KTP – einsam und wild (-arm) 5.12.2022 Südliches Afrika zu ungewohnter Zeit. Statt wie üblich im August/September sind wir nun im Dezember unterwegs. Das schöne: Die Tage sind deutlich länger. Die Hitz und die allabendlichen Gewitter sind allerdings ungewohnt. Wenn jedoch zwei Mal hintereinander das Brotbacken am Abend wegen Regen ausfällt, lernst auch der Sommerurlauber dazu und backt am sonnigen Morgen. Und wenn schon ungewohnt, dann richtig. Dieses Mal sollte es der von uns noch nie bereiste KTP auf südafrikanischer- und botswanischer Seite sein. Und neu: statt dem Flughafen vor der Haustür mit der vielgeschmähten Bahn nach FFM und, neu: mit der Condor nach JNB. Das Auto : Kein Dachzelt, sonder Hilux Bushcamper. Der Vermieter: Bekannt, bewährt: Bushlore. Für uns mittlerweile wie neu: Camps vorbuchen. Das haben wir die letzten Jahre nicht gemacht und nicht gebraucht. Dieses Mal: Die San Parks Seite rauf und runter, Verfügbarkeit in der richtigen Reihenfolge, Campsite mit oder ohne Power, Charlets etc. Aber mit der Planung steigt auch die Vorfreude und dann geht es am 5.12. mit Rail&Fly problemlos nach FFM. Gut, dass wir reservierte Plätze haben, der Zug wird knallvoll. Bei der Condor haben wir Premium Economy gebucht, am Vorabend eingecheckt und müssen nur noch das Gepäck abgeben. Da ich nicht mehr ganz so viel Werkzeug und Ersatzteile mitnehme nutzen wir die 25 KG bei weitem nicht aus. Nebenbei: Der Priority Hänger auf die Gepäckabfertigung keinen Einfluß… Wartezeiten bei der Security gibt es fast gar nicht, auch beim Boarding ist man mit Premium vor dabei. Was sich mir organisatorisch allerdings nicht erschließt. Wäre es nicht besser, den Flieger von hinten nach vorn einsteigen zu lassen, statt mit den ersten paar Gästen die Gänge zu verstopfen ? Wir starten mit einer Stunde Verspätung weil der Cargolift defekt ist und es in Frankfurt scheinbar nur einen gibt. 200 Pax schauen fünf Männern zu, die mehr oder weniger tatenlos um das havarierte Ding rumstehen. Irgendwann geht es dann doch los. Trotz sehr guter Beinfreiheit, gutem Essen und freien Getränken schlafe ich wie immer nur schlecht. In Summe finde ich das Angebot mit 767 Condor eine Bereicherung und würde es der LH mit XL Sitz vorziehen. 6.12. Die Gepäckausgabe dauert in JNB unerwartet lang, aber natürlich warte Dickson von Bushlore auf uns. Wir fragen spaßeshalber nach Pula an der Wechselstube, bekommen aber nur einen ziemlich unverschämten Kurs. Da wir noch genug haben, ist das kein Problem für uns. Die Wagenübernahme ist relativ kurz, bis auf das Aufstelldach mit Solarpanel gibt es keine Unterschiede. Dieses Mal ist es ein Automatik mit 104000 km, das hat für mich während der Reise mehr Vor- als Nachteile gehabt.
Schon auf dem Weg zum Einkaufen die erste Fahrprobe: Alle Ampeln sind ausgefallen. Hier vielleicht unvorstellbar, dort funktioniert die abwechselnde Vorfahrt auch bei 4 Fahrspuren in jede Richtung ohne Probleme. Noch mal neu: Wir sind nur zu zweit, ohne Kinder. Trotzdem benötigen wir zwei volle Einkaufswagen. Der Plan sieht vor nach 4 Tagen auf der südafrikanischen Seite des KTP noch ein paar Kleinigkeiten nachzukaufen und dann über KAA und KD 12 nach Mabua zu fahren. D.h. für fast zwei Wochen muß alles mit. Es ist wolkig und hat geregnet, aber 31° warm als wir um 13.30 loskommen. Heute geht es noch bis Vryburg, etwa Halbzeit zum KTP. Die A 14 ist nur eine einspurige Strasse mit vielen langsamen Fahrzeugen und der Hilux mit dem kleinen 2,2 L Motor ist beim Überholen auch nicht der schnellste. Wir haben dort ein Zimmer in der Game View Lodge gebucht. Um 17:30 Uhr kommen wir dort an, ein sehr schönes Guesthouse mit netten Gastgebern. Zwischen dem endgültigen Verstauen und organisieren des Gepäcks gibt es ein Feierabendbier und wir bestellen vom Lieferdienst leckere Steaks, die wir auf der Terrasse verzehren. Zur Einstimmung haben wir Blick auf das Wasserloch, ein paar Böcke und später auf das heimische Nashorn. Das ist ja mal ein guter Start.
Teil 229. Dez. 2022
07.12.2022 Um 7.00 Uhr gibt es ein leckeres und gutes Frühstücksbuffet. Wir fahren noch beim Pick´n´Pay vorbei und kaufen neben ein paar Kleinigkeiten noch Holz um auf der sicheren Seite zu sein. Für das Holz habe ich immer einen großen, festen Gartenabfallsack dabei. Dann hat man den ganzen Abrieb etc nicht im Auto. Mittels mitgebrachter Spanngurte wird der Sack und 70 L Wasser in 5l Kanistern auf der Rückbank verzurrt. Tanken sollen wir aus Sicherheitsgründen erst ca 40 außerhalb der Stadt. Das tun wir, aber da die Locals selbst beim Geldabheben die Fenster des Autos auflassen und den Motos laufen, hätte ich in Vryburg selber auch kein schlechtes Gefühl. Wir nehmen die viel kürzere Route über Van Zylsrus mit 140 KM Gravel. Das läßt sich sehr gut und entspannt fahren. Kann aber, wie immer bei Gravel, auch ins Auto gehen, wenn nicht gegradert wurde.
Bei 37° erreichen wir um 14.00 Uhr den KTP. Wir erledigen die Formalitäten und reisen gleich auch wieder auf der Botswana Seite aus, da wir in vier Tagen die SA Seite Richtung Kaa verlassen und die Grenzformalitäten schon in Twee Revieren erledigt werden müssen. Das geht aber alles unkompliziert und selbsterklärend.
So, jetzt ist Urlaub. Wir bekommen die letzte freie Campsite mit Schattenbaum, Tanken, Senken den Reifendruck und los geht es auf den ersten Game Drive.
Langsam rollen wir durch das Flußtal und freuen uns über die tolle Landschaft. Es sind nur wenige andere Autos unterwegs, so ist es nicht weiter schlimm, dass man ja fast keine Alternative zur Hauptroute hat. Allerdings hält sich die Ausbeute an Tiersichtungen in Grenzen. Na ja, das wird ab morgen ja anders...
Wir sind ganz froh heute noch im Camp zu sein. Da ist Duschen, Kochen, Auf- und Einräumen und die erste Campernacht etwas einfacher. Zur Belohnung sehen wir noch eine Wildkatze.
Teil 329. Dez. 2022
08.12. Die Nacht war angenehm kühl und ruhig. Unser heutiges Übernachtungszeil ist Bitterpan. D.h., wir müssen uns in Nossop melden und von dort nach Bitterpan. Durch die blöde Vorbucherei und die „Fully booked“ Meldungen des Tools konnten wir leider nichts anderes buchen. Allerdings haben wir so auch eine schöne Schleife, da wir anschließen nach Mata Mata und wieder über Nossop fahren.
Heute nehmen wir die Westroute, da wir gestern Abend die Ostroute Richtung Rooiputs gefahren sind. Es ist ziemlich grün und ab und zu blitzen die berühmten roten Dünen durch. Da es viel geregnet hat, sind die Tiere weit versprengt und nicht auf die Wasserlöcher angewiesen. So bleibt es relativ ruhig. Nach einer Pause auf der wunderschönen Auchterlonie Picnic Side geht es über die Querverbindung wieder nach Osten.
Eine Häufung von weißen Autos läßt die Spannung steigen. Tatsächlich liegen zwei stattliche Löwen nicht weit von der Straße. Allerdings schlafen sie tief und fest und da sich die Temperaturen der 38° Marke nähern ist wohl auch nicht mit mehr Aktion zu rechen. Wir überlassen den anderen ihren Autoknoten wieder aufzulösen und fahren nach Nossop.
Nach einer Mittagspause melden wir uns im Office. Akribisch wird abgehakt ob wir einen 4x4 haben, den Luftdruck gesenkt, Wasser und Proviant dabei sind und der Sprit reicht. Dann wird das Ausfahrtstor aufgesperrt und 56 km Dünensurfen folgen. Es ist ja nicht unbedingt die richtige Uhrzeit und Temperatur um Tiefsand zu fahren, aber der kleine Hilux schlägt sich gut. Die Automatik tut auch was sie soll. Nur an drei steilen Stellen mit tiefen Löchern muß ich alle Helferlein des Autos aktivieren und ein paar Mal Anlauf nehmen.
Nach landschaftlich schönen, aber tierarmen 1,5 h erreichen wir Bitterpan. 4 kleine, sehr gepflegte Charlets mit einer Gemeinschaftsküche vor einem Wasserloch und einer Pfanne. Es ist alles sehr gepflegt, der Mitarbeiter vor Ort sehr nett und die Bewohner zwei anderer Einheiten auch. Nach Sonnenuntergang darf man die kleine Umfriedung nicht mehr verlassen, also auch nicht zum Auto.
Wir schauen, dass wir mit Allem vorher fertig werden, kochen in der Gemeinschaftsküche und Essen dann in unserem kleinen Käfig. Da steht bestimmt von draußen ein Schild für die Tiere: Do not eat the Tourist….
Wir genießen die Stille und die Erwartung, was nun am Wasserloch passiert. Der nette Südafrikaner von Nebenan weckt mich dann mitten in der Nacht, da eine braune Hyäne am Wasserloch trinkt. Sehr nett vom ihm, ich habe noch nie eine gesehen.
Teil 430. Dez. 2022
09.12.2022 Am nächsten Morgen berichtet er, dass da die einzige Sichtung bis 2.00 Uhr morgens war. Er zweifelt ein bißchen, ob seine zwei Nächte hier die richtige Entscheidung waren, zumal man gamedrivemäßig sehr eingeschränkt ist. Außerdem wird es sehr schnell sehr heiß. Na ja, man weis es ja nie. Wir Frühstücken ausgiebig und gondeln dann Richtung Mata Mata. Ein Mal sehen wir eine Cap Cobra im Gras verschwinden, die einzige Schlangensichtung im ganzen Urlaub. Ansonsten ist das Dünensurfen wieder landschaftlich sehr spektakulär.
In Mata Mata bekommen wir einen schönen Platz unter einem Baum nah an der Hide. Zieht es sich zu, aber vorher unterhalten uns noch die langersehnten Erdmännchen, die mit den Squirrels eine Wohngemeinschaft haben. Sie sind genau so unterhaltsam wie im Fernsehen. Wenn man sich noch Kommentare dazu denkt, hat man einen unterhaltsamen Nachmittag.
Beim Abend GD sehen wir immerhin eine Oryx und ein Kudu..
Später kommen noch die MIB dazu
Teil 503. Jan. 2023
10.12.2022 Die Nacht war bis auf ein kleines Gewitter unspektakulär und wir starten zum Morgengamedrive in Verbindung mit dem Loop wieder nach Nossop. Es schüttet aus Eimern und am Kamqua Picknick Spot sind wir dank unserer Markise die einzigen, die wie geplant Frühstücken können.
Alle anderen müssen ihre Versuche abbrechen und ins Camp zurück.
Das Wetter wird langsam besser und in Nossop ist es schon wieder heiß.
In Nossop haben wir eine Exclusive Camp site mit eigenem Waschhaus. Das hätte es nicht gebraucht, war aber als einziges buchbar.
Wir sandeln am Pool und machen uns am Abend auf den GD Richtung Marie Se Gat. Hier probieren wir den Hinweis aus dem Hupe Führer, am Wasserloch auszuharren statt herumzufahren. Das Ergebnis ist leider das gleiche: Es sind einfach nur sehr wenig Tiere da. Immerhin erwischen wir dank zweier geparkter Autos einen Löwen, der auch kurz danach zu seinem abendlichen Rundgang aufbricht. Auch wenn die Verkehrsdichte schon fast krügerparkmäßig ist, bleiben wir bis zum letzten Moment und erreichen kurz vor Schluß wieder das Camp.
In der Ferne gewittert es schon
Während es Essens zieht ein spektakuläres Gewitter auf und kurz danach geht die Welt unter.
Sandra zieht es vor in unserem Waschhaus auszuharren, ich mache gerade noch rechtzeitig alle Schotten am Zelt dicht und bleibe im oben. Unser Zelt ist dichter als das Waschhaus und den steigende Wasserpegel in Verbindung mit elektrischen Leitungen finde ich unsicherer als den faradayschen Käfig namens Alucap.
Teil 603. Jan. 2023
11.12. Es hat auf dem Campingplatz einige Zelte weggespült und die Straße nach Norden ist stellenweise ein Bach. Da der Untergrund ja fester Schotter ist besteht keine Gefahr und wir können trotzdem noch weit entfernt einen Geparden und dann am Wasserloch eine scheue Löwin bewundern.
Frühstück am Lijersdraai und dann rechts ab Richtung Kaa.
Fazit SA Seite des KTP: Obwohl fast nichts online buchbar war, waren die Camps nur zu einem Bruchteil belegt. Alles war gut gepflegt im Shop gab es noch einmal alles notwendige zu kaufen. Alle Tankstellen in Betrieb und bezahlen konnten wir überall mit CC oder Maestro. Das es relativ wenig Tierbewegungen gab, liegt halt in der Natur der Sache. An unseren untrainierten Busheyes lag es nicht, bei jedem Smalltalk mit anderen Besuchern gab es immer nur ein Schulterzucken und „vielleicht morgen „ .
Schön war es trotzdem, mit mehr Besuchern bräuchte ich das aber nicht.
Wie das hier so ist: Die Fahrt nach Bitterpan, auf der täglich mehrere Fahrzeuge unterwegs sind, wird per Checkliste kontrolliert. Diejenigen, die die 90 einsamen Kilometer nach KAA fahren werden schon wissen, was sie tun… In Nossop hatte man uns vom Polentswa Trail abgeraten, es sei in einem schlechten Zustand. Daher nehmen wir den nördlichsten Weg über Khandu. Es ist ein gut zu fahrender Track durch traumhafte Landschaften und: ohne Tiersichtungen…
Weil es bei der Recherche immer mal diskutiert wurde: An der in der Tinkers Karte angegebenen Shortcut nach Gnu Gnu steht ein deutlich sichtbares „No Entry „ Schild. Also muß man erst zum Kaa Gate und dann die zwei Stunden zur Swart Pan, wenn man wie wir dort gebucht hat. Macht ja auch Sinn, damit die Botswana Seite eine Übersicht hat. Laut Incoming Book kommt alle paar Tage mal jemand hierher, zuletzt vor drei Tagen. Wir sind ab jetzt also allein. Endlich, dass fürs erste auch unsere letzte Buchung. Ab jetzt wollen wir da bleiben, wo es uns gefällt. Erst in fünf Tagen haben wir Buchungen für Mabua, weil das ja auch so schwierig sein soll.
Das Wasserloch in Swart Pan sei trocken und für die Anfahrt gäbe es zwei Optionen: Über die Cut Line an der Parkgrenze oder durch den Park. Wir nehmen die zweite, deren Zustand zwischen schlcht und sehr schlecht schwankt. Es ist eng und verbuscht, was ja noch ok ist ( es gibt ja keine Elefanten ) aber voller Löcher und Grabhügeln allermöglichen Tiere. Die 2,5 Stunden kosten uns ein paar Biere, weil die Verschlüsse der Rüttlerei nicht standhalten. Zum Glück läuft die Flüssigkeit gleich wieder aussen aus dem Fach auf die Pritsche. Der Blick auf der CS 1 ist sehr schön ( auf das trockene Wasserloch ) , es gibt einen Schattenbaum, der auch unsere Dusche trägt und für heute sind wir genug gefahren. Wir genießen Stille und Einsamkeit bei unserem Sundowner und verkriechen uns später bei Gewitter und Regen in unser Zelt. Einmal hören wir fern einen Löwen brüllen, sonst ist Funkstille.
Teil 704. Jan. 2023
12.12.2022
Der morgendliche GD führt uns um die Pfanne. Am Rand stehen ein paar Gnus und Hartebeest, die aber sofort loslaufen, als sie den Wagen erblicken. Das reicht nicht mal für einen Schnappschuß. Außerhalb des Pfannenblicks ist die Sicht ohnehin sehr eingeschränkt.
So entscheiden wir uns für die Rückfahrt die Cutline zu nehmen. Vielleicht haben wir dort mehr Glück. Sie ist gut zu fahren, aber ansonsten auch leider Fehlanzeige.
Der Gate Mitarbeiter ist etwas überrascht wieso wir auf der Cutline kommen. Mit dem Verweis auf den Kollegen von gestern ist es ok, aber scheinbar doch nicht erlaubt. Das Bohrloch wäre schon länger eingestürzt und die beauftragte Firma repariert es einfach nicht. Zudem kämen viele Wilderer von Namibia und das BDF Camp gäbe es auch nicht mehr. Daher wäre der Teil Swartpan relativ tierarm. So verabschieden wir uns mit tollen Landschaftsbildern aber wenig Sichtungsglück aus dem Nationalparkteil des KTP und machen uns auf zur Name Pan, die mit dem berühmten Reifen als Hinweisschild.
Der Weg dorthin ist traumhaft, und auch auf der CS der Kaa Pan könnte man gut stehen, finden wir.
Trotzdem fahren wir zu Name Pan, die wir am frühen Mittag erreichen. Sie liegt leicht erhöht am Rand der Pfanne mit tollem Blick, Schatten und Duschbaum.
Allerdings: Nur sehr wenig und sehr scheue Tiere weit weg auf der Pfanne, ein paar Gnus, Strauße und Hartebeest. Allein vom Stuhl aufzustehen verscheucht sie auf eine Distanz von 300 Metern. Dafür bekommen wir wieder unser abendliches Gewitter mit einer willkommenden Abkühlung in der Nacht.
Teil 804. Jan. 2023
13.12.2022 Nach einem gemütlichen Frühstück geht es durch weiter wunderschöne Landschaft nach Zudswa, wo wir am Self Service Schalter unser Permit bezahlen.
Es kommen zwei junge Männer dazu, mit denen wir noch etwas plauschen. Aber wie schon in unserem Hupe von 2014 beschrieben hält sich der Zustrom zahlender Touristen in Grenzen und sie sind ziemlich perspektivlos. Das erbetene Bier bekommen sie nicht, aber mehr als zahlen und jedem zu empfehlen dort hinzufahren können wir leider auch nicht tun.
Wir fahren nach Hukuntsi zum Tanken und wieder ein paar Vorräte einkaufen. Das ist eine richtige Stadt, mit ATM, Tankstelle, diversen Einkaufsmöglichkeiten und allem, was man so brauchen kann. Kurz nach Mittag haben wir alles erledigt und fahren Richtung Mabua.
Unser Übernachtungsziel ist Jacks Pan, ca 30 km vom Gate entfernt. Den ersten Abzweig finden wir nicht, also fahren wir von der Parkgrenze ein Stück zurück. Von dort ist es ziemlich einfach zu finden, auch wenn es keinerlei Beschilderung gibt.
Ein schöner großer Platz, leicht erhöht über eine Pfanne. Wegen der verfallenen Infrastruktur ein bißchen unheimlich, finde ich. Der übliche Tagesablauf: tolle Landschaften, wenig scheue Tiere in der Pan, eine schöne Campsite und Abends Gewitter… Langsam verschiebt sich der Fokus von den erwarteten Tierbildern auf das Genießen von Weite, Stille, Einsamkeit.
Teil 905. Jan. 2023
14.12.2022 Wir beschließen den Morgen GD Richtung Horst Pan zu machen, da ich diese auch gern sehen möchte. Allerdings verliert sich der Track im Gras und wir müssen ja nicht unbedingt eines der letzten Bushlore Auto verschwinden lassen.
Daher kehren wir irgendwann doch um und fahren Richtung Gate. Wir wollen versuchen eine zusätzliche Nacht im Park zu bekommen, vielleicht haben wir dort mehr Sichtungsglück. Ab übermorgen haben wir ohnehin 2 Nächte auf Mpayathutlwa 2 ( die mit der Löwendusche ), Khiding und dann die letzte Nacht am Entrance Gate gebucht.
Der Intertourist Mitarbeiter am Gate ist super nett und bucht uns nach einem Anruf im Büro noch eine dritte Nacht auf der 2. Er ist sehr bemüht uns alles zu erklären und macht bleibenden Eindruck auf uns. Am Gate treffen wir noch ein Wild Dog Research Team, die vom Gate Mitarbeiter nach den letzten Sichtungen befragt werden. Vor ein paar Tagen gab es einen Riß Richtung Cutline, sonst….. Wir wollen uns noch auf der Entrance CS ein bißchen erfrischen, aber der Zustand ist desolat. Alles ist verfallen und ungepflegt. Das sollte eigentlich unser letzte Übernachtungsplatz sein, aber das geht gar nicht. Wir gondeln also bei zunehmender Hitze Richtung MPA 01. Auf der MPA 02 stehen einige Fahrzeuge und wir plauschen mit dem Camper, der Küchendienst hat. Es sind Locals aus Gabs, die hier ein paar Tage verbringen. Die anderen wären unterwegs zum GD, aber insgesamt ist es ruhig. Bevor wir uns auf der 01 einrichten inspizieren wir vom Auto aus den sehr unübersichtlichen Platz. Ich bin nicht so scharf auf ein Selfie mit Löwe. Der Platz ist groß, gut gepflegt mit Dusche und Toilettenhäuschen . Die Duschwand hat ein Guck-Loch, damit man vorher checken kann, ob und wer drin ist… .
Das stehende Wasser, das die Tiere anlockt ist übrigens kein Zufall. Das Waschbeckenwasser verschwindet sofort in der Grube, das Duschwasser steht in einem kleinen betonierten Kessel. Das es also manche Leute auf das Löwen – Selfie abgesehen haben, verwundert so nicht. Das noch nichts passiert ist, um so mehr. Verstehen kann ich die Leute nicht. Als uns im CKGR ein Löwe auf der Campsite überrascht hat, ging der Puls ganz schön nach oben. Und youtube ist voll von Videos, in denen solche Situationen schief gehen. Es wäre mir egal, wenn nicht die Tiere am Ende darunter leiden müßten
Der Platz hat einen schönen Blick auf die Pan, allerdings auch mehrere buschige Inseln, die das ganze unübersichtlich machen. Jedes Mal wenn wir wiederkommen, gibt es erst einmal eine Check nach frischen Tracks. Wir machen noch einen GD über Khiding und Mabuasehube. Es ist zunehmend grün und in den Pans steht zum Teil Wasser.
Am Abend wird unsere Dusche doch noch okkupiert, allerdings von den Nachbarn von 02. Dort gibt es keine Dusche und sie fragen höflich, ob sie unsere nutzen können. Nach einer Weile kommen noch andere Duschgäste. Roberto, ein Italiener, den wir schon in Nossop getroffen haben mit seinem Sohn und einem anderen Paar mit Kindern. Wir beratschlagen alle zusammen, ob es nicht Sinn macht, den Park zu wechseln. Maun ist natürlich weit weg, Roberto und Co wollen noch in das CKGR und über Khutse nach Norden. Das haben wir schon gemacht, eine coole Tour. Das Duschen so vieler Gäste dauert eine Weile. Also suchen inzwischen die Löwen, von denen die Nachbarn sprachen, können sie aber nicht finden. Und als wir dann duschen können, dämmert es schon. Da werden die 20 Meter zum Auto schon weit… So sieht es tagsüber von der Dusche kommend aus, bei Dämmerung ist es weiter 🙂
Der Sonnenuntergang ist rechts, das Linke ist ein Blitz
Der Khutse Gedanke hat sich festgesetzt...
Teil 1005. Jan. 2023
15.12.2022 Es hat heftig geregnet und in unserer Pan steht nun auch Wasser.
20 Minuten Richtung Mabuasehue steht ein Wagen unsere Nachbarn, die ein paar Minuten vor uns gestartet sind. Im Gebüsch liegt eine Löwin mit Ihrem Gefährten.
Nach einer ganzen Zeit verschwindet die Löwin in einem dichten Busch direkt neben dem Track. Ab und zu kann man drei Junge durchblitzen sehen.
Ein tolles Erlebnis. Wir bleiben lange, bis sich bei Löwens nichts mehr regt und uns der Hunger zum Frühstück auf die Khiding CS treibt. Zum Frühstück stellen wir fest, dass der Sperrhaken innen die Klapptür verriegelt hat. Somit sind wir aus dem Aufbau ausgeschlossen. Nach ein bißchen rumdoktern fällt mir zum Glück die Lösung ein: Zelt aufklappen, am Auto hochklettern und durch das Zelt von innen wieder in den Aufbau. Wie blöd, aber immerhin sind wir wieder drin und können frühstücken.
Wir treffen die anderen auf Lesholoago, wo sie übernachtet haben. Dort lag ein Löwe auf der CS als sie abends ankamen und verzog sich nur 100 Meter in die Pan. Kein so schöner Gedanke mit zwei kleinen Kindern Während des schönen, aber ereignislosen GD beschließen wir, morgen unseren Standort zu wechseln.. Unser ausgiebiger GD führt von Pan zu Pan, die zum Teil Wasser haben. Es ist noch ein anderes Auto auf Mabua 1 , sonst ist niemand unterwegs.
An unserem Sichtungsglück ändert sich nichts und zur Siesta fahren wir wieder zu unserem Camp. Dort füllen wir unseren Wassertank auf und relaxen. Am späteren Nachmittag machen wir uns wieder zu den Löwen auf. Inzwischen regnet es und um die Löwenfamilie stehen nun 5 Autos. Da alle anderen hoffen, einem Blick auf die kleinen zu erhaschen, haben wir den männlichen Löwen für uns.
Erst liegt er gemütlich, aber dann drückt es ihn und unter heftigem Würgen erbricht er einen großen Brocken Gras. So richtig zufrieden ist er aber noch nicht, das Würgen und Brechen hält noch etwas an. Er versucht sich dem Busch mit den Kleinen zu nähern, kassiert dafür aber eine heftige Abreibung der Löwin. So verzieht er sich zu einem abendlichen Kontrollgang. Die anderen Fahrzeuge schränken die Bewegungsfreihat auf dem einspurigen Track ziemlich ein und da die sich nicht bewegen, sehen wir nichts mehr. Bei strömenden Regen und Wind sind wir froh über den A Frame. So können wir trocken essen, allerdings gibt es kein Feuer und damit auch kein frisches Brot.
Kurz nach dem wir im Zelt sind, brüllt ein Löwe erst in der Pan und dann auf unserer CS. Er ist allerdings schneller wieder fort als ich Bild und Ton bereit habe. Die Italiener wollen morgen auch aufbrechen. Wir überschlagen die Reisezeiten und beschließen, dass es aufgrund der langen Tage locker reichen müßte, Khutse zu vernünftigen Zeiten zu erreichen.
Teil 1106. Jan. 2023
15.12.2022 Es hat heftig geregnet, die Pan ist ein See.
Auch Roberto ist schon unterwegs, damit sind die Tracks unseres Nachtlöwen leider auch dahin. Die Löwenfamilie ist weg, kein Wunder bei dem Trubel. Das ist der Ausschlag, wir fahren zum Gate. Dort frühstücken wir und melden unsere gebuchten CS als frei, für den Fall, dass noch jemand ohne Buchung kommt.
Nach 20 km geht es über den Shortcut nach Kokotsha.
Der Track ist gut zu fahren, aber ab und zu hat jemand anderes Vorfahrt.
Ab dem kleinen Eck namens „Private Land „ ist der Track allerdings eine Rumpelpiste entlang des Zauns. Bis zur Straße benötigen wir gut 2h. An der Asphaltstrasse pumpen wir die Reifen wieder auf und wollen frühstücken. Wir haben uns wieder ausgesperrt, also wieder klettern. Der Haken ist wirklich doof, da er sich während der Fahrt selber um die Verschlußschraube legen kann. Na ja, gewußt wie, dann dauert es nicht lang. Zufahrt aus Richtung Sekoma
Zum Tanken fahren wir nach Sekoma, dort sind wir um 12.00 Uhr. An der dortigen Tankstelle kann uns niemand etwas zu dem Track Richtung Dutlwe sagen. Also probieren wir es, der Weg zum Abzweig und dann nach Motokwe ist eindeutig zu weit. Außerdem wollen wir bei Dutlwe die Strase queren und dann an der Parkgrenze zum Gate. Dort sind wir schon einmal gefahren und es war deutlich kürzer und schneller. Der Weg nach Norden erweist sich als gut zu fahren und führt durch eine Reihe von Farmen. Wie in Namibia, Gatter auf, Gatter zu, aber sonst problemlos.
Immer den Strommasten nach, die die rechts/links Haken mitmachen. Da wir mal wieder auf eine pechschwarze Wand zufahren entschließen wir uns doch die 30 Minuten Umweg über Lethlakeng auf Asphalt zu nehmen. Wir kommen gut voran, die Piste Richtung Gate ist allerdings eine Rutschbahn. Schlamm, Pfützen und Wasserlöcher sind oft zu viel für die überladenen Kleinwagen, aber der Hillux macht seine Sache gut.
Um 16.30 Uhr, also nach 8,5 h nach dem Mabua Gate, sind wir am Khutse Gate. Die Fahrt war ein Abenteuer für sich und spannender als die Loops im Park.
Die Mitarbeiterin am Gate ist sehr nett, aber von Big Foot ist niemand mehr da. Sie ruft in deren Office an und wir können drei Tage in Molose 4 stehen. Allerdings haben wir nicht mehr genug Pula für die Entry Fee und das CC Gerät funktioniert auch nicht. 50 Pula fehlen, wir sollen sie zusammen mit der Big Foot Gebühr bei Ausfahrt zahlen. Wir erfahren noch, dass die Pumpe in Moroswe außer Betrieb ist und sich die Tiere alle am Molose Wasserloch aufhalten. Leider sind wir dann doch geistig zu träge um a) nicht die erste Nacht am Gate zu bleiben und b) auf das Wetter zu achten und c) Weg, Zeit und Uhrzeit sinnvoll in Relation zu setzten. Vom Gate nach Molose sind es mindestens 2 Stunden. Ein Gamedrive ist die Anfahrt ohnehin nicht, da es durch dicht verbuschtes Gelände geht. Aber es wird immer später und das Wetter immer schlechter. Irgendwann kommt dann noch ein halbstarker Elefantenbulle ins Spiel, der selbst mit unserem großen Sicherheitsabstand noch nicht zufrieden ist. Mehrere Minuten läßt er seinen Unmut über uns an Bäumen und Büschen aus und startet ein paar Scheinanläufe. Irgendwann ist er verschwunden, aber wo ? Wir fahren langsam und vorsichtig weiter. Wie immer sehen wir ihn erst, als er laut trompetend neben dem Fenster steht.
Der Elefant ist ja nicht schuld dass wir so spät sind, aber so kommen wir tatsächlich erst mit dem letzten Licht auf der CS 04 an. Es reicht noch zum Aufbau, dann schüttet es aus Eimern.
Dank unserer Markise, die wir mittlerweile sehr schätzen, können wir trocken kochen und essen und noch Wasser zum Duschen sammeln. Ich dusche mit Hilfe der Wasserblase auf der Markise, die ist in wenigen Augenblicken wieder gefüllt.
Teil 1208. Jan. 2023
17.12.2022 Es wäre schlauer gewesen, die erste Nacht am Gate zu bleiben. Die letzten zwei Stunden Fahrt gestern waren schon anstrengend. Aber nachher ist man ja immer schlauer.
Jetzt müssen wir uns erst einmal wieder sortieren. Unabhängig vom Fahrtag gestern haben wir ja fast alle Lebensmittel schon 10 Tage im Auto und so langsam geben die Verpackungen auf. Unsere letzte Milch, noch ein paar Biere ( Castle mit Drehverschluß ) innerhalb und außerhalb des Kühlschranks sowie die letzte Flasche Wein im Kühlschrank sind der Tribut. Also mal wieder Auto und Kühlschrank putzen. Wir fahren unseren fertigen Brotteig jetzt auch schon zwei Tage spazieren und haben immer noch nicht gebacken. Also machen wir ein kleines Feuer am Morgen und backen gleich zwei Brote, die uns sehr gut gelingen.
Am Molose Wasserloch finden sich den ganzen Morgen wider Erwarten keine Tiere ein. Also machen wir einen ausgedehnten GD Richtung Gate. Leider sind die 25 Kilometer Buschland Richtung Gate sehr uneinsichtig, umso mehr freuen wir uns über das Leben in den Pans.
In Khanhke treffen wir ein italienisches Paar, die dort gebucht haben. Sie sind aber nicht sehr glücklich damit, weil ihnen Gnus und Oryx zu langweilig sind. So beschließen wir, unsere Buchungen zu tauschen. Sie fahren nach Molose, wir bleiben hier und sparen uns die Buschfahrt. Da es ziemlich heiß ist und wir ja jetzt viel Zeit haben wollen wir am Gate zu duschen. Auf der Fahrt dahin machen wir auf einer der 10 Khutse Pan Campsites Mittagspause und beschließen dort zu bleiben, wenn niemand anderes mehr kommt. Es wird kein Problem, es sind nur zwei andere Autos im Park.
Auf der Khutse Pan gibt es einen Sundowner einen schönen Stellplatz auf Nummer 5. Am Abend: Gewitter.
Teil 1308. Jan. 2023
18.12.2022 Der letzte Tag in Khutse.
Die Wochenendtouristen werden mehr, 4-5 anderen Fahrzeuge sind unterwegs. Die erhofften Löwen oder Elefanten sieht keiner. Wir fahren früh morgens einige Schleifen, sehen viele frische Spuren aber leider keine weiteren Elefanten.
Also doch wieder zum Wasserloch nach Molose. Von Molose 1 kann man alles überblicken und wir richten uns dort ein. Bis zum Kaffee passiert: nichts. Ein einsames Gnu steht in 100m Entfernung, dass ist alles. Dann tauchen die Italiener auch wieder auf. Sie hatten auf unserer Molose 4 und tagsüber auch kein Glück, wollen aber auf der 01 bleiben, da sie diese eigentlich für heute gebucht hatten. Wir cruisen mit einem Duschabstecher wieder zurück, nehmen heute aber eine andere CS an der Khutse Pan.
Wir richten auf Nummer 09 gerade unser Abendlager ein, als wir Stimmen hören. Ich denke erst an andere Touristen, deren Auto defekt ist oder so. Aus dem hohen Gras tauchen 2 Esel, 3 Kinder und 2 Erwachsene auf. Sie gehören zu einem der Dörfer im GR Gebiert und sind auf dem Weg irgendwo hin. So weit ich verstehe, müssen sie noch zwei Tagesreisen nach Süden, erledigen dann dort etwas und gehen nach einer Woche wieder zurück. Sie sind hungrig und fragen höflich nach Essen. Da es unsere letzte Nacht ist, bekommen sie alles, was wir noch haben. Darüber sind sie unglaublich froh und müssen sogar noch nach einem Beutel fragen, weil sie es sonst nicht unterbringen können. Wir haben auch noch einen 5l Kanister Wasser, den sie sofort öffnen. Sandra hilft den Kindern mit dem schweren Ding, sie müssen unheimlich durstig sein. Im Tausch bekommen wir eine selbstgemachte Kette und sie bedanken sich herzlich. Nach wenigen Augenblicken sind sie im Busch verschwunden.
Das war eine ganz spezielle Begegnung und wir sind froh, dass wir ihnen helfen konnten.
Teil 1408. Jan. 2023
19.12.2022 Zur Belohnung gab es gestern einen tollen Sonnenuntergang und kein Gewitter. Am Gate treffen wir die Italiener. Sie hatten am Abend noch ausgiebig zwei Elefanten am Wasserloch. Nach einem weiteren netten Plausch machen wir uns auf den Weg. Wir wollen heute noch bis Zeerust, morgen dann zum Flughafen. Big Foot können wir mittels Telefonkonferenz zum Office mit Kreditkarte bezahlen. Der Big Foot Mitarbeiter tauscht Rand gegen Pula und so können wir schuldenfrei abreisen.
Wir haben in den letzten Jahren nach Möglichkeit Passagiere mitgenommen. Da wir jetzt kein Wasser und kein Holz mehr haben, ist die Rückbank frei. Also nehmen wir einen alten Mann nach Salajwe mit und drei weitere Fahrgäste von dort nach Letlhakeng. Sie wollen dafür sogar zahlen und freuen sich über die kostenfreie und bequemere Fahrt als auf einer Pritsche. Eigentlich wollten wir tanken und die Reifen aufpumpen, aber es gibt eine lange Schlange und so nötig ist es nicht. Allerdings sind auch die ATMs belagert oder leer. Das ist blöd, wir können nicht mal mehr eine Limo kaufen. Also halten wir ein paar Kilometer außerhalb zumindest für die Reifen. Dabei fällt uns auf, dass das Gestänge mit dem Ersatzreifen fast aus dem Alublech reißt. Die Konstruktion ist einfach zu schwer. Wir laden den Reifen in den Aufbau, damit die Last weniger wird. Das ganze Ersatzrad – Klapptürsystem ist ohnehin nicht praktisch und 50 kg auf dünnem Blech kann nicht halten.
Auch in allen anderen Städten bekommen wir kein Geld. Da wir in Ramotswa über die Grenze wollen ist unsere Hoffnung die dortige Wechselstube, da wir wenigstens für den nächsten Urlaub schon mal Geld holen wollen. Tatsächlich bekommen wir zu einen guten Kurs Pula gegen Euro. Und da wir schon als Kunden gespeichert sind, geht es ziemlich fix. Wie immer werden wir von den botswanischen Grenzern herzlich verabschiedet und zum wiederkommen aufgefordert. Sehr nett auch auf der SA Seite und nach wenigen Minuten haben wir den Mini Grenzübergang passiert. Am frühen Mittag erreichen wir Zeerust und beschließen auf gut Glück bei der Kareespruit Guestlodge nach einem Zimmer zu fragen. Campen wollen wir nicht mehr und wir bekommen in der größeren gepflegten Anlage ein schönes Zimmer.
So relaxen wir am Pool und sortieren Gepäck und Eindrücke. Zum Abendessen gibt es Fleisch aus der eigenen Metzgerei und im Bett schläft es sich auch nicht schlecht. Hier haben wir auch wieder Wlan und stellen fest, dass es zu Hause – 15 Grad und Schnee hat. Ich bleibe noch so lange wach, dass ich bei Condor online einchecken kann. Das Upgradeangebot für 179,00 € auf Premium Eco ist auch ok, ich hatte schon Bedenken, da es keine XL Sitze mehr gab.
Teil 1508. Jan. 2023
20.12.2022 Wir bekommen ein herzhaftes Frühstück, bleiben bis mittags am Pool und fahren dann Richtung JNB. Endlich wieder Regen 🙁
Dort sind immer noch oder wieder die Ampeln aus, aber es klappt wirklich gut. Noch einmal volltanken, dann geben wir das Auto mit 3900 km mehr auf dem Tacho zurück.
Mit ebenfalls gerade zurückkommenden Holländern gibt es noch zwei Urlaubsende Biere aus unserem Vorrat und dann bringt und Doctor zum Flughafen. Wir wollen noch ein Andenken kaufen und er bringt uns zu einer kleinen Künstlertruppe. Trotz harter Verhandlungen können wir leider nicht alle Bilder kaufen, aber doch zwei.
Das Einchecken erfolgt problemlos und der Flug mit der Condor gefällt mir wieder ganz gut. Schade, dass die nicht von München Non Stop fliegen. Insbesondere, wenn man wie ich, das Rail & Fly Ticket für den falschen Tag gebucht hat. Aber die Bahn fährt und stört sich nicht am falschen Fahrschein. Ein guter Abschluß einer schönen Reise. Zum Auto: Für mich hat das Klappdach keinen größeren Vorteil gegenüber einem Dachzelt. In der Version ist der Einstieg und Zugriff hinten umständlich, da man erst das Rad wegklappen muß und dann eine Klapptür nach oben hat. Mal eben ein Getränk zu holen, geht da nicht. Außerdem ist der Verbrauch durch das hohe Gewicht um 4-5 Liter höher, was ich sehr störend finde. Für 2 Personen gibt es ausreichend Stauraum für Gepäck und Lebensmittel. Das Bett oben ist groß und bequem genug, das untere Bett finde ich unzumutbar, auch für Kinder. Das bessere Auto ist die neue Bushlapa Version mit Klappbett nach außen.
Die 220V Versorgung ist weiter nur eine Notlösung, da der Wechselrichter keine Sinuswelle hat. Empfindliche Geräte lädt der Konverter entweder nicht oder zerschießt sie.
Daher lieber den eigenen mitnehmen. Bewährt haben sich außerdem wieder zusätzliche Zurriehmen und Miniratschen zur Verspannung von Gepäck und der große stabile Gartenabfallsack für das Feuerholz. Ein paar mitgebrachte Schrauben haben den Tisch einsatzfähig gehalten, Kabelbinder hätten es auch getan. Stabile Lederhandschuhe und Panzerband gehören ebenfalls zu meinem Reisegepäck. Werkzeug ist im Bushlore Auto ausreichend vorhanden. Auch Staufächer gibt es genug, wenn auch z.T. überkopf in der Tür.
Zur Sicherheit in SA: Ich habe mir im Vorfeld darüber Gedanken gemacht, habe aber für uns keinen Unterschied zu früheren Jahren festgestellt. Gleichwohl haben uns die Einheimischen bestätigt, dass die Lage, egal ob schwarz oder weiß, schlechter wird. Raub, Plünderungen und Überfälle wären mehr und unberechenbarer. Daher ist Urlaub in SA weiter keine Alternative für mich, der Flug nach JNB mit Fahrt nach Norder aber weiterhin.