Ein SelfDrive Roadtrip in Uganda

12 Antworten · 4'021 Aufrufe · gestartet 16. Sept. 2023 von Bluesbrother928
Antworten
Themenstarter123 Beiträge · seit 201916. Sept. 2023 · #1
Hallo

Wir waren ja im Juni diesen Jahres in Uganda.
Nachdem ich hier im Forum noch nicht mal mit meiner Reisebeschreibung von Ecuador fertig bin, mache ich es diesesmal in Form einer Kurzbeschreibung und einem Gesamtvideo.

Ihr könnt mich gerne zu Details befragen, im wesentlichen lasse ich aber das Video sprechen.

Für uns kam nur die Roadtrip Variante in Frage. Also Selbst Fahren.
Aufgrund unserer Erfahrungen in NAM und BOT wollten wir zwar wieder einen Lux / Cruiser als Camper. Aber schon bei der Planung mussten wir bald erkennen das Ostafrika ein gänzlich anderes Reiseziel ist als NAM.

Die Einsamkeit ist grundsätzlich nicht gegeben und umgeben von lauter Menschen mit hungrigen Augen mein AbendSteak am Feuer zu brutzeln ist nicht meine Idee von Camping.
Wir haben dann in Roadtrip Africa einen Veranstalter gefunden der sowohl Fahrzeuge zur Verfügung stellt als auch Unterkünfte vermittelt und auch Permits (Gorilla, Chimpanzee, Rhino) besorgt.

Die Kommunikation mit Okke war hervorragend. Wir entschieden uns für eine HiLux mit Kühlschrank (den wir nie gebraucht haben).
Letztlich wurde es eine Route im Uhrzeigersinn, die im wesentlichen alle üblichen Highlights abhakt. Inklusive Gorilla Trekking, Chimpanzee Trekking, Rhino Walk.
Auch wenn ich ursprünglich alles selbst buchen wollte - schlussendlich war ich froh das die ganze Bucherei und die Permit Besorgung von Okke übernommen wurde.
RoadtripItinery.JPG


Vielleicht noch kurz zu den Fahrzeugen: Soweit ich mir die 4x4 Anbieter angesehen habe, ist der Bestand der Fahrzeuge ein ganz anderer als in NAM. Hier gibt es noch richtige alte Landcruisers zu mieten (was sicher auch ein Erlebnis ist).
Was wir im Wiederholungsfall vielleicht anders machen würden ist ein Fzg mit Aufstelldach zu nehmen, weil man doch in den Parks einen besseren Ausblick hat. In Uganda gibt es diese Fzge im Gegensatz zu NAM.

Unsere Tour hat 4 Wochen gedauert Mitte Mai bis Mitte Juni.
Neben den vielen positiven Erlebnissen und Eindrücken, hat uns meisten die dichte Besiedelung und die vielen Menschen beeindruckt. Es ist etwas gänzlich anderes als in NAM. Nur in den echten NationalParks gibt es (bis auf wenige Ausnahmen zB in QE NP) keine ansässigen Menschen. Ansonsten kann man nicht mal vernünftig ranfahren einen Bissen essen ohne das sofort jemand gelaufen kommt. Und wenn die Gegend noch so leer ausieht.

In den NPs haben wir grossteils versucht die GameDrives auf eigene Faust zu machen. Haben dabei oft mehr gesehen als die MiniBusse und manchmal recht hilflosen Fahrer die uns begegnet sind.
Zweimal haben wir einen Ranger genommen. Aber am meisten Glück hatten wir eigentlich alleine. Birding Tours waren per Boot und Guide ergiebiger als zu Fuss an Land. Gorillas, Chimps und Rhinos kann man eh nur mit Ranger machen.

Einige Blitzlichter:
- Einmal hatten wir RiesenGlück als uns ein LKW ohne Bremsen in MurchisonFalls entgegen kam. Ohne dem super engagierten Team von Roadtrip Africa hätten wir die Reise dort vermutlich beenden können.
- Mechaniker die auf dem Motorrad durch die Gegend flitzen mit einer Werkzeugkiste hinten drauf und alles reparieren können
- Super korrekte Polizisten, nicht einmal ist uns irgendwer blöd gekommen, auch nicht bei den unzähligen Strassenkontrollen. Einmal haben uns zwei mit MGs bewaffnete Militärs gefragt ob wir ihnen etwas Wasser geben können, das wars schon.
- An die vielen Menschen muss man sich gewöhnen
- An die vielen Kinder die nicht "Sweeties" sondern "How are you" and "Give me money" rufen auch.
- Das man überall wo man stehen bleibt angemacht wird
- Der teilweise wirklich abartige Verkehr, besonders östlich von Kampala.
- Ausgesprochen nette Begegnungen mit Guides
- In den allermeisten Fällen motivierte und freundliche Leute in den Lodges
- Gutes bis sehr gutes Essen in den Lodges
- Lazy Tenting mit Gemeinschaftsduschen ist eine gute Alternative zu Rooftop Camping
- Die Diskrepanz von Handarbeit am Feld, Ochsenpflügen, WorldFood Programm, Chinesischen Infrastruktur Projekten, Oilrigs im NationalPark, gefühlten abertausenden von Schulen, der Natur die ja eigentlich bewahrt werden sollte aber von irgendwas müssen die Menschen ja leben
- wunderschöne Landschaften und Tierbegegnungen besonders in den nördlicheren Parks

Ah eines noch: Geflogen sind wir erstmals mit Air Ethiopia, war eigentlich ganz ok, man konnte tlw gegen geringen Aufpreis die ganze Sitzreihe buchen.

Achja und noch eines: Drohnen: Wenn Ihr mit der Idee spielt eine Drohne mitzunehmen, vergesst es: bei der Einreise finden sie die hunderprozentig. Wird konfisziert, ihr bekommt eine Bestätigung, dann dürft ihr sie in einen Lagerraum mit geschätzten 1000 anderen Drohnen bringen.
Lustig wirds dann beim wieder Ausreisen und dem zurückbekommen der Drohne. Das war ein Spaß.
BTW: eine Genehmigung für die offizielle Mitnahme einer Drohne ist äusserst schwer zu bekommen.

Alles in allem, es war ein großartiges Erlebnis.
LG Heinrich
https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
Zitierenzuletzt bearbeitet 16. Sept. 2023Original ↗
309 Beiträge · seit 201717. Sept. 2023 · #2
Sehr schönes Video Heinrich, danke für‘s teilen! Einige gute Anregungen und Hinweise, v. a. auf den örtlichen Veranstalter und auch die eine oder andere Unterkunft.
VG Robert
80 Beiträge · seit 202018. Sept. 2023 · #3
Tolles Video. Hat mir gut gefallen.
Themenstarter123 Beiträge · seit 201920. Sept. 2023 · #4
Sehr gerne Robert und MadMacs, Freut mich wenn ich dem Forum was zurückgeben kann. Habe selber viel von Euch profitiert.
560 Beiträge · seit 202120. Sept. 2023 · #5
Hallo Heinrich!
Auch von mir ein herzliches Dankeschön! Dein wunderbares Video hat viele Erinnerungen an unsere Selfdrive-Tour durch Uganda 2022 wach werden lassen!
VG Kathrin
109 Beiträge · seit 201621. Sept. 2023 · #6
Hallo Heinrich, vielen Dank für die guten Tipps und das tolle Video. Das gibt einen guten Überblick zu den doch teilweis abenteuerlichen Strassen und macht Lust auf eine Reise. Uganda steht ohnehin ziemlich oben auf unserer - langen - ToDo-Liste.
Beste Grüße, NASA
321 Beiträge · seit 202108. Okt. 2023 · #7
Klasse Video! Ohne überflüssiges Gedöns ... ohne dass es beim Angucken langweilig wird! Vielen Dank dafür! Lacam Lodge/Sipi Falls weckte Erinnerungen an meinen Aufenthalt dort zu Weihnachten 2019. Kidepo und Pian Upe ist in der Pipeline ...
Zitierenzuletzt bearbeitet 08. Okt. 2023Original ↗
8'049 Beiträge · seit 200808. Okt. 2023 · #8
Auch ich bin von deinem Video sehr begeistert!

Danke für's teilen.

Liebe Grüsse
Annick
173 Beiträge · seit 201921. Okt. 2023 · #9
ein super Video, vielen Dank!
Themenstarter123 Beiträge · seit 201905. Nov. 2023 · #10
Danke! Es freut mich sehr wenn ich Euch einen Einblick geben konnte. Quasi ein kleiner Dank meinerseits ans Forum 🙂
Auch an ANNICK, von Deinem Bericht haben wir auch viele Anregungen mitgenommen.
Wie schade das sich Uganda durch den Überfall gerade, dann doch nicht als Selbstreiseland für ein wenig Fortgeschrittene anbietet ...
893 Beiträge · seit 201505. Nov. 2023 · #11
Tolles Video; ich mag die Kombi von Film und Fotos.
Auch die afrikanische Musik untermalt schön.
Der Abspann mit den Guides und Lokals ist wertschätzend gemacht.
Die Fahrten durch die Orte hatte ich mir nicht so stark bevölkert vorgestellt.
Selfdrive wäre da nichts für mich.

LG yvy
573 Beiträge · seit 201418. Jan. 2024 · #12
Vielen Dank für den Kurzbericht und das tolle Video. Ich fliege am Sonntag nach Uganda allerdings mit einer Kleingruppe. Ich werde berichten!
GlG Martina
17 Beiträge · seit 201426. Juli 2024 · #13
Hallo an Alle, vor drei Tagen haben wir eine Reise auf eigene Faust durch Uganda beendet. Jetzt erholen wir uns auf Sansibar und fliegen heute Nacht heim. Die positiven Erfahrungen mit Einheimischen kann ich nur bestätigen. Noch nie haben wir so nette Leute kennengelernt - offen, freundlich, hilfsbereit. An die Menschenmassen muss man sich gewöhnen. Die Durchfahrt durch Kampala ist ein echtes Erlebnis. Vorsicht beim Navigieren, manchmal kommen die Apps an die eigenen Grenzen ( wir benutzten " Mapy.cz"). Nett zu erleben die Nashörner in Ziwa Rhino aus paar Metern entfernt wie große, ruhige "Rasenmäher". Der nördliche Teil von Murchison Falls ist landschaftlich wunderschön. Bei den Schimpansen und Gorillas durften wir deutlich länger bleiben als vorgesehen. Klasse. Am Ende zwei Vermutstropfen. Uganda Airlines hat unseren Hinflug nach Sansibar ohne Kommentar um zwei Tage nach hinten verlegt. Jegliche Telefonate waren sinnlos. Wir mussten neuen Hinflug mir Kenya Airways buchen - Verlust von 700 Euro. Das schlimmste war aber der Wagen. Gebucht über 4X4CARHIREKAMPALA. Da wir keine anspruchsvolle Strecke vor hatten habe ich Toyota Prado mi Dachzelt gemietet. So eine Ruine habe ich noch nie erlebt ( unsere neunte Reise nach Afrika - alles Selbstfahrer). Der Wagen blieb in 15 Tagen vier mal liegen. Zum Schluss mit gebrochener Antriebswelle. Nur Dank des Einsatzes der Einheimischen und der Künste der " fliegenden" Mechaniker, die mit kleinem Kofferchen auf einem Boda Boden anreisen und alles reparieren, verdanken wir, dass unsere Tour planmäßig zu Ende ging. Jetzt das Schlimme. Die Vermieer haben kein Büro, bei der Übergabe des Wagens haben wir die Telefonnummer ausgetauscht und den übergebenden Mitarbeiter mehrmals später angerufen. Die Kosten der Reparaturen beliefen sich auf 1,6 Million Schillings - ca. 400 Euro. Zum Schluss hieß es, die übergebende Person wäre nicht in der Firma beschäftigt und wir haben die Bedingungen des Vertrages nicht erfüllt. Also Geld ist weg, die Mails werden nicht beantwortet. Man schaltet auf stumm. Zusammenfassend kann ich jedem Uganda wärmstens ans Herz legen, klasse Leute, tolle Erlebnisse, aber meidet 4X4CARHIREKAMPALA. Da sind Probleme vorprogrammiert. Euch Allen viel Spaß in Afrika, man sieht sich unterwegs.
Gruß
Waldemar
oder Bilder hierher ziehen / einfügen