Let’s go for the Gabelracke (Botswana 10-2022).

Reisebericht 74 Antworten · 8'786 Aufrufe · gestartet 24. Dez. 2022 von Kudu
608 Beiträge · seit 202031. Dez. 2022 · #41
Kudu schrieb:[
Fazit dieses Schwyzerdütsch-Kapitels:
In Dialekt schreiben ist für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Die Kombination «Schwyzerdütsch-Reden und Schriftdeutsch schreiben» ist für mich wesentlich komfortabler.
Dann halt es künftig wieder so! Dieses Kapitel ist für mich ähnlich unverständlich wie Afrikaans... Ich warte jetzt, bis ich die Fotos sehe, vielleicht fällt das Verständnis mit Bildunterstützung leichter... 😄
Themenstarter186 Beiträge · seit 200631. Dez. 2022 · #42
rik m. schrieb:
Kudu schrieb:[
Fazit dieses Schwyzerdütsch-Kapitels:
In Dialekt schreiben ist für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Die Kombination «Schwyzerdütsch-Reden und Schriftdeutsch schreiben» ist für mich wesentlich komfortabler.
Dann halt es künftig wieder so! Dieses Kapitel ist für mich ähnlich unverständlich wie Afrikaans... Ich warte jetzt, bis ich die Fotos sehe, vielleicht fällt das Verständnis mit Bildunterstützung leichter... 😄
Keine Angst - oder "nur keine Panik" 🙂
Ich liefere diese Kapitel noch in richtigem Deutsch nach.
Dabei frage ich mich: Muss ich nun die Fotos wieder einzeln hochladen, oder kann ich die irgendwie aus dem Dialekt-Kapitel benützen?
4'984 Beiträge · seit 201631. Dez. 2022 · #43
Guat, donn schau ma daweu hoit nur die Büdln, weu vasteh dua i, wie da rik.m., nua Bauhnhof! 😄

@Kudu
Du könntest auf "ändern" klicken und die Übersetzung unter deinem jeweiligen Text einfügen.

Gruß Gina
404 Beiträge · seit 201531. Dez. 2022 · #44
Hoi Kudu
Dankä fürs schwizertdütschi Kapitl. Äs isch interäsant, wie fescht sich dr Dialäkt underscheidet, au wän mer nur äs paar Kilometär usänand wonid. Ich rede ebä käs lupereins Lozärndütsch. Ich han äs Gmisch us Glarnerdütsch, Züridütsch, Appäzällerdialäkt und Lozärnerdialäkt.
Din Reisebricht isch rüüdig guet, ich läse gärn wiiter mit. Ich glaub, so nä Reis würd us au gfallä.
Übersetzig/Übersetzung:
Hallo Kudu
Danke fürs schweizerdeutsche Kapitel. Es ist interessant, wie sehr sich die Dialekte unterscheiden, auch wenn wir nur wenige Kilometer voneinander entfernt wohnen. Ich spreche keinen lupenreinen Luzernerdialekt. Meiner ist ein Gemisch aus Glarner-, Zürcher-, Appenzeller- und Luzernerdialekt.
Dein Reisebericht ist toll, ich lese gerne weiter mit. Ich glaube, so eine Reise würde uns auch gefallen.
lG brisen SA: 2013 mit Tristan da Cunha und St. Helena, 2014, 2015, 2018, 2022 http://meine.flugstatistik.de/brisen01 https://mtp.travel/users/38408/checklists/locations/map/visited_remaining
zuletzt bearbeitet 31. Dez. 2022
768 Beiträge · seit 201731. Dez. 2022 · #45
Sali Kudu, uff Dialäkt schriebe find ich fascht schwieriger wie uff hochdütsch. Kunnsch du us em Luzärnische? Liebi Grüess und e guete Rutsch euch allne, Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
Themenstarter186 Beiträge · seit 200631. Dez. 2022 · #46
GinaChris schrieb:@Kudu
Du könntest auf "ändern" klicken und die Übersetzung unter deinem jeweiligen Text einfügen.
Genau so hab ich es nun gemacht. Danke für die Idee
Themenstarter186 Beiträge · seit 200631. Dez. 2022 · #47
brisen schrieb:Hoi Kudu
Dankä fürs schwizertdütschi Kapitl. Äs isch interäsant, wie fescht sich dr Dialäkt underscheidet, au wän mer nur äs paar Kilometär usänand wonid. Ich rede ebä käs lupereins Lozärndütsch. Ich han äs Gmisch us Glarnerdütsch, Züridütsch, Appäzällerdialäkt und Lozärnerdialäkt.
Din Reisebricht isch rüüdig guet, ich läse gärn wiiter mit. Ich glaub, so nä Reis würd us au gfallä.
Übersetzig/Übersetzung:
Hallo Kudu
Danke fürs schweizerdeutsche Kapitel. Es ist interessant, wie sehr sich die Dialekte unterscheiden, auch wenn wir nur wenige Kilometer voneinander entfernt wohnen. Ich spreche keinen lupenreinen Luzernerdialekt. Meiner ist ein Gemisch aus Glarner-, Zürcher-, Appenzeller- und Luzernerdialekt.
Dein Reisebericht ist toll, ich lese gerne weiter mit. Ich glaube, so eine Reise würde uns auch gefallen.
Die Übersetzung "rüüdig guet" --> "echt toll" schmeichelt dem Luzerner Dialekt.
Tatsächlich wird das derbe Wort "rüdig" von uns Luzernern sehr häufig verwendet, ohne dass dabei der ursprüngliche Sinn ("räudig") noch angekoppelt ist. Es meint einfach "sehr sehr!" und kommt oft den nicht-Luzernern schräg rein. (wie übrigens auch "huere"...)
Themenstarter186 Beiträge · seit 200631. Dez. 2022 · #48
Kapitel 13 - richtiges deutsch...

im Original-Kapitel 13 auf "Schwyzerdütsch" findet ihr nun auch die Übersetzung ins richtige Deutsch dazu - siehe weiter oben.

Ich gelobe, keine weiteren solchen Eskapaden mehr zu produzieren.

Liebe Grüsse
Kudu
Themenstarter186 Beiträge · seit 200631. Dez. 2022 · #49
Kapitel 14 – «auf zur Chobe River Front» (29.10.2022)

Eine etwas lange Überfahrt Richtung Chobe NP steht uns bevor. Aber noch im Savuti drin gibt es ein paar Sichtungen und Landschaftseindrücke zu «bewältigen».

K14-Landschaft.jpg

zum Geniessen

Zuerst sehen wir einen typischen Safari-Löwen: Am Strassenrand und faul.

Der schönste Kudu-Bock der Region will auch aufs Bild:

K14-Kudu.jpg


Und dann entdecken wir einen Schakal, der mit vier Jungen über das Feld zieht. In der Schnauze hat er eine Beute, wohl einen Springhasen. Immer wieder hält er an, damit wir ihn auch gut anschauen können. Dabei sehen wir, dass der Springhase lebt… Es ist das fünfte Junge, dass jetzt auch wieder selber gehen muss.

K14-Schakalfamilie.jpg

Schakalfamilie

Die Fahrt geht nun durch eine ziemlich karge Landschaft. Für uns kein Problem. Die einen machen ein Nickerchen, andere diskutieren über dies und das.

K14-Baobabund.jpg

Baobab und Krokodil-Baum / Knob-Thorn-Tree (Acacia nigrescens)

Zwischendurch wird der Bewegungsnotstand bekämpft:

K14-Jogging.jpg

Moscow und Nora beim Jogging

Beim Ghoha-Gate (Nord-Ausgang Savuti) tanken die Guides Wasser nach, derweil die Vogel-Affinen (Tendenz: zunehmend 😮 ) unter uns die wunderschönen Scharlachweber und Trauerdrongos bestaunen.

K14-Scharlachweber1.jpg

Scharlachweber (m – Fitnesstraining)

K14-Scharlachweber2.jpg

Scharlachweber (w – am Arbeiten)

Bei einem Wasserloch gibt es Tea-Time. Hier schaffen es die fotogenen Gelbschnabeltokos den trinkenden Elefanten die Show zu stehlen. (Die Vögel übernehmen…?)

Bald erreichen wir die Hauptstrasse ausserhalb des Parks und das Fahrzeug muss wieder «umgerüstet» werden. (Scheibenwischer und Sicherheitsgurten-Pflicht).

Am Ufer des Chobe, unter Schatten spendenden Bäumen, haben wir einen wunderbaren Blick in das Chobe-Sumpfland, wo es sehr viele grasende Zebras und Impalas hat, grad angrenzend an die Rinderherden. Auf der anderen Seite des Flusses: Namibia. Ein wunderbarer Platz fürs Mittagessen.

K14-Mittagessen.jpg

Mittagessen mit Blick auf Ziegen, Chobe, Kühe und Zebras

Auf der kurzen Fahrt auf der Hauptstrasse erhalten wir einen kleinen Einblick ins Dorfleben und erhaschen immer wieder einen Blick auf die Grenzbrücke bei Ngoma.

Vor der Einfahrt in den Chobe statten wir dem Chobe Elephant Camp (ebenfalls zu Bushways gehörend) noch einen Kurzbesuch ab. Was für ein Hallo durch das Personal, als sie unsere zwei Guides sehen. Aber auch uns gegenüber sind die Angestellten sehr aufgestellt und freundlich.

Wir werden hier wieder einmal auf die WLAN-Resistenz geprüft. Die Prüfungs-Resultate sind unterschiedlich.

Nachdem Moscow ein paar administrative Angelegenheiten geregelt hat, fahren wir beim Ngoma Gate (unweit des Grenzüberganges nach Namibia) in den Chobe NP ein und sind gespannt, was wir in den letzten zwei Tagen noch alles erleben werden.

Wir fahren abwechselnd unten am Ufer, des sehr wenig Wasser führenden Chobes entlang, oder ein wenig zurückversetzt weiter oben durch sandiges und wenig Schatten gebendes Gelände.

K14-LandschaftChobe.jpg

Chobe Riverfront

Es wird wieder heisser und wir finden immer wieder Impalas dicht gedrängt auf kleinen Schattenflächen.

K14-Impalas.jpg

Impalas am/im Schatten

Auf der Fahrt zum Camp sehen wir viele Zebras, Impalas, Kudus, Krokodile, unsere erste Rappenantilope, Paviane, Giraffen, natürlich Kudus.

Zwei Elefantenherden sind am Wasser, baden, und haben ein wenig Zoff untereinander. Bei beiden Herden hat es sehr kleine Babys dabei.

K14-Elefanten.jpg

durstige Elefanten

Schlussendlich biegt Moscow ab, Richtung kleines Wäldchen, mit vorwiegend blattlosen Bäumen, wo die Tafel CNP03 an einem Baum angebracht ist. Unser Camp.

Wir sind grad nicht alleine – eine Elefanten-Gruppe benutzt grad die Ost-Tangente Richtung Fluss. Das wird noch ein paarmal passieren.

Neue Campsite --> neue GT-Runde und Abarbeiten der Getränke-Vorräte.

K14-Camp.jpg

romantischer geht’s kaum
zuletzt bearbeitet 31. Dez. 2022
6'369 Beiträge · seit 201131. Dez. 2022 · #50
Hoi Kudu

Kai Angscht, i voschtand Di scho. Ha vil Zit z Gersau vobrocht, bi mit aim vo Sursee dur Oschtafrika graist, d Vorgängorin vo minnärä Läbäspartnorin isch am Biälorsee ufgwaxä und mini Läbäspartnorin im Südschwarzwald, wos fascht dä glich Dialäggt redät wiä i.
I bi däzuä z SanGallä, im Züri Oborland und im Rhintl ufgwaxä.
Wennd nöd ä schlimms Wallisor'dütsch' redsch voschtand i so zimmli alli schwizordütschä Dialäggt.

Hallo Kudu

Keine Angst, ich verstehe Dich schon. Habe viel Zeit in Gersau verbracht, bin mit jemandem aus Sursee durch Ostafrika gereist, die Vorgängerin meiner Lebenspartnerin ist am Bielersee aufgewachsen und meine Lebenspartnerin im Südschwarzwald, wo sie beinahe denselben Dialekt wie ich sprechen.
Ich bin dazu in St.Gallen, im Zürcher Oberland und im Rheintal aufgewachsen.
Wenn Du nicht ein schlimmes Walliserdeutsch sprichst verstehe ich beinahe alle schweizerdeutschen Dialekte.


Wobei man auch sagen muss dass 'Schweizerdeutsch', 'alemanischer Dialekt', 'Elsässisch' usw so ziemlich dasselbe sind, zumindest dem Ursprung nach. Die oberwalliser Dialekte gehören genauso dazu wie gewisse Dialekte in Italien, die sind aber zum Teil wirklich schwer zu verstehen, auch für uns.
Schlussendlich ist das 'Hochdeutsch' (so bezeichnet man das 'Schriftdeutsch' bei uns, wir haben auch zum Teil andere Schreibweisen als in Deutschland oder Österreich) für uns eine Fremdsprache, wenn auch nicht ganz so fremd wie unsere anderen drei Landessprachen Französisch, Italienisch und Rumantsch.

Und jetzt weiter mit dem Reisebericht, hopp, hopp! 😉
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
1'835 Beiträge · seit 201531. Dez. 2022 · #51
Mea culpa! Die Schuld ist mein. Wer hätte gedacht dass Kudu meinen Scherz wörtlich genommen hat und so viele Paragrafen in Dialekt geschrieben hat. Aber, ich muss sagen, es hat mich gefreut den Dialekt Abschnitt mit dem Hochdeutsch Abschnitt zu vergleichen. War eben Sprachlehrerin in einem früheren Leben und deshalb fand ich diese Übung interessant! Danke dir, Kudu, für die doppelte Mühe und du musst wissen dass das mir als Heimweh Schweizerin die Seele gewärmt hat.
Ich denke nun können die echt Deutschsprachigen Leute hier anerkennen, wieso uns ihre Schriftsprache manchmal so schwer fällt. Uns in Dialekt auszudrücken fällt uns leichter, aber Kudu hat recht, das gilt eigentlich nur beim Sprechen.
(interessant ist dass z.B. auf Whatsapp im Dialekt geschrieben wird!)
Die kleine Geschichte vom Schakal und der Giraffe finde ich besonders nett.
Vielen Dank oder auf Bärntütsch: Mersi viu mau.
Katrin
If life is a journey be sure to take the scenic road! Expedition Antarktis: https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299327-expedition-antarktis-mit-falklands-und-s-georgia.html Island In Herbstfarben https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299288-island-in-herbstfarben-september-2018.html Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/weitere-laender/299141-nordamerikanische-safari-und-landschaft-2019.html Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different. Juni 2018 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/tansania/295665-zweite-selbst-fahrer-tour-in-tansania-same-same-but-different.html Trip reports in English: Namibia and KTP 2016 http://safaritalk.net/topic/16959-self-drive-safari-tr-nam-sa-bots-nam/ Botswana 2016: http://safaritalk.net/topic/16985-self-drive-safari-tr-bots-nam-sa/ Tanzania 2015: http://safaritalk.net/topic/15256-self-drive-safari-through-northern-tz-parks-of-mara-crossings-and-lions-in-camp/ Nam-SA-Bots 2014: http://safaritalk.net/topic/14669-self-drive-safari-in-botswana-south-africa-and-namibiab/page
8'668 Beiträge · seit 201031. Dez. 2022 · #52
Kudu schrieb:
K14-Baobabund.jpg

Baobab und ??
..... und Knob-Thorn-Tree (Acacia nigrescens) - falls du den Baum im Vordergrund meinst!

Mein Favorit in diesem Kapitel ist der Scharlachweber am Reck 😄 !

Bis nächstes Jahr dann hier im nächsten Kapitel 😉 .

LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 31. Dez. 2022
Themenstarter186 Beiträge · seit 200631. Dez. 2022 · #53
Champagner schrieb:
..... und Knob-Thorn-Tree (Acacia nigrescens) - falls du den Baum im Vordergrund meinst!
Danke Bele! Habe ich bereits ergänzt mit den neuen Erkenntnissen.
661 Beiträge · seit 201531. Dez. 2022 · #54
Hoi Kudu
Dank dim bricht chom i luscht uf e gruppereis öber.

Freu mi uf d fortsetzig
Grüessli und en guete rutsch is 2023
Malbec
zuletzt bearbeitet 31. Dez. 2022
Themenstarter186 Beiträge · seit 200601. Jan. 2023 · #55
Sadie schrieb:Mea culpa! Die Schuld ist mein. Wer hätte gedacht dass Kudu meinen Scherz wörtlich genommen hat und so viele Paragrafen in Dialekt geschrieben hat. Aber, ich muss sagen, es hat mich gefreut den Dialekt Abschnitt mit dem Hochdeutsch Abschnitt zu vergleichen. War eben Sprachlehrerin in einem früheren Leben und deshalb fand ich diese Übung interessant! Danke dir, Kudu, für die doppelte Mühe und du musst wissen dass das mir als Heimweh Schweizerin die Seele gewärmt hat.
Vielen Dank oder auf Bärntütsch: Mersi viu mau.
Katrin
Die doppelte Mühe hat mir aber auch ein wenig Spass gemacht und mir unsere Sprachsituation in der Schweiz wieder mal ein wenig bewusster gemacht.


@Picco
Dein Dialektgemisch würde ich ja gerne mal live hören - muss "interessant" klingen 🙂
Themenstarter186 Beiträge · seit 200601. Jan. 2023 · #56
Malbec schrieb:Hoi Kudu
Dank dim bricht chom i luscht uf e gruppereis öber.
Das freut mich.
Ich will aber gerne nochmals wiederholen und betonen, dass die halbe Miete einer erfolgreichen Gruppenreise darin besteht, dass die Gruppe "funktioniert".
Beim Einbuchen in eine Gruppenreise mit unbekannten Teilnehmern kann es Überraschungen geben - auch unerwünschte eben.
Themenstarter186 Beiträge · seit 200602. Jan. 2023 · #57
Kapitel 15 – «der letzte Tag, mit Regentanz und ein emotionaler Abend» (30.10.2022)

Nachts sind immer wieder Elefanten vorbeigezogen. Ein Campsite an bester Verkehrslage also. Auch Löwen haben wir die ganze Nacht rufen gehört. Deshalb treibt uns erstmals Moscow ein wenig an; der Aufbruch wird ein wenig hektisch. Das sind wir uns nicht mehr gewohnt, nach zehn dermassen chilligen Tagen. Aber es lohnt sich, dass wir kurz nach sechs losgefahren sind.

K15-Elefanten.jpg

Elefanten beim Frühstückswasser

Und schon bald findet Moscow einen der nächtlichen «Lärmer». Es ist ein alter Geselle, dessen Kratzer und Narben am Gesicht und fast überall uns wohl viele Geschichten erzählen könnte. Er liegt faul, aber einigermassen fotogen im Sand.

Dann folgt ein Gamedrive unter dem Motto «grosse Gruppen». Elefanten, Impalas, Büffel, Giraffen, Paviane, Kudus – alle jeweils in grosser Anzahl. Dasselbe gilt leider grad auch für Mopane-Fliegen.

K15-Impalas.jpg

ganz viele Impalas gehen zum Wasser

K15-Pavian.jpg

Pavian mit ganz jungem Baby

Ein paar Mal sehen wir Warane.
Plötzlich läuft ein Schakal über die Wiese und trägt erhobenen Hauptes eine Taube als Beute davon.

K15-SchakalmitTaube.jpg

Schakal mit Taube

Dann gibt’s eine Vorstellung der Zebramangusten, welche viel herziger empfunden werden, als die vorher gesehenen Warane. Ich finde das ungerecht.

K15-Büffel.jpg

Büffel am Wiederkäuen

Und Vögel: Mich freut es, dass sich die Vogel-Muffel inzwischen ein wenig weiterentwickelt haben und doch schon einige Vögel kennen und sie sogar interessant finden.

K15-Siesta.jpg

man beachte: Jede Sitzbank im Auto ist besetzt

Die folgende Siesta ist anfänglich noch entspannt, wird aber nach und nach ein wenig ungemütlich wegen den lästigen Mopanefliegen. Und die Wildbienen sind ein wenig aggressiv, man muss aufpassen, dass man nicht gestochen wird. An duschen ist deswegen nicht zu denken. In der Ferne hört man es donnern und es sieht auch ein wenig schwarz aus. Chicco vermutet, dass es wohl ein wenig Regen geben könnte und wir montieren vorsichtshalber die Regenkappen bei unseren Zelten. Etwa eine Stunde vor dem letzten Nachmittagsgamedrive fängt es tatsächlich ein wenig an zu regnen, so dass auf unserer letzten Ausfahrt eher wenig los ist.

Trotz (oder wegen?) dem Regen sehen wir einen überaus aufgestellten Moscow. Mit Ohrstöpseln in den Ohren und strahlendem Gesicht tanzt er zur Musik aus seinem Handy. Ich will das auch hören. Er gibt mir einen seiner Kopfhörer und meine Beine fangen auch grad an mitzutanzen. Es ist Musik von Leonardo Dembo (1959-1996, Zimbabwe), welche genau passt zur Situation. Auch andere der Gruppe kommen und hören und tanzen mit beim kleinen, feinen Regentanz.

K15-Regentanzverpixelt.jpg

Regentanz

Als vorläufiges Schlussbouquet der Safari sehen wir nach ein paar faulen Safari-Löwen noch – schon fast im Dunkeln – zwei Löwen, die vor uns im Scheinwerferlicht auf der Strasse ihres Weges gehen.
Vor dem Nachtessen – wir sitzen grad so schön alle beieinander beim Feuer - hält Mats eine Dankesrede an Moscow und Chicco für die unvergesslichen vergangenen Tage. Er findet sehr passende und emotionale Worte. Kein Auge bleibt trocken. Auch Moscows Worte an uns berühren uns sehr. Wer hätte gedacht, dass wir uns in nur mal elf Tagen so nahe kommen würden?

Jetzt kommen halt noch die vielen «das letzte Mal dies» und «das letzte Mal das».
Also: Das letzte Mal Abendessen. Aber mit «netter Störung». Zwei Honigdachse inspizieren das Camp. Einer davon ist ganz schön dreist und geht von Zelt zu Zelt um zu schauen, ob er etwas Interessantes findet. Dass da auch grad noch eine Ginsterkatze dabei ist, stört die zwei Frechdachse nicht. Wir waren alle so überrascht von diesem unangemeldeten Besuch, dass wir nur wenige Beweisfotos vorweisen können.

K15-Honigdachs.jpg

Zeltinspektion

(Ich habe inzwischen aber auf Youtube ein Video gefunden, welches im Moremi (?) die selbe Situation zeigt:
https://youtu.be/_ePIo71P1sc .
Wieder zwei Dachse und eine Ginsterkatze, das kommt mir schon ein wenig eigenartig vor.)

Mit den kleinen Spiessen, mit welchen wir Marshmallows rösten, wird danach Einiges an Pyromaninnen-Schabernack getrieben, die Stimmung ist sehr aufgedreht und es geht bis über Farmers Midnight hinaus, bis wir die letzte Zeltnacht in Angriff nehmen. Auch diese Nacht hören wir die Löwen in der Ferne und die Honigdachse scheinen weiter auf dem Gelände herumzuwuseln.

Und die Auflösung des Zebra-Rätsels? Moscow wäre sicher enttäuscht, wenn ich das hier verraten würde.
zuletzt bearbeitet 02. Jan. 2023
8'668 Beiträge · seit 201002. Jan. 2023 · #58
Hi Kudu,

ich hab dir mal die Stelle markiert, wo das Beweisfoto fehlt 😎 😛 .
Löwe.JPG
Anonsten danke fürs Weiterberichten - auch wenn es mir gar nicht so richtig gefallen will, dass jetzt bald Schluss mit lustig ist 🙁 . Ich kenne dieses "Zum letzten Mal"-Gefühl, wenn man da oben auf der HATAB 1,2 oder 3 im Chobe ist, nur zu gut... 😣 .

Liebe Grüße von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 02. Jan. 2023
Themenstarter186 Beiträge · seit 200603. Jan. 2023 · #59
Champagner schrieb:
ich hab dir mal die Stelle markiert, wo das Beweisfoto fehlt 😎 😛 .
Löwe.JPG
Hi Bele
Danke für den Hinweis. Du hast das richtig erkannt: Das Beweisfoto fehlt - es gibt keines! Drum bin ich froh über Deine treffende Karikatur. Die trifft es ausgezeichnet, einzig die Öhrchen waren runder, nicht so spitzig 😄

Liebe Grüsse
Kudu
Themenstarter186 Beiträge · seit 200604. Jan. 2023 · #60
Kapitel 16 – «Kasane» (31.10.2022)

Das letzte Mal «Abbau der Bude».

K16-abgebaut.jpg

abgebaut

Auf der kurzen Fahrt nach Kasane verabschiedet sich stellvertretend für die anderen Tiere erst mal die Löwenfraktion.

K16-Löwe.jpg

kommt wieder – ich warte auf Euch!

K16-Löwenfutter.jpg

Beute-AusSicht

Elefanten, Kudus und Gabelracken spielen die Beleidigten und lassen sich nicht blicken. Einzig eine überaus aktive grosse Gruppe Zebramangusten gibt eine gebührende Abschiedsvorstellung.

K16-Zebramangusten.jpg

Zebramangusten

Wir sind schon um neun Uhr bei den Chobe River Cottages. Dort sind sie etwas überrascht, dass wir schon so früh kommen, aber wir haben Glück und können bereits alle fünf Chalets beziehen. Es gilt nun so langsam sich wieder an die «andere» Welt zu gewöhnen. Mir scheint, dass hier genau der richtige Ort dafür ist. Wir ertappen uns das eine und andere Mal, dass wir bereits wieder in Beziehung zu unwichtigen Dingen treten, wie eine nicht brennende Lampe oder ein nicht funktionierender Lichtschalter. Immerhin waren wir fast zwei Wochen richtig gut im Modus des «Laissez-faire-Lebens».

Die Frau an der Rezeption ist sehr hilfsbereit mit dem Kontakt zur Boatscruise-Frau und macht uns auch die Reservation fürs Abendessen im Old House.

Vor dem Boat-Cruise mit Kempho Safaris gehen wir noch schnell im Buzz Café, welches grad nebenan gelegen ist, etwas Kleines essen. Na ja sowohl «schnell», als auch «etwas Kleines» ist uns beides nicht ganz gelungen. Wir haben alle viel zu viel gegessen und es ist schon fast Zeit für den Boatcruise, als wir das Café verlassen.

Der Gamedrive auf dem Boot mit unserm Guide Mujo beginnt etwas harzig. Mujo war missverständlicherweise zu Ohren gekommen, dass wir eine Birder-Gruppe seien und ist nun ein wenig irritiert, dass das nicht so ist. Mir tut das sehr leid für ihn, denn er sucht und findet seine gefiederten Freunde mit grosser Leidenschaft. Ich kann das aber gut mit ihm besprechen und ihm erklären, dass wir einfach alle alles in der Natur gerne haben und interessant finden, auch wenn wir uns bei den so zahlreichen Vögeln hier viele Namen nicht merken können. Bald schon stimmt die Chemie zwischen Mujo und uns. Chapeau wir er sich auf uns eingelassen hat!

K16-Rapids.jpg

Rapids

Wir fahren zuerst zu den Rapids. Viele Nimmersatte inklusive Jungvögel lassen sich hier aus ganz neuer Perspektive fotografieren.

K16-3Nimmersatt.jpg

Trio Nimmersatt jr.

Auch Krokodile, nicht grad Kleine, sind mit uns auf Augenhöhe – oder darüber.

K16-Krokodil.jpg

mal in in DH?

Bei den Vögeln zeigt uns Mujo alle verschiedenen Arten der Kingfisher und da staunen selbst die Vogelmuffel über die Farben- und Formenvielfalt.

K16-Malachit.jpg

Malachit-Eisvogel

Wir fahren dann weiter Richtung Westen. Es ist eine mystische Stimmung, denn in der Ferne (oder sagen wir: noch weit genug weg) wird es bedrohlich schwarz und es blitzt und wir hören zeitverzögert das Donnern.

Dann sehen wir drei Löwen am Ufer liegen, nicht weit entfernt davon trinkt ein Elefant Wasser am Ufer. Und unterwegs sehen wir immer mal wieder Impalas, Warane, Krokodile und verschiedenste Vogelarten, darunter wunderschöne Purpur- und Goliath-Reiher. (Silberreiher und Kuhreiher, aber auch Sattelstörche und Nimmersattem sowie Schreiseeadler*), gehören inzwischen bei allen zum «habe-ich-auf-sicher-Repertoire»).

K16-Schreiseeadler.jpg

Schreiseeadler

K16-Purpurreiher.jpeg


Apropos «Störche und Reiher». Beim Flugbild haben Störche einen gestreckten und Reiher einen s-förmigen Hals. Schade, dass es nicht umgekehrt ist, denn die Eselsbrücke s-Storch = s-Hals war doch so praktisch gewesen.

Zum Schluss haben wir einen schönen Sonnenuntergang mit Gewölk und Mujo stellt sein Boot perfekt in Foto-Position. Dazu Bier oder Savanna aus dem Pflichtkonsum.

K16-Sonnenuntergang.jpg

Chobe Sonnenuntergang

Wir freuen uns alle auf den Boat-Cruise morgen früh und verabschieden uns von Mujo.

Beim Abendessen im Old House sind wir froh, dass wir auch nur etwas Kleines essen können, nach dem opulenten Mittagessen. Das Essen war sehr lecker, aber das Bush-Ambiente hat uns allen etwas gefehlt.

*) Wir haben uns auf der Reise gefragt, ob der Schreiseeadler (auf Englisch laut Avibase: African fish eagle oder African sea eagle) und der Weisskopfseeadler (USA, Kanada) die gleiche Vogelart ist. Zu Hause gegoogelt: nein, das sind zwei verschiedene Vogelarten.
zuletzt bearbeitet 04. Jan. 2023