2008 Namibia / Botswana once in a lifetime or not ?
Im Jahr 2008 wollten wir unsere vierte Afrika Reise Dank einer Jubiläumszahlung des Arbeitgebers meiner Esmeralda in Namibia starten und im teuren Botswana enden lassen. Die teuerste Reise unseres Lebens bereitete uns einiges Kopfzerbrechen. Soll man wirklich so viel Geld ausgeben ? Ist es das wert ? Wir beantworteten die Fragen mit „ja“ und Kerstin plante wie immer sehr frühzeitig und wir bekamen schon damals wichtig Infos aus diesem Forum. Den Botswana Teil buchten wir über Outback Africa in einem Package, das eine organisierte Zeltsafari im Delta, Chobe, Vic Falls und Pom Pom beinhaltete.
Dann begann die noch vor Urlaubsantritt die Finanzmarktkrise. Da wir im Finanzwesen arbeiten, hatten wir echte Zukunftsängste. Ich hatte einen Hörsturz und Höllenstress. Wir dachten wirklich, dass wir solch eine Reise niemals wiederholen könnten. Und haben sie deswegen doppelt genossen.
Ich werde die Zeit ohne Afrikareise nutzen, um auf Grund meiner alten Reisetagebücher unsere Urlaubserinnerungen aufzufrischen. In erster Linie für uns selbst.
Wer dabei sein möchte, ist herzlich Willkommen ! Wer kein Interesse an solch ollen Kamellen hat…. da habe ich Verständnis dafür. Natürlich freue ich mich über jeden Mitreisenden.
Die Bilder sind in diesem Urlaub digital entstanden. Wir fotografierten mit einer 400D mit einem lichtschwachen 70-300er und dem Kit Objektiv im Automatik Modus.
Teil 212. Juni 2020
09. und 10.08.2008 Frankfurt-Windhoek mit Air Namibia Original Reisebericht Zitate in blau
Nach drei Südafrikareisen (2006 und 2007) und unserer für unsere Afrika-Leidenschaft verantwortliche Namibia Ersttäter-Tour sollte es nun wie gesagt über Namibia nach Botswana gehen. Das Wort Namibia verursachte damals fast körperliche Schmerzen der Sehnsucht in mir.
Und so ging es für uns zwei von der Finanzmarktkrise gebeutelten Banker voller Vorfreude und Reisefieber auf die große, vierwöchige Runde. Erstmals hatten wir einen 4x4 in Windhoek gebucht. Abgegeben werden sollte er in Kasane.
Der Flug startet recht pünktlich um 22:40 Uhr. Kerstin hat leider mal wieder leichte Halsschmerzen, die aber sofort mit den mitgebrachten Medikamenten bekämpft werden. Der Flug ist angenehm ereignislos. Kerstin schläft etwas länger als ich. Beim Anflug auf Windhoek bekomme ich sentimentale Gefühle.
Nach kurzer Wartezeit kommen die Koffer und überraschend freundliches Personal übergibt uns unseren Nissan Hardbody 4x4 3,0 Liter TD. Erst auf Nachfrage erhalten wir dann auch den bestellten 2. Ersatzreifen. Dann geht es sofort los in Richtung Panorama Rock. Nach 3 KM Asphalt geht es auf eine Pad, wo wor sofort die Vorzüge des 4x4 schätzen lernen (schäääääääm) !
Das Ding fährt wie auf Schienen und wir cruisen ganz entspannt durch ödes Buschland. Neben einigen Oryx sehen wir eine Riesentrappe. Nach knapp 50KM taucht linker Hand die Panorama Rock Lodge auf. Über roten Sand geht die Farmpad strack auf den Berg zu, auf dem die Lodge thront.
Am Fuß der Auffahrt erwartet uns ein kerniger Südwester. Er stellt sich als Gunnar Jensen vor. Nach kurzer Auffahrt erreichen wir die Lodge, wo Marinda Jensen auf uns wartet. Es gibt unglaublich leckeren Karotten-Ananas Kuchen. Inzwischen sind auch die beiden Söhne Bergran und Sören angekommen. Sie waren mit einem Quad unterwegs. Es stellt sich bald heraus, dass es zwei echte Prachtkerle sind. Wir sitzen zusammen auf einem rustikalen Ledersofa und genießen den gigantischen Rundumblick in die Weite. Unsere Hütte liegt ca. 100 Meter unterhalb, ist zweckmäßig eingerichtet und hat vom Bett aus ebenfalls eine tolle Aussicht.
Die Zeit vergeht schnell. Gunnar erklärt uns eine kleine Wanderung am Fuß des Hügels, zu der wir Spätnachmittags starten. Die Stille, das trockene Gras und der rote Sand bringt uns das so heiß ersehnte Afrika-Feeling wieder.
Nach einer knappen Stunde sammelt uns Gunnar wieder auf. Mit dem offenen Toyota Landcruiser genießen wir den spektakulären Sonnenuntergang hinter den Hügeln. In der Lodge empfängt uns Marinda mit Gin Tonic, Biltong, Oryx Schinken und Boerewors. Im Freien genießen wir die unfassbare Abendstimmung mit einem tiefroten Streifen am Horizont und netten Gesprächen.
Nahtlos geht es zum Abendessen am festlich gedeckten Tisch über. Der Kamin in der Mitte des Raumes ist an und bei einem leckeren KWV Wein gibt es Oryx Geschnetzeltes mit Kalahari Trüffeln von der Farm.
Dieses Essen ist bis heute eines der besten, das ich jemals serviert bekam. Wir fühlen uns bereits wie bei Freunden. Gegen 22:00 Uhr ruft das Bett. Es war ein toller erster Tag !
Teil 313. Juni 2020
11.08.2008 Panorama Rock Original Reisebericht Zitate in blau
Um 06:00 Uhr bin ich wach. Aus dem Bett sehe ich den rötlichen Himmel und warte ca. ½ Stunde auf den Sonnenaufgang. Ein tolles Bild, wie der glutrote Ball hinter den Hügeln hervor kommt !
Um 08:00 Uhr treffen wir uns mit Marinda zum Essen, Gunnar ist in Windhoek. Wir verquatschen uns schon wieder mit Marinda. Um viertel nach 9 brechen wir zu einer kleinen Wanderung auf. Ohne Plan geht es über Wildpfade quer durch den Busch.
Wir sehen viele Tierspuren, Vögel und lauter interessante kleine Sachen und sind allerbester Laune.
Gerade als es uns zu heiß wird, sammelt uns Gunnar zum Frühstück auf. Bergran hat sich inzwischen mit Kerstin angefreundet und sie kaspern immer wieder herum.
Es gibt leckeres selbstgebackenes Brot und Spiegeleier. Nach dem Frühstück starten wir mit Gunnar und den Jungs zu unserer allerersten Quad Tour im Leben.
Nach anfänglicher Vorsicht geht es kreuz und quer über die Farm. Bergran fährt mit seinen 5 Jahren zum Teil selbst. Immer wieder sehen wir Tiere, die aber schnell flüchten. Unser Ziel ist das 8 KM entfernte Farmgebäude.
Auf der Veranda gibt’s Knabberzeug und Marinda zeigt uns die einfache Farm. Gunnar fährt uns dann mit dem Hilux zurück zur Lodge, wo wir mit Gunnar und Bergran zu einem Gamedrive starten.
Wir sehen etliche Antilopenarten, Giraffen und ein Kudu-Skelett mit Geiern, Adler und eine Kuduherde, die einen Springbock jagt.
Den Sonnenuntergang genießen wir mit einem Gin Tonic an einem Baum mit Gesellschaftswebernest.
Dann geht es zurück zur Lodge.
Gin Tonic, Rust en Vrede Wein, Eland Steaks und überhaupt wieder ein unglaublich leckeres Essen begleiten lustige Gespräche über Missgeschicke.
Wir lernen, dass Möhren gut für die Augen sind ! „Have you ever seen a rabbit with glasses?“
Müde und voller schöner Erlebnisse im Kopf fallen wir kurz vor 10 ins Bett….
Teil 414. Juni 2020
12.08.2008 Panorama Rock nach Erongo Wilderness Original Reisebericht Zitate in blau
Erneut kann ich vom Bett aus den tollen Sonnenaufgang beobachten. Dann gibt es leckeres Frühstück mit Wurst vom deutschen Metzger und lebhafte Gespräche.
Bergran hat wieder seinen Keilerzahn dabei. Mit sehr traurigem Gefühl verlassen wir diesen tollen Platz und fahren hinter unseren Gastgebern her nach Windhoek. Es geht im Eiltempo hinter Gunnar her zu ihrem Wohnhaus, denn er hat einen schleichenden Platten.
Marinda zeigt uns ihr schönes Wohnhaus. Danach fahren wir mit Gunnar in ein modernes Einkaufszentrum. Kerstin kauft Wanderschuhe (ihre mitgebrachten waren bei der ersten kleinen Wanderung kaputt gegangen) und ich 2 Hemden und eine Hut. Gunnar lädt uns noch auf eine Tasse Kaffee und Gebäck bei ihnen zu Hause ein. Danach müssen wir uns traurig von unseren perfekten Gastgebern verabschieden.
Wir hatten einen absolut traumhaften Beginn. Panorama Rock war eine kleine Überraschungskiste. Der eigentliche Verwalter hatte die Jagdfarm verlassen. Dadurch hatten wir die tolle Betreuung der Jensens.
Etwas wehmütig machen wir uns auf den Weg ins Erongo. Hoffentlich sehen wir die beiden wieder ! Aber das ist eine andere Geschichte! Die Fahrt führt uns fast nur über Schotter und ist ereignislos.
Auf diesem Streckenabschnitt durften wir leider nur 100 fahren. Immer diese dämlichen Geschwindigkeitsbeschränkungen 🙁 😐 😣 😎
Gegen 16:30 Uhr erreichen wir die Erongo Wilderness Lodge.
Eine tolle Kulisse wartet hier auf uns. Wir werden mit einem 4x4 zur Rezeption gefahren und beziehen unser Zelt, dass wir über Holzstege erreichen. Die Lage unserer Einheit ist „mittelgut“ . Kerstin ist nicht ganz zufrieden (der Preis war auch ganz schön heftig). Das Zelt liegt in der Mitte der Anlage hat aber einen schönen Ausblick.
Rasch ersteigen wir einen nahen Berg, leider erst knapp nach dem Sonnenuntergang.
Die Lichtstimmung ist trotzdem noch toll !
Totmüde essen wir das leckere Abendessen, trinken ein zwei Windhoek und gehen früh zu Bett. Zusammengekuschelt lässt sich die Kälte gut aushalten. Irre Tiergeräusche und das Echo der Berge begleitet uns in den Schlaf. Erst später erfahren wir, dass es tatsächlich die Rufe der Dassies sind.
Teil 516. Juni 2020
13.08.2008 Erongo Wilderness Original Reisebericht Zitate in blau
Zusammengekuschelt haben wir die kalte Nacht überstanden, als um 06:00 Uhr brutal der Wecker klingelt. Nach einer schnellen Dusche treffen wir uns mit unserem Guide Charles und trinken eine Tasse Kaffee. Er ist gut drauf und witzelnd laufen wir zu einem Morning Walk los.
Die Sonne geht gerade auf und der Himmel färbt sich rötlich.
Immer wieder finden wir Tierspuren, hören die Vögel zwitschern und genießen die schöne Stimmung. Zwischen den Felsen hindurch erklimmen wir einen rosa leuchtenden Granithügel. Der dort herum lungernden Pavianrotte gefällt dies gar nicht.
Nur langsam treten sie den Rückzug an. Oben angekommen genießen wir den tollen Ausblick.
Über einen Bergrücken erreichen wir ein kleines Tal,
wo Charles berichtet, dass er dort kürzlich von einem „hoooribble Hoooneybadger“ angegriffen wurde. Der Honeybadger wollte ihn angeblich an seiner empfindlichsten Stelle treffen ! Charles ist schwer vorsichtig, Unter einem Termitenhügel ist sein Bau. Kleine Fliegen zeigen angeblich seine Anwesenheit. Wir gehen einen kleinen Umweg. Sicher ist sicher ! Noch heute sprechen wir vom „horrible Honeybadger“ !
Unter einem Felsvorsprung nehmen wir ein kleines Frühstück ein. Es gibt Aprikosensaft, Kekse und Trockenfrüchte. Über uns kreist eindrucksvoll ein Snake Eagle.
Nach vier Stunden kehren wir zufrieden zurück. Charles hat uns viele kleine Dinge gezeigt und erklärt. Unter anderem wissen wir jetzt, wie der Ameisenlöwe seinen Fang in seinem selbstgebauten Trichter macht.
Der Walk durch die tolle Landschaft war ein Volltreffer.
Nach einem opulenten Frühstück mit Eiern und Speck genießen wir in die Kühle der Zeltluft und machen ausgiebig Siesta.
Nach dem 3 Uhr Kaffee starten wir zum organisierten Nature Drive. Wir sehen Dik Diks und Kudus und erfreuen uns an der herrlichen Landschaft.
Nach der Besichtigung einiger Bischmann Zeichnungen gibt es unterhalb eines Adlerhorstes noch einen G+T und Campari O.
Die Sonne geht wieder glutrot unter und wir unterhalten uns mit netten Berlinern.
Wie jeden Abend sind wir totmüde und trauen uns keine Flasche Wein zu (habe ich das wirklich geschrieben?) ! Ach so….. Die hatten wir vor dem Dinner sowieso schon vor dem Zelt… (und ich dachte schon…)
Teil 620. Juni 2020
14.08.2008 Erongo Wilderness nach Cape Cross Lodge Original Reisebericht Zitate in blau
Um 06:39 Uhr klingelt der Wecker. Wir wollen in der schönen Morgenstimmung ein Paar Fotos schießen .
Langsam erklimmen wir den Felsen vom Vortag.
Wir werden von Klippirufen begleitet, der Echo von den Felsen zurückgeworfen wird.
Die Landschaft mit den ockerfarbenen Felsen ist atemberaubend !
Unterhalb einiger großer Felsen setzen wir uns hin, um die Dassies zu beobachten. Ca 50 Augen schauen uns missmutig an. Dann beginnt das Konzert der krächzenden Rufe. Ein irres Konzert in dieser stillen Einsamkeit !
Mit knurrenden Mägen und richtig begeistert geht es zurück zum leckeren Frühstücksbuffet.
Wir sind dort die ersten. Die netten Berliner vom Abend vorher setzen sich später an den Tisch nebenan. Von unserem Tisch aus beobachten wir Dassies, Mäuse, Lovebirds, verschiedene Tokos und vieles mehr !
Man kommt kaum zum Essen ! Leider müssen wir weiter, also checken wir aus und werden zum Auto gebracht. In Omaruru tanken wir erst einmal. Während Kerstin leckere Baumanns kauft, kerwerbe ich während dem Tanken ein kleines Kristall. Wir nehmen zur Weiterfahrt eine kleinere Pad und fahren lange durch ödes Buschland.
In einem kleinen Ort wissen wir nicht so richtig, wo es weitergeht. Der Weg durch ein kleines Rivier (trocken) erweist sich dann doch als richtig. Die Piste ist wie eine Berg- und Talbahn. Wir erreichen eine größere Pad und fahren Richtung Spitzkoppe.
Kerstin entdeckt Mitten auf der Pad ein Chamäleon. Fast hätten wir es überfahren.
Die Spitzkoppe ist ein beeindruckender Felsmonolith, den wir in einem großen Bogen umfahren. Gerne würden wir sie erkunden, aber ein kurzer Stopp muss langen. Bei jedem Halt suchen wir nach glitzernden Steinen.
Die tolle Landschaft verschwindet langsam im Rückspiegel und es wird zunehmend öder. Die Pad ist richtig gut und je näher wir in Richtung Meer kommen, umso dunstiger wird es.
Ca. 100 KM fahren wir durch wirklich NICHTS ! Ab Henties Bay geht es den Rest der Strecke über ein gute Salz-Pad nach Cape Cross. Wir checken in der Cape Cross Lodge ein und beziehen ein schönes Zimmer mit Meerblick.
Dann fahren wir schnell zu der nahen Robbenkolonie, denn sie schließt um 17:00 Uhr. Es sind etwas weniger Robben, als wir uns vorgestellt hatten.
Von den Stegen aus können wir das laute, stinkige Treiben der Tiere sehr gut beobachten.
Sie klettern Kreuz und Quer übereinander. Wir schießen unzählige Photos.
Am Ende läuft noch ein Schakal mit einem Fleischbrocken im Maul über den Weg (kein Bild).
Zurück im Hotel trinken wir am Kamin sitzend eine Tasse Tee und blättern in Fotobüchern herum. Nach einer Dusche gibt es Dinner. Ich esse Hake, Kerstin Chicken und eine Flasche Simonsig Chenin Blanc. Wie immer geht es früh ins Bett. Der Atlantik singt uns ein schönes Schlaflied und das Bett ist sssssehr gemüütlich.
Teil 721. Juni 2020
15.08.2008 Cape Cross – Doro Nawas Original Reisebericht Zitate in blau
Nach ca. 10 Stunden Schlaf gibt es ein gutes Frühstück, welches von der netten Bedienung vom Vorabend serviert wird. Dann machen wir einen halbstündigen Strandspaziergang.
Dann fahren wir weiter. Ca. 100 KM über Henties Bay nach Uis.. Der Himmel, die glatte Sandwüste und die kaum farblich zu unterscheidende Pad ergeben ein für unsere Augen anstrengendes, konturloses Gemisch an Farben.
Trotz allem sehen wir etliche Autos, meist Touris. Vor Uis sind link und rechts der Straße lauter kleine Stände, in denen Mineralien angeboten werden oder Hereros und Himbas um Fotos werben.
Nach Uis wird die Landschaft wieder abwechslungsreicher. Goldgelbes Gras rahmt rötliche Berge ein.
Vor Twyvelfontein bleiben wir ergriffen stehen. Irre Bergformationen in einem tollen Farbenspiel, mit dem Foto kaum einzufangen !
Trotz Bedenken fahren wir mit unserem voll beladenen Auto zu den Felsmalereien nach Twyvelfontein.
Kein Fehler. Es ist viel los und ein vertrauenserweckender Parkwächter passt auf. Unser weiblicher Guide heißt tatsächlich Monalisa.
Sie fährt uns zusammen mit 2 Bayern zu den eindrucksvollen Zeichnungen. Die Landschaft ist auch hier fantastisch. Der Abstecher hat sich wirklich gelohnt.
Nach einer dreiviertel Stunde sind wir zurück am Parkplatz. Jetzt ist es nicht mehr weit.
An einem kleinen Dorf vorbei geht es nach Doro Nawas,
wo wir freundlich und professionell begrüßt werden. Das Camp liegt in einer phantastischen Landschaft und wir bekommen eine schöne Hütte mit blick auf bizarre Bergformationen.
Wir sind begeistert und bestellen uns auf dem Sonnendeck des geschmackvoll eingerichteten Haupthauses Tee und Kuchen.
Bei zunehmend kühlen Wind und totaler Stille lassen wir unsere Blicke schweifen und genießen den Sonnenuntergang. Barking Geckos geben ein eindrucksvolles Konzert.
Oh wir wie es vermisst haben !
Leider wird es schnell kalt.
Die Zeit bis zum Dinner verbringen wir im Bett und genießen den Blick auf die pastellige Landschaft, die zunehmend von der Dunkelheit verschluckt wird. Das stimmungsvolle Dinner mit Simonsig Pinotage wird von mehreren Gesangseinlagen der Belegschaft begleitet.
Kerstin ist ganz gerührt. Es gibt Rind und Gemüse, guter Durchschnitt. Vollmond und Wolken verhindern einen perfekten Sternenhimmel. Und so geht es um 21:30 Uhr ins gemütliche Bett !
Teil 824. Juni 2020
16.08.2008 Doro Nawas Original Reisebericht Zitate in blau
Um 06:30 Uhr gibt es den verabredeten Wake Up Call, denn wir haben einen Guided Walk angemeldet. Wir verlassen das ultrabequeme Bett, gehen ins Bad und dann zum Frühstück.
Unser Guide steht schon bereit. Nach den obligatorischen Eiern mit Speck geht es schon los.
Insgesamt laufen wir knapp drei Stunden durch die Traumlandschaft. Der Guide zeigt uns interessante Dinge.
Wir sehen Springböcke, Hornbill, Ameisenlöwe, kleine Erdspinnen und allerlei Pflanzen gibt es zu sehen.
Nach unserer Rückkehr genießen wir die völlige Stille in der Lodge und legen uns auf unserem Balkon in die Sonne. Mittags gibt es kaltes Rindfleisch und Käseplatte. Wir setzen uns kurz an den Pool, dann kommen grußlos zwei aufgedonselte Amerikanerinnen an, die sich für ganz toll halten.
Also gehen wir zurück ins Chalet.
Dort nutzen wir die Außendusche, das macht echt Spaß !
Um 15:00 Uhr gibt es dann Kaffee und Kuchen bevor es mit dem Guide von heute Morgen los zur Elefantentour geht.
Teil 925. Juni 2020
16.08.2008 Doro Nawas Original Reisebericht Zitate in blau
Zusammen mit einem netten italienischen Paar aus Bologna und einem Paar aus London steigen wir in den Geländewagen und fahren in das traumhaft schöne Trockenflussbett des Aba Huab.
Dort wachsen im tiefen Sand knorrige Bäume. Wir sind wieder begeistert ! Der Landrover kommt überall problemlos durch.
Je später es wird, um so zackiger wird der Fahrstil unseres Drivers. Nach einem Funkspruch gibt der Guide richtig Gas.
Über kleine Baumstämme, Felsen und Felsen und Tiefsand geht es in ein kleines Seitental.
Die Sonne steht schon tief. Und dann sehen wir sie !
Erst einen und dann immer mehr Elefanten mit etlichen ganz kleinen stehen lautlos in der traumhaft schönen Landschaft !
Wir fahren weiter ran und sind alle ganz aufgeregt !
Immer näher tastet sich unser Auto an die Elefanten heran.
Zweimal kommt ein Bulle drohend an das Auto heran. Mir wird ganz bange ! Es sind noch 4-5 Meter Platz.
Als die Sonne dann ganz tief steht, sagt Leister:“Take your last pictures, we are leavin to the sundowner place“. ….. Er fährt ca. 100 Meter weg, steigt aus und baut einen Tisch auf. Unfassbar ! Den Sundowner direkt bei den Elefanten !
Als wir ausgestiegen sind, rennt der Chefelefant ohne Vorwarnung direkt auf uns zu ! Leister ruft: „In the car ! Quiiick!!!“ Ich bekomme echt die Panik.
Nach einiger Zeit ist der Elefant wieder zurück bei der Herde und wir steigen wieder aus und bekommen unsere Getränke. Dann beginnt das gleiche Schauspiel nochmal. Der Elefant rennt wieder auf uns los. Diesmal werfe ich vor dem Sprung ins Auto panisch meinen Gin Tonic nach hinten über die Schulter. Ich habe echt Angst.
Kerstin hat ihren Campari O natürlich völlig cool in den Sand gestellt. Nun steht der Elefant direkt vor Kerstins Kaltgetränk.
Dann zieht die Herde weiter und wir trinken aufgeregt und begeistert unsere Drinks ! Dann heißt es Abschied nehmen. Bei untergehender Sonne und aufgehendem Vollmond fahren wir durch die tolle Gegend zurück nach Doro Nawas.
Nach einer erfrischenden Freiluftdusche
geht es zum wieder stimmungsvollen Dinner, begleitet von schönen Gesängen und durchschnittlichem Essen.
Völlig begeistert von diesem wunderschönen, erlebnisreichen Tag und begleitet von einer Mondfinsternis geht es ins Bett.
Schon damals fanden wir das Verhalten des Guidesverantwortungslos. Wenn alles gut geht, ist es cool. Heute würden wir dem Guide deutliche Worte sagen !
Teil 1027. Juni 2020
17.08.2008 Doro Nawas - Okaukuejo Original Reisebericht Zitate in blau
Um 07:30 Uhr klingelt das Handy. Ich bin schon etwas früher wach und schreibe Tagebuch. Wir packen schnell unsere Sachen und haben das Gefühl, dass wir hier nicht weg wollen ! Wir Frühstücken auf der Terrasse im Freien, es ist angenehm warm. Ok, wir genießen das letzte Mal die wahnsinnig tolle Aussicht, dann heißt es Auschecken. Der Kofferboy winkt zum Abschied hinterher. Nun müssen wir wieder Kilometer schrubben.
Die Pad geht in Richtung Palmwag durch das traumhaft schöne Damaraland.
In unserem Auto ertönen immer wieder Ooooh’s und Aaaah’s. Goldenes Gras, Springböcke, Tafelberge, spitze Berge, trockene Riviere……
An der Seuchensperre vor Palmwag kaufen wir einem Jungen zwei ziemlich teure Macadamia Nüsse ab. Die Beamten schauen völlig bocklos zu. Die Tanke funktioniert mit einem Generator, den der Boy extra anwirft.
Dann geht es weiter in Richtung Kamanjab.
Nach einem Pass mit Warnschild „Elefanten“ wird die Landschaft unspektakulärer. Die Strecke (350 KM) zieht sich ganz schön.
Leider ist der Geldautomat in Kamanjab nicht betriebsbereit, es ist Sonntag. Wir sind heilfroh, als wir um ca. 15:30 Uhr endlich das Tor des Etosha erreichen. In Okaukuejo hat sich seit 2002 nichts verändert. Das Personal ist beim Einchecken immer noch genauso unfreundlich wie damals. Wir beziehen den Bungalow 89. Er liegt mitten im Camp am Rande des Campingplatzes. Innen sind die Häuser renoviert worden. Sofort geht es ans Wasserloch. Dort angekommen breitet sich das gleiche Gefühl wie vor 6 Jahren in uns aus. Hierher wollten seit unserem letzten Besuch unbedingt wieder zurück.
Viele Elefanten besuchen diesmal das Wasserloch.
Die Elefanten und die Nashörner im Sonnenuntergang bieten uns untermalt durch die Rufe der Hyänen und dem Brüllen der Löwen ein phantastisches Erlebnis.
Um 19:30 habe wir einem Tisch reserviert. Das Restaurant ist auch wie damals lieblos betrieben und es herrscht Massenbetrieb. Das Essen ist aber sogar ganz OK. Zügig kehren wir mit einer Flasche Wein bewaffnet ans Wasserloch zurück und ergattern einen Platz ganz rechts außen.
Alle Besucher sind absolut ruhig. Die Öffnung unserer Weinflasche hört sich so brutal laut an, Plopp ! Später kommt noch eine Nashornmama mit Jungem und später noch mehr Nashörner hinzu. Sie bedrohen sich gegenseitig und halten sich grunzend in Schach.
Die Tierbeobachtungen beschränken sich auf die Nashörner und Schakale. Einige Giraffen bringen Abwechslung.
Da ich gegen 22:30 Uhr auf der Bank einschlafe und sofort zu Schnarchen beginne, gehen wir ins Bett und Schlafen gut !
Teil 1128. Juni 2020
18.08.2008 Okaukuejo nach Etosha Aoba Lodge Original Reisebericht Zitate in blau
Aufstehen um 07:30 Uhr, Duschen, Packen und ab ans Wasserloch, wo Massen an Zebras, Kudus, und Springis sind.
Es ist immer ein beeindruckendes Bild, wie sich die Tiere untereinander verhalten.
Dann checken wir aus und gehen zum Massenveranstaltungs-Frühstück. Dort setzen wir uns raus und beobachten noch einige Glanz Stare.
Im Sichtungsbuch haben wir von Löwen gelesen. 10 Km nördlich sollen sie an einem Wasserloch liegen.
Wir fahren dort hin und haben keinen Erfolg. Also fahren wir nach Süden zu Okondeka und haben auch dort keinen Erfolg.
OK, also fahren wir langsam in Richtung unseres Zieles nach Norden.
An einem erhöhtem Aussichtspunkt zeigt uns ein crazy Franzose einen im Gras versteckten Löwen. Er sitzt ca. 20 Meter von uns entfernt auf dem Dach seines Hiluxes. Dann klettert er herunter und kommt lässig zu uns herübergelaufen. Wir sind fassungslos ! Er wirkt so lange cool, bis ich zu ihm sage:“ what do you think who is faster ? The lion or you ?“ Nun nutzt er sein Hirn wohl doch zum Denken und bekommt richtig Angst. Er traut sich nicht mehr zurück zu seinem Auto und bemerkt, dass der Löwe ihn beobachtet.
Er ist so ca. 100 Meter entfernt ! Totaler Wahnsinn…. Seine Freunde „retten“ ihn und kommen mit dem Auto rüber. DAS ist wirklich dumm !
Auf der Weiterfahrt machen es uns alle möglichen Tiere schwer, unser Ziel schnell zu erreichen. Massen an Giraffen und drei riesige Elefanten, die in Mitten einiger Autos stehen.
Mitten auf der Straße gelingen uns noch einige schöne Zebra Fotos.
So rast mal wieder die Zeit und erst nach 16:00 Uhr erreichen wir die Pad zur Aoba Lodge. Nach 12 KM holpriger Farmpiste werden wir sehr freundlich und mit einem Drink empfangen. Leider habe ich mir durch Zugluft einen steifen Nacken eingefangen, der sauweh tut.
Vor dem Dinner gehen wir zu einer kleinen Wasserstelle und trinken ein kühles Windhoek. Es gibt hier viele Böcke und Perlhühner.
Das Dinner wird nach einem Aperitif an der Bar im Außenbereich in wunderschöner Atmosphäre serviert. Überall stehen Feuerschalen herum.
Mein Daddy war schon hier und wurde beim Abendessen wegen Löwenbesuch am Wasserloch nach innen evakuiert. Bei uns bleibt es ruhig, bis wir um 22:30 Uhr ins Bett gehen.
Teil 1206. Juli 2020
18.08.2008 Etosha Aoba Lodge Original Reisebericht Zitate in blau
Da wir einen Gamedrive nach Etosha gebucht haben, stehen wir früh auf. Nach einem guten Frühstück geht es auf in den Park.
Leider tut mein steifer Nacken echt weh.
Gleich nach dem Gate
sehen wir einen Elefanten, der direkt an der Straße Äste frisst.
Nach kurzen Stopp in Namutoni geht es wieder in den Park. Neben all denüblichen Tieren sehen wir 4 im Gras liegende Löwen.
Die Etosha Pan ist mit Wasser gefüllt. An Besonderheiten sehen wir noch Reste eine jungen Kudu Kills im Baum, tote Fische in der Pfanne (!!!) und eine kleine, sehr süße Turtle, die über die Straße läuft. Als wir 5 Minuten später wieder umgedreht haben, liegt sie tot gefahren auf der Straße. Auch unser Guide ist fassungslos und noch heute müssen wir bei jeder Schildkrötensichtung daran denken !
Danach geht es zurück nach Etosha Aoba, wo wir uns zusammen mit den Bayern wortlos am Pool entspannen. Zwei kleine Mädels haben Spaß im Wasser !
Nach einigen Keksen und Kaffe geht es um 16:00 Uhr los zur Sundownerfahrt.
Wir sind nun alleine und steigen mit dem Guide von Heute morgen in „Schwiegermutter“ ein, einen 28 Jahre alten Landy. Er heißt so, weil er dauernd krank ist, aber nie stirbt (O-Ton Guide). Und das bewahrheitet sich schnell. 5 KM weit schafft er es, dann bleiben wir liegen.
Nach einigen Minuten kommt unser per Handy herbeigerufener Ersatzwagen (diesmal ein Landcruiser) mit einem weiteren Guide. Wir sichten bald die üblichen Verdächtigen und halten dann an einem Wasserloch mit Hochstand an. Beim Aussteigen scherzt Samuel „the last one will be taken by the lions!“. Ich bin der Letzte und lache „hahaha“ ! Einen Augenblick später bleibt er wie angewurzelt stehen und raunt „there’s a Leopard!“. Ja schon klar „hahahaha, you are kidding!“. Aber da ist wirklich ein Leopard und zwar ca. 50 Meter weiter im Gebüsch. Ich habe ihn selbst nicht gesehen. Plötzlich herrscht riesige Spannung !
Auf diesem Erinnerungsbild kann man ihn gut in der Bildmitte erkennen 😣 😗 😉 😛
Kerstin und auch die Guides verlieren den Leo aus den Augen. Er ist saugut getarnt. Dann entdeckt der zweite Guide Sam einen frischen Springbock Riss in einem Baum. Unglaublich, wie er ihn überhaupt finden konnte ! Erst mit meiner von mir geschossenen und stark vergrößerten Teleaufnahme ist er sich überhaupt erst sicher. Wir beschließen uns zum Sundowner an den Rand des Etoshas zu entfernen und dann in der Dunkelheit wieder zu kommen. Bei Gin Tonic und Campari O flachsen wir mit den wirklich sehr netten Guides.
Aber eigentlich hat jeder von uns nur den Leo im Kopf.
Und so fahren wir bei beginnender Dunkelheit zurück an den Schauplatz des Geschehens. Und im Licht des Scheinwerferkegels sehen wir ihn ! Einen prächtigen Leo, der unweit des Kills quer auf einem Ast liegt. Wow! Nebenan jaulen zwei Schakale und wir fahren mitten durchs Gebüsch näher ran. Ein super gespenstisches Bild verbunden mit einer totalen Anspannung !
Der arme Springi. Wir kommen erst kurz nach sieben zum Dinner zurück und sind vorher die Stars. Jeder will die Leo Geschichte hören. Beim Dinenr sitzen wir wieder mit den Bayern zusammen und tauschen Reiselatein aus. Bei stimmungsvollem Lagerfeuer und gutem Kudu klingt der Abend aus…. Um 22:30 Uhr gehen wir in begeisterter Stimmung ins Bett.
Teil 1308. Juli 2020
21.08.2008 Etosha Aoba Lodge nach Hakusembe Original Reisebericht Zitate in blau
Heute gibt es einen langen Fahrtag. Erstmals besuchen wir den Caprivi. Ca. 400 KM Asphalt stehen auf dem Programm, alles öde Landschaft. Mein Nacken ist immer noch steif. In Tsumeb wollen wir tanken und Reiseschecks cashen. Leider funktionieren die GA’s nicht. Also wartet Kerstin im Auto, während ich in die Bank gehe. Nach 45 Minuten hat die völlig überforderte Angestellte es geschafft mir Geld zu geben. Der Kurs ist grottenschlecht. Wir haben von der Stadt so die Schnauze voll, dass wir das Tanken auf später verschieben und weiter fahren.
Nach einem Veterinär-Kontrollpunkt beginnt merklich Schwarzafrika.
Kral an Kral leben die Farbigen, die Reisig und Schnitzkunst am Straßenrand verkaufen.
Immer wieder winken Kinder und alles wirkt sehr exotisch.
Kurz vor Rundu erreichen wir das Schild „Hakusembe“. Mitten durch Krale geht es über einen sandigen Weg in Richtung der Lodge. Diese macht auf Anhieb einen guten Eindruck.
Das üppige, inzwischen ungewohnte Grün, viele Blüten und der ruhig dahinfließende Okavango verwöhnen das Auge.
Am anderen Ufer ist Angola und man sieht ein Dorf mit Basthütten.
Spontan buchen wir die Abendbootsfahrt, die von einem netten Guide auf der Hakusembe River Queen durchgeführt wird. Leider ist auch eine deutsch/namibische Familie mit Eltern und verzogener Tochter dabei und noch ein italienisches Pärchen. Die Deutschen sind sehr laut und zerstören damit die schöne Stimmung.
Etliche kleine Krokodile, Kingfisher und angolanische Menschen, die im Fluss baden bringen angenehme Abwechslung.
Zum Sundowner gibt es den obligatorischen G+T und (man beachte) Fleischwurst.
Nach einem soliden Abendessen trinken wir auf dem Bootsanleger noch einen Absacker und sinken dann ins Bett.
Teil 1414. Juli 2020
21.08.2008 Hakusembe – Mahangu Safari Lodge Original Reisebericht Zitate in blau
Als der Wecker klingelt, schmerzt mein Nacken immer noch. Aus Angola wehen Geräusche von Trommeln und Gesängen herüber. Wir frühstücken vor den Reisegruppen.
Das klappt gut. Eine Angestellte hatte uns diesen Tipp gegeben. Und so geht es um 09:30 Uhr wieder auf die Piste. Ca. 200 Kilometer weit geht es wieder über langweiligen Asphalt.
Nach kurzem Zögern entcheiden wir uns kurz vor Erreichen unserer Lodge dann doch zu einem spontanen Besuch der Popa Falls.
Vorbei an bocklosem Staff geht es zum Campingplatz, wo wir unser Permit kaufen. Geparkt wird auf dem Campground. Wir laufen bis ans Wasser. Naja, einige Fotos und das war e dann denken wir. Zurück am Auto zeigt uns der Gärtner den Fussweg zu einer anderen Stelle, der über Steine in Bächen zu einer anderen Stromschnelle führt. Naja, wieder ein Bild, Trinkgeld geben und ab in die Lodge. So richtig toll finden wir das hier nicht.
Kurze Zeit später erreichen wir Mahangu und werden dort von einer netten Deutschen empfangen. Auf einer Holzterrasse mit Blick auf den Fluss trinken wir erst einmal einen Guavensaft. Der Okavango fließt ruhig und breit an uns vorbei. Die Bäume spenden Schatten und so lässt es sich gut aushalten. Wir müssen die Uhr vorstellen und erhalten den Tipp, in den nur 2 KM entfernten Mahango NP zu fahren.
Am dortigen Gate wird die zuerst völlig bocklose Beamtin erst in dem Moment etwas lebhafter, als sie die 10 Rand Trinkgeld bekommt.
Am Fluss sollen wir entlang fahren. OK !
Neben den üblichen Tieren sehen wir zuerst aus einiger Entfernung einen Elefanten und zwei Hippos. Bei der Weiterfahrt entfernen sich zuerst 2 Eles nach links von der Straße und plötzlich sehen wir rechts und nur ca. 20 Meter entfernt 2 Eles unter einem schattigen Baum stehen. Ich wäre fast direkt an ihnen vorbeigebraten und entdeckte sie nur aus dem Augenwinkel. Sie sind sehr relaxed und nur ab und zu wandert ein dicker Ast ins Maul.
Begeistert geht es weiter zum riesen Baobab
und vorbei an Pavianen und Kudus an die Wasserstelle Kwetche.
Die Affen klettern in einem großen Baum herum. Holpernd fahren wir ans Wasser herunter und stehen plötzlich vor einem grasenden Hippo. Fressend entfernt es sich langsam. Oh, sind wir begeistert !
Auf der Rückfahrt sind die Eles weg, aber ein Guide zeigt uns noch einen im Gebüsch stehenden Wasserbüffel. Jetzt sind die Big 5 komplett !
Gerade rechtzeitig zum 4 Uhr Boatdrive sind wir zurück. Auf einem modernen Bott geht es den Okavango entlang.
Am Schilfbewachsenen Ufer sehen wir etliche Vögel und ein kleines Kroko.
Im Fluss sind etliche Hippos unterwegs.
Auf einer Insel sehen wir dann auch noch schlafende Hippos.
Am Ufer gibt es immer wieder interessante Beobachtungen zu machen.
Einen Schreiseeadler und etliche Kingfisher sehen wir. Dann gibt es in schönster Stimmung noch einen Sundowner, bevor es zur Lodge zurück geht.
Unser abgewohnter Bungalow wäre normalerweise für eine Nacht OK, aber im Bad sitzen 2 Monsterspinnen ! Beim Abendessen überlegen wir wie ich trotz Spinnen die Nacht überstehen kann. Die „Ich schlafe im Auto Option“ wäre eine. Als bei unserer Rückkehr dann eine weietre Monsterspinne über Kerstins Bett sitzt, ist meine Laune endgültig im A…. Kerstin zieht eines der beiden Einzelbetten in die Mitte. Ich soll mich reinlegen und sie stopft dann das an der Decke befestigte Mosquitonetz von allen Seiten unter die Matratze. Und so überstehe ich irgendwie die Nacht. Der Alkohol hilft dabei. Kerstin hat übrigens keine Angst vor Spinnen.
Teil 1526. Juli 2020
22.08.2008 Mahangu Safari Lodge – Camp Kwando Original Reisebericht Zitate in blau
Gott sei Dank habe ich gut geschlafen und musste NICHT auf die Toilette (wegen der Spinnen). Nach dem Aufwachen mache ich die Augen unter meinem Mosquitonetz-Gefängnis lieber nicht auf. Doch umsonst. Von den Spinnen ist nichts mehr zu sehen und Kerstin meint grinsend „ kannst die Augen aufmachen, sie sind weg!“ Also gehen wir zum Frühstücken. Das ist lieblos und wird von einer desinteressierten Angestellten serviert. Beim Auschecken treffen wir den Lodge-Inhaber. Er ist ganz nett und auf seinen Tipp hin fahren wir noch einmal nach Mahango.
Leider gibt es aber keine außergewöhnlichen Sichtungen. Und so geht es nach 1 ½ Stunden zurück auf die Pad. Durch die Veterinärkontrolle bei den Popa Falls hindurch geht es auf die langweilige Teerstraße.
An der Abzweigung nach Kwando sollte eigentlich eine Tankstelle sein. Die hat aber zu ! Das bestürzt uns etwas, denn die nächste ist erst 200 KM weiter in Katima. Jetzt wird es knapp, denn die Nadel sinkt schnell. Also erst einmal zur Unterkunft. Vorbei an einigen Dörfern mit Basthütten müssen wir noch eine Baustelle durchfahren. Hier ohne 4x4 ? Ojeoje !
Nach einer Abzweigung erreichen wir direkt an ein weiteres Dorf angrenzend das Camp Kwando. Das Haupthaus ist offen und bietet einen schönen Blick auf den Fluss und die grüne Landschaft. Die gequält nette und sich selbst extrem toll findende Rezeptionistin bringt uns zum allerletzten Bungalow. Der liegt leider etwas zurückversetzt und ist nicht direkt am Wasser. Kerstin ist enttäuscht und würde gerne umziehen. Das geht aber leider nicht, denn der Kwando hat Hochwasser und die ersten Häuser sind nicht bewohnbar.
Also relaxen wir etwas, nehmen einen guten Lunch ein und freuen uns auf den Bootstrip. Der Verwalter teilt uns mit, dass noch eine deutsche Familie mitkommt. Ein cooler Vater, der Opa und drei super erzogene Kinder verhalten sich großartig. Eine tolle Fahrt beginnt mit eienm beherzten Sprung des Vaters ins Wasser. Er bleibt nur ganz kurz drin, denn es gibt Krokodile.
Wir setzen unsere Fahrt fort. Der Fluss windet sich in engen Kurven durch die bezaubernde Landschaft. Immer wieder gibt es schöne Kingfisher, Fish Eagles, Bee-Eaters und Darter zu beobachten.
Elefanten sichten wir leider keine und so sind die tollen roten Carmine Bee Eaters die Stars der Fahrt.
Nach einem Savannah Light Sundowner kehren wir um und fahren mit Speed und sehr, sehr zufrieden zurück zum Camp Kwando.
Das Abendessen ist lecker, der Wein auch und mit zunehmender Dunkelheit beginnt ein für uns neues Konzert aus tausend kleinen Kehlen.
Nach einem Moment an der brennenden Feuerschale gehen wir mit der Taschenlampe leuchtend zurück zum Zelt.
Bei einem Graham Beck Shiraz genießen wir den perfekten Sternenhimmel und das Konzert der Klingklong Frösche. Der Wein und die Kulisse lassen uns ins Schwärmen kommen ! Phantastisch ! Zu spät gehen wir ins Bett und werden diesen Moment immer ganz besonders in schöner Erinnerung behalten !
Teil 1626. Juli 2020
23.08.2008 Camp Kwando Original Reisebericht Zitate in blau
Da wir um 08:00 Uhr einen Gamedrive nach Mudumu machen, stehen wir um kurz vor 7:00 Uhr auf und Frühstücken. Wir sind die einzigen Gäste unseres Guides und so geht es gleich los. Gleich am Parkeingang sichten wir viele Elefanten.
Kreuz und quer geht es über Sandpisten und mannshohes Gras durch den Park. Wir sichten etliche Adler und Antilopen.
Leider können wir keine Elefanten am Wasser entdecken. Aber die Fahrt mit dem Landcruiser durchs Wasser macht auch ohne Elefanten Spaß.
Nach einer Pause und einem Kaltgetränk geht es zufrieden wieder zurück ins Camp Kwando. Relaxen, Kingfisherfotos machen (unser erster Malachite landet direkt vor uns), Lunchen…..
das ist der Zeitvertreib bis zur nächsten Bootcruise. Dieser findet zusammen mit einem Bier trinkenden holländischen Pärchen statt.
Fast alles ist so wie am vorherigen Tag und einfach nur wunderschön.
Aus einiger Entfernung können wir Hippos und einige Elefanten beobachten.
Sehr zufrieden trinken wir unseren Gin Tonic.
Nach der Rückkehr und wieder gutem Abendessen flüchten wir vor der lauten französischen Reisegruppe auf unsere Terrasse. Als Steigerung der gigantisch schönen Vorabendkulisse schreien sich heute Nacht zusätzlich noch die Hippos an. Müde fallen wir ins Bett.
Teil 1728. Juli 2020
24.08.2008 Camp Kwando – Zambezi Sun Vic Falls Original Reisebericht Zitate in blau
Wir genießen ein letztes Mal den schönen Ausblick beim Frühstück. Nachdem 20 Liter Diesel aus einem Kanister der Ldge in unseren Tank geflossen sind, fahren wir entspannt los. Die wieder etwas langweilige Strecke nach Katima Mulilo führt erst einmal durch die Bauarbeiten auf der Schotterpad. Dort steht ein Touri mit einem Sedan. Er hat sich den Unterboden aufgerissen. In Katima funzt erst der zweite Geldautomat. Mit dem neuen Geld geht es zur Tanke, wo 90 Liter gefasst werden. Gespannt geht es weiter in Richtung Grenze.
Ein barscher Grenzer nimmt uns auf namibianischer Seite das Permit ab und schickt uns zum nächsten Office. Dort erst einmal eine Form ausfüllen, Stempel in den Pass und ab geht es über eine Brücke nach Botswana. Nach der Seuchenkontrolle reisen wir bei einem netten botswanischen Grenzer ein. Wir könne in Namib $ zahlen. Nach weiteren zwei Seuchensperren passieren wir die Grenze des Chobe NP. Die Straße geht mitten durch den Park. Und so sichten wir eine Herde Sable Antilopen, einen kleinen Bock und eine Pferdeantilope.
Der kleine Flughafen Kasane besteht aus einem kleinen Abfertigungsgebäude + Parkplatz. Im Kaffee ist nichts los. Eine Angestellte liegt mit dem Kopf auf der Arbeitsplatte und pennt. Wir ringen ihr ein Eis ab. Bei der Frage nach Kaffee sagt sie „noooot poosiiiible“ und sinkt sofort wieder in den Schlaf. Pünktlich um 4 kommt ein cooler Fahrer von Bushtracks. Leider ist für die mit Budget vereinbarte Autoübergabe noch niemand da. In Kasane gab es seinerzeit keinen festen Budget Schalter. Unser Abholer spricht mit der Dame von Avis, telefoniert zweimal und sagt uns , dass wir den Abholer unterwegs treffen würden. Aha! Nach ca. 5 Minuten Fahrt halten wir an und sollen unseren Autoschlüssel einem Farbigen am Straßenrand geben. Das sei alles so OK, wir sollen uns keine Gedanken machen. Das klappt allerdings gerade bei Kerstin nicht. Man stelle sich vor. Budget meldet sich bei uns und fragt wo das gemietete Auto sei…. Wir würden antworten: „Wir haben das Auto am Flughafen abgestellt und den Schlüssel dann irgend einem Unbekannten am Straßenrand gegeben. Wo das war und wem wir den Schlüssel gegeben haben, wissen wir leider nicht ! Um es vorweg zu nehmen. Alles ging gut !
Zum Grenzübergang nach Sambia ist es nicht weit. Die letzten in der LKW Schlange warten laut unserem Fahrer ca. 1 Woch auf die Fähre. Am Sambesi fahren 2 klapprige Fähren hin und her und es ist die Hölle los, echt heftig ! Wir sollen zum nächsten Rastamann in ein Blechboot steigen und werden auf der Sambia Seite vom nächsten „übernommen“. Er sammelt die Pässe plus je 50US$ ein und verschwindet im Gewusel. Nach der Einreise und ca einstündiger Fahrt erreichen wir das sehr große Zambezi Sun Hotel direkt an den Victoria Fällen.
Der Empfang ist sehr professionell. Nachdem wir mit einem Golfcar ins Zimmer gebracht wurden, sind wir positiv überrascht. Leider ist die Sonne schon am Untergehen. Aber wir laufen trotzdem noch ein Stück zu den nahen Victoria-Fällen. In kurzer Zeit erhaschen wir noch die ersten Eindrücke der Fälle. Sie sind echt gigantisch. Die 110 Meter tiefe Schlucht ist 1,7 KM lang und auf der von uns aus gesehen rechten Seite stürzt überall Wasser in die Tiefe.
Weiter hinten sind die Main Falls, die man wohl nur von Zimbabwe aus richtig sehen kann. Am nächsten Tag werden wir uns das mal in Ruhe ansehen. Einmal wieder kehren wir ein euphorischer Stimmung zurück in unser Hotel.
Das Dinner Buffet im halboffenen Restaurant ist sehr lecker und unsere Bedienung hat ihr Trinkgeld redlich verdient.
Teil 1829. Juli 2020
25.08.2008 Zambezi Sun Vic Falls Original Reisebericht Zitate in blau
Nach einer guten Nacht in einem sehr bequemen Bett gibt es ein ausgedehntes Frühstück. Natürlich wollen wir uns die Fälle heute noch einmal in Ruhe anschauen. Und so gehen wir gemütlich durch Palme und Wald von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt.
Immer wieder bieten sich uns absolut gigantische Ausblicke .
Über eine Brücke geht es auf eine Insel.
Am Ende schauen wir in den Kessel der Mainfalls und auf die Brücke nach Zimbabwe. Dort stürzen sich Bungee Jumper in die Tiefe
und tief unten paddeln die Rafter durch die Schlucht.
Wir sind schwer begeistert und gehen zum Activity Center.
Leider ist der Ausflug zum Afternoon Tea nach Livingston Island ausgebucht. Zuerst sind wir sehr enttäuscht. Aber dann ergattern wir noch Plätze für die Morgentour zum Devils Pool. Uff!
Zufrieden machen wir einen Schlumifix, dann laufen wir zum nahen Royal Livingston zum High Afternoon Tea. Dort ist alles in perfektem Kolonialstil und very, very british. Aber wir mögen das. Der Poolboy hat eine kuriose Uniform mit Kniebundstrümpfen und Tropenhelm an. Nach einem kleinen Hotelrundgang lassen wir uns einen schönen Schattenplatz auf der Terrasse zuweisen.
Kerstin bestellt wie gewohnt eine riesen Kanne Earl Grey, ich nehme Ceylon Orange Pekoe.
Mit Hilfe der förmlich netten Angestellten stellen wir uns beide eine kleine Etagere mit üppigen Leckereine zusammen. Creme Brulee, Johannisbeer-Pürree, Schwarzwälder etc. wandern in unsere Mägen.
Um uns herum gibt es viele überwiegend sehr steife Hotelgäste. Von der Terrasse am Fluss aus sieht man die Hippos am Fluss und die Gischt der Fälle. Es könnte schlimmer sein !
Teil 1931. Juli 2020
25.08.2008 Zambezi Sun Vic Falls - Abend Original Reisebericht Zitate in blau
Zum Sonnenuntergang laufen wir noch einmal zu den Fällen.
Im schönen Abendlicht wirkt alles ganz anders als heute Morgen.
Wir stehen unter einem Regenbogen und die Sonne geht glutrot hinter dem Wassernebel der Mainfalls unter. Wow!
Wir genießen die unglaublich eindrucksvollen Momente!
Dankbar, dass wir so etwas Schönes erleben dürfen, geht es zur Poolbar. Die Mosquitos haben wir mit Autan und langer Kleidung einigermaßen in Schach gehalten. Im Camp Kwando hatte sie sich 10 Stiche gefangen. Wir unterhalten uns mit einer netten Schweizerin. Dann duschen wir und packen unsere sieben Sachen. Um 20:30 Uhr empfängt uns Lucy wieder am Buffet. Wir trinken Mosi Bier und sinken sehr, sehr zufrieden ins Bett.
Teil 2001. Aug. 2020
26.08.2008 Zambezi Sun Vic Falls nach Kasane Garden Lodge Original Reisebericht Zitate in blau
Der Wecker klingelt früh, denn um 07:15 Uhr sollen wir zum Ausflug nach Livingston Island im Royal Livingston bereit sein.
Mit zwei kleinen Alubooten geht es im Eiltempo immer der Gischtwand entgegen zum Rand der Fälle.
Ein Guide führt uns bis zu Abbruchkante. Das Gefühl ist überwältigend.
Zuerst stehen wir unter einem perfekten Regenbogen und schauen auf die Zimbabwe Seite und Richtung Hotel.
Man hört das Tosen der Fälle und kann in die Tiefe schauen. Dann erhalten wir Regencapes und mit ehrwürdigem Gefühl nähern wir uns der Gischt der Main Falls.
Es ist einfach beeindruckend, direkt neben den Wassermassen des Zambezi mitten in der tosenden Gischt zu stehen. Aber es ist nass, um nicht zu sagen sehr nass ! Unser Guide macht Fotos von uns.
Dann springen einige Wagemutige in die Devils Pools und schauen im Wasser stehend über die Kante der Fälle. Uns gefriert das Blut in den Adern……. Uuuuuuh ! Nach weiteren Fotos gehen wir noch auf die andere Seite.
Danach gibt es Scones und nette Gespräche mit netten farbigen Amerikanern und einem englischen Paar.
Erneut begeistert kehren wir ins Hotel zurück, trinken Kaffee und warten auf unseren Abholer. Gegen 1:00 Uhr fahren wir mit ihm weitere Hotels ab und sammeln die Mitglieder unserer Zeltsafari ein. Wir werden zu sechst sein und uns übermorgen zur Zeltsafari wiedertreffen. Der organisierte Teil der Reise beinhaltet ein Paket aus Vic Falls, Chobe, Zeltsafari und zwei Nächten Pom Pom Camp. Nach einiger Fahrt erreichen wir die Grenze von Sambia nach Botswana. Dieses mal müssen wir mit ins Zollhaus.
Es herrscht geordnetes Chaos mit einer bunten Mischung aus Einheimischen und Touris.
Dann ab aufs Boot, übersetzen und am anderen Ufer herrscht erst einmal wieder Chaos.
Verschiedene Guides suchen ihre Schäfchen. Wir werden von etlichen Einheimischen und einer ganzen Schulklasse neugierig beäugt und knipsen selbst etliche Fotos.
Dann noch durch den Botswana Zoll und die Seuchenkontrolle und per Transfer zur Garden Lodge.
Dort werden wir sehr freundlich begrüßt und bekommen ein Zimmer im Erdgeschoss. Obwohl alles schon etwas abgewohnt wirkt (2008!!!), hat die Lodge doch ihren Charme.