Hallo Fomis! Nach unserer Abschiedsreise nach Namibia habe ich mir vorgenommen, wenigstens noch ein paar neue bzw. andere Orte in Afrika aufzusuchen. Eigentlich war die Entscheidung dazu ja schon früher gefallen, denn die Reise nach Kenia habe ich schon rund ein Jahr zuvor geplant. Warum Kenia? Nun, zum Einen war ich noch nicht in diesem Land und zum anderen ist es ja ein klassisches Safariland und schließlich gibt es dort ein paar Tierarten, die ich unbedingt in meinem Leben noch einmal in freier Wildbahn sehen wollte. Das sind: Das Grevy-Zebra, die Netzgiraffe, die Rotschildgiraffe und das Gerenuk oder die Giraffengazelle. Hier im Forum bin ich zudem auf einen Tour-Anbieter gestoßen, der sich auch auf Vogeltouren spezialisiert hat. Das war „Bushtrucker Tours“ geführt von der Schweizerin Elvira Wolfer. Deren Berichte über Safaris und vor allem die Bilder haben mich sehr beeindruckt. Dann war da aber auch die Möglichkeit neben vielen Vögeln gezeigt zu bekommen, dass die Tour deutschsprachig geführt wird und meine Frau sich bei der Verständigung etwas leichter tut. Den Zeitpunkt der Reise habe ich aus zwei Gründen auf den November gelegt. Ich möchte unbedingt der kalten, grauen Jahreszeit bei uns entkommen und dann ist ja Anfang November die „kleine“ Regenzeit in Kenia, sodass die Landschaft dann schon schön grün ist. Außerdem befinden sich dann auch schon viele europäische Zugvögel vor Ort. Mit einer Regenzeit, die heftiger als in den letzten Jahrzehnten ausfiel, konnte man allerdings nicht rechnen. Daher auch der Titel des Reiseberichtes in Anlehnung an "Gorillas im Nebel". er hätte auch lauten können "Wünsche versinken im Wasser" oder "Eine Safari ist kein Urlaub!" oder "Wieder einer für die Liste!". Erklärungen dazu im Laufe des Berichtes. Dem Titel gemäß wird der Reisebericht etwas vogellastig werden. Wer daran kein Interesse hat, kann also jetzt bereits zu lesen aufhören. Ich werde aber ab und zu auch ein paar Vierbeiner einbauen. Schon mal vorweg. Ich habe in den drei Wochen 275 Vogelarten sehen können, Elvira, unser Guide, brachte es auf etwas über 300, 🤩 aber sie war auch ununterbrochen auf Vogeljagd und einen "Husch-weg isser-Vogel" 😈 habe ich nicht notiert, auch keinen "Gegendie Sonne-Schwarzvogel" 😎 ,den ich nicht identifizieren konnte. Elvira sieht außerdem Vögel schon, bevor sie überhaupt da sind! 🤩 Und dann muss ich mich auch gleich am Anfang für die Qualität der Bilder entschuldigen. Die Lichtverhältnisse waren oft miserabel, die Vögelchen oft weit weg oder durch einen Regenvorhang kaum zu fotografieren. Reine "Belegbilder" zeige ich aber nicht. Ich will versuchen an jedem Tag immer einen Safaritag abzuhandeln. Na, dann kann es ja losgehen. Das erste Abenteuer war schon der Abflug am 9. November von Nürnberg aus. Bis um 24.00 Uhr am Vortag gab es einen Streik bei der Lufthansa. Große Frage; Wird der Flug am frühen Morgen am 9.11. pünktlich gehen? 😐 😐 Aufstehen um 3.45 Uhr! Aber keine Sorge, der Flug ging pünktlich nach Frankfurt und von dort auch pünktlich nach Nairobi. Nach schon schlechteren Erfahrungen mit Lufthansa hier mal ein Lob. Pünktlich auf die Minute, ordentliches Essen, gutes Bord-Entertainmant. Wir landen pünktlich um 21.45 Uhr in Nairobi und begeben uns umgehend zu den Einreiseschaltern. Ich gebe die Formulare ab und pro Person 50US$. Bei der Gepäckausgabe stehen unsere Koffer schon bereit. Alles geht relativ fix! Josef, der von Elvira angekündigte Taxifahrer, fährt uns 35 km durch das nächtliche Nairobi und bringt uns um 23.00 Uhr zum „Max-land Hotel“. Die nächtliche Autofahrt zum Hotel war abenteuerlich. Es war wieder Afrika, doch bereits der erste Eindruck zeigte ein anderes Afrika als das im Süden. Nairobi ist mit 6 – 7 Mill. Einwohnern eine riesige Stadt, von der wir in der Dunkelheit wenig gesehen haben. Eine Orientierung ohne Schilder in der Nacht mit einem am Flughafen übernommenen Mietwagen wäre unmöglich gewesen. Gefahren und überholt wird hier, wo gerade Platz ist. Da bin ich mal gespannt auf weitere Abenteuer. Der erste Schock! 🤩 🤩 Vor dem Hotel ist ein riesiger Rummel, es ertönt lautstarke afrikanische Disco-Musik. Von einer Buchung weiß die Rezeptionistin nichts, lässt sich aber schließlich von Josef doch überreden, uns ein Zimmer zu geben. Getränke? Gibt es in der Disco! Nein danke! Zum Glück steht auf dem Zimmer Wasser und ich habe noch ein halbes Schnitzelbrot von Zuhause. Kurz nach Mitternacht bin ich im Bett. Schlafen? Fast trotz großer Müdigkeit nicht möglich, denn manchmal lässt der Disco-Lärm sogar das Bett erzittern. 😈 😈 6.00 Uhr stehe ich auf, um 6.20 Uhr wird es hell, um 6.30 Uhr kommt ein Mädchen und fragt, wann wir Frühstück wollen. Um 7.00 Uhr! Seltsames Hotel! 😐 Draußen schreit ein Hadedah. Der erste Vogel! Ich bin in Afrika! 🙂 🙂 Um 8.30 Uhr sitzen wir immer noch und warten auf das Frühstück. Inzwischen ist Elvira eingetroffen und stellt den weiteren Reiseplan vor. . Dann wird endlich Kaffee gebracht und ein Omelett und ein Würstchen. Sehr übersichtlich! Im Nachhinein das schlechteste Frühstück der Reise. 😵 😈 Um 8.45 Uhr kommen wir endlich los. Um 9.45 Uhr sind wir bei den „Fourteen Falls“, unserem ersten Reiseziel, einem kleinen aber leider völlig vermüllten Naturparadies. In 14 Wasserfällen fällt hier das Wasser einige Meter in die Tiefe. Die Kulisse ist beeindruckend. Um 11.00 Uhr fahren wir weiter, das heißt, erst mal ein Stück zurück und sind dann um 11.20 Uhr am Oldonyo-Sabuk Nationalpark. Nach den Eingangsformalitäten wandern wir erst ein wenig herum und suchen Vögel. Ein Samtweber (Yellow Bishop) präsentiert sich auf einer Bougainvilla. Um 12.30 Uhr beginnen wir mit der Auffahrt auf den 2200 m hohen „Gipfel“ des Oldonyo Sabuk. Es sind zwar nur neun Kilometer, aber wir brauchen gut eine halbe Stunde auf dem zum Teil sehr steilen und holprigen, engen Weg nach oben. wir halten öfter mal für einen Vogel an, z.B. für einen Braunrücken-Pieper:
Von 13.00 bis 14.00 Uhr machen wir Mittagspause und bekommen ein Lunchpaket. Gipfel, tolle Aussicht? Denkste! Wir sitzen auf einem Rastplatz auf einer Wiese, die in Blickrichtung von Hecken und Bäumen umgeben ist und nach hinten einen Wald von Antennenanlagen aufweist.
Um 14.30 Uhr verlassen wir den Gipfel wieder und fahren langsam zurück. An der Lord McMillan Graveside halten wir kurz und schauen in die unter uns liegende Ebene.
Es ist eines der wenigen "Schönwetterbilder" dieser Reise! 16.30 Uhr sind wir im „Hotel Blue Post“, Duschen als erstes, trinken dann das erste „Tusker“ . Eine Zwei-Mann Life-Band spielt eine zunächst nette, auf die Dauer aber ununterbrochen gleiche Melodie. Der Garten ist voll mit Tagestouristen. Nach einem recht ordentlichen Abendessen sinken wir um 20.45 Uhr erschöpft ins Bett. Das war der erste Tag. Morgen geht es weiter! Liebe Grüße: Burschi
Teil 213. Jan. 2020
Hier bin ich nochmal kurz: ich vergaß zu erwähnen, dass sich schon am ersten Tag ein Vorteil der Reisezeit zeigte: Kenia blüht!
Bitte verlangt aber nicht von mir, dass ich jedes Blümlein identifiziere. Diese habe ich auf dem Gipfel des Oldonyo Sabuk aufgenommen. Übrigens: das Blue Post Hotel war für eine Übernachtung eine schöne Zwischenstation.
Alles o.k., leider nur ein wenig voll mit Tagestouristen. Und kaum war ich am Abend bei einem Spaziergang am kleinen Wasserfall ...
... begann es auch schon zu regnen. Das ist dann auch der rote Faden für die nächsten Tage! LG Burschi
Teil 314. Jan. 2020
Guten Morgen dann zusammen, Um 5.20 Uhr stehe ich auf. Ich habe nicht besonders gut geschlafen. Zum Glück beruhigte das Rauschen des Wasserfalls etwas. Dafür hat man den Regen nicht gehört, der fast die ganze Nacht anhielt. Pünktlich um 6.00 Uhr gibt es Frühstück und bereits um 7.15 Uhr sind die Koffer verladen und wir verlassen das Hotel wieder. kurzfristig hat der regen mal aufgehört und ich kann den Foto auf einen Gelbschnabel-Milan richten und einen Blick auf die wunderschönen Jacarandas rings um das Hotel werfen. Kurz nach Abfahrt - heute ist ein langer Fahrtag! - regnet es wieder und das bleibt den ganzen Tag mit einigen Pausen immer so. Um 8.40 Uhr umhüllt uns dichter „Novembernebel“. Da hätten wir auch zu Hause bleiben können! Trotz allem versuche ich möglichst viel vom Land aufzusaugen. Als ehemaliger Geograph ist man an allem interessiert, auch wenn man eine "Vogelsafari" gebucht hat. 🙂 😉 Leider aber behindert mich das Safarifahrzeug in meinem beobachtungsdrang doch erheblich. Wir sitzen in der zweiten Reihe hinter Fahrer und Guide ein ganzes Stück erhöht, sodass ich bei aufrechtem Sitzen mit Blick nach vorna nur den Asphalt vor uns oder das Autodach über uns sehe. Wende ich den Blick nach links sehe ich in Augenhöhe den Türrahmen, beim Blick nach rechts sehe ich meine Frau und die kenne ich schon. 😉 Also muss ich mich ständig bücken, um etwas von Land und Leuten mitzubekommen. Folge: ich steige nach Ankunft mit schmerzendem Rücken und verspanntem Nacken aus. 😠 😠 Mein Begehren, möglichst viel von Land und Leuten zu fotografieren und festzuhalten, wird von Elvira gebremst. Ich darf keine Fotos machen, auf denen Menschen zu sehen sind, sie befürchtet unnötigen Ärger mit der Polizei, die in solchen Fällen recht unangenehm sein soll. Also mache ich heimlich durch die Seitenscheibe einige Fotos während der Fahrt mit einer kleinen Kamera. Und das bei Regen! Damit ist die Qualität der Bilder klar. Viele lösche ich am Abend gleich wieder, aber ein paar Eindrücke will ich euch doch vermitteln. Wir umfahren Nyeri und biegen Richtung Nanyuki ab. Ich bin überrascht von der Buntheit der Häuschen am Straßenrand, bemerke aber bald, dass da Farbensponsoren mitgeholfen haben. Sehr häufig Coca Cola oder ein Mobilfunkanbieter (Safari.com) Eine Augenweide aber sind die unendlich vielen Motorräder! 🤩 🤩 Was damit alles transportiert wird! ich glaube inzwischen, dass es in Kenia mehr Motorräder als Einwohner gibt! 😄 Und es wird trotz Regens gefahren 😄 In Nanyuki selbst haben wir dann einen etwas längeren Aufenthalt, weil in einer Werkstatt die Radaufhängungen neu geschmiert werden müssen. Um 13.40 Uhr passieren wir Meru-Stadt. Nun geht es bergab, von 1600 m auf 600 m in die Meru-Ebene. Die letzten zehn Kilometer bis zur Lodge sind Gravelroad, die tief ausgewaschene, mit Wasser gefüllte Furchen hat. Um 14.30 Uhr sind wir am Tor des „Ikweta Camps“ (Ikweta = Äquator). Die Unterkunft als „Zelthäuschen“ gefällt uns sehr gut. Es liegt mitten im Busch.
Von 15.00 bis 16.30 Uhr nehmen wir das „Mittagessen“ ein. 😗 Von 16.30 bis 17.00 Uhr können wir endlich mal - es tröpfelt nur noch ein wenig! - in einen Swimmingpool und die Knochen ausschütteln. Eigentlich wollte Elvira noch einen Vogelrundgang machen, doch den können wir ihr nach der langen Fahrt für uns zumindest ausreden, sie selbst ist ununterbrochen mit Kamera und Liste unterwegs. Man hört sehr viele Vögel, doch das Lodgegelände ist so dicht bebuscht, dass man kaum welche sieht. 🙁 Um 21.45 Uhr sind wir im Bett. Das Schlafen ist nicht so leicht, denn ununterbrochen klingelt ein Wecker. (Es ist eine Froschart! 😈 🤩 😄 ) Es singt später sogar eine Nachtigall. Damit hatte ich icht gerechnet, sie hier zu hören, aber Elvira kann das bestätigen und nimmt sie (ohne Foto!) in die Liste auf. Ab 23.00 Uhr bricht ein Wolkenbruch über uns herein. Die Frösche stört das nicht! 😈 LG Burschi
Teil 414. Jan. 2020
Da bin ich nochmal, zunächst noch eine kleine Anekdote vom letzten Tag. Natürlich vergisst der Burschi beim Einpacken immer etwas. Dieses Mal war es ein Medikament. Sch... Wo finden wir eine Apotheke oder sowas? Wir sind an etlichen Supermärkten vorbeigefahren, die mich schon interessiert hätten, was die für tolles Angebot haben. Aber für solche unnötigen Besuche ist Elvira nicht zu haben. 😄 Beim Halt in Nanyuki habe ich dann ein "Chemists" aufgesucht. Das Medikament hatte er natürlich nicht, aber ein Vergleichbares mit dem gleichen Wirkstoff gab sein Computer her. Ich habe es erfreut gekauft - habe zur Sicherheit nochmal nachgegoogelt - und 3,50 € bezahlt für die Packung, statt 37 € zu Hause! 🤩
Und weil gestern der "Fahrtag" nicht so ergiebig war, hänge ich den nächsten Tag gleich noch an. 5.25 Uhr stehe ich auf, es regnet noch immer. Wasser kommt auf der Seite ins Zelt. Um 6.00 Uhr gehen wir mit Regenausrüstung zum Frühstück und trotz Dauerregens fahren wir um 6.55 Uhr los und sind zehn Minuten später am Tor des Meru Nationalparks. Dort erklärt der Parkwächter, dass nur der Hauptweg befahrbar ist, alle Abzweigungen sind verschlammt. Es schüttet wie aus Kübeln. Gamedrive bei diesem Wetter? Gute Bilder??? Kannst vergessen! Manchmal konnte ich für Fotos nicht mal das Seitenfenster aufmachen! 😈 Und es war wirklich nur der Hauptweg befahrbar! Aber wer Elviras Enthusiasmus für Vögel kennt, weiß, dass sie sich davon nicht abschrecken lässt und so fügte sie Vogel um Vogel auf die "Liste", z.B.:
Dreifarbenglanzstar
Weibchen vom Maronenweber
Rotflügellerche
Männchen vom Maronenweber Und alle frisch gewaschen! Aber der Föhn war wahrscheinlich wegen Stromausfalls defekt. 😛 🙁 Da brauchst du gar nicht so zu lachen, du doofes Zebra!
Und dann gelang uns noch die Sensation! Eine Neuentdeckung! ein Somalistrauß (Blauhalsstrauß) mit rotem Schwanz! Ich habe sofort bei der wissenschaftlichen Gesellschaft den neuen Namen eingereicht: "Struthio molybdophanes var. rubescens wolferi" Doch es sollte nicht die einzige Sensdation bleiben! Die Fomis, die schon lange dabei sind, werden wissen, dass der Burschi Spezialist für die Schwarzen Zebras in der Etoscha ist. Zum ersten Mal in Kenia und gleich eine neue Art entdeckt!? Das "Rotbraune Kenia-Zebra!" Und dann auch noch gleich ein Paar! Doch gegen Ende des Tages wurde mir dann noch ein Wunsch von meiner "Kenia-Liste" erfüllt: Die Netzgiraffe! Genüsslich lutsche sie die frischen nassen Blätter ab. Am Nachmittag ließ der Regen nach und das Licht wurde etwas besser, keines wegs gut, aber trotzdem einige erfreuliche Sichtungen: Ein putziges Pärchen Schopffrankoline.
Der Gelbkehlfrankolin ist noch immer nicht trocken.
Der Rotschnabeltoko ist gerade beim Trocknen. Und was wäre das für ein schönes Bild vom Pangani-Groß-Sporn, wenn das Licht besser wäre und der Himmel blau. 🙁 🙁
Und zum Abschluss des Tages bei der Ausfahrt verabschiedete uns dann noch dieser imposante Kerl:
Am Abend geben dann neue Frösche ein beeindruckendes Nachtkonzert. 🤩 Bis morgen: Burschi
Teil 515. Jan. 2020
Guten Morgen, da bin ich wieder. In der Nacht hat es fast durchgehend leicht geregnet und in das schon bekannte Froschkonzert haben sich neue Stimmen gemischt. Vor unserem Eingang ist jetzt eine große Matschpfütze, die uns Probleme macht, unser Zelthäuschen sauber zu halten. Um 7.00 Uhr fahren wir wieder in den Meru-National-Park. Schon bald begegnen wir einer Elefantenherde, die von einer Matriarchin mit sehr großen Stoßzähnen angeführt wird. Es hat zu regnen aufgehört, es ist aber leicht diesig, doch die Vogelbeobachtungen werden etwas besser.
Der Weißbrauenkuckuck wird auch "Waterbottle-Cookoo" genannt, weil sein Ruf dem Entleeren einer Wasserflasche ähnelt. Das kann man sich gut merken. Über den Weißkehlspint habe ich mich besonders gefreut. Das Pärchen Maskenflüghühner hätte ich fast übersehen. Auch vom Streifenliest zeigt sich ein Pärchen. Der Rosenwürger ist mit Sammeln von Nistmaterial beschäftigt. Doch wir haben auch Begegnungen mit recht kleinen Tieren, denn es sind nicht ausschließlich Vögel, die mich interessieren. Für den "Pillendreher" halten wir extra an, damit er seine Kugel über den Weg rollen kann. Nicht appetitlich, aber interessant: Schmetterlinge saugen an einem Vogelkadaver. Und als wir eine Pause auf einer verlassenen Campsite nutzen, sorgt ein Skorpion auf der Damentoilette ein wenig für Aufregung. Dann ist unsere Fahrt auf der Hauptstraße zu Ende und wir müssen umkehren. Die Überquerung des angeschwollenen Flusses war zu riskant. Die Mittagspause verbringen wir im Camp. Dort sind etliche Grünfruchttauben zu beobachten. Sie sind allerdings recht scheu und erst mit viel Geduld gelingt ein Foto. Um 16.00 Uhr starten wir zum Nachmittags-Gamedrive. Noch vor dem Parktor halten wir an einem Baum in dem kleinen Dorf, wo unzählige Webervögel im Baum an den Nestern herum-schwirren. Es sind verschiedene Arten hier zusammen auf einem Baum. Auch später im Park finden wir Bäume mit gemischten Kolonien. kurz nach der Einfahrt in den Park später schauen wir zwei Grant-Gazellen-Männchen beim Kämpfen zu. Aber natürlich gilt die Hauptaufmerksamkeit den Vögeln. Über die Blaurake - ein seltener Zugvogel aus Europa, den ich hier noch nie gesehen habe - freue ich mich besonders. Ein junger Kanpfadler posiert zuerst, fliegt dann aber schnell davon.
Und der Maronenweber ist auch wieder trocken. 😄
Doch es gibt zu meiner Freude auch noch andere Sichtungen. Der Kleine Kudu ähnelt dem Kudu im südlichen Afrika, ist aber eben kleiner und deutlichere Streifen im Fell.
Eine Pantherschildkröte quert recht schnell die Straße.
Und natürlich gibt es auch wieder Vögel am Nachmittag, z.B. den Somalistrauß (dieses Mal mit normalem Schwanz 😄 und schönem blauen Hals) Auch Lappenstare kommen vor die Linse.
sowie ein Häherkuckuck und ein Cabaniswürger
Die Sonne nach dem vielen Regen hat auch Schmetterlinge herausgelockt, die sich nun an den Pfützen sammeln um zu trinken.
Um 17.50 Uhr rasen wir bei Sonnenuntergang auf das Parktor zu, das wir um 18.05 Uhr erreichen. Die Torwächterin schaut uns schon böse wegen der Verspätung an. Ich bin mit der Bildausbeute einigermaßen zufrieden. Ich habe aber noch etwas Wichtiges Vergessen. In der Mittagspause, als ich allein auf Vogelpirsch im Camp gegangen bin, sind mir noch zwei Vögelchen zugeflogen: Ein Graukopfliest, der auf der Satelitenschüssel saß und wohl einen Privatsender empfing
und zu meiner besonderen Freude ein Pirol, dem es als europäischer Gast hier wohl recht gut gefällt. Was mir gefallen hat: Da Elvira ihn nicht gesehen hat - sie glaubte zuerst an einen Maskenpirol - konnte ich mir durch das Hinzufügen auf ihre "Liste" ein Fleißpünktchen verdienen.
So heute war ich fleißig und morgen fahren wir weiter von Meru nach Samburu. Würde mich freuen, wenn ihr wieder mitfahrt. Viele Grüße Burschi
Teil 616. Jan. 2020
Guten Morgen, Heute Nacht haben vor allem die „Schnarch-Kröten“ Lärm gemacht. 😈 Habe trotz inensiver Suche aber kein Exemplar gefunden. Kurz vor der Abfahrt fozografiere ich noch eine beeindruckende Blüte eines Strauches / Baumes. Ich weiß nicht, ob es ein Zierstrauch oder ein dort vorkommendes Exemplar ist. Vielleicht kann ja jemand weiter helfen. Unterwegs im Meru-Distrikt fallen mir wieder einige Häuschen auf, die "verlockende Ziele " gewesen wären:
Ein tolles Hotel und ein Schönheitssalon daneben. 😄
und ein Modesalon, da würden unseren Damen doch die Herzen aufgehen. 😄 Aber meine Bewunderung gilt vor allem den Motorradfahrern, was die so alles transportieren können!
Um 9.00 Uhr erreichen wir die Distriktsgrenze zwischen Meru und Samburu. Hier kontrolliert eine schwerbewaffnete Polizeieinheit. Um 9.30 Uhr erreichen wir Isiolo. Früher war es eine Nomadenstadt, jetzt ist sie ein Völker- und Religionsmischgebiet. Um 9.30 Uhr sind wir in der Innenstadt und suchen im „Grande Hotel“ die Toilette auf. Auch das war ein Erlebnis. Die Toiletten liegen abseits in einem Hinterhof, man kann in Bettenlager schauen, überall arabische Atmosphäre. Die Stadt hätte 1000 Fotomotive! Frauen, meist mit Schleier oder sogar in Burka, Männer mit unendlich vielen Motorrädern, Straßenverkäufer mit selbstgebastelten Handkarren, ein Bettler "frisst" - mit beiden Händen - Leider kann / darf ich keine Fotos machen. Spaghetti aus einer Abfalltonne, viele abenteuerliche Fahrzeuge! Um 10.40 Uhr fahren wir schließlich weiter. Neben der Straße arbeitet eine Kolonne Strafge-fangener in grau-gestreiften Anzügen auf einem Farmgelände. Mehrfach fahren wir an Ka-melfarmen vorbei. 11.05 Uhr passieren wir das Tor zum „Samburu Nationalpark“ bei Buffalo Springs. Noch auf der Fahrt zur Lodge gibt es schon einige Tiere zu sehen:
Geierperlhuhn
Raubadler
Warzenschwein mit beeindruckenden "Warzen" 🤩
Kronenkraniche, die Samen von den Gräsern abpicken. Es muss auch hier kräftig geregnet haben.
Hinter uns zieht der Regen her. Und als wir das Tor zum Park erreichen, hat er uns eingeholt und es regnet wieder. 🙁
Unser Quartier für die nächsten Tage ist die Samburu Game Lodge.
Und wir werden auch gebührend empfangen. Eine größere Elefantenherde quert gerade den Fluss, der ziemlich stark angeschwollen ist. In der Trockenzeit ist hier meist kein Wasser.
Doch anhand der planschenden Elefanten kann man sehen, dass er nicht zu tief ist.
Für uns Füßgänger wäre es auch wnig ratsam ihn zu durchqueren, denn das gegenseitige Ufer ist schon von einigen Hungrigen belagert.
Der im Lodgegelände herumlaufende Waran ist dagegen eher harmlos. Er ist mehr auf Krokodileier aus.
13.30 bis 14.30 Uhr Mittagessen, das hier stets als sehr reichliches und ordentliches Büfett geboten wird. Danach ist eine kurze Ruhepause, die Elvira nutzt, um schon das Lodgegelände nach neuen Vogelarten für die "LIste" abzusuchen. Der Foto ist immer dabei. Ich habe Elvira während der ganzen drei Wochen nie ohne ihren Foto gesehen. Wahrscheinlich nimmt sie ihn auch mit ins Bett. 😄 wir, meine Frau und ich, brauchen aber ein kurzes Päuschen, denn um 16.00 Uhr steht schon der Nachmittagsgamedrive an. Und da muss ich ja für die erwarteten Grevy-Zebras fit sein!
Teil 716. Jan. 2020
Pünktlich um 16.00 Uhr geht es wieder los in den Park. Natürlich stehen wieder die Vögel im Vordergrund. Erstmals können wir auch das Dach des Autos öffnen, sodass es etwas bequemer wird und ich nicht ständig in gebückter Haltung aus dem Fensterchen schauen muss. So lässt sich der Sekretär auf Augenhöhe betrachten:
Manchmal stehen ihm die Federn zu Berge! 😄
Etwas verwirrt hat uns der Maronen-Sperling, der plötzlich in diesem Nest verschwunden ist.
Es gehört doch eigentlich einem Maskenweber!
Später klärt sich auf, dass die Maronensperlinge gerne Nester anderer Vogelarten benutzen. Das Schuppenköpfchen ähnelt dem Schnurrbärtchen im südlichen Afrika.
Ganz anders sind hier aber die Termitenhaufen, die etliche Röhrenausgöänge nach oben haben und wie kleine Sandburgen aussehen.
Manchmal wohnen darin auch andere Tiere, wie z.B. ein Waran.
Gleich daneben stolziert ein Pärchen Maskenflughühner im Sand.
Der Höhepunkt des Gamedrives aber ist die Beobachtung einer ganz anderen Lebensgemeinschaft. Ein Dikdik liegt am Boden und um das Tier herum läuft ein Schopffrankolin und pickt ihm die Zecken und Parasiten aus dem Fell. Eine besondere Wellness-Gemeinschaft von gegenseitigem Nutzen!
Diese Beobachtung versöhnt mich ein wenig mit der Enttäuschung, keine Grevy-Zebras gesehen zu haben. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag! Aber dafür gab es heute noch eine Reihe von Elefanten zu sehen. Elvira meinte, dass wir zu dieser Zeit nicht allzu viele Eles erwarten dürften, haben aber in den Tagen Hunderte davon gesehen. Zum Schluss des Tages noch eine kleine Auswahl:
Bis morgen: Burschi
Teil 817. Jan. 2020
Guten Morgen wieder, heute: Samburu, zweiter Versuch, Noch ein Wort zur Lodge: . Die Lodge entspricht in etwa den großen Chobe-Lodgen, vielen Touristen, zwei große Gruppen sind da. Die Zimmer sind o.k., aber eben doch Masse. Ideal ist die Lage am Fluss. Das Büfett ist ordentlich, Fisch und Rindfleisch immer gut, Beilagen sind ausreichend vorhanden. 6.00 Uhr Frühstück, 6.45 Uhr Abfahrt zum Gamedrive Auch heute sehen wir wieder sehr viele Elefanten.
Aber zunächst stehen natürlich wieder die Vögel im Vordergrund: z.B. der Schwarzkappenkolonieweber der Starweber, der relativ häufig vorkommt,
oder das Pärchen der Zwergfalken, wo sie ihm die kalte Schulter zeigt und ihm etwas die Kopffedern zu Berge stehen (oder ist das nur allzu menschliche Interpretation? 😄 ) Aber auf jeden Fall war heute der Himmel mal blau, sodass die Vögel auch in besserem Licht sind. Daher gibt es gleich noch ein paar mehr. Der Blaunackenmausvogel war schwer zu fotografieren, weil er sich immer im dichten Gebüsch versteckte. Und der Östliche Gelbschnabeltoko, der, da er so deutlich seinen pinkfarbenen Hals zeigt, wohl in Balzlaune ist. Doch so nebenbei zeigten sich immer wieder mal auch einige Gerenuks. Hier hatten zwei Böcke eine kleinere Diskussion. 🙂 Mich faszinierten auch immer wieder die termitenbauten, die mich an meine früheren - im letzten Jahrtausend - Sandkastenburgen erinnerten.
Einer dieser Termitenbauten hatte einen anderen Bewohner, ein Borstenhörnchen! Nahe am Fluss hatte ein Kampfadler sein Nest, in dem noch ein Jungvogel saß. Er hatte einen dicken vollgefressenen Kropf, war also gut versorgt worden. Ob er deswegen hechelte oder uns die Zunge rausstreckte, kann ich aber nicht sagen. 😗 😄 Und kurz vor Rückkehr in die Lodge lief uns noch ein weiteres Vögelchen vor, ja fast in das Auto, wenn wir nicht mit Simon einen so aufmerksamen Fahrer gehabt hätten. Ein Spornkiebitz mit einem Nestflüchter-Nachwuchs! 13.00 bis 13.30 Uhr gab es wieder ein sehr ordentliches Mittagessen. Danach schlafen wir - Elvira natürlich nicht! - bis 14.45 Uhr, trinken dann Kaffee und beobachten das Treiben am Fluss.
Teil 917. Jan. 2020
Um 16.00 Uhr startet wie üblich der Nachmittags-Gamedrive, der so wie am Vormittag verläuft. Simon fährt in verschiedenen Richtungen im Park auf und ab. Wieder sehen wir sehr viele Elefanten, viele Dikdiks, Impala, dabei eine Junggesellengruppe und ein Oryx, aber wieder kein Grevy-Zebra. 🙁 🙁 Ist das Dikdik in der Blumenwiese nicht putzig? 🙂 Zwar regnete es nicht mehr, doch manche Wege waren nicht einfach zu befahren, Die Hauptaufmerksamkeit galt wieder den Vögeln, z.B. dem Weißbauchlärmvogel und dem Jackson-Toko. Am Ufer des Flusses sucht ein Kappengeier nach Nahrung. 18.00 Uhr sind wir wieder im Camp. Es macht sich ein wenig Frust bei mir breit: Keine Grevy-Zebras und auch keine Katzen! 🙁 Da bleibt dann nur die Möglichkeit sich in dem ausgedehnten Lodgegelände mit den herumwuselnden Agamen zu trösten und dem Zügelastrildbeim Nestbau zuzusehen. Ich habe mich dann doch aber zu etwas Wellness entschlossen und bin unter der kalten Dusche von Strahl zu Strahl gehüpft. Vielleicht hätte ich mir eine Massage gönnen sollen, wie es die allgegenwärtigen Meerkatzen vormachten. 😗 🤩
Am Abend gibt es in der Lodge beim Abendessen immer noch ein besonderes Spektakel. Zum einen werden von einer Terrasse aus einige Krokodile gefüttert und zum Anderen schwirren unglaublich viele Fledermäuse herum, die nach den gerade ausgeflogenen Termiten jagen und die lästigen Insekten etwas dezimieren. So, dann muss man sich aber etws Nachtruhe gönnen, denn morgen früh muss ich ja wieder bald raus. LG Burschi
Teil 1017. Jan. 2020
Draußen ist es sehr neblig, kalt und grau, dann lieber heute noch mal nach Samburu.
Nachts macht eine englische Rowdy-Gruppe Lärm und weckt uns auf. Dann randalieren auch noch die Paviane. Also habe ich am Morgen nicht ausgeschlafen. Und komme müde um 6.05 Uhr zum Frühstück. 🙁 Trotzdem geht es um 6.55 Uhr zum Gamedrive. Heute endlich Grevys? Erstmal natürlich Vögel! Der Weißkopfmausvogel ist neu für die Liste. Den Rosenwürger hatten wir bereits in Meru, doch wer könnte diesem tollen Sänger widerstehen? Und dazu spielt ein Pavian auf der Blockflöte. Die Fischers Lerche ist auch für die Liste und war am Boden nicht leicht zu finden. Den Vormittag rundeten schöne Netzgiraffen ab.
Früher als erwartet - schon um 11.00 Uhr - kamen wir wieder in der Lodge an. Aber gerade richtig, um einer großen Herde beim Überqueren des Flusses zuzusehen. Ich bin ja kein Fan von Serienbildern, doch hier möchte ich mal eine Ausnahme machen, denn da waren doch nette Szenen dabei.
Da waren die beiden, die ihren Zoff heftig im Wasser ausführten, dann der Ängstliche, der sich am Schwanz des Vordermannes klammerte, die Wasserpanscher, die Streiteles am Ufer und dann noch die Artisten zuletzt, wobei ich hier nicht genau weiß, was das überhaupt sollte. 🤩 😄 😄 Logisch, dass man bei solch schönen Szenen nicht zum Ausruhen kommt. Nach dem Mittagessen, wie gewohnt um 16.00 Uhr der Nachmittagsgamedrive. Die letzte Chance für Grevys? es ging erst mal mit den Vögeln weiter: Ein schöner Jakobiner Kuckuck Ein Spiegelwhydah und an einem Wasserlauf ein Grünschenkel, wahrscheinlich ein Zugvogel aus Europa. Und sogar ein Nashorn! Hatten wir gar nicht erwartet! Allerdings im Kleinformat! 😄
Und dann waren da noch die Begegnungen, die Elvira nicht nur die Zornesröte ins Gesicht trieben, sondern sie auf 180 und mehr brachten. Zuerst steigt ein Selbstfahrer aus dem Auto aus und geht auf drei Elefanten zu, um sie besser aufs Bild zu bringen. Ein absolutes "Nogo"! Und dann kommen wir noch an zwei schlafende Löwen, bei denen bereits etliche Fahrzeuge stehen, deren Insassen zum Teil auf dem Dach mit Bierflaschen in den Händen sitzen oder sich in die Fenster gesetzt haben. Die Bilder davon erspare ich euch (Datenschutz!), aber die beiden Löwen sind hier: Das waren die ersten und letzten Groß-Katzen auf der Tour. 🙁 🙁 Noch einmal sehen wir eine Autoansammlung; Ein Leopard! Aber Simon lässt einige andere Autos passieren, weil Elvira unbedingt mit den Rangern über die verhaltensgestörten Touris und Guides plaudern muss und deren Daten weitergibt. Als wir dann endlich vorfahren, gibt es nichts mehr zu sehen. Jetzt bin ich sauer! 😈 😈 Dazu kommt ein weiteres Problem: Irgendwo habe ich mir Insektenstiche an beiden Füßen eingefangen. Diese schmerzen und sind stark angeschwollen. Die geschlossenen Wanderschuhe passen nun nicht mehr. Keine Grevys, kein Leopard, schmerzende Füße - da helfen auch Elviras Gutenacht-Geschichten nicht mehr. 😈 😈 Ab in die Koje! Bis morgen. LG Burschi
Teil 1118. Jan. 2020
Heute müssen wir Samburu verlassen. Wir wollen nochmals versuchen auf der Ausfahrt aus dem Park auf anderem Weg Grevys zu sehen. Wir sehen aber nur: Taita Würger, Triel und Rotschopftrappe.
Und immer wieder - sie kommen hier in sehr großer Zahl vor und sind die Hauptnahrung des Leoparden - Dikdiks. Hier Herr und Frau Dikdik am Morgen bei noch bestem Licht.
Um 8.15 Uhr verlassen wir den Park bei Archers Post. Ich habe keine Grevys gesehen und werde wohl – höchstwahrscheinlich in meinem Leben – auch keine mehr - in freier Wildbahn - sehen 🙁 🙁 🙁 Ab 8.35 fahren wir auf ganz neuer, allerbester Teerstraße, sogar mit Mittel- und Seitenlinien, weiter, passieren wieder Isiolo und um 9.40 Uhr können wir kurz in der Ferne im bläulichen Dunst einen Blick vom Mt. Kenia erhaschen. Unterwegs fahren wir immer wieder an interessanten Motiven vorbei.
Und ich dachte immer "Sun city" liegt in Südafrika und sieht ein wenig nobler aus. Wie man sich täuschen kann! 😄 😄 Die Landschaft ist geprägt von kleinbäuerlicher Landwirtschaft, deren Produkte auf Straßenmärkten in großercZahl angeboten werden.
Etwas müde blicke ich aus dem Fenster und schaue auf die vielen angebotenen Betten und Sofas, die ebenfalls an der Straße stehen. 😄
10.45 Uhr fahren wir durch Nanyuki und biegen fünf Minuten später ab zum Aberdare Country Club, wo wir zum Mittagessen um 12.05 Uhr ankommen. Ein außergewöhnlich gutes Büfett würde auf uns warten, auch ein traumhafter Ausblick und auch einige Nektarvögel an Aloen, doch vorher hat Elvira noch eine Vogelpirsch angesetzt, obwohl wir nach der Fahrt eigentlich etwas Ruhe bräuchten. 😵 Dabei erfahre ich, worauf ich mich eigentlich eingelassen habe: "Du bist auf Safari, das ist kein Urlaub!", weist mich Elvira zurecht. 🤩 Also gibt es u.a. Dunkelschnäpper, Streifengirlitz und Kleinen Amarant noch vor dem Essen.
Nach dem wirklich hervorragenden Essen um 13.45 Uhr nach einem erneuten Verdauungs-Vogelspaziergang in Badeschlappen – weil ich wegen der Stiche in den Füßen keine Wanderschuhe mehr anziehen kann 😈 - fahren wir weiter und erreichen um 15.10 Uhr das Tor zum Aberdare Nationalpark. 16.00 Uhr kommen wir bei der Lodge „De Ark“ an und unmittelbar darauf geht ein Gewitter nieder und es regnet bis die Dunkelheit hereinbricht. Aus dem Fenster kann man auf das große Wasserloch schauen. Büffel, Fassa-Wasserböcke (ohne Klodeckelabdruck auf dem Hintern), Buschböcke und Große Waldschweine, sowie am Abend ein großes Rudel Hyänen treiben sich hier rum. Fotos bei Dauerregen sind Fehlanzeige. Nur den Wasserbock erwische ich kurz: An einer Stelle auf einem „Baumwipfelpfad“ ist eine Futterstelle für Vögel, die wir in einer kurzen Regenpause mal aufsuchen. Es tropft ständig auf den Foto. Ein großer Silberwangenhornvogel lässt sich dort sehen, sowie Reichenow Weber (mit Jungen).
Unter der Futterstelle tauchen auch - schon fast bei Dunkelheit - vier Ginsterkatzen auf. Ich brauche längere Belichtungszeit. Eine davon hält kurz still. Vorher konnte ich doch noch bei Regen durch die Fensterscheibe von einem Büffel mit Rotschnabelmadenhacker dieses einigermaßen akzeptable Bild machen, weil er sehr nah am Haus stand. Ds war´s dann aber im Aberdare Park. Die ganze Nacht regnet es durch und Pirschfahrten wären wegen der schlechten Wegverhältnisse auch am nächsten Tag nicht möglich gewesen. Na, dann gute Nacht. LG Burschi
Teil 1218. Jan. 2020
Der nächste Tag geht rasch, da überwiegend Fahrtag. 5.15 Uhr Aufstehen! Meine Füße sind nach mehrmaligem Kühlen etwas besser, dafür ist meine Frau krank (Durchfall, Erbrechen). 🙁 🙁 Um 6.15 Uhr (Elvira reklamiert schon, weil der Speiseraum zu spät aufgesperrt wird.) sind wir beim Frühstück und um 7.10 Uhr verlassen wir die Lodge. Von 8.15 bis 9.05 Uhr halten wir an einer Felswand, wo sich ein Brutplatz der Mckinder-Eule (früher Unterart der Kapeule) befindet. Ein spezieller Führer, den wir treffen, führt uns hin und zeigt uns Männchen und Weibchen. Es soll nur noch 19 Brutpaare davon geben.
Wir fahren weiter nach Nufuru und von dort weiter Richtung Norden. Mehrmals überqueren wir dabei den Äquator. Die Landschaft wird von Milchwirtschaft geprägt. Immer wieder sieht man Milchkannentransporte auf Motorrädern, kleinen LKWs, Eselskarren, die Milch zu verschiedenen Milchsammelstellen bringen.
Die Straße ist gut ausgebaut, aber sehr dicht befahren. Häufig sieht man abenteuerliche Über-holversuche, die manchmal fast in einem Crash enden. 10.30 Uhr fahren wir entlang der Ostseite des Großen Grabenbruchs, dann in diesen hinunter und ihm weiter folgend. Hier gibt es schöne Ausblicke auf die mit Streusiedlungen überzoge-ne Landschaft. Auch passieren wir oft Tee- und Kaffeeplantagen. 11.30 Uhr sind wir in einer dichten Siedlung mit stadtähnlichem Charakter mit Blick auf den Nakurusee. Unendlich viele stinkende Lastwagen und extremst dichter Verkehr machen dann Nakuru zu einem Alptraum von Stadt. Überholt wird, wo gerade Platz ist. Zwischen denen im Stau stehenden Autos laufen viele Straßenhändler, die Getränke anbieten. 11.45 Uhr machen wir einen Tankstopp in Nakuru und ich genehmige mir ein Samosa (Teigtasche mit Hackfleischfüllung). Meiner Frau ist der Appetit vergangen. 🙁 Wir fahren dann weiter im Großen Grabenbruch nach Norden. Links und rechts der Straße begleiten uns riesige Getreidefelder; links die Felder von Arab Moi, dem ehemaligen Präsidenten und rechts die seines Finanzministers. 😈 Dann folgen Sisalplantagen, deren Ertrag in einer Fabrik verarbeitet wird. 12.40 Uhr überqueren wir wieder den Äquator und machen einen kurzen Fotostopp.
Schnell sind wir von Frauen umringt, die Touristenkitsch verkaufen wollen. Später passieren wir eine große Eselsherde. Die Tiere warten auf ihre Schlachtung in einem chinesischen Schlachthof neben der Straße. 🙁 🙁 😈 13.35 Uhr kommt endlich der Baringosee in Sicht. Und sind um 14.10 Uhr in der Tumbili Cliff Lodge am Baringosee. 14.30 Uhr gibt es "Mittagessen". Wir beziehen ein sehr schönes geräumiges Häuschen mit Blick auf den Baringosee. Die Einrichtung ist perfekt, das Haus nach hinten offen - es wird in der Nacht mit dichter Gaze verschlossen - und auch Duschen sind perfekt . Das Essen wird sorgfältig zubereitet, ist schmackhaft und sehr reichlich und wird nach unseren Wünschen zusammengestellt. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und diese Lodge zur Nummer 1 der Reise erklärt.
In der Nacht wird über dem großen runden Bett ein Moskitonetz heruntergelassen. Auch noch Romantik! 🤩 Perfekt! 😄 😄 Doch vor dem Vergnügen und der Ruhe hat Elvira den Schweiß gesetzt. Am späten Nachmittag gibt es noch einen Birdwalk. Einige Vögel, gegen die tief stehende Sonne lohnen nicht zum Fotografieren. Nur der Flammenkopfbartvogel sitzt schön im Licht.
Und unmittelbar neben dem Restaurant lassen sich immer wieder Herr und Frau Jackson-Toko blicken.
Und fast wäre ich darüber gestolpert: eineschöne Vierfleck-Libelle. Und damit die eifrigen Mitleser auch mal was zu tun haben, dürft ihr mir den Namen der Blume nennen, die gerne von Nektarvögeln besucht wird und in mehreren Etagen wächst.
ich möchte ja auch ein wenig vom Bericht profitieren! 😄 😉 So, das wäre es aber nun für heute. LG Burschi
Teil 1319. Jan. 2020
Wir sind ja zurzeit am Baringosee. Nachts denken wir beide, dass es heftig regnet. Doch welche Überraschung am Morgen: Es war der Wind, das Rauschen der Wellen im See und das Rascheln der Blätter. 😄 Es wird im Gegenteil ein schöner sonniger, heißer Tag! Pünktlich zum Weckerklingeln um 5.30 Uhr wache ich auf. Und kurz darauf bietet sich auch schon beim Frühstück endlich mal ein dekorativer Sonnenaufgang. Im Gegensatz aber zu den vielen Reisen im südlichen Afrika kann ich dieses Mal keinen einzigen spektakulären Sonnenuntergang fotografieren. Macht aber nichts, den Sundowner kann man trotzdm trinken. 😄 😄 Um 7.00 Uhr ziehen wir wieder los. Heute ist Spezialist „Moses“ unser Guide. es gibt hier eine Gruppe von einheimischen Vogelspezialisten mit hervorragenden Kenntnissen. Was die nicht sehen, gibt es hier nicht! Mit ihm kommen wir nur langsam - meist zu Fuß - voran, weil wir eben viel sehen: Bartvögel - hier ein Pärchen Ohrenfleckbartvögel - gehören neben den Spinten und den Nektarvögeln zu meinen Favoriten. Ein Nubienspecht, sonnt sich am frühen Morgen. Die Somali-Meise hat in einem Zaun zwischen den Pfählen ihr Nest und füttert dort emsig ihre Jungen. Meisen sind im Gegensatz zu unserer Region in Afrika relativ selten. Die Gefleckte Drossel ist hier relativ häufig. Auf den Schwalbennektarvogel werde ich später noch einmal zurückkommen. Gleich neben dem Haus von Moses stand diese Wüstenrose mit ihren phantastischen Blüten.
Und den wollte ich schon immer mal sehen, hatte aber nie Glück. Oft hört man ihn nur rufen. es ist ein Honiganzeiger und zwar ein Strichelhoniganzeiger. Zum Abschluss der morgenlichen Busch-Vogelpirsch zeigt uns Moses noch einen besonderen Vogel: Eine Kurzschleppen-Nachtschwalbe. Über die freue ich mich besonders, denn ohne Moses hätten wir die niemals gefunden. Sie liegt schlafend unter einem Busch und nur der Ortskundige kann sie am Tage entdecken.
Teil 1419. Jan. 2020
Es ist erst 9.00 Uhr! Und der Tag noch lange nicht zu Ende. Wir unterbrechen die Vogelpirsch und fahren zu Roberts Camp am See. Meiner Frau geht es zwar besser, aber noch immer nicht gut. Das langsame Pirschen war doch auch recht anstrengend. Sie lässt sich an der Bar nieder, trinkt ein Bier und unterhält sich mit einem deutschen Pärchen. Ich muss wieder mit auf Vogelpirsch, - schließlich bin ich "auf Safari und nicht im Urlaub!" 🤩 😄 😄 - die nicht ganz so erfolgreich ist. Vielleicht auch, weil ich wegen heftiger Rückenschmerzen (habe leider auch "Rücken" 😈 und das lange Stehen und langsame Gehen setzt mir zu! Ich kann z.B. auch überhaupt nicht "Schaufensterbummeln" 😈 Vor allem wenn dahinter "Hadern" hängen. 😄 😄 ) Trotzdem finde ich aber reichlich Fotomotive, auch wenn es nicht immer Vögel sind. Das feuchte Wetter hat ja auch seine Vorteile für Blumen und Schmetterlinge, denen ich ebenfalls nicht abgeneigt bin.
Name der Blume? Auch die kleine Eidechse (Streifenskink?) macht Spaß. 🙂 Daneben gibt es natürlich noch etliche weitere Vögel, die ich aber nicht alle hier aufzählen kann. Auch will ich micht nicht ständig wiederholen. Bleiben noch zwei zu erwähnen: Zum Ersten ein Trauerdrongo. Den hatte ich zuerst für einen Schieferwürger gehalten habe, da er im Gegensatz zu dem bekannten Drongo ein ziemlich graues Kleid trägt. Aber Elvira weist mich auf den "forktailed" Schwanz hin. ok. Dann halt Drongo! 🙂 Und zum Zweiten auf diesen Jackson Toko, der sich an dem Außenspiegel unseres Autos zu schaffen machte. Warum auch immer, man könnte hier trefflich spekulieren. 😄 😄 Ist aber ein Männchen! 🤩 😄 Um 11.50 Uhr fahren wir zur Lodge zurück. Bis 13.00 Uhr: Akkus laden, Tagebuch schreiben, Bilder sichern. 13.00 Uhr Mittagessen: Das Essen ist hier wirklich sehr reichlich und gut. Wahrscheinlich habe ich schon 2 kg zugenommen! (Zum Glück aber nicht, denn ich habe auch wieder was rausgeschwitzt! 😄 😄 ) Nach dem Essen schlafe ich eine halbe Stunde und dusche danach, denn heute ist es extrem heiß und schwül. Endlich mal Afrika pur! 😄 Die Zeit reicht gerade noch um eine Tasse Kaffee hinunterzustürzen, denn um 15.00 Uhr ist schon wieder Aufbruch und wir haben mit Wilson einen neuen Führer. Er will uns heute Eulen zeigen. Werden wir bei Tage welche sehen? Zuerst entdecken wir einen Perlkauz. Beim nächsten Spaziergang durch den Busch sehen wir den Dreibandrennvogel (Heuglings Cursor), der ebenfalls nachtaktiv ist. Ihn kann ich gut fotografieren.
Auch die Nachtschwalbe sehen wir erneut. Ohne Wilson hätten wir diese Vögel nie gefunden. Im Gegensatz zu Samburu und Meru hat es hier vor 1 ½ Monaten nur ganz wenig geregnet und unter den Büschen ist es nicht grün, sondern trocken graubraun. So sind diese Vögel erst recht praktisch nicht zu sehen. Doch Wilson hat Röntgenaugen. Der nächste Ausstieg ist an einer Felswand, wo eine Grey Eagle Owl (Milchuhu) sitzt. Später sehen wir auch noch die Afrikanische Zwergohreule. Schließlich gibt es noch eine große – besser kleine! – Seltenheit. Wilson kann uns eine kleine Rüsselmaus zeigen, die zwischen Opuntien sitzt.
Dann geht es nochmals zu Roberts Camp, doch wir sehen nichts Neues mehr. Auf der Heimfahrt von Roberts Camp saß ich erstmals auf dem Beifahrersitz und konnte die Aussicht genießen. Was man von dort nicht alles sehen kann! 🤩 Von meinem Sitz aus studiere ich vor allem bei aufrechtem Sitzen die Straßenbeläge. Um 18.00 Uhr sind wir wieder im Camp am Baringo See. Wir verabschieden uns von unserem Fahrer Simon, der morgen gegen Josef ausgetauscht wird und wir geben ihm sein Trinkgeld für das sichere Fahren. Dann gehen wir ins Häuschen und ziehen uns um, denn um 19.00 Uhr ist schon Abendessen. Morgen findet eine Bootsfahrt statt. Elvira will schon um 5.45 Uhr frühstücken. Nein! Wir streiken! 6.00 Uhr reicht, dann sind wir immer noch zum Sonnenaufgang am See! Was wollen wir denn schon im Dunkeln auf dem Wasser? Aber ich habe vor dem Schlafengehen noch eine Aufgabe für die mitlesenden Fomis: Was ist das für ein Vogel, der so einen schönen orangenen Kehlfleck hat? 😐 😗 😕 😕 Ich habe ihn auf einem meiner Solo-Spaziergänge in der Lodge fotografiert. Auch Elvira ist zunächst ratlos. Was meint ihr? Schönen Sonntag: Burschi
Teil 1520. Jan. 2020
Guten Morgen, über die letzte Nacht und das Frühstück hülle ich mal den Mantel des Schweigens und beginne mit dem heutigen Hauptprogramm, der Bootsfahrt auf dem Baringosee. Um 6.30 Uhr kommt das Boot, mit dem wir heute auf den See hinausfahren wollen. Wir legen Schwimmwesten an. Ein Begleiter holt noch Wasser, weil wir keine Wasserflaschen bekommen haben. Wilson ist wieder unser Guide, das Boot wird von einem zweiten gefahren. Die Fischer dagegen fahren hier mit leichten Balsa-Booten auf den See hinaus. Die Boote saugen sich voll Wasser und müssen dann an Land wieder getrocknet werden. Wir können auch beobachten, wie sie sich mit zwei „Tellern“ an den Händen mit dem Boot fortbewegen können. Und das, obwohl es hier Hippos und Krokodile gibt, die aber angeblich den Menschen nicht nachstellen. Ein Fischer wird auf seinem Boot von einem Hammerkopf begleitet. Heute ist auch Reihertag. Nein, ich war nicht seekrank! 🤩 Wir haben aber viele verschiedene Reiher gesehen. Den Rallenreiher, einen Nachtreiher, Eine Besonderheit erfahren wir über den Nachreiher. Er fängt Insekten, legt sie auf das Wasser als Beute und schnappt sich dann die Fische, welche die Insekten verspeisen wollen. Clever! 🤩 Auch einen Goliathreiher Zunächst fahren wir am Ufer entlang, wo viele abgestorbene Bäume, die den Wasservögeln als Sitzplätze dienen, stehen und aus dem Wasser die Ruinen einiger Lodges ragen, die durch den Anstieg des Wasserspiegels untergegangen sind. Dieser Anstieg in den letzten Jahrzehnten ist wohl durch Tektonik des Grabenbruchs entstanden. In den Lodges hausen nun Krokodile, Hippos und Reiher.
Dreimal pfeift der Bootsführer einem Schreiseeadler und wirft ihm einen (mit Balsaholz gegen das Untergehen) präparierten Fisch auf das Wasser. Diesen holt sich dann der Adler im Flug. Mit meiner Kamera habe ich erhebliche Schwierigkeiten dem schnellen Vogel zu folgen und kann nur wenig sinnvolle Bilder machen. Ich müsste das öfter mal üben! 😕 😛
Er hat ihn!
Ich muss gestehen, beim ersten Mal hatte ich gar keinen Vogel drauf, weil mich die Sonne belndete, beim zweiten Versuch hatte ich zu wenig gezoom und der Vogel war zu lein und die Bilder entstanden dann beim dritten Versuch. Mehr gab es dann nicht, weil die Vögel mit Fressen beschäftigt waren. 😄 Zweifelsohne aber ein Höhepunktv der Bootsfahrt.
Teil 1620. Jan. 2020
Dann fahren wir auch in Speedbootmanier auf die andere Seite zu einer Insel, wo heißer Dampf am Ufer aufsteigt. Hier brodelt heißes Wasser als vulkanische Erscheinung aus drei Quellen. Aber es gab auch noch eine Reihe anderer Vögel zu beobachten. Hier nur eine kleine Auswahl: Rotkappenschwalben "Unsere" Rauchschwalben sind auch da! Meine Lieblingsvögel, die Spinte, hier der Blauwangenspint und zu meiner großen Überraschung, die nördliche Variante des Karminspints. Um 10.00 Uhr ist die Bootsfahrt zu Ende und wir kehren zur Lodge zurück. Wilson bekommt für die tolle Leitung ein Trinkgeld. Wir gehen an Land und Elvira überrascht mich mit einem Vorschlag: Heute am Nachmittag und ebenfalls morgen ist am Nachmittag Ruhezeit. Morgen am Vormittag soll noch eine dreistündige Tour stattfinden. Die Fahrt zum Bogoria-See soll entfallen, weil derzeit nur wenige Flamingos dort seien. Dafür ist am Ende der Safari noch eine Bootsfahrt auf dem Naivasha-See vorgesehen. Von 12.30 bis 13.30 Uhr ist Mittagessen. Es ist so reichlich, dass ich es nicht schaffe. Bis 14.00 Uhr sichere ich Bilder, dann werden die Akkus wieder geladen. Plötzlich kommt ein heftiger Wind auf. Bis 15.00 Uhr schlafe ich, stehe dann auf, bin immer noch müde und gehe zum Kaffeetrinken. Es regnet! Da wäre eine Tour eh sinnlos gewesen. Mit dem „Kellner“ eigentlich einem Primarschullehrer, unterhalte ich mich über „Gott und die Welt“. Er ist sehr freundlich und besonders auch um meine Frau bemüht, dass sie eine, ihrem Magen entsprechende Kost bekommt. Auch der Koch richtet sich nach unseren Wünschen. Bis 18.00 Uhr schauen wir relaxed durch die Gegend, trotz leichten Regens suche ich den großen Pool auf und schwimme ein paar Runden und wir erholen uns. Auf der gegenüberliegenden Seeseite regnet es wesentlich heftiger.
Noch eine traurige Anekdote am Rande: Am ersten Tag kommt direkt neben unserem Häuschen ein Zwergkingfisher am Abend. Er sitzt fast im Dunkeln und das Bild ist nur ein Belegbild. Am zweiten Abend kommt er etwas eher. Das Licht ist ideal, aber der Gärtner hat einen Sprinkler aufgestellt und vor dem Vogel ist ständig eine Regenwand. Am dritten Tag ist er wieder da, in idealem Licht, kein Sprinkler, den habe ich extra wegbringen lassen. Ich zoome, doch just in diesem Moment kommt ein Gärtner mit einem Besen und weg ist der Zwergkingfischer! 😈 😈 😈 So muss ich mich mit einem Webervogel-Pärchen (bin mir hier nicht ganz sicher! 😕 ) zufrieden geben, das sich an einem Futterplatz Brotreste holt.
18.30 bis 19.45 Uhr Abendessen: Immer vier Gänge, Suppe, Salat, Fleisch mit Beilage, Gemüse und Nachtisch. Und das immer zweimal am Tag und niemals das Gleiche! Um 20.00 Uhr sind wir satt und zufrieden im Bett. Wenn jetzt noch ein schöner Sonnenuntergang mit Sundowner wäre! Ist egal, dann ziehe ich einfach den Sonnenaufgang vom nächsten Morgen vor! 😄 Liebe Grüße; Burschi
Teil 1721. Jan. 2020
Guten Morgen! 6.00 Uhr Frühstück, um 6.45 Uhr kommt Josef, unser neuer Fahrer, und wir fahren zum Cliff. Unterwegs nehmen wir wieder Wilson auf, der erneut unser Guide ist. Das Cliff ist eine ca. 100 Meter hohe Felswand aus Vulkangestein, das im Zusammenhang mit den vulkanischen Aktivitäten und der Tektonik des Rift Valley zu sehen ist. An seinem Fuß ist ein Buschwald, in dem wir versuchen hier typische Vögel aufzuspüren. Ab 7.00 Uhr wandern wir am Cliff entlang. Wilson ist sehr hilfsbereit, als er merkt, dass ich Probleme habe, die entfernt und versteckt sitzenden Vögel mit der Kamera zu fixieren. Was er sieht, sieht ein anderer noch lange nicht! So können wir auch wieder Eulen aufspüren: den Perlkauz und die Nördliche Weißgesichtseule Es zwitschert und flötet an vielen Orten, doch im dichten Gesträuch sind viele Vögel nur schwer zu entdecken und noch schwieriger zu fotografieren. Trotzdem eine kleine Auswahl davon: die Gefleckte Drossel der Hemprich-Toko der Rotbauchschmätzer der Strichelschnäpper der Feuerstirnbartvogel die Grünflecktaube Einfacher ist es da schon mit einigen Pflanzen. Die halten wenigstens still und laufen / fliegen nicht weg, Die Kameldornblüten kenne ich ja auch aus dem südlichen Afrika. Doch bei diesem Gewächs dürft ihr mir wieder helfen. 😕 😕
Teil 1821. Jan. 2020
Nicht einfacher ist es, Schmetterlinge zu fotografieren. Sie flattern schnell von Blüte zu Blüte und bevor man focussiert hat, sind sie schon an einer neuen Nektarquelle. Außerdem haben manche davon die unangenehme Eigenschaft, bei der Nektaraufnahme die Flügel zu schließen und sind daher nur schlecht zu sehen oder verstecken ihre attraktive Oberseite. Trotzdem, ein paar versuche waren erfolgreich: Tiny orange Tip (Colotis evagore), fast wie unser Aurorafalter Scarlet Tip (Colotis danae) ähnelt auch unserem Aurorafalter ein Weißling und (?) 9.15 Uhr beenden wir den Spaziergang und Josef fährt uns zu Roberts Camp. Dort gibt es Wlan um einige WA nach Hause zu schicken und für Elvira endlich Internet. Bei einem frischen Tusker kann ich in der Nähe einer Futerstelle weitere Vögel beobachten. "Allerweltsvögel" habe ich bisher einfach nicht erwähnt, möchte aber hier zwei nennen, die uns praktisch überall auf der Safari begleitet haben: der Dreifarbenglanzstar der Mahaliweber
Besonders lustig fand ich die Rotaugentaube, die sich am Bauch von einem kleinen Strahl des Berieselungsschlauchs anspritzen ließ und am Rücken sich zur Sonne wandte. Der Grünschweifglanzstar hat auch gebadet.
Und schließlich gab es auch wieder einen für die "Liste", den Zwergweber! Nach dem Aufenthalt in Roberts Camp fahren wir zurück in die Lodge zum Mittagessen. Den Nachmittag haben wir frei. Ich kann endlich mal wieder in den Pool zum Schwimmen und mache ein wenig Wassergymnastik für den geschundenen Rücken, lasse mich aber von Elvira doch anstecken und nochmal durch die Büshe ziehen. Ein Maskenpirol und der weibliche Jackson Toko mit schönen Blüten sind u.a. das Ergebnis.
Dann gibt es einen kurzen Schauer - auf der anderen Seeseite geht wieder ein heftiges Gewitter nieder - , Zeit für die Sicherung der Bilder und die Tagebucheinträge und auch um einmal über den Aufenthalt hier nachzudenken. Die Lodge war als Ausgangspunkt für Vogelexkursionen ideal. Vor allem auch, weil im nahegelegenen Ort sich eine Gruppe einheimischer Ornithologen zusammengefunden hat, die einem gerne die Vogelwelt zeigen und die unglaubliche Kenntnisse über den Aufenthalt der Vögel haben. (Sie tragen zum Erhalt der Natur wesentlich bei und schaffen so auch Arbeitsplätze!) Sehr schön war aber auch die Einrichtung der Häuschen, ein großer wirklich zum Schwimmen geeigneter Pool und ein sehr gutes Essen, sowie eine freundliche, nette Bedienung mit sehr gutem Service. Allen hierfür herzlichen Dank! Leider müssen wir morgen weiter. Hier wäre ich gerne noch ein wenig geblieben. LG Burschi
Teil 1922. Jan. 2020
Heute geht es weiter, wir müssen den Baringosee verlassen. 6.50 Uhr fahren wir von der Lodge ab und durch das kleine Dorf. Die Menschen sind hier vom Stamm der Palenjing, sind auffallend groß und sehr schwarz, die Frauen zum Teil gazellenartig. Jetzt am frühen Morgen wird wieder Wasser geholt, die Frauen tragen die Kanister mit Stirnband auf dem Rücken, die Männer holen es mit dem Motorrad. Ich habe während der ganzen Zeit keine einzige Frau gesehen, die ein Motorrad gefahren wäre. Um 7.30 Uhr biegen wir von der Hauptstraße ab und fahren den Berg hoch kurz hinter Marigat. Die Vegetation besteht hier aus dichtem Busch-Sekundärwald als Folge des Abschlagens aller großen Bäume. Hier wird auch kaum Landwirtschaft betrieben, dafür steht am Straßenrand viel Holz zum Verkauf. Dann wird die Landschaft offener und schon ziehen auch Rinder vorbei. 7.45 Uhr klettern wir langsam in vielen Serpentinen den Berg hoch mit tollen Ausblicken auf den Baringo-See. Im Kiro-Tal ist die Landschaft ein wenig dunstig. Um 8.05 Uhr haben wir die Höhe erreicht. Nun ist die Landschaft wellig mit kleinen Dörfern. Eine größere katholische Kirche wird gerade gebaut. Kirchen gibt es überhaupt im Überfluss in Kenia. 8.15 Uhr sind wir in Kabarnet, einem großen Ort, der hier am höchsten gelegen ist. 8.45 bis 9.00 Uhr machen wir Pause an einer tiefen Schlucht im Kerio-Tal. Hier bieten sich Jugendliche an, gegen ein Entgelt von einer 30m hohen Plattform in 20m tiefes Wasser zu springen. kurz vor der Weiterfahrt bietet sich ein schönes, fast an unsere Alpenlandschaft erinnerndes Fotomotiv. Oberhalb der Schlucht ist ein durch Erosion völlig zerklüftete Landschaft entstanden. Um 10.00 Uhr ist die Höhe des Gebirgszuges erreicht. Wir passieren ein „Athletic Center“, in dem Kenias Langläufer trainieren u d tatsächlich sieht man etliche am Straßenrand laufen. Die Fahrt geht nun über eine landwirtschaftlich intensiv genutzte Hochebene. Zunähst domi-niert Maisanbau, später Tee- und Eukalyptusplantagen. Die Maisernte wird gerade einge-bracht und die Maisstangen werden zu „Strohmännchen“ zum Trocknen zusammengestellt. Bald erreichen wir einen Vorort von Eldoret, der ein Zentrum der Möbelherstellung ist- Betten, Sofas, Sessel und andere Möbelstücke stehen entlang der Straße. Matratzen werden im wahrsten Sinne des Wortes zu Hauf angeboten. Ein kleiner Auffahrunfall mich wundert, dass nicht viel mehr passiert!, führt zu einem gewaltigen Stau. Im Kolonnenverkehr kriechen wir voran. Nach der Weiterfahrt suchen wir Supermarkt und Tankstelle. Elvira und ich springen schnell aus dem Auto und kaufen Zahnpasta und Bier, da es in der nächsten Lodge keinen Alkohol gibt. Dann springen wir schnell wieder ins langsam fahrende Auto, das inzwischen gekreiselt ist, da keinerlei Parkplätze zu finden sind. Die Drogerie war gut sortiert, aber der Supermarkt entsprach eher einer Räuberhöhle. 🤩 😄 Eldoret ist die viertgrößte Stadt Kenias und hier geht es kreuz und quer, drunter und drüber! Afrika!!!! Es gibt keine Ampeln, aber Verkehrsknoten lösen sich schon irgendwie. 😄 😄 Ein paar Szenen aus dem Verkehrsgewirr möchte ich euch nicht vorenthalten. 😄
Ein Mann zieht einen Karren mit mehr als 25 neuen Autoreifen! 🤩
12.05 Uhr sind wir an einer Tankstelle und 12.30 Uhr fahren wir immer noch im Kolonnenverkehr durch weitere Vororte von Eldoret. Links und rechts der Straße sind Verkaufsstände, an denen es alles zu kaufen gibt. Vieles wird nur auf dem Boden ausgebreitet.
Vor allem die Riesenkollektionen europäischer Kleider-Spendenware ist beeindruckend. ich kann meine Frau kaum zurückhalten hier shoppen zu gehen. 😄 😄 Ich beobachte noch unendlich viele Szenen und Motive. Vieles möchte ich gerne hinterfragen um Antworten auf Fragen zu bekommen, die ich mir beim Betrachten von Land und Leuten stelle. Leider fehlen dazu Zeit und Möglichkeiten. 13.20 Uhr fahren wir durch Kabsabet mit seinen vielen Teeplantagen. 13.50 Uhr sind es noch 9 km auf holpriger Straße bis zum Rondo Retreat, unserer Lodge. Wir kommen um 14.10 Uhr an. Da Wasser auf der Straße läuft, scheint es viel geregnet zu haben. Das Rondo Retreat istder ehemalige Landsitz eines kolonialen Sägewerkbesitzers und liegt mitten im tropiuschen Regenwald, in dem wir uns nun befinden und von dem nur noch ein geringer Rest übrig ist. Wir erhalten ein mondänes Zimmer in englischem Kolonialstil.
14.45 Uhr bis 15.30 Uhr Lunch, danach nur wenig Ruhe, denn Elvira ruft um 16.00 Uhr schon zur Vogelbeobachtung.
Teil 2022. Jan. 2020
In den Baumwipfeln turnen Colobusaffen herum, im Gras sitzt ein Mackinnon Würger der sich dann attraktiv in einen Strauch setzt. Weitere Beobachtungen werden jäh unterbrochen, denn ab 16.45 Uhr bricht nach einem kurzen Spaziergang ein tropisches Gewitter los. Es gießt aus Badewannen. Es hört auch nicht mehr auf zu regnen und jegliche Aktivität im Freien ist unmöglich. es regnet fast die ganze Nacht hindurch. Am nächsten Morgen: Frühstück ist erst um 7.00 Uhr! Es ist dunstig und alles ist durchweicht. 7.00 bis 8.00 Uhr (1 Stunde!) Frühstück. Es regnet erneut weiter und Elvira sagt die Exkursion in den Regenwald ab. Wir sind zum Nichtstun verurteilt. Da auch kein Strom vorhanden ist, muss auch mit den elektrischen Geräten umsichtig umgegangen werden. Selbst Elvira hängt untätig herum, da sie auch nicht fotografieren kann. Außerdem hat es merklich abgekühlt, sodass man ein langärmliges Sweatshirt gut vertragen kann. Elvira hat nun einen dicken Pullover an. Erst gegen Mittag hat es ein wenig zu regnen aufgehört, und gleich ruft auch schon Elvira. Es gibt Vögel zu sehen! Hoch in den Baumkronen tummeln sich Grauwangentoko und Riesenturako. Der Riesenturako muss erst mal sein nasses Gefieder ordnen. 😄
Allerdings bereiten mir die Bilder vom Boden aus in die Baumkrone bei sehr dunstigem, noch immer leicht regnendem Wetter keine so große Freude. 🙁 😈 Auch der Grauwangentoko muss sich erst mal trocknen. Seine Frau - der Hornaufsatz auf dem Schnabel ist wesentlich kleiner - ist auch noch mit Putzen beschäftigt. Auch die Colobusaffen sind wieder da, aber viel zu weit oben im Geäst und schnell wieder weg. So schaffe ich nur noch zwei Schmetterlinge, zumal in der Regenpause auch andere Gäste im Garten herumtigern. Forest glade Nymph (Aterica galene) Little comodore (Junonica sophia) Der Garten ist voll mit attraktiven tropischen Pflanzen und man kann schön darin herumspazieren. Auch wenn einem andere Gäste die Vögel verscheuchen, bleiben noch Fotomotive, die nicht wegfliegen können. 😄 Ich vermute aber mal, dass einige davon aus ganz anderen Gegenden (sogar Kontinenten) stammen.
Der Tulpenbaum ist allerdings heimisch und von hier in alle Welt verbreitet worden. Auch diese Blüte passt hierher. Sie stammt von einem Leberwurstbaum! 🤩 Aber auch an den Blüten hängen überall Wassertropfen. Es regnet fast den ganzen Tag und es gibt nur wenige Regenpausen, die ich immer im Garten nutze und tatsächlich gelingt es auch noch zwei neue Vogelarten aufzutreiben: der Bronzenektarvogel und der Olivnektarvogel
bin mir bei dem letzten nicht ganz sicher, aber schließlich ist das Bestimmen der Nektarvogelweibchen ja sowieso ein Kapitel für sich. Die Hoffnung auf Besserung des Wetters liegt nun auf dem nächsten Tag. LG Burschi