Ist ein Fronttriebler für B und C Straßen genug?

25 Antworten · 3'591 Aufrufe · gestartet 26. Juli 2022 von franz2130
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Themenstarter22 Beiträge · seit 202226. Juli 2022 · #1
Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei Überlegungen zum Mietwagen anzustellen. Automatik und Klimaanlage ist für mich ein Muss. Unsicher bin ich ob ein Frontgetriebener PKW ausreichend ist, wenn ich zum Beispiel von der asphaltierten B1 auf die C 38 zum Etoscha Park abfahre, oder ob ich dafür nicht doch den 4x4 Antrieb brauche. An D Straßen brauche ich mit Fronttrieb wahrscheinlich gar nicht denken.
Liebe Grüße
Franz
Gast26. Juli 2022 · #2
Die C38 ist bis zum Namutoni Gate im Osten des Etoshas Parks asphaltiert. Via Anderson Gate im Süden ist sie sogar im Park bis zum Okaukuejo Camp asphaltiert. Generell brauchst Du für C- und D-Straßen bis auf ganz wenige Ausnahmen keinen Allradantrieb. Auch D-Straßen sind in der Regel befestigte Straße nur eben mit Schotter als Belag. Das ist kein Tiefsand oder Schlamm und Du brauchst da kein 4x4, um da vorwärts zu kommen.

Auch wenn das ein unter Experten endlos diskutiertes Thema ist: Viele 4x4 werden auf Schotterstraßen auch nur als 4x2 gefahren - d.h. ohne eingeschalteten Allradantrieb. Auf Schotterstraßen erhöht ein 4x4 Antrieb die Sicherheitsreserven, weil er die Antriebskräfte auf 4 Räder verteilt, wodurch die angetrieben Räder höhere Reserven für Seitenführungskräfte haben. Diskutiert wird, inwieweit das Verbrauch und Verschleiß erhöht. Schotterstraßen können übel korrugiert sein, d.h. eine Wellblechartige-Oberfläche haben. Das ist mit einem potenten 4x4 angenehmer zu fahren, nicht wegen des 4x4-Antriebes, sondern weil diese in der Regel längere Federwege und Reifen mit höheren Flanken haben als ein normaler PKW und die Stöße durch das Wellblech weniger stark spürbar sind.

Früher haben die Leute Namibia teils in einem Golf 1 bereist. Das geht auch heute noch. Wahrscheinlich denkst Du aber gar nicht an einen normalen PKW sondern ein 4x2-SUV wie den Duster?

Grüße, Torsten
33,1k Beiträge · seit 200626. Juli 2022 · #3
Hi Franz,

ein normaler Pkw reicht für 90 Prozent der Straßen im Land (auch D-Straßen). Komfortabler wird es mit einem SUV, aber 4x4 brauchst Du so gut wie nie (Amit wenigen regionalen Ausnahmen, Regenzeit etc). B-Straßen sind (mit Ausnahme einer A-Straße) der größte Straßentyp, immer asphaltiert und entsprechen mindestens einer deutschen landstraße.
Pauschal kann man nicht sagen, dass eine C-Straße so ist und eine D-Straße so und so. Hängt alles von verschiedenen Faktoren ab. C ist einfach breiter und wir häufiger gewartet und ist teilweise asphaltiert.

wenn ich zum Beispiel von der asphaltierten B1 auf die C 38 zum Etoscha Park abfahre, oder ob ich dafür nicht doch den 4x4 Antrieb brauche.
Schau mal auf ne Straßenkarte. Die C38 ist asphaltiert und unterscheidet sich nicht von der B1....

Viele Grüße
Christian
Früher haben die Leute Namibia teils in einem Golf 1 bereist. Das geht auch heute noch.
So ist es! Nur ein Golf entspricht zum Großteil nicht den Wünschen an einen "touristischen Abenteururlaub in Afrika". Da müssen Spaten, Sandbleche und dicke Reifen schon dabei sein 😉
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zuletzt bearbeitet 26. Juli 2022
33,1k Beiträge · seit 200626. Juli 2022 · #4
Hier einige Eindrücke (kannst aber auch selber Google und Wikipedia bemühen).
C38 Eingang Etosha
Andersson_Gate,_Eingang_zum_Etosha-Nationalpark.JPG

(http://namibia.11-300mm.de/, CC BY-SA 2.0 DE <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en>, via Wikimedia Commons)
B1
Nationalstraße_B1,_südlich_von_Keetmanshoop,_Namibia_(2017).jpg

(Olga Ernst & Hp.Baumeler, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons)
C-Straße
2010-09-25_07-32-21_Namibia_Khomas_Haris.jpg

(Hansueli Krapf, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons)
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272 Beiträge · seit 201926. Juli 2022 · #6
Wobei der Entscheidungsbaum nicht viel hilft, da er nur zwischen SUV und 4 x 4 unterscheidet.

Wie Christian schon schrieb, sind 90% der Straßen in Namibia, Teer oder Schotter, auch mit einem normalen PKW befahrbar. Ich habe auch schon einmal eine große Runde durch Namibia mit einem Toyota Corolla gedreht, was problemlos ging, ohne eine einzige Panne oder auch nur einen Reifenschaden. Allerdings würde ich für eine längere Rundreise mit größeren Schotterpassagen heute nur noch einen SUV buchen, das ist einfach bequemer und entspannter. Wobei ich persönlich einen Renault Duster (in Deutschland Dacia Duster) für zu klapprig halte! Ich hatte auch schon mehrfach einen Hilux, den Vierradantrieb aber nie benötigt.
Themenstarter22 Beiträge · seit 202226. Juli 2022 · #7
Vielen Dank für die vielen kompetenten Antworten! Die Autos die ich im Auge habe sind der Toyota Corolla Quest oder der Toyota Fortuner. Von der Größe würde der Corolla für uns beide reichen, aber wegen der Straßenbeschaffenheit war ich unsicher. Preislich ist der Fortuner eben doppelt so teuer. Ich bin aber kein Pfennigfuchser und möchte am falschen Platz sparen. Der Entscheidungsbaum hat auch nicht weitergeholfen- rausgekommen ist Corolla ist Minimum Furtuner ist Luxus ?
LG Franz
zuletzt bearbeitet 26. Juli 2022
1'412 Beiträge · seit 201326. Juli 2022 · #8
Hallo Franz,

da würde ich dann doch den Fortuner bevorzugen, vor allem wegen der höheren Bodenfreiheit und Sitzposition.
Bodenfreiheit wegen eventueller Bodenwellen bzw. -unebenheiten und auch wegen des Gerappels, wenn lose Steinchen bei Gravelroads gegen den Unterboden klappern.
Höhere Sitzposition wegen der Übersicht und vor allem wegen Vorteil bei Tierbeobachtungen ( z.B. Etosha).

Meist ist aber ein Toyota Hilux günstiger als ein Fortuner.

Viel Spaß beim weiteren Planen.
LG Stefan Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19 Unsere Reiseberichte
28 Beiträge · seit 201426. Juli 2022 · #9
Es stimmt, man kommt zu den üblichen Zielen auch mit einem Kleinwagen problemlos. Allerdings hat ein Hilux 4x4 mehr Platz und Laderaum. Autofahrende, die in bestimmte Nationalparks fahren möchten (damit meine ich nicht Etosha), haben mit dem Hilux 4x4 mehr Optionen, z.B. für Tiefsandstrecken. Das Hilux macht auch mehr Spaß und dürfte gerade auf Schotterstraßen komfortabler sein.

Fahrer*innen sollte aber auch berücksichtigen, dass das Hilux mehr Benzin oder Diesel verbraucht als ein Kleinwagen. In Zeiten des Klimawandels sollte hier jede*r sein Gewissen prüfen, ob er wirklich das Spaßmobil Hilux benötigt.
2'845 Beiträge · seit 201126. Juli 2022 · #10
Moin,
wir hatten im Januar den Corolla Quest in Südafrika - an der Gardenroute. Ein"doofes" Auto! Breit ja, viel Platz - aber nicht, um damit durch den Etosha zu fahren. Wir waren froh, dass wir nur eine kurze Schotterstrecke fahren mussten, da kaum Bodenfreiheit.
Für Namibia finde ich den C-Quest wirklich ungeeignet. Wirkt auf Fotos oder "Werbevideos" wesentlich kompakter und angenehmer.

Grüße
Strelitze
7'296 Beiträge · seit 200626. Juli 2022 · #11
loeffel schrieb:
da würde ich dann doch den Fortuner bevorzugen, vor allem wegen der höheren Bodenfreiheit und Sitzposition.
Bodenfreiheit wegen eventueller Bodenwellen bzw. -unebenheiten und auch wegen des Gerappels, wenn lose Steinchen bei Gravelroads gegen den Unterboden klappern.

… die Geräuschkulisse der von unten gegen den Boden scheppernden Steine ist ein großer Unterschied. Wenn die Steine ca. 20 cm hoch geschleudert werden und der PKW-Boden nur 15 cm über der Piste liegt, scheppert das halt mehr als bei einem Auto, bei dem der Boden 25 cm über der Fahrbahn liegt.

Ich war im Anschluss an meine erste Radtour in Namibia noch 'ne Woche mit 'nem Golf 1 unterwegs und habe nochmal 2.700 km abgerissen, um Stellen zu erreichen, die ich zuvor mit dem Rad auf dieser Tour nicht geschafft hatte. Später war ich auch noch mal mit 'nem Land Rover unterwegs und zwischendurch auch als Anhalter in Pickups wie dem Hilux. Der PKW ist auf Piste wirklich deutlich lauter als ein höheres Fahrzeug, aber ich hatte keinerlei Einschränkungen unterwegs außer die letzten 4-5 km zum Sossusvlei. Die Piste bis zum 4x2-Parkplatz war damals noch nicht asphaltiert und in wirklich üblem Zustand, aber auch das war mit dem Golf kein Problem. Damals fuhren auch vergleichsweise viele Touristen noch mit Toyota Corolla rum. Heutzutage macht das kaum noch jemand (warum auch immer).

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
28 Beiträge · seit 201426. Juli 2022 · #12
BikeAfrica schrieb:
loeffel schrieb:
(...) Die Piste bis zum 4x2-Parkplatz war damals noch nicht asphaltiert und in wirklich üblem Zustand, aber auch das war mit dem Golf kein Problem. Damals fuhren auch vergleichsweise viele Touristen noch mit Toyota Corolla rum. Heutzutage macht das kaum noch jemand (warum auch immer).

Gruß
Wolfgang
Na weil die Tourist*innen es heutzutage lieber größer, lauter, wilder lieben. Ein wilder Hilux macht sich auf dem Instagram-Kanal einfach besser als Fahrende*r eines popligen Corolla zu sein. Hier werden alle Reisenden noch zu Lernenden werden müssen. Ich habe auch einige Zeit dazu gebraucht, diese Zusammenhänge richtig zu bewerten.
zuletzt bearbeitet 26. Juli 2022
2'845 Beiträge · seit 201126. Juli 2022 · #13
Hallo Wolfgang,

„ Heutzutage macht das kaum noch jemand (warum auch immer).“- meine Großmutter machte ihre große Wäsche noch im Waschkessel, mit Waschbrett. Wäsche wurde auch sauber! 😉
Nur bequem ist anders.
Wenn es anders geht, möchte ich höher sitzen, mich auf mehr Bodenfreiheit verlassen können.

Viele Grüße
Christina
7'296 Beiträge · seit 200626. Juli 2022 · #14
Strelitzie schrieb:
„ Heutzutage macht das kaum noch jemand (warum auch immer).“- meine Großmutter machte ihre große Wäsche noch im Waschkessel, mit Waschbrett. Wäsche wurde auch sauber! 😉

Bei Deinem Beispiel ist der entscheidende Unterschied der Zeitaufwand und die körperliche Arbeit. Ich hatte noch 'nen kupfernen Waschkessel im Keller und als Kind im Betrieb gesehen … 😉
Im anderen Fall ist oft wirklich der Effekt auf den Fotos entscheidend. Der Großteil der Leute, die unbedingt zu einem SUV oder gar 4x4 raten, haben die andere Variante ja nie ausprobiert.

Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 26. Juli 2022
272 Beiträge · seit 201927. Juli 2022 · #15
wir hatten im Januar den Corolla Quest in Südafrika - an der Gardenroute. Ein"doofes" Auto! Breit ja, viel Platz - aber nicht, um damit durch den Etosha zu fahren. Wir waren froh, dass wir nur eine kurze Schotterstrecke fahren mussten, da kaum Bodenfreiheit.

Ich bin mit dem Corolla sogar schon mal über den Zuurberg-Pass im Eastern Cape gefahren. Weil auf der Nordseite das Schild, dass die Strecke nur für 4 x 4's zugelassen ist, fehlte! War grenzwertig, aber das Auto hat es geschafft! Die Japaner haben halt gute Ingenieure!
109 Beiträge · seit 201627. Juli 2022 · #16
Hallo Franz,
das Fahren auf B, C und auch D Strassen ist mit 4x2 kein Problem. Lediglich die letzten 4 Kilometer zum Sossusvlei und auf einigen Strecken im Kaokoveld geht's nicht ohne 4x4. Aber ein Auto mit mehr Bodenfreiheit wie Fortuner oder Hiliux ist trotzdem ein enormer Gewinn an Sicherheit und entspanntem Urlaub ggüb. einem Typ "Golf". Mit schöneren Fotos hat das m.E. nichts zu tun. Hier ein Video, mit dem du dir die Strassenverhältnisse in Namibia schon mal anschauen kannst.
Gruß NASA
https://www.youtube.com/watch?v=9wzgpOfTWYo
Themenstarter22 Beiträge · seit 202227. Juli 2022 · #17
Vielen Dank für das suuuper Video!
Jetzt ist vieles klarer!
LG Franz
661 Beiträge · seit 201527. Juli 2022 · #18
@ BikeAfrika @Tramfan

Mit dem Kleiwagen überall fahren!!! Ich denke, dass ihr mit eurem eigenen Fahrzeug sorgsam umgeht!!!

Die Miete ist günstig für einen Kleinwagen und der Vermieter hat anschliessend das Problem wenn Rüppel sein Eigentum dort einsetzten wo es nicht zu raten ist. Der anständige Nachmieter muss evt mit Pannen und Unannehmlichkeiten rechnen.
Hauptsache ich habe ein gutes Gewissen und habe dazu noch Geld gespart.
7'296 Beiträge · seit 200627. Juli 2022 · #19
Malbec schrieb:@ BikeAfrika @Tramfan

Mit dem Kleiwagen überall fahren!!! Ich denke, dass ihr mit eurem eigenen Fahrzeug sorgsam umgeht!!!

… mit geliehenen und gemieteten Sachen sogar noch sorgsamer.
So ein alter VW Golf oder auch ein Corolla waren robuste Fahrzeuge. Die gehen nicht gleich kaputt, weil man mal Schotterpiste fährt. Und in den 90ern war das noch völlig normal, dass solche PKW auf den Pisten unterwegs waren.
Ees fährt sogar mit seinen restaurierten Oldtimern auf den namibischen Pisten.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
16,9k Beiträge · seit 201227. Juli 2022 · #20
BikeAfrica schrieb:... Ees fährt sogar mit seinen restaurierten Oldtimern auf den namibischen Pisten. ...
Es geht auch mit einem Jaguar Mark 7, Jahrgang 1951 😎

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LG
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