CCcccThemenstarter150 Beiträge · seit 201623. Apr. 2021 · #1[edit] Problem gelöst!
Habt Ihr vorbeugend Medikamentöse Malariaprophylaxe für Tana Lake und Südäthiopien gemacht?
Malaria
hohes Risiko im ganzen Land unterhalb von 2500 Metern.
Malaria Tabletten vorbeugend einnehmen.
HAHans-Wolf271 Beiträge · seit 201923. Apr. 2021 · #2Bitte gestehe doch dem Tropeninstitut, welchem auch immer, zu, dass seine Ratschläge von kompetenten und erfahrenen Tropenmedizinern zusammengestellt werden.
Du willst in den Süden Äthiopiens fahren. Bitte mache dir bewusst, dass dort ein hohes Risiko einer Malariainfektion besteht und du im Falle einer Erkrankung dort nicht mit einer angemessenen ärztlichen und pharmazeutischen Versorgung rechnen darfst.
BIBikeAfrica7'275 Beiträge · seit 200623. Apr. 2021 · #3Endlich wieder mal ein Thread über Malaria. Die habe ich ja nach den ganzen Corona-Beiträgen schon vermisst. 😉
Hans-Wolf schrieb:
Du willst in den Süden Äthiopiens fahren. Bitte mache dir bewusst, dass dort ein hohes Risiko einer Malariainfektion besteht und du im Falle einer Erkrankung dort nicht mit einer angemessenen ärztlichen und pharmazeutischen Versorgung rechnen darfst.
Das ist ein wichtiger Punkt, der die Entscheidung beeinflussen sollte. Außerdem ist es in vielen Ländern üblich, dass zwischen Freitagnachmittag und Montagmorgen niemand in ein Krankenhaus aufgenommen wird. Ich war mal mit jemandem auf Radtour, der auf einer späteren Reise am Freitagabend Malariaverdacht hatte und bis Montagmorgen warten musste, bis man ihn überhaupt im Krankenhaus testete. Er hatte tatsächlich Malaria und lag dann anschließend stationär dort. Die Behandlung musste er übrigens vorab in bar bezahlen. Ist gerade kein Bargeld vorhanden, wird es evtl. blöd.
Ich habe in Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung und hohem Risiko Prophylaxe genommen. Ich weiß auch, wie die sog. Heiler und "Ärzte" auf dem Land in Westafrika Malaria behandeln. In Äthiopien wird es vergleichbar sein. 😉
Gruß
Wolfgang
HEHeiVi605 Beiträge · seit 201223. Apr. 2021 · #4Hübsch! 😘
Wenn wir schon - endlich wieder - über Malaria diskutieren, dann kann ich auch etwas dazu beitragen!
Ganz aktuell:
Durchbruch bei Malaria-ImpfstoffIch hoffe, dass die Story von Erfolg gekrönt sein wird!
Braucht man wirklich eine Malariaprophylaxe, also Tabletten einzunehmen, wie im Tropeninstitut empfohlen, bei einer 18 Tage Rundreise für Areas unter 2500 Meter?
Ich möchte Norden und Süden bereisen, unter anderem Tana Lake, National Parks wie Omo, Mago, Chamo Lake etc.
Ja klar. Das mögen andere hier im Forum anders sehen, aber wir hatten vor, für ein halbes Jahr in der Malaria-gefährdeten Zone zu sein, haben das lange mit unserem Tropenmediziner diskutiert und schließlich für ein halbes Jahr Malaria-Prophylaxe mitgenommen. Hat übrigens die gesetzliche Krankenkasse bezahlt, da waren wir auch überrascht.
Bei 18 Tagen gäbe es für mich keine Sekunde des Nachdenkens, vor allem nicht in der Ecke, die Du bereisen willst.
Vor allem ist Malarone recht gut verträglich, gerade bei Kurzzeit-Einnahme.
Grüße,
HeiVi
BIBikeAfrica7'275 Beiträge · seit 200623. Apr. 2021 · #5HeiVi schrieb:
Ganz aktuell: Durchbruch bei Malaria-Impfstoff
Ich hoffe, dass die Story von Erfolg gekrönt sein wird!
Das wäre die erste Impfung gegen Parasiten oder habe ich gerade eine vergessen?
Kinder impft man wohl seit ein paar Jahren schon versuchsweise gegen Malaria, aber so richtig hatte es sich noch nicht durchgesetzt.
Gruß
Wolfgang
CCcccThemenstarter150 Beiträge · seit 201624. Apr. 2021 · #6Weiss nicht, ob bei mir Sinn macht, weil ich normalerweise von den Mücken nicht gestochen werde, es passiert nur in ganz seltenen Fällen. Was mich aber gerne sticht, sind die Tsetse-Fliegen.
Anyway vorher werde mch über die Nebenwirkungen schlau machen.
Ich habe Atovaquone Plus Spirig HC 250 mg bekommen.
Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Atovaquon Plus Spirig HC auftreten:
Sehr häufige Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.
Häufige Nebenwirkungen: Ausschlag, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Schwindel, Fieber, Husten.
Ebenfalls kann Atovaquon Plus Spirig HC zu Veränderungen der Spiegel bestimmter Blutwerte gegenüber den Normalwerten führen. Häufig wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet: Abnahme an roten Blutzellen (Anämie), die Müdigkeit, Kopfschmerzen und Kurzatmigkeit verursachen kann; Abnahme an weissen Blutzellen, niedrige Serum-Natrium-Spiegel, Anstieg der Leberenzymwerte. Falls Sie sich aus irgendeinem Grund einer Blutuntersuchung unterziehen, sollten Sie das medizinische Fachpersonal über die Einnahme von Atovaquon Plus Spirig HC informieren, da dies einen Einfluss auf die Ergebnisse haben könnte.
Gelegentliche Nebenwirkungen: Nesselfieber, Schwellung und Rötung des Mundes, Haarausfall, erhöhte Amylasewerte (Enzyme, die in der Bauchspeicheldrüse produziert werden).
Seltene Nebenwirkungen: Dinge sehen oder hören, die nicht wirklich sind (Halluzinationen/Sinnestäuschungen).
Sonstige Nebenwirkungen: Entzündung der Leber (Hepatitis), Gelbfärbung der Haut oder Augen (Gelbsucht), Entzündungen und Aphten im Mund, Abnahme der Blutplättchen bei Patienten mit einer schweren Nierenfunktionsstörung.
Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich. Beim Auftreten von Atemnot, Enge und Schmerzen in der Brust, einem Anschwellen des Gesichtes, der Lippen, der Augenlider oder der Extremitäten, einem Hautausschlag mit Bläschenbildung, der an kleine Zielscheiben erinnert (dunkler Fleck in der Mitte, umgeben von einem helleren Bereich mit einem dunklen Ring am äusseren Rand, Erythema multiforme), einem ausgedehnten Hautausschlag mit Bläschenbildung und Schälen der Haut, der insbesondere im Bereich von Mund, Nase, Augen und Genitalien auftritt (Stevens-Johnson-Syndrom), Entzündung der Blutgefässe (Vasculitis, welche sich durch rote oder purpurfarbene, erhabene Punkte auf der Haut bemerkbar macht, aber auch andere Körperteile betreffen kann), Hautausschlag und Nesselfieber sollten Sie sofort den Arzt bzw. die Ärztin informieren und nur auf dessen/deren ausdrückliche Anweisung die Einnahme von Atovaquon Plus Spirig HC fortsetzen.
LIlilytrotter4'129 Beiträge · seit 200824. Apr. 2021 · #7Oh,
…da braucht man dann ja nur noch die Nebenwirkungen von Atovaquon und Malaria
gegeneinander abzuwägen…
Manche Fragen gestalten sich auch irgendwie ein kleines bisschen merkwürdig.
EAearlybird711'110 Beiträge · seit 201624. Apr. 2021 · #8Hallo,
Ich habe mich gerade vor ein paar Tagen mit einer deutschen Ärztin(Internistin) in Namibia über Malaria unterhalten. Sie selbst hat viele Jahre in der reisemedizinischen Beratung und beim Gesundheitsamt gearbeitet und ihr Mann wird jetzt für mehrere Monate nach... Ich hab es vergessen... Jedenfalls in ein afrikanisches Land mit hohem Malariarisiko fahren, um dort als Arzt zu arbeiten. Ich fragte sie, was er denn wegen Malaria macht, 8 bis 10 Monate Malarone sind ja nicht so dolle! Sie sagte, er nimmt jetzt Doxycyclin, weil das gut wirken soll und nicht so starke Nebenwirkungen hätte... Ist wohl auf der ganzen Welt zugelassen zur Malariaprophylaxe, nur nicht in Deutschland.
Wäre vielleicht auch eine Möglichkeit...
LG
Tanja
CHchamäleon20112'495 Beiträge · seit 201124. Apr. 2021 · #9Doxycyclin ist ein Antibiotikum und da stellen sich dann immer die Fragen nach Resistenzen, wenn man es ohne vorhandene Erkrankung ohne Not einnimmt. Für einen Arzt, der den Schutz mehrere Monate braucht, sicher eine gute Alternative, aber für ein paar wenige Wochen? Außerdem haben Antibiotika auch Nebenwirkungen und machen lichtempfindlich. Es heisst also, Sonne meiden. Wenn man arbeiten muss, wohll nicht so tragisch, aber im Urlaub...
Ist aber eh alles egal, was wir hier schreiben, denn der Fragesteller hat nach einheitlichen Auskünften den Beipackzettel abgedruckt und betont, dass er sowieso nicht gestochen wird. Er wollte also gar keine Meinungen, die nicht in Richtung "Einnahme unnötig" gehen und uns nur ein wenig beschäftigen. Und wir haben uns ja alle gefreut, dass endlich mal wieder ein Malaria-Thread kam. 🤢
Viele Grüße
Karin
LOloserGast24. Apr. 2021 · #10Das Doxycyclin wurde hier doch auch schon reichlich abgehandelt, die Suchfunktion hilft, PS: ersetzt aber nicht den Weg zum Arzt. Stichworte: Breitbandantibiotikum, „Stand-By“ ungeeignet, Einsatz wo Resistenzen, mögliche phototoxische Reaktionen, Scheidenpilz, Langzeiteinahme (wie von Tanja geschrieben) ist „off lable“…….
EAearlybird711'110 Beiträge · seit 201624. Apr. 2021 · #11chamäleon2011 schrieb:
Ist aber eh alles egal, was wir hier schreiben, denn der Fragesteller hat nach einheitlichen Auskünften den Beipackzettel abgedruckt und betont, dass er sowieso nicht gestochen wird. Er wollte also gar keine Meinungen, die nicht in Richtung "Einnahme unnötig" gehen und uns nur ein wenig beschäftigen. Und wir haben uns ja alle gefreut, dass endlich mal wieder ein Malaria-Thread kam. 🤢
Viele Grüße
Karin
😄
BIBikeAfrica7'275 Beiträge · seit 200624. Apr. 2021 · #12die fehlende förmliche Zulassung gegen Malaria hat vermutlich finanzielle Gründe.
Von der WHO und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin wird es dennoch als Prophylaxe gegen Malaria empfohlen unter Berücksichtigung der von loser und Karin genannten Punkte.
Gruß
Wolfgang
CCcccThemenstarter150 Beiträge · seit 201624. Apr. 2021 · #13Vielen Dank für alla Antworten.
Ich bin immer noch am Abwägen und brauche eine zweite Meinung.
Ich würde auch gerne einen anderen Arzt fragen.
Alternativ kann man Atovaquone Plus Spirig HC 250 mitnehmen und beim Anzeichen von Malaria einnehmen.
M@M@rie1'679 Beiträge · seit 200724. Apr. 2021 · #14und wie willst du Anzeichen von Malaria bspw von "normalen Grippesymptomen unterscheiden? bist du so gut geschult, dass du ein "Erkältungsfieber" von "Malariafieber" unterscheiden kannst oder das du Kopfschmerzen, Zittern, Gelenkschmerzen, Erbrechen direkt einer Malaria zuordnen kannst?
abwägen was? die möglicherweise, eventuell auftretenden Nebenwirkungen eines Medikamentes gegen die Auswirkungen einer potenziell tödlichen Erkrankung?
ich persönlich vertraue da eher den entsprechend ausgebildeten Fachmenschen mit entsprechender Erfahrung (Tropenmediziner) ....
BIBikeAfrica7'275 Beiträge · seit 200624. Apr. 2021 · #15M@rie schrieb:und wie willst du Anzeichen von Malaria bspw von "normalen Grippesymptomen unterscheiden? bist du so gut geschult, dass du ein "Erkältungsfieber" von "Malariafieber" unterscheiden kannst oder das du Kopfschmerzen, Zittern, Gelenkschmerzen, Erbrechen direkt einer Malaria zuordnen kannst?
Das ist ein wichtiger Punkt. In Äthiopien gibt es auch Dengue, Chikungunya, Zika(?) und vermutlich auch West Nile Fever und Rift Valley Fever.
Auf bloßen Verdacht die Notfallmedikation gegen Malaria einzuwerfen und damit den Körper zusätzlich zu belasten und gleichzeitig ein anderes Problem zu haben, welches unbehandelt bleibt, ist nur sinnvoll, wenn man keinen Arzt erreichen kann.
Gruß
Wolfgang
KAKarstenB2'396 Beiträge · seit 201124. Apr. 2021 · #16Vor wenigen Tagen hatte ich gefragt, wann es endlich mal wieder einen Malaria-Thread gibt - und hier ist er!
Dafür herzlichen Dank!
BMBMW1'522 Beiträge · seit 201124. Apr. 2021 · #17Nur wenn KEINE med.Beratung/Hilfe möglich ist:
Malaria Bluttest mitnehmen (besser 3x....falls etwas schief läuft)...... wenn positiv...... (dringend bei malaria falciparum)....
3 Tage lang 4 Tbl. Malarone ( total 12 für adulte ) als Therapie (hat mit Prophylaxe jetzt nichts mehr zu tun)......
und: Bitte lesen Sie die Packungsbeilage sehr sorgfältig durch.... 🙂 (für Test & Therapie)
LG.................BMW
BIBikeAfrica7'275 Beiträge · seit 200624. Apr. 2021 · #18KarstenB schrieb:Vor wenigen Tagen hatte ich gefragt, wann es endlich mal wieder einen Malaria-Thread gibt - und hier ist er!
Dafür herzlichen Dank!
Corona überwuchert halt sämtliche wichtige Themen.
Plötzlich interessiert kaum noch, ob man einen Internationalen Führerschein benötigt oder wie man an Bier- und Weinvorräte kommt, wenn man am Wochenende in Windhoek ankommt und direkt losfährt. 😉
Gruß
Wolfgang
RARajang1'115 Beiträge · seit 201024. Apr. 2021 · #19Doxycyclin wird (oder wurde jedenfalls bis vor 1-2 Jahren) normalerweise für alle Australier als Vorsorge gegen Malaria abgegeben. Teilweise auch in UK.
Zeigt einmal mehr: Je nach Kontinent wird aus den Fachkreisen ein völlig anderes Vorgehen gegen ein medizinisches Problem angewandt.
Gruss Rajang
BIBikeAfrica7'275 Beiträge · seit 200624. Apr. 2021 · #20Rajang schrieb:
Zeigt einmal mehr: Je nach Kontinent wird aus den Fachkreisen ein völlig anderes Vorgehen gegen ein medizinisches Problem angewandt.
Deutschland ist genauso wenig Europa, wie Namibia Afrika ist.
Du kannst Dir in anderen Ländern Europas Doxycyclin offiziell als Malariaprophylaxe verschreiben lassen. Du kannst es Dir auch in Deutschland zu diesem Zweck verschreiben lassen, musst dann aber bestätigen, dass Du das Medikament entgegen der Zulassung verwendest. Das ist kein Problem. Mein Arzt hätte es mir vor über 15 Jahren schon als Prophylaxe verschrieben. Er riet mir allerdings davon ab, weil ich als Radreisender ja oft 12 Stunden am Tag in der prallen Sonne unterwegs war. Und da ich eh sonnenempfindlich bin, habe ich von diesem "Experiment" abgesehen. Man kann es sich aber auch in Deutschland als Prophylaxe gegen Malaria verschreiben lassen.
Gruß
Wolfgang