Reisebericht

Namibia und Botswana

von Luigi15 · begonnen 04. Sept. 2019 · 23 Teile

Teil 2105. Nov. 2019
Tag 15 – 23.7.2019

Heute war eine sehr lange Strecke zurückzulegen, vor allem auch, weil der Abschnitt zwischen Shakawe und Maun einem Hindernisparcours gleicht und aussieht wie ein Emmentaler-Käse, überall unterschiedlich große Löcher…
Aus diesem Grund entschieden wir uns, Drotzky’s Cabins bereits um 06:30 Uhr zu verlassen – die Dämmerung brach eben an, als wir auf die Teerstraße nach Süden abbogen. Wenigstens war um diese Zeit nur mit mäßigem Verkehr zu rechnen, selbst die omnipräsenten Esel am Straßenrand schienen noch zu schlafen. Wir hatten noch etwas Biltong in einer unserer Vorratskisten, dazu gab es Äpfel und Wasser führen wir ohnehin immer genug mit. Zügig ging es Richtung Veterinärzaun, den wir bei Tsau um nach knapp dreistündiger Fahrt querten. Wie bisher auch immer, gab es hier niemanden, der sich um uns kümmerte. Ab Sehithwa, also auf der A3, wurde der Untergrund merklich besser, wir konnten noch einen Zahn zulegen und erreichten nach unspektakulären und ereignislosen 365 km Maun nach exakt 4 stündiger Fahrt.
Hier gab es erstmal ein Frühstück, der Cafe war dringend nötig geworden. Wir fuhren Richtung Flughafen und ließen uns im „Dusty Donkey“ nieder, einem mMn sehr netten Lokal mit etwas rustikalen Möbeln im Freien. Wir genossen einen kleinen Snack und vor allem die wärmenden Sonnenstrahlen. Inzwischen war in der Stadt schon mächtig Betrieb, Maun scheint unglaublich zu wachsen. Wir füllten natürlich auch den Tank unseres Hilux und stockten im nahen Spar auch die eigenen Getränkereserven auf. Bereits knapp vor Mittag waren wir bereit zur Weiterfahrt ins Mogothlo Tented Camp. Wir waren deshalb etwas in Eile, weil wir am heutigen Tag auch noch einen kleinen Gamedrive im Konzessionsgebiet der Lodge unternehmen wollten – so war gewährleistet, dass dieser Tag nicht als reiner Fahrtag dienen musste. Die Fahrt zwischen Maun und Sankuyo war extrem mühsam, der Staub ist inzwischen so fein, dass er durch alle Fugen ins Auto eintritt. Wie auf rohen Eiern ging es über die üble Rumpelpiste, zudem hatte ein Transporter für Pflastersteine einen guten Teil seiner Ladung vor uns verteilt. Für die etwas mehr als 100 km bis nach Mogothlo benötigten wir knappe zwei Stunden. Dabei entstanden auch nur zwei Bilder, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

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Um 14:15 Uhr trafen wir – im wahrsten Sinn des Wortes – ziemlich gerädert in der Mogothlo Safari Lodge ein. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes „Tented Camp“ in der Mababe Konzession. Die fix aufgebauten Wohnzelte sind gut ausgestattet, alle haben Dusche und WC integriert. Wir wurden „Zelt“ Nummer 2 zugeteilt, das doch etwas von der Gemeinschaftslounge, dem Restaurant und der Bar entfernt direkt oberhalb des Khwai-Flusses liegt. Bereits beim Check-in und dem Willkommensdrink war uns aufgefallen, dass der Khwai entsetzlich wenig Wasser führt, kein Vergleich zu unserer Anwesenheit vor zwei Jahren. Der Fluss bestand im Bereich der Lodge vielmehr aus kleineren Seen, nur ein Rinnsal verband diese Tümpel miteinander. Dennoch waren überall Elefanten zu bestaunen, selbst direkt vor unserer Unterkunft. Von der Terrasse der Lounge aus bewunderten wir auch eine Lechwe-Antilope, die das saftige Grün entlang des Flusses bearbeitete.

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Nach einer angenehmen Pause und einer Erfrischung im Zelt wurde uns von der Lodge ein Gamedrive durch das Konzessions-Gebiet angeboten, dafür mussten wir keinen Aufpreis bezahlen. So fuhren wir gemeinsam mit unserem Fahrer, dessen Namen ich leider nicht notiert hatte – sorry, pünktlich um 16:00 los. Ich weiß, dass das Programm des heutigen Tages durchaus als ambitioniert bezeichnet werden kann, auf der anderen Seite wollten wir uns aber keine Möglichkeit entgehen lassen, dieses für mich schönste Safari-Gebiet zu durchstreifen…

Wir folgten dem Flusslauf des Khwai von der Lodge aus in nordwestlicher Richtung, also praktisch in Richtung Moremi-North Gate. Unser Fahrer erkannte bald, dass er auch für Vögel stoppen musste… Das Licht am Nachmittag entlang des Flusses war unglaublich sanft, die Farben mit den verschiedenen Gelbtönen teilweise fast schon surreal – so liebe ich es, durch die Landschaft gekarrt zu werden, zumal auch zwei weitere scharfe Augen mithalfen, lohnende Objekte vor die Linse zu bekommen. Für uns war es eine tolle Gelegenheit eines weiteren Gamedrives, die wir eben unbedingt nutzen wollten. Hier einige der Tiere, die uns an diesem Spätnachmittag vor die Linse liefen oder flogen…

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Ganz begeistert waren wir, als uns der Guide eröffnete, dass am heutigen Morgen in der Nähe ein Löwenrudel eine Giraffe gerissen hätte und dass wir dort vorbeischauen könnten – wenn wir wollten… Welche Frage? Er wäre fast schon spannend, darauf mit „nein“ zu antworten…
Nach einiger Kurverei sahen wir den stark riechenden Kadaver vor uns liegen. Wir hielten etwas Abstand, eine weitere Annäherung wäre ohne Maske ohnehin schwer denkbar gewesen. Es dauerte nicht lange und ein blutverschmierter Löwe und eine Löwin betraten die Szene – wie in einem Film spazierten sie auf uns zu… während die Löwin sich neben den Kadaver in das Gras legte, begann das Männchen vor uns die Knochen zu brechen… allein die Geräusche, die entstanden, wenn er versuchte noch etwas Fleisch herauszureißen, waren gewöhnungsbedürftig… Ich hatte so gespannt auf die Szenerie gestarrt, dass mir völlig entgangen war, dass sich eine weitere Löwin genähert haben musste – schließlich vergruben sich drei Raubtiere im Rest der Giraffe.

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Die Zeit war schon fortgeschritten, als wir uns losrissen, um nahe der Lodge an einem stimmungsvollen Ort den Sonnenuntergang bei einem Gin-Tonic zu erleben. Was für ein Tag – spätestens jetzt wussten wir, dass es absolut Sinn gemacht hatte, morgens früh aufzubrechen um nachmittags einen Gamedrive am Khwai-River zu genießen. Eines war aber auch klar, ohne Guide hätten wir den Ort des Löwenrisses heute nie gefunden, das musste natürlich honoriert werden…

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Um 18:30 trafen wir todmüde aber glücklich im Camp ein, wo inzwischen Elefanten die Wassertanks derartig ramponiert hatten, dass an Fließwasser in den Zelten nicht mehr zu denken war… Katzenwäsche war angesagt, dann schlichen wir bewaffnet mit Taschenlampen von unserem Zelt zur Gemeinschaftslounge, wo das Abendessen eingenommen wurde. Irgendwie schmeckte uns das Fleisch heute weniger, wir hatten wohl noch den Geruch der verwesenden Giraffe in der Nase…
Morgen geht es weiter, es wartet ein ganzer Tag am Khwai-Fluss und im Moremi Naturreservat! Bis bald!
Teil 2207. Nov. 2019
Tag 16 – 24.7.2019

Auf den heutigen Tag hatte ich mich schon von Anfang der Reise an gefreut – eine Fahrt durch das Moremi Naturreservat und dann auch noch am Khwai Fluss – da hatte ich vor zwei Jahren wohl die eindrucksvollsten Sichtungen. Ich liebe diese Landschaft. Meine Erwartungen für den heutigen Gamedrive waren nur insofern etwas gedämpft, als es einfach sehr sehr trocken war. Während beim letzten Besuch manche Strecken nur schwer befahrbar, andere komplett gesperrt waren, würde es diesmal wesentlich einfacher werden, überall hin vorzudringen – andererseits war natürlich abzuwarten, wie sich das auf den Wildbestand auswirken würde. Ich war vorsichtig optimistisch, denn wir hatten erfahren, dass der südliche Teil des Reservats überhaupt staubtrocken wäre. Die Tiere sollten also – so die Hoffnung – hier konzentriert anzutreffen sein.

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Bilder von der Querung des Khwai Flusses beziehungsweise von der Situation bei Fourth Bridge aus dem Jahr 2017 dokumentieren, dass wir heuer praktisch in einer völlig anderen Landschaft unterwegs waren. Beim letzten Besuch nächtigten wir zudem im Dachzelt und allein im Moremi Bereich hatten wir uns für acht Tage einquartiert – der Blitzbesuch im heurigen Jahr mit unseren zwei Besuchstagen (dafür in einer Zelt-Lodge) würde natürlich nicht so ausgedehnte Fahrten zulassen. Der Gamedrive am Vortag mit den tollen Sichtungen hatte aber unser Jagdfieber wieder geweckt.
Vor 7:00 saßen wir bereits mit gepacktem Fotorucksack beim Frühstück, um ja möglichst keine wertvolle Zeit zu versäumen. Der Plan war, auf schnellstem Weg zum Moremi North-Gate zu fahren und von dort aus durch das Camp auf dem Khwai-River-Loop unser Glück zu versuchen. Die Pad – wenn man die überhaupt so bezeichnen kann, war bis zur Abzweigung nach Savuti eine einzige Zumutung. Das feine Sandpulver war extrem schmierig, speziell in den Kurven musste ich ordentlich Geschwindigkeit rausnehmen. Kurz vor 8:30 Uhr standen wir am Gate bei der Khwai-Brücke. Was folgte war Schockstarre: Der Ranger im Büro wollte mein Permit sehen… Um es kurz zu machen, es gab kein Permit und sein Vorschlag, am South-Gate eines zu lösen, ließ mich nicht in Jubel ausbrechen…
Ich hatte bei meinen an sich akribischen Vorbereitungen doch tatsächlich etwas vergessen! Die Korruption im südlichen Afrika ist absolut abzulehnen, doch in diesem Fall stand ich vor einem wirklichen Dilemma. Letztendlich rang ich mich doch dazu durch, eine kleine Zuwendung für die Instandhaltung der Brücke über den Tresen zu schieben… 😉 Wir vereinbarten die Zeit, zu der wir den Park wieder verlassen würden und zwanzig Minuten später war der Schranken im Rückspiegel zu sehen…

Die Floodplains am Khwai-Loop sind eine sehr lohnende Gegend, hier gibt es praktisch immer etwas zu sehen. Ein Hornrabe thronte im schönen Morgenlicht auf einem abgestorbenen Baum – unsere erste Sichtung an diesem Tag.

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Etwas später trafen wir auf ein paar Wasserböcke und ganz oben auf einem Busch balzten einige Marabus – wir konnten die genaue Zahl der Vögel nicht ausmachen. Auch einige Witwenpfeifgänse schwammen vorbei und ein Nimmersatt gab seinem Namen alle Ehre. Die kläglichen Reste eines Kudu ließen auf mehr hoffen…

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Ein Klaffschnabel schien noch tief und fest zu schlafen. Giraffen, Streifengnu, Elefant und Letchwe waren dagegen schon mit Vormittagssnack beschäftigt.

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Eine wirklich wunderschöne Sichtung war eine Wasserbock-Mama, die sich liebevoll um ihren Nachwuchs kümmerte! Wir schauten den beiden eine ganze Weile zu, bis plötzlich ein Elefant um die Ecke bog. Er kam uns so nahe, dass wir es vorzogen, das Feld zu räumen…

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Der Ausblick aus dem Auto auf eine nahestehende Giraffe führte uns vor Augen, wie hoch diese Tiere tatsächlich sind. Ich habe versucht die Kamera aus dem Fenster möglichst waagrecht zu halten und hatte plötzlich Knie vor der Linse… Während unserer Fahrt Richtung Osten waren auch noch andere Tiere zu sehen, von denen ich ein Tier bisher noch nie gesehen hatte… Ist es möglich, dass es sich hier um einen Streifenschakal handelt?? Der Genosse war jedenfalls sehr schnell wieder von der Bildfläche verschwunden…

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Das Ziel unserer Fahrt war eine Baumgruppe, wo wir schon bei unserer letzten Reise einen Leopard beobachten durften. Diese Baumgruppe, die damals schwer erreichbar war, liegt ziemlich genau gegenüber der Belmond Khwai River Lodge. Ein Guide dieser Lodge hatte uns damals über den Leo erzählt, der hier sein Revier hätte und immer wieder in den Bäumen gesichtet würde. Ich weiß, welches Sichtungsglück wir während dieser Tour bereits hatten, aber….
Wir trauten unseren Augen kaum, als wir direkt über uns stattlichen Leopard mit frischem Kill sahen – mir schossen fast Tränen in die Augen. Das Problem, das sich uns stellte war es nun nur noch, das Auto möglichst günstig zu parken, denn die Sonne stand bereits relativ hoch und eine Zufahrt von der anderen Seite war unmöglich… Mehrere Büsche mussten weichen, unser neues Auto bekam einige Kratzer ab und nach mehreren Positionswechseln entstanden die folgenden Bilder:

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Das Schönste an dieser Sichtung war – wir waren fast die ganze Zeit über die einzigen Bewunderer dieser Szene. Über uns brachen Knochen, Blut tropfte zu Boden… einfach unglaublich, das sehen zu dürfen!
Letztendlich tauchte ein Safarifahrzeug auf und bog in unsere Richtung ab – Zeit, die Szenerie zu verlassen, denn der Platz, den wir eingenommen hatten, war vermutlich der, den jetzt andere beanspruchten. Wir fuhren ein Stück weiter in östliche Richtung und sahen eine ganze Gruppe von Impala. Vermutlich hatte ein Tier aus dieser Gruppe keinen guten Morgen…

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Wir kurvten ziemlich planlos herum, immer noch überwältigt von der Sichtung. An einer gut einsehbaren Stelle am Fluss machten wir eine Pause, aßen Äpfel, Karotten und Cracker – die Brösel wurden von einer Taube dankend angenommen… Dann machten wir uns langsam auf den Rückweg, ich hatte etwas Panik, sofort die richtige Piste zu finden. Wir kamen aber nochmals am „Leopardenbaum“ vorbei und es standen bereits drei Autos darunter. Der Leo hatte inzwischen den Baum gewechselt und ließ alle Viere herunterbaumeln… Es war offensichtlich ein Verdauungsschlaf angesagt…

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Das ist das richtige Stichwort – ich brauche jetzt zwar keinen Verdauungsschlaf, aber eine Pause – Fortsetzung folgt!
Teil 2314. Nov. 2019
16. Tag - 24.7.2019
Fortsetzung


Zurück im Camp am North Gate entschlossen wir uns, an diesem Nachmittag Richtung Dombo Hippo Pool zu fahren. Die Strecke dorthin empfinde ich als landschaftlich sehr schön, in diesem Jahr war es aufgrund der Trockenheit möglich, relativ nahe entlang des Khwai zu fahren.
Unweit vom North Gate begegnete uns eine kleinere Gruppe von Pferdeantilopen, wobei aber nur ein Tier den Anstand hatte, relativ nahe an der Pad zu stehen. Die anderen Tiere verteilten sich aufgelockert hinter und zwischen den Büschen und Bäumen, die an dieser Stelle dicht an dicht standen.

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Vorbei an einem Schabrackenschakal, der die Reste einer Antilope (?) abknapperte, fuhren wir weiter Richtung Westen. Immer wieder gab es Loops, die Richtung Flussarm abzweigten. An einem dieser Loops entdeckten wir ein Warzenschwein und mehrere Wasserböcke, von denen es im Moremi offenbar eine inflationäre Ansammlung zu geben schien, denn die hatten wir inzwischen fast an allen Ecken vor die Linse bekommen.

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Das absolute Highlight unserer Ausfahrt zum Hippo Pool hätten wir beinahe übersehen – obwohl unmittelbar neben der Piste liegend, hoben sich die drei männlichen Löwen kaum aus dem braun-gelben Gras ab. Wir waren eigentlich schon vorbeigefahren, als wir die Bewegung, die zumindest einer der Burschen ausführte, realisiert hatten. Retourgang rein und ein paar Meter zurück und schon standen wir vor den drei Prachtkerlen, die wir nun längere Zeit beobachteten… Anfangs schien es fast so, als würden sie sich durch uns gestört fühlen und sich zurückziehen, dann kam eines der Tiere auf uns zu und legte sich fast direkt vor das Fahrzeug. Was folgte war eine unglaubliche Sozialstudie, wie wir sie bisher vermutlich noch nie gesehen hatten. Ich kannte männliche Löwen bisher eigentlich ausschließlich als Rivalen, diese drei (Brüder ?) waren jedoch unglaublich zärtlich miteinander, sie kuschelten, schleckten sich gegenseitig ab und wälzten sich spielerisch im Gras – für mich die vielleicht schönste und intensivste Begegnung mit Wildtieren während dieser Reise. Bald schienen sie jegliches Interesse an uns verloren zu haben…

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Nachdem wir eine gute Zeit hier verbracht hatten, beschlossen wir, langsam aber sicher die Rückreise anzutreten. Wir fuhren zwar noch das kurze Stück bis zum Hippo Pool, wo wir uns neben der Aussichtsplattform einparkten und ausstiegen… Wehmütig erinnerten wir uns an die schönen Stunden, die wir vor zwei Jahren im Zuge eines ausgedehnten Picknicks hier am See erlebt hatten. Das Wasser war weit zurückgedrängt und einige wenige Hippos grunzten. Wir erkannten die Gegend kaum wieder. Auch hier war die Trockenheit augenscheinlich…
Wir fuhren hinaus auf den Hauptweg und bogen schließlich Richtung North Gate ab, nicht ohne kurz noch bei einer Giraffe mit Baby gestoppt zu haben. Die Größenunterschiede machten augenscheinlich, welches Maß an Wachstum der/die Kleine noch vor sich haben würde…

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Nachdem wir das Naturreservat über das North Gate verlassen hatten – ich hatte dort meinen Obolus bei dem Ranger entrichtet, mit dem ich am Morgen gesprochen hatte – fuhren wir weiter zu einem Camp, das direkt am Khwai Fluss liegt. Hier hatten wir vor zwei Jahren zwei Nächte verbracht, weil es keine Möglichkeit mehr gegeben hatte, im Park einen Platz für unsere Autos mit Dachzelt zu ergattern. Wir mussten etwas suchen, denn die Zufahrt zum Magotho Camp hatte sich doch etwas verändert. Inzwischen waren an mehreren Stellen WC’s und Duschen errichtet worden. Vor zwei Jahren standen wir noch unter Bäumen, ohne irgendwelche sanitären Einrichtungen! Damals hatte ich hier ein skurriles Bild eines toten Elefanten geschossen, auf dem ein Marabu wie auf einem Aussichtsberg thronte.
Auch hier war diesmal deutlich der niedrigere Wasserstand zu erkennen.
Hier zwei Bilder zur Erinnerung an dieses Camp aus 2017:

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Diesmal lag der Wasserspiegel zwar deutlich niedriger, aber dennoch war es möglich, das rege Treiben am Fluss zu beobachten. Es waren einige Störche zu sehen, darüber hinaus vor allem aber zahlreiche Elefanten, die jetzt, am späteren Nachmittag hierher gekommen waren, um ihren fast unstillbaren Durst zu löschen. Auch hier gelang es uns, einige der Dickhäuter beim Spiel direkt im Wasser vor der Linse zu bekommen.

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Bei unserem Besuch vor zwei Jahren war der Betreuuer des Campingplatzes gegen ein kleines Taschengeld zusammen mit uns zu einem Platz gefahren, wo Wildhunde ihren Damm hatten. Dazu waren wir nicht weit vom Fluss in ein mit Büschen relativ dicht bewachsenes Gebiet gefahren. Wir versuchten, diesen Weg wieder zu finden, was sich aufgrund des nicht sonderlich dichten Wegenetzes als nicht allzu schwer herausstellte. Was wir eigentlich gar nicht zu hoffen gewagt hatten, trat ein, wir fanden tatsächlich ein ganzes Rudel Wildhunde.
Zunächst sahen wir nur wenige Tiere, die verteilt über eine relativ großes Areal ausgestreckt unter den Büschen lagen. Wir hatten uns bereits damit abgefunden, nur einzelne Tiere zu sehen, die maximal bereit waren den Kopf etwas zu heben, als ein Wildhund mit blutverschmiertem Gesicht auftauchte. Nachdem ich einige Fotos geschossen hatte, fuhren wir ein kurzes Stück in die Richtung, aus der das Tier aufgetaucht war.

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Das Einzige, das wir entdecken konnten, war jedoch eine Hyäne, die genüssßlich am Kopf eines Buschbocks kaute... Offenbar hatten wir hier einen Riss verpasst, denn das Gras der Umgebung war derartig zertrampelt, dass anzunehmen war, dass hier zahlreiche Tiere herumgesprungen sein mussten.
Es war nun ohnehin schon Zeit, zu unserem Camp zurückzukehren, denn die Sonne hatte längst begonnen, die Landschaft und die Tiere in ein goldenes Licht zu tauchen. Für mich als Fotografen ist dies immer die schönste Zeit des Tages, auch wenn jetzt die Schatten teilweise schon etwas störend sein können... Wir stoppten noch bei einem Büffel, der Richtung Fluss stapfte und dann ging es schleunigst zurück zur Mogogothlo Lodge.

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Der Weg zum Camp war bereits schwer zu sehen, die Sonne war schon fast komplett verschwunden, als wir erschöpft aber total glücklich unser Heim erreichten. Schnell frisch machen und dann auf ein Bierchen zum Abendessen. Alle Gäste warteten schon gespannt, was der Koch heute gezaubert hatte... doch anstatt Essen zu servieren, gab es heftiges Gezetere unter den Mitarbeitern, die hektisch wie aufgescheuchte Hühner herumliefen. Irgendwann wurde uns mitgeteilt, dass ein Elefant den Weg zwischen Küche und Gemeinschaftsterrasse verbarrikatiert hatte. Das Tier war erst nach einiger Zeit bereit, freiwillig das Feld zu räumen. Die Elefanten schienen hier öfter ein Problem darzustellen, gestern kein Fließwasser, heute beinahe kein Essen.... Auch das ist Afrika - Afrika von seiner schönsten und interessantesten Seite. Hier ist der Mensch ein kleines Rädchen im Uhrwerk der Natur...
Gute Nacht, bis bald!

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