen bist, Dir ihre Sicht der Dinge anzuhören, sind sie unfassbar tolerant. Nie habe ich gehört „naja, überlegt mal, was Deutschland tat“. Vielleicht hatte ich auch immer nur Glück, aber ich habe nur Südafrikaner kennengelernt, die sehr offen über ihre Geschichte sprachen und sich freuten, dass man sich dafür interessiert.
Morgen werden wir nach St. Lucia weiterreisen, ich freue mich darauf, bedaure aber auch, die Battlefield Route zu verlassen. Wir kommen wieder und werden länger bleiben. Der „Not-Stop-over“ über zwei Nächte war eine eindrucksvolle Erfahrung und hat mich meinem geliebten Südafrika noch ein Stück näher gebracht. Wir lernen, das nächste Mal sind 4 Nächte unser Minimum.
1'003 Beiträge · seit 200817. Juli 2024 · #20
Hallo Sanne,
Toller Bericht, hab ihn gerade erst durchgelesen. Macht Lust auf SA! Ich kenne die Gegend gar nicht, vielleicht wage ich es doch mal. Die letzten Jahre hat mich die Kriminalität abgeschreckt.
Ich hoffe Dein Freund war am Ende auch so begeistert?
Viele Grüße
Doro
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