Reisebericht

8 Wochen entschleunigt in BOT, NAM & SA 10-11/2019

von @Zugvogel · begonnen 01. Jan. 2020 · 68 Teile

Teil 101. Jan. 2020
Liebes Forum

Seit gut fünf Wochen sind wir zurück von unserer achtwöchigen Camping-Tour durch Botswana, Namibia und den Kgalagadi Transfrontier Park.

Diese Reise durch das südliche Afrika war, abgesehen von einem 9-wöchigen Backpacking-Trip durch Südamerika 2011, unsere bislang längste gemeinsame Reise und eine tolle Erfahrung. Wir haben viel Neues entdeckt (CKGR, Nxai Pan, Moremi, Savuti) und unserem Lieblingspark, dem KTP, erneut einen längeren Besuch abgestattet. Dabei waren wir total entschleunigt unterwegs, haben mehrheitlich campiert und uns selbst versorgt. So wie wir es mögen…

Unterwegs waren wir im Oktober und November 2019 auf der folgenden Route:

30.09.2019 - Flug Zürich – Kapstadt
01.10.2019 - Flug Kapstadt - Windhoek, Tamboti Guesthouse
02.10.2019 - Ghanzi, Thakadu Bush Camp CS
03.10.2019 - CKGR, Passarge CKPAS03
04.10.2019 - CKGR, Kori Pan CKKOR04
05.10.2019 - CKGR, Kori Pan CKKOR04
06.10.2019 - Makgadikgadi Pans, Kubu Island

07.10.2019 - Makgadikgadi Pans, Kubu Island
08.10.2019 - Nxai Pan NP, South Camp NX03
09.10.2019 - Nxai Pan NP, Baines Baobab, BO2
10.10.2019 - Moremi Game Reserve, South Gate, MQ 3
11.10.2019 - Moremi Game Reserve, South Gate, MQ 3 (effektiv MQ 10)
12.10.2019 - Moremi Game Reserve, South Gate, MQ 3 (effektiv MQ 10)
13.10.2019 - Moremi Game Reserve, Third Bridge MT5

14.10.2019 - Moremi Game Reserve, Third Bridge MT5
15.10.2019 - Moremi Game Reserve, North Gate/Khwai MK04
16.10.2019 - Chobe National Park, Savuti CV07
17.10.2019 - Chobe National Park, Savuti CV07
18.10.2019 - Senyati Safari Camp
19.10.2019 - Senyati Safari Camp
20.10.2019 - Muchenje Campsite

21.10.2019 - Muchenje Campsite
22.10.2019 - Caprivi-Ost, Mavunje Camp
23.10.2019 - Caprivi-Ost, Bootstour mit Dan
24.10.2019 - Caprivi-West, Ngepi Camp
25.10.2019 - Caprivi-West, Ngepi Camp
26.10.2019 - Okavango Panhandle, Shakawe-Lodge
27.10.2019 - Okavango Panhandle, Shakawe-Lodge

28.10.2019 - Ghanzi, Thakadu Bush Camp CS
29.10.2019 - Wildlife Management Area KD2, Name Pan CS
30.10.2019 - KTP, Sizatswe Campsite KTSIZ01
31.10.2019 - KTP, Nossob CKP6
01.11.2019 - KTP, Urikaruus RC2
02.11.2019 - KTP, Urikaruus RC2
03.11.2019 - KTP, Urikaruus RC2

04.11.2019 - KTP, Kieliekrankie DC2
05.11.2019 - KTP, Kieliekrankie DC2
06.11.2019 - KTP, Kieliekrankie DC2
07.11.2019 - KTP, Nossob CH4
08.11.2019 - KTP, Grootkolk SC2
09.11.2019 - KTP, Grootkolk SC2
10.11.2019 - KTP, Gharagab LC2

11.11.2019 - KTP, Gharagab LC2
12.11.2019 - KTP, Nossob RF2
13.11.2019 - KTP, Nossob RF2
14.11.2019 - KTP, Kieliekrankie DC2
15.11.2019 - KTP, Kieliekrankie DC2
16.11.2019 - KTP, Urikaruus HRMC2
17.11.2019 - Mariental, Kalahari Anib Lodge CS

18.11.2019 - Mariental, Kalahari Anib Lodge CS
19.11.2019 - Flug Windhoek – Kapstadt, Marianne Wine Estate, Paarl
20.11.2019 - bei Freunden in Bonnievale, Western Cape
21.11.2019 - bei Freunden in Bonnievale, Western Cape
22.11.2019 - bei Freunden in Bonnievale, Western Cape
23.11.2019 - bei Freunden in Bonnievale, Western Cape
24.11.2019 - 00:20 Flug Kapstadt – Wien – Zürich

Die Campsites in Botswana haben wir von Botswana Footprints buchen lassen. Mit dem Service waren wir sehr zufrieden. Alle eingescannten Bestätigungen haben wir sogleich per E-Mail erhalten, die Originale wenige Wochen später per Post. Die BWP 500.- Buchungsgebühr war das definitiv wert. Alle weiteren Unterkünfte und Campsites haben wir eigenhändig reserviert und gebucht.

Teil 203. Jan. 2020
Da ich nach dem Einstellen der ersten Reisebericht-Tranche und auch gestern noch vom Web Spam Programm des Forums ausgeschaltet wurde konnte ich leider nicht meinen gesamten Beitrag posten 😈 . Und irgendwie hat Word (bzw. ich) auch einen Teil des Beitrags gelöscht 😵 . Jetzt geht es aber weiter…
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Die Flüge
Wie letztes Jahr sind wir von Zürich mit Edelweiss Air direkt nach Kapstadt geflogen. Dieses Mal ohne nennenswerte Verspätung. In Kapstadt ging es einmal durch die Passkontrolle, Gepäck holen und wieder aufgeben und zurück in den Abflugbereich. Alles ganz entspannt, ein direkter Transfer scheint nicht vorgesehen zu sein. Nach Windhoek und zurück ging es mit Airlink. Dieser kurze Flug bei bester Sicht hat sich mehr wie Sightseeing als 'normales' Fliegen angefühlt. Von Kapstadt sind wir zurück in die Schweiz via Wien mit Austrian Airways geflogen. Das Gesamtpaket für CHF 1300.- bei Expedia gebucht, nicht billig, aber für die perfekten Flugzeiten und total 5 Flüge ein guter Preis. Expedia war der einzige Ort, wo wir diese Flugkombination buchen konnten. Der Service war auf allen Flügen nett, es gab kaum Verspätungen und das Entertainment-System funktionierte auf den Langstreckenflügen einwandfrei. Das Essen war soweit wir es getestet haben in Ordnung. Seit wir Abends vor dem Fliegen bereits etwas essen schlafen wir im Flieger deutlich besser und verzichten daher meist aufs Abendessen.

Das Fahrzeug
Wie bereits 2015 haben wir das Fahrzeug bei der Autovermietung Savanna in Windhoek gemietet. Ursprünglich wollten wir einen Hilux Bushcamper haben. Diese waren bei unserer Anfrage im Januar 2019 jedoch bereits nicht mehr verfügbar. So wurde es dann ein Landcruiser Bushcamper, den uns Savanna für einen unschlagbaren Preis offerierte. (Bei Bushlore in Johannesburg, wo wir unsere Reise eigentlich beginnen wollten, hätten wir über CHF 2000.- mehr bezahlt!). Der Landcruiser erwies sich als idealer und zuverlässiger Begleiter auf unserer Reise. Bis auf ein für uns obligatorisches Problem mit dem Kühlschrank 😈 sowie einen Ermüdungsbruch der Befestigung der Dieselkühlung hatten wir mit dem Auto während 8'147 gefahrenen Kilometern keinerlei Probleme. Der Bushcamperaufbau erwies sich gegenüber dem Klappdachzelt als sehr praktisch, ist im Nu aufzubauen und bietet äusserst viel Platz.


Wir und unser treuer Landcruiser in der Mahango Core Area

Die Fotoausrüstung
Auch in diesem Urlaub hat Dani ausgiebig fotografiert und seine umfangreiche Ausrüstung nur selten zur Seite gelegt. Dabei sind ihm einige fantastische Fotos gelungen, welche wir euch nicht vorenthalten wollen. Aus diesem Grunde haben wir uns auch dazu entschieden, wiederum einen Reisebericht ins Namibia-Forum zu stellen. Über die Jahre habe ich vieles dazu gelernt und auf dieser Reise Dani vermehrt beim Fotografieren unterstützt. Wenn es schnell gehen muss und die Einstellungen alle stimmen sollen, bin ich jedoch weiterhin nicht geeignet dafür 😗 .

Kameras
Canon EOS 5D Mark III
Canon EOS 7D Mark II
Canon M3 (mit Canon Adapter EF-EOS M)
SECACAM Wild-Vision Full HD (Kamerafalle)

Objektive
Canon EF 17-40mm f/4L USM
Canon EF 24-70mm f/4L IS USM
Canon EF 100-400 f/4.5-5.6L II USM
Canon EF 500mm f/4L IS USM
Canon EF-M 15-45mm f/3.5-6.3 IS STM
Samyang 14mm f/2.8

Wir hatten viele wunderbare Begegnungen mit Mensch und Tier, haben uns vor der massiven Dürre gefürchtet, aber das Wasser doch gefunden und uns einmal mehr in Afrika, den unendlichen Sternenhimmel, die wahnsinnige Tierwelt und Natur und das fantastische Licht verliebt. Für uns ist Afrika nach Hause kommen.

Wir freuen uns über eure Begleitung. Kommentare, Kritik und Fragen sind ausdrücklich erwünscht. Ich habe den Bericht Botswana zugeordnet, weil wir uns dort am längsten aufgehalten haben. In einigen Tagen geht es los mit einer kleinen statistischen Übersicht zur Reise. Danach gibt es Fotos 😎 .


Vielleicht unsere ungewöhnlichste Sichtung des Urlaubs: ein Rosapelikan in der Kgalagadi

Bis dahin herzliche Grüsse!
Stefanie & Daniel
Teil 309. Jan. 2020
Statistik - Zahlen einer 8-wöchigen Reise

Da wir gerne Zahlen mögen gibt es hier eine kleine Statistik. Und für diejenigen, die keine Zahlen mögen präsentieren wir die ersten Foto-Häppchen 🙂

3 Länder
12 neue Stempel im Pass
7 Nächte Namibia (1x Guesthouse, 6x Camping)
24 Nächte Botswana (nur Camping)
21 Nächte Südafrika (1x Camping, 16x fixe Unterkunft KTP, 1x Weingut, 3x bei Freunden)
41 Tage ohne Internet 🙂



8'147km gefahren
ca. 3000km davon als Gamedrives
556km längste Etappe
0km kürzeste Etappe
1'279l Diesel (macht 15.58l pro 100km)



2 (kleine) Wasser-Durchfahrten
4x bei Autoproblemen anderer geholfen (2 Reifenwechsel, 1x jemanden abgeschleppt, 1x überbrückt)
0x Steckenbleiben im Tiefsand
1 Kühlschrankreparatur & 1 neuer Kühlschrank
1 Reparatur am Landcruiser (Dieselkühlung)



Günstigste Campsites: Thupapedi im KTP & Kori Pan im CKGR (mit ca. CHF 5.-/Person inkl. Fahrzeug und Parkgebühr)
Teuerste Campsites: alle Moremi- und Savuti-Campsites (50 USD/Person ohne Parkgebühr)
4 Bootstouren (1x im Moremi, 1x auf dem Chobe, 1x auf dem Kwando, 1x auf dem Kavango)



ca. 30'000 Fotos (Auslöser)
ca. 9'000 verbliebene Fotos nach dem Aussortieren
ca. 10'000 Fotos von der Kamerafalle



233 Vogelarten (dazu kommen noch alle diese braunen, nicht identifizierbaren 😣 )
darunter 20 Erstsichtungen (wir sind ja noch Anfänger 😎 )



102 Löwen (4 Nxai Pan, 16 Moremi, 31 Chobe (30 Savuti, 1 Riverfront), 51 KTP)
13 Leoparden (4 Moremi, 4 Chobe (3 Savuti, 1 Riverfront), 5 KTP)
8 Geparden (alle im KTP)
6 Afrikanische Wildkatzen (1 CKGR, 5 KTP)
13 Wildhunde (alle in Savuti)
15 Braune Hyänen (alle im KTP)



X Elefanten (Im Gegensatz zu Robin haben wir das Elefanten-Zählen schnell wieder aufgegeben…)



Minimaltemperatur: 6°C in Ghanzi
Maximaltemperatur: 47°C Kalahari Anib Lodge
Regen: 3x etwas mehr als nur ein paar Tröpfchen (1x am Kwando, 2x auf Ngepi)
2 Sand- bzw. Staubstürme (KTP)



Und…
…unzählige unbezahlbare Momente! Bald legen wir mit dem 'richtigen' Reisebericht los...
Teil 420. Jan. 2020
Tag 0 – 30 September 2019 – Abflug Zürich Kloten

Unseren letzten Arbeitstag haben wir beide bereits hinter uns und bis auf einige Kleinigkeiten sind unsere beiden Reisetaschen bereits seit gestern Abend gepackt. 2 x 23.0kg – passt! So verbringen wir den Montag noch mit Wohnung aufräumen und sauber machen, Friseur-Besuch seitens Dani und einem Treffen mit meinem Patenkind und meiner Mutter meinerseits. Auch mal schön, nicht nach der Arbeit an den Flughafen eilen zu müssen 😉 .


Mit einem beinahe 'afrikatauglichen' Sonnenuntergang verabschieden wir uns für die nächsten acht Wochen von der Schweiz

Am frühen Abend werden wir von Dani‘s Vater an den Flughafen Kloten gebracht, bringen den Check-in sogleich hinter uns und stehen schon bald am Gate. Nach den mehrstündigen Flugverspätungen in den letzten beiden Jahren sieht es dieses Mal nach einem pünktlichen Flug von Zürich nach Kapstadt mit Edelweiss Airways aus. Und so ist es dann auch...
Teil 520. Jan. 2020
Tag 1 – 1. Oktober 2019 – Von Kapstadt nach Windhoek
Windhoek, Tamboti Guesthouse

Der Flug ist schnell erzählt: Das befürchtete Geschrei der Säuglinge in unserer Nachbarschaft bleibt mehrheitlich aus, dafür werden wir immer wieder von den nervösen und lauten Kindern in der Reihe hinter uns geweckt und in den Rücken getreten. Selber Schuld, wenn man zum Beginn der Aargauer Herbstferien losfliegt 😣 . Nichtsdestotrotz haben wir bis ca. vier Uhr früh ganz ordentlich geschlafen. Bald schon wird das leckere Frühstück serviert und die ersten Sonnenstrahlen begrüssen uns über den Weiten Namibias.





Die Landung in Kapstadt erfolgt pünktlich. Da KLM und British Airways erst später eintreffen, sind auch Passkontrolle und Einreise schnell erledigt. Obwohl unser Gepäck bis Windhoek durch gebucht wurde, müssen wir es in Empfang nehmen (die Türe beim International Transfer ist nämlich fest verschlossen und es ist unter Androhung einer Busse von 10‘000 Rand verboten sie zu öffnen) und neu aufgeben. Gesagt, getan. Nochmals passieren wir die Immigration und reisen bereits wieder aus Südafrika aus.



Die zwei Stunden am Gate sind rasch vorbei und schon sitzen wir in der für mein Verständnis winzigen Airlink-Maschine nach Windhoek, welche pünktlich um 10.00 Uhr abhebt. Während einem kleinen Snack und Litchi-Saft bzw. Grapetizer geniessen wir den Ausblick aus die Cape Winelands, die Cederberge und später die Richtersveld-Region.







Eine halbe Stunde früher als geplant kommen wir auf dem Hosea Kutako International Airport in Windhoek an. Dieser Vorsprung schmilzt durch das lange Anstehen an der Immigration dahin. Vor uns ist nämlich gerade eine grössere Maschine aus Johannesburg gelandet. Nach mehr als vier Jahren wieder hier zu sein fühlt sich gut an 🤩 . Welcome to Namibia!



Irgendwann haben auch wir die Immigration geschafft und werden von einem Savanna-Mitarbeiter in Empfang genommen und ruck zuck zur Autovermietung ins Zentrum von Windhoek gebracht. Auch den ersten Tieren begegnen wir in der erschreckend trockenen Landschaft. Warzenschweine sind ein sicherer Wert!


Für den Moremi dann doch eher nicht geeignet 😉

Der Papierkram bei Savanna ist relativ schnell erledigt. Danach beginnt die lange Einführung in alle Spezialitäten unseres Landcruiser Safaricampers. Eines vorweg – ein fantastisches Auto! Alles wird erklärt, kontrolliert, ergänzt und ersetzt. Auch eines der Rücklichter muss noch ausgewechselt werden. Dies dauert dann auch nochmal eine gute halbe Stunde. Währenddessen schauen wir uns bei Savanna etwas um.


Unser Toyota Landcruiser Bushcamper, Jg. 2017, Tachostand 74'875km

Kurz vor vier Uhr fahren wir vom Hof zum nahe gelegenen Tamboti Guesthouse. Nachdem wir uns kurz in unserem Zimmer eingerichtet haben, geht’s nochmals los zum Superspar neben der Maerua Mall, wo wir unseren ersten Grosseinkauf tätigen (ohne Früchte, Gemüse und Milchprodukte, da wir Morgen nach Botswana reisen werden). Auch im Bottle Store werden wir fündig: Savanna, Windhoek Lager und namibischer Gin wandern in unseren Einkaufswagen. Die Mitarbeiter vom Spar und Tops unterstützen uns eifrig auf der Suche nach Kartonboxen für die Ordnung in unserem Landcruiser. Nach einer guten Stunde sind wir durch. Das ist für uns rekordverdächtig 🤩 .

Zurück im Guesthouse räumen wir so gut es geht den Camper ein. Fix und fertig geht es danach noch kurz unter die Dusche und später per Taxi zu Joe‘s Beerhouse. Hier sind wir zum ersten Mal. Gute Stimmung, nette Atmosphäre und leckeres Essen (ein grosser gemischter Salat und einen Wildspiess mit Springbock, Zebra, Kudu und Gemsbok).

Um halb zehn sind wir zurück und fallen erschöpft in unsere Betten. Jetzt kann der Urlaub beginnen...
Teil 601. Feb. 2020
Tag 2 - 2. Oktober 2019 – "Kilometer fressen" zw. Windhoek und Ghanzi, 556km
Ghanzi, Thakadu Bush Camp


Mit einem Senegal-Amarant / Red-billed Firefinch starten wir in den Tag

Nach einem guten Frühstück mit knusprig frischen Brötchen, einer kurzen Vogelbeobachtungssequenz und dem Begleichen unserer Rechnung geht es für uns los in Richtung Botswana. Heute steht uns eine längere Fahrstrecke bevor. Daher wollen wir nicht allzu spät los. An der Puma Tankstelle beim Flughafen tanken wir den Landcruiser voll, was glücklicherweise schnell von statten geht. Der Transkalahari Highway ist gut ausgebaut und wir kommen relativ schnell voran. Neben Warzenschweinen sind es vor allem Perlhühner und Strausse, welche die Strasse säumen. Je näher wir zur Grenze kommen, umso mehr Rinder und Ziegen sind zu sehen.



An der Grenze werden wir von den namibischen Grenzbeamten gewohnt mürrisch aus Namibia verabschiedet und von ihren botswanischen Gegenübern ebenso mürrisch begrüsst. Das Procedere dauert ein wenig. Zettel um Zettel will schliesslich ausgefüllt werden. Am Schalter für das Bezahlen der Strassennutzungsgebühr müssen wir leider lange anstehen. So hat der ganze Grenzübertritt dann doch seine Stunde gedauert. Auf ebenso gut ausgebauter Strasse wie zuvor geht es weiter nach Ghanzi, wo wir nachmittags um vier Uhr eintreffen.

Fleisch, Gemüse, Früchte und Milchprodukte kaufen wir im lokalen Spar ein, wo wir nebenan auch Pula ziehen können. Die Fleischauswahl ist leider sehr klein und beschränkt sich auf Beef und gefrorenes, nicht sehr appetitlich aussehendes Chicken. Sefalana hat etwas schöneres Fleisch, aber wie Choppies und Shoprite auch kein Wildfleisch. Allenfalls bekommen wir dieses ja im Thakadu Bush Camp. Auch Feuerholz konnten wir noch Keines finden.



Nachdem wir alle Lebensmittelgeschäfte Ghanzi's abgeklappert haben werden wir auf Thakadu sehr nett von Obee begrüsst und dürfen uns unsere Campsite selber aussuchen. Es wird die ‚Mongoose‘-Site, welche am äussersten Ende liegt. Wagen ein-, um- und aufräumen, Wertsachen, namibische und südafrikanische Währung im eingebauten Safe verstauen und schon geht es für uns bei schönster Abendstimmung zum Restaurant, welches toll mit Blick auf ein Wasserloch liegt.


Leckeres Essen mit super Preis-Leistung im Thakadu Bush Camp 🙂

Während wir einen leckeren Straussen-Burger und Springbok-Curry geniessen, kommen immer wieder Tiere (Gnus, ein Hase, Springböcke, ein Steenböckchen und mehrere Nightjars und Eulen) ans Wasser. Wie herrlich, wieder im Bush zu sein!



Zurück an der Campsite überrascht uns eine kleine Springbockherde, welche es sich ganz in unserer Nähe für die Nacht gemütlich gemacht hat. Sie lassen sich von unserer Ankunft überhaupt nicht stören. In den Abolutions trifft Dani auf einen hübschen kleinen Gecko. Bald schon liegen wir im Dachzelt, durchs Moskitonetz sehen wir 'unsere' Springbockherde und lauschen den Geräuschen der Nacht. Einfach wunderbar...
Teil 701. Feb. 2020
Tag 3 - 3. Oktober 2019 – Von Ghanzi in die Central Kalahari, 211km
CKGR, Passarge 3 Campsite

Unsere erste Nacht im Dachzelt verläuft ereignislos. Gespannt sind wir, ob die Wildkamera etwas Brauchbares hergibt. Vermutlich auf Thakadu eher nicht 😉 . Um sechs Uhr früh wecken uns die ersten Sonnenstrahlen sowie ein lärmender Steppenbaumhopf. Die Temperaturen am frühen Morgen sind noch frisch. Der strahlend blaue Himmel verspricht Sonnenschein und wahrscheinlich auch Hitze. Nach einer Dusche geniessen wir ein kurzes Frühstück auf der Campsite.




Thakadu Bush Camp

Obee ist auch bereits wach und wir ergattern vier Bündel Holz (welches sich als das beste Feuerholz des Urlaubs erweist!). Wildfleisch haben sie leider im Moment keines vorrätig. In Ghanzi ergänzen wir noch unsere Fleisch- und Biltongvorräte in der Heartland sowie der Ghanzi Butchery. Etwas enttäuscht sind wir ja schon, ab der Qualität des Fleisches hier in Ghanzi. Wir haben irgendwie mehr erwartet. An der Puma-Tankstelle machen wir den Landcruiser sowie die zwei Kanister voll. Nun sind wir aber wirklich bereit fürs Abenteuer CKGR.



Auf der A3 geht es nördlich. Vorbei an Rindern, Ziegen und vereinzelten Straussen. Einige hundert Meter vor dem Kuke Vet Fence zweigt eine Piste in Richtung Tsau Gate ab. Die Abzweigung ist gut beschildert und die Piste danach in einem recht guten Zustand. Statt der angegebenen Stunde brauchen wir für die 40km nur 45 Minuten.





Immer wieder entdecken wir Elefanten-Hinterlassenschaften und sind beim ersten Mal richtig aus dem Häuschen, als wir auch ihre Fussabdrücke auf der Pad finden. An mehreren Stellen ist auch der Veterinärzaun arg eingedrückt oder komplett umgelegt. Mehrmals kreuzen grössere Gruppen Kudus elegant die Pad und den Zaun. Zudem treffen wir regelmässig Steenböckchen an, welche jeweils sogleich das Weite suchen.







Das Tsau Gate finden wir in einem auf den ersten Blick desolaten Zustand vor. Das komplette Dach ist abgedeckt und die gesamte Umgebung mit gelbem Absperrband versehen. Wir fahren also einmal drumherum und werden dann von einem netten Herrn in seinem Büro-Zelt empfangen.


Nationalpark-Reception im Freiluft-Zelt



Scheinbar muss das Dach nach nun ca. fünfzehn Jahren einfach erneuert werden und das neue Material aus Südafrika ist noch nicht eingetroffen. Für diese Zeit wurde sein Office kurzerhand nach draussen in den Sand verlegt. Nachdem wir uns in die obligatorische Liste eingetragen haben (wir sind das erste Fahrzeug seit zwei Tagen! 🤩 ) und der gute Herr keine Karte vom Nationalpark auftreiben kann (zum Glück haben wir eine mitgebracht 😗 ) sind wir bereit zur Weiterfahrt. Nicht aber ohne vorher den Reifendruck auf ca. 2 Bar abzusenken und das Fotogeraffel bereit zu machen.



Nach dem Gate fährt man nochmals ca. 40km entlang des Veterinärzauns, bevor die Strecke südlich in Richtung Motopi führt. An den Tiersichtungen ändert sich nicht viel. Nur ist es mittlerweile über 30°C warm. Das Motopi Wasserloch führt leider kein Wasser. Hier hätten wir gerne eine Pause eingelegt. Die Gegend ums Wasserloch lädt jedoch nicht zum rasten ein. Etwas weiter südlich finden wir dann glücklicherweise etwas Schatten vor und geniessen ein kleines Picknick und etwas Ruhe.



Die weitere Strecke bis zum Passarge Wasserloch zieht sich. Endlose Büsche, die Pad abwechselnd tiefsandig oder Wellblech. Kurz vor vier treffen wir endlich am Passarge Wasserloch ein, welches Wasser führt, aber aktuell keine Tiere beherbergt. Weit entfernt stehen einige Strausse sowie ein Oryx. Wir entschliessen uns, hier ein Nickerchen zu machen und hören bereits nach kurzer Zeit das weit entfernte Brüllen eines Löwen. Vielleicht hat der ja Durst?! 😗 Statt dem Löwen schaut irgendwann mal ein Schabrackenschakal in unserer Nähe vorbei, verschwindet jedoch wieder, ohne am Wasserloch zu trinken.



Ansonsten erfreuen wir uns an den unterschiedlichen Vögeln und entschliessen uns kurz vor sechs, uns auf den Weg zu unserer Campsite (Passarge 3) zu machen. Wieder geben sich die Steenböckchen die Klinke in die Hand, wollen jedoch nicht wirklich als Fotomotiv herhalten. Anders sieht es bei den Helmperlhühnern aus. Eifrig sind sie mit der Suche nach Essbarem und dem gegenseitigen Wegjagen beschäftigt.





Im weichen Abendlicht treffen wir auf unserer tollen Campsite ein. Passarge 3 hat eine Feuerstelle, eine Duschvorrichtung sowie ein Plumpsklo und ist grosszügig angelegt. Bald schon beginnt das Konzert der Barking Gekos und wir werfen das Feuer an. Boerewors mit Risotto und gegrillten Auberginen soll es heute geben. Dank den warmen Temperaturen (tagsüber bis 34°C) können wir noch lange draussen sitzen und uns der Sternenfotografie widmen.



Kurz vor dem ins Bett gehen haben wir dann noch reflektierende Augen gleich neben unserer Campsite. Sie gehören jedoch ‚nur‘ zu einem Duiker, der sich durch unsere Anwesenheit überhaupt nicht stören lässt.
Teil 807. Feb. 2020
Tag 4 - 4. Oktober 2019 – Via Tau Pan ins Deception Valley, 138km
CKGR, Kori 4 Campsite

Der frühmorgendliche Weckruf erschallt heute aus der Kehle eines eifrigen Mahaliwebers. Diese Vögel sind es dann auch, welche unsere Campsite heute Morgen bevölkern. Um viertel vor Sechs schälen wir uns aus den Schlafsäcken und geniessen nach einer kurzen Morgentoilette die wunderbare Morgenstimmung.




Campsite Passarge 3


Mahaliweber / White-browed Sparrow-Weaver



Unsere heutige Route führt uns zuerst zurück zum Passarge Waterhole, dann südlich zur Tau Pan und später auf direktem Weg zum Deception Valley und unserer Campsite Kori 4. Das Licht heute Morgen ist herrlich und wir geniessen es, mit dem Gefühl alleine auf der Welt zu sein, durch die Gegend zu fahren.


Rebhuhnfrankolin / Orange River Francolin




Steppenlerche / Fawn-coloured Lark


Weissflügeltrappe / Northern Black Korhaan



Am Passarge Wasserloch steht eine kleine Gruppe Strausse. Ansonsten ist nichts los. Dafür fotografieren wir etliche Vögel, darunter auch einige Erstsichtungen (Rebhuhnfrankolin) für uns. Die Landschaft auf dem Weg in Richtung Tau Pan gefällt uns ausserordentlich gut. Wir sehen grosse Fussabdrücke im Sand der Piste, aber keine dazugehörigen Katzen. Tiere sind im Allgemeinen eher rar, jedoch begegnen wir immer wieder kleineren Gruppen Springböcken und Oryx. Und natürlich den allgegenwärtigen Steenböckchen.


Riesentrappe / Kori Bustards







In weiter Ferne können wir auch mal fünf Giraffen ausmachen, welche sich uns leider nicht weiter nähern. Bisher sind wir heute keinem anderen Fahrzeug begegnet – wie schön!


Lilac-breasted Roller / Gabelracke






Weissbürzel-Singhabichte / Pale Chanting Goshawks

Erst gegen halb elf sind wir bei der grossen Tau Pan, welche wir einmal umrunden. Auf der Pfanne zeigt sich ein Löffelhund, etwas später entdecken wir nochmals zwei Exemplare, welche jedoch sogleich den Schatten eines Baumes aufsuchen. Nach dem kühlen frühen Morgen ist das Thermometer mittlerweile bereits wieder auf über 30°C angestiegen. Die heutige Höchsttemperatur wird bei 35°C liegen.









Da wir nun doch bereits seit über vier Stunden unterwegs sind, entschliessen wir uns, langsam unsere heutige Campsite anzusteuern. Der Weg zieht sich und die Pad ist teilweise in gemäss Navi ‚schrecklichem‘ Zustand. Mal Wellblech, mal Tiefsand mit vielen Unebenheiten und dann doch auch wieder dahinrollen bei 30-40 km/h. Gegen Mittag werden die Sichtungen noch weniger, alle Tiere stehen im Schatten. Sogar die Vögel haben sich mittlerweile zurückgezogen.


Rotschnabelfrankolin / Red-billed Spurfowl







So sind wir froh, kurz vor eins endlich auf Kori 4 einzutreffen. Die Campsite gefällt uns sehr gut. Sie ist grosszügig angelegt und hat einige Bäume welche etwas Schatten bieten. Zudem geniessen wir hier einen grandiosen Ausblick in Richtung Flussbett des Letiahau.


Campsite Kori 4

Wir richten uns ein unter dem Schattendach unseres Landcruisers und verköstigen uns mit den Resten von Gestern. Danach ist ausruhen, dösen und lesen angesagt. Schon toll, in der Central Kalahari zu sitzen und dabei ‚Cry of the Kalahari‘ von Mark und Delia Owen zu lesen. Man kann sich kaum vorstellen, wie die beiden sieben Jahre an diesem Ort verbracht haben sollen.





Am späteren Nachmittag setzten wir uns nochmals in unsere Kiste und fahren hoch zur Leopard Pan und dann weiter zum Sunday Waterhole. Leider ist im Gegensatz zum Morgen wirklich nichts mehr los. Aber die Gegend da im Norden gefällt uns landschaftlich enorm gut.


Sunday Waterhole

Am Sunday Wasserloch treffen wir auf drei weitere Fahrzeuge. Da ist ja richtig was los! Ein etwas zotteliger Schakal kommt noch zu Besuch und dann müssen wir bereits wieder zurück nach Kori fahren. Dort treffen wir kurz vor sieben ein. Heute sind wir zu müde für einen Braai und kochen uns leckere Bolognese-Sauce mit Pasta. Hier auf Kori 4 ist das Konzert der Barking Gekos noch stärker als gestern Abend. Wie schön! Irgendwann hören wir eine Eule rufen und ein Spring Hare schaut auf der Campsite vorbei.
Teil 909. Feb. 2020
Tag 5 - 5. Oktober 2019 – Spezielle Sichtungen entlang des Letiahau, 88km
CKGR, Kori 4 Campsite

Nachdem wir beim zu Bett gehen gestern noch etwa 30°C hatten, kühlt es nachts auf nur 10°C ab. Was für eine Wohltat! Wir schlafen ausserordentlich gut und sind um 5.30 Uhr bereits wieder auf den Beinen. Ein schöner Sonnenaufgang erwartet uns.


Campsite Kori 4



Heute soll es dem Letiahau-Flussbett entlang bis ans Letiahau-Wasserloch gehen. Die Gegend um unsere Campsite mit dem breiten Flussbett und einzelnen Baum-Inseln gefällt uns sehr gut. Langsam rollen wir flussaufwärts und geniessen die Morgenstimmung. Alle vier Campsites waren diese Nacht besetzt. Wir sind doch etwas überrascht, wie viele Leute das CKGR besuchen. Bereits kurz nach unserer Campsite landen in einem Baum neben uns zwei Schwarzmilane, innerafrikanische Migranten.


Schwarz- Schmarotzermilan / Yellow-billed Kite




Schwarz- Schmarotzermilan / Yellow-billed Kite

Auf verhältnismässig guter Piste geht es weiter westlich. Wir sind alleine unterwegs.


Kronenkiebitz / Crowned Lapwing


Rotbauchwürger / Crimson-breasted Shrike


Riesentrappe / Kori Bustard

Nach einigen Kilometern stossen wir auf einen Weissbürzel-Singhabicht mit einer Schlange in seinen Fängen. Diese verliert er leider während dem Flug. Wir versuchen uns in der Nähe zu positionieren und warten ab. Der Habicht, welcher die Schlange verloren hat, kümmert sich nicht weiter um seine Beute. Nach einer viertel Stunde nähert sich jedoch ein zweiter Habicht. Dieser stürzt sich sogleich auf die Schlange und beginnt damit, sie vor Ort zu verspeisen.


Weissbürzel-Singhabicht / Pale-chanting Goshawk



Was für ein Spektakel! Wir denken, dass es sich bei der Schlange um eine Mole Snake handeln könnte (Was sagen die 'Experten'?). Den Kopf bekommen wir leider nie wirklich zu Gesicht. Ein Pale-chanting Goshawk mit Schlangen-Kill, das hatten wir noch nie! Lange bleiben wir stehen…







Erst als der Habicht erneut mit der Schlange wegfliegen will und sie im dichten Busch verliert, machen wir uns auf den Weiterweg.



Einige Kilometer später bleiben wir schon wieder stehen. Zwei Honey Badger! Sie wühlen sich eifrig durchs Gelände.







Eine tolle Möglichkeit, diesen beiden Gesellen bei ihrer Nahrungssuche zuzuschauen. Auch hier bleiben wir lange stehen und es ergeben sich doch einige akzeptable Fotos. Für uns ein Morgen, der sich mehr als gelohnt hat. Gegen zehn Uhr fahren wir weiter zum Letiahau Wasserloch.


Die Zentralkalahari präsentiert sich knochentrocken






Termitenschmätzer / Ant-eating Chat

Unterwegs begegnen wir einigen Löffelhunden, Schakalen sowie einer African Wild Cat. Neben den üblichen Verdächtigen. Beim Wasserloch angekommen herrscht, abgesehen von einigen Perlhühnern, gähnende Leere. Trotzdem entscheiden wir uns, unseren Landcruiser in den Schatten zu stellen und hier Mittagsruhe zu halten. Es wird gegessen, gedöst und immer wieder kommen auch einige Vögel, Oryxe und Springböcke zum Trinken.


Letiahau WH




Helmperlhuhn / Helmeted Guineafowl

Einzig den Perlhühnern scheint die grosse Hitze heute nichts auszumachen 🤩 . Am späteren Nachmittag steht der Rückweg zur Kori Campsite an. Bei 37°C sind die Sichtungen rarer, als am Morgen. Vor allem Kori Bustards, Northern Black Korhaans und einige Schakale prägen unseren Afternoon Drive.


Weissflügeltrappe / Northern Black Korhaan


Kronenkiebitz / Crowned Lapwing







Auch einem Honey Badger können wir weit entfernt nochmals beim Graben zuschauen. Wir fahren zwei Loops, welche wir am Morgen ausgelassen haben. Der Himmel ist nun recht bewölkt, was kurz vor Sonnenuntergang zu einem fantastischen Licht und einer tollen Sonnenuntergangsstimmung führt. Wir sind hin und weg von diesem Ort 😁 .





Um halb sieben sind wir zurück auf unserer Campsite und gönnen uns bevor es stockdunkel ist eine herrliche Dusche. Es tut gut, den Schweiss und Staub der letzten Tage abzuwaschen. Bald schon brennt auch das Feuer. Gefüllte Butternut mit Spiegelei und zähem Fleisch gibt es heute. Bereits bricht unser letzter Abend im CKGR an. Wir geniessen ihn in vollen Zügen.



Teil 1014. Feb. 2020
Tag 6 - 6. Oktober 2019 – Vom CKGR nach Kubu Island, 327km
Kubu Island, Campsite No. 6

Mittlerweile sind wir es uns bereits gewohnt, den Wecker um halb sechs zu hören. So schön wie die Sonne gestern Abend unterging, taucht sie heute wieder am Morgenhimmel auf.




Kori 4 - schön war es hier!



Schnell haben wir alles zusammengepackt, die Zähne geputzt und los geht es nochmals auf einen kleinen Drive, bevor wir bereits wieder Abschied vom CKGR nehmen müssen. Im Flussbett des Letiahau entdecken wir wieder einige Löffelhunde weit weg.









Auch die Schakale sind heute zahlreich unterwegs. Uns gelingt auch ein Foto eines scheuen Steppenfalkens. Auf dem Deception Loop sehen wir, wie in weiter Ferne Staub aufgewirbelt wird – wiederum ein Honey Badger. Wir hätten nicht erwartet, diese Gesellen hier so zahlreich anzutreffen! Einige Weissflügeltrappen und Strausse sind heute früh auch unterwegs. Ein rhythmisches, dumpfes "Trommeln" können wir nach einiger Zeit einer Riesentrappe mit aufgeblasenem Kehlsack zuordnen. Von diesem Balzruf haben wir schon gehört und können ihn nun zum ersten Mal live erleben 🤩 .


Riesentrappe in der Balz


Termitenschmätzer / Ant-eating Chat


Rotzügel-Mausvogel / Red-faced Mousebird

Nach eineinhalb Stunden wenden wir und fahren dieselbe Strecke wieder zurück. Je wärmer es wird, umso mehr ziehen sich die Tiere in den Schatten von Bäumen und Büschen zurück. Deshalb gibt es auch keine weiteren Tier-Fotos.



Um halb neun biegen wir auf die Pad zum Matswere Gate ein. Ausser einem European Bee-eater und einem weiteren Honey Badger sowie vielen Helmperlhühnern ist es tiertechnisch ruhig. Pfotenadrücke auf der Pad führen auch zu keiner Sichtung. Die sind vermutlich von letzter Nacht.Nach einer kurzen Frühstückspause kommen wir punkt zehn am Matswere Gate an. Wir tragen uns in die Departure-Liste ein und nehmen die weiteren 40km nach Rakops unter die Räder.







Die ersten 20km sind mehrheitlich gut zu fahren, danach wird es entweder sehr tiefsandig oder man kann beinahe den Landcruiser in tiefen Löchern versenken. Mit dem Landcruiser ist aber alles unproblematisch und gut gefedert zu bewältigen.

Für Rakops haben wir zwei Vorhaben: falls möglich Diesel auftanken und Milch kaufen 😐 . Den Diesel haben wir rasch gefunden und aufgefüllt. Auch bezahlen mit Kreditkarte ist kein Problem.


Tankstelle in Rakops

Leider gibt es an der Tankstelle keinen Kompressor. So befüllen wir die Reifen mit unserem Kompressor, welcher jedoch schnell an den Anschlag kommt, auf. Am Strassenrand können wir den Druck dann noch rasch von einem Automechaniker testen lassen. Soweit alles in Ordnung. Die Milch scheint das grösste Problem zu sein. Alle drei Geschäfte, welche wir aufsuchen haben nämlich keine. Die ist ja nicht lebensnotwendig.

Via Mopipi und Orapa geht es weiter in Richtung Kubu Island. Das Termometer zeigt bereits um 11 Uhr 37°C an und steigt im Verlaufe des Nachmittags noch auf 39°C. Die Klimaanlage des Landcruisers kommt schön an ihre Grenzen.

Bis zum Örtchen Mmatshumo ist die Strasse asphaltiert. Dort erhalten wir im Shop endlich auch unsere gewünschte Milch sowie eine kalte Cola. Mit den beiden aufgestellten Angestellten halten wir einen willkommenen Plausch.


Hier beginnen wir zu erahnen, was uns landschaftlich noch erwarten wird


Der Herr Fotograf



Auf Sand, Kies und teilweise ganz guter Piste geht es weiter nach Kubu Island. Die Szenerie ist teilweise unwirklich.




"Selbst ist die Frau..." - dieses Vet Gate ist unbesetzt




It's windy...



Kurz vor vier sind wir auf Kubu, suchen uns eine schöne Campsite (die Nr. 6 ganz am Rande gefällt uns am besten und ist noch nicht besetzt) und richten uns ein.




Campsite No. 6 auf Kubu Island

Ab halb sechs wird das Licht immer besser. Trotz Hitze machen wir uns zu Fuss auf den Weg durch die Baobabs. Wir sind begeistert. Dieser Ort hat wirklich etwas Magisches an sich! 🙂







Obwohl die Campsites gut besetzt sind, hat es kaum Leute unterwegs in den Felsen.







Wir fotografieren bis nach Sonnenuntergang, grillen dann Wurst über dem Feuer und sitzen lange unter dem Sternenhimmel. Die Stille hier ist absolut fantastisch!





Später machen wir uns nochmals in die Felsen und Baobabs auf, um uns in der Nachtfotografie zu üben.









Leider scheint der Mond sehr hell und verdeckt die Milchstrasse. Andererseits wird die Landschaft dadurch toll belichtet. Erst um elf fallen wir todmüde in unser Dachzelt. Wir freuen uns, hier nochmals einen weiteren ganzen Tag zu verbringen und Morgen nicht gleich wieder los zu müssen...
Teil 1116. Feb. 2020
Tag 7 - 7. Oktober 2019 – Felsen, Baobabs und Hitze auf Kubu Island, 0km
Kubu Island, Campsite No. 6

Kurz vor sechs sind wir wieder auf den Beinen. Schliesslich gilt es, die wunderbare Lichtstimmung am Morgen einzufangen und die bisher noch kühlen Temperaturen zu geniessen.






Mein Lieblingsbaum auf Kubu Island steht gleich oberhalb unserer Campsite. Irgendwie erinnert er mich etwas an einen "alten Mann" 🙂

Wir machen einen Pijama-Spaziergang 😗 entlang der Felsinsel und sind eine gute Stunde unterwegs.







Ein Baobab reiht sich an den Nächsten. Manch einer knorrig, ein anderer dick, der nächste dünn. Die pitoresken Bäume im Kontrast zur Leere der Salzpfanne und dem Blau des Himmels wirken irgendwie ausserirdisch.









Auch die Vögel sind bereits wach. African Pied Barbet, Greater Kestrels, Bulbuls, Scrub Robins und Stare sind nur einige der gefiederten Gesellen, die wir auf dem Spaziergang antreffen.


Kardinalspecht / Cardinal Woodpecker


Kardinalspecht (Weibchen) / Cardinal Woodpecker (female)




Rotstirn-Bartvogel / Acacia Pied Barbet

Später legen wir uns nochmals etwas hin und widmen uns dann wiederum dem ‚birden‘. Frühstück gibt’s kurz vor elf. Für die nächsten Stunde halten wir uns im Schatten auf. Es ist mit 39°C auch heute kochend heiß. Zum Glück verfügt unser Landcruiser über ein 180°-Schattendach. Hier auf der Campsite ist kaum Schatten zu finden. Irgendwann wird es auch den Vögeln zu warm, ihre Besuche auf unserer Campsite werden immer rarer.

Um vier können wir uns wieder aufraffen. Während ich Roosterkoek-Teig knete, bereitet Dani Oryx-Eintopf für heute Abend zu. Das war das einzige Wildfleisch, welches wir in ganz Ghanzi (zuerst wollte ich schreiben "ganz Botswana") auftreiben konnten 😣 .



Obwohl die Sonne bereits sehr tief steht, hat es kaum abgekühlt. Einen weiteren Spaziergang über Felsen und durch Baobabs lassen wir uns trotzdem nicht entgegen.






Kann uns jemand mit dem Namen dieser Pflanze weiterhelfen?

An die Hitze gewöhnt man sich mit der Zeit (mehr oder weniger 😗 ). Leider ziehen heute Quellwolken am Horizont auf und vereiteln den Sonnenuntergang etwas. Aber den hatten wir gestern ja in voller Pracht 😎 .



So entfachen wir heute das Feuer zum ersten Mal bevor es komplett dunkel ist. Der Oryx-Topf köchelt vor sich hin und wir geniessen die Abendstimmung.


Oryx-Stew

Wie schön ist es hier zu sein! Der Eintopf schmeckt hervorragend, ebenso die Jalapeño-Brötchen vom Grill. Auch die Roosterkoek kommen ganz gut raus, obwohl wir nicht das ‚richtige‘ Mehl gekauft haben.





Später geniessen wir eine erfrischende Dusche im Mondschein und ich falle schon bald ins Dachzelt, während sich Dani nochmals der Nachtfotografie widmet.







In diesem Moment sind wir einfach nur dankbar, hier sein zu dürfen!
Teil 1214. März 2020
Tag 8 - 8. Oktober 2019 – "Alle Wege führen nach Gweta" – Kubu - Nxai Pan, 229km
Nxai Pan Nationalpark, South Camp Campsite No. 3
Teil 1

Auch heute heisst es um halb sechs Uhr aufstehen. Die erfrischenden Morgentemperaturen und tollen Lichtstimmungen um Kubu Island wollen wir uns wieder nicht entgehen lassen.







Die Vögel singen und hüpfen auf unserer Campsite rum. Bewaffnet mit Teleobjektiv und Einbeinstativ drehen wir zu Fuss dieselbe Runde wie gestern. Der "Insel" entlang nach Norden, dann quer rüber nach Osten und später vorbei an den Ruinen vom 13. Jahrhundert zu den Campsites Nr. 1-5, bis wir nach einer guten Stunde zurück beim Landcruiser sind.




Maricoschnäpper / Marico Flycatcher


Steppenfalke / Greater Kestrel

Der Steppenfalke sitzt noch schläfrig auf demselben Baobab wie gestern. Grey Hornbills und Raben fliegen über unsere Köpfe, während die Bülbüls und Schmätzer durch die Büsche tanzen.


Schildrabe / Pied Crow




Granatastrilde / Violet-eared Waxbills



Immer wieder schrecken wir einen Buschhasen auf. Von denen gibt es hier auf Kubu Island unglaublich viele. Andere Säugetiere erspähen wir keine, ihre Hinterlassenschaften und Hufabdrücke sind jedoch gut zu erkennen.


Graurücken-Grasmücke / Grey-backed Camaroptera, eine Erstsichtung


Schnurrbärtchen / Scaly-feathered Finches




Maskenbülbül / African Red-eyed Bulbul



Um viertel nach sieben sind wir zurück auf der Campsite für ein kurzes Frühstück. Danach räumen wir unsere sieben Sachen zusammen und machen uns um halb neun auf den Weg in Richtung Gweta. Wir haben es sehr geschätzt, hier auf Kubu Island zwei Nächte zu verbringen und sind froh, dass wir nicht an diesem wunderbaren Ort vorbei gehetzt sind 🙂 .



Unsere Fahrt führt uns zuerst zum Veterinary Gate, welches sogar besetzt ist. Dort entscheiden wir uns auch, die kürzeste, aber als ‚bad road‘ angegebene Route quer über die Ntwetwe Pan nach Gweta zu fahren. So schlimm wird sie in der Trockenzeit wohl nicht sein 🤩 .





Und so ist es dann auch. Wir kommen mit durchschnittlich ca. 30-40km/h gut voran 😎 .



Tiefsandige Passagen wechseln sich mit steinigem Untergrund und Salzwüste ab. Immer wieder treffen wir auf kleine Gehöfte oder Dörfer mitten im Nirgendwo und sind erstaunt, dass es sich hier dauerhaft leben lässt. Den Menschen hier scheint es jedoch ganz gut zu gehen. Wir sehen viele Rinder- und Ziegenherden sowie Esel.









Je näher wir in Richtung Gweta kommen, umso undurchsichtiger und vielspuriger wird das Wegenetz. Dank Open Street Map wissen wir jedoch immer, in welche Richtung es ungefähr gehen soll und wir merken bald, dass hier alle Wege irgendwie und irgendwann nach Gweta führen 🤪 .



So können wir entspannt dahinfahren und müssen nur Gelegentlich die Fähigkeiten unseres treuen Reisegefährten auf die Probe stellen.
Teil 1315. März 2020
Teil 2 - 8. Oktober 2019

Kurz nach zwölf sind wir in Gweta und steuern sogleich die A3 an, welche uns zum Nxai Pan Nationalpark bringen soll. Um einige Pula leichter aufgrund einer Geschwindigkeitsbusse 😊 treffen wir um ein Uhr am Gate des Nationalparks ein, wo wir uns wieder einmal in ein grosses Buch eintragen dürfen. Danach geht es auf sehr tiefsandiger und teilweise miserabler Piste (immer mal wieder ist neben dem ‚normalen‘ 4x4 auch der L4 nötig) ca. 35km weiter bis zur Reception des Nxai South Camps. Unterwegs treffen wir auf ein liegen gebliebenes Lodge-Fahrzeug, welches an Ort und Stelle auseinandergebaut wird. Auch den ersten beiden Elefanten begegnen wir auf dieser Strecke. Ansonsten ist sie eher tierarm. Kein Wunder bei Temperaturen von 40°C!


Riesentrappe / Kori Bustard

Als wir auf unsere Campsite No. 3 rollen ist diese bereits besetzt – von Elefanten! Die fünf Dickhäuter schauen sich die Campsites und ihre Bewohner oder Einrichtungsgegenstände mehr als genau an 🙄 . Als einer der Elefanten das erste Mal in ca. 10m Entfernung an uns vorbei schlendert halten wir den Atem an und wären beinahe zurück ins Fahrzeug gesprungen. Wir gewöhnen uns jedoch schnell an die friedlichen Riesen und geniessen die nahen Begegnungen mit diesen Tieren sehr 🙂 . Kurz vor vier hält uns nichts mehr auf dem Campingplatz. Auf zum Game Drive!



Wir fahren zum einzigen permanenten Wasserloch im Nxai Nationalpark, wo sich einige Elefanten, Strausse und Springböcke aufhalten. Weil das Wasserloch im Gegenlicht steht und es immer noch sehr heiß ist, entscheiden wir uns, zuerst noch einen ca. 18km langen Loop in Richtung Westen zu fahren. Die Tiere stehen immer noch mehrheitlich im Schatten. Trotzdem können wir einige spannende Sichtungen verzeichnen.


Weissrücken- und Ohrengeier an einem Elefantenkadaver








Drosselschnäpper? / Chat Flycatcher?




Gabelracke / Lilac-breasted Roller

Später stellen wir uns zusammen mit einigen anderen Fahrzeugen ans grosse Wasserloch.


Erdschmätzer / Capped Wheatear und Gelbbauchgirlitze / Yellow Canary


Erdschmätzer-Familie

Die Strausse geniessen ihr Staubbad, während sich immer wieder Schakale zum Wasserloch schleichen und eine kleine Abkühlung geniessen.











Herr über das Wasserloch ist aber ein Elefantenbulle, welcher mehr oder weniger alle anderen Tiere verjagt. Golden geht die Sonne am Horizont unter.







Mittlerweile glüht der Himmel blutrot. Als wäre das noch nicht genug, gesellen sich im fantastischen Abendrot zwei weitere Elefanten zum ersten Bullen. Der Nxai Nationalpark weiss zu beeindrucken!













Es ist bereits fast ganz dunkel, als wir uns auf die Rückfahrt zur Campsite machen.



Diese liegt zum Glück nur ca. 5km vom Wasserloch entfernt. Auf ein Feuer verzichten wir heute. Wir haben noch Resten von gestern. Das Ganze aufgewärmt zusammen mit Couscous-Salat ergibt eine leckere Mahlzeit. Gestört wird diese immer wieder einmal von Elefantenbesuch. Daran müssen wir uns wohl langsam, aber sicher gewöhnen hier in Botswana 🤪 .

Kurz nachdem wir uns ins Dachzelt gelegt haben stampft der nächste Dickhäuter an unserem Auto vorbei. Danach ist dann aber erstaunlicherweise Ruhe… (Zu diesem Zeitpunkt wissen wir glücklicherweise noch nicht, was uns in der übernächsten Nacht erwarten wird 😗 )
Teil 1415. März 2020
Tag 9 - 9. Oktober 2019 – Tiere und Baobabs im Nxai Pan Nationalpark, 65km
Nxai Pan Nationalpark, Baines Baobab, No. 2

Nach einer ruhigen und angenehm kühlen Nacht ist heute um fünf Tagwacht. Da wir bereits gestern unsere Stühle und den Tisch weggeräumt haben sind wir schnell bereit zur Abfahrt.



Zuerst soll es wiederum zum Wasserloch gehen, welches Morgensonne abbekommt. Es ist erstaunlich ruhig hier, das Morgenlicht jedoch wunderbar. Nach und nach nähern sich einige kleinere Tiere und die Sonne geht auf. Wir verharren lange am Wasser, entscheiden uns dann aber nach ca. zwei Stunden, doch mal eine Runde zu fahren. Vielleicht verstecken sich die Tiere ja anderswo 😉 .


Waffenkiebitz / Blacksmith Lapwing

Wir kommen nur wenige Kilometer weit, als Dani im schönsten Licht eine Löwin von Osten her auftauchen sieht. Im Schlepptau hat sie zwei weitere Löwendamen sowie einen stattlichen Pascha. Wir sind das einzige Auto weit und breit. Die Löwen kommen direkt auf uns zu 🤩 .






Unsere ersten Löwen dieses Urlaubs - jedes Mal ein spezielles Erlebnis!

Wir folgen ihnen eine Weile auf der Strasse, bevor sie es sich im Schatten eines Termitenhügels und einigen Büschen gemütlich machen. Auch hier verweilen wir längere Zeit. Zwischendurch drehen wir einen kleinen Loop, kehren aber bald wieder zu den Löwen zurück. Diese sind nicht sehr aktiv, aber es wird doch immer mal wieder umhergeschaut oder die Position gewechselt.




Drosselschmätzer / Chat Flycatcher

Währenddessen haben wir unsere ersten Zebra-Sichtungen, ebenso sind einige Strausse und eine ganze Horde Helmperlhühner unterwegs. Irgendwann lassen wir die Löwen in Ruhe schlafen und kehren ans Wasserloch zurück.


Kudu mit Rotschnabel-Madenhackern


Kuhreiher / Cattle Egrets am Nxai Pan Waterhole

Bereits auf dem Weg dorthin treffen wir auf einen grossen Trupp Kudus. Am Wasserloch angekommen könnte man meinen, wir befänden uns auf der Arche Noah. Springböcke, Impalas, Kudus, Gnus und Schakale geben sich hier die Klinke in die Hand.









Der Nxai Pain National Park ist einer der wenigen Parks des südlichen Afrikas, wo man gleichzeitig Impalas und Springböcke beobachten kann, denn die Springböcke erreichen hier ihr nordöstlichstes Verbreitungsgebiet. Zu den Säugetieren am Wasser gesellen sich Unmengen an gefiederten Genossen: Strausse, Kuhreiher, Waffenkiebitze, Schwarzmilane, Helmperlhühner sowie Weissrücken- und Ohrengeier. Wir können uns kaum satt sehen und die Zeit vergeht wie im Flug. Auch Zebras tauchen immer wieder auf.








Kuhreiher im Flug




Schmarotzermilan / Yellow-billed Kite


Schmarotzermilan / Yellow-billed Kite




Weissrückengeier / White-backed Vulture


Weissrücken- und Ohrengeier / White-backed and Lappet-faced Vultures

Als es zu heiss wird entscheiden wir uns, nochmals kurz bei den Löwen vorbeizuschauen, welche sich wie zu erwarten war noch tiefer in den Schatten zurückgezogen haben. Über einen kleinen Loop in Richtung Osten geht es nochmals kurz ans Wasserloch. Dort geben sich nun vier Elefantenbullen ein Stelldichein. Sie geniessen das kühle, schlammige Nass in vollen Zügen.


Nonnenlerche / Grey-backed Sparrow-Lark, eine Erstsichtung dieser Reise



Gegen halb elf sind wir zurück auf der Campsite. Wie könnte es anders sein: Die Elefanten sind auch wieder vor Ort 😄 .


Ein Schmarotzermilan-Paar hat sein Nest hoch oben auf einem der Bäume auf der Campsite


Nxai Pan South Camp Abolutions

Wir beobachten Vögel, essen etwas Kleines und legen uns dann eine Weile im Dachzelt schlafen. Als uns die Hitze im Zelt zu viel wird setzen wir uns wieder so gut es geht in den Schatten der Bäume und geniessen das Birden und die Elefanten auf der Campsite. Einige Vogelerstsichtungen (Red-billed Buffalo Weaver, Long-billed Crombec, Emerald-spotted Wood Dove) können wir auch verzeichnen.


Nxai South Camp Campsite No. 3






Chillen mit Elefanten 😎


Büffelweber / Red-billed Buffalo Weaver

Ebenso erhalten wir immer wieder Besuch eines Trupps Brillenwürger, von Gelbschnabeltokos und im Baum neben unserer Campsite brütet ein Paar Schmarotzermilane. Hier auf der South Campsite im Nxai gefällt es uns ausserordentlich gut. Schade müssen wir heute bereits wieder weiter 🤨 .

Nach einer erfrischenden Dusche und einem kurzen Stopp für ein kaltes Getränkt im gut sortierten Tuck Shop, machen wir uns nach drei Uhr auf die Fahrt zu den Baine‘s Baobabs. Die 17km Tiefsand sind ebenso mühsam wie gestern.



Wir können sie jedoch in einer guten halben Stunde bewältigen. Dann kommt der Abzweiger in Richtung Khaudiakam Pan. Auch hier ist die Strecke immer wieder tiefsandig, wechselt sich jedoch mit harten Passagen ab.



Landschaftlich gefällt es uns hier enorm gut. Leider sind einige Abschnitte kürzlich abgebrannt und aktuell noch schwarz verfärbt. Die Baines Baobabs erreichen wir über eine grosse weisse Ebene. Obwohl wir gerade von Kubu Island kommen, sind wir immer noch wahnsinnig fasziniert von diesen Baumriesen, welche hier seit tausenden von Jahren gedeihen. Wir drehen eine Runde zu Fuss um die Baobabs. Leider sind die Fliegen hier sehr lästig und umschwirren uns nonstop 😈 .


Die berühmten Baines Baobabs



Einige Kilometer südlich erreichen wir unsere Campsite No. 2. Warum die No. 1 in allen Reiseführern und Berichten als mit Abstand die ‚beste‘ Campsite angegeben wird erschliesst sich uns nicht wirklich. Hier auf der No. 2 haben wir einen riesigen Platz mit zwei prächtigen Baobabs und Blick auf die Salzpfanne. Es könnte nicht schöner sein 🙂 !


Baines Baobabs Campsite No. 2


Gelbschnabeltoko / Southern Yellow-billed Hornbill





Im Schatten eines der Baobabs liegt ein junges Oryx und wartet auf die Rückkehr seiner Mutter. Wir können uns kaum einen schöneren und friedlicheren Ort auf dieser Welt vorstellen. Der einzige Vorteil der Nummer eins ist die Nähe zu den Baines Baobabs. Das ist aber auch schon alles.



Im Schatten der Baobabs lassen wir den Nachmittag ausklingen. Zum Sonnenuntergang machen wir noch einen kurzen Spaziergang auf die Pfanne raus. Die Stimmung ist fantastisch! Nur sind auch hier die Fliegen eine ziemliche Plage und versuchen stets in alle Körperöffnungen zu gelangen.


Baines Baobabs Campsite No. 2



Den Abend verbringen wir wie gewohnt: Feuer machen, braaien/kochen, Gin Tonic trinken, Tagebuch schreiben und Fotos aussortieren. Gute Nacht!





Teil 1518. März 2020
Tag 10 - 10. Oktober 2019 – Von den Baines Baobabs zum Moremi Game Reserve, 268km
Moremi, South Gate Campsite, MQ3

Das erste Mal auf dieser Reise ist der Himmel morgens bewölkt und der Sonnenaufgang fällt aus. Wir sind nichtsdestotrotz früh auf den Beinen und frühstücken gemütlich unter den Baobabs. Bereits um sieben sind wir bereit für die Abfahrt. Zuerst nochmals an den Baines Baobabs vorbei, dann in Richtung Tiefsandstrecke und Ausgang des Nationalparks. Hier hätten wir es auch gut noch eine dritte Nacht ausgehalten 🙂 . Auf der Strecke treffen wir zuerst auf zwei Kudus, welche die Salzpfanne überqueren. Danach kommt es zu den bereits obligatorischen Zusammentreffen mit Steenböckchen, Lerchen und Weissflügeltrappen. Ebenso treffen wir auf einen juvenilen Schwarzbrust-Schlangenadler, der jedoch immer gleich davonfliegt, sobald wir in der Nähe anhalten.


Juv. Schwarzbrust-Schlangenadler / Black-chested Snake Eagle


Steppenfalke / Greater Kestrel

Um ca. halb neun sind wir am Gate, erledigen das Exit-Procedere und fahren dann in Richtung Maun, wo wir ca. eineinhalb Stunden später eintreffen. Unterwegs prägen Kühe, Ziegen und Strausse das Bild. In Maun herrscht geschäftiges Treiben. Im Delta Deli erhalten wir fantastisches Fleisch. Im Vergleich zu Ghanzi herrschen hier paradiesische Fleisch-Einkaufsmöglichkeiten. Gleich nebenan tanken wir unseren Landcruiser voll und können auch unseren Wassertank füllen.


Riley's Garage, Maun

Weiter geht’s zum Spar, wo wir ausser Tonic Water, Eis und alkoholische Getränke alle Punkte auf der Einkaufsliste abhacken können. Im Tops nebenan erhalten wir Cider und Bier und nochmals ein Geschäft weiter auch das gewünschte Tonic Water 🤩 . Bei Aquarite lassen wir unsere leeren Wasserkanister wieder auffüllen und geniessen einen leckeren Frozen Jogurt.





Mittlerweile sind ca. drei Stunden vergangen und wir beiden fix und fertig 🙄 . Kurz noch ins Internet, um ein Lebenszeichen nach Hause zu schicken und schon sind wir wieder auf Pad in Richtung sagenumworbenes Moremi Game Reserve! Wir sind gespannt...

Auf der asphaltierten Strasse kommen wir sehr gut voran. Danach wird es ziemlich ‚bumpy‘ 😣 .



Unterwegs treffen wir auf unsere ersten Elefanten, Giraffen, Impalas und viele Vögel. Wie schön!

Gut durchgeschüttelt kommen wir um ca. vier Uhr am South Gate des Moremi Nationalparks an. Wir beziehen unsere Campsite No. 3, welche gleich neben einem zwölf Zelte umfassenden Gruppenplatz liegt. Das kann ja noch spannend werden 😵 . Heute scheint die Gruppe jedoch noch nicht hier zu übernachten...

Kurz vor fünf geht es noch auf einen kleinen Game Drive in Richtung Blackpools. Landschaftlich gefällt uns der Moremi sehr gut. Leider ist es sehr trocken aktuell, im Vergleich zu den südlichen Parks gibt es hier aber immer noch einiges an Grün!


Allgegenwärtiger Zwergspint / Little Bee-eater


Rotschopftrappe / Red-crested Korhaan

Sichtungstechnisch sind für uns ein Little Bee-eater sowie einige Giraffen und eine kleine Elefantenherde mit winzigem Jungtier nennenswert. Ansonsten begegnen wir den üblichen Verdächtigen; vielen Frankolinen, Staren, Impalas und einigen Kudus. Hier besteht definitiv noch Luft nach oben 😉 .



Zurück auf der Campsite checken wir ein und bekommen die Zusicherung, dass wir morgen auf die Campsite 9 oder 10 ausweichen dürfen, wenn uns die Gruppe nebenan zu stark in die Quere kommt. Es windet heftig und ist immer noch stark bewölkt. Sogar einige wenige Regentropfen fallen vom Himmel. Deshalb verzichten wir heute auf ein Feuer und braten uns Speck und Spiegeleier.

Während dem Abendessen und auch später werden wir mehrmals von Honeybadgern besucht, welche aber sobald man sie entdeckt hat gebührend Abstand halten.


Honey Badger (Kamerafalle)


Genet / Ginsterkatze

Später liegen wir noch lange wach und lauschen den Geräuschen Botswanas. Es ist herrlich hier! Nur Schlaf kriegen wir in dieser Nacht kaum 🙄 . Gründe dafür finden wir am nächsten Morgen u.a. auch auf den Fotos der Kamerafalle 😄 :




🤩 🤩 🤩





Die Erzählungen dazu gibts dann im nächsten Kapitel... 😗
Teil 1621. März 2020
Tag 11 - 11. Oktober 2019 – Moremi: Blackpools und Xini Lagoon, 82km
Moremi, South Gate Campsite, MQ10

Die letzte Nacht war elefantös! Viel geschlafen haben wir nicht hier auf der South Gate Campsite, hatten wir doch ständigen Besuch von Elefanten. Mal weit weg, mal laut trötend und ein anderes Mal auch nur Ast um Ast abreissend. Oder soll ich besser sagen "baum-fällend"? Häufig liegen wir wach und lauschen 🙂 .

Gegen halb fünf ist einer der Elefanten dann so neugierig, dass er plötzlich einen Meter neben dem Dachzelt steht und kurz darauf sein Rüssel langsam unser Moskitonetz, keine 50cm von meinem Gesicht entfernt, abtastet 🤩 . Für einen kurzen Moment muss ich die Luft anhalten und hoffe, dass die Neugierde des Elefanten nicht die Überhand gewinnt. Einmal den Spanngummi ums Zelt spicken lassen und dann noch das Solarpanel auf dem Dach untersuchen 😵 . Dann zieht der Dickhäuter langsamen Schrittes davon. So was erlebt man nur in Afrika! Ich bin sprachlos…und Dani schläft weiter ohne sich zu regen 🤪 .

Etwas müde, aber voller Tatendrang sind wir um halb sechs wieder auf den Beinen. Die Wildkamera hat diese Nacht neben Honey Badgern und Elefanten noch anderen Besuch verzeichnet (siehe Tag 10). Wir sind überrascht, dass im Laufe der Nacht auch ein stattlicher Leopard über unsere Campsite gestreift ist 😮 . Die Pfotenabdrücke sind zwischen unserem Auto und der Feuerstelle klar im Sand zu erkennen. Hier im Moremi ist zumindest nachts mächtig was los!


Raubadler / Tawny Eagle

Leider ist der Himmel heute komplett bedeckt und nur langsam bricht der Tag an. Wir fahren in Richtung Black Pools, wo wir verschiedene Loops abfahren. Wir treffen auf unseren ersten Bateleur der Reise, der sogleich von einem Raubadler Gesellschaft bekommt. Auch einen Hooded Vulture entdecken wir weit oben auf einem toten Baum. Die Blue Waxbills flitzen durch die Büsche, sind bei diesem Wetter und aufgrund ihrer Geschwindigkeit jedoch kaum fotografisch einzufangen 😈 .


Leierantilope (Tsessebe) & Warzenschwein

Je westlicher wir im Bereich Black Pools kommen, umso mehr hoffen wir, endlich auf Wasser zu treffen. Landschaftlich gefällt es uns hier sehr gut, etwas Wasser wäre aber toll. Irgendwann ist es dann so weit. Bei einer schlammigen Stelle entdecken wir einige Red Lechwes, Hammerköpfe, African Jacanas, Long-toed Lapwings und einen juvenilen Fish Eagle. Lange bleiben wir stehen und geniessen.


Reed Buck


Red Lechwe


Langzehenkiebitz / Long-toed Lapwing, eine Erstsichtung

Einige hundert Meter weiter südlich kommen wir an eine Stelle, welche noch mehr Wasser führt. Es sind dieselben Vögel und Antilopen auszumachen. Jedoch suhlt sich in der Mitte des Grünzeugs auch ein Hippo 🤩 ! Darauf hat Dani schon lange gewartet und ist total happy. Und wir hätten es beinahe verpasst...




Blaustirn-Blatthühnchen / African Jacana





Später spaziert eine kleine Elefantenfamilie vorbei und auch eine Impala-Herde kommt zum trinken ans Wasser.



Ausser einem Ranger-Fahrzeug sind wir heute bisher keinem anderen Fahrzeug begegnet. Für uns kaum zu glauben, aber wahr! Immer wieder sehen wir Kudus bedeckt mit Gelb- und Rotschnabelmadenhackern. Sie sind überhaupt nicht scheu und lassen sich gut beobachten. Ebenso die vielen Elefanten, Zebras und Giraffen, welchen wir begegnen.




Zebra-Taxi mit Rotschnabelmadenhackern



Gegen Mittag machen wir eine zweistündige Siesta auf einer Picknick-Site. Paviane und Kudus teilen sich hier friedlich den Platz. Gebettelt oder geklaut wird nicht, was sehr angenehm ist.


Elsterdrosslinge / Southern Pied Babbler, Erstsichtung

Gegen vierzehn Uhr beschliessen wir, nachdem wir den grössten Teil der Blackpools abgefahren haben, noch weiter zu den Xini Lagoons zu fahren. Entgegen den Angaben der Tinkers Karte und unseres Navis gibt es mehrere Verbindungsstrecken zwischen Blackpools und dem Xini Lagoons-Gebiet, was uns sehr entgegen kommt. Wir lassen uns einfach treiben und fahren der Nase nach. Zebras, Lechwes, Impalas, Giraffen, Kudus und Elefanten prägen das Bild.




Weissrückengeier / White-backed Vulture


Elsterwürger / Magpie Shrike

Später kommen wir an eine noch gut gefüllte Wasserstelle, wo sich Nilpferde und Wasservögel tummeln. Wir sind im siebten Himmel, genau so haben wir uns den Moremi vorgestellt 🙂 !




Langzehenkiebitz Stelzenläufer, Löffler, Heiliger Ibis, Graureiher








Blaustirn-Blatthühnchen / African Jacana

Über zwanzig Hippos liegen im kühlen Nass, begleitet von Madenhackern, Nilgänsen, verschiedenen Reihern, Jacanas, Water Thick-knees und Lapwings. An solchen Orten können wir stundenlang stehen, beobachten und fotografieren. Und da es erst früher Nachmittag haben wir auch genügend Zeit dazu. Der bedeckte Himmel macht das fotografieren schwierig, dafür herrschen heute sehr angenehme Temperaturen von maximal 26°C. Was für ein Unterschied zu den letzten Tagen!


Wassertriel / Water Thick-Knee




Rallenreiher / Squacco Herons


Gelbschnabelmadenhacker auf Hippo


Hippo-Rolle













So, fertig mit Hippo-Fotos!

Bei den Xini Lagoons sind deutlich mehr Autos unterwegs. Ausser uns aber alles geführte Touren und keine Selbstfahrer. Dank den unzähligen Wegen kommt man einander aber überhaupt nicht in die Quere. Von einem Guide erfahren wir, dass in der Nähe ein Löwenrudel gesichtet wurde. Da wir bereits etwa zwei Stunden bei den Hippos verbracht haben reissen wir uns los und wollen mal schauen gehen, was los ist.

Einige Minuten später stehen wir plötzlich einer einäugigen Löwin gegenüber, welche nach ihren Rudelgenossinnen ruft, aber keine Antwort erhält. Irgendwie tut sie uns ja schon etwas leid…





Einige hundert Meter weiter treffen wir auf eine Löwin, die müde im Gras liegt.





Weiter im hohen Gras liegt der Rest des Rudels. Wir zählen total 14 Löwen, davon drei Jungtiere!



Was für ein toller Nachmitttag: zuerst die Hippos und Wasservögel, dann ein grosses Löwenrudel. Wir sind happy.







Gegen fünf machen wir uns dann gesättigt mit Eindrücken auf den Rückweg in Richtung South Gate Campsite. Unterwegs haben wir noch eine Sichtung zweier Scharlachspinte sowie eines Zimtrollers. Bezüglich Vögel sind wir auf dieser Reise bereits bei 96 Arten angekommen. Und viele mehr haben wir gesehen, konnten sie aber nicht identifizieren 😣 .


Scharlachspint / Southern Carmine Bee-eater

Zurück auf der Campsite können wir von der Nummer drei auf die zehn wechseln und sind sehr froh darüber. Neben vierundzwanzig Safarigästen zu schlafen wäre kein Vergnügen gewesen, schallt es doch immer wieder laut von ihnen herüber 😈 . Schnell werfen wir ein Feuer an und braten ein leckeres Venison-Steak. Dazu gibt es Pasta mit Tomatensauce.

Selbstverständlich erhalten wir auch heute Abend regelmässigen Honey Badger-Besuch. Auf dem Rückweg vom Duschen wird uns der Weg von einem Elefanten versperrt. Irgendwann macht er sich dann aus dem Staub. Wir sind gespannt, was die heutige Nacht für Begegnungen bringen wird.
Teil 1724. März 2020
Tag 12 - 12. Oktober 2019 – Moremi-Highlights (Bodumatau und Xini Lagoons), 79km
Moremi, South Gate Campsite, MQ10
Teil 1

Nach einer herrlich ruhigen Nacht ohne nennenswerten Elefantenbesuch können wir den Tag erholt angehen. Die Wildkamera zeigt, dass wir nachts wieder Badger- und Genet-Besuch erhalten haben auf der Campsite. Heute soll es für uns in Richtung Bodumatau Lagoon gehen. Um kurz nach sechs rollen wir vom Platz.



Leider ist auch heute stark bewölkter Himmel vorherrschend und es sind frische 19°C. Die Elefanten sind bereits wieder unterwegs, ebenso Scharen an Giraffen. Auf der Hauptverbindung South Gate – Third Bridge fahren wir gen Norden.


Rotschnabeltoko / Southern Red-billed Hornbill


Grautoko / African Grey Hornbill

Zum ersten Mal sehen wir Schopffrankoline. Unglaublich wie viele unterschiedliche Vogelarten hier im Delta vorkommen. Das sind wir uns gar nicht gewohnt.


Schopffrankolin / Crested Francolin


Gaukler / Bateleur


Männl. Nachtflughuhn / Double-banded Sandgrouse (male)


Weibl. Nachtflughuhn / Double-banded Sandgrouse (female)

Wir touchieren die Xini Lagoons, biegen jedoch bald wieder auf die ‚Hauptstrasse‘ ab. Bei einem einsamen, friedlichen Elefantenbullen bleiben wir eine Weile stehen. Dann sind wir bereits im Bodumatau-Gebiet angekommen. Dort finden wir Unmengen an Tieren und bald auch viel Wasser. Hier fühlt man sich wie im Paradies 🙂 !







Jetzt müsste nur noch die Sonne hinter der dicken Wolkendecke hervorkommen und der Tag wäre perfekt 😉 .




Senegal-Amarant / Red-billed Firefinch

Gegen acht Uhr frühstücken wir im Beisein vieler Wasservögel und Red Lechwes. Weiter geht es über verschiedene Loops und Wege, bis wir auf einen Guide mit seinen beiden Gästen treffen, welchem wir gestern unsere Löwensichtung weitergegeben haben. Um die nächste Kurve verspricht er uns ‚a nice little sighting‘ - eine Leopardin mit Cub, welche in der Nacht ein Lechwe gerissen hat 🤩 ! Schön, wenn man sowas als ‚nice little sighting‘ abtun kann 😄 . Für uns heisst das nichts wie los!

Es hätte nicht besser kommen können, denn die Leopardin ist gerade unterwegs ans Wasser. Die hätten wir also auch ohne Tipp angetroffen 😗 . In diese Richtung wollten wir ja sowieso fahren!





Die prächtige Leopardin gönnt sich eine längere Trinkpause, taucht dann wieder auf und spaziert in Richtung Lechwe-Kill, welcher gut versteckt unter einem Busch liegt.











Sie macht dann aber einen Bogen um ihren Kill und legt sich in der Nähe ins Gestrüpp. Lange warten wir und geniessen diese hammer Sichtung! Alleine 🤩 ! Das Junge bekommen wir leider nicht zu sehen, egal wie sehr wir uns anstrengen... Naja, beklagen dürfen wir uns definitiv nicht heute...



Irgendwann drehen wir nochmals eine Runde. Als wir zurück zur Leopardin kommen ist sie nirgendwo zu sehen. Die hat sich wohl noch weiter in den Busch zu ihrem Cub zurückgezogen.

Weil endlich die Sonne etwas drückt, entscheiden wir uns, dem auf der Karte eingezeichneten Aussichtspunkt etwas nördlich einen Besuch abzustatten. Die Vogelvielfalt ist immens: Scharlachspinte, Glockenreiher, Klaffschnäbel, Jacanas, Fischadler, Schlangenhalsvögel, Nimmersatte und so weiter:


Rallenreiher / Squacco Heron


Lechwe


Bruchwasserläufer / Wood Sandpiper und Rallenreiher





Wir können uns kaum satt sehen. Dazu eine Horde Flusspferde und jede Menge Antilopen, Zebras und Warzenschweine 🤩 .


Liegen wir bei diesem Greif richtig mit dem Habichtsadler / African Hawk Eagle?






Waffenkiebitz / Blacksmith Lapwing







Einige Flusspferde sind auch ausserhalb des Wassers unterwegs. Was für ein Anblick, wenn ein solcher Koloss in Richtung Wasser sprintet 😮 .


Moremi-Taxi


Gabelracke / Lilac-breasted Roller


Scharlachspint / Southern Carmine Bee-eater


Herlmperlhuhn / Helmeted Guineafowl

Auch unseren ersten "Umbrella-Bird" können wir fotografieren - hab ich schon gesagt, dass Dani im 7. Himmel ist?! 🙂


Glockenreiher / Black Heron


Scharlachspint / Southern Carmine Bee-eater


Klaffschnabel / Openbill


Schlangenhalsvogel / African Darter




Nilwaran




Rallenreiher / Squacco Heron



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Teil 2 folgt vermutlich heute Nachmittag... 😎
Teil 1824. März 2020
Teil 2

Am frühen Nachmittag kehren wir wieder zur Leopardin zurück, die nun in der Nähe des Kills auszumachen ist. Ebenso können wir im dichten Busch in der Nähe ihr Cub ausfindig machen. Wie süss! Fotos gibt es leider keine. Dafür war das Cub zu gut versteckt im dichten Geäst 😐 .

Irgendwann beginnt die Leopardin nochmals etwas zu fressen, man merkt jedoch, dass sie ziemlich satt ist.





Später zieht sie den Kill noch weiter in den Busch und verscharrt alle Überbleibsel. Wahnsinn, diese Kraft! Nun zieht sie sich zu ihrem Cub zurück und verschwindet kurze Zeit später zusammen mit dem Cub noch weiter im Busch. Wir finden sie nicht mehr und geben für heute auf. Vielleicht sind sie morgen noch in der Nähe. Das Lechwe ist erst zu einem kleinen Teil gefressen. Wir werden definitiv zurückkehren.

Langsam machen wir uns um vier Uhr auf den Weg nach Süden. Der Himmel wird immer blauer und Dani möchte unbedingt nochmals bei den Xini Lagoons vorbeischauen. Auf dem Weg dorthin werden die Sichtungen auch nicht weniger. Fantastisch!





Bei den Xini Lagoons treffen wir auf die Gruppe Hippos von gestern und es scheint zum ersten Mal hin und wieder die Sonne. Die Hippos sind sehr aktiv. Es macht richtig Spass, ihnen zuzuschauen!




Rallenreiher / Squacco Heron





Eine grosse Herde Elefanten marschiert zur Lagune und geniesst das kühle Nass. Einige Paviane und Lechwes mischen sich unter die Menge. Hippos da, Elefanten dort - wir wissen kaum, wohin wir die Kameras richten sollen 😗

















Dani ist wegen den Hippos kaum hier wegzubekommen. Ich befürchte, unsere Verwandten bekommen nächste Weihnachten einen Flusspferd-Kalender 🤪 .















Viele Fotos später machen wir uns nach fünf Uhr langsam auf den Rückweg zur South Gate Campsite.



Ausser einem sehr cholerischen Elefantenjüngling, der uns dazu zwingt, mehrere hunderte Meter rückwärts zu fahren, obwohl wir nicht einmal in seine Nähe gekommen sind, haben wir keine nennenswerten Sichtungen mehr 😈 .



Der Sonnenuntergang ist heute wieder einmal ‚Afrika-like‘ spektakulär! Um halb sieben sind wir nach gut zwölf Stunden unterwegs zurück im Camp. Schnell brennt das Lagerfeuer und wir geniessen einen ruhigen Abend mit obligatem Elefanten und Badger-Besuch.

Die South Gate Campsite wird aus unserer Sicht stark unterschätzt... Wir sind begeistert! 😄
Teil 1930. März 2020
Tag 13 - 13. Oktober 2019 – South Gate - Third Bridge oder endlich Sonnenschein, 101km
Moremi, Third Bridge Campsite, No. 5
Teil 1

Mit der Hoffnung auf besseres Wetter sind wir gestern Nacht eingeschlafen. Geweckt wurden wir nur ein einziges Mal durch zwei Elefanten im Durchgangsverkehr.


South Gate Campsite No. 10

Punkt fünf klingelt der Wecker und um zwanzig vor sechs rollen wir vom Platz. Uns zieht es nochmals in die Bodumatau-Region, wo wir gestern so tolle Sichtungen hatten und viel offenes Wasser vorhanden ist. Die Sonne scheint schon bald vom klaren, blauen Himmel. Fotograf Dani ist glücklich!


Rotschopftrappe / Red-crested Korhaan


Goldbugpapagei / Meyer's Parrot




Gabelracke / Lilac-breasted Roller

Auf dem Weg in Richtung Norden haben wir anfänglich einige Elefanten- und Giraffensichtungen. Darunter auch ein sehr kleines Giraffenjunges, bei welchem noch die Nabelschnur am Bauch zu sehen ist. Neugierig blickt es uns entgegen. Ansonsten prägen im teilweise dichten Mopane-Wald die Vögel das Geschehen. Foto um Foto wird auf die Speicherkarte gebrannt. Es ist eine wahre Freude die Gefiederten im warmen Morgenlicht zu beobachten 🙂 .


Rotschnabelfankolin / Red-billed Spurfowl






Weibl. Büffelweber / female Red-billed Buffalo Weaver


Gaukler / Bateleur

Im Bodumatau-Gebiet angekommen zielen wir als erstes zum Leoparden-Gebüsch von gestern. Wie befürchtet ist der Lechwe-Riss leider nirgendwo zu finden. Ebenso steht es um die Leopardin und ihr Cub. Wir suchen jedes einsehbare Gebüsch und jeden Baum ab, aber die beiden bleiben verschwunden. Die Leopardin hat ihren Riss und ihr Cub gut versteckt. Eine leise Enttäuschung bleibt. Ein bisschen Stolz sind wir aber auch auf die Versteck-Künste 'unserer' Katze 🤪 .


Goliathreiher / Goliath Heron


Graufischer im Flug / Pied Kingfisher




Stelzenläufer / Black-winged Stilt


Kampfläufer / Ruff - eine Erstsichtung

Dafür ist vogeltechnisch am Wasser so richtig was los. Goliath-Reiher, Silberreiher, Squacco Heron, unser erste Haubenzwergfischer und sogar einen African Skimmer können wir am Wasser ausmachen. Begeisterung pur 🤩 !


Afrikanischer Scherenschnabel / African Skimmer







Dazwischen Krokodile und einige Hippos. Hier herrschen paradiesische Verhältnisse für alle Fotografen und Vogelliebhaber. Wir sind im siebten Vogel-Himmel 😘 !


Bodumatau Lagoon




Waffenkiebitz / Blacksmith Lapwing


Hagedasch-Ibis / Hadeda Ibis


Schlangenhalsvogel und Witwenenten mit Krokodilen



Später rollen wir der gesamten Lagune entlang nördlich, um dann wieder nach Süden abzudrehen. Auch einige afrikanische Zwerggänse können wir zwischen den Seerosen ausmachen und wie gestern Scharlachspinte im Feld nebenan. Auch mehre Coucale sind in der Nähe des Wassers auf Insektensuche.


Afrikanische Zwerggänse / African Pygmy Goose - Erstsichtung!


Angola Mönchshuckuck / Coppery-tailed Coucal




Silberreiher / Great Egret


Blaustirn-Blatthühnchen / African Jacana


Rallenreiher / Squacco Heron


Red Lechwe Male



Im nördlichen Teil der Lagune erspähen wir zwei Nilwarane auf Futtersuche am und im Wasser. Diese Urzeittiere faszinieren uns immer wieder von neuem!










Gabelracke / Lilac-breasted Roller

Auch die Scharlachspinte zeigen sich heute in ihrer ganzen Farbenpracht.


Scharlachspint / Southern Carmine Bee-eater



Erst um ca. elf Uhr legen wir eine kleine Frühstücks- bzw. fast Mittagspause im Schatten eines grossen Baumes ein.


Riedscharbe / Reed Cormorant


Afrikanische Zwerggänse / African Pygmy Geese




Blaustirn-Blatthühnchen / African Jacana


Klaffschnabel / African Openbill




Graufischer / Pied Kingfisher

African Paradise Flycatcher fliegen vorbei, verschwinden jedoch sogleich wieder im dichtesten Gebüsch. Wir haben sie schon öfters gesehen, konnten sie jedoch noch nie gescheit fotografieren 🙄 . Ganz anders läuft es mit dem Graufischer, der einen riesigen Fisch gefangen hat und diesen nun mundgerecht zubereitet.


Graufischer mit fetter Beute




Dreibandregenpfeifer / Three-banded Plover, die sich dem Fortbestand ihrer Art widmen


Flussuferläufer / Common Sandpiper


Das wärs mal fürs Erste. Wünsche euch einen schönen Tag, Teil 2 folgt alsbald... 🙂
Teil 2001. Apr. 2020
13. Oktober 2020 - 2. Teil

Mit einem hübschen Paar Gelbschnabelenten starten wir in den Nachmittag.


Gelbschnabelenten / Yellow-billed Ducks

Es zieht uns nach Norden. Teilweise erwischen wir sehr schlechte tiefsandige Pisten kilometerweit durch Mopane-Busch. Alle Elefanten, denen wir begegnen sind jedoch glücklicherweise äusserst entspannt 😗 .

Endlich sehen wir zwischen Bodumatau und Third Bridge auch unsere ersten Büffel. Wir begegnen zwei stattlichen Exemplaren und freuen uns sehr darüber. Erst einige Fotos später bemerken wir, dass sie nicht alleine sind. Der ganze Wald und die gesamte Xhoro-Lagune sind voller Büffel!






Kuhreiher / Cattle Egret

Soweit das Auge reicht treffen wir Büffel in allen Formen und Grössen an. Immer wieder rennen sie in grösseren Gruppen vor uns davon, drehen sich dann aber wieder in ‚Büffel-Manier‘ um und gaffen zurück. Wir fahren über einen Kilometer weit durch Büffel hindurch. Irgendwann hören wir auf zu zählen. Es sind aber sicherlich um die 400-500 Büffel hier unterwegs 🤩 . Fantastisch!









Nebenbei entdecken wir einen unbeeindruckten Sattelstorch.


Sattelstorch / Saddle-billed Stork

Bis zur Forth Bridge begegnen wir weiter den üblichen Verdächtigen: Elefanten, Giraffen, Zebras, Wasserböcke und Lechwes.







Bei Forth Bridge sind sowohl die alte, als auch die neue Forth Bridge gesperrt! Das bedeutet für uns ein Umweg nach dem Motto ‚this is Africa‘.


'Alte' Fourth Bridge


'Neue' Fourth Bridge


Third Bridge

Um zwei Uhr trudeln wir in Third Bridge ein, wo wir einen ganzen Registrier-Marathon hinter uns bringen müssen 🤨 . Vom Xomae-Angestellten bekommen wir auch jede Menge nützliche und weniger nützliche Informationen und werden sogar der Kassiererin im Tuck Shop persönlich vorgestellt 🤪 .

Unsere Campsite ist die Nr. 5, gleich gegenüber vom Shop und dem Eingangstor und relativ nahe zu Nr. 6. Uns gefällt sie trotzdem ganz gut. Es gibt viel Schatten und wir werden von Vogelgezwitscher begrüsst. Während ich einen Oryx-Stew für heute Abend aufsetze, pirscht Dani den Vögeln und anderem Getier hinterher.


Goldbugpapagei / Meyer's Parrot




Buschbock 'Hängeohr' - unser persönliche Camp Attendant


Weissbürzeldrosslinge / Hartlaub's Babbler

Nach einer Siesta machen wir uns gegen halb vier Uhr nochmals auf zu einem Game Drive. Vom Ranger wurde uns der Mboma Island Loop empfohlen, den wir jetzt auch unter die Räder nehmen. Tiertechnisch ist nicht viel los.





Einzig die Erstsichtung von Puku-Antilopen ist zu verzeichnen. Danke Bele für die Aufklärung! Fahrtechnisch müssen wir uns teilweise durch üblen Tiefsand wühlen. Der Landcruiser und Fahrer Dani meistern diesen jedoch mit Bravour.


Hier weiss ich nicht mehr, ob es sich um weibl. Pukus oder Lechwe handelt?

Ein Abstecher zur Mboma Boat Station machen wir auch noch. Vor einigen Tagen wurden hier Wildhunde gesehen. Diese sind heute nicht hier, dafür drei nette Angestellte, mit denen wir einen kleinen Plausch halten. Sie freuen sich sehr über Besuch und versuchen uns davon zu überzeugen, Morgen mit Ihnen eine Bootstour zu machen. Nur zu zweit sind uns die Preise (pro Boot) leider etwas zu hoch... 😵

Der Rückweg gefällt uns landschaftlich deutlich besser als die Strecke auf dem Weg hierher. Tiere gibt es kaum. Sogar die Vögel sind aktuell rar gesät.







Entschädigt werden wir am Ende des Tages durch den gelb leuchtenden Vollmond! 😘



Um zehn vor sieben sind wir zurück im Camp. Dort stellen wir den Oryx-Stew nochmals aufs Feuer. Während der Vorbereitung des Abendessens besuchen uns eine Flusspferdmutter und ihr Junges auf der Campsite 🙂 .



Zum Glück verhalten sich die Kolosse friedlich. Auch Tüpfelhyänen spazieren während des Essens und danach immer wieder über den Platz, halten jedoch mehrheitlich Abstand.



Die Hippos grunzen und es zirpt und tönt aus dem Schilf. Uns könnte es nicht besser gehen hier!

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