Reisebericht

Take me to Namibia….. die Erste!

von Unterwegsmitjunior · begonnen 12. Aug. 2022 · 31 Teile

Teil 112. Aug. 2022
Es geht los - parat zum Einsteigen? 😉

Ein Reisebericht zu einer totalen Ersttätertour einer alleinerziehenden Mutter mit Sohnemann, 6 Jahre. Mit allen Ängsten und Sorgen und Freuden....


Ende Februar wusste ich endlich, dass ich zusätzlich zwei Wochen Reisezeit Mitte Juni erhalten werde. Die Planung musste also in Flugeseile gemacht werden! Juni? Costa Rica zu nass. Überhaupt an vielen Orten zu nass… Flugdauer zu lange oder kompliziert. Wohin und wie reist man mit einem Sechsjährigen? Na klar, für vier Wochen nach Namibia!
Flug buchen, Mietauto reservieren, tausend Dokumente besorgen, durchs Forum lesen, Reiseführer studieren, Fotoausrüstung updaten, Budget berechnen, Route planen, Unterkünfte reservieren, Haus- und Tierbetreuung organisieren, ab und zu ein bisschen Sorgen machen, oft träumen, und vieles mehr!

17. Juni
Take me to Namibia, my Soul needs to breathe!

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Durchatmen konnte ich das erste Mal, als wir von der Mietwagenfirma beim Flughafen abgeholt und zu Kalahari Car Hire gefahren wurden. Wir waren wirklich in Namibia, und alles verlief problemlos. Der Fahrer plauderte mit mir und als ich ihn einmal nicht verstand, musste ich nachfragen. Giraffen? Hier? Tatsächlich, drei Köpfe lugten über die Baumwipfel!
Die Mietwagenübernahme verlief problemlos, und ich fühlte mich danach sicher. Sogar ein SIM-Kärtchen konnte ich dort kaufen, und alles wurde mir eingerichtet. Was für ein toller Service!

Und dann hiess es das allererste Mal: Auf der linken Strassenseite fahren! Uff! Was für ein verrücktes Gefühl! Die Fahrt bis zum Einkaufszentrum war Nervenkitzel, aber alles ging prima. Ich staunte über die freundlichen Menschen, die plauderten und hundert Fragen stellten, oder im Laden kamen und mir zuflüsterten, dieses Produkt sei im anderen Laden günstiger.

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Zur Arebbush Travel Lodge war es nur ein Katzensprung – genau das, was ich nach einer schlaflosen Nacht im Flugzeug, in einem total fremden Land, wollte. Das Zimmer war gross und nett eingerichtet, und wir genossen ein bisschen Ruhe und Entspannung. Vor den grossen Fenstern flanierte der Sicherheitsmann, so nah und ohne Pause, dass ich mich schon selber fast ein bisschen überbewacht fühlte.
Am Abend bestellten wir ein Stück Game Sirloin vom Braii. Ich weiss nicht, ob es das allerbeste war, was ich je gegessen hatte, aber auch nach der vierwöchigen Reise erschien es mir immer noch als das allerbeste.
Nach dem Abendessen beschloss ich, doch einmal noch bei der Reception zu fragen, ob meine Fleischbestellung von der KWS angekommen war. Tatsächlich, es wurde alles im Kühlschrank gelagert. Wie wurde denn bezahlt? Gar nicht… Ok, ich bin eindeutig in Namibia! Wir hinterlegten das Geld, verstauten unsere neuen Schätze in der Kühlbox, und krochen müde ins Bett.

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Teil 212. Aug. 2022
18. Juni

Nach einem guten, aber organisatorisch leicht chaotischen Frühstück, packten wir unsere Sachen zusammen. Die Fahrt verlief gut, und ich fühlte mich bereits recht gut auf der linken Fahrspur.
Auf der Grasnarbe in der Autobahnmitte sah ich verwundert einen grossen Hund. Was macht denn der hier? Oh, ist ja gar kein Hund, sondern ein Pavian! Ich habe gelesen, dass die Paviane bei der Autobahn sind, aber auf dem Mittelstreifen? Na gut, dachte ich, und mit einem glücklichen Grinsen (wir sind in Namibia!) fuhren wir Richtung Norden, wo wir schliesslich zum Waterberg abbogen.

Ui, aha, das wäre denn nun so eine Gravel Pad. Gar nicht so schlimm…. Rüttelte ein bisschen, war aber ja noch lustig! Da fiel mir plötzlich ein, dass ich ja die Staubklappe öffnen sollte…....

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Wir sahen Giraffen in einem eingezäunten Bereich neben der Strasse, Eselskarren und Oryx.
Mit der Zeit fand ich das richtige Tempo, um gut über das Wellblech zu fahren. Ein bisschen verwirrt darüber war ich, wie wenige andere Autos wir antrafen. Der Waterberg ist doch eine Touristenattraktion? Eine Woche später fand ich dann heraus, dass es hier verhältnismässig viele Autos hatte……

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Der Plan war, beim Waterberg eine Wanderung zu machen. Vor dem Tor wurden wir gestoppt, und ich musste mein erstes Formular ausfüllen. Es würde nicht das letzte sein….

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Wir bezahlten bei der Reception den Eintritt, fuhren zum kleinen Parkplatz hoch und begannen unsere Wanderung. Die Aussicht war toll, und die vielen Farben des Gesteins faszinierten mich. Junior war hochmotiviert und wollte viele Tiere finden. Wir sahen keines….

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Die Wanderung ging bald in Klettern über, und der Weg wurde immer anspruchsvoller. Mein Sohn musste die Hände zu Hilfe nehmen, und Tiere waren noch immer keine zu sehen – der erste Frust zeigte sich. Wir kämpften uns noch ein bisschen weiter, mit Sohnemann an der Hand, eine Hand zum Festhalten an den Felsen, eine weitere Hand für den baumelnden Fotoapparat um den Hals,… und gaben schliesslich auf. Wir drehten um, und ganz erstaunt sah ich ein junges Paar uns entgegenkommen; bis jetzt waren wir ganz allein gewesen. Sie erzählten auf Deutsch, dass beim nächsten kleinen Felsen ein Tier war, sogar mit einem Baby. Was für eines, konnten sie uns nicht sagen. Ich betete, dass es noch nicht verschwunden war…. Und tatsächlich, auf einem grossen Stein kletterte ein Klippschliefer! Junge konnten wir keine entdecken, aber der Tag war für Junior gerettet (und darum auch für mich)! Der Klippschliefer war gar nicht scheu, und wir konnten ihn ausgiebig bewundern! Ich sah auch viele Schmetterlinge, aber sie wollten nicht fürs Foto posieren.

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Kurz bevor wir beim Auto zurück waren die nächste Entdeckung: Ein süsses Dikdik äste direkt neben dem Weg.

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Und beim Auto noch eine Entdeckung: Auf dem Fahrzeugdach kletterten einige Paviane herum. Sie verzogen sich rasch, um bald darauf auf dem nächsten Auto herumzuklettern.

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Bei der Rückfahrt verscheuchte eine Frau bei der Reception mehrere Warzenschweine vom Rasen. Junior hatte Mitleid mit den Tieren: Sie wurden mit einem Besen verscheucht und mussten sogar auf den Knien essen!

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Vergnügt fuhren wir die Gravelpad zurück, um schliesslich in Otjiwarongo die nächste Lodge zu beziehen. Out of Africa lag gut gelegen, das Zimmer war sehr schön und neu, und mit Blick auf einen hübschen Innenhof. Wir genossen ein wunderbares Abendessen mit der ersten – aber lange nicht letzten – feinen Suppe. Ein so schönes Zimmer für 750 NAD, da kann man nicht meckern.

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Teil 313. Aug. 2022
19. Juni

Nach einem gemütlichen Frühstück ging es los zu unserem Sehnsuchtsort: Der Etosha Nationalpark. Am Lindquist Tor füllte ich das Formular aus und beantwortete die Fragen (Drohnen, Tiere, Plastiksäcke?), und schon waren wir drin. Ich war so neugierig, wie es werden würde. Werden wir viele Tiere sehen? Überhaupt welche? Müssen wir ewig lange fahren? Oder werden wir Glück haben?
Nach drei Fahrminuten sahen wir die ersten Giraffen. Bis Namutoni sahen wir keine weiteren Tiere mehr, aber ich war zuversichtlich. Schliesslich war das nur ein Katzensprung auf einer Teerstrasse.

In Namutoni bezahlten wir den Eintritt für fünf Tage, assen und tranken etwas, und machten uns dann auf unsere erste Tour.
Kaum um die Ecke gebogen, winkte mir ein Schwarzer zu. Oh, der flirtet! Grinsend fuhren wir langsam weiter, aber mein angeblicher Verehrer liess nicht locker. Als wir uns wieder kreuzten, erzählte er, dort liege ein Löwe! Oh! Ohhh! Andrea, hier werden Tiere besichtigt, nicht geflirtet! Lachend (über mich selber und über unser Glück, einen Löwen zu sehen) fuhren wir bis zur besagten Stelle zurück. Die Löwin lag faul und satt nahe neben der Pad und zeigte nur Interesse am gähnen und sich putzen.

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Nachdem wir uns satt gesehen hatten, erkundigten wir die nähere Umgebung. Wir fanden Zebras, Riesentrappen, Strausse, Springböcke, Gnus, Impalas und viele Vögel. Vor allem die Gabelracken faszinierten mich!

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Unterwegs sichtete ich schliesslich den ersten Elefanten, weit weg, aber ich war happy! Etwas später fanden wir noch zwei weitere Elefanten, es waren wohl Jungbullen.

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Teil 413. Aug. 2022
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So langsam waren wir müde und beschlossen, die letzte, kleine Pad zu nehmen. Hier war nicht viel los, und so wendete ich und fuhr gemütlich zurück. Wir wollten unser Zelt aufklappen und das erste Mal unsere Braii-Fähigkeiten testen. Doch plötzlich sah ich etwas Grosses, Graues im Gebüsch! Ein Nashorn! Und es war so nett, sogar ein wenig aus dem Gebüsch herauszukommen. Nach ausgiebiger Bewunderung und hundert Fotos fuhren wir ein paar Meter weiter und entdeckten, dass es gar nicht ein Nashorn war, sondern zwei. Das andere hatte sich hinter dem Gebüsch versteckt, und lachte sich über uns Touris sicher kaputt!

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Mein fröhliches Grinsen konnte ich nicht mehr abschalten, auch nicht beim Zelt ausklappen. Wir durften den besten Braii-Platz auswählen und standen an ruhiger Lage am Rand des Platzes.

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Plötzlich bekamen wir Besuch von einer grossen Gruppe Streifenmangusten. Sie waren sehr neugierig und kletterten in den Unterboden unseres Autos. Ich hoffte einfach sehr, dass sie dort keine Kabel anfressen würden…

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Etwas später spazierte eine grosse Gruppe Perlhühner über den Platz. Die wären vielleicht auch lecker vom Grill?
Unser Abendessen schmeckte wunderbar (Eland, nicht Perlhuhn… grins), und schliesslich schlüpften wir glücklich in unseren Schlafsack. Es war extrem kalt in der Nacht, und die Matratze wirkte dünn wie ein Stückchen Stoff. Die nächsten beiden Nächte werden es ein Bungalow sein, das beruhigte mich.
Teil 514. Aug. 2022
20.6.

Etwas steif und frierend, aber motiviert, standen wir am Morgen auf. Die Motivation verflog rasch, als ich versuchte, gefühlt hundert Quadratmeter Zeltstoff zu verstauen. Die Abdeckplane war durch die Kälte hart wie ein Brett, und ich zupfte Millimeter für Millimeter daran herum, in zwanzig Runden um das Auto. Irgendwann hatte ich es geschafft. Junior tobte unterdessen auf dem Platz herum, und ich hatte immer wieder Gesellschaft von Perlhühnern und Streifenmangusten.

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Aber schliesslich ging es los! Wir sahen viele Zebras, Giraffen, Riesentrappen, Strausse, Erdmännchen, Gnus, Rotschnabeltokos, ein Schabrackenschakal, viele Vögel und natürlich Springböcke. Eine Gruppe Elefanten spazierte neben der Pad.

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Nach einer Kurve stand plötzlich ein Elefant vor mir auf der Strasse. Wow, wie toll, dachte ich noch…. Da kam er mit wackelnden Ohren auf mich zu. Jetzt gabs nur Eines, nämlich langsam zurückfahren, aber dicht hinter mir stand nun ein anderes Auto. Bitte, bitte, geh weg! Ich fuhr langsam zurück und hoffte, der Fahrer hinter mir kapierte es. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, dann machte er mir Platz. Uff, danke! Der Elefant spazierte weiter auf uns zu, trompete und wackelte mit den Ohren, wir fuhren rückwärts, Meter für Meter für Meter. Nach einer Ewigkeit trottete der Elefant schliesslich zur Seite, und ich merkte erst jetzt, dass ich die Luft angehalten hatte.

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Am späteren Nachmittag kamen wir bei unserem Bungalow in Halali an. Nach dem Abendessen, welches wir gegen einen Rotschnabeltoko und mehrere Baumhörnchen verteidigen mussten, spazierten wir noch zum Wasserloch. Auf dem Weg begegnete uns ein Buschhase, beim Wasserloch entdeckten wir Marabus und später fünf Rhinos.

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Diese Nacht war wesentlich gemütlicher, bequemer und wärmer, im kuscheligen Bett.
Teil 614. Aug. 2022
21.6.
Nach der total gemütlichen Nacht ging es am Morgen zeitig los.
Auf der Tour staunte ich immer wieder über die wechselnde Vegetation. Manchmal dachten wir, hier sei absolut nichts los, und da entdeckten wir doch wieder ein neues Tier, zum Beispiel ein Steinböckchen.

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Insgesamt sahen wir neben unzähligen Vögeln: Giraffen, Schabrackenschakal, Kuhantilope, hunderte von Zebras und Gnus, Springböcke, Baum- und Erdhörnchen, Elefanten, Riesentrappen, Triele, Strausse, Zebramangusten, Oryxe, Nashörner, Impalas und Marabus.

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Eine Gackeltrappe?

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Wer bist du? -> Southern White-crowned Shrike (Weißscheitelwürger)! Danke Friederike! 🙂

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Teil 716. Aug. 2022
22.6.

Das Packen ging zügig, und wir machten uns auf eine gemütliche Tour in Richtung Okaukujeo. Auf den Wegen sahen wir Giraffen, Springböcke, Zebras, Gnus, Strausse, Perlhühner und Schakale. Bei Rietfontein (ich bin nicht mehr ganz sicher) sah ich aus der Ferne mehrere Autos versetzt zum Wasserloch stehen. Das konnte doch nur bedeuten……… tatsächlich, hier lag ein Löwenpärchen satt und träge im Gras.

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Auf dem Camp in Okaukujeo bauten wir unser Zelt auf. Vorsorglich blies ich nun auch die Schlafmatten auf, damit wir ein bisschen bequemer liegen konnten. Leider war unser Platz neben dem Sanitärgebäude, und alle Leute latschten direkt vor unserer Nase vorbei. Meine südafrikanische Nachbarin beklagte sich lautstark beim Platzaufseher, jedoch ohne Erfolg.

Auf unserer Tour entdeckten wir wieder viele Tiere, besonders sehr grosse Herden Gnus.

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Bereits zu Hause war ich fasziniert vom Wasserloch bei Okaukujeo – dies hatte ich über die Webcam bewundert! Hier war Betrieb wie in den Sommerferien am Flughafen: Ein Kommen und Gehen! Da hätte ich Stunden verbringen können, und Junior turnte jeweils bis zu einer Stunde zufrieden und leise auf der Beobachtungstribüne herum.

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Am Abend konnten wir ein eindrückliches Schauspiel bewundern: Am Wasserloch tauchten mehrere Elefanten auf. Zwei davon streichelten sich gegenseitig mit den Rüsseln und gaben sich schliesslich, wiederum gegenseitig, Wasser zu trinken. Dann schlangen sie ihre beiden Rüssel um sich. Einige Tage später, auf der Etusislodge, wurde mir erklärt, dies sei so quasi Armdrücken für junge Elefantenbullen, also ein sanftes Kräftemessen.
Leider konnte ich nur schlechte Handyfotos machen…

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Im Dunkeln liefen wir übermütig zu unserem Dachzelt zurück, es war bereits ziemlich kühl geworden. Wege waren nicht beleuchtet und schlecht erkennbar, und wir liefen über grosse Steine. Plötzlich schrie Junior auf – etwas hätte ihn in den Fuss gestochen!
Ich trug ihn, bis wir ein bisschen Licht hatten, und besah mir den Fuss. An der Fusssohle war ein kleines Löchlein, das ziemlich blutete. Die Sandale war jedoch leer, weder Dornen noch Steinchen noch Skorpione noch andere Monster waren zu entdecken.

Von da an weigerte sich mein Sohnemann, diese Sandalen anzuziehen. Es steche, meinte er. Viele Male öffnete ich alle Klettverschlüsse und untersuchte den Schuh komplett. Nichts! Ich dachte, er hätte wohl einfach Angst.

Zuhause schaute ich nach einer erneuten Weigerung noch einmal nach. Nichts… Doch halt, wenn ich aufs Fussbett drückte, war da etwas! Und tatsächlich: Ein dickes Stück Dorn hatte sich durch die stabile Sohle (es ist eine Art Trekkingsandale) durchgebohrt und ist abgebrochen. Erst mit Druck wurde sie spürbar. Ich musste eine Zange nehmen, um den etwa 4 mm dicken Dorn herauszuziehen….

Neben schönen Erinnerungen nahmen wir also auch lehrreiche von unserer Reise mit.... 😉
Teil 817. Aug. 2022
23.6.

Die Nacht war mit den Matten wesentlich bequemer, und ich hatte schön warm. Aber beim Drehen auf die andere Seite merkte ich jedes Mal, dass sich mein Kissen irgendwie gefroren anfühlte. Als wir aus dem Zelt kletterten, verlangte mein Sohn lautstark nach Handschuhen. Wohlgemerkt, in der Schweiz im Schnee lehnt er Handschuhe ab!
Später habe ich herausgefunden, dass etwa minus 2 Grad in der Nacht war…
Das Einpacken des Zeltes war eine Qual, und ich kämpfte ewig mit der steifen Plane. Das einzig Gute daran war, dass ich von der Krampferei warm bekam…

Hey, ich hatte Ferien! Also gingen wir zur Reception und fragten nach einem Wechsel auf eine feste Unterkunft für die zweite Nacht. Alles voll, war die knappe Antwort.
Auf der Entdeckungsreise im Park verhandelte ich mit meinem Sohn, ob wir bereits früher aus dem Park reisen wollten. Er war sofort einverstanden, er mochte ja keine Handschuhe! Und Zebras und Springböcke, fand er, hätte er auch genug gesehen.
Spontan buchte ich dann für die kommende Nacht die Ijaba Lodge bei Outjo. Im Nachhinein war das doppelt gut gewesen…….

Im Park sahen wir neben den üblichen Verdächtigen auch Warzenschweine, Steinböckchen, Kuhantilopen und Kudus.

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Wer bin ich? -> Steppenfalke... danke Friederike!

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Am Nachmittag verliessen wir den Park und kicherten über die beiden dicht hintereinander stehenden Kontrollen am Tor. Keine Ahnung, warum die Quittung im Abstand von 50 Metern zweimal gezeigt werden muss, aber ist ja kein Problem. Etwas mühsamer waren dann die Fragen der resoluten Lady am zweiten Tor. Ob ich alleine reise. Wo mein Mann sei. Warum er nicht hier sei. Ich antwortete knapp…. Er sei zu Hause und arbeite – was ja stimmt. Als Frau alleine mit Kind, ist für Namibier nicht so leicht zu verstehen.

Die Ijaba Lodge vor Outjo erwies sich als absolutes Schmuckstück! Wunderschön eingerichtete Zimmer mit unglaublich viel Liebe zum Detail, aber zugleich modern und gemütlich. Ein hübscher Garten, leckeres Essen und sehr freundliche Menschen. Und das für 70 Franken inklusive Halbpension für uns Beide.

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Fazit Etosha: Wir haben viele Tiere gesehen und waren wirklich happy. Die wirklich besonderen sparen wir uns fürs nächste Mal auf, wie Hyänen oder Serval. Wir haben viele Wasserlöcher angefahren und da war absolut nichts los – dafür aber immer wieder unterwegs! Das eindrücklichste Wasserloch war bei Okaukujeo – hier war einfach immer etwas los!
Camping bei Namutoni fand ich recht schön und sauber, die Bungalows in Halali einfach, aber in Ordnung. Der Camping in Okaukujeo hat mir nicht gefallen. Zu nah beisammen, lieblos, und die Sanitärgebäude wirklich grusig (und ich bin hart im Nehmen!).
Bis auf den Campinplatz-Aufseher bei Namutoni waren die Angestellten sachlich-kühl. Nicht unfreundlich, aber auch nicht einladend für Plaudereien.
Mit Braii waren wir glücklich, die Auswahl bei den Restaurants begeisterte uns nicht.
Vier Tage im Park waren gut, für ein weiteres Mal könnte ich mir drei bis vier Tage vorstellen. Das lange Sitzen im Auto ist für einen Sechsjährigen nicht ganz einfach.
Teil 918. Aug. 2022
24.6.

Am nächsten Morgen genossen wir ein tolles Frühstück, und nach dem Packen starteten wir unseren Wagen. Der machte keinen Mucks. Ich versuchte den Trick mit der Sicherung, so dass das Auto über die Kühlbox-Batterie starten konnte. Nichts. Der Lodgebesitzer versuchte es mit Überbrücken von seinem Auto – nichts. Über unseren Autovermieter wurde ein Garagist von Outjo beauftragt, sich das Problem anzuschauen. Outjo sei zwei Kilometer weit entfernt, und er komme sofort. Wir genossen die Zeit im Garten, was gut war, denn «sofort» bedeutete über eine Stunde. Der Wagen wurde mit einer mobilen Batterie überbrückt und mitgenommen, und nach einer weiteren Stunde mit einer neuen Batterie wieder zurückgebracht. Alles gut, dachte ich… und irrte mich für die nächsten paar Tage.

Ich freute ich riesig auf die Sophienhof-Lodge. Viele Tiere und ein toller Gamedrive sollen auf uns warten, und es war nicht zu viel versprochen!

Wir entspannten im Garten, der Pool war den aktuellen Temperaturen entsprechend sehr kalt, und Junior pirschte sich zum Wasserloch – um kurz darauf weinend zurückzukommen. Stacheln steckten in ihm fest, meinte er, und tatsächlich: Viele kleine Dornen von den Gräsern steckten überall. Mit Fingernägeln und einer Pinzette war ich eine halbe Stunde lang beschäftigt, die Dornen überall herauszuzupfen… Wirklich überall, sogar in der Unterwäsche!

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Weil Spielzeug rar war, baute Junior ein Baumdorf aus Brennholz auf. Da mochte ich Reisen grad doppelt: Zuhause warten viele Spielsachen, aber für unterwegs nehmen wir nur wenig mit. Meinem Sohn fällt immer etwas ein, das man spielen oder bauen kann…

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Vor dem Abendessen spazierten einige Tiere über das Gelände oder zum Wasserloch, zum Beispiel ein schwarzer Springbock und ein Nyala.

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(Der schwarze Springbock ist auch im Hellen schwarz 😉 )

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Besonders lustig fanden wir die Graulärmvögel. Wir versuchten, ihre Laute nachzumachen, und sie antworteten oft.

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Beim Abendessen trat die Köchin vor uns und richtete sich würdevoll auf. Sie erzählte uns die Gerichte in ihrer Damara-Sprache, und wir versuchten, die Klicklaute nachzumachen. Die Stimmung war wunderbar, entspannt, sinnlich und wertschätzend.
Teil 1019. Aug. 2022
25.6.

Nach einem gemütlichen Frühstück hatten wir Zeit zum entspannen, lesen und spielen.
Spontan beschlossen wir, ein Feuer zu machen und eine Wurst aus unserer Kühlbox zu braten.

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Am Nachmittag durften wir auf den Game Drive. Zuerst dachte ich, die grosse Gruppe Reisende käme mit, aber es waren nur Tagesgäste und wollten nicht auf den Game Drive. Wir waren also mit unserem Guide allein.
Zuerst ging es zu den Straussen, welche wir füttern durften. Der erste Strauss erwischte leider den kleinen Finger von meinem Sohn, der dann nicht mehr füttern wollte. Erst nach gutem Zureden konnten wir gemeinsam noch ein paar Körner verfüttern.

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Dann ging es weiter zum Geparden. Diese Fütterung war eindrücklich, und ich war fasziniert von dieser eleganten und wunderschönen Raubkatze.

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Bald darauf flitzen wir übers Gelände. Wir sahen sehr viele Tiere, und die Sophienhof Lodge hat auch ein paar besondere Züchtungen, wie schwarze Springböcke und Golden Gnus.
Wir sahen Steppen- und Hartmannzebras, Giraffen, verschiedene Gnus, Impalas, Warzenschweine, Dikdik, Steinböckchen, Nashörner mit sechs Wochen altem Baby, Flusspferd, Oryx, Gabelracken, Eland, Wasserböcke, Rappenantilopen, Kudus und Blessböcke.
Auch über die Pflanzen wurde uns immer wieder etwas erzählt, und alles war sehr interessant und informativ. Unser Guide fuhr auch immer möglichst so zu den Tieren hin, dass ich gut fotografieren konnte. Bei Sonnenuntergang war dann jedoch auch mit den besten Bemühungen nicht mehr viel zu machen, aber die Eindrücke waren trotzdem toll.

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Am Abend durften wir bei der Fütterung der Stachelschweine zusehen. Junior war vor allem am nächsten Morgen fasziniert, dass alles ratzeputz und sauber aufgefressen war.

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Die Sophienhof Lodge haben wir wirklich sehr genossen. Wunderbar herzliche Menschen, toller Service, schöne Bungalows und eine reiche Tierwelt.

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Teil 1120. Aug. 2022
26.6.

Am nächsten Morgen genossen wir unser Frühstück und wollten dann die Rechnung begleichen. Die Kreditkarte ging nicht. Die zweite auch nicht. Bei der dritten war ich nicht sicher, ob ich den Code noch wusste. Hui, Glück gehabt, da hat es geklappt! War das vielleicht das auch hier im Forum erwähnte Problem mit Mastercard? Visa ging nämlich…
Doch ich brauchte noch Bargeld für die Omandumba Farm, welches wir in Outjo besorgen wollten. Aber entweder ging Mastercard nicht, oder das Tageslimit war nun angeblich erreicht. Beim zweiten Bankomaten ging es schliesslich…

Die Fahrt zur Farm war sehr schön. Wir entdeckten sogar Giraffen direkt neben der Pad, sowie auch Springböcke, Paviane, Tokos und verschiedene Vögel.

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Einige Tage vorher hatte ich bereits angefragt, ob wir vom Camping auf eine feste Unterkunft wechseln können. Wir durften ein Tentcamp beziehen, und bei der Ankunft fanden wir ein herzliches Begrüssungsschreiben von Deike, dass wir es uns bequem machen sollen. Das liessen wir uns nicht zweimal sagen!

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Junior entdeckte dann ein «Alien»… eine mir unbekannte Heuschreckenart, die wohl gerade Eier in den Kiesweg legte.

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Den Abend liessen wir nach dem feinen Abendessen am Feuer ausklingen.
In der Nacht kam Wind auf und rüttelte heftig an den Zeltwänden. Wir erfuhren schliesslich, dass die Schulen in Swakopmund wegen Sandstürmen geschlossen waren. Dorthin wollten wir ja in drei Tagen…


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Meine Sternenfotografie ist stark verbesserungswürdig… aber immerhin sieht man, wie überwältigend der Sternenhimmel ist!

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Teil 1221. Aug. 2022
27.6.

Am nächsten Tag wollte uns Deike die Felsmalereien zeigen. Ob Junior hinten auf dem Pick-Up fahren wollte? Natürlich wollte er!! Und in Namibia sei das sogar erlaubt; im Auto herrscht Gurtenpflicht, und auf dem Pick-Up darf man einfach so mitfahren…

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Die Felsmalereien fand ich sehr eindrücklich. Mein Sohn kletterte lieber auf den Steinen herum und verkroch sich in den Höhlen.

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Teil 1321. Aug. 2022
Zum Mittagessen leerten wir unsere restlichen Fleischvorräte und teilten sie mit allen. So konnten wir am Nachmittag gestärkt zum San Living Museum fahren.

Die Lebensweise der Buschmänner faszinierte uns sehr. Junior durfte sich im Pfeilbogen schiessen üben. Wir sahen zu, wie Feuer gemacht wurde, Perlen aus Strausseneiern hergestellt oder Schnüre gedreht wurden. Der erste Tanz wurde uns vorgeführt, beim zweiten hiess es: Mitmachen!

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Die Zeit verging sehr rasch, und vor allem im Nachhinein bedauerte ich dies. Wären wir noch länger geblieben, wäre die anfängliche Schüchternheit verflogen, und wir hätten diese Menschen noch mehr erleben und kennenlernen können. Die Kinder (auch Junior) brauchten etwas Eingewöhnungszeit, und auch ich fühlte mich zuerst etwas schüchtern. Vielleicht auch, weil wir die einzigen Besucher waren, was ja eigentlich super war! Ich fragte auch mehrere Male, ob ich wirklich fotografieren dürfe.

Wir kauften noch wunderschöne, geschnitzte Tiere, und erst später fiel mir ein, dass ich ja das Bargeld für die Unterkunft brauchte! Es ging aber auf, und ziemlich pleite verliessen wir am nächsten Morgen die Farm.

Am Abend vorher zauberte jedoch Harald ein köstliches Abendessen auf dem Feuer. Es schien eine Wissenschaft zu sein, mit dem Feuer und der Glut, das Übergiessen des Fleisches und die Zauberei der Sauce. Danach sassen wir in grosser Runde um das Feuer, mit dem Verwalter des Gästehauses und Lynn und Thorsten als Freunde einer anderen Lodge.

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Teil 1422. Aug. 2022
28.6.

Zur Etusis-Lodge wollten wir eigentlich nur wegen der Möglichkeit auf einen Ritt.
Der Weg dorthin war nicht weit, und die Zufahrt zur Lodge spannend: Der Pad war sehr schmal und hatte viele Kurven, Durchquerungen von trockenen Rivieren, und so weiter.

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(Vor der Zufahrt)

Begrüsst wurden wir zuerst von einer riesigen, übermütigen Dogge. Wenn diese voller Freude auf Junior zustürmte, lag dieser am Boden…

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Ich fragte nach dem Ritt, welchen wir bereits bei der Buchung mitgeteilt hatten. Das gehe leider nicht, war die Antwort. Wilde Zebras hatten den Reitpferden zur Flucht verholfen, sie seien in eine 22'000 Hektar grosses Gebiet entlaufen. Oh! So etwas habe ich auch noch nie zuvor gehört!
Wir waren natürlich ein wenig enttäuscht, aber da konnte man nichts machen.

Wir relaxten ein bisschen beim Pool zu (nicht drin, zu kalt) und spielten Pingpong. Die gesamte Lodge ist sehr umfassend eingerichtet, der Garten ist schön, und das Essen war sehr lecker. Leider ist jedoch vieles auch alt und müsste gepflegt, ersetzt oder repariert werden.

Statt einem Ritt entschieden wir uns zu einem Spaziergang. Leider wurden wir ohne Ende von Fliegen geplagt, so war es nicht wirklich entspannend. In der Ferne sah ich immer wieder Vögel, welche ich fotografieren wollte, aber sie flogen bereits bei grosser Entfernung weg. Leuchtend grüne könnten Bienenfresser gewesen sein….
Wir sahen auch eine Gottesanbeterin (ebenfalls schneller als ich mit der Kamera).

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Nach dem Abendessen dann eine positive Überraschung: Die Pferde wurden gefunden! Wir konnten also am nächsten Morgen doch noch einen Ritt machen.
Teil 1523. Aug. 2022
29.6.

Für den Ritt wurde Juniors Pferd am Seil geführt. Es war ein gemütlicher Spazierritt, mit jedoch wenigen Sichtungen und einer wenig spannenden Runde. Erholsam ist auch gut....

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Gegen Mittag packten wir unsere Sachen und fuhren weiter. Ziel war Swakopmund, wo immer noch Sandstürme tobten.
Wir fuhren die C34 und die C28. Auf der C34 lag immer wieder sehr viel Sand, und ich war froh, vor diesen Strecken den 4x4 einschalten zu können. Wir benötigten sehr lange für diesen Weg, aufgrund der Beschaffenheit, aber auch durch die Schönheit. Viele Fotos habe ich nicht gemacht, ich musste mich sehr konzentrieren, und mit noch mehr Stopps wären wir noch lange nicht in Swakopmund angekommen.

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Die C28 war dann gut zu fahren, aber es wurde heisser und heisser. Die Wasserflaschen waren leer getrunken, und wir wollten schliesslich Wasser aus dem Kanister holen. Dazu musste ich das halbe Auto umräumen und merkte, dass die Aufhängung vom Reserverad gebrochen war; komplett durchgerostet! Bei der Herumschieberei realisierte ich auch, wie schwer so ein Rad ist. Ich hoffte von da an doppelt, dass wir nie einen Reifenschaden haben werden!

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Am Nachmittag kamen wir schliesslich in unserer AirBnB Wohnung an. Die Gastgeber waren wunderbar freundlich, und wir fühlten uns sofort wohl. Die Stadt war mit Sand zugeschüttet… Unsere Gastgeber meinten, sie wüssten gar nicht, wohin mit dem vielen Sand. Man könne ihn ja nicht einfach auf die Strasse schütten!

Zum Abendessen fuhren wir die kurze Strecke bis zum Tiger Reef. Das Meer hier war ein total ungewohnter Anblick, nach all den Tagen mit Sand, Schotter, Gras, Hügel, und so weiter.

Das Essen genossen wir, so «normal» in einem lebhaften Restaurant, und der Sonnenuntergang war überwältigend.

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Teil 1624. Aug. 2022
30.6.

Am Morgen schlenderten wir durch Swakopmund. Ein nettes Städtchen mit hübschen Geschäften – aber ich bin nicht so der Stadtmensch.

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Junior fand es toll in der Kristall Galerie, und wollte gerne allerlei kaufen. Schlussendlich konnte er sich dann aber nicht für einen kleineren Stein (mehr gabs leider nicht) entscheiden, und weinte fürchterlich, so dass die Verkäuferin ganz verwirrt war. Sie schlug ihm schliesslich noch ein paar weitere Stücke vor, was die Entscheidung noch schwerer machte.

Am Nachmittag wurden wir zur Katamaranfahrt (Laramon Tours) abgeholt. Hier wurde mit grossen Trommeln geschlagen, es gab Getränke und Essen in Massen. Trotzdem war die Tour gut, und wir erhielten sehr viele Informationen zu den Tieren und dem Meeresabschnitt.

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Kaum auf dem Katamaran, sprang die erste Robbe aufs Schiff.

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Wir sahen auch viele Delfine, verschiedene Möwen, Quallen, Robbenkolonien, und schlussendlich, als wir aussteigen mussten, landete ein Pelikan auf dem Katamaran.

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Zurück in Swakopmund, assen wir eine Pizza. Nicht schlecht, aber nicht wirklich italienisch. Nach dem vielen Essen auf dem Schiff hatten wir unseren Hunger überschätzt, und wir liessen die Resten einpacken, worüber sich der Parkplatzwächter sehr freute! Trinkgeld und Pizza – er strahlte und bedankte sich fünfmal.
Teil 1725. Aug. 2022
1.7.

Am Morgen besuchten wir das Aquarium in Swakopmund. Wie in Berichten und Rezensionen zu lesen, ist es wirklich klein, und der Eintritt sehr günstig. Für ein bis zwei Stunden ist es aber trotzdem ein netter, kleiner Ausflug. Auch jüngere Kinder kann man dort alleine herumgehen lassen, es ist nicht gefährlich und man kann sich nicht verlaufen. So konnte ich informative Schilder lesen, und Junior mehrere Runden machen zu den Rochen, den Krebsen und der Meeresschildkröte.

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Am Nachmittag wurden wir bei unserer Unterkunft für die Desert Living Tour (Batis Birding) abgeholt. Unsere Guide Arnold und Rudolf für uns Zwei alleine…

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Wir sahen eine "FitzSimon's burrowing skink" oder "short blind dart skink" (Danke @ Svanadika), Hornvipern, Sandviper, ein Chamäleon, Tok-Tokie-Käfer und eine Düneneidechse.

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Als das Fahrzeug im Sand stecken blieb, konnte Junior noch ein bisschen auf den Dünen herumtoben. Den Sand fanden wir schliesslich bis in die Unterwäsche und in den Ohren…. Grins…

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Teil 1826. Aug. 2022
2.7.

Heute war die längste Strecke auf dem Programm, bis zum Desert Quiver Camp. Mit Hörspielen von Drei Fragezeichen Kids und mehreren Pausen war das für uns Beide kein Problem. Die Landschaft war wunderschön!

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Kurz vor Walvis Bay sahen wir einen ganzen Schwarm Pelikane, etwa zwanzig Vögel. Etwas später entdeckten wir in der Ferne Flamingos. Leider waren sie weit weg, und auf der Teerpad mochte ich nicht anhalten um zu fotografieren.

Natürlich machten wir den obligaten Stopp bei Solitaire - jedoch ohne Apfelkuchen.

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Bei der Lodge entspannten wir beim Pool (für uns wieder zu kalt, für nordeuropäische Kinder anscheinend nicht) und Junior kletterte auf den Felsen herum.

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Fürs Abendessen reservierten wir in der Hauptlodge, welche vier Kilometer entfernt ist. Dort gab es bei Kerzenschein ein tolles Buffet, und es war alles wirklich perfekt.
Die vier Kilometer mussten wir natürlich in der Dunkelheit zu unserer Lodge zurückfahren, und mir war nicht wohl dabei. Ich fuhr also langsam und gebot dem Plapperi neben mir, bitte zu schweigen. Und prompt: Sieben Oryxe liefen vor uns über die Strasse. Da wurde auch der Plapperi neben mir ganz ruhig. Es war wirklich eindrücklich, in der totalen Dunkelheit (Leermond, keine Strassenlaternen) diese Oryxe zu bewundern, wie sie im Abblendlicht vom Auto die Strasse überquerten.
Teil 1927. Aug. 2022
3.7.

Sossusvlei-Tag! Rechtzeitig zur angekündigten Zeit standen wir als Fahrzeug Nummer 19 am Tor. Die Sonne liess sich aber noch acht Minuten gedulden 😉

Im Park rasten die anderen Autos davon, und wir wurden sofort überholt. Überall standen die 60er-Tafeln, und im Reiseführer hatte ich gelesen, dass öfters auch Geschwindigkeitskontrollen gemacht würden. Also hielt ich tapfer durch mit 60 km/h….. nach fünf Minuten fühlte ich mich wie ein ängstliches Grosi…. Nach zehn Minuten hoffte ich, dass ich bei 70 km/h noch keinen Ärger bekommen würde. Nach einer halben Stunde gings noch immer geradeaus, unterdessen hatten mich über zwanzig Autos überholt. Den Rest legten wir schliesslich mit etwa 75 km/h zurück, (ab und zu wurden wir noch immer überholt) und ich wusste wieder, wie schlimm sich Jugendliche unter Gruppendruck fühlen!

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Teil 2027. Aug. 2022
Wo fing man an? Unterwegs anhalten? Sofort zum Parkplatz hoch?
Wir fuhren zum 2x4 Parkplatz hoch und ich entschied mich, den Shuttle zu nehmen. Wir hätten mit unserem Auto sicherlich zum 4x4-Parkplatz fahren können, aber dann hätte ich Luft aus den Rädern lassen müssen. Und nachher wieder rein! Und ich hatte keine Übung auf Sand… (bin also doch nicht immer mutig…).

Wir marschierten durch den kalten Sand die Dünen hoch. Immer wieder musste ich stehen bleiben, nicht wegen der Kondition, sondern um die Landschaft um mich herum geniessen zu können.

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Oben angekommen lauschten wir den Anweisungen eines Herrn, der seiner Gruppe die Abstiegsmethode erklärte. Mit grossen Schritten einfach nach unten rennen. Es ging steil bergab, und auf Teer hätte man das Gefühl gehabt, unten herauszurutschen. Mit grossen Schritten? Und dann stolperte man kopfüber ins Deadvlei?

Junior startete mutig, und siehe da: Durch den Sand sank man ein, und man flog in grossen Schritten bergab, ohne die grosse Neigung im Körper zu spüren. Ein tolles Gefühl! Wäre der Aufstieg nicht so anstrengend, hätten wir das viele Male machen können.

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Im Deadvlei angekommen, war es genau so wie in den Reiseführern und Blogbildern. Die Farbkombination mit weiss, rot, schwarz und blau war eindrücklich.

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Später fuhren wir mit dem Shuttle noch zu den anderen Dünen, und schliesslich zum Parkplatz zurück. Auf dem Rückweg machten wir noch mehrere Stopps, und wollten schliesslich auch in den Sesriem-Canyon hinunterklettern. Kletterparadies für Junior!

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Für den Abend hatten wir ein Braii-Paket bei der Lodge bestellt. Es klappte ausgezeichnet, und alles war sehr lecker! Ein schöner Ausklang für einen eindrücklichen Tag.

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