Nachdem nun auch unser Gepäck vollständig daheim angekommen ist und die Fotos zumindest schon mal auf der Festplatte sind, möchte ich euch unsere Eindrücke nicht vorenthalten. Ich weiß noch nicht wie ausführlich der Bericht diesmal werden wird und es wird sicher auch eine Weile dauern bis es richtig losgeht, immerhin sind ca. 18.500 Fotos zu sichten, zu sortieren und dann zu bearbeiten, aber für die, die mit auf die Reise gehen wollen, kann ich ja schon mal die Spannung ein wenig aufbauen! 🙂 Wie bei unseren vorigen Reisen haben wir die Buchung wieder komplett über AST-Reisen abgewickelt, das hat sich bisher bestens bewährt, also kein Grund etwas zu ändern. Nach drei Reisen durch Namibia und den KTP waren wir am langfristigen planen der nächsten Reise durch Botswana. Anders als zuvor sollte es keine Selbstfahrertour werden, was insbesondere für mich (den Fahrer) mal ganz was anderes sein sollte. Und so richtig wussten wir bei den ersten Gesprächen auch nicht so richtig was wir machen sollten, die Preise sind ja schließlich nicht ohne und man muss ja locker mal ein zwei Jahre vorausplanen! Und vor allem eines stand nicht zur Debatte: Camping. Wir hassen Camping!!! Irgendwann klingelte dann letzten Herbst das Telefon und unsere Beraterin von AST kam mit einem "spontanen" Angebot für September 2019. Ein Kunde hatte ein Angebot nicht angenommen und die Reservierung stand noch für ein paar Tage. Also kurz diskutieren, Urlaub beantragen, warten... Druck machen bzgl. Urlaub und warten ... Immerhin kurz vor knapp hatten wir das OK und gaben unser OK ans Reisebüro. Und noch besser: Unser Freund Dirk, der schon zweimal mit in Namibia war, konnte sich auch überzeugen lassen (das ging sogar ziemlich schnell). Nun war aber erstmal wieder langes Warten angesagt (gewöhnt euch auch dran, der erste echte Abschnitt im Reisebericht wird auch noch dauern!)
Hier der Plan: Flug mit SAA Frankfurt --> Johannesburg Flug Johannesburg --> Maun 1 Nacht Thamakalane River Lodge am selben Tag Rundflug übers Delta / Moremi 6 Tage Zelt-Safari mit SGS (Safari Guides & Service), davon - 2 Tage Moremi west - 2 Tage Kwai - 2 Tage Savuti Transferflug nach Kasane 2 Tage Chobe Bakwena Lodge Rückflug via Jo'burg nach Frankfurt
Und ja, ihr habt richtig gelesen, wir haben doch gezeltet! Wir haben uns überzeugen lassen, es zu versuchen. Und was soll ich jetzt sagen, Camping wird sicher sonst nicht unsere Art von Urlaub, aber das hier ist was gaaaanz anderes - und irgendwie in dieser Umgebung auch ganz natürlich und auch ganz schön dekadent, das werdet ihr bald merken.... Und um ehrlich zu sein, man sollte Botswana wirklich unbedingt einmal im Zelt erleben!
Was haben wir uns für die Reise gewünscht? - die Big Five endlich mal vervollständigen - vielleicht auch mal ein paar Jungtiere sehen - mit Glück auch mal Wildhunde sehen - am Chobe ein paar Elefanten sehen - ein Fischadler wäre auch nett - eine gute Zeit haben - ...
Zumindest bei einem der Wünsche nehme ich die Spannung schon mal weg (ok, der Titel sagte es ja auch schon):
Besonderer Dank gilt dem Team von SGS, unserer "Safari-Familie": Unser Guide Dan betreute uns vom Abholen von der Thamakalane River Lodge bis zur Übergabe an den Piloten, der uns am Ende von Savuti nach Kasane gebracht hat, rund um die Uhr. Er überzeugte mit allumfassendem Wissen über Tier- und Pflanzenwelt und lehrte uns, wie "Bush-Google" funktioniert: Dank ständigem Austausch mit Kollegen, seiner Erfahrung und Intuition bescherte er uns tolle Sichtungen. Manchmal waren wir ungeduldig, wenn Dan bei einer Sichtung zügig weiter wollte. Aber wir lernten schnell, dass man ihm da unbedingt vertrauen sollte. Denn es kam dann immer noch besser. Er sorgte für tolle Erlebnisse und unglaubliche Fotos! Am Abend des ersten Safari-Tages lernten wir dann den Rest unserer "Safari-Familie" kennen: Maps, unser Koch, zauberte in seiner Buschküche fantastische Menüs, umsorgte uns mit leckerem Essen und ging auf die schwierigsten Sonderwünsche ein. Wir können immer noch nicht verstehen, wie er das gemacht hat. Ich glaube jeder Koch in Deutschland wäre an diesen Bedingungen in der Wildnis gescheitert. Auch Peter wird uns in Erinnerung bleiben. Er lieferte uns einen perfekten Service und war stets zur Stelle, wenn wir einen Wunsch hatten. Das freundliche "Knock, knock, good morning, water is ready" mit dem er uns am frühen Morgen weckte, wird uns noch lange fehlen! Etwas im Hintergrund, aber genauso wichtig, sorgte Nature für einen reibungslosen Ablauf. Seine fröhlichen Tänze, wenn wir ins Camp zurückkamen, sorgten immer für beste Laune. Alle vier waren absolut liebenswert und hatten immer ein Lächeln für uns. Sie schufen uns einen unvergesslichen Traumurlaub! Ich glaube man hört es heraus: Dies war nicht einfach nur ein zusammengestelltes Team, sondern quasi eine Familie, und wir hatten das Glück für wenige Tage dazu gehören zu dürfen! Wir vermissen alle vier und hoffen, dass wir alle zusammen irgendwann nochmal treffen können!
So und jetzt muss ich weiter Bilder aussortieren, immerhin bin ich schon bei nur noch 12.700. Bei ca. 3000 wird es ernst! Dann beginne ich abschnittweise eine Reihenfolge reinzubringen und die Bilder auch zu bearbeiten - und dann geht's richtig los! Schon jetzt wünsche ich euch viel Spaß! Michael
Teil 204. Okt. 2019
So langsam bekomme ich die Bilder in den Griff 😄 Es sind zwar noch dreieinhalbtausend, aber die werde ich jetzt Stück für Stück angehen, so dass ich nun immer mal etwas schreiben kann. Mehr als ein Jahr mussten wir nach der Buchung noch warten und mit Vorbereitungen verbringen. Da war z.B. die Gepäckfrage. Als notorisch Zuvieleinpacker ist ein Limit von 12 kg schon eine echte Herausforderung. Zumal bei einer Körpergröße von 1,94 ja jedes Stück auch gleich ein paar Prozent schwerer ist, als der Durchschnitt. Und dann muss die Tasche auch noch klein und weich sein. Wie gut, dass alle unsere Taschen inzwischen Rollen haben! Aber wir hatten ja Zeit. Und wir mussten uns ja auch noch auf das Thema Camping vorbereiten und passend ausstatten - eigentlich hätten wir da nichts gebraucht. Immerhin waren die neuen "perfekten" Taschen dann am Abend zuvor gepackt und gewogen: 10,9 kg!!! Das ist echt ein neuer Rekord. Anders sah es dann beim Fotorucksack aus: Es war nur das wichtigste drin und er wog schon über 9 kg und auf dem Tisch lagen noch allerlei Kleinigkeiten wie Akkus, Ladegeräte, Kabel uvm. also locker noch 1-2 kg. Also doch nicht der Rucksack, sondern die Tasche, die ist immerhin ein kg leichter und dann noch ein Objektiv in den Rucksack meiner Frau, der auch schon nicht ganz leer war. Aber irgendwie mit beiden Augen zudrücken waren dann unsere beiden Handgepäckstücke in der 8 kg Region - und wie bisher immer hat es niemanden interessiert.
Und endlich war der lang herbeigesehnte Abflugtag da: 16.09.2019 Die Nervosität steigt. Schnell mal ein Blick in Google Maps, wie die Verkehrslage so ist... Was? 5h für die Strecke zu unserem Freund Dirk? Ich hatte mit 2,5 gerechnet. Das fängt ja gut an! Also auf 5h Fahrt eingerichtet und unmittelbar vor Start nochmal geschaut: Jetzt sind es nur noch 3! Also doch noch Zeit... Wir sind dann doch einigermaßen entspannt am Flughafen angekommen und hatten wie immer reichlich Zeit während wir auf unseren Flug warteten.
Dieser startete dann auch pünktlich und brachte uns ruhig mit ein paar Stunden schlechtem Schlaf nach Johannesburg, mit Frühstück beim Sonnenaufgang über den Wolken.
Einziger Wermutstropfen: Die letzte Strecke auf der Anzeige dürften wir gleich wieder in umgekehrter Richtung fliegen.
17.09.2019 Nach ein paar Stunden Aufenthalt ging es dann weiter, diesmal überraschten uns die unbekannten Orte auf der Anzeigetafel nicht mehr wie vor 5 Jahren, im Gegenteil, einer dieser "exotischen" Orte war unser heutiges Ziel.
Teil 304. Okt. 2019
17.09.2019 Thamakalane River Lodge Nach einem herzlichen Empfang, bei dem uns auch gleich unser Zeitplan für den Rest des Tages mitgeteilt wurde, bezogen wir unser Zimmer direkt am ...
... moment mal, sollte da nicht der Thamakalane Fluss sein? Die Trockenheit hat zugeschlagen, von Wasser ist weit und breit keine Spur. Immerhin brauchen wir uns um Hippos und Krokodile dann wohl keine Gedanken machen! Aber ok, es ist ja auch nur ein kurzer Stopp, bevor die eigentliche Tour losgeht. Die Zimmer sind recht hübsch und auch der Rest der Lodge gefällt uns. Wie sieht das wohl aus, wenn der Fluss Wasser führt?
Nach kurzem Auffrischen geht es dann wie direkt beim CheckIn abgestimmt, direkt wieder zum Airport. Unser Fahrer übergibt uns an die Mitarbeiter von Mack-Air, die sich nun freundlich um uns kümmern. Warum man für einen kleinen Rundflug eine offizielle Passkontrolle und Sicherheitscheck braucht, erschließt sich uns zwar nicht, aber es ist hier recht unkompliziert. Schwieriger wird es, wenn Passagiere des Rundflugs ihre eigenen Namen nicht kennen oder der Aufforderung zum Bus mitzukommen nicht folgen. Irgendwie passten auf einmal die Namen und Anzahl der Passagier nicht zu den beiden Maschinen. Aber wir schafften es dann doch in die Maschine zu unserem dritten Flug innerhalb von 24h.
Ein letzter Blick auf Maun
und schon gehts über den Veterinärzaun, der sich wie eine endlose Linie durchs Land zieht, in Richtung Delta, auch wenn dieses in dem von uns besuchten Teil deutlich trockener ist, als erwartet.
Teil 404. Okt. 2019
Rundflug Ein Rundflug bis zum Sonnenuntergang ist schon nicht schlecht, aber es war sehr holprig. Nicht alle von uns konnten es so richtig genießen 🤢 . Hier einfach mal unkommentiert ein paar Impressionen aus der Luft. Das ist also unser Aufenthaltsort für die nächsten Tage!
Gut durchgeschüttelt kamen wir dann zurück.
Unser Fahrer wartete geduldig und hatte sich schon Sorgen gemacht, da es deutlich später war als erwartet. Die Verwirrungen mit den fehlenden Passagieren hatten doch einige Zeit gekostet. Mit unserem ersten diesjährigen Sundowner und einem leckeren Abendessen ging der erste Tag zu Ende und wir hatten uns unser Bett wohl verdient.
Doch Moment mal... was ist das denn für ein komischer Vogel? Wir konnten ihn zwar im Dunkeln nicht sehen, aber er fand, dass wir noch nicht schlafen sollten. Er gab einen Ton von sich, der klang original wie ein digitaler Wecker. (Nur nicht ganz so gleichmäßig). Aber irgendwann hat uns die Müdigkeit wohl doch übermannt und wir träumten von den bevorstehenden Abenteuern...
Teil 504. Okt. 2019
18.09.2019 Heute gehts endlich los!!! Gut ausgeruht haben wir noch reichlich Zeit, während alle anderen schon früh raus müssen. Nach einem gemütlichen Frühstück warten wir darauf, dass unser Guide uns um 10:00 abholt. Dank Vogeltränke vergeht die Zeit sehr schnell.
Überpünktlich fährt ein Auto von SGS vor und wir lernen Dan kennen. Er scheint ein wirklich netter Kerl zu sein! Mit ihm gehts los auf die Piste in Richtung Moremi. Er warnt uns direkt, dass wir heute Abend richtig dreckig sein werden, da es ordentlich staubig wird, und freut sich. Vorbei an letzen Ansiedlungen zieht sich die Strecke ganz gewaltig. Und es wird ordentlich warm!
Aber spätestens nach dem Veterinärzaun, den wir ja schon aus der Luft gesehen haben, wird es interessanter. Die ersten Tiere lassen sich sehen, auch wenn die Uhr langsam in Richtung Mittag zeigt und sich die meisten im Schatten verstecken. Und als erstes dürfen wir den ersten Haken bei den Big 5 machen - also 1/5 🙂
Und gleich noch so ein süßer Kleiner!
Am South Gate machen wir kurz Pause. Dan packt einen Snack für uns aus, den er zuvor besorgt hat. Und da ich im Anfrageformular eine Fruktose-Unverträglichkeit angegeben hatte, hat er auch speziell für mich ein besonderes Gericht dabei - auch wenn, wie wir später erfahren haben, niemand wusste, was es mit dieser Unverträglichkeit auf sich hat. Aber egal. Es schmeckte super, und im Gegensatz zum Spezial-Menü war das normale Essen für mich auch kein Problem 🤩 (Das haben wir aber besser mal nicht gesagt, wenn man sich schon soviel Mühe macht, schließlich war es ja in Summe perfekt!)
Jetzt sind wir also im Moremi! Und schon gehts weiter mit Tieren, von denen die meisten noch im Schatten ruhen.
Und wir müssen erst langsam wider lernen, die Tiere überhaupt zu erkennen. Unter diesem Baum ist richtig was los.
Teil 604. Okt. 2019
Dan zeigt uns eine erste Campsite und erklärt, dass unsere ähnlich aussehen wird. Ca. 50 Meter später hält er an. Na endlich Wasser! Und gleich mit Eli und Hippo!
Und der junge Mann hat scheinbar richtig Spass!
Allerdings hat Dan nicht wegen dieser beiden angehalten. Es ging eigentlich eher um 2/5 direkt auf der anderen Seite neben dem Auto (immer noch 50 Meter von dem eben erwähnten Zeltcamp).
Also noch nicht mal angekommen und schon 2 Häkchen auf der Liste! Bei einem Baobab können wir uns dann mal die Füße vertreten und ich merke, dass es doch kein Fehler war, das extreme Weitwinkel einzupacken! Zwischendurch drängt uns Dan immer wieder viel zu trinken. Er läßt keine Ruhe bis die Flaschen leer und auch wieder aufgefüllt sind. Gut so, denn wir sind das Klima definitiv nicht mehr gewöhnt.
Weiter gehts bei immer besser werdendem Licht.
Und endlich erreichen wir eine der berühmten Brücken.
Und das Wasser sorgt für deutlich schönere Vegetation und zieht natürlich auch Tiere an.
Teil 704. Okt. 2019
Also Elefanten scheint es schon mal reichlich zu geben!
Und die Kleinen sind einfach nur klasse!
Aber auch im Hintergrund tut sich etwas..
Und wir sind mittendrin!
Beinahe hätte ich es vergessen: 3/5 - und wir sind noch nicht mal im Camp angekommen! Wir werden sehr genau beobachtet.. Und so richtig freundlich schauen die alle nicht!
Aber es hilft nichts, wir müssen mitten hindurch!
Teil 804. Okt. 2019
Nachdem die Büffel glücklicherweise friedlich waren, sehen wir wieder Wasser und gleich noch ein paar neue Tiere unserer Wunschliste.
Und pünktlich zum Sonnenuntergang mit Büffeln und Elefanten im Hintergrund erreichen wir unser Camp. Dan pfeift laut und das Team antwortet mit fröhlichem Pfeifen und Tanzen - was für ein Empfang. Das hatten wir ab nun bei jeder Rückkehr ins Camp und es war einfach nur schön. Die Dusche war gerichtet, Lagerfeuer und Petroleumlampen brannten und so lernten wir nun das Team kennen und genossen den ersten Abend in der Wildnis mit leckerem Essen und super netten Menschen.
Zwischendrin hörten wir im Hintergrund die Büffel und ab und zu einen Elefanten. Und immer wenn Dan ein Geräusch hörte, leuchtete er in die Richtung, und zeigte uns die Besucher. Wer weiß, wen wir hier gerade noch erwischt haben?
Damit hat nun das Abenteuer Wildnis wirklich begonnen und wir waren gespannt, ob und wie wir hier draußen schlafen würden!
Teil 906. Okt. 2019
19.09.2019 Die erste Nacht ist um, und oh Wunder, es hat uns kein Tier gefressen. Es war schon ziemlich ungewohnt, im Zelt mit den vielen Geräuschen und viel schlimmer: MIT DEM WISSEN, wer da draußen sein könnte! Genaugenommen war es ziemlich ruhig, wir haben die Büffel gehört, in der Ferne mal einen Löwen und dauernd Schritte direkt ums Zelt. Wie wir später erfahren haben, waren das Hyänen. Irgendwann werden wir dann von Geräuschen wach, das Team ist aktiv geworden und einen Augenblick später ertönt ein "knock, knock, your water is ready!" vom freundlichen Peter, der uns vor Sonnenaufgang weckt und warmes Wasser in die Bassins einfüllt. Ein Ritual, das sich von nun an allmorgendlich wiederholen würde. Also schnell raus zum Waschen, und dann x-mal rein und raus, irgendwie ist man ja doch gewohnt, seine sieben Sachen im Bad beisammen zu haben. Erst fehlt das Licht, dann das Handtuch, als nächstes das Wasser...
Schnell gefrühstückt und auf gehts bei noch angenehm frischen Temperaturen in einer trockene aber herrliche Landschaft ... Die Büffel sind bereits ein Stück weiter gezogen und wir begegnen allerlei Tieren.
Und auch Autos sind um diese Zeit schon unterwegs, wobei man sagen muss, dass es wirklich recht wenige sind, denen man hier begegnet.
Und wenn man schon ein Auto trifft, wird erst mal angehalten und sich ausgetauscht. Natürlich verstehen wir nichts, die Guides untereinander sprechen natürlich Setswana. Vermutlich geht es um die Familie, die dumme Truppe hinten im Auto uvm. 🤩 Aber wir lernen, das dies neben dem Funk ein wichtiger Teil des Systems "Bush-Google" ist. So weiß jeder, wer wann und wo was gesehen hat und das sollte sich im Laufe der nächsten Tage doch als recht nützlich erweisen!
Teil 1006. Okt. 2019
Ohne die ganz großen Sichtungen gibts immer wieder schöne Eindrücke.
Zu einem Päuschen fährt Dan mit uns an die Paradiese Pools:
Das kann man wirklich gut aushalten. Nach der Pause müssen erst mal ein paar verirrte Selbstfahrer zurück auf die Route gebracht werden und schon gibts mal wieder einen Bush-Google-Stop. Natürlich sagt uns Dan erst mal nicht, was er so erfahren hat aber irgendwie ist er zielgerichteter unterwegs. Ein paar Antilopen und andere Tiere sind auf einmal nicht mehr so interessant ... keine Zeit mehr zum Bilder machen.
Leider ist die Brücke gesperrt, was Dan um so mehr anspornt. Jetzt wirds auf den staubigen Wegen so richtig holprig, Dan gibt alles! Und es lohnt sich !!!
Doch bevor ihr weiter lest: Die nächsten Szenen sind teilweise wirklich schön, aber ein paar sind dann auch nichts für empfindliche Gemüter...
Teil 1106. Okt. 2019
Leider sind wir nun nicht mehr die ersten. Die gesperrte Brücke hat uns doch einige Zeit gekostet. Aber egal, es ist einfach großartig, und nebenbei auch 4/5! Ich glaube, die Bilder sagen mehr als Worte, deshalb lieber ein paar mehr ohne Text!
Eigentlich wollen wir hier nicht weg, wir sind verliebt in den kleinen. Allerdings ist es schon längst Mittag und wir wissen, das Maps enttäuscht ist, wenn wir sein leckeres Essen warten lassen. Also gehts zurück ins Camp damit nicht nur die Augen, sondern auch der Magen verwöhnt wird.
Teil 1211. Okt. 2019
Jetzt habe ich nochmal nachgeschaut, wo wir da überhaupt waren. Ich bin nicht 100% sicher, aber es müsste die Boga Site "SMOX 1 - Xakanaxa" sein. Der Mittag vergeht schnell, das Essen ist lecker - und natürlich viel zu viel. Und da wir ja zu spät waren, ist die Pause auch nicht allzu lang. Es ist immer noch brütend heiß, als wir wieder aufbrechen und das merken wir auch, denn die Tiere verstecken sich auch noch. Doch Dan steuert nach einigem "googeln" irgendwann eine völlig andere Richtung an und sucht nach einem bestimmten Baum in der Region von Dead trees island. Aber diesen Baum gibt es irgendwie nicht. Alle Bäume, die er findet, sind von der falschen Sorte. 🙄 Irgendwann wird klar, dass seine Info falsch war. Es musste eine andere Baumart sein! Und siehe da...
OK, man sieht erst mal nicht viel, aber sie sind da! Ein Rudel Wildhunde liegt im Schatten und rührt sich nicht. Aber wir stehen auch im Schatten und haben nichts besseres vor. Die Sonne zieht erstaunlich schnell weiter. Und das hat zur Folge, dass auch der Schatten wandert. Und da Wildhunde scheinbar nicht gerne in der prallen Sonne liegen, bequemt sich dann doch der eine oder andere und steht mal kurz auf.
Unangenehm wurde es nur, als einer der älteren Hunde nicht nur von der Sonne in den Schatten umziehen wollte, sondern dann kurzerhand sein Geschäft verrichtete. Was da passierte sprengt die Vorstellungskraft. Wir saßen gute 5m entfernt im offenen Fahrzeug, der WInd wehte sanft über die offene Ebene. Und dann traf uns eine unvorstellbare Wolke des Gestanks! Das könnt ihr euch nicht vorstellen. Wir kämpften alle mit der Übelkeit, es ist nicht zu glauben, das so ein einzelner Hund einen derartigen Gestank produzieren kann!!! 🤢 Immerhin kam langsam etwas Bewegung in die Truppe. Hinter jedem Baum kamen weitere Hunde hervor.
Und jeder im Rudel begrüßte erstmal jeden. Bei den kleinen war das ein lustiges Schauspiel mit heftigem "gekicher".
Irgendwann waren dann wirklich alle munter und wir versuchten die Meute zu zählen, was bei dem Gewusel aber nicht möglich war. Ich schätze mal, es waren runde 25 Hunde mit sehr vielen Kleinen. Und als hätte einer zum Aufbruch geblasen zogen sie auf einmal davon. Die Alten voran und die Meute der kleinen tobte fröhlich hinterher.
Irgendwo in gar nicht weiter Ferne sahen wir eine Antilope (vermutlich ein Impala) davonrennen, bis es hinter einem Hügel verschwand. Die Hunde hinterher. Dan gab alles, einen befahrbaren Weg zu finden, der uns in die Nähe führte. Nach 5 Minuten waren wir wieder bei der Truppe. UNd es war schon alles vorbei.
Die Jungen wurden gerade gefüttert ...
... und die Alten wirkten zufrieden.
Schade, dass wir die Jagd selbst nicht sehen konnten, aber es war einfach zu schnell. In nur 5 Minuten war die Beute gefangen, aufgefressen und die Kleinen wurden schon damit gefüttert. Dieser Freund hier gab uns dann aber doch noch einen kleinen Eindruck, dass das für das Opfer kein Spaß ist! (Und wir durften es später auch noch live (wenn auch ohne Bilder) erleben, dass die Wildhunde ziemlich grausam mit ihrer Beute umgehen.
Nach diesen Erlebnissen genossen wir noch den Sonnenuntergang
und kamen gerade noch zur erlaubten Zeit im Camp an.
Teil 1317. Okt. 2019
20.09.2019 "Knock, knock, good morning, your water is ready!" Schon wieder eine Nacht vorbei! Und wir haben gut und ruhig geschlafen, die nächtlichen Besucher haben uns nicht gestört. Ein Elefant hat irgendwelche Bäume unweit von unserem Zelt verspeist, durch das "Fenster" unseres Zeltes hatte ich ihn gesehen, bzw. eigentlich im Dunkeln immer nur die beiden Stoßzähne. Später bin ich nochmal kurz wach geworden, weil ich wieder mal Schritte im Laub gehört hatte. Und als ich mich aufrichtete und hinausschaute, schaute eine Hyäne scheinbar ins dunkle Zelt hinein. Das beste was ich da tun konnte war: Weiterschlafen! 🤨 Heute wechseln wir die Campsite, es geht in Richtung Kwhai. Beim Frühstück sitzen wir schon ohne Dach da und das Camp ist schon halb abgebaut. Währenddessen starten Peter und Nature bereits mit dem Abbau der Zelte.
Und der Gang auf die Toilette wird dann auch in Richtung Gebüsch verschoben, denn unser "Bathroom" hat nun doch etwas zu viel Aussicht.
Aber soweit kommt es gar nicht erst. Während wir uns noch am Kaffee wärmen, kommt eine Gruppe Besucher direkt vorbei...
... und zeigt uns die ganze Grausamkeit der Natur.
Die Chancen dieses kleinen Freundes für die Zukunft sind wohl leider nicht die besten.
Der Vormittag verläuft unspektakulär, was natürlich nicht heißt, dass wir nichts gesehen haben.
Genug von den Vögeln. Dan stoppt bei einem anderen Fahrzeugt, um wieder ein wenig zu "googeln". So nebenbei merken wir, dass wir nicht alleine sind. Rund um uns liegen faule Gestalten und warten darauf, dass es wieder kühler wird.
Und kaum fahren wir um die nächste Ecke, ist da schon wieder so eine müde Gestalt.
Und auf der anderen Seite tummeln sich die Flusspferde.
Einzelne wagen sich sogar mal aus dem Wasser - endlich sehen wir mal eines in ganzer "Schönheit" - "komische Viecher" meint Dirk dazu, und irgendwie hat er Recht!
Aber Dan drängt darauf, weiter zu kommen, denn wir müssen ja noch nach Kwhai und außerdem meint er, wir hätten noch eine Mission. Wir sind eigentlich nicht unzufrieden und so muss dann auch für ein ganz normales Tier wieder angehalten werden, da wir bislang noch nicht so viel Madenhacker gesehen haben.
Doch Dan drängt so, dass es wirklich nur für ein oder zwei Bilder reicht... ich sagte ja, wir haben eine Mission!
Teil 1417. Okt. 2019
"Die Mission" oder auch 5/5
Während wir also quasi noch jede einzelne Antilope ablichten müssen, oder auch mal eine Pflanze, die es trotz Dürre schafft Blüten zu zeigen, bringt Dan uns in Position.
Wir sind eigentlich noch keine 2 Tage im Moremi und haben nicht nur das Glück gehabt Wildhunde zu sehen, sondern nun bereits die "Big Five" komplett!
Leider verstecken sich die beiden im Gras und Gebüsch und wir haben den Anstand, sie nicht weiter zu bedrängen. aber die 5 sind voll! Kaum 5 Minuten nachdem wir uns von den Nashörnern losreißen können, gehts schon weiter: Eine Löwin bewacht ihren Riss, einen ausgewachsenen Büffel. Allerdings sieht sie so vollgefressen aus, dass sie sich sicher in den nächsten Stunden keinen Schritt bewegen wird!
Unweit von ihr haben es sich andere Teile der Familie bequem gemacht und zucken nicht mal, als wir direkt neben ihnen stoppen.
Nun geht es schnurstracks in Richtung South Gate. Immerhin haben wir ja noch etwas Strecke vor uns. Aber natürlich geht das nicht ohne Fotostopps.
Ein paar Elefanten ziehen zum Wasser bzw. Schlamm ...
und dieser hier malt uns mit dem Schlamm fast ein Herz in die Luft
An der nächsten Wasserstelle sehen wir wieder eine bunte Vielfalt von Tieren, aber zwei Giraffen, die miteinander kämpfen, sind wirklich faszinierend:
Ab nun wird es recht langweilig, aber irgendwie müssen wir die lange Strecke ja schaffen. Ich melde mich wieder, wenn wir in Kwhai angekommen sind!
Teil 1517. Okt. 2019
Ein paar kleine Eindrücke dieses Tages habe ich noch.
Am South Gate legten wir dann eine kurze Biopause ein, d.h. es gab eine leckeren Snack, den Maps in aller Frühe zubereitet hatte und eine richtige Toilette. Die Tiere rundum waren recht neugierig und hofften wohl, dass wir ein paar Krümel fallen lassen, zumindest schienen sie sehr an Menschen gewöhnt zu sein und zeigten wenig Scheu.
Danach wurde die Strecke wirklich langweilig:
Aber der Tag hat uns ja doch schon so einiges geboten und so kamen wir am frühen Abend völlig erschöpft im neuen Camp an und genossen die Dusche und den Sundowner.
Aber ganz vorbei war der Tag noch nicht - und ich meine nicht das leckere Essen, das noch folgen sollte! Während wir unseren Sundowner genossen, zogen einige Elefanten direkt vor uns vorbei ...
(leider war es für gute Bilder schon recht dunkel)
... umrundeten das Camp, schauten zwischendrin mal nach unserer Dusche ...
... um dann hinter dem "Esszimmer" wieder aufzutauchen.
Sie waren zwar nicht hautnah bei uns, aber doch nah genug, vor allem, weil sie auf allen Seiten waren! Was für ein Gefühl! Sie haben uns genau beobachtet, hielten sich aber friedlich in respektvollem Abstand und zogen dann langsam weiter. Man sollte also doch unbedingt Zelten! Alleine solche Eindrücke sind es wert!
Teil 1618. Okt. 2019
21.09.2019 "Knock, knock, good morning, your water is ready!" Ein weiterer Morgen mit vertrautem Procedere. Peter weckt uns in aller Frühe und wir freuen uns, denn heute soll es aufs Wasser gehen, auch wenn es auf Grund der Dürre nicht wirklich viel davon gibt. Am Feuer steht schon der Kaffee bereit
und der Frühstückstisch ist auch schon gedeckt
also so ist das mit dem Zelten wirklich nicht verkehrt. Doch erst mal Zähneputzen und Katzenwäsche. Allerdings werde ich nicht ganz fertig damit und muss schon zur Kamera greifen. Zwei Besucher laufen direkt am Camp vorbei. Sie schauen kurz zu mir rüber und überlegen, ob es sich wohl lohnt, diesen komischen Gesellen mit Zahnbürste im Mund und Kamera in der Hand aus der Nähe zu betrachten. Aber vermutlich sah ich wohl zu ulkig aus...
Wir machen uns auf den Weg zum Fluss. Unterwegs gibts die üblichen Verdächtigen zu sehen, also Warzenschweine, Impalas, Kudus, Flusspferde usw. Aber auch wieder ein paar hübsche Vögel. Kleinere ...
... aber auch größere ...
die sich majestätisch in die Luft schwingen. Die Fahrt führt uns dann ein Stück aus dem Park ans Ufer des Kwhai, wo wir nach kurzem Warten abgeholt werden. Irgendwie sieeht der Fluss ja schon recht schmal aus, wir hatten mit deutlich mehr gerechnet. Allerdings merkten wir dann auch sehr schnell, dass die grüne Fläche kein Land war! Da ist doch deutlich mehr Fluss, als es auf den ersten Blick scheint.
Es ist anfangs noch etwas schaukelig, aber wir gewöhnen uns ganz schnell daran. Vermutlich fehlt uns auch das Geholper im Geländewagen. 🙄 Was wir aber extrem genießen ist die herrliche Ruhe und das sanfte Dahingleiten. Immer wieder muss unser Pooler für die kleinen und unspektakulären Sichtungen stoppen und die Position korrigieren.
So sieht der Vogel ja noch recht normal aus, aber wenn er läuft sieht es aus, als könnte er übers Wasser laufen, und bei genauer Betrachtung erkennt man dann auch warum:
Auf dieses Bild bin ich irgendwie besonders stolz. Es ist kein Ausschnitt, dafür aber mit dem langen Tele (600mm KB) aus dem schaukeligen Boot frei Hand aufgenommen.
Nach vielen sehr entspannenden Eindrücken gab es dann eine kurze Kaffee bzw. Tee Pause, bevor es dann (leider) wieder zurück ging.
Teil 1718. Okt. 2019
Der Rückweg hielt dann noch ein paar Überraschungen bereit. An zwei Stellen waren inzwischen Elefanten ans Ufer gekommen und wir glitten in unseren Kunststoff Mokoros langsam relativ dicht an sie heran und genossen es, die grauen Riesen einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen - aus dem Boot wirken sie noch viel größer, als aus dem Auto!
Die Tour geht dann leider viel zu schnell zu Ende. Wenn wir nochmal nach Botswana kommen, dann nicht nur zu einer anderen Zeit, sondern hoffentlich auch mit mehr Zeit für eine deutlich ausgedehntere Mokoro-Tour! Was wir dann hoffentlich nicht vergessen: Trotz langer Hose, die Knöchel, die im Auto nie Sonne abbekommen, mit Sonnencreme einschmieren!!!! 😊 Dieser Vormittag verging wie im Fluge und es wird Zeit für unsere Siesta im Camp, natürlich wieder mit viel zu viel gutem Essen. Mal sehen, was uns der Nachmittag so bringt!
Teil 1818. Okt. 2019
Der Nachmittag verläuft recht ruhig, hier und da ein Vögelchen
und eine Eule, die ich hier sogar vor Dan entdeckt habe:
Wer sie nicht findet, hier ist sie etwas näher
Am Wasser werden wir wieder von Büffeln (diesmal aber nur ein paar einzelne) argwöhnisch beobachtet. Dieser hier steht direkt neben uns und schaut uns ziemlich direkt in die Augen.
Irgendwie ist das Licht an diesem Nachmittag anders, die Farben sind intensiver und die Landschaft wirkt selbst ohne besondere Motive eindrucksvoll.
Aber soweit wir auch umherstreifen, spektakuläre Sichtungen gibt es heute scheinbar nicht mehr. Bis hinter dem Gras im Staub ein paar Elefanten auftauchen.
Dan findet einen Weg direkt zu ihnen und wir haben das Glück, dass sie gerade am Baden, Trinken und Fressen sind, was natürlich zu ein paar hundert weiteren Bildern führt.
Da wir eine ganze Zeit ruhig stehen, kommen sie auch sehr dicht ans Auto heran und stören sich nicht an uns, was uns natürlich wunderbare Eindrücke vermittelt. Leider kann ich euch hie rnur ein paar davon zeigen.
Vor lauter Elefanten vergessen wir glatt unseren "Sundowner" aus der Kühlbox zu holen, während die Sonne langsam untergeht und wir uns einfach nicht satt sehen können.
Zum Abschied schauen diese drei nochmal zu uns herüber, der oder die Kleine kuschelt sich an Mamas Bein, ...
... dann ziehen sie langsam davon und lassen uns mit dem Sonnenuntergang alleine.
Ich weiß nicht, ob ihr es nachempfinden könnt, aber diese Stunde mit den Elefanten war wirklich unheimlich emotional und das Bild mit den dreien drückt es für mich irgendwie aus. Danach ging es schnell zurück ins Camp und es wurde auch heute mal wieder richtig knapp. Aber selbst Dan war so begeistert von der Szenerie mit den Elefanten, dass er auch reichlich Bilder geschossen hat und sich kaum losreißen konnte. Er ist nicht nur ein toller Guide, sondern man merkt auch, dass er die Tiere einfach liebt. Im Camp brennt schon das Lagerfeuer und unsere Petroleumlampen.
Nach dem Essen habe ich dann die verrückte Idee, dass ich hier in der Wildnis umgeben von wilden Tieren noch ein paar Sternenfotos machen möchte. Ich möchte ja mein Weitwinkelobjektiv, das ich extra mitgenommen habe, nicht ungenutzt lassen. Allerdings wird es mir dann doch ziemlich mulmig, immerhin dauert es je Bild eine halbe Minute, bevor ich wieder Licht machen und die Umgebung scannen kann. Und dabei tauchen auch immer mal wieder irgendwelche blitzenden Augen im Gebüsch auf. Ohne Dan hätte ich vermutlich gar nicht gewagt. Aber er gibt mir zumindest etwas Sicherheit. Daher belasse ich es dann auch bei wenigen Bildern, bin aber mit dem Ergebnis für eine Kamera mit 4/3 Sensor doch recht zufrieden. (Für die technisch interessierten: Es sind drei Aufnahmen, die dann "gestackt" wurden. Ein paar mehr Bilder wären dazu sicher gut gewesen, aber wir standen ja doch ein gutes Stück außerhalb des Camps und wollten dann wieder zurück.)
Teil 1919. Okt. 2019
22.09.2019 - Murmeltiertag??? "Knock, knock, good morning, your water is ready!" Wieder das vertraute Procedere. Peter weckt uns in aller Frühe, wieder Zähneputzen und Katzenwäsche. Und wieder werde ich nicht ganz fertig. Irgendwer ist da am kichern 🤩 Ich schaue zur Seite und muss erst mal ganz schnell die Kamera aus dem Zelt holen. Eigentlich ist es noch zu dunkel - keine Chance für das lange Tele, aber ich brauche es auch gar nicht! Und das muss unbedingt dokumentiert werden, sonst glaubt es keiner! Direkt an unserem Camp zieht ein Rudel Wildhunde vorbei und hält sich sogar einen Augenblick hier auf:
Was für ein Start in diesen Tag! Leider geht es heute schon weiter in Richtung Savuti, ein Tag mehr hier in Kwhai wäre sicher nicht schlecht gewesen, aber nach dem Frühstück geht es ja nochmal auf Pirschfahrt und es gibt doch noch ein paar wunderbare Eindrücke.
Und wenn ein Tag schon so gut anfängt, dann bleibt einem das Glück treu! Ich weiß nicht, ob es dieselbe Truppe ist, die wir schon vor dem Frühstück gesehen haben, oder ein anderes Rudel, aber unter einem Baum liegen - ihr werdet es kaum glauben - schon wieder Wildhunde.
Wir beobachten sie einige Zeit, dann müssen wir uns auf den Weg machen. Es geht wieder über die Holzbrücke direkt am Gate auf die staubige Piste.
Um uns aus dem Staub zu bringen, wählt Dan eine kleine alternative Route, die zwar etwas länger ist, aber dafür vergleichsweise staubfrei. Und kaum das wir eine halbe Stunde Unterwegs sind, geht unser Sichtungsglück weiter.
Irgendwie ist das nicht ganz normal. Wir haben von Safari-Erfahrenen Afrika Liebhabern gehört, dass sie seit Jahren hoffen, endlich mal Wildhunde zu sehen und dies ist unser drittes Rudel an diesem Vormittag!
Da wir Strecke machen müssen halten wir uns aber diesmal nicht lange auf, dafür trifft Dan einen Freund und tauscht sich erst mal aus. Und er erfährt wieder Neues, was uns dann zwar einen kleinen Umweg kostet, dafür aber eine weitere Sichtung einbringt:
Nach der Querung dieses kleinen Flusslaufs
ist es Zeit für eine kleine Teepause. Allerdings ist rundum einiges los und ich komme vor lauter Fotografieren gar nicht zum Tee.
Einige Yellow billed kites (ich hoffe das stimmt, sonst korrigiert mich bitte!) fliegen ganz in der Nähe ohne Scheu herum
und versammeln sich schließlich auf einem Baum.
Und dieser Geselle setzt sich direkt vor mich und schaut ganz komisch. 😛
Teil 2019. Okt. 2019
Der weitere Weg ist nicht besonders spannend, es geht lange durch einen bunten sehr trockenen Wald, der uns ein wenig an einen Herbstwald zu hause erinnert - nur eben trockener und sandiger.
Durchs Mababe Gate gelangen wir dann endlich in den Chobe Nationalpark. Die Formalitäten erledigt wie immer Dan, so dass es für uns einfach nur eine entspannte Pause ist.
Inzwischen ist es brütend heiß und es gibt auf der Strecke fast keinen Schatten. Jeder Baum wird von Tieren genutzt ...
... während die andere Seite der Strecke wie eine Wüste aussieht. (Ich habe vergessen, wie die Gegend heißt. War es die "Mababe depression"?) Doch am Horizont bewegt sich etwas! Nicht nur eine Windhose ...
sondern extrem viele Tiere, die durch die Dürre zu einer Wasserstelle ziehen. Es ist leider extrem weit weg und kaum zu fotografieren, aber es ist dennoch ein unglaublicher Anblick.
Einige Pferdeantilopen (?) sind zwar nicht ganz so weit weg, aber die Hitze erlaubt auch auf diese Distanz kaum noch ein brauchbares Foto.
Der weitere Weg wird nun echt anstrengend. Es ist, als bläst uns von vorne jemand mit einem Heißluftgebläse an. Ein Fön wäre daneben erfrischend gewesen. In der Marabou Pan finden wir die Reste eines Wasserlochs, das von einigen Elefanten besucht wird.
Ob es an dem schlechten Wasser liegt, oder einen anderen Grund hat werden wir nie erfahren, aber dieser Eli hat irgendwie etwas Schlagseite.
Andere scheinen zur Begrüßung zu zeigen "was sie haben", auch wir sind nicht ganz unbeeindruckt. 🤩
Während wir einige Zeit die Elefanten beobachten,
trauen sich andere nicht so richtig heran und halten sich im Hintergrund:
Kurz bevor wir einige Zeit später nach Fahrten durch tiefen Sand (jetzt hat Dan richtig Spaß! Das ist sein Revier, er war vor einigen Jahren Ranger in Savuti!) unser Camp erreichen, sehen wir aus der Ferne noch einen schönen Baobab, den wir in den nächsten Tagen auch noch öfter aus der Nähe bewundern konnten.
Das Camp ist heute die Boga site "SMOS". (Die letzte müsste übrigens SMOX2 gewesen sein, ich bin aber nicht 100% sicher)
Der Tag war extrem anstrengend und wir sind todmüde, so dass der Abend am Lagerfeuer recht früh ausklingt und wir bald ins Bett gehen und von den tollen Sichtungen des Tages träumen.