Reisebericht

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg! | Botswana '21

von Blende18.2 · begonnen 02. Jan. 2022 · 45 Teile

Teil 102. Jan. 2022
Tatsächlich... Afrika!

Vier Wochen vor der Reise haben wir selber noch nicht daran geglaubt, dass es in 2021 wirklich wieder losgehen könnte. Ein Besuch in Botswana war eher dieser unwahrscheinliche, kaum denkbare Wunschgedanke und plötzlich wurde es zu einer realistischen Option. Irgendwie aber auch nicht mehr... wirklich daran glauben konnten wir erst als wir im Flieger saßen. Sicher waren wir uns erst, als die botswanische Grenze hinter uns lag.

Aber dazu später mehr, ich will mich diesmal gar nicht aufhalten mit einem langen Intro. Viel mehr mit einer kurzen Erklärung des diesjährigen Mottos der Reise. Bei uns baut sich das immer über einen Urlaub auf oder leitet sich aus etwas ab, dass uns den ganzen Urlaub über begleitet hat. Mehrfach haben wir gescherzt über die Reise, dass wir auch einfach "Adventure Tour 2021" drüber schreiben könnten, aber wir haben es immer versucht, wir waren redlich bemüht... egal was kam.

Diese Reise handelt von

- Wasser, wo keines sein sollte
- Herden, in denen wir nicht stehen sollten
- Nähe, wenn wir keine gebraucht hätten
- Orte, wo wir eigentlich gar nicht hin wollten
- Entscheidungen, die wir richtig gut getroffen haben
- Begegnungen und Menschen, die wir im Herzen behalten werden
🙂


Und manchmal, hin und wieder, ziemlich oft oder man könnte auch sagen andauernd… mussten wir entweder feststellen oder uns irgendwann selber eingestehen:



Wartet mal eben, da sind ja 4 Safaristi im Logo?

Gut aufgepasst. Einen guten Teil der Reise verbringen wir nämlich mit Martin und Claudia (im Forum als TinuHH anzutreffen), mit tollen Sichtungen, manchmal zu viel Abenteuer und immer lustigen Gesprächen am Lagerfeuer, oder wie die beiden sagen würden:
"Wir haben immer was zum klönen gehabt."

Wir treffen die beiden im Makgadikgadi Gebiet und reisen von dort eine Woche gemeinsam über die Nxai Pan und Moremi bis hin zur Khwai Concession. Gerade an den Tagen versuche ich mal unsere Sichtweise genauer zu schildern, denn ihr Bericht steht auch schon in den Startlöchern und wir sind sehr gespannt, so manche Situation aus ihrer Sicht nachzulesen. 🤪 😉

Und da die beiden jetzt direkt nachgelegt haben, auch direkt der Link zu ihrem Bericht: Wir sehen uns am Boteti! - RB von Martin und Claudia

Jetzt kennt ihr schon einen Teil der Reiseroute, also wird es Zeit mal die Karte aufzuschlagen und einen genaueren Blick auf unsere geplante Route zu werfen. Im Groben stimmt das eigentlich, aber ein gutes Drittel der Nächte haben wir im Endeffekt nicht dort verbracht wo wir am Abend vorher oder manchmal auch noch Mittags gedacht hätten.



03.09. Hinflug über Nacht
04.09. Voigtland Guesthouse
05.09. Thakadu Bush Camp
06.09. CKGR - Passarge Valley #3
07.09. CKGR - Deception Vally / CKWIL 7 (Ausweichcampsite ohne Ablutions)
08.09. CKGR - Sunday Pan #2
09.-10.09. Khumaga Campsite
11.09. Baines Baobabs #1
12.09. Nxai Pan - Southcamp
13.09. Maun - Discovery B&B
14.-15.09. Moremi - Xakanaxa
16.-17.09. Khwai - Northgate
18-19.09. Moremi - Southgate
20.-22.09. Panhandle - Omogolo Bush Lodge
23.09. Thakadu Bush Camp
24.09. Kalahari Bush Breaks
25.09. Rückflug Abends

Im Gegensatz zu unserer Reise in 2018 haben wir im Khwai umgedreht, dafür aber andere Dinge eingebaut, die wir noch nicht kannten. Natürlich in erster Linie die Zentralkalahari direkt am Anfang. Schön so direkt ins Abenteuer zu starten und etwas ganz Neues zu entdecken. Da kribbelt es direkt vor Aufregung und der Spannungsbogen war direkt ganz oben auf Anschlag. Wenn auch nur für eine Übernachtung, so konnten wir die Nxai Pan einbauen, ohne viel vorweg zu nehmen... wir waren die einzigen Gäste im ganzen Park. Zum Ende der Reise wollten wir das nachholen, was am Anfang der Reise fehlt, Elefanten! 😗 😄

Eine Selbstversorger-Unterkunft, ganz nah am Okavango Delta mit eigenem Wasserloch und einem Deck, von dem man den ganzen Tag Elefanten aus nächster Nähe beobachten kann. Da wir Elefanten so lieben, einfach perfekt und mal mehrere Tage so richtig runterkommen, darauf freuen wir uns. Zusätzlich kann man im privaten Gebiet auch selbständig auf Gamedrives gehen, quasi ein eigenes Areal, nur für einen alleine zum Erkunden.

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So also ist der Plan.
Die Rückbank ist wie immer freigeräumt. Billtong, Mangostreifen und Nutticrust Kekse liegen bereit. Thermoflaschen werden jeden Morgen mit kaltem Wasser gefüllt. Es kann also nix schiefgehen und ihr seid herzlich eingeladen Platz zu nehmen, wenn ihr Lust habt uns auf der Tour, durch unser heiß geliebtes Botswana zu begleiten. 🙂

(danke an M&C für das Bild)


Ein paar Impressionen vorab... das ist ja auch schon eine gute Tradition. 🙂












Lieben Gruß,
Robin & Mara



PS. Wir sind wieder in Botswana, na was habt ihr denn gedacht womit wir uns natürlich den ganzen Tag lang beschäftigen... also ein kleiner Blick ins Tagebuch, quasi ein Sneak-Peak vorab. Die Strichliste wird weitergeführt, wird sind ja, wenn man so will auf einer Mission im Sinne der Wissenschaft unterwegs. 🤪 😄




PPS. Die Sonne ist natürlich auch wieder aktiv.
Teil 203. Jan. 2022
In 4 Tagen...

... müssen wir unsere Reise absagen. Flüge, die Buchungen etc. müssen 4 Wochen vor Abflug bestätigt werden, aber das südliche Afrika wird seitens der EU immer noch als Virusvarianten-Gebiete eingestuft. Wegen Beta, obwohl die Verbreitung seit Monaten minimal ist im Vergleich zu Delta, was sowieso überall ist. Wir alle kennen die Art Urlaub die man als Camper macht... einsamer geht es nicht und die Flüge, bei denen 100% aller Leute einen PCR Test haben müssen halten wir für unproblematischer, als einmal Malle und zurück.

Aber das ist alles egal, es ist Freitag und Dienstag müssen wir mit dem Reisebüro final alles abklären. (es ist auch unsere selbstgesetzte Deadline, irgendwann musss man halt sagen hop oder top) 😕

Wohl dem, der gute Reisepartner gefunden hat, denn für das folgende Bild habe ich sehr lange scrollen müssen...ausgerechnet an diesem Freitag die beste Nachricht die kommen konnte. 🤩



15:31 Uhr schickt mir Martin diese Nachricht, dass am Abend die VV-Gebiete aufgehoben werden. Es ist verrückt, aus einem vagen Wunschgedanken wird plötzliche eine echte Option. Gewissheit stellt sich für uns erst ein, als wir auch die botswanische Grenze im Rückspiegel sehen.

Kaum das Mara durch die Tür ist, wird eine Zitrone aufgeschnitten, der Gin über's Eis geschüttet und ich poste dieses Foto in meinen WhatsApp Status mit dem Text "Yes. B)"



Es dauert gefühlt nur Sekunden da höre ich ein BING! am Handy.

Claudia (hier die CLAX) meldet sich mit: "Wann?, wir wollen ins Kaokoveld und fliegen am 03.09."

"Und ihr fliegt ab Frankfurt?"

"Ja!?"

"Wir sitzen im selben Flieger!" 😁

Im Laufe der nächsten Wochen buchen sich die Claxens in die Reihe hinter uns, PCR Tests werden organisiert, was sich in Deutschland als deutlich einfacher darstellt als in Botswana, wo ich irgendwann die Nummern, Mails und WhatsApp Chats mit diversen Labormitarbeitern von Diagnofirm und Ärzten austausche. In Ghanzi brauchen wir für den Rückweg einen neuen Stopp, auch auf dem Hinweg müssen wir ein paar Dinge umplanen. So kommen wir das erste Mal in Windoek an und bleiben nicht im Hilltop Guesthouse, sondern bei Voigtland. Eine in doppelter Hinsicht gute Entscheidung, wie wir erst viel später feststellen.

Vorfreude
Die wird bei uns so richtig geweckt, als endlich die Voucher alle da sind und wir vom Reisebüro unsere Unterlagen bekommen. Ich will hier keine Werbung machen und da wir unsere letzte Reise mit Reisebüro vor fast 20 Jahren gebucht haben, sind wir sowas nicht gewohnt. Vielleicht sagt ihr uns, dass ist doch Standard, aber wir haben uns so gefreut, weil alles auch so liebevoll gemacht war. Postkarten für die daheimgebliebenen, unsere mittlerweile heißgeliebten Botswana-Armbänder mit einem netten Text dabei. Kofferanhänger aus Leder, alle Sachen mit handgebundenen Bastschleifen zusammengehalten. Ein aktuelles Reisemagazin aus Namibia und und und... 😁 WOW



Irgendwann kommt der Tag, alles ist ready, unsere Testergebnisse kriegen wir Mittags am Abflugtag und schauen unruhig alle halbe Stunde auf's Handy. Da wir uns die letzten Wochen quasi selber isoliert haben, sind die Ergebnisse erwartungsgemäß positiv, also negativ, was ja wieder positiv ist. So verwirrend dieser Irrsinn. 🤨

Die letzten Sachen werden gepackt, als letztes lüftet sich das Technikchaos, dass ich schon seit Tagen versuche in den Griff zu kriegen. Ich habe mir eine Zweitkamera gekauft, die meine "kleine" Kamera als Drittkamera und Immerdabei lässt, so das man auch mal beim Einkaufen etc. Bilder machen kann, die Daheimgebliebenen interessiert sowas immer sehr. Deswegen folgen jetzt auch nur Handybilder! 😛 😄
(toller Plan, perfekt mal wieder umgesetzt, 😣 ich habe nichtmals die Einstellungen bei der neuen Kamera geändert, die ist quasi jungfräulich mitgekommen)



Bis Mittags arbeiten wir noch, dann wird es Zeit den Wagen zu beladen. Wir sind mit den Claxens nahe des Flughafens in Frankfurt zum Essen verabredet und Mara flucht! 😠

"Ich muss den Koffer umpacken, der Reisverschluss ist gerissen!"

Ein prüfender Blick und unter Anbetracht dessen, dass ich meine Tasche schon seit Jahren nur mit sehr viel Garn zusammenhalte (weil viel hilft viel), bin ich zuversichtlich, dass ich das repariert kriege. Nadel, Faden und dann wird genäht was das Zeug hält, bzw. solange an den Riss noch irgendwo Garn passt, aber es hält. 😉

Zum Flughafen ist die Hölle los, überall Stau, auch der geht vorüber. Claudia und Axel sitzen schon im auserkorenen Biergarten und es gibt eine herzliche Begrüßung, breit strahlende Gesichter und riesige Schnitzel. Damit schaffen wir die nächsten Stunden des Flugs.

So ein Flug ist ja immer schnell erzählt, weil entsprechend langweilig, also versuche ich die Passage auch kurz zu halten.

Der Flug... nach Afrika... Yay!
Am Flughafen geht es erstmal in den Duty Free. Noch ist Verkaufsverbot für Alkohol in Botswana, also packen wir ein paar Vorräte ein und nötigen die Claxens auch noch was mitzunehmen. Im Tagebuch lese ich gerade > Dran denken Claxens das Geld zurückzugeben.< ... haben wir nicht dran gedacht! 😮 (Claudia, du hast ne WhatsApp!)

Acht Minuten nach unserem Einkauf schließt der Laden, zehn Minuten später bekomme ich eine Mail unserer Gastgeber von Omogolo. Die kann ich ja beim Gate lesen. "Dear Robin, good news! The Alcoholban is cancelled by monday." 😛 😄

Unterwegs halten wir überall an und es wird natürlich noch ein Wasser für den Flug gekauft, uns läuft der Mann vom Kiosk hinterher als wir schon 50-60m weiter sind und fragt ob wir unseren Koffer stehen lassen haben. Ja... das kann sein. 😗 😏

Langsam glaube ich, dass Claxens ganz froh sind, mit uns beiden Chaoten nur den Flug lang unterwegs zu sein. 😄

Es geht Abends in die Luft und Morgens wieder runter, wie das bei einem Flug eben so ist. Wir schaffen es tatsächlich recht viel zu Schlafen und so vergeht die Zeit auch schnell. Die Sonne scheint in Namibia, Schäfchenwolken am Himmel und die ersten Gabelracken sehen wir schon auf dem Flugfeld. Im Zeitraffer sieht das ca. so aus:

Man beachte bitte die schwarz-gelbe Maskenkombi die Claudia und Axel uns zu Liebe ausgewählt haben. 😁



Auf afrikanischem Boden - Touchdown
Die Sicherheitskontrolle zieht sich hin, vor uns reist eine Familie und mit Kleinkind dauert der Dokumentencheck halt immer länger. Alle Koffer stehen auf einem Haufen herum, sind aber schnell gefunden und dann heißt es wieder anstellen zur Corona-Kontrolle. Unspektakulär, einmal Temperatur messen, Dokumente prüfen... dann noch die Koffer durch den Scanner und wir stehen in der Flughafenhalle. Unsere jeweiligen Fahrer warten natürlich schon, wir haben zwei Stunden vom Flieger bis hierhin benötigt.

Zeit Abschied zu nehmen, einen schönen Urlaub zu wünschen und die unnötigen Weinreserven zurück zu tauschen. 😉

Abgeholt werden wir von Rudolph, mit dem wir letztes Mal unseren Wagencheck gemacht haben. Kontakt hatten wir im Vorfeld, wie immer, mit Kimi und auch vor Ort stellen wir schnell fest, dass SCR dafür gesorgt hat, dass die Leute ihre Jobs behalten haben. Immer wieder habe ich die letzten zwei Jahre nachgefragt ob es allen gut geht und es freut uns immens, dass noch alle bekannten Gesichter vor Ort sind. 🙂

Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen. Wir werden zusammen mit drei anderen Paaren abgeholt, die aber alle in Namibia bleiben, generell sind wir aktuell die einzigen die nach Botswana wollen.

Wir stehen alle draußen mit Maske, man achtet sehr auf Regeln und Rike geht die Liste durch... "Ihr seid die Müllers, wer sind die Meiers, ahja... euch beide kennen wir und dann müsst ihr wohl die Schmidts sein."

Die Formalien müssen noch erledigt werden, auf unserer Rechnung steht kein Name drauf. Da steht einfach Mr. Haribo. 😄 Na wo sie recht haben, dann kann ich auch die Tasche öffnen und einiges an Kilos Reisegewicht loswerden. Süße Mitbringsel für die ganze Belegschaft. 😉

Zurück bringt noch niemand seine Autos, hier stehen normalerweise immer Fahrzeuge die abgegeben werden.


Aber dafür ist bei der Wagenausgabe gut was los, was uns für alle hier sehr freut. Unsere Wagenübergabe machen wir zusammen mit einem sehr netten schweizer Paar, die wir hätten auch mal direkt nach einer Mailadresse fragen können. Die beiden sind Ersttäter, aber mit genau der richtigen Einstellung unterwegs, merkt man sofort, die beiden sind uns sofort sympathisch und während der Einweisung übernehmen wir ein paar Übersetzungen und Erklärungen, wenn Rudolph gerade schnell wieder was organiseren muss. Wir machen alles an ihrem Auto und gehen danach selber unseren Wagen durch. Das ist der links, nagelneu, gerade mal 50.000km runter und auf neuestem Stand. 😎 (wir werden mehrmals angesprochen, ob das unser Auto ist, viele wundern sich, dass jemand solch neue Autos vermietet)

Besonders freut uns, als wir endlich Henry erspähen. Er schlendert auf uns zu und begrüßt uns herzlich. Er hat zu spät erfahren, dass wir heute kommen, er wollte uns doch eigentlich vom Flughafen abholen. Nicht so schlimm, Hauptsache auch ihm geht es gut und er ist wohlauf. Eigentlich gehört es dazu, dass er einen vom Flughafen abholt, das alleine ist schon ein Highlight und ein Stück dort sein, aber Rudolph hat seinen Job mit viel Humor und Witz auch mehr als gut gemacht.





Mit dem obligatorischen Foto vom Kilometerstand geht es los. Die Koffer lassen wir erst noch vor Ort, die holen wir nach dem Einkauf ab. Es geht zur Maeru Mall, und es fühlt sich wirklich gewohnt an. Der Ablauf ist klar, wir wissen wo wir lang müssen, wir kennen uns aus und der Einkaufsplan ist auch klar. Vor uns parkt ein anderer Camper gerade ein, dass dauert uns zu lange, also wird der erstmal sofort angehupt!!! - Willkommen in Afrika, so macht man das hier. 😈

Naja, mit Claudia und Axel kann man es ja machen. 😄
Die beiden kommen doch tatsächlich zufällig genau mit uns zeitgleich zum Einkauf an. Also doch noch ein verzögerter Abschied.

Die Einkäufe sind schnell erledigt... oder zumindest erledigt. Wir müssen öfters in den Laden rein. Ganz wichtig, wie immer, sind meine Kisten für die spätere Sortierung aller Einkäufe und Organisation auf der Reise. Ich finde schöne Obstkisten aus Namibia, die gute, stabile Kanten haben, na da ist aber einer glücklich! 🤩 😉



So gegen 15:30 Uhr, wo ist nur die ganze Zeit geblieben 🤨 , rollen wir von der C23 auf die Schotterpiste zur Voigtland Farm.




Begrüßt werden wir mit den Worten: "Wir dachten schon ihr kommt nicht mehr und heute Abend gibt es ein schönes, großes Braii." 😉

So spät sind wir doch gar nicht, aber unsere Fleischlieferung ist ganz offensichtlich angekommen und bei dem Blick auf die wunderschöne Farm und Landschaft um uns herum, sind wir das jetzt auch. 🙂


to be continued...


Gruß,
Robin
Teil 304. Jan. 2022
Im Land der lila Zungen

Unser erster Eindruck von Voigtland... hier kann man ankommen. Ein Afrikafeeling stellt sich bei uns eigentlich erst ein, wenn wir nach der ersten Nacht den Wagen starten und die Stadt hinter uns lassen. Hier ist das anders, was bestimmt auch an dieser sehr speziellen Begrüßung liegt.

Nach einem Begrüßungsgetränk und einem kleinen Plausch mit Gaby, in dem sie nochmals augenzwinkernd dem verpassten Braii nachtrauert holt uns Kim ab. Die sehr gut aufgelegte und fröhliche Tochter der Inhaber. Sie nimmt uns mit in den Garten, einen prall gefüllten Korb mit Kameldornbaum-Schoten in der Hand. Zwei,- dreimal sollen wir damit rasseln und schon kommt die hauseigene Rasselbande angeflitzt, also eher behände und erhaben angetrottet. Drei Giraffen leben hier. 🙂

Der Größte Bulle heißt passenderweise Shorty und ist etwas schüchtern. Das wiederum mag die liebe Sofie bei den Männern und ist "in love with him", wie eine neue Stimme hinter uns zu berichten weiß. Antonio gesellt sich zu uns, seines Zeichens der Guide der Farm, ein ausgewiesener Vogelkenner und eine wahre Frohnatur. Eigentlich hat ja Gustav ein Auge auf Sofie geworfen, aber sie hat nur Augen für Shorty und was macht man bei Liebeskummer? - Essen!

Also Zunge raus, gar nicht schüchtern und nach den leckeren Schoten verlangen. 😛



Wir verfüttern den ganzen Korb. Zunge gaaaaanz lang ausstrecken. Schote drauflegen und dann die Zunge eindrehen und es sich schmecken lassen. Yammy. 🤩 Gustav ist wirklich der Vielfrass der Gruppe. Man muss ganz schön aufpassen, dass auch mal ein anderer was abbekommt, denn sein Kopf ist schneller auf dem Weg zur Schote als man Giraffe sagen kann.











Nachdem der Korb leer ist lässt sich Antonio nicht lange bitten, schließlich hat er noch Platz für heute Abend.

"Kommt ihr mit auf einen Gamedrive?" - "Ja sicher!" 🙂

"Super, es geht in 20 Minuten los." 🙄

Oha, weder die Kameras sind ausgepackt, noch sonst was. Wir waren nicht mal im Zimmer bisher. Vor dem Drive und damit nach dem Flug gibt es keine Dusche mehr für uns. Kurz frisch machen, zur Liebe der anderen Gäste wenigstens ein frisches T-Shirt anziehen... wollte ich gerade schreiben, aber die Bilder strafen mich lügen. Dann gab es wohl echt nur eine Deodusche. 🤢 😣

Eine Kamera mit dem kleinen Objektiv dran eingepackt, die andere Kamera für Landschaft ausgestattet, stehen wir pünktlich am Wagen. Kim hat Freunde zu Besuch, Cecille und Lars, die auch mitkommen. Ebenso Arnaud, er ist alleine hier, zum ersten Mal Afrika und macht eine kleine Safari-Rundreise, weil niemand sonst aus seiner Familie Lust auf Afrika hat.

Antonio klemmt sich hinter das Steuer, aber bevor es los geht werden noch seine Regeln erklärt. Er hat eine Vogelkarte dabei, die er mit den Arten der Farm füllt und die Kim ihm immer aktualisieren muss. Wer einen dieser Vögel erkennt UND sagen kann wie er heißt, der erhält einen Punkt. Wer die meisten Punkte hat, der gewinnt.



😗

😉

😄

Er kann es ja nicht wissen, aber wir zählen jeden Tag diverse Tiere nach einem Punktesystem um uns auf Safari vorzubereiten und da gerät er auf diesem Drive an die falsche Adresse. Ein so einfaches Punktesystem lassen wir zum einen nicht durchgehen, zum anderen entwickelt sich auf dieser kleinen Abendrunde eine ganz eigene Dynamik.

Erstmal geht es gemächlich los und raus aus der Farm.



Erste Vögel flattern umher und auch erste Punkte können vergeben werden. Ein Rotbauchwürger kann identifiziert werden, ebenso ein Toko der schnell von dannen fliegt. Aber Antonio ist gnadenlos und wehe dem, der einen Vogel als Punkt ergattern möchte, der nicht auf seiner Liste steht.

"Ne, da gibt es keine Punkte für."

"Dann ist eben die Liste unvollständig!"

Die Meuterei beginnt und wenn jemand einen Listenvogel entdeckt wird derjenige lauthals bejubelt und immer wieder gratuliert zu diesem fantastischen Punkt, derweil wir weiter durch die Landschaft zockeln.



"Da unten bewegt sich was." meldet sich Cecille.

Und tatsächlich, mit dem Fernglas kann man Antilopen ausmachen, die sich von links nach rechts durch die Büsche bewegen. (welche genau, das lässt sich nicht bestimmen)

"Dafür sollte es auch Punkte geben, Cecille hat ja auch noch gar keine." 🙂

"Ne, da gibt es keine Punkte für." 😛

Und ob, Antilopen bringen ab jetzt 5 Punkte, weil die so toll und groß sind. Und wenn man eine sieht, dann wird dem Finder größter Respekt gezollt. So läuft das jetzt. Mit gespielter Resignation und einem Grinsen auf dem Gesicht setzt Antonio den Wagen wieder in Bewegung.

"Kudus!" 🙂



Ein Weibchen UND das zugehörige Männchen, die ich auch beide zusammen auf's Bild bannen kann zum Beweis. Das sind schon wieder 10 Punkte für Cecille. Sie hat einen Lauf. (Na wer hat so gute Augen wie Cecille und entdeckt das zweite Kudu? 😉 )

Im schönsten Licht entdecken wir diesen Kameraden und auch der ist nicht auf der Liste. 😮
Geht nicht, da gibt es einen Punkt für!

Grey Go-away-bird | Grauer Lärmvogel


Wir folgen einem trockenen Flussbett ins Tal runter und es heißt festhalten. Der Motor heult auf und ein paar sehr ruppige Stellen über den kahlen Stein später geht es den Hügel auf der anderen Seite wieder hoch zum Sundowner. Alle aussteigen bitte, wir gehen vorne auf die windumtoste Spitze, da hat es den besten Blick.



Später einmal... da wird das aaaalles dir gehören. 😄


Man sieht tatsächlich einmal über die ganze Farm hinweg, die um die 1900 gegründet wurde und stolze 7.500 Hektar Land umfasst. Zum Sundowner mischt Kim ihren eigenen Sommer-Aperol, sehr sehr lecker und wir lassen ihn uns schmecken, in bester Gesellschaft, sowohl menschlicher, als auch tierischer, denn dieser Dassie-Vogel auf dem Ast genießt mit uns hier oben die Sonnenstrahlen.

"Der zählt, der gibt 2 Punkte!"

"Warum denn zwei?

"Einen extra für den Cuteness-Faktor!" 😛 😄

Rock Dassie | Klippschliefer






Es wird Zeit den Weg fortzusetzen, aber nicht bevor wir ein entsprechendes Langarm-Foto, heißt ich nutze meinen langen Affenarm anstelle eines Selfie-Sticks, zu schießen und als ob es Arnaud im Hintergrund schon gewusst hätte, zeigt er das Victory-Symbol, stellvertretend für zwei Punkte in die Kamera.



Wir ziehen ihn beständig damit auf, dass er noch gar keinen Punkt hat, aber kaum auf der Retour-Runde, den Berg wieder runter, springt etwas aus dem Gebüsch davon und Arnaud ruft: "Antilope!"

Das war zu klein, dass war ein Steinböckchen. Wie viele Punkte bringt das jetzt?

Zwei... wegen dem Cuteness-Faktor. 🤪

Arnaud fängt an zu sammeln, auch wenn die schnellen Böckchen lieber flüchten vor unserer Truppe, so entgeht Arnaud keines mehr, egal wie gut es sich versteckt. Er sammelt sich auf ungeahnte Höhen und gewinnt die Rückrunde haushoch. Obwohl alle durchaus angestrengten Blickes auf Sichtungsjagd sind, sehen wir nur noch zwei Vertreter der regulären Bepunktung.

Auf mein Konto schreibe ich einen

African Hoopoe | Wiedehopf


und Mara diesen

Lilac-breasted Roller | Gabelracke


Wie jetzt, selbst eine Gabelracke steht nicht auf der Liste? - die muss echt überarbeitet werden, gut das die unserer Rechnung nach natürlich trotzdem zählt.

Auf dem Weg zurück halten wir nur noch einmal kurz an, als die Sonne hinter dem Hügel verschwindet, auf dem wir vorhin noch gestanden haben. Ein würdiger Abschluss, den wir mit einer Laola-Welle für Antonio ausklingen lassen, der uns so exzellent durch die Landschaft gefahren und Vögel, Antilopen und Schakale gezeigt hat. (Schakal und sogar Waterbucks, unsere Lieblinge waren auch noch dabei, aber zu weit weg für ein vorzeigbares Foto)

Antonio bedankt sich herzlich und verkündet mit einem breiten Lachen im Gesicht, dass er schon lange keinen so lustigen Gamedrive mehr hatte und bedankt sich seinerseits bei uns allen für die schöne Ausfahrt, die auch ihm sichtlich viel Spaß gemacht hat.




Puhhh... jetzt wird es aber wirklich Zeit für eine Dusche, da müsst ihr aber dann mal kurz draußen bleiben. 😉


to be continued...


Gruß,
Robin
Teil 407. Jan. 2022
Ein kleiner Garten Eden zum Frühstück

Nach unserem Gamedrive sortieren wir uns erstmal kurz und machen wieder Menschen aus uns. Etwas Zeit bleibt um sich noch umzuschauen. Das Ganze Anwesen ist sehr gepflegt und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet.



Wir schlendern durch den Garten und schauen an der Mauer noch mal nach den Giraffen, aber keine ist zu sehen. Das ist eigentlich ganz schön, sie können sich zurückziehen und ihr Gebiet ist groß genug, dass man sie nicht wie im Garten stehen hat. Natürlich wissen sie, wann es "das gute Zeug" gibt und sind dann wohl auch immer an der Mauer anzutreffen.

Essen gibt es auf der überdachten Terasse. Stephan, der Eigentümer, kümmert sich erst Mal um den Aperitif. Mara nimmt einen Aperol, aber da hat der von Kim die Nase vorn, ich bekomme einen Gin Tonic für Männer, auch bekannt als Stephans Todesmische. 😣 🙄



Dann verschwindet Stephan in der Küche um das Fleisch vorzubereiten. Wir erwarten eigentlich Simmentaler Rind, denn die züchtet er ja vor Ort. Enttäuscht sind wir dennoch nicht, ganz im Gegenteil. Geräuchertes Eland, fein aufgeschnitten als Carpaccio Variation gibt es vorab. *LECKER!*

Danach gibt es Oryx, auch butterzart und perfekt gegrillt, gefolgt von einem, ich weiß noch recht aufwändigen Desert. Alles in allem sehr gut und die Küche weiß was sie macht. Arnaud sitzt am Tisch neben uns und wir unterhalten uns über die anstehenden Tage und jeweiligen Pläne, bevor wir mit einem letzten Getränk den Tag im Garten ausklingen lassen, in den Sternenhimmel schauen und uns einfach freuen hier zu sein.

Ohne Stativ zur Hand, kann man die Kamera auch einfach mal auf die Wiese legen und straight nach oben fotografieren.



Den nächsten Morgen beginnen wir sehr emsig und geschäftig. Wir räumen alles zusammen und den Wagen komplett um. Welche Kiste passt wohin, in welche Kiste kommt was und wo stehen die Taschen, etc. pp. Dieses Live-Action Tetris Spiel ist meine Spielwiese und da brauche ich immer ein paar Anläufe für eine erste Idee und dann fallen über die nächsten Tage manche Dinge auch ganz von alleine an ihren Platz... im wahrsten Sinne des Wortes. Manches rumpelt auf den PADs so sehr durcheinander am Anfang, dass man sich Abends, wenn man den Wagen öffnet denkt, OK, so packe ich das ab jetzt immer direkt von Anfang an. 😄



Danach machen wir uns fertig und gehen dann zum Frühstück. Der Ablauf so herum macht Sinn, denn so haben wir alles fertig und wissen jetzt, wie viel oder wenig Zeit wir uns beim Frühstück lassen können. Unseren PCR Test haben wir in Deutschland so abgestimmt, dass er für beide Grenzübergänge reicht. Heißt aber, dass wir heute recht genau planen müssen und keine unnötige Zeit vertrödeln können. Unser Zeitfenster, so wie geplant, lässt uns mit ca. drei Stunden Luft am Grenzüberquerung ankommen, bevor die 72 Stunden Frist unserer Tests abläuft. Dafür müssen wir so gegen zehn Uhr los in Voigtland.

Auf zum Frühstück auf der Terrasse und hier brummt das Leben. Direkt neben unserem Tisch flattern allerlei Vögel durch die Bäume oder hüpfen über die Mauern. Durch die Wipfel fliegt eine Schar bunter Papageien und als sie anfangen sich immer wieder direkt neben uns in den Baum zu setzen, hole ich doch mal die Vogellinse raus, eine Erstsichtung wie diese kann ich mir nicht entgehen lassen.




Cape Glossy Starling | Rotschulter-Glanzstar



Grey-headed Sparrow | Graukopfsperling



Short-toed Rock Trush | Kurzzehen-Drossel



Speckled Pigeon | Guineataube



Rosy-faced Lovebird | Rosenköpfchen... das sind mit dem Starling quasi 2 nachträgliche Punkte für unser Konto laut der Sichtungsliste. 😉









Auf dem Deck ist ein einzelner Tisch ganz besonders schick rausgeputzt. Zwei Damen kommen etwas später und erleben dort ein Frühstück Spezial, wir glauben als Geburtstagsüberraschung, in Begleitung der Giraffen und mit Fütterung aus der Hand... nur zugucken lassen kann man sie ja nicht.

Kim ist auch wieder dabei, und demonstriert wie man die Schoten richtig serviert. (von dem morgen stammt auch die Zungenserie) Ein Bild ist dabei entstanden, dass ich sehr eindrücklich fand, weil man erst durch die extreme Nähe zu den Tieren mal den Vergleich hat, wie groß so eine Giraffe wirklich ist, wenn ich mir den Giraffenkopf direkt neben ihr so anschaue. 😮

Immer mal wieder hat man ja in Botswana auch mal nähere Begegnungen mit den Tieren, aber solange man im "sicheren" Auto sitzt, habe ich das Gefühl, dass man die Größe nie so 100% richtig wahrnimmt. Zu Fuß, auf einer Campsite oder so wie hier mal im Direktvergleich sieht das gleich ganz anders aus.



Die Fütterung hat einen Zusatznutzen... Antonio schleicht sich zu den Futtertrögen, die Giraffenfreundlich an Masten befestigt sind, solange die gefrässigen Langhälse abgelenkt sind. Wer Flügel hat ist klar im Vorteil und so werden die Palletdiebe kurze Zeit später argwöhnisch beäugt. 🙄 🤪




Mal kurz auf die Uhr schauen... ohja, es ist natürlich schon später geworden und 10:15 Uhr. Noch auschecken, letzten Sachen einpacken und bis wir dann los sind haben wir auch schon 45min vom Puffer verbasselt. Es bleibt also außer dem Versprechen wieder zu kommen ein kurzer Abschied und dann sind wir auch auf der Straße.

Fazit Voigtland
Perfekt gelegen, freundliche Leute, Giraffen zum Ankommen und eine Gegend zum Seele baumeln lassen. Was will man mehr. Saubere Zimmer zum Beispiel... Check. Bis in die letzte Ecke. Irgendwie hat das alles einfach richtig gut gepasst. Klare 5/5 wiederkommen Sterne.



Ein letzter Blick zurück. Als wir fahren verabschieden uns noch Chocolate, Vanilla und Hazelnut. Und auch Bockwurst lässt sich noch blicken. So heißen die vier Farmhunde... 😄


Botswana Boarder King singt den Cucumber-Blues

Tanken müssen wir natürlich auch noch, das haben wir gestern vergessen oder hatten wir zu wenig Zeit, ich weiß es nicht. Direkt am Airport, an der B6 gelegen nehmen wir die Puma. Netter Kerl, wir quatschen ein wenig, er prüft einmal alles und auch den Reservekanister lassen wir auffüllen. 2018 haben wir ihn gebraucht. Wir kündigen uns für in 3 Wochen schonmal an, was er mit einem: "Freue mich, ich bin immer hier quittiert". Man sieht sich wieder und wir werden dabei noch so manchen Trick lernen. Aber bis dahin... steht noch eine 3-wöchige Botswana Tour auf dem Programm. 😉

ALSO LOS. Die Fahrt ist alleine schon der Wahnsinn. Wahnsinnig langweilig! 😛

Ist ja auch mal schön, wenn nix passiert, schließlich haben wir ein Timing einzuhalten und so könnte ich Bäume oder einen LKW am Rand zeigen, ich beschränke mich mal auf die letzte Hürde, bevor der Urlaub richtig startet.



An der Grenze angekommen, geht es erstmal seinen normalen Gang. Wir melden uns mit allen Formalitäten ab, so kennen wir das. Kurz vor dem Zaun und dieser Freizone zwischen Namibia und Botswana sitzen drei Männer an einem Klapptisch im Schatten, militärische Tarnklamotten an. Einer hebt die Hand zum Gruß und wir grüßen nett zurück.

Als wir keine Anzeichen geben anzuhalten wird er deutlicher. Achso, man soll hier stoppen?! 😗

Es werden noch mal die Corona-Unterlagen überprüft und gefragt was man vorhat. Da wir zurückkommen in drei Wochen, wollen sie auch wissen wo wir uns dann testen lassen. Im Endeffekt geht es wohl darum, wie bei den Flügen, bevor ich ins Flugzeug steige zu schauen, ob die Unterlagen in Ordnung sind und ob man mit den Regeln vertraut ist. In so einem netten, zuvorkommenden und unverständlichem Nuscheln vorgertragen, dass man sich mal wieder nur doof vorkommt. An der Grenze kennen wir das schon, irgendwie ist das immer so. 😐

Egal, spannender wird es rein nach Botswana, aber eigentlich läuft das sehr einfach ab. Direkt am Anfang stehen zwei weiße Container. Da wir davon schon gelesen hatten, wissen wir, dass wir hier unsere PCR Ergebnisse prüfen lassen und einen Test machen müssen. Letzteres müssen wir gar nicht. Wir kriegen einen Stempel und damit ist es erledigt.

Die Immigration läuft wie gewohnt mürrisch und beim Bezahlschalter für die Fahrzeuggebühren dürfen anscheinend nur Leute mit Handtuch im Mund arbeiten. Hin zur Schranke, wir haben keinen Beleg bekommen, dass wir bezahlt haben... also haben wir doch, aber so ein kleinen Papierschnipsel den man auch braucht, den haben wir nicht. Also wieder zum Handtuchmann zurück, Papierschnipsel holen und dann stehen wir wieder vor der Schranke...

"Können wir mal in euren Kofferraum schauen?"

"Klar, Augenblick."

Unsere bisherigen Erfahrungen eigener Natur und demnach, was wir aus vielen, vielen Gesprächen uns zusammen gebaut haben, ist der Grenzübergang nach Botswana völlig willkürlich, nicht planbar und man weiß nie was einen erwartet. 🤪

Spannung ist garantiert. Ein Soldat und eine Frau kommen mit uns zum Kofferraum.

"Habt ihr Obst und Gemüse dabei?"

"Ja, also zum Beispiel Äpfel und..."

"Äpfel!!, das geht leider gar nicht,..." Mara gibt mir die Äpfel an, ich stehe damit in der Hand vor ihr. "...aber ihr könnt kurz zurückfahren und vorne auf dem Parkplatz eure Äpfel essen."

🤨 Ich bin mir nicht sicher ob sie das ernst meint.

"Ich hab hier 18 Äpfel" 😄

Nachdem wir uns darauf geeinigt haben, dass weder wir nun jeweils neun Äpfel futtern werden und die beiden auch keine abhaben wollen geht es weiter.

Tomaten? - Das geht nicht! - Gurken? - Das geht nicht! (damit haben wir keine Verteidigung gegen Katzen mehr!) - Butternut? - Oh, Butternut geht. 🙂 ... sehr gut, sage ich ihr. Das ist das einzige Gemüse das irgendwo in den Kisten dort vergraben ist, da sind auch noch Kartoffeln? - Kartoffeln sind auch ok. Glück gehabt

Also mal abgesehen von der Sättigungsbeilage nehmen sie uns so ziemlich alles ab, was wir an Obst und Gemüse dabei haben, solange es keine Konserven sind. Ein kleiner Berg steht mittlerweile auf der Heckklappe. Paprikas, Avocados, Snack-Cucumbers, so kleine gelbe Dinger, dessen Name ich vergessen habe und und und...

"Das schmeißt ihr bitte alles da vorne in der Mülltonne weg, aber alles auspacken und jedes Teil einzeln da rein werfen."

Wir machen einfach nur noch und fragen auch nicht mehr nach, da Sonntag ist und wir nicht einkaufen können, gibt es Abends halt angegrillten Toast als Beilage. 😛

Wir setzen uns in den Wagen, fahren ein Stück von der Grenze weg, beide noch etwas konsterniert und verwundert. Schauen uns an und müssen erstmal herzhaft lachen. "Die 18 Äpfel könnt ihr da vorne kurz essen." wird schnell zu einem Running Gag unter uns beiden im Urlaub. 😄

Der weitere Weg bis Ghanzi ist an Spannung wieder kaum zu überbieten. Also versuchen wir uns einfach an unserem Setswana und übersetzen die Schilder die wir sehen. ( 🙁 in Namibia sind da Elefanten oder Wildscheine drauf oder so... hier Kühe)



Da müsste so ganz grob übersetzt etwas stehen wie...

Aufgepasst, Tiere

Vorsichtig fahren

Nachts ist besondere Vorsicht angebracht

Frei übersetzt, aber so ca. die setswanische Bedeutung auf Deutsch.



😗 😛

Erst kurz nach 17:30 Uhr biegen wir ab von der Hauptstraße und fahren auf die Zufahrt zum Thakadu Bush Camp. Fast da!



Am Hauptgebäude angekommen gehen wir nach hinten wo Stimmen herkommen. Eine Reisegruppe aus ca. zwei Dutzend Leuten ist hier verteilt. Kein Staff in Sicht, aber zwei Gäste bedeuten uns, wir sollten uns einfach ein Getränk aus dem kühlschrank schnappen und was mit ihnen trinken. Ja danke, wir sehen schon, ihr macht das für uns mit.

Ein Mitarbeiter, wie sich rausstellt der Manager Panda löst sich aus der Menschentraube. "Wollt ihr was?"

"Ja einchecken, wir campen heute hier."

"Fahrt einfach nach hinten und sucht euch eine Campsite aus, ich komme gleich nach. Nur die hinteren Ablutions funktionieren."



Soweit so gut, dann also irgendwo dort in der Nähe. Wir kurven etwas über das Gelände und entscheiden uns dann für einen Platz direkt bei den Ablutions, der schön groß ist. Ein Paar aus Südafrika sind die einzig anderen Camper, wir quatschen etwas und da die Sonne schon langsam untergeht bauen wir auf.



Panda kommt dazu, erklärt wie man heißes Wasser bekommt. Dazu dreht man einen Hahn außen auf, dann läuft der Boiler und literweise sprudelt das Wasser nur so aus der Konstruktion. Da hätte man sich die Schilder an den Waschbecken "Please save water" auch schenken können. 🤪

Auf die Frage ob wir etwas brauchen, fragen wir nach Feuerholz. Panda bringt gleich welches vorbei und wir nutzen nach Aufbau und erster Organisation die Ablutions... ein Schock! 🤢

Ich versuche ja grundsätzlich freundlich zu bleiben und ich will auch keinem was Böses, aber was hier geboten wird ist lächerlich, nein das ist das flasche Wort. Es ist eine bodenlose Frechheit und mit Abstand das Schlechteste was wir bisher irgendwo gesehen haben. Es unterbietet noch die öffentliche Toilette auf den Phillipinen, da konnte man wenigstens die Mücken noch mit etwas Mühe zählen.

Die Duschen und Toiletten sind komplett mit Mücken verpestet, kein Wunder, da alles stierend dreckig ist. Die Ablutions sind zweigeteilt und das Paar aus Südafrika nutzt die rechte Seite. Also wissen wir, dass der Zustand nicht von zwei extremen Messis verursacht wurde. Nichtmals gespült sind die Toiletten. Keine Frage, dass es Schweine sind, die das so hinterlassen, aber klar ist damit auch, dass hier niemand putzt. Es ist das erste Mal das Mara nur mit Schlappen duschen geht, ich lasse lieber meine Socken an. 😵

Wieder zurück schaue ich nach dem Holz... vergeblich. Es ist dunkel, aber von Panda nichts mehr zu sehen. Da der Wagen aufgebaut ist laufe ich zum Haupthaus zurück. Niemand zu sehen. In der Küche sind zwei Damen, denen ich erkläre, dass Panda uns Feuerholz bringen wollte. Er hat ihnen nicht Bescheid gegeben und ist dann auch verschwunden. Die beiden sind mitten in den Vorbereitungen für die Lodgegäste und ich überrede sie, dass sie mir nur zeigen müssen wo das Holz ist und ich zwei gesunde Hände und Beine habe und mir selber mit der Schubkarre helfen kann. Dankbar nehmen sie das an und verschwinden schnell wieder in der Küche.

Ich lade die Schubkarre so voll es geht und stelle zu spät fest, dass das Rad platt ist und schleift. Nass geschwitzt komme ich wieder am Platz an. Wein auf, Feuer an, Essen machen... und einfach versuchen zu ignorieren. 😠








Die Nacht werde ich irgendwann wach von einem Stereo "BSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS" um meinen Kopf herum. Ich versuche das zu ignorieren, zu sehr bin ich im Halbschlaf-Delirium, aber es hört nicht auf und hört sich an, als ob jede Sekunde eine Mücke rumschwirrt. Stirnlampe geschnappt... das Zelt ist voller Mücken. 😮 😣

Ich wecke Mara und über eine Stunde jagen wir Mücken im Zelt. Das ist echt nicht unser Tag, bzw. Abend/Nacht hier, wobei ich zugeben muss, eine kleine Lücke war beim Zeltaufbau offen geblieben, also auch eigene Schuld, aber dennoch hat man dann im Normalfall nicht Dutzende Mücken im Zelt...

Nach einer geräderter Nacht sieht die Welt zumindest besser aus. Die Mücken sind weg, die Sonne scheint, wir machen Frühstück und ich laufe etwas über den Platz, ein paar Vögeln hinterher und zu den blühenden Dornenbüschen.



White-browed Sparrow-Weaver | Mahaliweber






Crimson-breasted Shrike | Rotbauchwürger



Der Vorteil der gestern vollgeladenen Schubkarre ist, dass wir so auch noch einen kleinen Vorrat im Auto mitnehmen können. Und schon ist die Sortierung wieder anders, unser Technikkoffer passt hochkant genau neben die Kisten, so bleibt Platz vor Kopf und dort wird für den Rest der Reise das Feuerholz untergebracht. 🙂





Wir fahren los, wollen noch auschecken und das Feuerholz bezahlen. Panda ist wieder nirgends zu sehen, wir zahlen bei den Damen in der Küche die mittlerweile auch sichtlich angefressen sind, dass er sich auch den Morgen über um nix kümmert und nicht zu finden ist. Soviel sei verraten, auf dem Rückweg wird es für uns keine Nacht mehr hier geben. Wir suchen uns lieber etwas anderes, so eine schlecht gepflegte Campsite haben wir noch nie und zum Glück auch danach nicht wieder gesehen.

Fazit Thakadu
Das Fazit sollte wohl klar sein. Allerdings wollen wir einschränken, dass mit einem vernünftigen Verantwortlichen, sauberen Ablutions etc. die Plätze durchaus geeignet für einen rustikalen Zwischenstopp sind. Dann wären es wohl 3/5 Sternen, so werden es für uns 0/5 Sterne, leider. 😐

Nichts wie weg. Jawohl, Sir! 😉



Es wird noch schnell eingekauft in Gantsi, wir haben ja einiges an Vorräten verloren und im DWNP wollen wir die Nationalparks zahlen. Wir fahren auf den Parkplatz im Touristencenter und werden schon auf dem Parkplatz freundlich abgefangen, ob man uns helfen kann.

"Das DWNP ist hier nicht, fahrt links, der Kurve nach, dann recht, über die zwei Kreuzungen... ach wisst ihr was, fahrt uns einfach nach." 😁
Es wird besser, so nett und freundlich haben wir Botswana in Erinnerung.



Im DWNP wundert man sich sehr über unseren Besuch, zahlen können wir hier nix, dass sollen wir direkt an den Gates machen. Auch gut, dann sehen wir zu, dass es wieder auf die Straße geht. Sehr weit fährt man nicht bis zum Abzweig Richtung Tsau Gate, aber was ist das... ein VetFence. 😮 😕

Und da ist auch ordentlich was los, öfter fährt man ja einfach durch. Oh nein, jetzt haben wir gerade wieder aufgefüllt und wieder alles nachgekauft. Uns beschleicht ein schlechtes Gefühl. Hoffentlich wird das nicht wieder so eine Nummer wie gestern an der Grenze. Das wir von Süd nach Nord fahren und das eigentlich kein Problem sein sollte realisieren wir gar nicht.

Wir fahren langsam auf den VetFence zu und sehen links ein erlösendes Schild. 30 Meter vor der Kontrollstation geht es rechts ab auf eine Sandpiste in Richtung Tsau Gate. Wir müssen gar nicht mehr durch den Fence. 🙂

Wir lassen Luft vom Reifen, steuern auf die tiefen Spurrillen im Sand zu und machen uns auf den "bumpy ride" in Richtung Tsau Gate. Endlich kann es losgehen, wir sind wieder auf Safari! 🤩



to be continued...


Gruß,
Robin
Teil 509. Jan. 2022
Sternzeichen Steinböckchen

Puhh... kein Asphalt mehr unter den Schluppen, es geht sanft, wie es nur eine ausgefahrene Piste zulässt, daher. 😛

Gute 40km fahren wir schnurgerade am VetFence vorbei, also für jeden der sich immer schon fragte ob die sich eigentlich wirklich einmal quer durch's Land ziehen, um dieses Wissen sind wir jetzt reicher und können das bestätigen. Mal ist es durchaus besser und auch harter Untergrund, mal wühlen wir uns durch tiefsandige Passagen, aber alles in allem muss man doch sagen, dass die Strecke sehr gut läuft und relativ locker durchläuft. Es hat zumindest keine längeren Wellblech-Passagen hier.



Zeit also, mal einen Blick auf die heutige Route zu werfen. Insgesamt sind wir 266km unterwegs, ca. 50/50 aufgeteilt auf Asphalt und dann Sandpisten und erst für das letzte Viertel biegt es ab in den eigentlichen Park. Ziel ist Passarge Valley und zum Glück nur Campsite CKPAS 3, diese liegt nämlich am Eingang des Tals, dass sich die Strecken in der Zentralkalahari so sehr ziehen würden, damit haben wir bei der Planung nicht gerechnet. 😕


Hier könnt ihr die Route genauer betrachten...

Unterwegs passiert nix. Wir sehen mal eine Kuh und überholen einen Truck auf dessen Ladefläche einige Leute stehen und hier im Nirgendwo stehen mal ein paar Leute im Schatten. Wir vermuten eine Art Mitfahrzentrale, dass würde dann auch zu dem Truck gut passen. Dann kommt auch schon das Tsau Gate in Sichtweite, wir sind mehr als froh, endlich von dieser Piste in den Park zu starten.

Das eigentliche Gate ist etwas in die Jahre gekommen...


... und der Ranger vor Ort zieht dieses Zelt als Unterkunft vor. 😉


Wir marschieren ins Zelt und melden uns an. Bei Eintragung ins Buch fällt uns direkt auf, dass wir seit einer Ewigkeit das erste Auto sind das hier ankommt. Vor 5 Tagen sind das letzte Mal 2 Fahrzeuge rausgefahren, davor hätte man lange blättern können. Wir werden praktisch nur Südafrikaner treffen und da macht es durchaus Sinn, die nehmen natürlich die südlichen Gates.

Wir fragen ob wir unsere zweite Nacht evtl. umbuchen können und sich noch ein Platz findet mit Ablutions. Er hat kein Computersystem, aber hängt sich sehr enthusiastisch ans Telefon und versucht es beim Matswere Gate. Ziemlich lange lässt er sich verbinden und fragt sich für uns durch die aktuelle Buchungslage im Park, wirklich total nett, am Ende muss er jedoch aufgeben. Genau kann er uns keine andere Nacht im Matswere Gebiet geben, aber er hat zumindest erfahren, dass man nicht fully booked ist und wir einfach schauen sollen und dann eine freie Campsite nehmen können. Das hört sich gut an, wir planen aber dennoch ein, dass wir morgen unser bestätigtes Ziel anfahren und unterwegs schauen, was sich ergibt... Denkste, aber das zeigt sich morgen.
(ich stelle gerade fest, der Reisebericht hätte auch "Denkste" heißen können) 😄

Nun gut, dann nehmen wir halt nur noch Feuerholz mit und fahren los, wundern uns aber über die Aussage, dass er kein Feuerholz hat. Da wir schon vergeblich in Ghanzi danach gesucht haben und auch trotz nachfragen uns niemand was verkaufen oder einen Tipp geben konnte, haben wir auf's Gate gehofft. Er hatte halt ewig keinen Touri hier in Richtung Park und so auch kein Feuerholz vor Ort.

"Wenn ihr gleich losfahrt, dann geht es 30km geradeaus weiter und dann rechts Richtung Motopi. Sammelt euch einfach, was ihr am Rand liegen seht unterwegs."

Ok, damit haben wir nicht gerechnet, aber wenn uns ein Ranger das sagt, dann ist das unsere Lösung. Eine erste Nacht kommen wir noch hin, aber danach wird es sehr dünn, also ist sammeln auf jeden Fall angesagt.

Auf geht es durch's... sagen wir mal Gate und auf die nächsten 30km schnurgerade am nächsten Zaun entlang.






Diesmal wird es abwechslungsreicher, kaum ist man im Park lassen sich die ersten Tiere blicken. Eigentlich rennen und springen sie nur davon, aber dennoch. Unser Tagesmotto entsteht auf den nächsten 30km. Im Schatten der Büsche liegen hier überall Steinböckchen, da wir aber die Sonne im Rücken haben, sehen wir die nie, bis wir so nah dran sind, dass sie aufspringen und mit großen Sätzen im Dickicht verschwinden.

"Das da bleibt stehen" > Kamera raus und da ist es auch schon wieder weg. 😛

So geht es immer hin und her. Meistens gewinnen die Steinböckchen, nur sehr selten haben wir die Kameras schnell genug im Anschlag um zumindest ein schlechtes Bild zu kriegen. Aus gut zwei Dutzend Chancen ergeben sich um genau zu sein genau zwei Bilder. Nicht zwei gute Bilder, sondern in der Anzahl gesamt.

Immerhin, wir haben noch nie einen Bock mit solchen Hörnern gesehen. Wir kennen die fast nur hornlos oder mit ganz kleinen Hörnern.

Steenbok | Steinböckchen


Nicht nur das lenkt uns ab, sondern auch unsere Holzsuche. Viel ist nicht zu finden, das allermeiste ist eher etwas für meine Reisigbox um das Feuer zu starten, nicht aber Material das den Eindruck macht auch länger zu brennen. Dennoch sammeln wir emsig ein, was wir an etwas größeren Stücken finden können. Die Seitenklappe ist nicht verschlossen, so kann man nur ganz kurz rausspringen, Seite auf, Holz rein und zurück ins Auto.

Der Kofferraum füllt sich so langsam mit Holz und es geht rechts ab, jetzt aber wirklich in den Park. Ohne einen Zaun links öffnet sich der Blick doch gleich ganz anders. Tschüss, Steinböckchen. 🙂

Ein dunkler Vogel...



Steenbok | Steinböckchen






Jetzt lehnt euch zurück, wir nehmen euch einfach mal mit auf einen Gamedrive, also quer durch die Landschaft, immer über die schmalen PADs durch den Park, es gibt nix sehr aufregendes, aber einfach wildes Afrika pur. Was ist das da?

Schaut ihr im Bild oben auf unsere Fahrspur fällt auf, dass da was Grünes rumliegt. 🤨

Wir fahren näher ran, da liegt ne Melone?? 🤪
Wir fragen uns wer die hier wohl verloren hat, so viele sind ja nun nicht hierher gefahren.




Naja, sowas können einerseits die Tiere fressen, wenn sie rausfinden was das ist und andererseits brennt es nicht. Es ist also weder Müll, noch nützlich für uns, also lassen wir sie liegen und fahren weiter.

Ein heller Vogel... 😗



Yellow-billed Hornbill | Gelbschnabeltoko


Es wechselt sich ab im Gelände, was bei dieser Strecke bedeutet, dass es von verbuscht zu offenem Grasland wechselt. Ich mag dieses Grasland, wenn da mal was drin rumläuft, dann bieten die hohen Halme einen schönen sanften Rahmen. Wir sehen aber nur Vögel und nichts mehr was größer ist. Laut Karte sind wir kurz vor'm Motopi Wasserloch, es dürfte klar sein, wo sich bei dieser kargen Landschaft die Tiere tummeln.





Kori Bustard | Riesentrappe






Wir rollen am Wasserloch vor und sehen nichts. Gähnende Leere, weder direkt am Wasser noch auf dem Weg dahin findet sich irgendwas. Ein paar Geier sitzen am Wasser, fühlen sich von uns gestört und fliegen auch noch davon. Ein Sekretär hat sich zwischen sie gemischt, irgendwann einmal, da bekomme ich ein richtig gutes Foto dieses Vogels. Bislang haben wir ihn schon öfters gesehen, aber immer weit weg und mit so vielen Hitzeschlieren dazwischen, dass es praktisch jeder Vogel sein könnte. Zumindest im Flug kriege ich ihn noch ganz passabel, bevor er sich viel weiter weg ins Gras setzt.





Secretary Bird | Sekretär



Lappet-faced Vulture - Ohrengeier



Ab hier wird es langsam grausig. Was bisher noch als Ausnahme gilt, nimmt jetzt langsam überhand. Die Wege sind nur selten befahren worden und so haben sich die...
Gräser = EGAL,
Büsche = UNSCHÖN
Dornen = WER KRATZT MIT SEINEN FINGERNÄGELN ÜBER DIE TAFEL!!! 😣

... den Platz auf der Fahrspur zurückerobert. Immer wieder kommen wir durch dicht bewachsene Passagen, in denen uns nichts anderes übrig bleibt, als auszuwählen, welche Seite die Kratzer abbekommt. SCREEEEEECHHHH von links, RRAAAATTTTTSSSCHHHH von rechts. 😊 😕

So geht es nicht nur heute, sondern die nächsten Tage und im Endeffekt vielerorts Wochen weiter. Uns tut das wirklich leid, haben sie uns extra einen der neuesten Wagen der Flotte gegeben, aber SCR wusste ja wo wir hin wollten. Dennoch, wir behandeln so ein Auto grundsätzlich nicht nach dem Motto: "Don't be gentle, it's a rental!" und somit tut uns jedes laute Kratzen über den Lack oder die Plastikteile weh. Selbst der Schnorchel ist am Ende der Reise gezeichnet, also so wie eigentlich alles. Die Dornen hinterlassen keine tiefen Kratzer, aber der Wagen ist hinterher über und über mit Schlieren versehen, auch wenn man die nach einer guten Wäsche und bei mehr als 1m Entfernung gar nicht wahrnehmen kann.




Im Unterholz versteckt sich so mancher Federgeselle, die wenigstens lassen sich ablichten, aber ein anderes Rätsel löst sich auf. Etwas peinlich, aber natürlich hat niemand seine Melone verloren, sondern es gibt hier offensichtlich ansässige Buschmenschen die kleine Gärten kultivieren und diese Melonen hier züchten... 🤪 😛 NATÜRLICH NICHT!

Gestern habe ich dann auch mal recherchiert, dass es sich um Tsamma handelt, die Kalahari Melone die auf trockenem Boden wächst, na da hat sie in der Gegend ja mehr als genug von. Sie wird auch Wilde Wassermelone genannt und von den Tieren als willkommene Nahrungs- und Wasserquelle genutzt, von den Menschen eher in der Kosmetik, bzw. von den EInheimischen als Feuchtigkeit spendendes Öl, gegen trockene Haut in der Wüste. Kann man übrigens auch in Deutschland kaufen... habe ich dann gestern auch spontan gemacht.

Wer auch Interesse hat: Namibian-Oils.de


Red-crested Korhaan | Rotschopftrappe



Tsamma | Wilde Wassermelone



Die Medaille hat ja bekanntlich zwei Seiten, ein Gecko bekanntlich auch. Ob aber dieser Umstand etwas mit unserer Entdeckung zu tun hat, das wissen wir nicht, wir rätseln aber immer noch darüber. Mit flacher werdendem Licht können wir den Dornenbüschen eines abgewinnen und suchen nach ihnen, bzw. nach dem was drin sitzt. Immer wieder sehen wir etwas weißes in den Büschen sitzen, leider meistens viel zu spät und dann ist es auch schon wieder weg.

Entlang des Weges sitzen stachelig bewehrte Echsen in den Dornenbüschen. Immer den weißen Bauch in unsere Richtung, sonst würden sie uns gar nicht auffallen. Da wir die Sonne im Rücken haben und wirklich alle uns den Bauch entgegen strecken, schätzen wir, dass sie sich entweder aufwärmen, aber nicht zu heiß werden wollen oder in den Büschen jagen, aber nicht zu heiß werden wollen und eher zur Kühlung den hellen Unterboden in Richtung Sonne strecken. 🤨

Kennt da jemand des Rätsels Lösung?

Auf jeden Fall brauchen wir mehr als ein Dutzend Anläufe, bis wir es mal schaffen uns mit dem Hilux so leise "anzuschleichen", dass mal ein paar der Echsen lange genug still halten, um sie genauer in Augenschein nehmen zu können. Randnotiz... Mäuse gibt es auch in den Buschkronen, aber davon gelingt uns nicht ein Bild während der Reise.

So sieht man sie immer bei der Annäherung...


... und so, wenn man es dann mal geschafft hat neben sie zu kommen, bevor sie verschwinden. 😎


Agame aculeata | Stachelagame



Wir nähern uns dem Passarge Wasserloch und hier wird auch der Busch wieder etwas lichter. Von dem Wasserloch ist allerdings nichts mehr übrig. Die Solaranlage steht zwar noch dort, aber Wasser wird hier keines gepumpt. Damit hat es in dieser Region des Parks überhaupt keine Wasserquelle mehr und vielleicht ist das auch ein Grund für die sehr karge Fauna. Wir können uns gut vorstellen, dass die meisten Tiere dann eher zu den südlichen Wasserquellen abgewandert sind.

Nur eine Manguste hält die Stellung und schaut etwas verdutzt als wir um die Ecke biegen. Sie rafft sich schnell auf und verschwindet im Gras. Ihren Sonnenplatz muss sie aufgeben, der liegt ziemlich genau auf Wegstrecke unseres linken Vorderrads. 😗





Slender Mongoose | Schlankmanguste



Die Sonnenstrahlen werden länger und es ist bereits 17 Uhr als wir ins Passarge Valley einbiegen. Noch 8km bis zur Campsite, was in dem Gelände gute 25-30 Minuten bedeutet. Am Gate losgekommen sind wir gegen 12:45 Uhr, also haben wir etwas mehr als vier Stunden benötigt für die letzten 85 Kilometer. Wegstrecken mit ca. 20km/h Durchschnittsgeschwindikeit in der Zentralkalahari zu berechnen (inkl. kurze Stopps und Fotos, aber ohne lange Sichtung) ist unserer Erfahrung nach durchaus ein gutes Mittelmaß.

Die Lichtstimmung ist jetzt sehr speziell. Knallige Farben und gleichzeitig liegt über allem wie ein Dunst. Man kann nur sehr schlecht sehen gegen das Licht, aber mit dem Licht ist es eine ganz herrliche Landschaft und zieht uns in den Bann der Kalahari.

Ein einzelnes Oryx steht mitten in der Landschaft und nachdem es uns als ungefährlich einstuft und seinen Kopf senkt, wissen wir auch, wer sich über die Melonen hier am meisten freut. 🤩








Yamm, das schmeckt. 🙂



Dieses Panorama zeigt zum einen, warum wir es lieben hier zu sein und zum anderen, warum so viele nicht verstehen was man hier will. Ich kann beide Seiten gut verstehen und freue mich, dass eher mehr Leute für den Urlaub ein Hotel, Strand, Restaurant und Geschäfte bevorzugen...




... wir finden unser Stück Dreck toll, auf dem wir jetzt ankommen und sofort argwöhnisch in Augenschein genommen werden.


Cape Starling | Rotschulter-Glanzstar



Hinter der Wurzel schaut er Anfangs immer hervor, wenn man ihn ablenkt und sich gleichzeitig von hinten anschleicht bekommt man ihn auch ganz drauf.





Wir schließen schnell Frieden oder eher könnte man sagen, wir werden akzeptiert, nachdem unsere Gastgeschenke geprüft und für gut befunden werden. So ein Teller mit etwas Wasser für die ansässigen Vögel kann Wunder wirken, denn nebst dem Starling, dem ganz eindeutig der Platz gehört, finden sich noch weitere, fedrige Bewohner. 😁


Kalahari Scrub Robin | Kalahari-Rotkehlchen



African Red-eyed Bulbul | Maskenbülbül



Wir schauen uns auf dem Platz um. Ganz viel Staub ist schon mal da. Check!
Eine runde Betonplatte für's Feuer Check!
Longdrop für kurze, sowie längere Business-Meetings Check!
(unsere wichtigsten Geschäftpapiere haben wir selber mitgebracht) 😏 😄
Eimerdusche, sogar fast intakt Check!

Es ist übrigens immer gut einen oder zwei Karabiner dabei zu haben. Bei mir hängt immer einer am Rucksack, man weiß ja nie und so eine Eimerdusche ist dann schnell wieder funktionstüchtig. (siehe mein orangener Karabiner als Ersatz der fehlenden Aufhängung)




Für so eine Eimerdusche mache ich auch schon mal ein Hochkant-Panorama aus fünf Fotos. 🙄 Bekloppt, aber das Bild hat es so bis in den Bildband geschafft.





Hat man einmal nicht aufgepasst schnappt sich die Hausgemeinschaft alles aus der Vorratskammer, egal ob der eigene Name dransteht. Ich kann mich zwar nicht erinnern, dass wir unser Studentenfutter überhaupt aus dem Wagen geholt haben, aber das sieht verdächtig nach einer Walnuss aus. 😄

Mehrere Löcher, über den ganzen Platz verteilt erklären sich dann auch endlich, durch die nächste Sichtung. Eine Fuchsmanguste hat offensichtlich seinen Bau hier angelegt oder es ist eine Teleportationsmanguste, die immer mal hier und dann wieder dort plötzlich ab- und wieder auftaucht. Eines von beiden. Ich denke eher letzteres. 😉


Nuss-Dieb!



Yellow Mongoose | Fuchsmanguste



Die Sonne geht unter und verwöhnt uns mit einem spektakulärem Himmel, das Zelt ist noch gar nicht aufgebaut und ein Feuer ist auch noch nicht in Arbeit. Das wird natürlich Zeit und bevor die Dunkelheit vollends einbricht sind unsere Camplichter taktisch schlau verteilt, ein kleines Feuer brennt und der Sundowner steht parat.











Jetzt wird es endlich auch mal Zeit für mich zu Duschen. Ein kleines Licht nehme ich noch mit und dann gibt es eine kalte Dusche, zu mittlerweile angenehmen Temperaturen. Perfekt, so kann man später auch frisch ins Zelt. 😎

Mit neuem Elan und weil es nun auch so richtig dunkel wird, kommt unsere neueste Errungenschaft aus Südafrika nun auch endlich zu ihrem Einsatz. Wir haben uns nach den Nightdrives in und um den Krüger herum noch vor Ort eine Gamepro / 2.000 Lumen Funzel mitgenommen. Die Dinger fanden wir so stark und wir wussten ja schon damals, dass wir für eine erneute Reise nach Botswana unbedingt eine ordentliche Taschenlampe brauchen werden.

Das Ding kann so einiges, muss es auch, da es ansonsten Stockduster ist. Das schöne ist, dass man die mit Vorsatz auch mit rotem Licht verwenden kann und so seine Nachtsicht nicht verliert. Etwas schwierig sind die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen... in unseren Technikkoffer wollte nun wirklich jeder mal reingucken, was das für ein Ding mit Pistolengriff ist. 😕 😄





Ich habe von der Nacht auf der Campsite ein kleines Video mit der Lampe im Einsatz gemacht, da sieht man auch mal wie dunkel so ein Platz sein kann, auf dem man dann kilometerweit ganz alleine ist. Das ist der Luxus, den wir eigentlich für unbezahlbar halten und uns immer wieder wundern, dass wir überhaupt alleine hier sein dürfen. 🤩


Ihr müsst auf das Bild klicken, das verlinkt zu Flickr, wo man das Video abspielen kann.




Es wird Zeit ins Bett zu gehen, wir decken uns mit dem afrikanischen Sternenhimmel zu.
Jetzt sind wir wirklich angekommen!
🙂





Gruß,
Robin
Teil 615. Jan. 2022
AUFGEWACHT... vorbei die Nacht!

Es ist 5:50h und wir sind wach. Kurz vor Sonnenlicht, aber schon genug, dass das Leben beginnen kann. Wir ziehen den Reißverschluss am Zelt auf und ein Stimmengewirr schlägt uns entgegen.




"Was wollt ihr hier draußen?"

"Habt ihr Mal auf die Uhr geguckt?"

"Ich bin hier eingestiegen, weil ich ausschlafen will!"


"Sagt mal, was ist denn hier los, wo bleibt die Motivation?" 😮

Das grenzt ja an Meuterei. Natürlich seid ihr es nicht gewohnt bei uns so früh raus zu müssen. Morgens geht es schließlich immer gemächlich los und wenn die Sonne schon weiter oben am Himmel steht geht es los. Aber wir sind wach, haben Hummeln im Hintern und irgendwie zieht es uns nach draußen und rein in den Tag.

"Jetzt mach' den Kopp zu und zurück ins Zelt!"

"Ruhe da drüben, ich will schlafen!"


Soooo Freunde, jetzt ist vorbei. Zelt wird abgebaut, es ist zu kalt um an Frühstück zu denken, es gibt nur Frühstückskekse heute. Die Reisegruppe wird eingesammelt und ins Auto verfrachtet. Felix überwacht das Ganze auf dem Toilettenhäuschen stehend, da hat er den besten Überblick.

Aus der Duschschnecke gibt es ein fürchterliches Gehämmer und Gerumpel... was ist denn da los?

"Das ist Nadine, die versucht einen Durchlauferhitzer an die Eimerdusche zu montieren..." 🤪 😗

So ein Chaos, wenigstens Rik bereitet keine Probleme, die sitzt weiterhin am Feuer, am selben Platz wie gestern Abend. Sie bleibt halt gerne am selben Ort. Hat jemand Betti gesehen?

"Die hat nen Löwenbild ans Fenster im Auto geklebt... die ist grad nach Kenia ausgeflogen."

Mannomann, geht hier zu wie im Taubenschlag, apropros Taubenschlag, kann wer sich mal den Schaden an der Windschutzscheibe anschauen... ach Friederike hat aufgepasst und wechselt die gerade aus, perfekt, wenigstens eine die mitdenkt. So langsam setzt sich jeder auf seine 5 Buchstaben, aber warum haben wir jetzt einen Platz zu wenig?

Da hat sich doch ganz hinten noch der Martin reingeschmuggelt, den haben wir doch erst später als Zusteiger auf dem Plan gehabt.

Jetzt kann einer nicht mehr ins Auto, verdammt.

"Bele, du hattest so unverschämtes Sichtungsglück, ab ins Krähennest, Ausguck halten heute!"
😛

SO, es geht los... nach aufwändigem Intro um eigentlich nur eine Kleinigkeit anzukündigen. Wir haben es geschafft, das erste Mal, dass wir morgens früh mit dem ersten Licht raus sind, freiwillig, und erst danach zurück ins Camp fahren um zu frühstücken. 🤩

Alle eingestiegen, also ab dafür. (na, wer findet den Hinweis auf unsere erste Campingreise in Namibia)



Machen wir mal etwas ruhiger weiter, wo jeder seinen Platz gefunden hat. Wir packen flugs zusammen, was komischerweise dennoch eine Stunde dauert. Egal wie sehr wir uns beeilen wollen und werden die nächsten Wochen. Das ist unsere Zeit um vom Platz zu fahren. Irgendwie verstehen wir nicht wo wir immer die Zeit liegen lassen. Aber da wir mit Sonnenaufgang aus dem Zelt sind, erwischen wir dennoch die Morgenstunden und dieses wunderbare Licht.



Wir fahren eine kleine Runde raus zur Pfanne des Passarge Valleys. Das sind knappe 9km und dann vielleicht ein Stück weiter und wieder zurück, sobald die Sonne hoch genug ist, dass es warm genug ist um sich gemütlich hinzusetzen für ein kleines Frühstück. So werden wir es beibehalten und fragen uns, warum wir das nicht schon früher so gemacht haben?! 🤨

Kaum losgefahren sehen wir eine kleinere Gruppe Springböcke. Wir freuen uns über die Springböcke hier besonders, da wir die das letzte Mal 2017 zu Gesicht bekommen haben in Namibia. Ein kleiner, heller Vogel zwitschert der Sonne seinen Gruß entgegen, wieder einmal bin ich bei der Bestimmung aufgeschmissen, irgendwo zwischen einer Lerche, Wabler oder Gottweißwas rangieren meine besten Tipps.

Nur ein Stück weiter, wieder im Talkessel sehen wir ein einzelnes Oryx, vielleicht dasselbe von gestern Abend.




Drosselschnäpper danke ans Bestimmungsteam 🙂






Diesen Morgen stolzieren viele der hochschnabligen Riesentrappen durch die Savanne. Mit dem Kopf so leicht kokett nach oben gereckt haben sie immer einen gewissen Grad von Arroganz an sich... so recht mögen wir sie nicht, was wahrscheinlich damit zusammenhängt, dass sie die Gabelracke als Landesvogel Botswanas abgelöst haben und wir Gabelracken viel hübscher finden. 😛

Auch dem Botaniker in uns können wir weiter frönen, aber anders als diese kleine, gelbe Frucht, ist meine Recherche nicht auf fruchtbaren Boden gestoßen. Vielleicht kann jemand aushelfen, aber wenn ich versuche mich ranzutasten per Google Suche, meint die immer ich wäre auf der Suche nach Amarula Früchten, was ich aber offensichtlich nicht bin...


Giftige Bittertomate Danke Konni



Kori Bustard - Riesentrappe



An der Gabelung zur West-Ost Querverbindung fahren wir noch ein Stück geradeaus, die Sonne strahlt jetzt über das hohe Gras und mehrere Springböcke sind hier unterwegs. Sie grasen friedlich und geben perfekte Porträtmotive ab, wenn sie kauend hochschauen und sich dabei ertappt fühlen.








Der hier checkt erst uns aus...



... dann sieht er ein interessanteres Objekt der lendlichen Begierde und schnuppert mal ob was geht. 😐 😄






Er meint JA, sie sagt NEIN. Wie im wahren Leben. Eine wilde Hatz, rennend und springend geht los, von links nach rechts und wieder zurück. Wir schauen uns das fasziniert an und haben wohl beide darüber vergessen, da mal die Kamera als Video mitlaufen zu lassen. Da hätten wir mal eine echte "Jagdszene" im Kasten gehabt. 😉

Den letzten der Reihe haben wir Lucky Luke getauft. 😄


Wir drehen wieder um und machen uns auf den Rückweg zur Campsite. Endlich will mir ein Beweisbild der kleinen Spatzen gelingen die hier in den Büschen an der PAD sitzen und immer weiterfliegen, bevor wir weg sind... es sind natürlich keine Spatzen, aber kleine Vögel die wegfliegen und nicht näher inspiziert werden können heißen erstmal so.

Ein Schakal schaut kurz mit müden Augen zu uns rüber, bevor er sich ins Gras legt, einrollt und für uns unsichtbar wird. Das Steinböckchen hinter hohem Gras, mit seinen langen, staksigen Beinen ist da schon besser auszumachen. Wir genießen es, wie die Sonne uns langsam aufwärmt und einfach mal so früh unterwegs zu sein. Es ist spannend und auch mal schön, den Tag etwas aufzuteilen, das klappt natürlich nur bei kürzeren Wegen oder wenn man mehr als eine Nacht hat. Heute ist es der kürzere Weg... Denkste!, die Rechnung machen wir auch heute wieder ohne die Kalahari.

Aber soweit sind wir noch nicht.


Scaly-feathered Weaver | Schnurrbärtchen (was ein passender deutscher Name!) 😁



Black-backed Jakal | Schabrakenschakal



Steenbok | Steinböckchen



Es geht wieder vorbei an der Stelle mit den Riesentrappen, gleich vier auf einmal sehen wir, eine kommt auch etwas näher, wenn auch nicht für ein richtig gutes Porträt, aber wir nähern uns an.

Kori Bustard | Riesentrappe



Kurz vor der Campsite sitzt noch ein Greifvogel im Baum und stolz kann ich berichten, die Eulenmuckels nur um Bestätigung gefragt zu haben, endlich mal einer, den ich ganz alleine aus dem Roberts Guide rausgesucht und identifiziert habe. 😗


Southern Pale Chanting Goshawk | Großer Singhabicht (juvenile)



Es ist jetzt neun Uhr und wir biegen wieder auf der Campsite ein. Kurz vor sieben Uhr sind wir los und auch wenn nichts spektakuläres an Tiersichtungen dabei war, haben wir für uns schon jetzt die spektakulärste, oder eher tiefgreifendste Sichtung des Urlaubs gesehen. Das Licht.

Natürlich ist mir Licht ein Begriff, aber ich wollte mich nicht vom fotografisch attraktivem Licht leiten lassen auf Safaris. Im Nachhinein betrachtet, jetzt wo wir das Prinzip früh raus, spät zurück mehr beherzigt haben, sind doch auch viele der besseren Aufnahmen auf diesen Fahrten entstanden und die Stimmung, das ganze Ambiente im Busch und auf den Grasflächen ist um Längen schöner.

Was auch immer uns an diesem Morgen aus dem Zelt getrieben hat, es war ein Glücksfall. 🙂


to be continued...


Gruß,
Robin
Teil 716. Jan. 2022
Diebstahl in der Kalahari

Um 9 Uhr kommen wir zurück zur Campsite.


Wir wollen jetzt langsam in den Tag starten. Die erste Campingnacht ist vorbei und wir brauchen immer so ein paar Tage um wirklich die Sortierung von allem genau so zu haben, dass die Handgriffe perfekt passen. Also lassen wir uns etwas Zeit um die Kisten noch mal zu sortieren, Frühstück wird gemacht und das Wasser für eine Dusche, bevor es losgeht, bereit gestellt.

Brauchwasserkanister versehen wir mit einem Stück Tape, so wissen wir immer was was ist, egal wer und wo er den Kanister in den Wagen stopft. Die haben nämlich die Funktion als Lückenfüller und verteilen sich so gerne im ganzen Rückraum. Es gibt die ungeöffneten, geöffnete mit Trinkwasser, geöffnete mit Brauchwasser und wir stellen fest, dass sie sich auch sehr gut als Müllkanister eignen.



Mara baut ein kleines Frühstück zusammen und kocht Kaffee auf den Tassen. Also Filtertüten-Aufsatz auf eine Tasse und dann langsam, nach und nach Kaffee aufschütten. Für nächstes Mal nehmen wir eine Thermosflasche mit, in der wir Kaffee schon am Abend vorbereiten können. Dann gibt es den immer frisch und heiß auf dem ersten Drive. 🙂

Ich kümmere mich um die Technik, die Gopro Halterung muss mal rausgeholt werden. Die Kameras sind teilweise immer noch nicht richtig eingestellt und die ersten Tage wollen auch mal vom Laptop gezogen werden. Dieser Laptop hat die Eigenheit, dass er nur schnell läuft, wenn ich den am Stromnetz habe. Unser Hilux hat aber eine deutsche Steckdose in der Armlehne der Mittelkonsole eingebaut, dass ist einfach perfekt. So geht die Sicherung der Daten schnell von der Hand. Ich sichere immer doppelt ab. Laptop und Festplatte. Die SD Karten werden danach formatiert.

So sind wir also etwas beschäftigt und es wird immer wärmer, was wir sehr begrüßen. Ich gehe zum Wagen und was ist das??? 😮

Da war doch jemand an unseren Vorräten, Dieb!

Der Schurke hat Spuren hinterlassen, die uns aber erstmal nicht weiterhelfen. Mit diesem Beweismittel können wir nix anfangen. Es war keine diebische Elster, die gibt es hier nicht, aber diese Feder haben wir noch nie gesehen. Ein weiteres Indiz ist der Fundort, direkt neben unserer Toastbrot-Tüte. Wir melden den Vorfall sofort bei der Buschpolizei und umgehend wird eine Fahndung rausgegeben!







Das alleine reicht mir nicht aus, Sherlock Robin geht der Sache jetzt selber nach. Ich schnappe mir meine Kamera und suche erstmal die nähere Umgebung des Tatorts ab. Wer sitzt da so unbeteiligt in der Sonne badend im Baum... versucht nicht aufzufallen, aber sieht auch nicht verdächtig aus.

Southern Masked Weaver | Maskenweber


Was ist mit dem Kandidaten? Mhhh, so gar nicht, aber manchmal haben die ja ganz andere Federn unter'm Flügel. 😐


Marico Flycatcher



Ey was guckst du?, dann guck' ich auch.





Die Suche wird neugierig wahrgenommen. Auch ein Rotbauchwürger lässt sich blicken und schaut was hier eigentlich passiert ist. Er schnappt sich eine Haferflocke und verschwindet wieder. Der weiß sich offensichtlich an die Regeln zu halten, davon ab ist seine Farbenpracht zwar auffällig, aber eben auch auffällig anders.


Crimson-breasted Shrike | Rotbauchwürger



Ich gehe zum Rand der Campsite, vielleicht muss ich auch einfach meinen Suchradius erweitern und siehe da, im Gras versteckt ist hier ein großes Feld der Kalahari Melonen. Mit Speck fängt man Mäuse sagt man doch so schön. Mir kommt eine Idee und ich nehme eine kleine Melone mit zurück, schneide sie einmal mittig durch und lege sie zum Wasserteller. (apropros Wasserteller... das ist mir ab jetzt nicht mehr erlaubt. "Musst du dafür denn ausgerechnet einen der Teller nehmen, von dem wir auch essen wollen!!!") 😗

Erste Fahndungserfolge stellen sich prompt ein. Zumindest wirkt das Lockmittel und auch in den Büschen finden sich Zaungäste ein. Die Schlinge zieht sich zu!


Great Sparrow | Rotbrauner Sperling



Marico Flycatcher



Southern Masked Weaver - Maskenweber



Es ist sehr verdächtig, dass der Glanzstar nicht auftaucht. Die haben doch öfter mal bläulich, lilanes Gefieder. Das ist noch kein Beweis oder Schuldbekenntnis, aber es wäre auch nicht verwunderlich, wenn der Täter dem Tatort fern bleibt.





Etwas hüpft durch die Äste und nähert sich den Melonen. Gegen die Sonne kann ich ihn nicht gut erkennen. Ich schaue dem Vogel hinterher, er flattert kurz mit den Flügeln und lässt sich in Richtung Melone fallen... es ist nur ein juveniler Maskenweber. Ich schaue ihm nach und was ist das, da sitzt doch schon jemand auf der Melone. 😮


Southern Masked Weaver | Maskenweber (juvenile)



Der sieht mehr als verdächtig aus, ich schleiche mich an und das passende Weibchen kommt auch noch mit dazu. Diesen beiden ist die Schuld ja quasi ins Gesicht geschrieben, obwohl sie mehr als unschuldig dreinschauen.


Violet-eared Waxbill | Granatastrild


Ich rufe Mara rüber, sie muss auch einen Blick auf die Neuankömmlinge werfen, die wir

zum Ersten, noch nie gesehen haben und

zum Zweiten, zwar unglaublich verdächtig sind, aber eigentlich viel zu grazil und schlank wirken, um zu dem ermittelten Täterprofil: "Vielfraß" wirklich zu passen. Wir hätten etwas größeres erwartet.

Nein nicht dich... 🤪


African red-eyed Bulbul | Maskenbülbül



So ganz können wir den Fall noch nicht als gelöst abschließen. Wir haben noch kein Geständnis und wollen auch nicht irgendjemanden zu unrecht verurteilen. Das Täterprofil passt eben nicht so wirklich und bei der Tatortbesichtigung sind wir auch von einem Einzeltäter ausgegangen. Während wir noch grübeln und die Indizienkette noch einmal versuchen nach zu vollziehen, regt sich etwas bei der aufgeschnittenen Tsamma.

Die beiden Haupttatverdächtigen flattern aufgeregt davon und ein einzelner Granatastrild stobt zwischen die beiden und beansprucht beide Hälften für sich alleine! 😮

Er schaut hoch. Ein Blick genügt! - Haltet den Dieb! - Lasst ihn nicht entkommen!








Er pickt noch 2-3mal in die Melone und stopft sich die Backen voll, bevor er davon flattert und sich dem Zugriff und somit der gerechten Hand der Justiz entzieht. Wir versperren den einzigen Zufahrtsweg zur Campsite, es gibt kein Entkommen... leider haben wir vergessen, dass Vögel ja fliegen können. Diese Maßnahme war ziemlich überflüssig und von wenig Erfolg gekrönt. Der Täter kann ungestraft entkommen.

Bevor es weitergeht räumen wir unseren Platz auf, klopfen die letzten noch brauchbaren Reste vom gestrigen Feuer ab, schließlich müssen wir mit Holz weiter haushalten und mit einem letzten Blick verabschieden wir uns von dieser sehr schönen, sehr einsamen Location, mittendrin im Nirgendwo des wogenden Kalaharigrases.





Wir lassen ein Kopfgeld für alle Camper die nach uns kommen am Duschhäuschen hängen. Wir haben jetzt ein Gesicht und so ist ein jeder gewarnt, der hier irgendwann einmal vorbeikommt. 🤪 😄








Fazit Passarge Campsite
Es gab auf der Campsite immer was zu gucken durch die vielen Vögel, aber leider keinerlei Fernsicht. Was man hat, dass ist diese bedingungslose Einsamkeit, da hier wirklich nichts und niemand im Passarge Valley in der Nähe ist. Die drei Campsites liegen jeweils über 10km entfernt zueinander. Da das Wasserloch nicht gefördett hat, hatte man jetzt auch keine Anlaufstelle morgens oder Abends. Ansonsten muss man wissen, was man bekommt und dann ist die Campsite dafür völlig passend. Über den Tag sehen wir die Campsite #2 im Valley, die etwas den Hang hoch liegt und einen tollen Weitblick bietet. Die wäre evtl. noch etwas schöner.

Für jetzt und dieses Jahr eine gute 3,5 / 5 Sternen. Wir würden wieder hin, aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich gerne etwas anderes probieren.


to be continued...


Gruß,
Robin
Teil 820. Jan. 2022
Einmal von hier, bis ZU WEIT WEG!

Wir verlassen die Campsite und richten uns gen Osten. DIe Fahrtstrecke soll heute bis CKWIL7 gehen. Das ist eine Ausweichcampsite ohne Ablutions im Deception Valley gelegen. Gute 90km Strecke liegen jetzt vor uns.


Hier die genauere Ansicht der Route

Um 11:30 Uhr geht es los und wir werden von "unserem" Oryx und den hier oft angetroffenen Flycatchern verabschiedet. Der Weg geht anfangs noch ganz gut voran, auf das hohe Gras folgt eine eher karge Fläche, die sehr gut zu fahren ist. Das trügt allerdings etwas, denn diese Beschaffenheit des Weges hält nur für wenige Kilometer an. Danach hat uns die gelbe Blüte der Kalahari wieder eingefangen. Dem könnten wir deutlich mehr Schönes abgewinnen, wenn diese Blüten nicht an fisen Dornenbüschen hängen würden. 😣


Sabota Lark | Sabotalerche






Marico Flycatcher



Es hätte so schön sein können!



vs. So schön war es dann...



Zwischen den Bäumen und Büschen verstecken sich immer mal wieder ein paar Oryx, ein Blick zum Boden zeigt, dass die Buschkletterer vom Vortag auch auf dem Boden oft genug unterwegs sind. Es gibt nicht gerade das, was man viele Highlights nennen würde, anderseits lieben wir auch alles was Hörnchen sind und im Gegensatz zum Moremi, wo wir immer nach Baumhörnchen schauen, können wir hier Erdhörnchen beobachten. Näher dran waren wir an Erdmännchen noch nie, deswegen sind die quasi unser Ersatz dafür.

Zwei wechseln sich nahe des Weges ab mit aufpassen, fressen und buddeln. Zu süß, da können wir herrlich Zeit vertrödeln. 😁





Agame aculeata | Stachelagame



Ground Squirrel - Erdhörnchen


















Wir fahren weiter... und weiter. Dann schleichen wir noch ein Stück weiter durch die Dornenbüsche und danach fahren wir weiter. Nachdem wir also weitergefahren sind, fahren wir weiter und wir wundern uns...

Wie verdammt lange dauert das denn, bis wir endlich mal Campsite #2 erreichen? 😐

Zwei ganze Stunden lang dauert das und nein, soooo ewig haben wir jetzt auch nicht bei den Hörnchen gestanden, aber wenn man immer nur mit 10-15 km/h vorankommt, wundert man sich doch, wie viel Zeit draufgeht an so einem Tag. Eine Doppelseite Tinkers in der Zentralkalahari entspricht eben nicht anderen Karten die wir kennen. Alles zieht sich viel länger hin. Wir ahnen schon, dass wir uns ganz fürchterlich verschätzen könnten heute.

Endlich sehen wir das Schild zur #2 und Zeit hin oder her, schauen wir uns die Campsite an. Zum Ersten wollen wir uns einen Überblick verschaffen, für ein Wiederkommen, zum Zweiten brauchen wir immer noch dringend Holz und unterwegs ließ sich mal wieder nur sehr wenig finden.

Die Campsite finden wir sehr schön. Zwar zwischen Büschen gelegen, aber Richtung Valley öffnet sich der Blick und man hat eine tolle Weitsicht über die Ebene. Hier könnte es uns sehr gefallen. Gefallen finden wir auch an etwas Brauchholz eines toten Baumes der ein paar Schritte entfernt der Campsite im Gebüsch liegt. Hier wurde schon das ein oder andere Stück mit glattem Schnitt einer Säge entfernt. Solches Werkzeug haben wir nicht dabei, es reicht also abermals nur für das, was sich per Hand entfernen und später mit Axt in die richtige Länge zerteilen lässt. Nicht viel, schweißtreibend, aber es muss reichen. Sobald wir irgendwo Holz finden, laden wir uns die Karre bis zur Decke voll. So viel steht schonmal fest! 😵


Northern Black Korhan | Weißflügeltrappe



Black-backed Jakal | Schabrackenschakal









Auf der Campsite selber liegt ein sehr schmückender und verblichener Baumstumpf, anscheinend ein Mehrfamilienbaum für Agamen. Ich erwische nur eine halbwegs, sobald ich mich mit der Kamera nähere sind sie weg.

Daneben steht ein Baum in voller Blüte. In Bäume bestimmen bin ich noch schlechter als bei kleinen Vögeln, aber in diesem hier springt einer rum, von Blüte zu Blüte und ich denke zuerst, er würde sich am Nektar laben. Weit gefehlt, er hat es auf die Insekten abgesehen, die sich in den Blüten verstecken und pickt sich satt. Bei jeder Zweiten holt er irgendeinen kleinen Käfer oder Fliege aus den Blättern. Ich glaube ich liege mal richtig... für den habe ich sehr lange gesucht um ihn zu bestimmen. 😕


Black-chested Prinia | Brustbandprinie (non breeding)






Agame aculeata - Stachelagame



Unser Weg der vor uns liegt, ist ein wenig wie der, der gerade hinter uns liegt, um ehrlich zu sein... er ist genauso. Stachelig, weit und es geht quälend langsam voran. Wir bleiben noch viel weniger stehen, wir sehen aber auch weniger. Eine Riesentrappe hier, mal ein Vögelchen dort. Eine schöne Sichtung sind vier junge Oryx, die sich im Schatten eines Baumes verstecken, junge Oryx haben wir noch nie gesehen. 🤩

Wir ziehen die Strecke bis zur Campsite #1 jetzt durch und wieder dasselbe Spiel. Mal kurz schauen, nach Holz suchen und für uns entscheiden, dass diese Campsite uns am wenigstens zusagt. Sie liegt eigentlich vielversprechend, da man erstmal ein Stück den Hügel hochfährt, aber leider hat man keinerlei Sicht und alles ist eher eng. Sagt uns nicht zu und hier würden wir uns wohl eher nicht allzu wohl fühlen.


Kori Bustard | Riesentrappe






Swallow-tailed Bee-eater | Schwalbenschwanzspint









Der nächste Abschnitt bricht unserer Zeitplanung das Genick. 12,5 km sollen es sein, anscheinend ein Kartenfehler, wir sind deutlich über zwanzig Kilometer unterwegs und es bleibt buschig und kratzig für den Lack. Daran ändert sich auch nichts, bis wir den Leopard Loop erreichen, erst dann wird die Strecke immer mal wieder etwas besser und es wechseln sich Passagen mit und ohne Büschen mehr ab, so schafft man etwas mehr Strecke.


Black-backed Jakal | Schabrackenschakal



Ein besonders schönes Exemplar für meine Sammlung "Afrika von Hinte(r)n" 😊 🤪



Wenn mal Tiere, dann war das hier eine recht typische Sichtung. Springbock hinter Büschen.





Das nächste Bild hat uns sehr genervt, als der Protagonist darauf. Ein völlig beklopptes Perlhuhn wollte einfach nicht die Pad verlassen. Maras Kommentar dazu... es kam mir vor wie 25 Minuten, vielleicht waren es auch nur 8. Gefühlt eine Ewigkeit. Das unterschreibe ich. Sanftes ranbschleunigen, kein Effekt. Auf die Seite des Autos schlagen, kein Effekt. Etwas Abstand lassen und dann mal voll beschleunigen... KEIN EFFEKT 😠

Wir wollen ja keinem was zu Leide tun und so schleichen wir mit einem PS = eine Perlhuhnstärke hinter dem dummen Vieh hinterher. Man sieht es ja auch nie, sobald man zu nah dran ist und weiß nicht ob es Anstalten macht auszuweichen. Jedes Mal, wenn wir ab diesem Zeitpunkt Perlhühner sehen halten wir erstmal voll drauf, damit die schnell zur Seite springen, bevor sie sich einmal festgelaufen haben. 🤪 😣


Helmeted Guineafowl | Helmperlhuhn









Das Licht wird schon länger und endlich kommt das Wasserloch der Sunday Pan ins Sichtfeld. Wir hätten immer noch fast 40km Wegstrecke vor uns, vollkommen unrealsitisch das heute noch zu schaffen. Da wir morgen sowieso die Campsite #2 an der Sunday Pan hätten, versuchen wir hier unser Glück und parken unseren Wagen in der Nähe eines der Fahrzeuge, die rund um's Wasserloch stehen. Immerhin vier andere Camper stehen hier verteilt rum, bis hierhin haben wir nur ein Fahrzeug im Park gesehen. Fast schon überfüllt hier. 😉

Wir sprechen die beiden im anderen Fahrzeug an und gestehen uns innerhalb der Unterhaltung zum ersten mal auf dieser Reise ein:

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg!


DIe beiden sind aber und reagieren auch mehr als freundlich. Sie kennen die Gegend und wundern sich nicht, dass wir die Streckenlänge so sehr unterschätzt haben. Wir fragen auf welcher Campsite sie stehen, es ist die #1 und die beiden haben sich auch die #2 angeschaut heute, da war niemand vor einer Stunde noch und sie glauben auch nicht, dass noch jemand kommt heute. (die kannten nicht solche Leute wie euch @ Nadine) 😛

Wir bedanken uns für die Infos und verabschieden uns, um auch die anderen Leute am Wasserloch zu fragen.

"Das könnt ihr euch sparen, wir gehören alle zusammen und stehen alle auf der #1" 🤩

Perfekt. Wir verlassen das Wasserloch und fahren den Hügel hoch um einmal eine Runde über die #3 und #4 zu drehen, komischerweise sind beide belegt und die Leute nicht unten am Wasserloch, obwohl die Campsites mit Abstand am nähesten dran liegen. Von einer Campsite erhalten wir eine Einladung doch zu bleiben, als sie hören, dass wir evtl. drauf zurückkommen und dann Fleisch und Gin anbieten können, gegen den Standplatz und einen Platz am Feuer, versuchen sie uns direkt zum Bleiben zu überreden. 😄

Hätten wir sicher auch gerne gemacht, aber da noch genug Zeit bleibt um bei unserer Campsite der nächsten Nacht zu schauen, machen wir das auch. Es wäre schon schön, dann zwei Nächte nacheinander an einem Ort zu haben.





Die Campsite ist wie erhofft frei, mal abgesehen von dem Baum voller Webervogelnester und auch dessen Bewohner beäugen uns, als wir so spät noch ankommen. Unsere Abläufe stehen zum Glück ganz gut und wir haben auch kein Problem damit, wenn wir im Dunkeln erst anfangen zu kochen.

1. Stellplatz aussuchen
2. Mara baut die Tische und Stühle auf und legt das Feuerholz parat
3. währenddessen baue ich das Zelt auf
4. und mache dann das Feuer an
5. Mara befüllt erstmal einen Sundowner
6. und legt schon mal Zutaten für das Abendessen zurecht
7. nach einem Sundwoner platziere ich unsere Camplampen taktisch als äußeren Lichtkreis
8. und dann wird sich für den Abend eingerichtet...


White-browed Sparrow-Weaver | Mahaliweber



18:29 Uhr steht dann alles soweit 🙂






9. ... und irgendwann, mitten im Dunkeln, mit einer dieser kleinen Lampen vom Bild oben im Gepäck, geht es unter die Dusche, die heute bitter nötig ist, bevor es ins Zelt geht. 😄


Wir setzen uns noch ans Feuer, einen Wein offen, lauschen in die Nacht und heute Abend schreiben wir auch endlich die ersten Zeilen in unser Tagebuch.

Was war das??! 😐

Mara hat irgendwas gehört, da ist gerade was durch's Camp geflogen. Wir schauen uns um und als sich die Augen, weggedreht vom Feuer, ein wenig an die Dunkelheit gewöhnt haben, sehen wir eine Silhouette auf unserer Kloschnecke sitzen.

Eine Eule 🤩 , um genau zu sein, eine Kloeule! 🤪 😛

Wir taufen sie so, weil sie zuverlässig sich häufiger an diesem Abend, ihren Platz genau dort aussucht, warum auch immer. Die Duschschnecke hätte es doch auch getan. Im Wissen, dass wir einen Wächter haben, der des Nachts, ein waches Auge auf uns hat, können wir uns langsam ins Zelt verabschieden und ruhig dahinschlummern.


Spotted Eagle-Owl | Fleckenuhu



Gruß,
Robin


PS. die tatsächliche Route des heutigen Tages sah dann so aus 😉
Teil 930. Jan. 2022
Katzenjammer in der Kalahari

Es grummelt und es grollt. 😐 😕

Ich bin im Halbschlaf gefangen und frage mich ob ich da draußen irgendwo Löwen höre. Es ist noch dunkel und da ist es wieder ein Grollen. Weit entfernt, aber so Löwen hört man ja auch über Kilometer entfernt. Ich spinxe aus dem Zelt, alles dunkel... und falle wieder in die Nacht zurück.

Da ist es schon wieder! 🙄

Diesmal näher... oder war es nur länger? Mittlerweile ist ein erstes Licht zu sehen vor dem Zelt, sehr fahl und noch kaum als solches zu bezeichnen. Das Grollen scheint aus mehreren Richtungen gleichzeitig zu kommen und mein verwirrtes Hirn baut andere Assoziationen auf, abseits eines mächtigen, schwarzmähnigen Löwen, der auf einer Kalahari Düne sitzt und sein Königreich wissen lässt. dass der nächste Morgen anbricht.

Ich kenne dieses Grollen, aber ich komme einfach nicht drauf. Und dann ist es mit einem Mal taghell im Zelt! 😮

Die Wolken fangen an zu leuchten und Blitze feuern aus dem Himmeln. Löwengrollen, ich doof... das erklärt auch den Wind und das sich immer weiter ausbreitende Grollen, aber wir haben Anfang September, damit hätte ich jetzt so gar nicht gerechnet. Irgendwo in der Wüste, aber noch weit entfernt entläd sich eine Gewitterfront.

Aufstehen ist angesagt. Wenn die zu uns kommt, habe ich keinen Bock, das Zelt und alles nass zu haben. Nicht so lange man es vermeiden kann. Ein klein wenig erkennen wir. So ab 5.50 Uhr hat es erstes Licht also, gut zu wissen. 6 Uhr sind wir aus dem Zelt und warum auch immer, es braucht eine Stunde bis wir loskommen. Immer, egal wie sehr wir uns beeilen. 😗




Da wir hier jetzt auch 2 Nächte verbringen und ein Wasserloch so nah an der Campsite haben, planen wir einen ersten Drive raus, am Wasserloch vorbei, dann einmal um die Leopard Pan (was ein verlockender Name) und wieder zurück am Wasserloch vorbei ins Camp zur Pause. Danach soll es nach Süden gehen für den Nachmittag und das Ganze sieht dann so aus.


Hier klicken für 2D-Ansicht

Bei unseren Packaktion wundert sich der ein oder andere Vogel, dass hier schon so gelärmt wird, bis auf den Tisch und Stühle haben wir alles verräumt. Selbst das Holz packen wir ein, weniger aus Angst, es könnte nass werden, als viel mehr, weil es das wichtigste Gut und Besitz ist, den wir haben. 😄

Das Gewitter ist nämlich weitergezogen und nicht in unsere Richtung gekommen. Das sorgt anfangs eher noch für einen schönen Himmel und die Sonne strahlt schon durch die Wolken, erwärmt das Land und taucht alles in ein schönes Licht. Wir kommen kurz vor 7 Uhr los und rollen vom Platz in Richtung Wasserloch.


Marico Flycatcher






In Richtung Wasserloch ist es nur ein kurzer Weg, vielleicht 2km entfernt. Direkt von der Campsite runter fährt man zuerst durch ein weite Savanne, kurzes Gras, man kann wahnsinnig weit gucken und es tummeln sich Springböcke und es finden sich knapp 20 Oryx Antilopen hier ein. Wir haben die immer eher vereinzelt gesehen und nie in so einer großen Anzahl zusammen. Sehr schön und für uns direkt eine erste schöne Sichtung. 🙂





Afrika von Hinte(r)n in Perfektion... 😛



... das beobachtet auch der Kollege hier genauer.






Am Wasserloch angekommen ist tote Hose... komplett. Kein einziges Tier ist zu sehen. Nichtmals ein einzelner Vogel trinkt am Rand. 🙄 Gestern Abend hatten wir ja wenig Zeit und waren auf der Suche nach einer Campsite für die Nacht, aber rückblickend standen die Autos alle rund ums Wasserloch verteilt, aber zu sehen gab es da auch nix. Komisch. Heute ist auch noch niemand hier, vielleicht sind die alle schon weg oder schlafen länger?!

Naja, wir vertrödeln keine Zeit auf unbenutztes Wasser zu schauen, kommen wir hier doch später eh' noch mal vorbei und machen uns auf Richtung Pan-Loop. Direkt ab Wasserloch teilt sich die Strecke etwas auf in zwei, teilweise drei Fahrspuren um die Bäume und Büsche rum und man entscheidet je nach Optik, welche am besten geeignet scheint. Wir nehmen die ganz linke, da sind am wenigstens Schlaglöcher drauf. Eine kommt uns entgegen, auf der ganz rechten Fahrspur, die scheint sich an der aufgebrochenen Piste nicht zu stören, aber warum auch.... 🤩
...
..
.


🤩




Eine stolze Gepardin kommt uns entgegen und trottet ganz entspannt über die Pad. Wir trauen unseren Augen nicht. Stolz, tja das dichten wir ihr hier mal an, erfolgreich wäre eine definitiv zutreffende Beschreibung. Sie läuft ein Stück weiter an uns vorbei und schaut immer wieder in das hohe Gras neben der Pad.




Der Blick wird erwidert von dem einen oder dem anderen Youngster der seiner Mutter folgt. Insgesamt hat sie drei Junge durchgebracht. Sie sind schon groß und folgen ihrer Mutter immer noch, nicht mehr allzu lange nehmen wir an. Die drei sehen so aus, als ob sie sich bald abkapseln würden, bzw. von der Mutter verjagt werden. Wir sind keine Profis, aber geben ihnen nur noch wenige Monate zusammen.



Wir wenden den Wagen und fahren mit ihnen mit. Die Richtung ist glasklar, die vier sind unterwegs in Richtung Wasserloch. zwischen dem Gras ist kaum an Fotos zu denken, ein paar Videos werden aber was. Dann verschwinden sie im ganz dichten Buschwerk. Wenn wir richtig liegen, dann kommen sie über den Weg zum Wasserloch wieder raus aus dem Dickicht und wir geben Gas außen rum um uns dort geschickt zu positionieren.

Lange warten müssen wir nicht, da kommen sie nach und nach aus dem hohen Gras und direkt auf uns zu. 😁














Am Rand des Grases bleibt sie sitzen und ihre Jungen verteilen sich um sie herum und warten kurz. Sie sondiert wohl die Lage und entscheidet ob es am Wasserloch sicher ist oder nicht. Am Anblick dieser Schönheit können wir uns nicht sattsehen. Löwen vermitteln diesen Eindruck von unbändiger Kraft, Leoparden haben einen immer etwas verschlagenen, intelligenten Gesichtsausdruck... aber Geparden sind unsere Lieblinge. Für uns die Verkörperung von Eleganz... 😘

(ich habe gar nicht gewarnt, dass jetzt nur viel zu viele Gepardenfotos kommen, aber das entschuldige ich jetzt auch nicht) 😉





Als sie sich aufrichtet und weiter geht kommt Bewegung in die Truppe. Alle folgen imemr der Mutter, dies scheint ein bekanntes Ritual zu sein. Auch wir starten den Motor und fahren einmal rund ums Wasserloch und suchen uns einen Platz von wo aus wir sie weiter beobachten können.











Wir stehen auf der anderen Seite des Wasserlochs. Die Katzen sind jetzt relativ weit weg, aber so sehen wir sie wenigstens. Sie kommen zum Wasserloch, ihren Durst stillen und liegen mal dort, mal hier. Zwei liegen im Wald, die Mutter etwas abseits und immer mal wieder läuft einer von A nach B.

Es kommt kein zweites Auto, wir sind hier ganz alleine mit vier Geparden, ein paar Schakale schleichen herum und auch Vögel kommen mittlerweile zum Wasserloch. Verrückt, dass wir hier alleine stehen, wo sind denn alle? - immerhin waren alle 4 Campsites belegt.


Endlich mal ein Bild mit allen Youngsters zusammen






Black-backed Jakal | Schakal









Wir stehen hier schon eine Dreiviertelstunde. Die kleine Gepardenfamilie liegt faul herum, aber dann höre ich Mara: "Da passiert was im Wald, der eine schleicht dort rum."

Ein junger Gepard geht auf Tauchstation und robbt über den Boden als ob er sich einem Beutetier nähert. Sein Bruder dahinter wird auch unruhig. Wir sehen nicht worauf er es abgesehen haben könnte, die beiden liegen auch mitten im Wald, zu weit weg um da sowas wie ein scharfes Bild hinzukriegen. Noch während wir unsicher sind was da los ist rennt der erste der beiden plötzlich los, während sich auch sein Bruder noch wundert was los ist. Er steht erst noch da und guckt der Staubwolke hinterher, bevor auch er lossprintet.





Weiter hinten startet Nummer drei und rennt auch hinterher. Im Augenwinkel sehen wir einen Schakal der um sein Leben rennt und einen Geparden im Vollsprint hinterher. Nur Augenblicke und die Jagdgesellschaft ist verschwunden. Nur Sekunden später hören wir ein lautes Jaulen, es knackt und kracht im Unterholz und das ist Ruhe. 🙄 😮

Wir fahren rund ums Wasserloch, können aber keinen Geparden ausmachen oder sonstwas. Zurück am Wasser steht die Mutter im Wald und ruft nach ihren Jungen... also fiept nach ihnen. Komisch welch' hellen Töne diese Katzen machen. Sie läuft in unsere Richtung und hält auf der Pad an, setzt sich dort hin und ruft und ruft. Nach und nach trottet ein Junges nach dem anderen zu ihr und legt sich in den Sand auf der PAD, erstmal ausruhen, nach diesem kurzen Frühsport-Programm.








Wir nutzen die neue Perspektive um das einzige Bild zu schießen, wo jetzt die ganze Familie mal zusammen gekommen ist und ein kleines Tatzendetails, ja Tatzen und nicht Katzen... wobei stimmt ja beides. 😉








Nach etwas mehr als einer Stunde ist Schluss mit Faulenzen. Mama ruft zum Rapport und es heißt den Tag zu beginnen. Sie steht auf, wieder folgen die Jungen. Wir fahren wieder rund ums Wasserloch, aber sehen sie nicht mehr. Sie sind direkt im hohen Gras verschwunden, abseits der befahrbaren Pfade. Dann ist es für uns wohl Zeit, mit einem letzen Blick und eine Stunde später als gedacht jetzt unsere geplante Runde um die Leopard Pan anzugehen.





Auf das Bild hier klicken, für ein kurzes Video der Geparden. 🙂






to be continued...



Gruß,
Robin
Teil 1030. Jan. 2022
Kleine Runde über die Leopard Pan

Wir fahren den Loop gegen den Uhrzeigersinn, man fährt also in Richtung der Sunday Pan Campiste #1 und darf dann den Abzweig nicht verpassen, der einen auf den Loop bringt. Bei dem Schild im letzten Beitrag geht es also links ab... kann man ja nicht wirklich übersehen. 😉

In der Mitte der Pfanne liegt eine Insel, Bäume wachsen dort und man fährt quasi immer am Rand entlang. Teils durch hohes Gras, aber immer mit dem Blick auf die offene Steppe, es geht so im groben 6km einmal rum.





Nachdem die Geparde den Schakal gejagt haben, freuen wir uns, auch auf dem Loop wieder welche in lebend zu entdecken, denn wenn wir ehrlich sind, glauben wir nicht wirklich, dass der Gejagte das überlebt hat der Gerüschkulisse nach. Dieser hier ist auf jeden wohlauf und er scheint fast schelmisch zu schauen, vielleicht hat er das Hörnchen entdeckt und sieht gedanklich schon sein nächstes Mahl vor sich.


Black-backed Jakal | Schakal



Ground Squirrel | Erdhörnchen



Seit wir vor 2 Tagen in den Park gefahren sind, versuchen wir mal einen der hellweißen Greifvögel zu erwischen, aber immer wieder hauen die viel zu schnell ab und nie gelingt uns sowas ähnliches wie eine Fotoaufnahme. Dieser Morning-Drive bietet wieder mal einige Chancen und anfangs auch nur Enttäuschungen, aber dann... endlich bleibt mal einer lange genug sitzen, dass wir uns, so gut es eben geht 🤪, mit dem Hilux anschleichen können. An den Krallen erkennt man noch, dass er wohl gerade erst sein Frühstück verschlungen hatte.


Er bleibt noch kurz sitzen...



... hebt dann ab...



... und dreht noch mehrere Runden direkt um unser Auto herum.

So schaffe sogar ich mal ein BiF (Bird in Flight) Foto, dass mir sonst einfach nie wirklich gelingen mag und über das ich mich wirklich sehr gefreut habe! 😎


Black-shouldered Kite |Gleitaar



Auf ca. halber Strecke stehen fünf Autos auf der Pad und drum herum verteilt die Truppe Südafrikaner, die wir gestern Abend am Wasserloch getroffen hatten. Wir fragen ob sie Hilfe brauchen, aber natürlich nicht... sie frühstücken hier einfach nur mit Blick auf die Pfanne. Gestern Abend hatten sie auch schon vergeblich auf die Geparden gewartet, die sind seit einiger Zeit hier im Gebiet unterwegs wie wir erfahren. EIne lustige, nette Gruppe. Jeder prostet uns zu (mit Kaffeebechern um das hier zu erwähnen)

Sie erzählen uns, dass sie diese Nacht wieder wechseln müssen und bei Kori sein werden. Dort hat es eine entsprechend große Campsite, mit fünf Autos brauchen sie natürlich entsprechend Platz und dann soll es von dort auf die Suche nach dem legendären Löwenrudel gehen. Im Deception Valley wurde ein Rudel mit 17 Löwen gesichtet. Tatsächlich hören wir öfter davon, die scheinen Deception Valley, bis hin zur Piper Pan als ihr Territorium zu haben, setzt man alle Berichte und Sichtungen anderer Camper zusammen. Wir sind mit unseren Geparden sehr zufrieden, fahren dennoch in Richtung Deception später am Tag, aber so viel vorweg. Löwen können wir nicht, egal wie viele rumlaufen oder wie nah die auch neben der Pad liegen mögen, dass haben wir 2018 schon bewiesen wo wir zwei stattlichen Männchen fast über die Tatzen gefahren wären und auch in diesem Urlaub beweisen wir das noch sehr eindrucksvoll. 😄

Wir schlagen uns durch die Büsche auf den weiteren Weg. Sagen wir mal, sie haben nicht ganz so geschickt geparkt, aber das stellt jetzt auch kein Problem dar, man kann ja drum herum fahren. 🤪





Wir fahren in die Mitte der Pfanne zur Insel, vom Norden her führt hier ein Weg hin, aber außer einem Wendeplatz gibt es nicht viel zu entdecken, der ganze Weg gefällt uns aber sehr gut. Oryxe stehen in kleinen Herden in der Graslandschaft, natürlich läuft wieder mal ein Schakal durch das Gras und sogar ein Paar Bee-Eater bleibt mal sitzen. Auch wenn ich mich für dieses Bild arg strecken musste, da sie mitten im Dornenbusch saßen und die Darstellung wieder nur aus zwei Bildern kombiniert möglich war. 🙂








Swallow-tailed Bee-eater | Schwalbenschwanzspint



Vorbei am nächsten Schild weiß man genau Bescheid...





... also nach rechts geht es zurück zum Wasserloch und unserer Campsite. Beim kleinen Abstecher zum Wasserloch schaut uns nur ein einzelner Oryx fragend an, was wir denn hier schon wieder wollen.





Also fahren wir auch schnell weiter zur Campsite. Gegen 10 Uhr sind wir zurück und kümmern uns ausgiebig um die Dinge, die einfach noch anstehen. Also Duschen, die im Auto integrierte Waschmaschine schmeißen wir zum ersten Mal an, ich kümmere mich mal um die Technik, auch die GoPro wird jetzt endlich mal auf dem Dach montiert und Mara hat sogar noch die Muße zum Frühstück ein richtig leckeres Rührei zu fertigen.

Da sagen wir zu uns selber immer gerne ironisch: "Hach, uns geht's schlecht." 😉 😄


to be continued...



Gruß,
Robin
Teil 1113. Feb. 2022
Mal wieder... irgendwo im Nirgendwo.


Erst gegen 13 Uhr geht es wieder los auf die Piste. Unser Ziel diesmal ist das Deception Valley, schließlich flüstern die Stimmen, die man so trifft, dass sich hier einige Löwen rumtreiben. Kann aber nicht sein, denn wir haben keine gesehen! 😛
(wir werden schließlich noch eindrucksvoll beweisen innerhalb dieser Reise, dass wir Löwen niemals übersehen würden... ich lass' das einfach mal so stehen)



>> Detailansicht <<


Nach nur wenigen Kilometern erreichen wir die Ost-West Tangente, die einmal quer durch den Park führt. Unsere absolute Lieblingsstrecke hier im Park. NICHT!!! 😣

Es geht Hügel hoch und Hügel runter, die ganze Zeit bumpy-bumpy und das mit Null Sicht, egal in welche Richtung. Na wenn das so weitergeht...





... zum Glück tut es das nicht, ganz unerwartet kommen wir am nördlichen Ende der Deception Pans raus. Es öffnet sich ein großes, weites Tal, mit viel Sicht und breiten Pisten. Erdhörnchen graben den festen Boden um und werden dabei mit Argusaugen beobachtet, ob sich mal eine Unaufmerksamkeit einstellt. Schön finden wir es hier, auch ohne viele Tiere einfach mal entpannend für die Augen und eine Wohltat, dass es nicht alle zehn Meter irgendwelche Dornen und Äste an unserem Auto kratzen und quietschen.





Ground Squirrel | Erdhörnchen



Pale Chanting Goshawk | Großer Singhabicht









Nicht lange hält das sanfte Dahingleiten an, die Wege werden wieder enger und ruppiger. Unter den Büschen stehen die Springböcke im Schatten. Mal klein und noch ganz niedlich, mal elfisch mit langen, spitzen Ohren oder auch bei der Fellpflege...








Was für Ohren... ich habe das Bild mal "I bims 111" genannt. 🤪



... zum Thema Fellpflege muss man das Bild auch eher anders titulieren, mit "Großmutter, was hast du so schöne Zähne?" 😄






Kaum das es wieder etwas grasiger wird, bleiben die vermeintlich typischen Verdächtigen nicht aus... die hochnäsigen Riesentrappen haben wir hier wirklich sehr viele gesehen, so eine schöne wie hier aber noch nicht ablichten können. Kleinere Trappen staksen durch das hohe Gras, immer in Deckung, damit sie nicht von den Schakalen entdeckt werden.


Kori Bustard | Riesentrappe



Northern Black Korhaan | Weißflügeltrappe






Und dann schlägt mal wieder unser Urlaubsmotto zu: Wo ein Wille ist, ist oft (k)ein Weg

Wir können ehrlich gesagt nicht sagen wo wir uns verfranst haben. Aber wir verballern die Wegstrecke völlig und stehen plötzlich vor einem Feld aus schwarzem Gestein mit orangenem Bewuchs aus Flechten. 🙄

Ganz komische Parallelwelt, es hat nur zwei mindermäßig sichtbare Spuren über die Fläche, aber ab dann geht es wieder über eine deutliche Fahrspur immer entlang des Randes dessen, was wir als Deception Pan auf der Karte identifizieren. Weiß jemand was das ist, der dunkle, eher poröse Stein macht einen fast schon vulkanischen Eindruck. Kann das hier sein?, haben wir nie mehr anderswo gesehen.

Es dauert recht lange, ich schätze eine gute dreiviertel Stunde fahren wir hier den Loop, bis wir irgendwann doch wieder auf unseren Hinweg treffen.








Diesen Ausflug quittieren wir mit etwas Kopfschütteln. Eigentlich wollten wir nur raus zum Viewpoint fahren, der einen ganz kleinen Bogen schlägt... hat irgendwie nicht geklappt. 🤪

Na was soll's, es wird Zeit den Rückweg anzutreten, dass machen wir über den östlichen Weg in Richtung des Leopard Loops und kommen dann wieder von Norden zu "unserem" Wasserloch. Der Weg ist großteils verbuscht, viel Gras, aber alles in allem ganz schön, was vermutlich auch einfach das sich langsam ändernde Licht ausmacht.


Marico Flycatcher



Scaly-feathered Weaver | Schnurrb






Agame aculeata | Stachelagame



Greater Kestrel | Steppenfalke




Wir kommen am Abzweig nach Süden an und fahren wieder Richtung Wasserloch als wir Spuren sehen. Katzen, sehr klein, also wahrscheinlich unsere Geparden Familie. Bei genauerer Betrachtung erkennt man, dass die Fußabdrücke durch die Profilspuren der Autos gehen, die Chancen stehen nicht schlecht, dass wir sie in die Richtung noch einmal entdecken. Man, was sind wir für Spurenleser mittlerweile... wir kommen uns vor wie der Eskimo Opa aus der Audi Werbung, wer die noch kennt. 😄


Audi....... Quattro! 😉






Am Wasserloch angekommen sehen wir erstmal noch nichts, bzw, einen Nimmersatt durch das Wasser staksen. Wir umrunden die Gegend und tatsächlich, da liegen sie faul rum. Dicke Bäuche und durstig. Es scheint als wären sie erfolgreich gewesen. Kein anderes Auto ist hier, anscheinend sind wir komplett alleine auf den Campsites diesen Abend. Wir wissen mittlerweile, dass an der Stelle, wo die vier liegen, die Hauptpad direkt vorbeiführt. Das nutzen wir natürlich aus.


Yellow-billed Stork | Nimmersatt












Die Schakale scheinen vom Morgen nicht viel dazugelernt zu haben, sie strolchen wieder in der Nähe rum, allerdings sind die Katzen viel zu träge um sich dafür zu interessieren. Sie liegen fast nur rum, Bewegung kommt nur selten ins Spiel und wenn, dann nur um sich mal 2-3 Meter weiter wieder hinzulegen.








Die Mutter bleibt dennoch aufmerksam...






Wir stehen hier etwas mehr als eine halbe Stunde und überlegen was wir machen sollen... wir haben noch die Wäsche im Auto, die müssen wir heute noch aufhängen, wollen aber auch diese schöne, sehr ruhige Sichtung nicht verlassen. Es hilft nichts, aber wir haben eine, nur für uns, neue Idee. Warum nur haben wir so lange gebraucht für eine solche Erkenntnis.

17:53 Uhr fahren wir zur Campsite. Eine Wäscheleine wird schnell gespannt zwischen zwei Bäumen, alles auswringen und aufhängen. Gleichzeitig werden zwei Becher mit einem Schluck Gin befüllt. Den Sundowner gibt es heute am Wasserloch bei den Geparden. Zwei Dosen Tonic Water nach vorne, die Becher in die passenden Becherhalter. Mit nur Gin drin rumpelt da auch nix raus. Was für eine geniale Idee! 😄

Wir kommen schon bei unserem viertem Safariurlaub drauf. 😣 😗


Gesagt getan, es geht zurück zum Wasserloch. Schon um 18:10 Uhr stehen wir wieder bei den geparden. Befüllen unsere Becher und stoßen auf den jetzt langsam ausklingenden, sehr schönen Tag an. 🙂





Red-billed Spurfowl | Rotschnabel Francolin






Good Night...



Eine halbe Stunde später geht es mit dem letzten Restlicht zurück zu unserer Campsite. Da es jetzt spät ist und wir zum Kochen sehr spät dran sind, haben wir bei der Überlegung, den Sundowner ans Wasserloch zu verlegen auch hier geschickt geplant. Das Feuerholz ist schon aufgeschichtet und muss nur noch entzündet werden. Es gibt einfach Nudeln mit Pesto, also müssen wir nur ein paar Nudeln kochen im Topf, also auch nicht erst auf's Feuer warten.

So steht nur kurze Zeit später ein Wein und Nudeln auf dem Tisch. Das Feuer brennt, die Eule fliegt mehrfach über's Camp, setzt sich aber nicht mehr auf's Klo, oder zumindest nicht dann, wenn wir sie bemerken.

Wir schreiben Tagebuch und genießen die Geräusche der Nacht. Gegen 22 Uhr kommt wieder kräftiger Wind auf, Zeit ins Zelt zu verschwinden. Wenn Mara schon im Zelt ist gehe ich den äußeren Ring ab, schalte Solarlampen ab und ziehe noch schnell die Kohlen auseinander. Gerade trete ich auf die Leiter, als ich ein Schlabbern höre, mich umdrehe und mich fürchterlich erschrecke. 😮

So ein dummer Schakal steht zwei Meter entfernt an der Vogeltränke, Sekunden vorher war err noch nicht da, er hat wohl gewartet, bis die Lichter aus waren. Mann-o-Mann, wenn man sich umdreht und plötzlich zwei leuchtende Augen sieht, dann geht es nicht anders, dann springt man erstmal kurz aus der Hose. 😄 😛






Gruß,
Robin
Teil 1216. Feb. 2022
Bye, bye CKGR

Ein kleines Stück fahren wir heute noch weiter... es ist der 09.09. und Zeit die Zentralkalahari hinter uns zu lassen. Der Wecker klingelt früh und wieder brauchen wir unsere Stunde um los zu kommen. 🤨

Eine kurze Morgenrunde und dann raus aus dem Park über das Matswere Gate.


>> Detailansicht <<

7.15 Uhr verlassen wir die Campsite, gefallen hat es uns hier sehr gut. Mit dem Wasserloch so nah dran, hat man hier die Möglichkeit morgens, wie abends eine schöne, kurze Runde zu fahren. Die Gegend ist herrlich und weiß mit etwas Abwechslung zu überzeugen.








Auf dem Weg zum Wasserloch kommen wir an ein paar Herden vorbei, Springböcke in schönem Morgenlicht, dazu sagen wir nicht nein. Am Wasser selber war diesen Morgen tote Hose. Kein einziges Tier zu sehen, mal abgesehen vom gestrigen Nimmersatt, der in der Mitte des Wasserloch im Dornenbaum saß und dort, in sicherer Position, die Nacht verbracht hat.








Ein echtes Highlight für uns, bescherte dann auf dem Rückweg, ein kleiner Loop den man neben der Hauptpad fahren kann. Er kommt zwischen Wasserloch und Campsite 2 raus und fährt quasi mitten durch die Graslandschaft. Oryxe soweit das Auge reicht... naja nicht ganz, aber so hat es sich angefühlt für uns. 😛

Zumindest haben wir nie so viele auf einem Haufen gesehen. Alleine auf dem Bild hier sind ca. 40 nachzuzählen. Insgesamt werden es eher doppelt so viele gewesen sein.





Diese Sichtung fanden wir wirklich extrem schön. Als kleiner Farbtupfer hatte sich ein einzelnes Gnu in die Herde gemischt. 🙄 Immerhin, für diesen Urlaub eine Erstsichtung, wo seine Freunde waren, da müssen wir passen, vielleicht dachte es auch einfach, es wäre ein Oryx und hatte sich in diese Herde verirrt. 😄











Zwei Oryx legten die Hörner noch zu einem kleinen Fechtduell zusammen, ein, wie ich finde tolles Motiv, dass ich mir in der Hochkant-Version auch mal in etwas größer ausdrucken musste. Auch das ist eines meiner Lieblingsbilder des Urlaubs, von denen es zum Glück einige gibt, mir gefällt hier einfach die gesamte Farbgebung, der sanfte Hintergrund, das schöne Licht und die noch schöneren Motive. 🙂


Fechtende Oryx






Fazit Sunday Pan Campsite #2
Rundum schön, ein Schattenspendender Baum mit einer Webervogelkolonie. Man hat also auch so immer was zu gucken, auch wenn einer leider Abends mal von unserem Licht völlig verstört war und in unseren Canopy Aufbau geflogen ist und auch sonst etwas verwirrt durch die Gegend flog... da kann man dann nix machen. War aber zum Glück auch nur den einen Abend so, sonst hätte er uns doch arg leid getan. DIe Campsites sind halt rudimentär ausgestattet, uns hat das gut gefallen und die Lage fanden wir deutlich besser als Passarge Valley. Also gibt es hier auch sehr gute 4/5 Sterne.


Von hier ging es einfach nur zurück zum Matswere Gate. Die selbe West-Ost Tangente, die schon gestern sehr öde war. Einen schnellen hupps durch das Deception Valley und dann geht es ca. 45km Piste hoch zum Matswere Gate. Wir begegnen wieder der Truppe Südafrikaner mit ihrem fünf Autos umfassenden Konvoi, die wohl wieder einmal umziehen müssen, auf Gamedrive nutzen sie immer nur drei Fahrzeuge und raus aus dem Park fahren sie nicht.

Die Strecke zieht sich etwas, geht aber insgesamt gut zu befahren. Ein letzters Springbock Steinböckchen (huch... 😊 danke Friederike) verabschiedet uns aus dem Park und gegen 10 Uhr rollen wir beim Gate vor.











Im Gate bezahlen wir noch die entfallenden Parkgebühren und würden das auch gerne für die nächsten tage tun. Wie immer wird das Telefon bemüht, viel wirres Gerede, mit dem Ergebnis, dass wir nur diesen Park und auch nur bar bezahlen können. Na gut, Bares haben wir ausreichend dabei und wo wir gerade dabei sind nehmen wir auch noch Feuerholz mit, wir wollen schließlich im Makgadikgadi nicht ohne da stehen.

SIe zeigt uns das Feuerholz, wo wir uns später einfach unsere Stapel aussuchen sollen und bekommen eine Lehrstunde, wie man denn Makgadkgadi richtig ausspricht, die Kombination aus kg, braucht ein leicht gebrochenes Krächzen in der Stimme und wird eher als Makradigkradi ausgesprochen. Aber ohne richtiges r, sehr komisch und wie ich gerade merke als geschriebenes Wort nicht richtig zu erklären. 😄

Auf jeden Fall hat sie eine Menge Spaß an unseren Sprechversuchen, ist am Ende aber sehr zufrieden, dass wir es zu ihrer Zufriedenheit hinbekommen.


Die kleinen Stapel sind liegengeblieben...



Beim Bezahlen kommt ein Südafrikaner rein und meint zu mir: "Seid ihr überhaupt im Park gewesen?, dein Auto ist viel zu sauber!" 🤨

Etwas komischer Kauz, er geht nach dem Spruch auch direkt raus. Auf dem Weg zum Auto betrachte ich seine blitzweiße Karre, bemerke dies, ein kurzes Lächeln und man kommt ins Gespräch. Er und seine Frau sind Rentner, ihr eigener Wagen und ich weiß nicht mehr aus welchem Grund, mussten sie zwei Tage früher aus dem Park. Eigentlich total nett, unsere Route überschneidet sich noch ein paar Mal, also sieht man sich wieder.

"Wo kommt ihr eigentlich her?"

"Deutschland"

"Ohhh... 😮 Internationals. Ihr seid die ersten die wir treffen!"


Diese oder ähnliche Aussprüche werden wir noch öfter hören. Insgesamt ist die Dichte an internationalen Gästen so dünn noch zu dieser Reisezeit, dass viele, vornehmlich Südafrikaner, sich schon gefragt haben, ob sie überhaupt mal wieder welche unserer Sorte sehen, manch einer freut sich auch ob der aktuell so freien Campauswahl und das nicht alles weggebucht wird. Nicht die beiden, die waren eher froh, dass es mit dem Tourismus wieder anläuft.


Das war es... wir fahren durch's Gate und verlassen den Park.

Erwartungsgemäß haben wir natürlich keine Elefanten gesehen. Die gibt es hier schließlich nicht, dass wäre selbst für unsere Verhältnisse mehr als suspekt gewesen, ABER IST EUCH ETWAS AUFGEFALLEN!

In den drei Tagen im Park haben wir nur ein einziges Mal, genau zwei Geier gesehen. Sehr suspekt. 🤨

Na wie dem auch sei. Unser Fazit... fällt etwas zwiegespalten aus.


Fazit Zentralkalahari
Kennt man andere Parks, unterschätzt man die Fahrstrecken sehr leicht. Ist uns zumindest immer passiert und es zieht sich teils schon sehr hin. Wenn dann auch großteils nur dichtes Gras und Büsche um einen herum sind, dann leidet die Sichtungsfee mit einem. Darüber wollen wir uns gar nicht beklagen, die Einsamkeit ist dafür spitze, Landschaftlich finden wir das auch schön, aber für Mara sicher kein Favourit auf der Liste. Ich hingegen würde gerne mal für eine weitere Durchfahrt auch einfach mal eine andere Route ausprobieren. Parks bewerte ich nicht nach Sternen, aber Einsamkeit und Feeling sind top, manchmal ist die Eintönigkeit aber auch herausfordernd. Das fällt halt eher auf, wenn keine Sichtungen immer mal Abwechslung bieten. (das bezieht sich auf unseren quasi Buschland pur Fahrtag quer durch das Passarge Valley)



Abschließend haben wir, bzw. Mara noch ein Schmankerl vorbereitet um ein würdigen Abschluss für das erste Kapitel dieser Reise, die Zentralkalahari, zu ziehen.


Film Ab 🙂 😎

>> wie gehabt auf Bild klicken und dann auf Flickr abspielen <<



Gruß,
Robin
Teil 1320. Feb. 2022
Zurück am Sehnsuchtsfluss

Wir verlassen das Gate und machen uns auf die Piste in Richtung Hauptstraße. Nach ca. halber Strecke kommen uns zwei Fahrzeuge entgegen. Wir bugsieren unser Auto die Böschung hoch und machen Platz. Der erste der beiden Jeeps hält bei uns an.

"You must be the germans!" 🤨 😄

Na das spricht sich aber schnell rum. Beide Jeeps werden von jeweils einer Dame gelenkt. Die beiden sind alleine unterwegs und haben ein kurzes Stück den Weg voraus die beiden Rentner aus Südafrika getroffen, die wir am Gate gesehen haben. Aha, wir dachten die wollen direkt nach Maun und würden die andere Strecke nehmen.

Sie spricht etwas Deutsch und wir unterhalten uns kurz. Da man so gut spontan reisen kann im Moment, sind auch sie spontan unterwegs und wollten am Gate fragen, ob etwas frei ist. Brauchen sie aber gar nicht, die beiden Südafrikaner haben ihnen zwei Nächte vermacht, da sie etwas früher aus dem Park raus sind. Läuft! 😁

Wir geben ihnen noch den Tipp mit den Geparden mit auf den Weg und setzen uns wieder in Bewegung und siehe da... kaum aus dem Park raus werden wir direkt ganz aufgeregt. Wir sehen erste Spuren im Sand, die untrüglich zuzuordnen sind. Ab jetzt sind wir hellwach und hoffen hier schon einen Elefanten zu sehen, wo auch immer der gerade hin will.





Daraus wird aber nichts, nach ca. 2/3 des Weges öffnet sich die Piste, wir fahren über dörre, harte Pisten mit Schlaglöchern und Gräben drin. Elefanten sehen wir keine, aber allerlei Farmvieh. Das wir hier aus der Wildnis kommend erst einmal quer durch bestelltes Farmland fahren werden, damit haben wir nicht gerechnet. Es geht langsamer weiter, als über den weichen Sand zuvor, die Strecke zur Hauptstraße ist aber nicht weit und bald erreichen wir Asphalt.





Der Abzweig in Richtung des CKGR, muss man schon dem Schild glauben, der Pfad ist sehr unscheinbar.



Mara hatte vor der Reise ausgemacht, dass wir in Rakops eine Tankstelle finden können, die wir auch brauchen, da wir über den Boteti noch in die NxaiPan weiter fahren wollen, bevor wir in Maun wieder aufstocken. Das ist nicht sonderlich weit, also fahren wir die paar Kilometer langsam mit wenig Luft, in der Hoffnung dank der Tankstelle den Kompressor nicht zu brauchen.

Am Wegesrand gibt es immer etwas zu sehen. Wir nennen das "Drive-By Dokumentation für Daheimgebliebene", denn nach diesen Eindrücken haben wir festgestellt, wird man wesentlich öfter gefragt, als nach Tierbildern. Das ist es was die meisten interessiert.

"Wie sieht's da aus?"
"Wie leben die Menschen vor Ort?"
"Wie sieht das bei euch auf den Campsites aus?"
"Ihr zeltet auf dem Dach, was für ein Auto habt ihr denn, wie sieht das aus?"


Dieses Jahr haben wir uns fest vorgenommen ein paar mehr dieser Fragen mit Bildmaterial begegnen zu können.

Rakops zum Beispiel ist ein richtig, nettes, kleines Örtchen, es hat...


Einen Supermarkt



Waschstraße... mit Wasser, was die durstigen Ziegen beweisen



Ein Paradies für jeden Klüngelkerl. Das müsste sich doch lohnen dort mit Dudelmusik rumzufahren und Metall zu sammeln. Autos liegen genug rum. 😉



Der mit Abstand modernste Laden ist der Reifenservice... das spricht Bände! 😄



Wir halten so ungerne mit den Kameras auf Menschen drauf, oftmals ärgere ich mich darüber, so auch hier, weil die Leute alle sehr freundlich waren. Es ware gerade Schule vorbei und die Schulkinder in ihren Uniformen winkten uns die ganze Zeit zu. Einfach nur so, einfach nur weil wir mal was anderes waren, einfach schön.

Und auch von der Tankstelle haben wir einfach vergessen Fotos zu machen. Warum?, so blöd. Die Puma besteht aus drei Zapfsäulen in einem Hinterhof, es hat sogar Luft, also auch die Reifen konnten wir aufpumpen. Service wier überall, auch wenn wir wirklich erst bei dritten Mal vorbeifahren die "Tankstelle" entdeckt haben.

Unser Tank wird schon befüllt, einer dieser kleinen Taxi-Busse hält an der Säule daneben und tankt. Er ist schnell fertig und bei uns läuft es weiter. Er kommt rum, schaut auf den Stand der Anzeige und ruft erstaunt aus: "85 Liter" 🤪

Wir sagen ihm, dass gut 140 Liter in den Tank passen. Er kann es nicht fassen, steigt kopfschüttelnd in seinen Bus und lacht sich noch kaputt als er schon wieder losfährt. Wir grinsen auch über beide Ohren ob seiner Reaktion. 😄

Von hier an geht es recht langweilig über Asphalt gen Norden, zwei Dokumentationsfotos habe ich weggelassen, aber uns war fade genug um zu fotografieren, wie mit alten Kanistern und ähnlichem auf Holzpfählen kleine Pfade markiert werden, die im Busch verschwinden. Da jeweils davor immer Müllbeutel liegen an einer schmalen Kutschenspur die über den Seitenstreifen führt vermuten wir, dass die Müllabfuhrt mit Kutsche hier vorbeikommt (es ist ein Eselgespann wie wir irgendwann anders im Urlaub feststellen) und die bunten Kanister etc. pp. stellen wohl eine Art Hausnummer dar. Dieses Jahr müssen wir solche Details mal genauer begutachten.

Die Strecke ist fix überbrückt und wir halten beim Boteti River Camp.


2018 haben wir hier eine Nacht verbracht, diesmal campen wir im Park, um möglichst lange am Fluss bleiben zu können oder möglichst früh zum Fluss zu fahren. Das Boteti River Camp ist sehr schön, wie wir finden, aber man muss halt die Fähre nehmen und das geht nicht mit Sonnenaufgang.

Mish begrüßt uns an der Rezeption, er managed das Camp mittlerweile und wir unterhalten uns kurz. Auch die beiden Südafrikaner vom Gate treffen wir hier wieder, also doch nicht direkt nach Maun, sie bleiben hier für eine Nacht. Martin und Claudia sind noch nicht da, wir hatten gedacht, sie vielleicht schon anzutreffen, Maun ist ja nicht weit, aber so lassen wir zur Übergabe ein WalkieTalkie und eine kleine Überraschung für die beiden bei Mish, um sie in Botswana willkommen zu heißen. (eigentlich wollten wir das schon in Thakadu lassen, aber nach unseren Erfahrungen dort haben wir das lieber bleiben lassen)

Bevor wir uns zur Fähre und auf die andere Seite aufmachen, erspähe ich blaue Dosen im Kühlschrank... Mish hat einen kleinen Vorrat Bier auf Lager, zwei Dosen kann ich ihm abquatschen und Mara kauft sich lieber ein paar eisgekühlte Süßgetränke. 🙂

Mish begleitet uns zur Fähre, die mittlerweile vom Boteti River Camp betrieben wird. 2018 gab es noch einen Außenborder, jetzt ist die Fähre auf Handbetrieb umgestellt. Der frühere Fährmann ist gestorben, seine Söhne mussten den Motor zu Geld machen. Stattdessen ist jetzt ein Seil gespannt, an dem die Fähre entlang gezogen wird. Eine schweißtreibende Angelegenheit, die auf der Haben-Seite zu einer sehr ruhigen und entspannten Flussquerung führt. 😉














Einchecken am Gate geht schnell und unklompiziert. Wir entrichten unsere Parkgebühren, bei den netten und gut gelaunten Damen am Schalter. Auf unsere Frage nach dem Weg in die Salzpfannen bekommen wir diesen "verrückte Touristen" Blick und die Frage, warum wir das denn wollen?, mitsamt dem Ratschlag, wenn überhaupt, dann aber früh morgens zu fahren. (von wegen, da fährt man ja zum Fluss, also wenn dann nach einem Gamedrive) Aber entgegen unserer Pläne, schaffen wir es eh nicht diese in die Tat umzusetzen und auf die Makgadikgadi Pans rauszufahren, obwohl wir sie jetzt immerhin fehlerfrei aussprechen können. 😗

Weiter geht es zum Camp und wurden wir schon am Gate nett empfangen, so war die Begrüßung hier sehr nett. Sie erklärt uns kurz alles und um das gleich mal vorweg zu nehmen, so eine gute Orga und so einen sauberen Campingplatz hatten wir nie in Afrika, egal wo. Die Campmanagerin kommt jeden Morgen und Abend bei den Campsites vorbei und fragt ob alles in Ordnung ist, oder man etwas braucht. Sie bringt auf Anfrage auch Sachen von der anderen Flussseite mit, Feuerholz in unserem Fall zum Beispiel. Am Eingang zu den Ablutions liegen Welcome Matten aus, es gibt automatische Seifenspender, riecht immer frisch und sauber geputzt, was es auch ist und morgens wird der ganze Platz einmal durchgeharkt. 😮

Wirklich, es ist top gepflegt.

Wir bekommen den Platz mitten in der Mitte, aber es ist dennoch ok und im Endeffekt schlafen wir hier nur, also geht es los zur Dusche, denn nur daran können wir gerade denken. Solange das Wasser warm ist, und da wir heute morgen und gestern Abend ohne los sind, wird es dringend Zeit.

Direkt vor den Ablutions treffen wir auf Ronda und Noel. Wir sprechen kurz über ihr Bodenzelt mit Stehhöhe, dass sie gerade aufbauen, drinnen werden 2 Felbetten zusammengestellt und ein richtiges Bett aufgebaut. Die wissen wie man es sich gut gehen lässt. Abends hängen Lichtergirlanden ums Camp. Als wir uns zur Dusche umdrehen bekommen wir von Ronda hinterhergerufen:

"Man duscht nicht getrennt... man duscht zusammen!"

Um das ins rechte Licht zu rücken. Noel feiert heute seinen 73. Geburtstag und die beiden haben es Faustdick hinter den Ohren. 😄

Zurück von der sehr erfrischenden Dusche singen wir erstmal ein "Happy Birthday" Ständchen für ihn und werden prompt zu einem Bier und Savanna eingeladen. Wir unterhalten uns etwas mit ihnen, spannende Geschichte. Noel war Accountant in einer Diamantenmine und viele Jahre in Maun, bevor die Mine geschlossen wurde und er mit Ronda zurück nach Südafrika sollte. Sie sind geblieben, in ihrem geliebten Maun. Sie geben uns noch den Tipp mit, dass wir in Maun einmal zum "The Duck" sollten, ein neues Restaurant, dass einen eigenen Gin destilliert, aus Mopane Bäumen, passenderweise Okavango Gin genannt.

Das können wir uns natürlich nicht entgehen lassen... eine Flasche hat den Weg bis nach Hause geschafft und ist natürlich für in Persona Treffen mit Forenbekanntschaften reserviert. 😎 🙂




Zeit für den ersten Gamedrive, wir freuen uns schon drauf, wieder runter zum Fluss zu fahren. Als erstes sehen wir allerdings etwas, dass am Boteti auch allgegenwärtig ist... Knochen. Wirklich nirgends haben wir so viele gesehen wie hier. Die große Geierpopulation spricht schon dafür, dass oftmals etwas abfällt. Aber auch lebende Artgenossen, dem Namen nach Zebras sehen wir natürlich hier. Ein schöner Kudubulle kommt die Böschung hoch und am Picknickplatz mit Blick über den Fluss zeigt sich auch die erste kleine Herde Zebras. Kleine Grüppchen sind verteilt unterwegs, die Migration ist auch eher wieder vorbei, aber dazu am nächsten Tag mehr.











Der Picnic Spot liegt noch vor dem eigentlichen Gamedrive Gebiet und man hat einen ersten Blick auf den Fluss






Swallow-tailed Bee-eater | Schwalbenschwanzspint



Wir nehmen den ersten Abzweig die Böschung runter zum Fluss. Es ist zwar nicht viel los, aber das Gebiet lieben wir einfach, unten am Wasser entlang zu fahren, ist einfach toll. Nirgends kommt man so direkt ran wie hier und so hat man auch immer gute Möglichkeiten auf diverseste Wasservögel.





Reed Cormorant | Riedscharbe juvenile



Grey Heron | Graureiher



Glossy Ibis | Brauner Sichler (non breeding)



African Jacana | Blaustirn-Blatthühnchen



Über den hier freue ich mich ganz besonders. Das erste Mal, dass ich einen Hammerkopf fotografieren konnte UND man sieht auch seinen Kopf, denn darauf kommt es doch wohl an! 😄

Hamerkop | Hammerkopf



Vögel hat es an diesem Abend wirklich satt, egal wohin man schaut. Im Wasser, auf den Bäumen oder auch mal auf den Tieren. Dieses Zebra konnte einem wirklich leid tun, eine regelrechte Madenhacker Invasion musste es aushalten. Mehrfach lief es ein paar Meter und bockte um die Störenfriede loszuwerden, aber keine Chance. Ein kurzes Aufflattern und sofort waren sie wieder an dem Zebra dran und verrichteten ihr teils blutiges Werk. 😕








Kann mir jemand bei dem Vogel hier helfen... eigentlich ist der doch auffällig gefärbt, aber ich scheine blind zu sein. Ich habe mich schon gefragt ob es evtl. eine Common Myna mit Krankheit sein könnte, die erfasst manchmal etwas, dass die Federn ausfallen lässt und dann sehen die ähnlich gerupft aus??! 😐

Wie erwartet bin ich einfach manchmal blind... danke Beatnick.

Wattled Starling | Lappenstar



Lilac-breasted Roller | Gabelracke



Das nächste, freu' ich mich drüber Bild, weil mir das beim Entwickeln untergekommen ist, dass dieses Perlhuhn knackscharf war und so nah dran, dass es irgendwie auch Spaß gemacht hat, mal mit dem Crop nur den Kopf rauszustellen. Irgendwann muss ich mal ein Perlhuhn Foto aus Bodenlevel machen. Ich liege eh' viel zu selten am Boden im Dreck um den Bildwinkel zu optimieren. 😄


Helmeted Guineafowl | Helmperlhuhn






Wir fahren den ganzen Fluss entlang, anders als 2018 muss man manchmal auf die Böschung ausweichen und dann denn nächsten Pfad runter nehmen, da der Fluss durchaus gut Wasser führt und man nicht komplett durch kommt. Und dann endlich sehen wir ihn, wir hatten zwar mit mehr gerechnet und erhofft, aber egal, unser erster Elefant in diesem Urlaub. Er mampft sich ziemlich weit entfernt durch den Uferbewuchs. Hach egal, schön! 🤩

Die Liste wird direkt um die Überschrift Elefant erweitert, mit den vielen Tagen, die wir abseits Elefantengebieten fahren, werden wir zwar die Zahl von 2018 nicht schlagen, aber darum geht es ja auch nicht, lasst die Spiele beginnen... ähh, ich meine natürlich die 2. (in)offizielle Elefantenzählung Botswanas. 😗









Ein Stück weiter des Weges steht ein Mann ohne Oberbekleidung neben seinem Auto. Sein stattlicher Bauch fängt die späten Sonnenstrahlen ein und wieder mal ärgere ich mich, nicht in allen Situationen eine Kamera zu bemühen. 😉

Craig winkt uns freundlich zu, wir halten mal eben an und fragen ob er Hilfe braucht. Nein, nein, er kommt gerade vom Norden durch den Park und will bur wissen ob noch Campsites frei sind, er braucht noch einen Stellplatz für die Nacht. Wir geben mal den Daumen hoch, es sah doch ziemlich leer aus, da sollte er noch einen Platz finden. Er bedankt sich und fährt weiter... sein Aufbau hat diese Plexiglasscheiben und Mara fällt auf, dass die ganze Karre bis oben hin vollgestopft ist mit Feuerholz. Ich habe da nicht drauf geachtet, aber sie meinte später, man hat nix anderes in der Karre gesehen. (dazu kommen wir später noch)

Zebras hat es hier auch heute in allen Formen. 😈










Das erklärt auch großteils die Knochen. Tiere verletzen sich und verenden am Ufer, es gibt halt je nacj Jahreszeit eine sehr große Zebramigration an den Boteti und da bleibt es nicht aus. Nur konzentriert es sich hier so dermaßen auf diese kleine Fläche am Boteti, dass die Gegend teils übersät ist mit Knochen.






Wir machen uns jetzt auch langsam zurück ins Camp. Die Sonne verschwindet langsam und taucht den Fluß noch mal in schönes Licht, ein paar Sichtungen, es sind eben in erster Linie Vögel schmeiße ich noch unsortiert dazwischen. Wenn man bedenkt, dass wir hier nur einmal hoch und runter gefahren sind, dann ist es doch durchaus erstaunlich, was so zusammen kommt und es wäre auch noch mehr dabei gewesen, aber ich bestimme nur was ich auch entwickele, sonst dauert die Wartezeit für euch ja noch länger, bis es weitergeht. 😛




Little Egret | Seidenreiher



Double-banded Sandgrouse | Nachtflughuhn ... danke Bele! 😘






Yellow-billed Egret | Mittelreiher



Burchells Starling | Riesenglanzstar



African Jacana | Blaustirn-Blatthühnchen






Ein unspektakulärer Gamedrive, aber auch durch seine ruhige, friedliche Stimmung eben sehr schön. Man verweilt hier eher und schaut zu, da das Gebiet sowieso nur sehr klein ist. Nur machen wir uns mittlerweile schon Sorgen. Wir hatten damit gerechnet, dass Martin und Claudia schon lange da sein sollten und hatten das Funkgerät immer laufen lassen. Auch jetzt auf der Campsite testen wir aus, ob vielleicht die Reichweite bis zum Boteti River Camp reicht und wir setzen unseren Standardfunkspruch ab... na gut meinen Funkspruch. Von Mara kriege ich immer nur zu hören ich sei doof und solle das sein lassen! 🙄

Und so hört man auf Frequenz #3 auch des Abends noch die Rufe nach dem Reisepartner in den Funkwellen ergebnislos verebben:

"Elefant ruft Warzenschwein, bitte kommen. Warzenschwein bitte kommen!"
...
..
.
😛 😄


Unser Camp ist flugs aufgebaut. Es gibt eine große Freifläche zwischen den Campsites und wir sehen auf der anderen Seite hat Craig ein Nachtlager gefunden. Das schöne an Khumaga ist, dass man eben lange am Boteti bleiben kann, also wird auch nicht gebummelt und schnell Feuer gemacht... "Denkste"

Es ist so windig, dass ich lange tüfteln muss, bis das Feuer mal ordentlich greift. An diesem Abend lernen wir wieder eine Lektion. Das Feuer so entfachen, dass die Windrichtung die Flammen entlang der Scheite treibt. So brennt das Feuer mit der Windrichtung nieder und man kann auf den Kohlen schon grillen, solange daneben das Feuer noch brennt. Wieder was gelernt, es zieht nämlich echt wie Hechtsuppe hier und wer mir jetzt noch erklären kann, wo diese Redewendung herkommt, der bekommt morgen einen extra Nutticrust bevor es losgeht!

(über diesen Ausspruch haben sechs Erwachsene Männer sich mehrere Tage den Kopf zerbrochen in unserem Skiurlaub... googeln verboten, dass habe ich bis jetzt nicht gemacht)

Das Feuer kokelt vor sich hin irgendwann, eine nette Frau kommt vorbei und guckt uns etwas verdutzt an. "Ist das nicht die Nummer 2 hier?"

Sie hat es geschafft sich auf dem kleinen Platz nach ihrem Besuch der Ablutions zu verlaufen und irrt durch die Dunkelheit von Feuer zu Feuer. Das geht natürlich nicht, also schnappe ich mir unsere Taschenlampe und bringe sie zu ihrer Reisetruppe zurück, die sie mit reichlich Gelächter, Spot und Häme in ihren Reihen zurück empfängt. Jeden Tag, eine gute Tat.





Heute gibt es Oryx mit Maiskolben und Cuscus... auf unserer Smiley, der sich den Mund ableckt-Skala, hat das Essen 2 Smileys bekommen. Das bedeutet, dass es richtig lecker war. 😉
Noch so ein Learning... auch ohne Verbindung und Digital Detox haben wir die Handys verwendet um uns über den Tag kurze Notizen zu sschreiben, die dann bei Verbindung übertragen werden. So haben wir beide diverseste Infos abgespeichert, die man auch beim Schreieben des Tagebuchs, was manchmal erst ein paar Tage später passiert, nicht mehr auf dem Schirm hat. z.B. Zeiten oder Namen etc.

Nach dem Essen schweift unser Blick über den Platz. Da wo eigentlich Craig alleine ein kleines Feuerchen haben sollte lodert quasi ein Osterfeuer, was auch immer der macht um ein Feuer zu mmachen, er macht es richtig. Grund genug sich die Lampe zu schnappen und mal rüber zu gehen... der hat bestimmt gute Feuertipps und die holen wir uns ab.


Craig aus Capetown
Craig ist ein lustiger Geselle, kaum bin ich da, weiß man auch, der liebt es einfach hier zu sein. Noch mehr liebt er Campfeuer. Die können nicht groß genug sein und man benötigt das richtige Holz dafür und davon möglichst viel. Ohne das es richtig lodert, fängt er gar nicht erst an.

Er ist auf dem Rückweg nach Südafrika, den Wagen zurück fahren. Seine Frau ist ab Maun vorgeflogen und es ist seine letzte Campingnacht heute. Die beiden haben einen Rundtrip durch Botswana gemacht mit einem Highlight zum Schluss. Fünf Tage Fly-In Safari ins Delta... er schwärmt davon, dass war wohl richtig toll. 😎

Wenn man es sich leisten kann und will ganz bestimmt. Denkste! Durch Corona bleiben auch die Lodges im Delta leer und sie haben Sonderangebote für BOTS oder SA Residents rausgehauen. Craig hat einen 84% Discount abgegriffen, sonst hätte er das nie machen können. Diese einmalige Gelegenheit wollten sie sich natürlich nicht entgehen lassen.

Er erzählt noch, dass er einen neuen Campingstuhl hat, seinen hat er gestern abgefackelt. Funkenflug, während er sich mit den Campnachbarn unterhalten hat und da war es geschehen. 😄
Seinem Gesprächspartner hat er dann einen seiner Campingstühle abquatschen können und abgekauft. Dieser Typ, einfach witzig.

Ich verabschiede mich, aber Craig hält mich noch auf. "Nimm' dir Feuerholz mit."

Das war keine Frage, sondern eine Frage der Ehre für ihn. 😉
Er sucht das beste Holz aus seinem enormen Stapel, Mara hatte recht, die ganze Karre war voll Holz. Das eine brennt schnell und kurz, toll zum anmachen, aber was ich brauche für ein gutes Feuer sind die Hölzer die lange brennen, da het er ein paar schöne Exemplare. Ich werde beladen wie ein Packesel und dieses "Brennt-so-lang-so-extralang" Holz wiegt gefühlt dreimal so viel wie normale Scheite UND ist ca. dreimal so groß. Gut das wir hier zwei Nächste sind, so können wir das vor Ort lagern, in den Wagen wird das kaum passen.

Ich verziehe keine Miene, bedanke mich artig und wünsche ihm noch eine gute und sichere Heimfahrt. Dann muss ich mich schnell umdrehen und im Dunkel verschwinden, weil ich das Gefühl habe meine Arme reißt es gleich raus. So schnell wie möglich bringe ich das Holz zu unserem Feuer, wir schreiben noch Tagebuch und hoffen, dass Warzenschwein auf der anderen Flussseite angekommen ist und auch gerade bei einem kühlen Getränk und brennendem Feuer den Sternenhimmel betrachtet.


Gruß,
Robin
Teil 1422. Feb. 2022
10.09.22 | Noch ein Morgen ohne Warzenschweine

6 Uhr

RAUS AUS DEN FEDERN!!!

Wir sind schließlich dieses Jahr nicht auf dieser Seite des Flusses, damit wir das nicht ausnutzen können. Also los, Zähne putzen und Katzenwäsche muss reichen. Zur Orientierung wo es hergeht anbei die Karte des Gebiets.


>> Detailansicht <<

Während wir aufrödeln schauen wir uns um und da zitiere ich uns mal selber im O-Ton aus unserem Tagebuch. Jetzt also mal ein Original, worauf sonst so die Texte hier locker basieren.

Next Day
- 6.00 Uhr Wecker, es war wieder windig nachts
- Craig löscht die letzte Glut, nur um 30 Min später wieder ein kleines Feuer für den Kaffee zu entfachen
- wir rödeln auf zum Gamedrive
- Craig fährt los und verabschiedet sich noch... was bleibt ist ein kleines, loderndes Feuer


😄 Ich musste selber sehr lachen, als ich das gelesen habe. Manchmal haben auch unsere Stichpunkte, die wir so mitkritzeln fast schon etwas poetisches, aber auch nur fast. 🤪


der letzte Rest von Craigs Feuer



Während wir unser Zelt packen werden wir schon aus vielen Richtungen beäugt und zweimal wird es laut an unserer Mülltonne und wir sehen etwas Graues weglaufen und die frei aufgehängte Tonne schwingt hin und her. Die Affen wissen genau wie man an den Inhalt der Tonnen kommt, aber bei uns beißen sie sich die kleinen Zähnchen aus. Wir haben den Verschluss mit einem Stück Draht vom Feuerholz zusätzlich gesichert, da haben sie keine Chance. 😈

Aber niedlich sehen sie ja dann doch aus... so herzig.


Vervet Monkey | Südliche Grünmeerkatze



Auch bei Craig ist nix zu finden... der hat bis auf's Letzte alles verbrannt.



Wir verlassen als Zweite das Camp, als erste zum Gamedrive. Zuerst fahren wir oberhalb entlang der Böschung und sehen Elefantenknochen. Es hat fast den Anschein mit dem dunkleren Boden und den angekohlten Bäumen dahinter, als ob man hier Teile des Tieres verbrannt hat vor geraumer Zeit. So richtig schlau werden wir nicht daraus. Irgendwie grausig und diesen Morgen hätte man auch mit dem Titel "Morbider Sonnenschein" versehen können.





Aber erstmal geht es dann runter zum Boteti. Jedes Mal wieder eine tolle Aussicht. 🤩
Hatte nicht Bele geschrieben, dass sie den dunkelblauen Chobe so liebt. Hier kann ich das verstehen, auch der Boteti zieht sich heute morgen wie ein tiefblaues Band durch die Landschaft.





Kaum unten angekommen, erwarten einen schon die ersten fragenden Schnäbel. Vögel, die auf Ästen im schilfbewachsenen Ufer sitzen, dass ist der Klassiker schlechthin hier. Wenn man dem etwas abgewinnen kann, dann ist man hier richtig aufgehoben.


Was seid ihr denn schon so laut am frühen Morgen?!



Common Myna | Hirtenstar



Fork-tailed Drongo | Trauerdrongo



Reed Cormorant | Riedscharbe (juvenile)



African Darter | Afrikanischer Schlangenhalsvogel (juvenile)



Ein Stück weiter sehen wir ein verletztes Zebra... eher das verletzte Zebra. Im Tagebuch habe ich gerade gelesen, dass wir es auch am Vorabend schon gesehen hatten. Da humpelte es am Wasser entlang. Wo andere Zebras vor dem Wagen wegliefen, blieb es stoisch stehen, nicht mehr in der Lage, richtig zu laufen. Die Nacht hat es überlebt, was uns sehr wundert. Wir hätten gewettet, dass es von Beutegreifern erlegt wird. Es quält sich und liegt mittlerweile am Rande des Wassers. Es hat mehrere Wunden im Gesicht, der Kiefer scheint gebrochen und das es nicht mehr richtig laufen kann, wissen wir ja von gestern. 🙁





An ausgeblichenen Knochen findet man wirklich alles...



Immer am Wasser entlang fahren wir die knapp 12km lange Strecke. Zwischendurch für ein kleines Stück die Böschung hinauf, also mal Tiefsandgraben oder auch mit Schmackes über die Kante drüber. Jedesmal spannend und klar macht dieser kleine Off-Road Part auch immer Spaß. Der Morgen ist sehr dünn besiedelt, wir sehen praktisch nur Vögel. Nichtmals Zebras sind am Fluss diesen Morgen, aber da waren ja auch gestern schon nicht mehr so viele unterwegs.


Burchel's Cuckoo | Weißbrauenkuckuck



Black-winged Stilt | Stelzenläufer






Southern Pied Babbler | Elsterdro



Glossy Ibis | Brauner Sichler (non breeding)



Nicht jeden Vogel erwischt man noch hübsch im Ansitz und gerade bei den Kingfishern freue ich mich doch immer über... ne wartet mal, ist eigentlich gar nicht schlimm. Die möchte man doch eigentlich viel lieber im Rüttelflug sehen und davon ein schönes Foto kriegen. Davon habe ich vier Bilder bekommen und da hatte ich mal eine andere Idee. 😁


Pied Kingfisher | Graufischer



Kann sein, dass ihr etwas warten müsst, bis der Browser das Bild richtig läd'.



Am Ende der Strecke wenden wir und fahren quasi denselben Weg zurück, dennoch zeigen sich immer wieder neue Arten. Auch mehr Knochen und das Zebraskelett des Vortages schauen wir uns diesmal etwas genauer an.





Spur-winged Goose | Sporngans















African Darter | Afrikanischer Schlangenhalsvogel (adult)



Auf dem Rückweg sehen wir dann einen großen LKW am Ufer stehen. Mehrere Männer der Armee stehen dort und ein kleines Boot liegt im Wasser.





Wir halten an und fragen nach, ob sie uns erklären würden, was gerade vor sich geht. Alles in allem sind locker 10-12 Leute unterwegs. Es ist nicht nur die Armee, sondern auch Mitarbeiter des DWNP vor Ort. Auf der anderen Flussseite liegt ein Elefantenkadaver im Wasser, er soll wohl eines natürlichen Todes gestorben sein, aber er liegt nun in der Nähe des bewohnten Ufers und dort kann er nicht bleiben. Die Mitarbeiter des DWNP wollen ihn mit dem Boot rüberziehen, die Armee ist vor Ort um zum Einen die Aktion abzusichern und zum Anderen, dann später die Stoßzähne sicher zu stellen.

Das wird wohl noch eine ganze Zeit lang dauern und erst nach Erklärung des Soldaten erkennen wir den Elefanten im Wasser liegen, der war uns heute morgen noch nicht aufgefallen.





Wie gesagt... Knochen, ein toter Elefant, ein verletztes Zebra... ein ziemlich morbider Morgendrive. Wenigstens können wir den, bevor es für eine Dusche und ein Frühstück wieder zur Campsite geht, noch mit einer schönen, dieser typischen Ansitz-Sichtungen beenden. Bestes Licht, schöne Pose und halbwegs nah dran. 🙂


Martial Eagle | Kampfadler



... mal abgesehen von einem toten, gar keinen Elefanten gesehen diesen Morgen?? 🤨 Auch das muss besser werden. Aber in erster Linie ist auch diesen Drive das Walkie Talkie wieder stumm geblieben. Was ist da bloß los, Warzenschwein hat sich immer noch nicht gemeldet. So ganz ohne die Möglichkeit Kontakt aufzunehmen, kann ja alles passiert sein. Eine Panne, Flug hatte Verspätung, bis hin zum verpatzten PCR Test. 😕
(das es nicht so ist, wisst ihr ja schon, aber das waren so unsere Gedanken vor Ort)

to be continued...


Gruß,
Robin
Teil 1504. März 2022
Wir sehen uns am Boteti!

Wir sind zurück auf der Campsite, gehen Duschen und ich mache ien paar Fotos der umliegenden Camps. Die Plätze sind zwar eher eng beieinander, aber es gibt ein paar Plätze, die am Rand liegen und etwas schöner sind.

Khumaga Campsite #5



Khumaga Campsite #7



Die Südafrikaner, bei denen ich gestern die verlorene Camperin abgegeben habe, sind unterwegs, ihre Zeltstadt bleibt stehen. Ist ja schon nett, wenn man seinen ganzen Kram dalassen kann, aber Anhänger, dass wäre nix für uns. 😉




Es ist so verdammt windig auf dem Platz, dass wir unseren Tisch direkt hinter die Reifen stellen müssen und uns hinter den Wagen kauern. Es gibt ein Müsli und da endlich!!! - das Walkie Talkie knackt: "Warzenschwein an Elefant??!"

Wir verstehen kaum etwas, aber das ist auch egal, Hauptsache ist, die beiden sind jetzt angekommen und der zweite Teil unserer Reise kann jetzt richtig losgehen. Die beiden erzählen uns wohl etwas von an der Fähre treffen. In unserem Tagebuch steht, "...die beiden brauchen wohl noch, wir fahren wieder los."

Das fasst die Qualität der Verbindung ganz gut zusammen, also alle aufsatteln, es geht wieder an den Boteti.

Oben auf der Böschung beobachten wir eine kleine Herde Streifenkuschler. Ist es nicht schön, wenn man immer jemanden hat auf dem man seinen müden Kopf ablegen kann... 🙂







Streifenkuschler müsste man sein! 😄






Wir kommen oberhalb des Flusses raus und was ist denn hier los?? 🤩

Die Zebras sind angekommen. Egal wo wir hinschauen, die Zebras sind schon da. Der ganze Fluss steht quasi voll mit Zebras. So weit das Auge reicht. Tausende haben sich heute hier versammelt.



Unten am Fluss geht es direkt weiter. Es sind immer kleinere Herden gemeinsam unterwegs und an manchen Stellen sammeln sie sich auch in großen Mengen. Wir fahren am Ufer entlang und sehen schon aus etwas Entfernung, dass die Bergungsaktion des Elefanten anscheinend erfolgreich verlaufen ist. Er liegt mittlerweile auf dieser Flussseite.






Als wir näher kommen, sehen wir, dass die Männer in der brütenden Hitze ihrer blutigen Aufgabe nachkommen. Mit sichtlich wenig Freude, aber die Stoßzähne müssen ab... ein animiertes Gif lasse ich mal bleiben, ein Bild muss reichen. 🙁




Die Geier warten schon...



Hier bleiben wir nicht stehen, wir dokumentieren nur die Szene und fahren schnell weiter. Widmen wir uns lieber wieder den lebenden Tieren hier. Eine Riedscharbe posiert für uns und natürlich Zebras... überall Zebras.

Juvenile Reed Cormorant | Riedscharbe






Und Tschüss...



Das ist kein besonderes Bild, aber achtet mal drauf... ALLE haben die Birne unten und grasen. Nicht einer guckt hoch. 🤪









Beim Boteti haben Gamedrives eine beruhigende Regelmäßigkeit, es geht am Wasser entlang, man sieht ein paar Vögel und , na was wohl... heute sind es eben Zebras.


Three-banded Plover | Dreibandregenpfeifer









Little Bee-Eater | Zwergspint






Manche Zebras prusten und grunzen uns an, wenn wir vorbeifahren. Das sind wohl dann die ganz Mutigen, die meisten nehmen eher Reißaus. Wir gehen dazu über in die Offensive zu gehen und prusten einfach zurück, aber mit ihren lappigen Oberlippen müssen wir klein bei geben. Die können das wesentlich besser und vorallem lauter. 😛







Wir kommen am Geierstrand vorbei, schon 2018 haben wir diese eine Stelle hier so getauft. Die Geier versammeln sich hier, sitzen auf den Bäumen und wärmen sich auf dem Sand unten auf. Der ganze Weg sitzt voll, man kann gar nicht anders als mitten durch. Nase zu auf allen Plätzen... es stinkt hier zum Himmel, aber Geier strahlen einfach auch eine Faszination aus und können sehr fotogen sein. Natürlich sind auch hier Ergebnisse ihrer Arbeit zu sehen. 😕




White-backed Vulture | Weißrückengeier












Unser Walkie-Talkie schickt wieder statisches Rauschen in unseren Wagen, wir sind gerade an den Hippo Pools, recht weit hinten im Gebiet. Wir wenden den Wagen und fahren über den oberen Weg, zurück bis das Signal besser wird. Die beiden kommen uns entgegen und wir sagen Ihnen, sie sollen nach dem Elefanten Ausschau halten, der am anderen Ufer zwischen Tausenden Zebras steht. Dort treffen wir uns und dann sehen wir den Bushcamper oberhalb des Flusses auf uns zu fahren. Wir parken nebeneinander, begrüßen uns kurz und verabreden uns entlang des Flusses zu fahren, am Ende hat es ein paar offene Flächen, die auch die Gamedrive-Fahrzeuge für Frühstückspausen oder den Sundwoner nutzen. 🙂

Von oben zeigen sich wieder die Zebras und auch der erste Weg die Böschung runter steht schon wieder voller Zebras, soweit die Augen reichen, an beiden Ufern stehen sie.








... hilft nix, da kommen wir jetzt runter. Martin übernimmt die Führung, er ist da recht konsequent. Vorsichtig aber bestimmt... so wissen die Zebras auch direkt was los ist. Es ist aber auch so, man kann auch im langsamsten Schleichgang der Welt nur mit Viertelradumdrehungen sich voran tasten, aber irgendwann rennen die ja doch weg. 😐 😣





Wir zockeln am Fluss entlang, wenden und stellen uns an eine freie Fläche am Ufer. Die Zebras begrüßen uns schon, eine kleine Herde beäugt uns aus sicherer Entfernung und wir begrüßen uns erstmal ausgiebig. Erste Geschichten müssen ausgetauscht werden und jetzt wird auch schnell klar, was denn eigentlich los war und wir hören von ihrer kaputten Batterie und warum sie gestern einfach zu spät erst im Camp angekommen sind. Da wird uns so einiges klar jetzt.




Die Zebras haben sich an uns gewöhnt, aber weichen müssen sie über kurz oder lang dann doch. Während wir hier stehen, taucht ein Elefant hinter den Zebras auf... dann ein zweiter und dann noch ein Dritter. 🤩

Was für ein Timing. Martin und Claudia sind wie erschlagen, dass gibt es doch nicht und auch wir sind hin und weg. Haben wir doch bisher nur weit weg und nicht in schön Elefanten beobachten können. Das wurde aber auch Zeit und einen besseren Zeitpunkt hätten sie sich nicht aussuchen können. Die Stimmung ist jetzt richtig wundervoll, ein ganz besonderes Erlebnis für uns alle.



















Nicht schon wieder... jetzt hauen die beiden wieder so viele Elefantenbilder raus! 😛

Nein nein... macht euch keine Sorgen. Die Elefanten gehen am Ufer ein Stück auf uns zu, trinken ein paar Rüssel voll Wasser und dann bewegen sie sich in den Fluss um zu fressen. Das kennt man ja, davon braucht man kein Foto... sondern ganz viele!!!

Auch nach ein paar Jahren Afrika, wir können einfach keine Elefantenbilder aussortieren. 😗

Da müsst ihr durch, aber eigentlich sollte jeder wissen mittlerweile, was ihn erwartet. 😄



















Die drei tummeln sich im Wasser und bieten uns eine Show. Sie rücken beständig näher und bewegen sich gemächlich und bedächtig durch das Wasser, schlagen sich den Wanst voll... genau so sehen glückliche Dickhäuter aus. 😎




















So jetzt reicht es aber auch langsam mal. Schließlich gibt es auch noch andere Tiere hier... auf dem ersten Bild mit dem einzelnen Elefanten sieht man ihn schon und anders als die Zebras, die mittlerweile das Feld geräumt haben, hält der Reiher die Stellung.

Yellow-billed Egret - Mittelreiher



Ach was solls... ein paar könnt ihr noch vertragen. 🤪














Alles hat irgendwann ein Ende und die Elefanten verlassen das Wasser, stauben sich noch einmal kurz ein und ziehen dann in Richtung der Büsche von dannen. Macht es gut und danke für die schöne Zeit.





Vor ein paar Monaten hatten wir uns das erste und bis zu diesem Zeitpunkt einzige Mal getroffen und mit den

"Wir sehen uns am Boteti!"

verabschiedet. Besser hätte unser Fluss des Herzens nicht abliefern können! 🤩


to be continued...


Gruß,
Robin
Teil 1607. März 2022
Full House am Fluss

Wir verabschieden uns von Martin und Claudia und fahren noch einmal zurück ins Camp. Die beiden drehen die Runde noch etwas länger. Wir verabreden uns auf den nächsten morgen um 10 Uhr und fahren dann zusammen zu den Baines Baobabs und unserer ersten gemeinsamen Campsite.

Es geht hoch über den Fluss mit gewohntem Blick...



... und dann wieder runter ans Ufer. Jedes Mal kann man eine neue Sichtung auf die Liste schreiben. Ein kleiner Wasservogel fällt mir auf und weckt meine Aufmerksamkeit. Ich hoffe mal ich liege richtig und es handelte sich um einen Zwergtaucher. Auch ein Kaptäubchen lässt sich noch ganz hübsch ablichten, auf die Idee, die "Ratten der Lüfte" in unseren Gefilden hier rund um Köln abzulichten würde ich auch nie kommen! 😛

Wir folgen wieder den Pfaden bis wir beim toten Elefanten ankommen. Die Geier sitzen direkt im Baum daneben, auch links am Strand haben sich schon gut ein Dutzend Geier versammelt. Aus einem, sich uns nicht erschließenden, Grund, geht keiner der Geier an den Kadaver. Sie sitzen nur in der Nähe, auch als wir später noch einmal losfahren ist es dasselbe Bild. Keiner nähert sich dem Kadaver??! 🤨


Little Grebe | Zwergtaucher






Namaqua Dove | Kaptäubchen






Zurück im Camp wird gerade eine Stadt neu errichtet! 🙄 😣

Sage und schreibe 11 Fahrzeuge, teils mit Hänger sind gerade mit aufbauen beschäftigt und belegen quasi den gesamten Platz. Na hier ist was los. In der Mitte der Campsites wird eine Art zentraler Braii-Platz angelegt mit einem großen Grill und ein paar Stühlen drumherum. Wir schlendern mal rüber zum recht offensichtlichen Häuptling der Truppe.



Es handelt sich um eine 10-tägige Tour, geführtes Campen in Botswana für Neulinge. VERDAMMT!!!, das war doch unsere Geschäftsidee. 😄

Der Führer der Truppe macht das aber auch nicht, weil er davon reich wird, eher als Passion. Er betreibt eine Firma, ich glaube irgendwas im Bausektor, in Südafrika und organisiert einmal im Jahr eine solche Tour nebenbei als Freizeitprojekt. Wir tauschen uns etwas aus, dass wir aus Deutschland kommen und wo es noch hingeht etc., das übliche, wenn man sich trifft.

Er hat auf jeden Fall alle Hände voll zu tun und ständig kommt irgendwer mit Fragen auf ihn zu, da stören wir auch lieber nicht länger, das Chaos scheint Programm zu haben, aber da lassen wir uns lieber nicht mit reinziehen... wir fahren besser wieder los. Irgendwie vermuten wir, dass das heute Abend noch laut genug wird. 😏

Gegen 16:30 Uhr fahren wir wieder aus dem Camp. Unsere neuen Nachbarn sind auch fertig und wir stecken etwas im "Stau" hinter ihnen fest. Das erste Stück ist immer eine tiefsandige Piste durch das Hinterland, auf der man fürchterlich schaukelt und vor uns wird dem begegnet, in dem man im Standgas über die Schlaglöcher schleicht. Ich bin etwas genervt... Mara ist das ganz lieb, weil ich meist zu schnell unterwegs bin auf solchen Strecken für ihren Geschmack und Magen. 😗

Am View Point biegt die Kolonne ab, das ist unsere Chance und so können wir die Führung übernehmen und sind als erste wieder unten am Fluss. Bevor es aber wieder runter geht, bekommen wir endlich einen Schreiseeadler in guter Nähe vor die Linse und ein Hippo zieht eine Show ab, dass wir uns an das Spiel "Kroko-Doc" erinnert fühlen, warum hat man dafür eigentlich ein Krokodil genommen, Maul aufreißen kann keiner so gut wie ein Hippo!

African Fish Eagle | Schreiseeadler



(achja... das ist wieder animiert, also ist etwas Geduld gefragt)



Wir zockeln am Ufer entlang und genießen die langsam immer schöner werdende Lichtstimmung.


Wattled Starling | Lappenstar






Grey Go Away Bird | Grauer Lärmvogel



African Jacana | Blaustirn-Blatthühnchen



Wir suchen uns eine schöne Stelle mit Blick über eine der Flusskehren. Zebras kommen an dieser Stelle wie an der Schnur gezogen die Böschung herunter, trinken noch einen Schluck und verschwinden dann im Hinterland in den Mopane Büschen. Wir zücken unseren Sundowner und genießen einfach die Aussicht und wunderbare Ruhe der Gegend.








Die Sonne schickt ihre letzten Strahlen über die Baumwipfel, es wird also auch Zeit für uns. Das ist das schöne, wenn man auf dieser Seite bleibt, man kann bis zum letzten Sonnenstrahl am Wasser stehen.








Auf dem Weg zurück liegt das verletzte Zebra am Wegrand. Immer wieder hält ein Zebra an und steckt seinen Kopf runter. Es sieht aus als nähmen die anderen Zebras Anteil oder wollten Trost spenden. Die Szene ist herzzereißend, auch wenn es grausam klingt, wir hatten gehofft, es würde die Nacht nicht überleben... es quält sich nur noch.




Ein letzter Blick, ein letzter Eli... er trottet gemächlich entlang des Flußufers und zeigt sich nur noch als weiterer Kandidat für die Serie "Afrika von Hinte(r)n"




Zurück im Camp herrscht geschäftiges Treiben bei der großen Safaritruppe. Es lodert ein großes Feuer und nach und nach sammeln sich alle. Anders als erwartet, wird aber nicht zusammen gegrillt, sondern jeder hat seine eigenen Lebensmittel und kann am großen Feuer, bzw. dem dort stehenden Grill auch seine Sachen zubereiten. Es entzünden sich aber auch einige kleinere Feuer und entgegen unserer Befürchtung entsteht keine laute Partystimmung, sondern ein ruhiges Miteinander oder private Zweisamkeit. 🙂

Es ist wieder windig, aber wir haben unsere Feuertechnik verfeinert und arbeiten mit dem Wind und nicht dagegen an. Das sieht dann so aus, dass aus Windrichtung kommend die erste Kohle entsteht, dort kann gegrillt werden und dahinter brennt das Feuer hoch.

Zwei neue Scheite bilden die Seiten und keilen die Glut ein und dienen als Auflage für den Grillrost. Ein bisschen stolz sind wir auf diese Konstruktion schon. 😄





Zwei Schatten lösen sich aus der Zeltstadt und kommen zu uns ans Feuer. Es gibt einen netten Plausch, die beiden können deutsch, der Reiseleiter hatte ihnen erzählt, dass wir aus Deutschland kommen. Sie kommen aus Südafrika, aber ihre Vorfahren waren Deutsche aus Namibia. Sie hat auch zehn Monate lang in Köln gelebt und ist in Südafrika auf eine deutschsprachige Schule gegangen.

man versteht sich also prächtig und wir unterhalten uns eine Weile, bis es für uns wie auch die beiden Zeit wird, sich ums Abendessen zu kümmern. Oryx kommt auf den Grill, dazu Couscous vom Vortag als Beilage und wir probieren mal aus, Butternut zu grillen. Ohen alles... einfach nur in Taler geschnitten und auf den Grill gelegt. Mmmhhhh... ein Gedicht!...

Eine feine Note von verbranntem Gemüse, garniert mit faserigem Biss, der steinhart ausfällt und als nichts anderes besser zu beschreiben wäre als: Roh und verbrannt! 😣 😏

Na gut, das geht besser. Wir einigen uns darauf, dass es einen neuen Versuch geben wird. Dann aber in Alufolie eingeschlagen mit etwas Öl und Salz und dann auf den Grill. Gesagt, getan... das werden wir die nächsten Tage ausprobieren.

Wie immer wird es spät, wir schreiben ein paar Zeilen in unser Tagebuch, lassen die letzten Scheite runterbrennen und verziehen uns ins Dachzelt. Im Camp bleibt es angenehm ruhig, ich meine sogar, dass eher wir beiden so mit die Letzten waren, die ihr Feuer verlassen.





Morgen geht es dann so richtig zu viert weiter, wir freuen uns drauf. 🙂


Gruß,
Robin
Teil 1720. März 2022
Ein Bierchen am Morgen...

... können wir aktuell noch nicht besorgen. Wir haben ja keins, aber Martin und Claudia wollten drüben den Kühlschrank leerkaufen. Ich hoffe schon. 🤪

Was tatsächlich blöd ist, es gibt auch keinen Kaffee für euch, wir starten ja wieder direkt. Aber das wird nächstes Mal besser. Wir haben schon einen Plan. Wir haben eine Thermoflasche die locker 12-24 Stunden heiß hält und eine so große Öffnung hat, dass wir schon am Vorabend den Kaffee kochen können. Da freuen wir uns schon total drauf. Kaffee auf dem ersten Gamedrive des Tages. Warum sind wir da nicht früher drauf gekommen...

... so muss es heute wieder einfach so losgehen. Gestern waren wir so ziemlich die Letzten, heute sind wir die ersten die wach sind. Diese Schnarchnasen um uns herum hier. Unglaublich.




Unsere Mitfahrer kommen erst später rüber, also schauen wir noch schnell einmal am Fluss vorbei. 6:45 Uhr geht es los, das ist unsere neue Bestzeit! 😎

Interessierte Augenpaare verfolgen unseren frühen Start, auch wenn ich nicht glaube, dass dieses Gnu uns wirklich gesehen hat. Gefühlt standen wir im toten Winkel. 😄




An der Stelle mit den Elefantenknochen, bei der es so wie verbrannter Boden aussieht (weiß jemand ob das einfach durch Verwesung kommen kann), picken mehrere Perlhühner im Boden rum. Da wir diesen Gedanken der Verwesung im Kopf haben, ist das ein irgendwie unapetitliches Bild.


Helmeted Guineafowl | Helmperlhuhn



Unten am Fluss angekommen begrüßt uns erst dieses ungleiche Paar, die aber wohl nichts miteinander zu tun haben wollen oder es gab wohl Streit auf dem Baum. Zumindest die Riedscharbe würdigt den Darter keines Blickes. 😛




Ein Stück weiter kommen wir wieder bei dem toten Elefanten vorbei. Wir riechen es schon, bevor wir ihn sehen und über Nacht scheint der richtige Geier vorbeigekommen zu sein und hat die dicke Haut des Elefanten geöffnet. Es gibt keine Zurückhaltung mehr, überall sind Geier und Belagern den Kadaver. Es ist ein richtiges Gezeter und man neidet sich die besten Plätze oder kämpft um die besten "Leckerbissen"... naja, aus Geiersicht eben. 🤢

Auf jeden Fall ist es ein faszinierendes Schauspiel und wir brauchen eine zeitlang uns davon losreißen zu können.

White-backed Vulture | Weißrückengeier









Etwas weniger blutig, aber ebenso fedrig geht es auf dem weiteren Weg zu. Vieles mit 4 Hufen ist noch nicht unterwegs, in erster Linie ist es ein kleiner, feiner Birding-Drive. Dafür ist dieses Flussgebiet wirklich bestens geeignet.


African Jacana | Blaustirn-Blatthühnchen



Common Redshank | Rotschenkel Black-Winged Stilt | Stelzenläufer (juvenil) danke Ingrid 🙂



Little Stint | Zwergstrandläufer, ist das richtig?



Juvenil?



Wir tuckern bis zum Ende des Weges untenrum am Fluss und dann wieder zurück, es soll nur eine kurze Runde sein, wir haben uns verabredet gegen 9 Uhr das Walkie Talkie anzumachen. Die üblichen verdächtigen vertreiben uns die Zeit und tummeln sich in schönem Licht im oder am Wasser und den Bäumen oder Ästen am Strand.

Red-billed Hornbill | Rotschnabeltoko



Meves Starling | Mevesglanzstar



Yellow-billed Stork | Nimmersatt



Nochmal die Frage... warum ist das nicht mehr der Nationalvogel Botswanas? 🤨
Der ist doch sooooo schön!!!


Lilac-breasted Roller | Gabelracke



Quelea | Blutschnabelweber danke Friederike 🙂



Bevor es zurück zum Camp geht, kommen wir noch einmal beim Elefanten vorbei. Es sind nochmal mehr Geier vor Ort, eine solche Masse belagert den Kadaver, dass man teilweise nur noch Federn sieht. Wirklich Wahnsinn... anbei noch ein paar Bilder und dann auch mal Bewegtbild von dieser mehr als beeindruckenden Sichtung.







Draufklicken um zum Video zum kommen...



Auf dem Rückweg zum Camp kommt uns die Südafrikanische Truppe entgegen. Sechs Autos in Reihe, wir fahren von der PAD runter und lassen sie alle passieren. Es gibt freundliches Winken und Kopfnicken zurück. Im letzten Auto sitzen zwei bärtige, sehr gut gelaunte Männer auf der Rückbank... von den beiden gibt es weder das eine, noch das andere. Zwischen ihnen ist eine große Kühlbox auf dem Rücksitz und uns wird überschwänglich zugeprostet. 😕

8:44 Uhr und die erste Kanne ist schon am Hals. Respekt, geht also doch! 😗 😄


Zurück im Camp gibt es wieder ein Frühstück im Windschatten des Autos. Müsli und Knäckebrot mit Nutella... Mara kennt das nicht, ich kann es kaum fassen. Dabei ist doch Nutella auf Knäckebrot wie leckere Schokokekse essen. Richtig lecker. 🤩

Jetzt wo sie das kennt, gibt es das öfter im Urlaub. Wieder jemand überzeugt, aber irgendwas haben wir vergessen? 😐

Achja... um 9 Uhr das Walkie Talkie anmachen. Es ist schon 9:35 Uhr und kaum angemacht knackt die Verbindung, noch ist nichts zu hören. Also schnell duschen, zusammenpacken und fertig werden. Das klappt natürlich nicht. Ich stehe unter der Dusche als die beiden ankommen und Mara ist beim Abwasch. 😣

Jetzt aber fix aufrödeln. Und wieder ein Learning für den nächsten Urlaub mitnehmen. Arbeitshandschuhe sind je total sinnvoll. Während ich mir Splitter in die Hände vom Brennholz jage, packt Martin ein paar Handschuhe aus. Was für eine fantastische Idee! 🤪 😄


Dafür kann man Mara mit ihrem Kaffeefilter punkten. Frisch gebrühter Kaffee ohne viel Aufwand. Kaum zusammen unterwegs, da tauscht man seine guten Ideen aus. Claudia ist übrigens unsere sehr ambitionierte, "immer mal draufhalten und vieles dokumentieren" Fotografin. Da wir da immer zu faul zu sind, profitieren wir ab jetzt auch von diversen Fotos von ihr. 🙂


Bild von Claudia


Gruß,
Robin
Teil 1831. März 2022
Bewegende Bilder vom Boteti

Alles ist gepackt... es geht ein letztes Mal runter an den Fluss in diesem Jahr. Ein wenig Wehmut ist dabei, die Zeit hier war mal wieder wunderschön, aber es ist ja nicht so, als ob es nichts zum drauf freuen gäbe.

Endlich zusammen und dann direkt zum nächsten Sehnsuchtsort in Botswana, den Baines Baobabs. Wobei es uns da eher um das drumherum geht, nicht direkt um die Bäume selber. Wir sind immer wahnsinnig fasziniert von der riesigen Salzpfannen.

Aber eins nach dem anderen. Die Route geht erstmal durch bekanntes Gebiet.


>> Detailansicht findet sich hier <<

Wir halten erstmal wieder am Viewpoint. Am Fluss sind Zebras unterwegs, Knochen liegen auch hier überall rum. Ein Bee-Eater spielt "Hasch mich" mit uns, ich erwische ihn zwar, aber durch die Kompression der Linse und die Zebras di soweit dahinter am Fluss stehen, sieht das Bild aus, wie in Photoshop zusammen gesetzt. 😏 😵








Swallow-tailed Bee-eater | Schwalbenschwanzspint



Als wir am Fluss ankommen sind die Geier bei ihrem schmutzigen Handwerk... MOMENT MAL!

Ich hab' da vorne eine Lanze brechen hören. Nachdem ich gestern ein wenig recherchiert habe zum Thema Geier muss ich einiges revidieren. Zum ersten mal sind das schon arg faszinierende und fotogene Tiere. Zum anderen ist mir zwar klar gewesen, dass Geier ja eigentlich nur das Aas wegschaffen und dementsprechend einen wichtigen Job machen, aber ein paar Details wusste ich nicht.

Die Magensäure von Geiern ist so stark, dass sie nicht nur das Gammelfleisch verarbeitet, sondern auch ein halbes Dutzend extrem gefährlicher Krankheiten, die ansonsten für die übrige Tierwelt sehr gefährlich werden könnte, z.B. die Schweinepest oder Anthrax Bakterien. 🙄 😎

Geier sind also ganz schon toll und man muss da ausnahmslos sagen, dass die toll sin... MOMENT MAL!

Geier pinkeln sich auf die eigenen Beine um sie zu desinfizieren, nachdem sie in Kadavern rumgelaufen sind und auch einfach mal so, um sich Abkühlung zu verschaffen. 🤢 Desweiteren göbeln die ihren Mageninhalt aus, wenn sie in Bedrängnis geraten, um schneller starten zu können... man hat aber mittlerweile bewiesen, dass sie dabei nicht speziell auf ihre Angreifer zielen und sie angöbeln... na immerhin. 😄


White-backed Vulture | Weißrückengeier


Ganz so viele sind nicht mehr vor Ort wie am Morgen. Anscheinend haben sich die meisten erstmal sattgefressen. Denn wusstet ihr schon, dass Geier sich so vollstopfen, wie es irgendwie geht und sie so gerade eben noch völlig lethargisch einen Rastplatz erreichen um im Fressdelirium zu verharren. Mensch, hier lernt man noch was! 😗





Lappet-faced Vulture | Ohrengeier



Das große Fressen geht am Ufer weiter, wenn auch in kleinerem Ausmaß. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass der Karminspint eine dieser fetten weiß-schwarzen Bienen/Hornissen? erwischt hatte. Ich dachte nur der streckt die Flügel.


Carmine Bee-eater | Karminspint



Jetzt wundert euch nicht, aber das wird nur ein kurzes Kapitel. Wir biegen recht zeitig auf die Böschung ab, schauen ein letztes Mal auf den Boteti und werden von einem seiner gewöhnlichsten Bewohner verabschiedet.





Bevor es hier morgen weitergeht und wir über sandige Pisten gen Norden rumpeln, wird es Zeit für den Abschluss des Kapitels Boteti. Mara hat sich wieder einmal durch die vielen Clips geklickt und ein Video zusammengstellt, dass euch hoffentlich in Verbindung mit dem geschriebenen Wort ein paar "bewegende" Eindrücke vom Boteti gibt.

Sei es als Sehnsuchtsschub, für die, die schon da waren oder als Anregung, für die, die diese schöne Gegend bislang nicht auf dem Safari-Radar hatten. 🙂


>> Auf das Bild klicken bringt euch zum Video <<


Fazit: Khumaga Campsite
Die Campsites liegen eher um einen zentralen Platz recht dicht beieinander, aber das hat uns nicht gestört. Die Anlage war mit Abstand die gepflegteste der Reise, das Personal so aufmerksam, mit Welcome Matten und automatischen Seifenspendern in den Ablutions. Haben wir so noch nicht gesehen, alle Daumen hoch dafür. Die Lage auf dieser Seite des Flusses birgt den riesigen Vorteil, dass man direkt morgens und spät Abends an den Fluss kann. Satte 4 von 5 Sternen und wir wollen nicht nur, wir werden wiederkommen. Ist schon gebucht. 😎


Morgen gehts dann richtig weiter...


Gruß,
Robin & Mara
Teil 1901. Apr. 2022
1.. 2.. 3.. es geht wieder los!

Kaum sind wir weg vom Boteti geht es geradewegs in den Norden, mitten durch dichtes Buschland. Zu sehen gibt es nicht mehr viel, außer diese tiefsandige Piste, die gepaart mit tiefen Löchern ordentlich ausgefahren ist und unsere Reisepartner hörbar noch mehr durchschüttelt als uns. Im Walkie Talkie hören wir so manchen Kommentar dazu, dass diese Piste grausig ist und wie wir denn so schnell unterwegs sein könnten? 🤨

Wir einigen uns auf den kürzeren Radstand, das geringere Gewicht und das der Hilux nicht so eine hecklastige Gewichtsverteilug hat. Dadurch lässte er sich wohl weniger aufschaukeln... so weit die Theorie, aber ob das auch nur halbwegs nah an der Realität ist, davon haben wir keine Ahnung.

Wir beschließen auf jeden Fall, dass wir uns das mal aus der Nachfahrer-Perspektive anschauen müssen. Ich finde zwar, dass die Kamera das Spektakel nicht ganz so gut rüberbringt, aber wir haben schon gut was zu lachen gehabt, wie Martin und Claudia da vor uns am rauf und runter springen waren. 😛


>> Klick auf's Bild zum Video <<


Nach einer Weile übernehmen wir wieder die Führung, wir haben noch etwas vor. 😉

Auf dem Weg liegt das Wasserloch, an dem wir 2018 mit unserer Elefantenzählung angefangen haben und wir hoffen natürlich darauf, dass wir auch dieses Mal Elefanten dort finden. Man sieht das Wasserloch vom Weg aus nicht, nur ein Solarpaneel im Busch lässt erkennen, wo man vom Weg, in einen kleinen Pfad abbiegen muss, der mitten in die Büsche führt.

Ein Gamedrive-Fahrzeug kommt uns entgegen. Wir fahren beide die Böschung hoch und lassen ihn passieren. Ich versichere mich beim Guide, ob am Wasserloch auch wirklich Elefanten stehen... wir sagen aber natürlich nix, wollen wir doch die beiden damit überraschen. 🙂

Wir sehen die Solaranlage, rechts des Weges und biegen in den kleinen Pfad ab. Der Ausrichter unserer 12er Truppe aus Khumaga steht hier schon, ebenso sind schon einige Elefanten im Wasserloch. Wir rangieren uns so zurecht, dass wir alle einen guten Blick auf's Wasser und die Elefanten haben und im Walkie Talkie hören wir: "Woher habt ihr das denn gewusst???" 🙄

Aus den Fenstern ragen die Kameras, es bietet sich ein Schauspiel, denn wie schon 2018, kommen nach und nach immer mehr Elefanten am Wasserloch an. Aus allen Richtungen versammeln sie sich hier Mittags am Wasser.
(wenn ihr denkt, ich lasse mir die Chance entgehen, richtig viele Elfeantenbilder hier reinzustellen, wenn sich die Chance mal bietet, dann liegt ihr falsch!) 🤪 😄

















Kaum verschwinden die ersten Elefanten im Buschland, da tauchen die nächsten auch schon wieder auf und dann wird im Wasser losgeplanscht...














Und wenn man schon mal im Wassser steht, dann kann man sich natürlich auch das Wellnessprogramm mit einer ordentlichen Schlammpackung nicht entgehen lassen. Mara hat auch das per Video eingefangen, einfach schön, dass wir diesmal auch so viel Bewegtbild mal haben. 😎


>> Klick auf's Bild zum Video <<




















Wir könnten hier ewig stehen und das tun wir gefühlt auch. Es ist einfach nie langweilig und immer wieder aufregend, wenn plötzlich hinter den Autos Elefanten auftauchen und sich ihren Weg zum Wasser suchen... wir haben unsere Plätze gut gewählt uns stehen niemandem im Weg. So dürfen wir friedlich beobachten und werden geduldet. Kein Antröten oder Ohrenschütteln, so mögen wir das. 🙂























Eine Sache können wir sehr schlecht und eine Sache können wir sehr gut... das werden unsere Reisepartner auch noch merken.

Nur schlecht können wir uns von Elefantensichtungen trennen.

Sehr gut können wir Elefanten finden, manchmal auch zu viele. (aber das hat noch ein paar Tage Zeit) 😗 😉


Dennoch müssen wir irgendwann weiter, ein letzter Blick auf das immer noch gut gefüllte Wasserloch und die sich speigelnden Dickhäuter und dann geht es weiter in Richtung Gate.









Nach so vielen Elefantenbildern sollte natürlich klar sein, dass wir diesen Punkt nutzen wollen, um unsere Zählung wieder aufzunehmen, an dem Ort, wo wir damals die Idee zum ersten Mal hatten. Schließlich haben wir ja einen "wissenschaftlichen Auftrag" und dem müssen wir möglichst gewissenhaft nachkommen. 😄


(nicht wundern... zu den 28 hier am Wasserloch, kommen noch zehn dazu, die wir schon am Boteti gesehen haben ;))


Mal ne kurze Pause zum verrüsseln, äh verschnaufen...


Gruß,
Robin
Teil 2002. Apr. 2022
Unendlichkeit unter'm Sternendach

Wir verlassen die Makgadikgadi Pans, biegen auf die A3 ab und stehen flugs schon am nächsten Gate. Wenn euch die Strecke Gate zu Gate interessiert, sagt Bescheid... wir haben vergessen die GoPro auszumachen und einfach mal 40 Minuten langweiligstes Videomaterial zu bieten. 😣





Am Gate zur Nxai Pan angekommen melden wir uns an und erfahren, dass wir alleine bei den Baines sind heute und die freie Wahl der Campsite haben. Wie schön, damit steht zumindest schonmal fest, dass wir uns erstmal orientieren und die Campsites anfahren um zu entscheiden, wo es uns am besten gefällt.





Ich lasse gerade Luft aus den Reifen, als Martin oder Claudia, ich weiß es nicht mehr genau sagt:

"Da war gerade eine Eule, die ist hier vorne am Gate vorbeigeflogen."


Wir begeben uns auf die Pirsch, sehen sie kurz und dann ist sie auch schon wieder weg. Also weiter geht's... wieder durch's Gate und in die andere Richtung. Manch Angestellter dort schaut uns eher verwundert nach. Das ist uns egal, hier ist irgendwo eine Eule unterwegs. Dann entdecken wir sie wieder... weit weg hinter dem Zaun, hat sie sich unter das Dach eines Unterstands gesetzt.

Besser ging es nicht, aber immerhin, eine Erstsichtung für uns. 🙂

Barn Owl | Schleiereule



Wieder einmal rät' man uns vom direkten Weg am Gate ab, diesmal halten wir uns dran und nehmen die direkte Route gen Norden. Der andere Weg soll extrem tiefsandig sein, mit besten Chancen sich festzufahren. Wir glauben das gerne, denn auch der einfachere Weg ist schon eine ziemlich ruppige, tiefsandige und teils wellblechige Strecke. Wir kommen aber trotzdem gut durch, so abseits des Parks sieht man aber irgendwas zwischen sehr wenig und nix... ein einzelner Laufvogel steht kurz still und verschwindet dann im Busch. Schon bald sehen wir den ersehnten Abzweig in Richtung Baines.


Northern Black Korhaan | Weißflügeltrappe






Kurz nach dem Abzweig folgt auch schon der nächste Hinweis zur Strecke. 14km sind es ab hier, bis zu den Baobabs zwitschert uns ein Vögelchen... 🤪





Apropros Vögelchen... wir probieren unsere Adleraugen aus und versuchen links und rechts des Weges ein paar gefiederte Freunde zu finden und funken immer unsere, zugegeben recht spärlichen, Sichtungen an Martin und Claudia. Die Piste geht speziell am Anfang durch dichte Dornenbüsche und ist teils sehr ruppig, da kommt man nicht gut voran, aber so hat man aber etwas Zeit sich mal die Blüten anzuschauen und ich versuche mich diese in Szene zu setzen. Mischen wir mal zwischen die Tiere ein paar botanische Aufnahmen... ich übe noch, aber wenn ihr wisst was das ist, dann freue ich mich auch hier über jede Bestimmung. 😉





Ant-eating Chat | Termitenschmätzer






Ostrich | Strauß



Dann sehen wir ein Nest und bei genauerem Hinsehen guckt da doch was raus. 🤩
Unheimlich weit weg, wir sehen in der Nähe einen Greif kreisen und hatten schon gedacht, es könnte sich um ein Elterntier handeln, aber bei genauerer Betrachtung, passt der Greif nicht zu diesem Geiernest, denn ein Geier schaut etwas verstohlen zu uns rüber.








Steenbok | Steinböckchen






Wir kommen raus aus den Büschen und rein in ein Gräsermeer. Schon von weitem kann man die Baines sehen und sie ragen aus der Landschaft heraus. Wir fahren raus auf die Salzpfanne und parken die Fahrzeuge um uns die Baobabs genauer anzuschauen. Sie sind schon beeindruckend, man kommt sich winzig vor im Schatten dieser imposanten Bäume.





Was Claudia wohl in dem Moment gerade denkt? 🙂






Hier steht Martin im Bild, so dass man die Dimension und Größe dieser Bäume besser einschätzen kann. Da mittig, das ist er, der kleine Kerl da. 😛



Gegenüber der Baines ist die Campsite #1, mit Blick zurück auf die Baumgruppe. Die schauen wir uns als erstes kurz an, natürlich nicht ohne noch ein erstes Gruppenbild für die Erinnerung zu machen. Nachdem wir die Campsite inspiziert haben, fahren wir noch einmal raus auf die Pfannen und in Richtung der anderen Campsites.








Diese Gegend hier hat wirklich etwas magisches. Am Rande der Pfannen stehen vereinzelt mächtige Baobabs, die hier schon standen, als das Gebiet noch ein riesiges Binnenmeer war. Früher standen diese Bäume am Strand... man fragt sich, was sie wohl schon alles gesehen haben. Den Kontrast bildet die weite und leere Pfanne. Dieser Anblick fasziniert uns fast noch mehr, man kann das Ende nie erahnen, weil alleine durch die Hitzschlieren in der Luft, die Pfannen unendlich scheinen.





Wir folgen den Spuren in Richtung der Campsite #2, die passenderweise von zwei Baobabs eingerahmt wird. Hier haben wir 2018 unser Nachtlager errichtet. Es ist schon spät und da wir wissen, dass die #3 weniger attraktiv ist, stellt sich die Frage ob es für unser Nachtlager 1 oder 2 wird. So recht entscheiden mag sich keiner, also plädiert Mara für die #1 mit Blick auf die Baines. Auch Claudia hat diese Tendenz und so ist dann doch schnell beschlossen, dass wir dort unsere erste Nacht zu viert verbringen werden.


Campsite #2



Eine gute Entscheidung, so fahren wir nochmal auf die Pfannen raus ins Abendlicht. 😎


Spuren menschgemacht


Spuren tiergemacht



Anbei auch wieder ein kleiner Mitschnitt vom Gebiet der Salzpfannen. 🙂


>> Ihr kennt das jetzt ja... klick auf's Bild zum Video <<


Auf der Campsite angekommen wird aufgecampt, also Zelte aufrichten und als erstes noch schnell den Sundowner einschütten, anstoßen und dann zum Gruppenbild vor den Baines im besten Abendlicht postieren.





Ich kümmere mich schon mal ums Feuer. Nach und nach wird die Eimerdusche genutzt. Claudia verzichtet heute Abend auf diese Erfahrung und geht ihrem liebsten Nebenjob nach, Fotos machen vom drumherum, so gibt es auch mal Fotos von mir beim Holzscheite schichten. 🙂


Foto von M&C



Foto von M&C


Nachdem das Feuer brennt, nutze ich das letzte Licht mit langer Brennweite um die Baumgruppe auf der anderen Seite der Pfanne auch noch einmal in was größer auf den Sensor zu bannen.





Als es schon dunkel ist, schnappe ich mir auch eine unserer Camplampen und nutze die Dusche. Es ist immer noch so schön warm, dass eine kalte Dusche gut tut. Wir stellen eh' fest, dass es Abends noch sehr lange warm bleibt, aber morgens dann doch arg kühl ist.

Zwischenzeitlich wird schon am Abendessen gewerkelt. Wir schmeißen alle zusammen und es gibt ein 5* Mahl.

- Frischer Kartoffelsalat
- Ratatouille
- dazu gegrillter Springbock
- Gin-Tonic

Und Martin öffnet die Schatztruhe und stellt 8 eiskalt runtergekühlte Dosen Gerstensaft, die er Mish im Boteti Rivercamp abquatschen konnte zur Verfügung. "This must be heaven, this must be heaven for only the four of us" kommt mir in den Sinn.




Endlich haben wir mal richtig Zeit uns über unsere jeweils ersten Tage auszutauschen und genießen einen schönen Abend am Feuer, der schon bald von bierseeliger und satter Bettschwere beendet wird. Alle sind müde und wollen ins Bett. Ich möchte noch einmal auf die Pfanne raus und schauen ob ich ein paar Sternenbilder machen kann, aber keiner möchte mehr mit. Stattdessen werden die Zahnbürsten rausgekramt, während ich mein Stativ schultere und raus auf die Pfanne marschiere.

Durch den weißen Untergrund und den schon aufgegangenen Mond ist es so hell, dass man, sobald man auf der Pfanne steht sehr gut sehen kann. Ich richte die Kamera mit dem Weitwinkel grob aus, stelle die Fokusdistanz auf das, was ich für Unendlich halte ein und mache ein Testbild. Die 20 Sekunden mache ich die Taschenlampe aus und gewinne erst jetzt meine Nachtsicht zurück.

Bevor ich mir die Testaufnahme auch nur anschauen kann bin ich geplättet. Jetzt spätestens ist klar, dass die Campsite #1 ein Jackpot ist. Durch die direkte Lage an der Pfanne, kann man hier eben auch gut rausgehen in die Dunkelheit. Was sich über mir erstreckt ist gigantisch. So einen klaren Sternenhimmel habe ich selbst 2017 in Namibia nie gesehen.

Ich stapfe zurück ins Camp: "Jetzt muss ich mal ein Machtwort sprechen. Ihr nehmt euer Stativ und ne Kamera mit oder kommt zumindest mit raus auf die Pfanne. Das werdet ihr sonst bereuen!" 😮 😄

Der Vehemenz folgt dann doch jeder und nachdem die Taschenlampen aus sind und man sich an die Dunkelheit gewohnt hat, können wir alle zusammen noch eine Weile staunen und uns kaum sattsehen. Das Band der Milchstraße leuchtet direkt über uns und man kann gefühlt mit bloßem Auge in die Unendlichkeiten des Weltalls blicken. Es ist wirklich wunderschön! 🤩

Aber seht selbst. 🙂





Gruß,
Robin & Mara

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