Reisebericht

Ein Jahr danach – noch mal ans Nordkap

von Papa Kenia · begonnen 21. Apr. 2021 · 21 Teile

Teil 121. Apr. 2021
Hallo Allerseits!

Ehrlich gesagt, war ich angenehm überrascht und erfreut, dass mein erster Nicht-Afrika-Bericht so viel Klicks bekommt. Dann hat sich die Arbeit gelohnt. Dieses hat mich bestärkt, einen zweiten Versuch zu starten.

Die Basis für nachstehende Schilderung bildet also der Bericht über meinen ersten Trip nach Skandinavien. Für diejenigen, die diesen nicht kennen, ist es vielleicht sinnvoll, diesen zuerst zu lesen. Dann kann man vermutlich einige meiner Schilderungen in diesem Bericht besser nachvollziehen. Mit dem Reisebus zum Nordkap

Diese Reisebeschreibung wird nicht so ausführlich wie die erste. Außerdem gibt es viele Parallelen und auch Bilder, die sich ähneln.

Also, nachdem ich 2018 gezwungenermaßen eine neue Art des Reisens kennenlernen musste, die mir wider Erwarten richtig gut gefiel, entschloss ich mich, so was ähnliches in 2019 noch mal zu machen.

Daher war bei dieser 2019er Tour einiges mit im Programm, was ich bereits 2018 gesehen hatte. Warum soll man das, was schön war, nicht noch einmal machen oder sehen?

Die Tour ging von Kiel über Oslo im Zickzack bis zum Nordkap. Und von dort im Zackzick zurück bis Bergen. Von dort per Fähre nach Hirtshals in Dänemark und dann letztendlich zurück nach Hause.

Liebe Grüße
Papa Kenia
Dieter
Teil 221. Apr. 2021
Tag 1

Das war eine scheiß Nacht. Ich hatte total unruhig geschlafen. Aber was soll’s? Die nächsten Wochen würde ich sowieso kaum schlafen.

Wie bereits im letzten Jahr, so hatte ich auch dieses Mal beim Reiseveranstalter den Urlaub mit „Haustürabholung“ gebucht. Die Abholung von zu Hause erfolgte um 5.50 Uhr. Zwei weitere Paare saßen bereits im Shuttlebus. In Münster sind wir in den „großen“ 5-Sterne-Luxus-Reisebus gestiegen.

Ich hatte das Glück, keinen Nebenmann zu haben. Zwei Sitze für mich allein. Ich konnte mich räkeln und strecken wie ich wollte. Platz ohne Ende! Super!

Gegen 7 Uhr wurde ein Frühstück im Bus verteilt und dann ging es los Richtung Kiel. Dort würden wir eine Fähre der Color Line besteigen, die uns über Nacht nach Oslo bringt.

Unser Fahrer stellte sich als Kurt vor. Er war ein ganz angenehmer Mensch und durch nichts aus der Ruhe zu bringen.

Der Bus hat 46 Sitzplätze. Es waren aber nicht alle Plätze belegt. Sieben oder acht Plätze waren noch frei. Zwei Ehepaare hatten in allerletzter Minute abgesagt. Gemäß Info von Kurt würde in Oslo noch ein Ehepaar zusteigen.

Die Fahrt Richtung Norden zog sich. Eigentlich war für heute Katastrophenwetter gemeldet. Aber es nieselte nur ein wenig.

Der Bus verfügt über eine Videoanlage. Wir sahen unterwegs einen Werbefilm der Color Line über die ‚Color Fantasy‘. Nach dem ersten Stopp wurde uns zur Einstimmung zwei Stunden später ein Film über Norwegen gezeigt. Er lief eine dreiviertel Stunde. Beide Filme waren interessant und als Zeitverkürzung gut geeignet.

Als wir nach einem weiteren Zwischenstopp in Kiel ankamen, hatte es aufgehört zu regnen. Die Sonne kam sogar zeitweise hinter den Wolken hervor. Wir hielten um 12.30 Uhr mit unserem Bus am Norwegen-Kai. Gleiches Prozedere wie letztes Jahr. Unser Fahrer besorgte die Fahrkarten, die auch als Schlüssel zu Kabine dienten. Anschließend fuhr er den Bus in den Bauch der Fähre.

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Um 13 Uhr wurde der Terminal geöffnet und wir gingen an Bord.

Ich war wieder mit kleinem Gepäck unterwegs. Also nur mit Rucksack. Worin das Nötigste für eine Nacht sowie Kamera und Objektive verstaut waren.

Meine Kabine 9926 auf der Color Magic war wie letztes Jahr wieder eine Außenkabine und richtig kuschelig.

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Um 14 Uhr legte die Color Magic ab und nahm Kurs Oslo.

Man konnte es nach der Abfahrt noch gut zwei Stunden an Deck aushalten. Dann begann es heftig zu regnen.

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Im riesigen Speisesaal gab es bereits um 17 Uhr ein gemeinsames Abendessen für unsere Reisegruppe. Irgendwie war es ein wenig ‚steifer‘ als letztes Jahr. Ich hatte den Eindruck, dass keiner mit keinem was zu tun haben wollte. Leute – wir sitzen doch alle im selben Boot – äahh, auf derselben Fähre! Wir müssen noch knapp 3 Wochen da durch!

Als alle gesättigt waren, verteilten sich die Gesichter über das gesamte Schiff. Hier und da kam ich in Grübeln, ob ‚die‘ oder ‚der‘ auch wohl mit mir im Bus gesessen hatten. Die Kontaktaufnahme war nicht so einfach.

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Irgendwann war es mir an Deck zu kalt. Daher genoss ich noch ein Bier zu einigermaßen zivilen Preisen in der Monkeybar. Diesen Preisvorteil muss man ausnutzen! Bei den Alkoholpreisen in Norwegen würden mir ab morgen wieder die Augen tränen. Gegen 22.30 Uhr begab ich mich dann aber auch zur Kabine. Der Tag war schließlich lang genug gewesen.

Bis bald
Dieter
Teil 322. Apr. 2021
Tag 2
Ich hatte komaähnlich geschlafen. Die Helligkeit kroch durch das Bullauge und weckte mich kurz nach 5 Uhr. Nicht lange fackeln. Raus aus dem Bett. Rein ins Bad. 15 Minuten später inspizierte ich die Fähre. Ich ging noch mal über die Shopping-Mall. Machte hier und da einige Fotos und begab mich anschließend auf Deck.

Es war frisch, aber herrlich. Kaum ein Mensch war zu dieser Tageszeit hier oben an Deck. Ein paar Schleierwolken klebten am Himmel. Es schien ein schöner Tag zu werden.

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Um 7 Uhr öffnete der Speisesaal. Heute Morgen war keine Sitzordnung für Gruppen vorgesehen. Ich schnappte mir einen freien Platz an einem 2er Tisch und ließ mir das Frühstück schmecken. An dem üppigen Buffet fehlte es an nichts.

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Zurück auf dem Deck suchte ich mir ein windstilles Plätzchen und genoss die Sonne und die vorbeiziehende Landschaft. Hier wurde ich dann doch von dem ein oder anderen angesprochen. „Du bist doch auch mit bei uns im Bus?“ Kurzer Smalltalk und man ging seiner Wege.

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Zur geplanten Ankunftszeit kamen wir um 9.30 Uhr in Oslo an.

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Durch die Reiseunterlagen wusste ich bereits, dass wir denselben Reiseleiter wie letztes Jahr bekommen würden. Am vereinbarten Treffpunkt stieß Sören zu uns. Er erkannte mich sofort wieder und wir unterhielten uns ein paar Minuten. Dann fuhren wir nur 30 Minuten mit dem Bus Richtung Innenstadt und stiegen aus. Hier vom Parkplatz aus hatte man einen schönen Blick auf die Oper.

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Das Wetter war genial. Blauer Himmel und bereits um diese Uhrzeit 25 Grad. Es war der 17.5. und dieser Tag ist Nationalfeiertag in Norwegen. Sören lotste uns Richtung Zentrum, damit wir vom Umzug auch einiges zu sehen bekamen. Gefühlt war ganz Norwegen heute hier in Oslo.

Dicht gedrängt standen die Erwachsenen Fähnchen schwenkend am Straßenrad. Ist schon irre, welches Nationalbewusstsein die Norweger haben. Geschätzt 80% aller Frauen kamen in norwegischer Tracht. Die Männer waren da ein wenig zurückhaltender.

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Ein nicht enden wollender Umzug von Schulklassen, Jugendgruppen, Musikern und Fahnenschwenkern bot ein farbenprächtiges Bild. Und überall nur fröhliche Gesichter. Der Umzug zieht sich durch die Stadt bis zum königlichen Schloss. Diesen Trubel mitzuerleben war schon toll.

Danach ging es in großem Bogen durch die Stadt zurück zum Bus. Hier war zwischenzeitlich Mister Wichtig eingestiegen. Er und Frau (sie war eigentlich ganz in Ordnung) waren von Düsseldorf geflogen und dann hier in Oslo zu uns gestoßen. Man ist ja schließlich was Besseres.

Der Kerl saß noch nicht ganz, da hatte er die vordersten Reihen unter Kontrolle nach dem Motto: ‚Alles hört auf mein Kommando‘.

Gut, dass zwischen ihm und mir noch 8 Sitzreihen waren und ich das Getöse nicht mitbekam.

Nach dem ersten Stopp sah ich das Unheil kommen. Mister Wichtig hatte allen, die vorne ausgestiegen waren, sein neues Smartphone gezeigt. Nun hatte er mich als sein nächstes Opfer auserwählt und steuerte auf unsere Gruppe zu. Wir standen mit fünf oder sechs Personen zusammen. Er bremste natürlich genau vor mir ab. Warum immer ich?
Nach dem ersten Smalltalk mit der Flitzpiepe hatte ich einen Freund weniger. Er wollte mir unbedingt weismachen, dass ich ein Smartphone brauche. Er schien das allerneueste und teuerste Model zu haben. Triumphierend hielt es mir das Ding unter die Nase. „Hab‘ ich erst seit drei Tagen.“

„Schön!“

„Die Dinger sind doch so toll. Man kann damit Musik hören. Man kann tolle Fotos und Filme damit machen. Besser als mit deiner Kamera.“

Ich ließ ihn in dem Glauben.

„Ins Internet kommt man damit auch!“

„Ehrlich? - Kann man damit auch telefonieren?“

Ich konnte mir nicht verkneifen, ihm zu sagen, dass ich keine wichtige Persönlichkeit bin und daher nicht immer und überall erreichbar sein muss. Ich übrigen hätte ich Urlaub und wäre froh, wenn mich kein Mensch anruft und ich meine Ruhe habe. Und dass mir niemand am Smartie schlaue Fragen stellt.

„Bisse schon am Nordpol? Watt habta fürn Wetta? Hier is auch Mist!“

Der hat mich die ganze Reise nicht mehr angeguckt. Verstand ich zwar nicht; fand es aber super!

Aber sein Geschwätz und seine Strunzerei gingen vielen Leuten auf die Nerven. Am Ende der Reise musste er sich nicht von allzu vielen Reisenden verabschieden. So ein Gehabe kann einsam machen.

Dann folgten Wikinger-Museum sowie Fram und Kon-Tiki Museum. Die beiden Letzteren hatten leider wegen des Nationalfeiertags geschlossen.

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Wir fuhren zum Holmenkollen, durchwanderten den Vigelandpark

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und gegen 17 Uhr waren wir am Hotel.

Superhyperstylishes, gerade ganz neu eröffnetes Hotel. Voll gepfropft mit Elektronik. Zuviel Elektronik. Die komplette Reisegruppe stand nun vor fünf !!! Fahrstühlen. Aber keine unserer Zimmerkarten funktionierte. Die brauchte man aber auch für die Fahrstühle. Hilfloses Personal an der Rezeption. Wir benötigten über eine halbe Stunde, bis alle auf ihren Zimmern waren.

Und die waren wirklich vom Allerfeinsten! Das Bad war so groß, hier hätte man Walzer tanzen können.

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Auch sonst war das Hotel super. Die zentrale Lage war ebenfalls gut.

Mein Orientierungssinn funktionierte noch und so bin ich nach dem Abendessen bis zur Oper gelaufen, um ein paar Fotos zu schießen. Es dürften selbst abends um 21 Uhr noch weit mehr als 20 Grad gewesen sein.

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Nachdem ich die Außen- und Innenaufnahmen der Oper im Kasten hatte, machte ich mich so langsam auf den Heimweg Richtung Hotel. Hier nahm ich anschließend noch ein Kaltgetränk zu mir. Ratet welches! Acht Euro fünfzig! 🙁 😮 Klammheimlich wischte ich mir die erste Träne aus den Augen.

Von den übrigen Mitreisenden keine Spur. Daher steuerte ich alsbald mein Zimmer an.


Bis bald!
Papa Kenia
Dieter
Teil 423. Apr. 2021
Tag 3
Ohne Wecker oder Handyalarm wurde ich um 5 Uhr wach. Kurz stylen und dann mit der Kamera bewaffnet bereits um 5.30 Uhr vor die Tür, um die nähere Umgebung ein wenig zu erkunden.

Lecker Frühstück gab es ab 7 Uhr. Mit dem ein oder anderen kam man nun so langsam ins Gespräch. Das war vorerst ein leichtes Abtasten. Im Großen und Ganzen schien es durch die Bank weg alles nette Leute zu sein.

Das Auschecken aus dem Hotel war ein Erlebnis. Kurt hatte die Koffer verstaut und nun saßen fast alle im Bus. Nur drei Ehepaare fehlten. Dann meinte einer der Reisenden, „wenn die noch nicht da sind, gehe ich auch noch kurz zur Toilette“.

Unser Fahrer Kurt stand mit dem Bus im Halteverbot und saß auf heißen Kohlen. ‚Knöllchen‘ müssen Fahrer aus ihrer eigenen Tasche bezahlen. Reiseleiter Sören wurde von Minute zu Minute unruhiger. Ursprüngliche Abfahrt war 8 Uhr. Viertel nach 8 Uhr kam der Pinkler wieder zurück und meinte, die fehlenden Gäste kämen nicht mehr an ihre Koffer, die noch in den Zimmern waren.

Dann ging Sören los.

Was war passiert? Diese achsosupertolle Elektronik hatte unsere komplette Reisegruppe für 7.45 Uhr ‚ausgecheckt‘. Wenn nun 7.46 Uhr noch jemand auf sein Zimmer wollte, um seinen Koffer zu holen, blockierte das System alles. Denn man hatte ja schon ausgecheckt. Und Unbefugte sollten nun mal nicht in die Zimmer. So standen die sechs Leutchen also mit ihren Karten am Aufzug, wollten auf die Zimmer um die Koffer zu holen und nix ging mehr. Keiner sprach englisch und an der Rezeption keiner deutsch.

Bis Sören dann alles klärte.

8.30 Uhr kamen wir dann endlich los.

Noch eine kleine Stadtrundfahrt, dann ging es nach Maihaugen. Maihaugen ist ein Open-Air Museum mit vielen rund 100 Jahre alten Gebäuden. Es ist eines der größten Freilichtmuseen in Norwegen. Zunächst bekamen wir im Museumsgebäude einen Eindruck von der Welt von vor damals. Danach ging es in die Außenanlagen. Maihaugen ist weitläufig, hier könnte man wohl einen ganzen Tag verbringen um alles zu sehen.

Wir hatten nicht diese Zeit zur Verfügung. Und einsetzender Nieselregen vermieste uns sowieso die Laune.

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Dann nach steuerte Kurt unseren Bus wenige Kilometer weiter nach Lillehammer. Hier fanden 1994 die Olympischen Winterspiele statt. Die Skischanze war zwar nicht so beeindruckend wie die auf dem Holmenkollen. Interessant war es trotzdem.

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Dann Weiterfahrt bei Regen. Sören überbrückte die Zeit, indem er einiges aus seinem Privatleben erzählte. Er gab uns jede Menge Informationen über Norwegen, die in keinem Reiseführer stehen. Sören ist ein wandelndes Lexikon und weiß auf jede Frage die richtige Antwort.

Eine Stunde vor Ankunft in Trondheim meinte Sören, dass er mit unserem Hotel telefoniert habe. In Trondheim wäre angeblich Sonnenschein und 25 Grad. Schlagartig verbesserte sich unsere Laune.

Wir kamen tatsächlich bei strahlendem Sonnenschein in Trondheim an. Das Hotel war der Oberhammer. Für mich das beste der ganzen Reise.

Zimmer super. Essen super! Tolles Ambiente! Und eine geniale Lage direkt am Wasser.

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Sören hatte angekündigt, dass wir heute Abend nach dem Abendessen um 21.30 Uhr noch gemeinsam einen Spaziergang Richtung Altstadt unternehmen. Gott sei Dank war es ein wirklich gemütlicher Abendspaziergang. Und keine Rennerei. Sören kann ja auch anders. Von diesem Rundgang waren wir gegen 22.30 Uhr zurück. Ich habe mit drei Leuten – Ehepaar und ihrer Schwester (kamen aus Oberhausen) noch auf ein Bier zusammengesessen. Total nette Leute. Wir waren die restlichen Tage fast immer zusammen. Nur morgens nicht. Die Drei genossen es, morgens auszuschlafen. Sofern man bei dieser Rundreise überhaupt von ausschlafen reden konnte.

23.45 Uhr war der Tag dann auch für mich vorbei.


Bis bald
Papa Kenia
Dieter
Teil 524. Apr. 2021
Tag 4
Kurz nach 5 Uhr erwachte ich zum Leben. Da nach dem Frühstück nicht viel Zeit blieb (ich kannte ja das Tagesprogramm!), machte ich mich also bereits kurz nach halb 6 Uhr auf die Socken. Es lohnte sich. Angenehme Temperatur. Die Wolkendecke riss so langsam auf. Ich wusste vom letzten Jahr, wo ich meine Fotomotive finden würde.

Ich ging zum Nidelva-Fluss runter und machte meine Bilder von den hölzernen Speicherhäusern. Diese bieten jedem Touristen ein herrliches Fotomotiv.

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Zurück im Hotel wollte ich anschließend vor dem Frühstück noch kurz auf die Dachterrasse des Hotels. Gestern Abend hatte ich keine Fotos von da oben gemacht. Aber der Aufzug blockierte den 9. Stock. Ich fragte an der Rezeption, ob das Absicht sei.

„Was wollen Sie denn um diese Uhrzeit da oben? Fotografieren?“

„Ja, hatte ich eigentlich vor.“

„Kommen Sie, ich fahr mit ihnen nach oben.“

So viel Freundlichkeit gibt es doch nicht, oder?

Der junge Rezeptionist fuhr mit mir in den obersten Stock und ließ mich in Ruhe meine Fotos von der Dachterrasse machen.

Ich dankte ihm herzlich für seine Hilfsbereitschaft.

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Nun wurde es Zeit für das Frühstück. Ich setzte mich zu den Dreien von gestern Abend und wir ließen es uns schmecken. Viel Zeit blieb mir nicht mehr. Das war heute Morgen schon ein ziemliches straffes Programm.

Bereits um 7.40 Uhr war Abfahrt. Um 8 Uhr war schon eine Besichtigung im Nidaros Dom vorgesehen.

Sören hatte gestern Abend noch mit unserem Veranstalter in Deutschland telefoniert und uns beim Abendessen mitgeteilt, dass wir unseren heutigen Tagesablauf um eine Stunde vorverlegen. Flexibilität ist Trumpf!! Daher hatten einige Urlauber ganz schön an dem Tagesrhythmus zu knacken.

Heute war Sonntag. Ab 9 Uhr stand der Dom für die Öffentlichkeit für Besichtigungen offen. Um 10 Uhr musste allerdings die letzte Besichtigung beendet sein. Denn um 11 Uhr war Messe.

Sören hatte gestern von einer Kollegin erfahren, dass heute um 9 Uhr für vier Busladungen Hurtigruten-Gäste eine Führung gebucht war. Daher das gestrige Telefonat mit dem Inhaber unseres Reiseunternehmens. Kurzfristig wurde mal eben ein Domführer gegen Extrabezahlung exklusiv für unsere Reisegruppe gebucht. Bei der 8 Uhr Führung waren wir ganz allein im Dom. Das nenne ich dann mal Service!

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Der Tagesablauf danach war wie im vergangenen Jahr: Kleine Stadtrundfahrt, Besichtigung der Festung Kristiansten.

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Es folgte die Weiterfahrt nach Holm, wo wir die erste innernorwegische Fähre benutzten.

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Vom Anleger in Vennesund waren es noch rund 45 Busminuten bis wir an unserem Tagesziel Brønnøysund ankamen. Nach dem Abendessen gab es eine Wanderung zum Torghatten.

Da mir klar war, dass ich den Berg Torghatten sowieso nicht hochkomme, habe ich mich und vier weitere Leute bei Sören abgemeldet. Wir blieben am Hotel und erkundeten zu Fuß die nähere Umgebung.

Gegen 22.30 waren die Wanderer zurück. Wir Daheimgebliebenen hatten wohl nichts versäumt. Die Gruppe war unterwegs vom Regen überrascht worden.


Bis bald!
Papa Kenia
Dieter
Teil 625. Apr. 2021
Tag 5

Es wurde der perfekte Tag!

Zunächst war Fährtag! Wir benutzten die Fähre von Horn nach Anddalsvåg. Nach einer kurzen Weiterfahrt kaperten wir die nächste Fähre von Forvik nach Tjøtta. Während dieser Überfahrt begleiteten uns eine Handvoll Schweinswale. Gegen 10.30 Uhr kamen wir an der Gebirgskette ‚die sieben Schwestern‘ vorbei!

Als nächster Programmpunkt des Tages stand die Besichtigung der Kirche von Alstahaug auf dem Plan.

Die dritte Fähre am heutigen Tage brachte uns von Sandnessjøen zur Insel Dønna, wo wir um die Mittagszeit strandeten.

Hier machten wir eine längere Pause. Kurt öffnete die Busküche und bewirtete uns mit Brühwürstchen, Plätzchen und Kaffee. Kalte Getränke waren ebenfalls reichlich vorhanden. Eine Busküche ist schon verteilhaft, wenn man mitten im Nichts steht und sich weit und breit keine Möglichkeit bietet, irgendwo etwas zu essen zu bekommen.

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Am frühen Nachmittag bekamen wir noch einen herrlichen Blick vom 127 Meter hohen Hügel – Berg wäre wohl zu viel gesagt – Dønnesfjell geboten. Der Blick auf die umliegenden Inseln hatte was! In der Ferne sah man Lovund.

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Teil 725. Apr. 2021
Tag 5 – Teil 2
Dann steuerte Kurt unseren Bus zum Bootsanleger. Wir verabschiedeten uns von Kurt. Er würde mit dem Bus bis Vågaholmen weiterfahren. Dort würden wir ihn morgen wiedersehen.

Gegen 14 Uhr sahen wir aus der Ferne ein Schiff auf uns zukommen. Unser Reiseveranstalter hatte ausschließlich für unsere Reisegruppe ein Charterboot gemietet.

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Die Überfahrt nach Lovund sollte eine dreiviertel Stunde dauern. Lovund ist eine Vogelinsel und beherbergt im Sommer etwa 200.000 Papageientaucher, die hier jedes Jahr im Frühsommer brüten.

Wir waren sehr gespannt auf Lovund. Ein Besuch mit Übernachtung auf der Insel sollte unsere Erwartungen übertreffen.

Immer und immer wieder versuchte unser Kapitän recht nahe an die im Wasser dümpelnden Papageientaucher zu kommen. So dauerte die Überfahrt einiges länger. Um brauchbare Fotos zu schießen, war die Entfernung letztendlich leider doch zu groß.

Lovund war ein Traum. Hier wollte niemand mehr weg. Idylle, Stille, Romantik, Einsamkeit, geniales Wetter.

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Einige Ehepaare durften in den Robour-Häuschen (alte Fischerhütten) übernachten. Diese sind wohl recht komfortabel eingerichtet.

Die restlichen Paare und die Singles wurden im Hotel einquartiert. Mein Zimmer war super und bot Blick auf’s Wasser. Hier hielt ich mich aber nur kurz auf. Ich benutzte den Fahrstuhl und fuhr auf die Dachterrasse. Der Ausblick war wirklich beeindruckend.

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Nachmittags stand eine Wanderung zu den Vogelfelsen auf dem Programm. Mit Glück könnte man hier Papageientaucher aus der Nähe sehen.

Ich erkundigte mich bei Sören nach dem Schweregrad der Wanderung. Als es hieß, pro Strecke 1 Stunde laufen und zwar bergauf und bergab, war meine Entscheidung recht schnell gefallen. Ich fand, dass es im Leben schönere Dinge als Laufen gibt und meldete mich bei Sören ab.

Nachdem die Gruppe sich auf den Weg gemacht hatte, setzte ich mich auf die Terrasse und bestellte mir ein Bierchen. Bei herrlichstem Sonnenschein genoss ich das Bier

Später gesellte sich noch ein Holländer an meinen Tisch. Wir unterhielten uns ganz nett. Er war für einige Tage bei seinem Bruder zu Besuch. Dieser ist mit einer Norwegerin verheiratet und sie sind hier auf Lovund sesshaft geworden. Er erzählte, dass auf Lovund sogar ein Tag nach den Vögeln benannt ist. Der 14. April soll der sog. ‚Papageientaucherankunftstag‘ sein. Angeblich kehren jedes Jahr genau an diesem Tag zigtausend dieser niedlichen Tierchen wieder zu ihren Brutstätten zurück.

Ob es stimmt?? Eine nette Story war es auf jeden Fall.

Als die Wandergruppe zurückkam, waren einige Leute ganz schön am Hecheln.

„Das war richtig anstrengend. Hast nichts verpasst! Nicht einen einzigen Papageientaucher haben wir gesehen.“

‚Alles richtig gemacht‘ dachte ich so bei mir.

Gegen 23.30 Uhr machte ich mein letztes Foto für den heutigen Tag. Danach ging es ins Bett.

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Dieser Lovund-Trip war für mich das absolute Highlight dieser Rundreise.


Bis demnächst!
Papa Kenia
Dieter
Teil 826. Apr. 2021
Tag 6

Natürlich war ich vor dem Frühstück schon wieder auf Fotopirsch. Beim Sichten meiner Fotos habe ich gesehen, dass ich die ersten Bilder bereits um 4.31 Uhr gemacht habe. Langsam frage ich mich, ob ich in diesem Urlaub überhaupt mal geschlafen habe.

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Bereits ab halb 6 Uhr gab es Frühstück. Immerhin mussten wir gegen 7 Uhr die einzige Fährverbindung des heutigen Tages nutzen. Wir marschierten also zum Bootsanleger und fuhren mit einem Katamaran nach Onøy.

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Dort sind wir auf ein anderes Schnellboot umgestiegen, um nach Vågaholmen weiterzufahren.

Kurt wartete dort bereits mit dem Bus. Bevor es weiterging, kreisten erst einmal die Pappbecher mit Sekt. Schließlich hatten wir vorhin den Polarkreis überquert. Das muss begossen werden!

Anschließend fuhren wir zum Holandsfjord. Es waren nur paar Meter vom Parkplatz bis zum Bootsanleger. Von da aus ging es wieder geschätzte 10 oder 15 Minuten mit dem Schiff rüber ans andere Ufer, zum Engabreen, Norwegens zweitgrößter Gletscherzunge.

Hier war im Touristencenter kostenloses Waffelessen und Kaffeetrinken angesagt. Wer wollte, konnte einen Spaziergang um den Gletschersee Richtung Gletscherzunge machen. Oder von der Terrasse aus bei herrlichstem Sonnenschein den Ausblick genießen. Der Tag war eine Kopie zum Vorjahr. Genauso perfekt. Stimmung, Wetter, Temperaturen – alles vom Feinsten.

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Nachdem wir wieder zurück ans andere Ufer geschippert waren, fuhren wir weiter mit dem Bus bis zum Gezeitenstrom Saltstraumen.

Nächste Station war Bodø. Von Bodø aus ging es zum Endziel: Svolvær. Nun tat sich die Masterfrage des Tages auf: Was nehme ich denn so an Gepäck mit? Rucksack oder Tüte?

Das war für einige Reisenden wieder eine logistische Herausforderung. Die sperrigen Koffer blieben nämlich im Bus. Denn der konnte nicht mit an Bord.

Kurt würde mit dem Bus vorfahren. Wegen der Entfernung würde er aber erst am nächsten Morgen zu uns stoßen.

Von Bodø fuhren wir also gegen 17 Uhr mit einem Schnellboot nach Svolvær.

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Auf diesem Schnellboot (geschätzte 200 Sitzplätze) hatte ich mir einen freien Platz im mittleren Teil genommen. Ich wollte einfach mal ein bisschen vor mich hindösen. Da kam vom Fenster her ein junger Mann, - vermutlich ein Student -, und fragte, ob ich gern seinen Platz am Fenster haben möchte. Ich habe dankend abgelehnt. Solche Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit wären in Deutschland fast unvorstellbar.

20.15 Uhr kamen wir in Svolvær an.

Das Hotel machte einen netten Eindruck und war nun für zwei Nächte unsere Unterkunft. Hier war ich letztes Jahr morgens schon herumgeschlichen, um in aller Herrgottsfrühe Fotos von der Gegend zu machen. Das Hotel bot zwar keinen Luxus und hatte auch wohl einige Jährchen auf dem Buckel. Aber das Ambiente überzeugte. Die Lage direkt am Wasser sowieso.

Während Sören die Zimmerkarten organisierte und verteilte, setzte ich mich mit den drei Leuten aus Oberhausen zusammen. Wir probierten Brooklyn Lager Bier. Es schmeckte sehr gut. Zwei weitere Ehepaare gesellten sich noch zu uns. Dann hatte jemand die Idee, dass wir auch MACK mal probieren sollten. Die Idee war genial.

Im Übrigen war die Theke so gut bestückt, dass ich glaube, ich muss noch mal wiederkommen.

Im Katalog des Reiseveranstalters waren alle Unterkünfte für die gesamte Reise genannt. So hatte man die Möglichkeit, sich mit den Hotels vor Buchung oder Reiseantritt ein wenig näher zu befassen.

Bei dieser Unterkunft in Svolvær hatte ich auf der Homepage des Hotels gelesen, dass alle Einzelzimmer zum Parkplatz liegen.

Umso erstaunter war ich, als ich mein Zimmer sah. Bingo! Ich hatte das Riesenglück im ersten Stock ein Eckzimmer zu bekommen. Klein aber fein! Einerseits schaute ich links auf den Anleger der Hurtigruten. Durch das andere Fenster sah man auf Hafen und Stadt. Ich habe hier um Mitternacht fast eine Stunde am Fenster gesessen und den Ausblick genossen.

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Es war ja noch hell! Oder schon wieder?

Gute Nacht!
Teil 927. Apr. 2021
Tag 7
Auch heute war ich wieder zeitig auf den Beinen. Fotomotive boten sich in Hülle und Fülle.

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Teil 1027. Apr. 2021
Tag 7 - Teil 2

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es heute zunächst zum Lofotenmuseum in Storvågan. Wir waren zur falschen Zeit am falschen Ort. Das Museum hatte geschlossen. Aber auch ohne Museumsbesuch war der Ort mit seinen lofotenroten Häusern sehenswert. Die Größe dieses Örtchen war überschaubar. So hielten wir uns hier nicht allzu lange auf. Nach zirka 45 Minuten trafen wir uns am Bus für die Weiterfahrt.

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Es folgte ein rund einstündiger Besuch in Henningsvær. Henningsvær ist ein farbenfrohes Fischerdorf mit netten Geschäften und Cafés. Dieser malerische Ort bot mit den Bootshäuschen und festgetauten Fischerbooten eine tolle Fotokulisse. Im Hintergrund ragten gewaltige, noch schneebedeckte Berge auf.

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Das nächste Etappenziel war Borg. Das dortige Lofotr Wikingermuseum liegt auf einem Hügel. Keine Wolke trübte den Himmel. Aber in Borg pfiff ein eiskalter Wind. Wir wussten vor lauter Sturm kaum vom Eingang zum Museum zu kommen. Die eiskalten Böen haben uns beinah von den Beinen gezogen. Nach der Besichtigung nahmen wir noch eine Stärkung zu uns.

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Nachmittags stand noch das Fischerdorf Nusfjord auf dem Programm. Auf dem Weg dorthin stoppten wir ganz kurz bei Haukelandssanden. Er soll einer der schönsten Sandstrände Norwegens sein.

Nusfjord ist eines der Vorzeigedörfer Norwegens. Das kann man verstehen, denn die bunten Häuser und Holzgestelle zum Trocknen des Stockfisches strahlen schon einen gewissen Charme aus. Vermutlich aber nur, wenn der Ort nicht von Touristen überrannt wird.

Gott sei Dank waren zu dem Zeitpunkt unseres Kommens nur eine Handvoll weiterer Besucher hier.

Nusfjord bietet neben Lager- und Bootshäusern eine Schmiede, eine Bäckerei und eine Fischräucherei. Ob diese Einrichtungen noch in Betrieb waren oder nur für die Touristen als Vorzeigeobjekte dienen sollten, erschloss sich mir nicht.

Fakt aber ist, dass man die für die Lofoten typischen Robuer für Übernachtungsmöglichkeiten buchen kann.

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Der letzte Fotostopp des Tages galt dem Örtchen Reine. Reine ist ein historisches Dorf mit 300 Einwohnern. Und ist vermutlich schon millionenfach ‚totgeknipst‘ worden. Es gilt halt schlichtweg als DAS Fotomotiv Norwegens und ist wahrscheinlich in jedem Reiseführer zu finden.

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Es folgte die zweite Nacht im Hotel in Svolvær. Bevor es endgültig zur Nachtruhe ging, saßen wir noch mit ein paar Leutchen auf einen Absacker zusammen.
Teil 1128. Apr. 2021
Tag 8

3.30 Uhr wurde ich wach. Es war taghell. Ich wälzte mich aber noch ein paar Mal hin und her um schlussendlich um 5.30 Uhr aufzustehen und meinen Foto-Rundgang zu machen. Schlafen kann ich, wenn ich wieder zu Hause bin.

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Nach dem Frühstück stand unter anderem eine rund 2stündige Fahrt durch den Raftsund auf dem Plan. Zwischendurch sollte es in den Trollfjord gehen. Letztes Jahr sind wir mit einem Schiff der Hurtigruten in den Trollfjord gefahren. Bei dem riesigen Schiff hatte man damals den Eindruck, die Felswände mit den Händen berühren zu können.

Dieses Jahr bekamen wir einen kleinen Fischkutter. Er war exklusiv für unsere Gruppe gemietet worden. Erst habe ich ein wenig sparsam geschaut. Es stellte sich jedoch als perfekt heraus.

Wir liefen also einige Minuten zum Hafen, bestiegen den Fischkutter und gegen 9 Uhr tuckerten wir los. Trotz blankgeputztem Himmel war es schweinekalt auf Deck. Der Fahrtwind machte die Temperatur fast unerträglich. Ab und zu fand man ein Fleckchen, wo einen der Wind nicht so packte und Sonnenstrahlen für eine gewisse Wärme sorgten. Nur ein eiserner Wille hielt mich am Leben. Die Meisten gingen nur für ein paar Minuten an Deck um Fotos zu machen. Dann schnell wieder unter Deck. Dort gab es zudem noch heißen Kaffee und Plätzchen.

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Kurz vor dem Trollfjord kam dann das, was ich gar nicht mag. Einer der Schifferjungs lockte mit Fischresten Möwen an. Ich hasse dieses Anfüttern von Tieren. Egal ob Löwen oder Möwen. Die Möwen holten sich die Fischreste vom Arm oder aus der Hand dieses Mannes. Aber das Schauspiel war nach gefühlten 10 Minuten vorbei. Davon habe ich nicht ein einziges Foto gemacht.

Und dann schipperten wir in den Trollfjord. Durch die Felswände, die links und rechts fast auf 1000 m aufragen, war es schlagartig windstill. Irgendwann rief jemand „Adler“. Alle guckten und suchten den Himmel ab. Da kreisten 2 Adler in geschätzt 100 Metern Höhe. Jeder versuchte seine Aufnahmen zu machen.

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Ich hatte meine Kamera blitzschnell auf „Schnellfeuer“ umgestellt. Und als ich einen Adler so einigermaßen im Visier hatte, drückte ich nur noch den Auslöser. Ratatatata. Ich habe gefühlt 50 Aufnahmen gemacht. Die Aufnahmen sind so ‚lala“. Es war auch nicht einfach – schwankendes Schiff, fliegende Adler, Autofokus beobachten, und, und, und. Aber es gibt ja Bildbearbeitungsprogramme.

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Nach der Kehrtwende im Fjord nahmen wir Kurs auf Hanøyvika, wo Kurt bereits wieder mit dem Bus wartete.

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In der Nähe von Harstad legten wir noch einen Stopp ein. Hier gab es auf einer Farm ein verspätetes Mittagessen für uns.

Die Besichtigung der Trondenes-Kirche aus dem im 13. Jahrhundert stand auch noch auf dem Programm.

Am Schluss des Tages haben wir die Vesterålen verlassen und sind mit einem Schnellboot von Harstad nach Tromsø gefahren. Dieses dauerte ungefähr 3 Stunden. Vom Anlegekai bis zum Hotel war es nicht weit. Wir mussten einen Fußweg vom Anleger bis zum Hotel laufen. Unser Bus war noch unterwegs und würde knapp 2 Stunden später eintreffen.

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Gegen 21.45 Uhr traf unser Bus ein und wir konnten nach dem Abendessen unsere Koffer in Empfang nehmen.
Teil 1229. Apr. 2021
Tag 9
Tromsø – Rund zwei Monate lang geht hier mehr oder weniger die Sonne nicht unter. Ungefähr von Ende Mai bis Ende Juli scheint hier nachts die Mitternachtssonne und kann schon so manch ‚innere Uhr‘ durcheinanderbringen. Wenn es nicht dunkel wird, will man auch nicht schlafen.

Vom Zimmer aus hatte ich erneut einen tollen Ausblick mit Sicht auf Hafen und Brücke.

Vor dem Frühstück war ich wieder mit der Kamera unterwegs. Letztes Jahr hatte ich die Gegend am Polariamuseum erkundet. Da dieses heute abermals auf dem Programm stand, führte mich mein Weg in entgegengesetzte Richtung zum Friedjof Nansen Platz. Im großen Bogen begab ich mich danach Richtung Rathaus auf den Rückweg. Ich mag diese bunten Holzhäuser und die schmalen Gassen.

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70 Minuten später traf ich zum Frühstück am Hotel ein.

Als alle Koffer verladen waren, kletterten wir in unseren Bus und fuhren zur Eismeerkathedrale. Unser Reiseveranstalter hatte erneut exklusiv für uns eine Führerin gebucht (vor der regulären Öffnungszeit) und so waren wir allein in der Kirche. Zuvor mussten aber Hindernisse aus dem Weg geräumt werden.

Sören begrüßte unsere Kirchenführerin, die auf der Plattform der Kirche schon wartete. Sie schienen sich schon jahrelang zu kennen. Die gute Frau klopfte an die Kirchentür.

Es passiert nichts.

Sie klopfte wieder.

Es passierte wieder nichts.

Dann klopfte Sören.

Es erschient ein griesgrimmig reinschauernder Kopf der vermutlich irgendwas wie: „Bitte warten“ oder so ausstieß.

Nach 15 Minuten raffte sich Sören auf, noch mal zu klopfen.

Der Pastor oder wer immer das war, war sichtlich ‚angepisst‘. Wir hatten uns erdreistet, ihn bei einer Brautbesprechnung zu unterbrechen. Kann er die nicht vorverlegen? Schon mal was von Terminplanung gehört?

Und dann durften wir eintreten.

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Die Ausführung der Kirchenführerin war recht interessant, aber nun kürzer als geplant. Das musste jetzt auf ein Minimum reduziert werden.

Es folgte der Besuch vom Polariamuseum (nicht zu verwechseln mit dem Polar Museum) mit kurzem Intro und Filmvorführung.

Danach fuhren wir über die Tromsøbrua zur Seilbahnstation Fjellheisen, die auf den gut 400 m hohen Berg Storsteinen führt.

Letztes Jahr bin ich nicht mit hochgefahren. Scheiß Höhenangst. Ich hasse Gondeln, die nur an einem Bindfaden hängen. Dieses Jahr war ich mutig. Ich hab’s gemacht. Ich war mit oben. Hatte ich doch im Internet Fotos gesehen, die vom Berg aus gemacht waren. Musste ich auch haben.

Bin also todesmutig in die Gondel gekrabbelt und habe die ganze Zeit nur unter die Decke gestarrt. Ich habe überlebt. Was soll ich sagen? Es war toll da oben!

Oben angekommen durfte ich unseren Fahrer Kurt mehrmals im Schnee ablichten. Davon gab es hier noch jede Menge. Obwohl Kurt bereits mehrere Norwegenfahrten hinter sich hatte, war er auch zum ersten Mal hier oben.

Der Blick vom Berg war großartig. Tromsø lag uns zu Füßen. Man erkannte die Eismeerkathedrale und die Tromsøbrua. Und sogar unser Hotel konnten wir ausmachen.

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Irgendwann mussten wir die Talfahrt antreten.

Über das Kvænangenfjell fuhren wir nach Alta, wo wir heute übernachteten.

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Teil 1330. Apr. 2021
Tag 10

In Nähe des Hotels gab es nicht viel Sehenswertes. So habe ich heute Morgen nur die Nordlichtkathedrale abgelichtet.

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Gegen 8 Uhr war Koffer laden angesagt und dann fuhren wir Richtung Nordkap.

Die letzten Tage waren allesamt ohne Regen verlaufen und wir hatten meistens blauen Himmel und recht angenehme Temperaturen. Je mehr wir uns nun Richtung Norden vorgearbeitet hatten, desto kälter wurde es. Ich gestehe eigentlich selten Fehler ein; aber für die nächsten Tage hatte ich nicht die richtigen Klamotten mit. Eine dickere Fleecejacke oder ein Pullover mehr hätten nicht geschadet.

Wir machten einen Halt im winzigen Fischerdorf Kamøyvær. Hier leben nur 70 Einwohner. Es bestand die Möglichkeit zum Besuch einer kleinen Kunstgalerie.

Die ausgewanderte Deutsche, die nach eigenen Angaben hier mit Mann und einem Kater wohnt, ist eine begnadete Erzählerin. Auf amüsante Weise erzählte Sie von ihrer Arbeit, wie sie mit einer eigenartigen Technik farbenfrohe Motive aus Papierschnipseln entstehen lässt.

Es machte wirklich Spaß ihr zuzuhören. Natürlich kaufte auch der ein oder andere ein kleines Souvenir.

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Den Abstecher nach Skarsvåg sparten wir uns. Die Wanderung zum „Kirkeporten“ (Berg mit Blick auf das Nordkap) fiel sowieso wegen Unbegehbarkeit (zu viel Schnee) aus.

Irgendwann zwischen 13 und 13.30 Uhr kamen wir am Nordkap an. Mein Wetter war es nicht. Null Grad und eiskalter Wind. Brrrrr. Aber es war trocken. Und kaum Touristen anwesend. Ich habe mehrere Anläufe gebraucht um meine Fotos zu machen. Zwischendurch war immer wieder ‚aufwärmen‘ in der Nordkaphalle angesagt.

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Im Gebäude gibt es eine Ausstellung über die Geschichte des Kaps sowie die nördlichste Kapelle der Welt. Es gibt ein Restaurant und einen Souvenirshop. Hier sind Briefmarken vom Nordkap erhältlich. Die passenden Postkarten konnte man mit einem Nordkapstempel versehen lassen.

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Nach fast drei Stunden Aufenthalt ging es weiter nach Hammerfest zum Aussichtspunkt Salen oberhalb der Stadt. Hier stieß eine Einheimische zu uns und zeigte uns von hier oben den Belugawal, Schemenhaft konnte man ‚Hvaldimir‘ im Hafenbecker erkennen. Da dieser Wal ein Halsband mit Kamera getragen hat, hatte man wirklich vermutet, dass es ein Spionagewal sei, der vom russischen Militär eingesetzt worden ist. Stand jedenfalls bei uns in der Presse und war auch im Internet so oder ähnlich zu lesen. Jedenfalls wurde ‚Hvaldimir‘ schnell der Liebling heimischen Bevölkerung.

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Bevor wir zum Hotel fuhren, hielten wir noch für eine kurze Besichtigung an der Meridiansäule an.

Irgendwann waren wir dann fertig mit Schönschreiben und fuhren zum Hotel. Wir hatten unsere Zimmer bezogen, genüsslich gespeist und wollten jetzt nur noch einen Absacker.

Gute Nacht!
Teil 1401. Mai 2021
Tag 11

Bei schönstem Wetter trat ich vor die Hoteltür. Ganz früh morgens ging ich auf Waljagd. Ich habe ihn auch gefunden und einige Fotos gemacht. Die Bilder sind aber nicht so prickelnd.

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Dann bin ich mutterseelenallein am Hafen rumgestiefelt. Da saßen 2 Jugendliche. Morgens um 6 Uhr. Einer kam auf mich zugesprungen. Ich habe meine Kamera noch fester umklammert und gedacht: ‚Was kommt jetzt?‘

Der nahm mich sofort in den Arm und fragte: „Tourist?“

Ja sicher, was sonst?

„Woher, wohin und alles und so? Brauchst keine Angst haben. Das ist kein Überfall.“

Da bin ich aber beruhigt.

Und dann haben wir uns nett eine Viertelstunde unterhalten.

Heute war Sonntag. Frühstück gab es ab 8 Uhr. Auch hier konnte man den Einfluss unseres Reiseveranstalters sehen. Da 8 Uhr für uns relativ spät war, hatten unser Reiseunternehmen gegen zusätzliche Bezahlung Frühstück ab 7 Uhr gebucht. Der Frühstücksraum war ausschließlich für unsere Gruppe hergerichtet. Andere Reisende, die auch schon auf den Beinen waren, schauten neidisch in den Speisesaal, wurden aber vom Personal nicht reingelassen.

Gut gestärkt fuhren wir zurück nach Alta. Hier stand die Besichtigung des Museums und der Felsenmalereien im Freilichtmuseum auf dem Programm. Bei der Führung begleitete uns eine deutschsprechende Mitarbeiterin des Museums.

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Nachmittags ging es von Skjervøy mit dem Hurtigrutenschiff M/S Lofoten zurück nach Tromsø. Das Abendessen nahmen wir heute auf dem Schiff ein. Hier war ein Bereich für uns reserviert. Die Tische waren ansprechend gedeckt. Auch das Menu war reichhaltig und lecker.

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Das Foto vom Sonnenuntergang ist nachts vom Schiff aus um 23.30 Uhr gemacht worden. Gegen 23.40 legte die Hurtigruten in Tromsø an. Wir gingen von Bord und legten die Strecke zum Hotel zu Fuß zurück. Das waren nur wenige Meter, die wir laufen mussten.

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Kurz vor Mitternacht war die Sonne fast untergegangen. Kurz nach Mitternacht ging sie wieder auf. Das ist schon ein irres Naturschauspiel.

Trotzdem habe ich während der gesamten Rundreise auf eine Schlafmaske verzichtet. Auch die Verdunkelungsgardinen in den Hotels habe ich nie zugezogen. Ich habe mich einfach dem Licht hingegeben. Wenn hell – dann wach. Immer hell – immer wach!
Auf dem letzten Bild sieht man, wie hell es um 00.23 Uhr ist.

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Wie übernachteten erneut in dem Hotel, wo wir vor 3 Tagen schon genächtigt hatten.
Teil 1502. Mai 2021
Tag 12
Da es gestern doch recht spät geworden war, durften wir es heute beim Frühstück ein wenig gemütlicher angehen lassen. Der heutige Tag bestand nur aus ‚Kilometer machen‘.

Für kurz vor 9 Uhr war Kofferladen angesagt. Danach fuhren wir nach Brensholmen und ab da mit einer Fähre rüber zur Insel Senja. Dort wurde um die Mittagszeit die Bordküche geöffnet und es gab erneut Brühwürsten mit Toast. Außerdem wurden Kaffee und Schokoplätzchen verteilt.

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Nach ein paar Fotostopps kamen wir nachmittags in Narvik an.

Wir bezogen unser Hotel. Mein erster Weg führte mich auf die Dachterrasse. Der Ausblick war aber nicht so prickelnd. Also unternahm ich nur in der näheren Umgebung einen kleinen Spaziergang.

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Morgen war Fahrerwechsel angesagt. Kurt stellte abends beim Abendessen unseren neuen Fahrer vor. Raimund war auch ein richtig netter und ruhiger Typ. Er war ein paar Jährchen jünger als Kurt. Machte aber einen total sympathischen Eindruck.

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Kurt flog morgen früh nach Bergen. Unser Reiseveranstalter legt unheimlich Wert auf die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer. Und wenn das Maximum an Fahrzeit ausgeschöpft ist, wird der Fahrer ausgetauscht. Unser neuer Fahrer hatte einen sicheren Fahrstil.

Heute zog es alle recht zeitig in die Zimmer.
Teil 1603. Mai 2021
Tag 13
Heute fuhren wir durch das Hochgebirge. Die Landschaft war noch mit Schnee bedeckt. Die langen Tage zollten ihren Tribut. Man hörte im Bus das ein oder andere Schnarchgeräusch.

Sören war auch nicht so gesprächig wie die letzten Tage. Was allen zu Gute kam.

Viele dösten vor sich hin. Lasen ein Buch oder studierten den Reiseführer. Ich hatte mir die Ohrstöpsel aufgesetzt und hörte Musik. Endlich hatte ich auch mal Zeit, meine Bildausbeute am Tablet zu betrachten.

Von Skarberget fuhren wir erneut mit einer Fähre – diesmal ging es über den Tysfjord nach Bognes. Heute bekamen wir hautnah zu spüren, welche Vorteile ein einheimischer Reiseleiter bringen kann.

Während der Fahrt zum Bootanleger wurde es vorne zwischen Sören und Raimund ein wenig lauter und unruhiger. Sören spornte Raimund an, schneller zu fahren. Wir waren anscheinend ganz schön knapp in der Zeit. Als zwischen unserem Bus und dem Anleger nur noch zwei Kurven lagen, griff Jens zum Handy. Ich möchte nicht wissen, wieviel Nummern der so gespeichert hat.

Im Nachhinein haben wir erfahren, dass Sören mit dem Kapitän der Fähre telefoniert hatte. Diese lag am Anleger und war im Begriff abzulegen. Sören hatte es wirklich geschafft, dass die Fähre zwei Minuten später ablegt. Wir sind mit Vollgas auf die Fähre gedonnert. Ich glaube, die Hinterräder waren noch an Land, da legte die Fähre ab.

Bei der Weiterfahrt mit dem Bus folgte die Polarkreisüberquerung von Nord nach Süd und auf dem Parkplatz des Polarkreiszentrums gab es auch wieder Sekt. Hier machten wir einen längeren Stopp. Es lag noch so viel Schnee, dass man eine ausgiebige Schneeballschlacht hätte machen können. Die meisten Reisenden interessierten sich aber mehr für die Toiletten im Gebäude. Am Eingang grinsten uns zwei große Trolle an.

Im kuschelig warmen Gebäude fand man Touristenbedarf aller Art. In der kleinen Cafeteria gönnten sich einige Leutchen einen Snack oder einen Kaffee.

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Nach dieser längeren Pause fuhren wir in südlicher Richtung weiter. Nach zwei erneuten Stopps kamen wir am Endziel in Mosjøen an. Wir gestalteten unseren Abend im Hotel. Vor die Tür zu gehen hatte niemand mehr Lust. Es regnete auch schon wieder. Oder immer noch?
Teil 1704. Mai 2021
Tag 14
Es war ein klarer Morgen. Die Sonne schien. Endlich mal kein Regen. Wer weiß, wie lange noch? Ich war froh, vor dem Frühstück mal wieder vor die Tür zu kommen.

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Mosjøen machte auf mich den Eindruck eines beschaulichen Örtchens. Sören hatte uns gestern empfohlen, die ‚Strandgata‘ mal zu abzulaufen. Hier gäbe es die meisten bunt angestrichenen Holzhäuschen. Einige von ihnen stehen angeblich sogar unter Denkmalschutz. Und die Häuserzeile gehört wohl zu den Touristenzielen schlechthin.

Nach dem Frühstück setzten wir unsere Reise fort. Den ersten Fotostopp des Tages legten wir am Wasserfall Laksfossen ein.

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Die Weiterfahrt führte uns durch die Pampa und über eine Hochebene erneut Richtung Trondheim.

Um die Lenkzeiten einzuhalten, musste unser Fahrer mittags einen Stopp einlegen. Wir hielten an einem kleinen Bistro. Hier gab es was zu Futtern. Anschließend hatten wir noch Zeit, uns die Beine zu vertreten.

Gegen 15 Uhr kamen wir in Trondheim an. Hier nutzten wir die Möglichkeit, auf den 124 Meter hohen Fernsehturm zu fahren. Angeblich ist der Turm eine der bestbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Kein Wunder, bei dem Ausblick von der Plattform.

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Nachmittags kaperten wir noch eine Fähre. Nach der Ankunft am Anleger nahmen wir Kurs Kristiansund, wo wir auch übernachteten.

Nieselregen hielt alle davon ab, die nähere Umgebung zu erkunden. So saßen wir in geselliger Runde noch bis kurz vor Mitternacht zusammen.
Teil 1805. Mai 2021
Tag 15

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Wir machten einen kurzen Stopp im Fischerort Bud

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und fuhren anschließend zur Rosenstadt Molde. Dort steuerte Raimund unseren Bus auf die Fähre nach Vestnes und nach einer weiteren Stunde Fahrt trafen wir in Ålesund ein.

Natürlich hatte ich mich vor der Buchung der Reise im Internet mit der Reiseroute, den Hotels und den Sehenswürdigkeiten auseinandergesetzt. Für mich schien Ålesund ein richtig farbenprächtiges Städtchen zu sein. Ich hatte im www jede Menge tolle Fotos gesehen.

Daher hatte ich mich richtig auf Ålesund gefreut. Raimund kutschierte uns zunächst auf den Aksla. Von diesem Berg aus hat man einen schönen Blick auf Ålesund und die Nachbarinseln. Aber nicht heute. Wir waren noch nicht ganz ausgestiegen, da begann zu schütten.

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Was machen wir denn falsch?

Anschließend fuhren wir zur Stadt runter und Sören unternahm mit uns einen einstündigen Stadtrundgang. Gott sei Dank tröpfelte es nur noch ein wenig. Hin und wieder kam sogar die Sonne zum Vorschein. Es gibt in Ålesund viele im Jugendstil gebaute Häuser. Besonders die Gebäude in der Fußgängerzone sind wirklich sehenswert. Mein Eindruck bestätigte sich. Ålesund ist ein wunderschönes Städtchen. Aber nicht bei Regen. Da muss ich also noch mal hin.

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Dann ging es den Trollstigen hoch. Diese Passstraße ist nur ein paar Monate im Jahr geöffnet und zwei Tage vor unserem Eintreffen erst freigegeben worden. Als wir auf dem Parkplatz am Trollstigen Cafe ankamen war es zwar trocken. Aber schweinekalt. Das Café hatte noch geschlossen. Es bestand keine Chance sich aufzuwärmen. Nur im Tourishop. Und auf den öffentlichen Toiletten. Aber da gibt es angenehmere Orte!

Hier oben war nix los. Letztes Jahr war es hier im Hochsommer so nieselig und diesig, dass ich nur ein paar Fotos gemacht habe. Trotz des miesen Wetters parkten hier damals -zig Reisebusse und Hunderte von PKW und Motorräder. Heute konnte man die Autos oder Busse an zwei Händen abzählen.

Irgendwie war das heute Nachmittag ein eigenartiges Licht. Fast schon gespenstisch.

Ich bin den Laufsteg bis zum Aussichtspunkt gelaufen. Der Blick in die Tiefe prallte aber an Nebelwänden und tiefhängenden Wolken ab. Normalerweise hätte man hier ins Tal und die Haarnadelkurven des Trollstigen sehen können.

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Lange hielt ich es dort aber nicht aus. Ich habe wirklich gedacht, ich erfriere. Konnte kaum noch den Auslöser der Kamera betätigen. Der reine Selbsterhaltungstrieb. Aber ich habe zwei oder drei nette Fotos machen können. Glaube ich jedenfalls. Was macht man nicht alles dafür?

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Irgendwann mache ich wieder Urlaub in Griechenland oder Afrika.

Anschließend fuhren wir über die Adlerstraße zum Geirangerfjord. Die Übernachtung erfolgte in Geiranger.

Auch hier Regen, Regen und kein Ende. Das gute Essen, eine nette Gesprächsrunde und zwei Mack verdrängten die Gedanken an schlechtes Wetter aber schnell. Eigentlich waren wir eine pflegeleichte Truppe. Vor allen Dingen stets pünktlich.
Teil 1907. Mai 2021
Tag 16
Eigentlich war für heute ein Abstecher auf den Dalsnibba geplant. Das ist ein Berg mit 1500 m Höhe und wunderbarem Blick auf den Fjord. Die Straße war allerdings wegen Neuschnee gesperrt. Deshalb war nichts mit Blick!

Also fuhren wir nach einem guten Frühstück als Ausgleich zum Norsk Fjordsenter. Das kleine Museum war für diesen Regentag genau das Richtige! Es war meiner Meinung nach wirklich interessant und sehenswert. Leckere Waffeln gab es hier auch zu kaufen.

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Sören hatte uns eine beklemmende Geschichte über die Traumkulisse Geiranger erzählt.

Einer dieser Berge, die aus relativ losem Gestein bestehen, bedroht Geiranger. Im Laufe von etlichen hundert oder tausend Jahren hat sich ein senkrechter Riss ins Felsmassiv gefressen. Wissenschaftler wissen, dass sich irgendwann ein riesiger Teil des größten Berges lösen und in den Fjord fallen wird. Daher ist auch die Spalte komplett mit Sensoren bestückt, die jede Bewegung messen und an Messstationen weitergeben.

Jeder weiß, dass das Unglück passieren wird. Aber keiner weiß wann.

Man spricht hier von 50 Millionen Kubikmeter Gestein, die dann in den Fjord fallen würden. Es würde sich eine Flutwelle von 60 bis 80 Metern Höhe aufbauen und natürlich alles mitreißen.

Geiranger sei mit einem Frühwarnsystem und -zig Sirenen ausgestattet. Und alle Einwohner Geirangers hätten eine Warn-App auf ihrem Handy.

Nach Alarm hat man angeblich noch 10 Minuten Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.

Die Schilderung war beeindruckend und beklemmend. Diese Situation wurde in „The Wave“ verfilmt. Wenn man mal hier im Ort war, kann man die Filmhandlung sehr gut nachvollziehen. Und auch die Fluchtwege – die steilen Straßen nach oben ins Gebirge!

Doch diese Gedanken verdrängten wir. Wir hatten eine Stunde Freizeit und konnten Geiranger auf eigene Faust erkunden. Bei Regen und Kälte machte es natürlich keinen Spaß. Schirm halten war wegen des Sturms unmöglich. Eine Regenjacke total hinderlich. Also habe ich mir kurzerhand noch eine Schirmmütze gekauft. Im Sommer wird hier wohl Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschen. Ich möchte nicht wissen was hier los ist, wenn hier noch zwei oder drei Kreuzfahrtschiffe ankern.

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Wir waren froh, als wir für die einstündige Kreuzfahrt über den Geirangerfjord einschiffen konnten.

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Aber auch hier: Orkanartiger, eiskalter Fahrtwind. Und eigentlich nur unter Deck auszuhalten. Die Wasserfälle gaben gar nichts her. Alles grau in grau.

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Dann ging es zum Briksdal-Gletscher. Die Wolken produzierten wieder nur Nieselregen. Wer nicht laufen wollte, konnte sich mit Wägelchen, ähnlich Golfwagen, nach oben fahren lassen. Das war kostenpflichtig. Es war für mich gut angelegtes Geld. Ansonsten waren alle Eintrittsgelder etc. im Reisepreis enthalten. Wir fuhren im Nieselregen nach oben. Als wir am Ziel ausstiegen, schien die Sonne. Unglaublich. Es wurde sogar richtig warm. Ich bin dieses Jahr bis zum Gletschersee durchgelaufen. Letztes Jahr hatte ich es lungentechnisch nicht ganz geschafft.

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Die Übernachtung erfolgte in Jølster.
Teil 2008. Mai 2021
Tag 17
Heute Morgen fiel mein Rundgang aus. Es regnete. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Borgund. Dort gab es eine kleine Führung; wir konnten die Stabkirche begucken.

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Dann Weiterfahrt nach Flåm, wo es an Bord der Flåmsbahn ging. Mittlerweile regnete es in Strömen. Die Stimmung kippte bis auf den Nullpunkt.

Trotz des miesen Wetters war hier die Hölle los. Japaner, Koreaner, Amis, Deutsche, Spanier, Holländer, und, und, und. Ich möchte nicht wissen, wie es hier im Sommer aussieht.

In Waggon 7 waren für unsere Gruppe Plätze reserviert. Ohne Reservierung geht hier vermutlich gar nichts. Jeder Platz war besetzt. Aber eben wegen der Reservierung gab ein auch keine Pöbeleien oder Rempeleien.

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Die Sicht aus dem Zug heraus war gleich Null. Trotzdem folgte ein kurzer Stopp am gut 90 Meter hohen Wasserfall Kjosfossen. Wer bis zum Einsteigen in den Zug noch nicht nass geworden war, wurde es spätestens jetzt.

Die Gischt des Wasserfalls umhüllte den kompletten Halteplatz, von der die Mitfahrenden ihre Fotos machten.

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Plötzlich tauchte wie aus dem Nichts in rund 100 Metern Entfernung auf einem Felsplateau Huldra auf. Huldra ist eine sagenumwobene Gestalt. Ein weiblicher Troll, eine Waldkreatur oder Waldfee (es gibt vielartige Definitionen), die durch Gesang Männer antörnen wollte.

Huldras monotoner Gesang kam natürlich vom Band. Sie selbst hüpfte nur ein wenig herum und spielte mit ihrer blonden, wallenden Haarpracht. Meiner Meinung nach war das ein Kerl.

Was macht man nicht alles für Touristen?

Als alle durchnässt waren ging die Fahrt weiter nach Myrdal. Im Bahnhof Mydral gibt es ein kleines Café. Es war beheizt und die Wärme war richtig wohltuend. Zeit für Kaffee und ein Stückchen Kuchen war auch noch. Dann kam die Bergenbahn und wir fuhren mit ihr Richtung Tal.

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Die Flambahn mag ja ganz nett sein, wenn man sommertags die Fenster öffnen kann und etwas sieht. Sie hat auch etwas Nostalgisches. Aber die Bergenbahn? Ich weiß nicht. Wird meiner Meinung nach im Katalog zu hoch angepriesen. Ist nicht so der Brüller.

In Ustaoset war für uns Endstation. Wir verließen den Zug. Raimund war vorausgefahren und wartete bereits auf uns.

Spätestens hier wurde uns noch mal bewusst, dass eine Busrundreise auch Vorteile hat. In Flåm aussteigen – in Ustaoset wieder einsteigen. Das mach‘ mal als Selbstfahrer!

Die Nacht verbrachten wir in einem Hotel in Eidfjord. Es war dasselbe Hotel wie letztes Jahr. Es ist im Landhausstil gebaut und liegt total romantisch direkt am Fjord.

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Nach dem Abendessen unternahmen noch einige Leute einen kleinen Spaziergang. Zu guter Letzt saß eine ganz schön große Runde zusammen, um den letzten Abend an Land zu genießen und zu begießen.

Gegen 23 Uhr löste sich die Gruppe aber Richtung Bett auf. Morgen früh hieß es wieder ganz früh raus aus den Federn.

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