Reisebericht

Namibia und Botswana

von Luigi15 · begonnen 04. Sept. 2019 · 23 Teile

Teil 104. Sept. 2019
Namibia und Botswana - Sommer 2019

PROLOG
Bisher war ich interessierter Leser und passiver Konsument dieses Forums. Viele Namen von den Verfassern der unzähligen Reiseberichte sind mir längst geläufig. Ich habe mehr als nur hilfreiche Informationen aus diesem Forum ab- und aufgesaugt, meine Reiserouten durch das Südliche Afrika wurden enorm durch den aufwändigen Input anderer aufgewertet und verbessert. Wir als Familie – oder teilweise auch nur ich als „Einzelreisender“ (wenn die anderen der Ansicht waren, dass eine Afrika-Pause nötig ist) haben inzwischen zahllose Reisen durch das Südliche Afrika unternommen, vor allem Südafrika ist so zu einer „zweiten Heimat“ geworden…
Meine erste Reise durch Namibia unternahm ich 1994 – damals noch in einem Toyota Corolla – und ziemlich unvorbereitet… Dieses Unternehmen gipfelte darin, dass das Auto im Sand steckte und wir von einem hilfsbereiten Straßenarbeiter, der in einem kleinen Zelt neben seinem Greder nächtigte, herausgezogen werden mussten. Auf dieser ersten Reise vernichtete ich im Köcherbaumwald zudem ein 300mm Teleobjektiv, das mir aus der Hand glitt, als plötzlich eine Kobra neben mir stand. Da passte auch noch dazu, dass ein Koffer verspätet sein Ziel erreichte und dann nicht geöffnet werden konnte, weil ich den Schlüssel zu Hause vergessen hatte…
Erstaunlich ist, wir haben das Südliche Afrika trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb ?!) so sehr ins Herz geschlossen, dass wir heuer im Sommer unsere 25. Reise in eben diese Gegend angetreten haben. Nachdem wir im Vorjahr in Südafrika unterwegs waren, stand sehr bald fest, dass im Sommer 2019 wieder Namibia und Teile Botswanas bereist werden würden. Zudem muss natürlich bei jeder Reise einerseits bekanntes, andererseits aber auch neues Territorium betreten werden – trotz fortgeschrittenem Alter gibt es ja immer noch so etwas wie „Pioniergeist“…
Da meine spärliche Freizeit als Lehrer miteinbezogen werden muss, kommen überwiegend unsere Sommermonate als Reisezeit in Betracht – nicht unbedingt die schlechtesten Voraussetzungen für Reisen in den südlichen Teil Afrikas. Da wir in den letzten Jahren fast ausschließlich Touren auf Campingbasis im Dachzelt unternommen hatten, wollten wir heuer bewusst wieder einmal den Komfort in Lodges genießen – es war ja schließlich auch so etwas wie eine kleine „Jubiläumsreise“. Zudem war relativ bald klar, dass uns unsere Töchter heuer nicht begleiten würden, eine zumindest in budgetärer Hinsicht erfreuliche Tatsache.
Das waren also die Rahmenbedingungen – einer Detail-Planung stand damit nichts mehr im Weg. Als Reisezeitraum legten wir den 7. bis 29. Juli 2019 fest, drei Wochen würden ausreichen, um die ambitionierte Runde nicht zu stressig werden zu lassen – Zeit für die Fotografie spielt zumindest bei mir eine nicht unwesentliche Rolle. Als fahrbarer Untersatz wurde diesmal wieder ein Toyota Hilux Double Cab 4x4 gewählt, den wir im Internet über AVIS buchten.
Folgende Reiseroute legten wir fest:

  • 10. Juli 2019: Windhoek - Casa Piccolo
  • 11. Juli 2019: Spitzkoppe - Spitzkoppen Lodge
  • 12. Juli 2019: Spitzkoppe - Spitzkoppen Lodge
  • 13. Juli 2019: Cape Cross - Cape Cross Lodge
    14. Juli 2019: Skelettküste - Shipwreck Lodge
    15. Juli 2019: Skelettküste - Shipwreck Lodge
    16. Juli 2019: Palmwag - Grootberg Lodge
    17. Juli 2019: Etosha NP - Okaukuejo
    18. Juli 2019: Etosha NP - Halali
    19. Juli 2019: Etosha NP - Namutoni
    20. Juli 2019: Etosha NP - Namutoni
    21. Juli 2019: Rundu - Hakusembe River Lodge
    22. Juli 2019: Shakawe - Drotzky's Cabins
    23. Juli 2019: Shakawe - Drotzky's Cabins
    24. Juli 2019: Shakawe - Drotzky's Cabins
    25. Juli 2019: Shaleshanto - Mogothlo Safari Lodge
    26. Juli 2019: Shaleshanto - Mogothlo Safari Lodge
    27. Juli 2019: Maun - Queness Inn
    28. Juli 2019: Buitepos - Kalahari Bush Breaks

    In der Hoffnung, dass diese Reiseroute auch bei anderen Afrikafreunden und -freundinnen auf Interesse stößt, werde ich in den kommenden Wochen einige unserer Eindrücke mit - hoffentlich vielen - Mitreisenden teilen
    Beste Grüße
    Peter
    Teil 205. Sept. 2019
    Tag 0 – 7. Juli 2019

    Es ist früher Nachmittag, die Koffer stehen seit gestern zu Hause bereit – Afrika ist schon sehr nahe, praktisch in Griffweite. Während des Jahres schmökere ich gerne in den Reiseberichten dieses Forums, sehe mir die schönen Bilder an, schwelge in Erinnerungen oder plane eigene, neue Routen. Seelenhygiene… Die letzten Wochen mit Schulschluss waren stressig genug, es tut gut, endlich den Alltag hinter sich lassen zu können. Afrika ruft, ich höre den Ruf und folge.
    Es ist überhaupt das erste Mal, dass ich zuhause unsere Koffer fotografiere – im Nachhinein betrachtet mache ich mir durchaus Gedanken darüber… Dazu aber später mehr.
    Unsere Tochter, seit wenigen Wochen stolze Besitzerin einer Fahrerlaubnis, bringt uns zum Flughafen Wien-Schwechat, von wo es mit Austrian zunächst nach München und von dort mit South African über Johannesburg nach Windhoek gehen soll. Diese Route ist zwar vielleicht etwas umständlich, aber meine bisherigen Erfahrungen mit Air Namibia waren nicht die besten und aus Österreich gibt es ohnehin keine direkte Verbindung nach Namibia.
    Am Flughafen bringen wir rasch den Check-in und die Sicherheitskontrolle hinter uns, wobei diesmal meine gesamte Fotoausrüstung einem Sprengstofftest unterzogen wird – Sicherheit über den Wolken ist ein hohes Gut, deshalb lasse ich die aufwändige Prozedur still über mich ergehen. Leidtragende ist da eher meine Frau, weil sie auf mich warten muss, während ich meine Objektive wieder in die dafür vorgesehenen Fächer des Fotorucksacks schlichte.
    Anschließend lassen wir uns gemütlich in der Lounge nieder, essen eine Kleinigkeit und trinken ein erstes Glas Rotwein – Afrika wir kommen.
    Unser Flug wird zum Boarding aufgerufen, wir marschieren zum vermeintlichen Abfluggate, wo bereits hektische Betriebsamkeit herrscht. Die Uhr tickt – keine Durchsagen, keine Hinweise, dass eine Flugverspätung möglich sein könnte. Das (ein?) Flugzeug steht angedockt an der Brücke, keine Reaktion seitens des Personals. Die Passagiere haben sich inzwischen pflichtbewusst wie Lemminge hintereinander aufgestellt und halten Boardkarten und Reisepässe in der Hand – allzeit bereit…
    Die beiden Angestellten auf der anderen Seite des Tresens beginnen zu telefonieren und tuscheln miteinander – sehr eigenartiges Verhalten, denn Kundeninformation sieht anders aus. Da wir in München einen Aufenthalt von etwas mehr als zwei Stunden haben, mache ich mir noch keine Gedanken, dass etwas nicht funktionieren könnte.
    Die Uhr tickt weiter – inzwischen sollten wir bereits etwa zwanzig Minuten in der Luft sein, immer noch keine Informationen. Mir reicht es – ich fordere Infos ein, die anderen Passagiere sind da offenbar geduldiger, wiewohl der Lärmpegel inzwischen angewachsen ist. Mir wird mitgeteilt, dass zeitnah eine allgemeine Information folgen wird – Geduld ist angesagt. Es vergehen weitere Minuten bis sich endlich jemand zu einer Durchsage durchringt: „Aufgrund eines Gewitters ist der Luftraum über München derzeit geschlossen, es werden keine Flüge dorthin abgefertigt“.
    Aha – was ist der Plan? Da ich immer noch fast direkt vor dem Tresen stehe, frage ich nach einer Alternative. Der Angestellt der AUA erklärt mir höflich, dass er uns auf den Folgeflug, der Wien in zwei Stunden verlassen wird, umbuchen kann. Ich versuche ihm zu erklären, dass diese Alternative nicht wirklich hilfreich ist, denn dann wäre unser Anschlussflug Richtung Johannesburg zumindest schon über den Alpen… Da es aber dazwischen ohnehin keine Möglichkeit gibt, aus Wien wegzukommen, nehmen wir zähneknirschend den nächsten AUA Flug nach München, wo sich dann das dortige Bodenpersonal um den Weiterflug kümmern wird – Afrika, wir kommen – etwas später.
    Wir schlendern die schmalen, endlosen Gänge von Terminal 3 auf und ab und schlagen die Zeit tot. Inzwischen habe ich auch schon eine Mail an Claudia von Casa Piccolo geschrieben, dass die Übernachtung in Windhoek storniert werden kann. Eigentlich eine Zumutung, denke ich mir, aber was soll ich tun?
    Der Flug mit der folgenden Maschine nach München, der selbstredend ausgebucht ist, wird von einer (!!) Person abgefertigt, was zur Folge hat, dass er sich um weitere dreißig Minuten verzögert. Der Pilot entschuldigt sich kurz vor Abflug für diesen Lapsus – Personalmangel wird als Grund angeführt. Nicht aufregen – wir sind im Urlaubsmodus… Austrian – the charming way to fly!... Inzwischen hatte ich auch die Wetter app hinsichtlich Flugwetter über München bemüht – es erschien ein Sonnensymbol…
    Um 20:28 bewegt sich die Fluggastbrücke vom Airbus weg, in zwei Minuten startet das Boarding in München. Das wird knapp…

    Als wir um 21:25 Uhr in München landen, ist der Flughafen bereits ziemlich leer. Das Service-Center im Terminal K ist bereits geschlossen, wir fahren, mit zahlreichen anderen „Gestrandeten“, zu Terminal G weiter, wo uns eine lange Menschenschlange erwartet. Es geht dennoch recht schnell, wir warten nicht allzu lange, obwohl Warten inzwischen ein Spezialgebiet von uns ist. Die freundliche Dame im Lufthansa-Outfit nimmt unsere Dokumente entgegen und lächelt uns an. Wir wären nicht die einzigen – was für eine Wohltat… Sie schlägt uns als Alternative den Direktflug mit Air Namibia von Frankfurt aus vor, das würde die ehestmögliche Flugverbindung darstellen. Nach unserer Einwilligung – zum Diskutieren war ich ohnehin schon zu müde – werden rasch Gutscheine für die Fahrt mit einem Taxi zum Hotel und morgen wieder retour zum Flughafen gedruckt, außerdem ein Übernachtungsvoucher für das Best Western Hotel in Erding inklusive Abendessen und Frühstück. Ohne Gepäck, denn dieses wird durchgecheckt, geht es die wenigen Kilometer zum Hotel, wo wir knapp vor Mitternacht eintreffen.
    Nach etwas mehr als 11 Stunden Anreise ab unserer Haustüre sind wir glücklich in München/Erding eingetroffen – wenn wir den Schnitt unserer Reisegeschwindigkeit nicht schleunigst heben, dauert es noch etwas, ehe wir unser geliebtes Afrika erreichen.
    Gute Nacht – bis morgen!
    Teil 306. Sept. 2019
    Tag 0 – Fortsetzung

    Den 8. Juli 2019 verbrachten wir also wieder mit Warten – nach dem Aufstehen gings zunächst zum nahen Lidl, wo wir uns mit den nötigsten Hygieneartikeln eindeckten, denn im Hotel war nicht einmal eine Zahnbürste zu ergattern. Anschließend machten wir einen ausgedehnten Spaziergang durch die Maisfelder rund um Erding, vorbei an der riesigen Therme. Diesen Spaziergang könnten wir – bei etwas gutem Willen – schon als Gamewalk durchgehen lassen, denn neben einigen Hasen lief auch ein Reh (Springbock – Made in Bayern) über den Weg, verschwand aber sofort im Mais. Gegen Mittag ging es wieder zurück zum Flughafen, schließlich mussten wir ja von München nach Frankfurt fliegen, von wo abends der Flieger nach Windhoek starten sollte.

    Ich will hier niemanden langweilen, daher in aller Kürze: Alles ging glatt, wir erreichten Frankfurt und auch der Flug mit Air Namibia von Frankfurt nach Windhoek verlief ohne Zwischenfälle. Es ist richtig, dass inzwischen ein Teil des Unterhaltungsprogrammes in den in die Jahre gekommenen Maschinen den Dienst quittiert hat, dazu wurden aber Router im Flugzeug verteilt, um über WLAN zumindest die eigenen Smartphones oder Tabletts betreiben zu können. Da ich gewöhnlich nach einem Glas Wein mit einer Schlaftablette etwas nachhelfe, ist mir das Unterhaltungsprogramm in Flugzeugen aber ohnehin nicht wirklich wichtig.

    Überpünktlich landeten wir um 06:20 in der namibischen Hauptstadt – der Morgen dämmerte, als wir bei rund 4 Grad über das Flugfeld zum Terminal liefen. Wir konnten es überhaupt nicht fassen, wir hatten es endlich nach Namibia geschafft. Nun konnte eine grandiose Reise beginnen, die so viele überragende Sichtungen für uns bereithalten würde.
    Teil 408. Sept. 2019
    Tag 1 – 9. Juli 2019

    Die Einreise verlief überraschend zügig – die in dicke Mäntel gehüllten Damen hinter den Tresen schienen noch zu schlafen, denn mechanisch wurde der Einreisestempel in den Pass gedrückt, eine Kontrolle, ob alle Felder am Einreiseformular ausgefüllt waren, wie ich sie zuvor schon so oft erlebt hatte, entfiel diesmal. Innerhalb kürzester Zeit standen wir vor dem Gepäcksband, das sich einfach nicht in Bewegung setzen wollte. Langsam füllte sich der Platz rundum, wir hätten uns wirklich nicht beeilen müssen, denn der Vorsprung, den wir uns ergattert hatten, schmolz mehr und mehr dahin. Fazit: Es ist nicht nötig, die Strecke zwischen Flugzeug und Ankunftshallte im Stechschritt zurückzulegen, spätestens am Gepäckband trifft man alle Mitreisenden wieder…
    In unserem Fall kam erschwerend hinzu, dass sich die Zeit vor dem Band, das sich inzwischen zu drehen begonnen hatte, als schier endlos herausstellen würde. Während die übrigen Passagiere nach und nach ihre Koffer vom Förderband hoben, hatte es bei uns nur ein Gepäckstück nach Namibia geschafft. Dass nur zwei weitere Passagiere ihre Koffer nicht ausgeliefert bekamen, hatte den Vorteil, dass die Prozedur beim Lost & Found relativ rasch abgewickelt werden konnte. Anhand der Tag-Nummer des Gepäcks konnte uns die Dame im Büro auch gleich mitteilen, dass sich unser Koffer noch in München befinden würde.
    Um den weiteren Verlauf des Reiseberichtes nicht mit unnötigen Verweisen zum werten Befinden unseres Koffers zu stören, an dieser Stelle: Ja, wir erhielten unser Gepäck nach drei Tagen und vielen Telefonaten mitten in der Nacht in die Cape Cross Lodge zugestellt – unbeschädigt und voll mit diversen Tags…
    Nun ging es für uns weiter zum AVIS Counter, wo wir zügig die Formalitäten für die Automiete abwickelten. Schnell noch Geld aus dem ATM gezogen und schon verließen wir das inzwischen nahezu leere Terminal. Am Parkplatz die freudige Überraschung: Uns erwartete ein völlig neuer Toyota Hilux mit exakt 13 km am Tacho. Das Auto roch noch ganz neu, der Beifahrersitz war noch in Plastikfolie gewickelt. Auch die Reifen waren, wie der Ersatzreifen, absolut neuwertig. Der Schlüssel wird übergeben, einige Worte hinsichtlich Zuschaltung des 4WD gewechselt, denn es war dies für mich der erste Wagen mit Allrad-Automatikbetriebe.
    Der große Nachteil unserer Flug-Odyssee war, dass wir heute, am Ankunftstag in Namibia, noch bis zur Spitzkoppen Lodge weiterfahren mussten. Wir hatten ja unfreiwillig die Casa Piccolo in Klein-Windhoek gegen das Best Western Hotel in München-Erding getauscht (ganz abgesehen davon, dass die Reservierung im „The Stellenbosch“ verfallen musste). Ich schätze es überhaupt nicht, nach einem Langstreckenflug gleich ins Auto zu steigen, aber diesmal blieb keine Wahl, schließlich wollten wir unsere vorgebuchte Reiseroute möglichst rasch wieder einhalten.
    Aus diesem Grund fuhren wir vom Flughafen direkt zur Maerua Mall, wo wir uns mit Getränken und Obst eindeckten. Anschließend ging es weiter über den Western Bypass nach Okahandja. Wir hatten ohnedies nicht vor, uns länger in der Stadt aufzuhalten, sodass die Verzögerung während der Anreise diesbezüglich keine Auswirkungen auf unsere Reise hatte.
    Gegen Mittag erreichten wir Okahandja, wo wir uns neben der Shell-Tankstelle (gegenüber der Verkaufsstände der Holzschnitzer) immer mit Biltong eindecken. Ich finde die Qualität des hier angebotenen Trockenfleisches sehr ansprechend. Direkt daneben befindet sich zudem ein kleines Cafe, in dem wir uns einen Espresso und ein Stück Schoko-Kuchen kauften. Dieses Kuchenstück führte uns auch wieder vor Augen, dass wir in Namibia angekommen waren – es schmeckte ausgezeichnet und war für zumindest drei Personen bemessen.
    Diese kurze Pause war eine Wohltat – jetzt waren wir wirklich angekommen. Über die B2 fuhren wir weiter nach Karibib. Immer wieder stellten wir fassungslos fest, was wir bisher nur aus den Medien wussten: Dieses Land ist ausgedörrt – auf vielen Weiden tummeln sich Rinder, wir können uns nicht erklären, was die dort fressen sollten. Gelegentlich sehen wir Transporter mit Heuballen, dennoch ist es schwer vorstellbar, dass die Tiere so die lange Zeit bis zum nächsten Regen (wenn er denn fällt) überdauern können. Wir sind wirklich sprachlos und können uns nicht vorstellen, dass es Landesteile geben kann, in denen die Situation noch dramatischer ist…
    In Karibib beschließen wir spontan, uns den Marmorbergbau etwas näher anzusehen. Schon bisher war ich fasziniert von den riesigen weißen Blöcken, die hier aus dem Berg geschnitten werden. Ein freundlicher Mann am Gate zum Abbaugebiet lässt uns passieren, über eine schmale Schotterpiste rumpeln wir den Berghang hinauf. Oben angekommen, erklärt uns ein anwesender Arbeiter, in welchem Bereich wir uns bewegen könnten. Es war absolut interessant, zwischen den Marmorblöcken zu stehen und den schönen Stein aus nächster Nähe zu begutachten.
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    Über Usakos führte uns die Fahrt schließlich weiter zu unserem ersten Ziel, der Spitzkoppe. Kurz hinter der Stadt, die wirklich interessante Gebäude im Zentrum aufweist, die mir bei dieser Reise erstmals aufgefallen sind, biegen wir auf die Pad D1918 ab, die sich in einem ausgezeichneten Zustand präsentiert.
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    Schon von weitem erblickt man die grandiose Felsformation von Namibias zweithöchstem Berg, wie sie abrupt aus der Landschaft aufsteigt.
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    Irgendwie eigenartig und befremdlich mutet das Wirrwarr aus Verkaufsständen an, das sich unmittelbar am Eingang zum Spitzkoppen-Camp immer mehr ausbreitet. Vor allem auch die Zahl der bettelnden Kinder ist meiner Meinung nach stark im Steigen begriffen. Einige der Hütten sind zumindest sehr originell erbaut.
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    Wir fahren diesmal nicht zum Camp, sondern direkt weiter zur Spitzkoppenlodge. Dazu ist es notwendig, dass man das gesamte Areal praktisch umfährt, da die Zufahrt nur aus nördlicher Richtung möglich ist. Endlich haben wir unsere erste Unterkunft in Namibia erreicht, nach dem langen Flug doch eine einigermaßen strapaziöse Angelegenheit.
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    Wir nehmen zunächst im Restaurant einen Cafe zu uns, den haben wir uns redlich verdient. Die Architekten dieser Lodge haben wirklich Großartiges geleistet, das umliegende Gelände wurde perfekt genutzt, die Gebäude, die überwiegend in Zeltform gestaltet sind, gliedern sich meiner Meinung nach perfekt in die umliegenden Felsformationen ein. Wir erhalten Zelt Nr. 13 – an schlechtes Omen denke ich nach der holprigen Anreise überhaupt nicht.
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    Nach einer kurzen Pause beschließen wir, die Umgebung der Lodge etwas zu erkunden. Die grandiose Landschaft, die sich um uns ausbreitet, vertreibt die Müdigkeit aus den Knochen.
    Von unserem Zimmer gehen wir in einem weiten Bogen durch das Gelände der Lodge und bestaunen die bizarren Felsformationen. Sogar einen kleinen Felsbogen gibt es zu bestaunen. Im Hintergrund ragt immer wieder der Gipfel der Spitzkoppe auf - einfach atemberaubend schön... Die Zeit vergeht wie im Flug.
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    Wenn man in der Spitzkoppen-Lodge nächtigt, erhält man den Schlüssel für ein Gate, um vom Lodgegelände direkt weiter zur Spitzkoppe fahren zu können. Wir entschieden uns dazu noch kurz einen Abstecher zur Bridge zu unternehmen. Der spätere Nachmittag eignet sich hervorragend, um dort etwas herumzustreifen.
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    Ich spielte dort etwas mit dem 15 mm -30 mm Objektiv herum, das sich für Fotografien unter dem Felsbogen mMn sehr gut eignet. Den Abend wollten wir jedoch heute im Bereich der Lodge genießen, denn dort sind die Sonnenuntergänge besonders schön... Dazu setzen wir uns auf eine der Liegen am kleinen Pool und beobachten, wie sich die Granitfelsen der Spitzkoppe langsam verfärbten.
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    Unseren ersten wirklichen Reisetag ließen wir schließlich bei marinierten Hühnerflügeln auf Glasnudeln, Springbockschenkel und einem mit Granola verfeinerten Cheesecake ausklingen - dazu gab es ein gutes Glas Wein. Die Küche der Spitzkoppen-Lodge ist ausgezeichnet und lässt wirklich keine Wünsche offen - wie überhaupt der Service in dieser Lodge außerordentlich zuvorkommend ist!
    Teil 510. Sept. 2019
    Tag 2 – 10. Juli 2019

    Der Morgen war bitter kalt, die Temperatur lag nur geringfügig über dem Gefrierpunkt. Gott sei Dank hatten wir gestern abgelehnt, dass man uns zum Frühstück abholt. Eine Fahrt mit dem offenen E-Buggy der Lodge von unserem kuschelig warmen Zelt zum Restaurant wäre sicher keine Hilfe gewesen. Der Fußmarsch hält uns nicht nur fit (immer wieder stellen wir nach einer Reise fest, dass mehr Bewegung nicht geschadet hätte), er hält auch die Körpertemperatur im erträglichen Bereich. Nun rächt es sich, dass meine Winterjacke in dem Koffer liegt, der bestenfalls gerade im Landeanflug auf Windhoek ist…

    Im wohltemperierten Restaurantzelt nehmen wir ein leichtes, aber ausgezeichnetes Frühstück zu uns. Heute wollen wir zunächst zum Bushman Paradise aufbrechen, um dort möglichst früh den tollen Sonnenaufgang zu erleben. Bereits gestern hatten wir uns den Schlüssel zum Gate organisiert, sodass wir heute geradewegs zu den Pontok-Bergen aufbrechen können. Die Fahrt ist kurz und wir stapfen bald den steilen Anstieg empor. Die Kette, die Halt geben sollte, ist bitterkalt, bald werden die Hände klamm. Im Hintergrund beginnt sich der Horizont zu verfärben, bald wird die Sonne die Umgebung in herrlichstes Licht tauchen.
    Oben angekommen, beobachten wir, wie sich die Felsen langsam verfärben, um schließlich fast orange zu leuchten. Diese Landschaft rund um die Spitzkoppe ist wirklich atemberaubend und vor allem so vielfältig, dass ständig Neues entdeckt werden kann.
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    Natürlich besuchen wir auch die Felszeichnungen wieder, die leider schon sehr verblasst sind und nur mehr schemenhaft erahnen lassen, wen oder was die San vor tausenden Jahren hier verewigt hatten. Obwohl inzwischen mehr darauf geachtet wird, dass die Malereien nicht weiter zerstört werden, gelingt es offenbar immer noch einigen Idioten, ihre Namen zwischen Löwen, Antilopen oder Nashörnern einzuritzen…
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    Auf den umliegenden Felsen haben sich die Klippschliefer eingerichtet, auch sie genießen die wärmenden Sonnenstrahlen. Dazwischen sehen wir auch einige Bergstare. Eines der Tiere mutiert gar zu einem Flug-Schliefer...
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    Beim Abstieg merkt man erst die Steilheit des Geländes. Dennoch ist es unbedingt lohnenswert, die Strapazen des Aufstiegs auf sich zu nehmen. Einige Stellen entlang der Kette erweisen sich als durchaus rutschig, hier ist Vorsicht geboten.
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    Unten angekommen, beschließen wir, langsam wieder zur Lodge zurückzufahren, wobei natürlich die Schönheit der Landschaft ausgiebig aufgesogen wird. Immer wieder sehen wir auch Vögel im schönen Morgenlicht, vor allem ein Monteiro-Toko hat es uns angetan.
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    In der Lodge legen wir eine Pause ein, nehmen einen Cafe zu uns und genießen es, in diesem schönen Land sein zu dürfen.

    Heute ist definitiv kein Stress geboten, denn wir haben ja noch den gesamten Tag hier an der Spitzkoppe. Obwohl bereits am Vormittag die Temperatur mit dem strahlenden Sonnenschein rasch zugelegt hat, ist es nicht heiß, auch die geringe Luftfeuchtigkeit trägt dazu bei, dass das Klima von uns mehr als angenehm empfunden wird.
    Wir wandern zu einzelnen Felskuppen, die überall aus der Ebene aufragen. Ständig gibt es Neues zu entdecken, die Zeit verstreicht wie im Flug. Neben einigen gefiederten Freunden (Mausvogel, Fahlflügelstar oder Maskenbülbül) sehen wir auch Felsenagamen und die ersten Zebras unserer diesjährigen Reise.
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    Zu Mittag ziehen wir uns in unser Zelt zurück und genießen den Blick auf die Spitzkoppe vom Balkon aus.
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    Am Nachmittag sind wir wieder mit dem Auto unterwegs, wobei wir zwischendurch aber immer wieder stoppen und kürzere Spaziergänge unternehmen. Dabei sehen wir weitere Felsmalereien, auch die des Small Bushman Paradise.
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    Viel zu rasch bricht der Abend an, die eineinhalb Tage, die wir hier in dieser grandiosen Umgebung verbracht haben, neigen sich dem Ende zu. Noch einmal dürfen wir den Sonnenuntergang mit den sich laufend ändernden Farben der Felswände genießen, ein Schauspiel der Sonderklasse... Die letzten Sonnenstrahlen auf die Spitzkoppe genießen wir wieder von unserem Zimmer aus - mit einem Glas Gin Tonic...
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    Zum Abendessen gab es Kudu-Carpaccio auf Blattsalat, als Hauptgang Hühnerroulade mit diversem Gemüse, Röstkartoffeln und Pasta - auf den Caramel-Vulkan als Dessert habe zumindest ich verzichtet - die Kalorien nahm ich lieber in Form eines guten Rotweins zu mir...

    Morgen geht es weiter an die Küste, wo wir in der Cape Cross Lodge nächtigen werden!
    Teil 612. Sept. 2019
    Tag 3 – 11. Juli 2019

    Auch heute war der Morgen wieder sehr kalt, doch diesmal mussten wir nicht so früh unser Chalet verlassen, denn vor uns lag nur die relativ kurze Fahrstrecke zur Cape Cross Lodge. Also ließen wir den Tag gemütlicher angehen. Wir packten unsere Sachen zusammen und machten uns gegen neun Uhr auf den Weg zum Restaurant, um dort ein köstliches Frühstück einzunehmen. Für mich ist es inzwischen zur Gewohnheit geworden, meinen schweren Fotorucksack überall hin mitzuschleppen. Dafür werde ich zwar gelegentlich belächelt, denn es ist oft gar nicht so leicht, dafür einen geeigneten Abstellplatz zu finden…
    Diesmal erwies sich die Schlepperei als Glücksfall, denn an einem dürren Baumstamm nahe der Rezeption der Lodge turnte eine Höhlenweihe akrobatisch auf und ab. Also rasch Rucksack auf den Boden, Kamera raus und los geht’s.
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    Für mich war es eine Premieren-Sichtung, aus derartig geringer Distanz habe ich diesen stattlichen Vogel bisher noch nie betrachten dürfen. Wir beobachteten den Greifvogel eine ganze Weile, er ließ sich durch uns nicht stören und bohrte mit dem Schnabel im Holz herum. Ein Grünschwanz-Glanzstar war ebenso interessierter Beobachter, was umso bemerkenswerter ist, als sein übliches Verbreitungsgebiet etwas nördlicher liegt…
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    Irgendwann konnten wir uns dennoch losreißen und marschierten zum Chalet zurück, um uns reisefertig zu machen. Etwas wehmütig verließen wir das Gelände der Lodge, nicht ohne uns vorher einzugestehen, dass dies nicht der letzte Besuch hier gewesen war.
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    Auf dem Weg zurück zur Pad D1918, der wir Richtung Henties Bay folgen wollten, konnten wir erkennen, dass es heute wesentlich dunstiger war als in den vergangenen Tagen. Zudem hing eine Bank des Küstennebels hartnäckig rund um einige der Inselberge, die die Spitzkoppe umgeben. Auch auf diesem Bild kann man erkennen, wie ausgedörrt sich die Landschaft in diesem Jahr präsentiert, kaum ein Grashalm ist zwischen den wenigen Bäumen und Büschen auszumachen.

    Während der Weiterfahrt Richtung Küste lichtete sich der Nebel immer mehr, sodass wir einen Gelbschnabel-Toko, der sich auf einem dürren Ast niedergelassen hatte, beobachten konnten. Immer wieder erhob er sich kurz, flog eine kleine Runde und ließ sich schließlich genau am gleichen Ast wieder nieder. Im Gegensatz zu einigen seiner Artgenossen, denen ich teilweise ein großes Stück hinterherlaufen musste um ein einigermaßen brauchbares Foto zu schießen, kannte dieses Tier wenig Scheu.

    In Henties Bay beschlossen wir spontan einen kurzen Abstecher nach Süden zu unternehmen, um dem Schiffswrack der Zeila einen Besuch abzustatten. Ich hatte auf diese Reise extra ND-Filter mitgenommen, weil ich der Meinung war, dass ich sie entlang der Skelettküste sinnvoll einsetzen könnte. Im Nachhinein weiß ich, dass das nur beschränkt möglich war, beziehungsweise, dass der Effekt nicht unbedingt meinen Vorstellungen entsprach. Hier dennoch ein Bild der Zeila, aufgenommen mit dem einem ND-1000 Filter – darunter eine Aufnahme ohne Filter.
    Namibia_HentiesBay_03.jpgNamibia_HentiesBay_09.jpg
    Etwas genervt durch die Mineralien-Verkauf-Gang, die sich bei der Zeila eingenistet hat und offenbar das Wort „Nein“ in keiner Sprache im Wortschatz aufweist, fuhren wir zurück nach Henties Bay, wo wir uns einen Cafe gönnten und den Wagen volltankten. Da ich nicht sicher war, ob die Tankstelle in Terrace Bay Diesel haben würde – dieser Zweifel war übrigens völlig unbegründet – und wieviel Treibstoff wir nach Möve Bay benötigen würden, war mir der Stopp hier einfach sehr wichtig.
    Von Henties Bay gelangten wir auf der gut ausgebauten Küstenstraße C34 rasch zu unserem heutigen Etappenziel, der Cape Cross Lodge, die sich unmittelbar nördlich der bekannten Robbenkolonie direkt am Atlantik ausbreitet. Wir stoppten am Weg dorthin an einem der zahlreichen Becken, an denen Salzwasser abgepumpt wird. Immer wieder ist es faszinierend zu sehen, wie rasch entlang der Ränder der künstlich geschaffenen Seen Salzkristalle entstehen. Auf einem der Schläuche, mit denen das Salzwasser in Tankwägen gepumpt wird, hatten es sich ein Dreibandregenpfeifer und kurz darauf ein Fahlregenpfeifer bequem gemacht.
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    Wir fuhren zunächst zur Lodge, um unser Zimmer zu beziehen. Nach einer kurzen Pause besuchten wir auch diesmal die Robbenkolonie, die ich als Namibias herausragendsten Luftkurort bezeichne. Es ist immer wieder spannend, was hier auf engstem Raum los ist. An diesem späteren Nachmittag erstrahlt der historische Ort in schönstem Sonnenlicht, die Nebelbank, die hier zum Spielverderber werden kann, ist weit draußen am Atlantik auszumachen. Dennoch weht eine kühle Brise als wir aus dem Auto neben den beiden Padraos aussteigen, die an Diego Cao und seine Entdeckungsfahrt erinnern.
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    Der Gestank der nahen Robbenkolonie ist anfangs besonders gewöhnungsbedürftig. Laut tönen die Rufe der tausenden Ohrenrobben zu uns herüber. Es ist teilweise schon schwierig, sich den Weg durch die Tiere auf die in die Jahre gekommene Aussichtsplattform zu bahnen. Von hier weg sieht man das Ausmaß dieser Robbenkolonie. Die Südafrikanischen Seebären, so werden die Tiere eigentlich korrekt bezeichnet, nehmen das gesamte Kap ein und tummeln sich im kalten Meer. Irgendwie erinnert mich dieses Bild etwas an die aus diversen Medien bekannten Aufnahmen aus chinesischen Schwimmbädern...
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    Wohin man hier schaut, alles ist voller Robben. Es ist sehr interessant die Tiere aus nächster Nähe zu beobachten, ihr Sozialverhalten zu studieren. Um diese Jahreszeit sind überwiegend nur Weibchen und Jungtiere in der Kolonie anzutreffen. Hier poste ich einige Portraits, wobei es mir offenbar sichtlich schwer fällt, eine Auswahl zu treffen…
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    In dieser Kolonie sieht man aber nicht nur Robben, immer wieder tauchen auch Schabrackenschakale auf, um nach leichter Beute Ausschau zu halten. Die Schakale haben es überwiegend auf Jungtiere abgesehen, die alleine in der Kolonie zurückbleiben, während die Muttertiere im Atlantik nach Nahrung tauchen. Auch diesmal sehen wir wieder einen Schakal, der im Schatten eines großen Steins Fleischstücke aus seinem Opfer reißt.
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    Die Reste, die die Schakale übriglassen, werden schließlich von den Dominikanermöwen verzehrt. Dadurch ist gewährleistet, dass von den toten Robben innerhalb kürzester Zeit nur noch einige Knochen herumliegen.
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    Wir bleiben mehr als eine Stunde vor Ort und beobachten die Tiere aus nächster Nähe, die Zeit vergeht wie im Flug. Anschließend fahren wir die kurze Strecke zur Cape Cross Lodge zurück, die inzwischen von der Abendsonne schön angestrahlt wird.
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    Unmittelbar vor der Lodge unternehmen wir noch einen Spaziergang entlang des Strandes, der Wind hat deutlich nachgelassen. Nur noch selten gibt es eine größere Welle, die sich an den wenigen größeren Steinen dieses Strandabschnitts bricht. Eine Dominikanermöwe blickt auf das Meer hinaus und erhebt sich, nachdem wir offensichtlich die Fluchtdistanz unterschritten hatten.
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    Hier im südlichen Afrika dauert die Dämmerung nicht allzu lang, relativ rasch verschwindet die Sonne am Horizont und taucht das Meer und die umgebende Küste in ein magisches Licht. Am Rückweg zur Lodge treffen wir auch noch auf einen einheimischen Fischer, der hoffentlich nicht für das heutige Abendessen verantwortlich zeichnet.
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    Zurück in der Lodge machen wir uns frisch, ehe wir in das Restaurant gehen, in dem bereits ein Feuer im offenen Kamin entfacht wurde. Wieder durften wir einen herrlichen Tag mit vielen tollen Sichtungen erleben. Zum Abendessen gibt es heute Rollmops, eine gut gewürzte Bohnensuppe und als Haupttisch ein leckeres, perfekt gegrilltes Oryx-Steak. Das Dessert, eine Vanille-Creme, wird von mir wieder verschmäht, ich trinke dafür wieder ein zweites Glas Rotwein…
    Morgen müssen wir früh aus den Federn, denn um 11:00 Uhr müssen wir in Möve Bay sein, um den Transfer zur Shipwreck Lodge nicht zu versäumen – gute Nacht!
    Teil 715. Sept. 2019
    Tag 4 – 12. Juli 2019

    Heute stehen wir schon zeitig auf, denn schließlich wollen wir pünktlich zur Öffnung des Ugab Gates um 07:30 Uhr vor Ort sein. Von der Cape Cross Lodge zu diesem Südeingang des Skeleton Coast NP’s haben wir knapp 80 km zurückzulegen. Eigentlich bin ich kein Freund von Nachtfahrten in Namibia, in diesem Fall müssen wir aber in den sauren Apfel beißen, weil der Transfer von Möwe Bay zur Shipwreck Lodge lediglich um 11:00 und um 15:00 angeboten wird. Für uns war nur der frühere Zeitpunkt denkbar, denn so würden wir diesen Tag etwas besser ausfüllen können. Da ich erstmals in diesem Teil Namibias unterwegs war, wusste ich über die Beschaffenheit der Pad nicht wirklich Bescheid. Auch aus dem Internet ließen sich diesbezüglich keine für mich schlüssigen Informationen gewinnen, denn die Angaben darüber, was gut oder schlecht ist, gehen offenbar weit auseinander. Was für den einen leicht fahrbar ist, ist für andere vielleicht unpassierbar…
    Aus diesem Grund hatten wir uns auch dazu entschieden, in der Cape Cross Lodge zu nächtigen, um die Anreise zum Ugab Gate möglichst gering zu halten. Da ich immer etwas mehr Zeit einkalkuliere („man weiß ja nie…“) standen wir jedenfalls schon dreißig Minuten vor der Gate Öffnung am Tor, es war noch stockdunkle Nacht. Diese Zeit nützten wir um die Frühstückspakete, die wir von der Lodge organisiert hatten, zu sichten. Vor uns lag im Scheinwerferlicht des Hilux das Eingangstor zur Skelettküste mit den beiden Totenköpfen – eine durchaus gruselige Atmosphäre…
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    Von weitem sahen wir einen Lichtkegel, der sich auf uns und das Tor zubewegte. Hinter uns parkte sich ein großer Kühltransporter ein. Da der Fahrer des LKW ausstieg und in unser Auto blickte, beschloss ich ebenfalls auszusteigen. Es stellte sich heraus, dass er dafür zuständig ist, einmal wöchentlich die Shipwreck Lodge mit Essen und Getränken zu versorgen. Wir hatten den Zeitpunkt unseres Aufenthaltes also perfekt gewählt – am Freitag kommt Nachschub aus Walvis Bay in die entfernt gelegene Lodge… Schon mal nicht schlecht, wenn man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich davon ausgehen kann, dass zumindest der Magen gut versorgt ist.
    Knapp vor der Öffnung des Gates wurde im Haus der Parkranger das Licht angeknipst – es dauerte nicht lange und eine Frau schlich mit Taschenlampe zum Tor, löste die Kette und klappte die Gatter zurück. Ich ging mit meiner Buchungsbestätigung der Lodge hinter ihr her in ein kleines Büro, in dem offensichtlich keine Lampe funktionierte, denn die Liste – sie ist obligatorisch bei jedem Parkeintritt – wurde im Schein der Taschenlampe ausgefüllt. Innerhalb kürzester Zeit und ohne irgendwelchen zusätzlichen Papierkram konnten wir passieren.
    Inzwischen begann es leicht zu dämmern, was das Befahren des unbekannten Terrains wesentlich erleichterte. Wir kamen gut voran, denn bis Torra Bay präsentiert sich die Pad in einem ausgezeichneten Zustand. Bewusst wollten wir auf der Fahrt Richtung Norden nur möglichst rasch vorankommen, auf dem Rückweg wollten wir uns dann die Zeit nehmen, um die Landschaft zu genießen. Dieses Vorhaben wurde dadurch erleichtert, dass die gesamte Umgebung in einen dichten Nebel eingehüllt war. Skelettküstenstimmung vom Feinsten – so muss es auch den Schiffen gehen, die entlang der Küste unterwegs sind: Navigation fast ausschließlich über das GPS.
    Hinter Torra Bay begann sich der Nebel etwas zu lichten, dafür wurde auch die Strecke etwas ruppiger. Immer wieder gab es kleinere und vor allem größere Löcher, die uns dazu zwangen, die Geschwindigkeit ordentlich zu drosseln. Dennoch kamen wir gut voran. Wir querten das von Schilf eingefasste Mündungsdelta des Uniab Riviers und gelangten weiter nach Terrace Bay. Hier befindet sich die einzige „größere“ Ansiedlung im Nationalpark. Die Tankstelle, von der ich im Netz gelesen hatte, hatte tatsächlich geöffnet und Diesel war „of course“ vorrätig. Wir tankten das Auto voll und setzten die Fahrt fort. In Terrace Bay befindet sich auch die einzige Kreuzung, die wir an diesem Tag passieren sollten – leider wurde auf den dazugehörigen Wegweiser vergessen oder verzichtet. Im Auto entstand eine heftige Diskussion darüber, ob wir eventuell zurückfahren und nach dem Weg fragen sollten… Wir entschieden uns schließlich weiterzufahren und hatten Glück – aus Terrace Bay kommend ist Richtung Norden der linke Weg, der Richtung Küste zeigt, einzuschlagen…
    Um 10:10 Uhr trafen wir in Möwe Bay ein – viel zu früh (natürlich 😉 ). Wenige Minuten nach uns erschien ein vollbesetzter Geländewagen der Shipwreck Lodge und parkte neben dem „Museum“. Wir waren erleichtert, hofften wir doch, nicht allzu lange warten zu müssen. Falsch gedacht – die Gäste im Auto sollten zum nahen Flugfeld von Möve Bay gebracht werden, um mittels Kleinflugzeug die Weiterreise antreten zu können – nur leider konnte aufgrund des dichten Nebels kein Flugzeug hier landen. Wie wir aus späteren Schilderungen des Personals erfahren konnten, sei dies in den Wintermonaten, in denen die Nebelwahrscheinlichkeit sehr viel höher ist, durchaus oft der Fall. Immer wieder würden Gäste zur Lodge zurückkehren müssen, weil Flugzeuge nicht in Möwe Bay landen könnten. Wir hatten also auch in diesem Punkt gut gewählt: Mit dem eigenen Wagen ist zumindest bei Nebel ein Weiterkommen sehr viel wahrscheinlicher.
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    Etwas später tauchte ein zweiter Jeep der Lodge auf, auch die darin befindlichen Gäste mussten warten. Da aufgrund des dichten Nebels auch die Funkverbindung zur Lodge nicht ganz leicht möglich wäre, sollten wir uns noch etwas in Geduld üben. Es kam zu einer durchaus skurrilen Situation: Die einen wollen zur Lodge und können nicht, die anderen wollen weg – und können auch nicht… Eine lose-lose-Situation…
    Wir wurden dennoch überpünktlich von einem dritten Auto der Lodge abgeholt. Der Fahrer, der sich als „Bravo“ vorstellte, war uns mit dem Gepäck behilflich, reichte uns ein Erfrischungstuch und teilte uns mit, dass wir – sofern wir wollten – auf dem Weg zur Lodge entlang der Küste die Schiffswracks aufsuchen könnten. Natürlich wollten wir, dazu waren wir ja an die Skelettküste gefahren…
    Zwischen Möwe Bay und der Shipwreck Lodge, die unmittelbar am Hoarusib Rivier liegt, das unweit der Lodge in den Atlantik mündet, liegen rund 60 Kilometer. Entlang der Küste gibt es auf dieser Strecke zwei gestrandete Schiffe zu bestaunen. Zunächst gelangt man aus Süden kommend zum Wrack der 1976 auf einer Sandbank aufgelaufenen Suiderkus. Der moderne Trawler aus Metall ist inzwischen stark zerfallen, dennoch kann man entlang des Strandes viele Teile ausfindig machen. Die starke Meeresströmung hat mit den Winden dazu beigetragen, dass Stücke des Schiffes auch relativ weit im Landesinneren zum Liegen gekommen sind. Wir vergessen völlig auf die Zeit und genießen es, immer Neues zu entdecken.
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    Schließlich können wir uns doch losreißen und fahren mit Bravo weiter zum Wrack der Karimona, ein südafrikanisches Fischerboot aus Holz, das am 23. September 1971 hier auf Grund lief. Auch hier finden wir zahllose Teile in der Umgebung herumliegen. Ich finde es ausgesprochen lohnend, mit der Kamera die Stimmung an der nebelverhangenen Küste einfangen zu können.
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    Überall entlang der Küste liegen hier auch Knochen von Walen und Robben. Bravo erklärt uns, dass dies die Reste ehemaliger Walfang-Lager seien. Die Tiere wurden hier angelandet, zerteilt und der Tran ausgekocht. Allein die heute noch sichtbaren Knochen zeugen von einem wahren Massaker am Southern Right Wale, wie der Südkaper hier genannt wird.
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    Uns war auch nicht bewusst, dass hier im Bereich des heutigen Nationalparks um 1979 und 1980 intensiv nach Diamanten gesucht worden war. Schweres Gerät in Form eines stark korrodierten Bulldozers zeugt von diesen Aktivitäten.
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    Schließlich bringt uns Bravo auch noch zur Absturzstelle eines Lockheed Ventura Bombers der Südafrikanischen Luftwaffe, der im Dezember 1942 hier zerschellt war. Dieses Flugzeug war an der Rettungsaktion der rund 100 Personen beteiligt, die von der Dunedin Star’s evakuiert werden mussten, die unweit von hier auf Grund gelaufen war.
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    Die Zeit verging extrem rasch, wir verbrachten nahezu vier Stunden hier an der Küste und gelangten rechtzeitig zum Nachmittagstee, der pünktlich um 15:00 gereicht wird, in die Lodge, in die wir uns für die kommenden beiden Nächte einquartiert hatten.
    Nach der willkommenen Pause bezogen wir die Zimmer, wir erhielten Chalet Nummer 3, das über einen Treppelweg erreicht wird. Sowohl die Lodge als auch die einzelnen Zimmer sind sehr gemütlich eingerichtet, man fühlt sich eigentlich sofort wohl. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir in der Umgebung der Lodge, natürlich war ich wieder mit dem Fotoapparat unterwegs. Mit unserem Guide Bravo fuhren wir schließlich noch zur Mündung des Hoarusib Riviers, wo wir uns zu einem gemütlichen „Fogdowner“ niederließen. Obwohl die Sonne aufgrund des dichten Nebels heute nicht mehr zu sehen war, genossen wir die Aussicht und ließen uns von der Einsamkeit inspirieren. Diese Landschaft der Skelettküste ist wirklich einzigartig, rau und unwirtlich, gleichzeitig aber unglaublich attraktiv.
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    Es waren mit uns an diesem Tag nur sechs Gäste in der Lodge. Gemeinsam nahmen wir das Abendessen zu uns, das heute aus frischen Austern, einer Kartoffelsuppe, einem perfekt gegrillten Oryx-Steak und einer Käseplatte bestand. Dazu gab es herrlichen südafrikanischen Wein. Wir vereinbarten mit Bravo das Programm für den nächsten Tag und stapften gegen 23:00 Uhr mit tollen Eindrücken im Gepäck zurück zu unserem Chalet.
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    Morgen unternehmen wir einen Ganztagesausflug von der Shipwreck-Lodge nach Purros und kehren durch das grandiose Hoarusib Rivier wieder zurück an die Küste - bis bald
    Teil 818. Sept. 2019
    Tag 5 – 13. Juli 2019

    Einen wunderschönen guten Morgen – brrrrr, draußen ist es heute wieder richtig kalt, das Thermometer zeigt einen Wert knapp über dem Gefrierpunkt; eigentlich sollte man im Bett bleiben – doch dazu haben wir die weite Reise hierher sicher nicht unternommen?! Oder doch?
    Als uns Bravo gestern abends darüber informiert hatte, dass wir den heutigen Tag gemeinsam mit einem spanischen Pärchen bestreiten sollten (die zwei weiteren Personen, die noch in der Lodge anwesend waren, hatten sich ohnehin schon dazu entscheiden, am Vormittag mit dem Quadbike durch die Dünen zu rasen – ein absoluter Unfug aus meiner Sicht, in einem Nationalpark derartiges zuzulassen), hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Nicht, dass wir etwas gegen Mitreisende hätten, doch die beiden hatten uns anvertraut, dass sie die Tage in der Lodge von Freunden zu ihrer Hochzeit geschenkt bekommen hätten. Wir konnten uns überhaupt nicht vorstellen, dass die beiden so wie wir zeitig am Morgen zu einem Ausflug aufbrechen würden. Dementsprechend protestierte ich auch sofort, als Bravo uns als Abfahrtszeit „10:00 Uhr“ angekündigt hatte… So nicht! Bravo ging daraufhin zum Manager und kam mit der frohen Kunde retour, dass wir alleine mit ihm unterwegs sein dürften. Das war eine weise Entscheidung, denn wie sich am Abend herausstellen sollte, hatten die beiden die Lodge den ganzen Tag nicht verlassen…
    Wir kletterten bereits um 6:30 Uhr aus den Federn. Die Wärmflasche, die gestern während des Abendessens ins Bett gelegt worden war, hatte immer noch eine angenehme Temperatur. Um 7:00 war das Frühstück angesetzt und bereits um 7:30 Uhr stand Bravo mit dem Auto startklar vor dem Restaurant. Weniger später ging es los.
    Durch den dichten Nebel fuhren wir parallel zum Hoarusib Rivier ins Landesinnere. Da es erst langsam zu dämmern begann, konnten wir die erste halbe Stunde kaum etwas erkennen. Erst später begann sich der Nebel langsam zu heben, die umgebende Berglandschaft des Kaokoveldes tauchte auf – wie von Geisterhand wurde ein Vorhang zur Seite geschoben… – einfach magisch.
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    Bravo fuhr mit uns auf eine kleine Kuppe, von der aus man einen großartigen Rundblick genießen konnte. Diese Landschaft des Kaokovelds ist so abweisend, gleichzeitig zieht sie mich magisch an. Für mich gibt es eigentlich keinen Teil Namibias, den ich mehr als Synonym für dieses Land auswählen würde.
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    Wir stoppten immer wieder und Bravo erklärte uns einige der hier vorkommenden Pflanzen, darunter auch die „namibische Myrrhe“, commiphora wildii, aus deren Harz die Ovahimba seit Jahrhunderten ihr natürliches Parfum gewinnen.
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    Erst bei genauerem Hinsehen fiel unser Blick auf eine Ödlandschrecke, die kaum von den Kieseln der Umgebung zu unterscheiden war.
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    Zwischen den Hügeln tummelte sich ein einsamer Oryx.
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    Wir fuhren nun weiter nach Purros, wo die Berge der Umgebung nun bereits voll vom weichen Morgenlicht beschienen waren. Unser Guide Bravo stammt aus Purros und hatte hier seine Kindheit verbracht. Dementsprechend wollte er uns möglichst viel von dieser wunderbaren Gegend zeigen. Zunächst ging es auf einen kurzen Abstecher zur Okahirongo Elephant Lodge, die auf einem Hügel direkt oberhalb des Hoarusib Riviers thront. Da keine Gäste in der Lodge anwesend waren und Bravo offenbar alle Angestellten persönlich kannte, konnten wir uns kurz umsehen. Die Lodge hinterlässt zumindest architektonisch einen hervorragenden Eindruck.
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    Wenig später fuhren wir mit dem Jeep weiter in das Flusstal, wo sich auch die Community Campsite und die Bush Lodge befinden. Die Landschaft ist plötzlich sehr üppig, ein Eindruck, der u.a. durch den dichten „Zahnbürstenbaum“ (salvadora persica) hervorgerufen wird, der überall wuchert. Dazwischen sind immer wieder auch Makalani Palmen eingestreut. Auf einem der Büsche beobachteten wir einen ganzen Schwarm von Mausvögeln.
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    Wir verließen das Rivier aber bald wieder, denn Bravo wollte mit uns auf einen weiteren Aussichtshügel fahren. Der Blick auf die umliegende Landschaft war atemberaubend. Unter uns sahen wir das grüne Band des unterirdischen Flusslaufes. Die satten Farben stachen umso mehr ins Auge, als die Umgebung völlig ausgedörrt vor uns lag. Das Rivier des Hoarusib Flusses war es auch, das wir in weiterer Folge genauer kennenlernten wollten. Mit einer Tasse Cafe in der Hand ließen wir die Eindrücke auf uns wirken, sahen Oryx-Antilopen und Strauße vor der großartigen Kulisse durchziehen.
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    Nach der kurzen Pause ging es wieder hinunter in das Flusstal, um diesem zunächst in nördlicher Richtung zu folgen. Bravo hatte uns versprochen, dass er heute noch eine Überraschung für uns bereithalten würde. Wir waren natürlich sehr gespannt. Zunächst hielt er bei einigen Hirten an, die an einer Wasserstelle saßen, an der immer wieder Herden von Ziegen zum Trinken ankamen.
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    Irgendwie wirkte diese Stelle wie ein Kommunikationszentrum auf uns, denn wild gestikulierend zeigten die beiden Männer in alle Richtungen. Die Herero-Frau saß dagegen nur stoisch daneben. Leider waren inzwischen die Lichtverhältnisse zum Fotografieren bereits etwas schwierig, denn die Sonne stand schon sehr hoch. Das musste ich auch erkennen, als wir nach unserer Weiterfahrt an einer Herde Giraffen vorbeikamen. Die Tiere fraßen genüsslich an den Akazien. Erst bei genauerem Hinsehen entdeckten wir den juvenilen Weißbürzel Singhabicht (danke Konni!), der ebenfalls in den Akazien Schutz gesucht hatte.
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    Bravo fuhr fast in Schlangenlinien durch das Rivier, immer wieder umkurvte er ganze Baumgruppen. Plötzlich wirkte auch er aufgeregt, mit einem verschmitzten Lächeln zeigte er auf ein großes Loch im Boden, rundherum war frisch ausgeworfener Sand zu sehen. Ich dachte sofort an den Bau eines Erdferkels – ein Tier, das ich überhaupt erst einmal (und das aus großer Entfernung) gesehen hatte. Doch falsch gedacht. Es dauerte nicht lange und ein Kapfuchs tauchte auf. Wir waren total begeistert, mit dieser Sichtung hatten wir so überhaupt nicht gerechnet. Es sollte aber noch besser werden, denn es kam ein zweites Tier mit Beute im Maul hinter einem der umliegenden Büsche hervor. Genüsslich wurde der Gecko (?) verzehrt…
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    Nachdem wir einige Zeit mit den beiden Füchsen verbracht hatten, die abwechselnd immer wieder auch im Bau verschwanden, fuhren wir weiter durch das Flusstal. Bravo erklärte uns, dass er auf der Suche nach Wüstenelefanten sei. Natürlich sahen wir die Exkremente dieser Tiere überall im Tal verteilt – wie könnte man die gigantischen Haufen auch übersehen. Mehrfach stoppte unser Guide, stieg aus und prüfte die Konsistenz. Er erklärte uns genau, woran man erkennen könnte, wie alt die Kothaufen wären. Es verging vielleicht eine halbe Stunde, wir hatten Purros doch schon relativ weit hinter uns gelassen, dann war es soweit, wir sahen die gigantischen Tiere… Es war nicht das erste Mal, dass wir Wüstenelefanten sahen, wir hatten sie bereits bei früheren Reise auch selbst aufgespürt – dennoch ist es ein erhebendes Gefühl. Bravo versuchte das Auto bestmöglich abzustellen, um die Tiere nicht unnötig zu stressen. Hier einige der Bilder, die dabei entstanden sind…
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    Bravo rutschte schon unruhig auf seinem Sitz herum, schließlich drängte er uns aufzubrechen. Wir waren relativ weit in den Norden gefahren, um die Elefanten zu finden. Die Tiere ziehen im Flusstal auf und ab, es ist also nie sicher, wo genau man auf sie treffen würde. Uns war es egal, wir waren froh, sie gesehen zu haben. Die Fahrt wurde nun etwas flotter wieder in südliche Richtung fortgesetzt. Unweit nördlich von Purros stoppte unser Guide das Fahrzeug, stellte einen Tisch und Sessel auf, breitete ein weißes Tischtuch aus und stellte mitgebrachte Schüsseln mit Salaten, gebratenen Hühnchen und weiteren Köstlichkeiten darauf – etwas dekadent, wie ich meine…
    Nach der Mittagspause, die eigentlich schon als Nachmittagsjause durchgegangen wäre, fuhren wir durch das Hoarusib Rivier wieder zurück zur Küste. Ich hätte nie gedacht, dass trotz aller Trockenheit, die das ganze Land so sehr im Griff hat, so viel Wasser im Hoarusib Tal zu sehen sein würde. Teils waren die Rinderherden, die im Tal südwestlich von Purros weideten, von sattem Grün umgeben. Gleichzeitig waren aber auch erstaunlich viele Tiere dort versammelt – versprengt und ohne jegliche Hirten trafen wir Rinder aber auch noch im bedeutend trockeneren Mündungsbereich an. Wir waren aber auch schockiert darüber, wie viele Kadaver – teilweise sogar im Wasser – lagen. Immer wieder passierten wir die stinkenden Reste, für die sich offenbar niemand zuständig fühlte.
    Bele hat in ihrem Reisebericht sehr gut ausgeführt, weshalb es gerade hier im Bereich des Purros Canyons auch bei größter Trockenheit ausreichend Wasser gibt – dem ist nichts hinzuzufügen…
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    Blendet man die toten Kühe aus, dann sind wir hier in einer wahren Traumlandschaft unterwegs. Die Farben im Licht des Nachmittags werden von Kilometer zu Kilometer intensiver – ich kann mich kaum noch zurückhalten. Bravo läuft schon etwas unrund, weil ich ihn dauernd stoppe. Hier einige Eindrücke unserer Fahrt durch die Canyonlandschaft am Hoarusib.
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    Weiter Richtung Küste gelangten wir schließlich in die Landschaft der „Claycastle“. Hier wurden in einigen der Seitentäler des Hoarusib gigantische Massen an Lehm abgelagert. Die grauen bis leuchtend weißen Tone bilden einen starken Kontrast zum umliegenden schwarzen bis rötlich-braunen Lavagestein und verleihen der Landschaft einen fast magischen Touch. Meine Kamera kommt kaum mehr zur Ruhe. Überall wo wir stoppen, versuche ich etwas höher hinauf zu klettern, um mir einen noch besseren Überblick zu verschaffen.
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    Da sich auch der schönste Tag einmal zu Ende neigt, nähern auch wir uns wieder der Lodge. Die Sanddünen, die überall entlang der Skelettküste anzutreffen sind, gewinnen mehr und mehr die Oberhand. Gewaltige Sandmassen sind zwischen einzelnen Felsen eingelagert, noch einmal – zum wiederholten Mal an diesem Tag – wechselt das Landschaftsbild.
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    Es beginnt bereits leicht zu dämmern, als wir voll bepackt mit unbeschreiblichen Eindrücken in der Shipwreck Lodge eintreffen. Wir machen uns frisch und schlendern vergnügt zur gemütlichen Lounge, wo wir vor dem Abendessen noch ein Glas Gin Tonic genießen. Das spanische Pärchen, das uns heute eigentlich begleiten sollte, spielt Schach, das amerikanisch-japanische Paar trägt genüsslich einen Tortenberg ab… Irgendwie sind wir hier im „falschen Film“ – obwohl wir so anders sind, geht es uns gut!! Ach ja: Vier Neue sind dazu gekommen, die sind aber hauptsächlich mit ihrem Handy beschäftigt, das WLAN der Lodge funktioniert ja prächtig. Uns ist aber ohnehin nicht nach Kommunikation zumute, wer schweigt, genießt…
    Als Vorspeise gibt es heute Sushi, gefolgt von einem herrlichen Kabeljau-Filet. Abgerundet wurde das leckere Mahl durch einen Schoko-Kuchen; richtig: Die Kalorien des Schoko-Kuchens habe ich wieder gegen Flüssigkeit in Form vergorener Beeren getauscht…
    Morgen wird es wieder richtig tierisch – wir folgen der Skelettküste Richtung Süden, um anschließend über das Springbokwater Gate und Palmwag zur Grootberg Lodge zu gelangen.
    Teil 919. Sept. 2019
    Tag 6 – 14. Juli 2019

    Ein Bravo an Bravo! Wir denken auch heute noch gerne an den großartigen gestrigen Tag zurück, an den unheimlich ereignisreichen Tagesausflug, der so viel Speicherkartenkapazität meiner Kamera vernichtet hat. Ein Foto muss ich noch nachreichen, das bei Purros entstanden ist, das ich aber aus irgendeinem Grund vergessen habe hinzuzufügen; ich halte es für besonders typisch für die karge Landschaft des Kaokoveldes!
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    Um 8:00 sitzen wir beim Frühstück, heute ist es wesentlich wärmer als die letztzen Tage, der Nebel entlang der Küste hält sich aber dennoch hartnäckig, es ist nahezu windstill.
    Nach dem ausgezeichneten Frühstück packen wir unsere Klamotten ein, um 09:00 erfolgt der Rücktransfer nach Möwe Bay. Wir müssen Abschied nehmen von der Shipwreck Lodge, die so stark polarisiert. Ja, sie ist extrem teuer, andererseits ist die Lage exklusiv, es ist enorm aufwändig die Versorgung sicherzustellen und es wird sehr viel geboten. Mein Fazit fällt – wie schon erwähnt – auch zwiespältig aus, wir möchten die Erfahrung aber nicht missen!
    Obwohl wir heute die direkte Verbindung wählen und natürlich nicht nochmals zu den Schiffswracks fahren, sind wir knapp eine Stunde nach Möwe Bay, wo (hoffentlich) unser Auto steht, unterwegs. Da wir an diesem Tag keinen Stress haben, die Fahrstrecke nicht allzu weit ist und wir genau über die Beschaffenheit der Pad Bescheid wissen, haben wir uns vorgenommen, zunächst der Robbenkolonie in Möwe Bay einen Besuch abzustatten. Bravo hatte uns zum Abschied beschrieben, wie wir am besten fahren sollten, um zur Kolonie zu gelangen.
    Trotz der detaillierten Wegbeschreibung standen wir plötzlich im Nirgendwo – fast zumindest. Abrupt stoppte ich den Wagen, als eine Braune Hyäne direkt vor unserem Fahrzeug auftauchte. Welch ein Glück – so konnte der Tag beginnen! Hektisch riss ich den Fotoapparat von der Rückbank, natürlich hatte ich nicht mit einer derartigen Sichtung keinen Kilometer außerhalb der Ansiedlung gerechnet. Auch das 600 mm Objektiv war nicht montiert – so ein Mist…
    Bisher hatte ich die Braunen Hyänen meist von hinten gesehen, die extrem scheuen Tiere waren immer im Fluchtmodus. Dieses Tier hier drehte aber Gott sei Dank nicht gleich ab, sondern blieb seelenruhig stehen und blickte uns an.
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    Inzwischen hatte offenbar Bravo, der in Möwe Bay auf neu ankommende Gäste warten sollte, gesehen, dass wir falsch abgebogen waren und stand plötzlich mit seinem Auto hinter uns. Das war gut von ihm gemeint – doch zwei Autos waren dann doch zu viel für die Hyäne…
    Wir wendeten und fuhren zum Strandabschnitt südlich von Möwe Bay weiter, an dem sich die relativ große Robbenkolonie befindet. Ich parkte das Auto und stieg aus, um mir einen guten Standort für ein paar Fotos zu suchen. Das diffuse Licht unter dem Nebel war wieder suboptimal für Fotos, vor allem die massigen Körper der Ohrenrobben hoben sich kaum vom umliegenden Gestein ab. Ich marschierte herum und entfernte mich dabei immer mehr von unserem Auto. In einem kleinen Geländeeinschnitt sah ich plötzlich einen Schabrackenschakal, der sich durch mich offenbar bei seinem Frühstück belästigt fühlte. Er schreckte kurz auf, lief ein paar Meter weg, um dann offenbar zu erkennen, dass ich keine wirkliche Gefahr für ihn darstellen würde… es dauerte jedenfalls nicht lange und er kehrte wieder zu seiner Baute zurück. Inzwischen hatten sich auch schon Schildraben neben uns niedergelassen. In den folgenden Bildern habe ich versucht, die tolle Szenerie bestmöglich einzufangen.
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    In meiner Euphorie hatte ich nicht bemerkt, dass sich die Braune Hyäne, die uns zuvor weiter nördlich begegnet war, entlang des Strandes auch hierher aufgemacht hatte. Ich hörte die Pfiffe meiner Frau, die im Wagen zurückgeblieben war und schaute auf – ojeh… Die Hyäne hatte sich zwischen mir und dem Auto aufgestellt. Ich muss gestehen, ich hatte vorher noch nie darüber nachgedacht wie es wäre einer Hyäne – die sind nicht ganz so klein – zu Fuß zu begegnen. Ich hatte dieses Kunststück erst einmal auf Chief Island im Okawango Delta vor Jahren bei einer Walk-in-Safari geschafft, damals war ich aber nicht ganz so allein…

    Die Hyäne stand völlig still und beobachtete mich, sie wich keinen Schritt zurück, hatte aber offenbar auch nicht vor, sich mir weiter zu nähern. Langsam versuchte ich Richtung Auto zu gelangen. Ich dachte auch daran, dass uns Bravo erklärt hatte, dass Schabrackenhyänen oder Strandwölfe – so werden diese Tiere auch genannt – reine Aasfresser sind. Ich bin zwar nicht mehr der Jüngste, aber… Eigentlich musste ich also keine Angst haben. Ich hatte aber zumindest ein mulmiges Gefühl. Dennoch entstanden während meines Rückzugs auch ein paar Bilder von diesem wunderschönen Tier.
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    Die Hyäne hatte es offenbar darauf abgesehen, dem Schakal die Beute streitig zu machen. Sie trottete jedenfalls gemächlich in diese Richtung davon. Welch eine Sichtung! Am helllichten Tag ein scheues, nachtaktives Tier zu beobachten, das wird mir lange in Erinnerung bleiben.
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    Puh… erstmal kräftig durchatmen… Zurück im Auto setzten wir unseren Weg in südlicher Richtung fort. In Terrace Bay bewunderten wir die dort abgestellten Polizei-Wohnwägen, die vielleicht irgendwann einmal eine Funktion hatten, jetzt aber irgendwie verloren wirken. Der einzige Wegweiser im Ort ist ebenso sehr hilfreich…
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    Die Landschaft entlang dieses Teils der Küste ist jetzt wenig spektakulär, sodass wir zügig vorankamen. Dennoch musste ich natürlich gelegentlich stoppen, um wenigstens Erinnerungsbilder dieses Küstenabschnitts aufzunehmen – Einsamkeit und Leere, bildlich dargestellt…
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    Einen etwas längeren Stopp hatten wir am Uniab-Mündungsdelta eingeplant, denn dort hatten wir bereits am Weg Richtung Norden einige Wasservögel ausfindig gemacht. Der Uniab ist jener Trockenfluss, der das Gebiet des Grootsbergs entwässert – also praktisch von unserem heutigen Tagesziel seinen Ausgang nimmt. Das Delta wird von einer riesigen Lagune dominiert, die teilweise, vor allem landeinwärts, mit Schilf und Zypergräsern gesäumt ist. Ein Schild weist darauf hin, dass in diesem Bereich auch die Wüstenlöwen beheimatet sind.
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    Obwohl jetzt nicht zu erwarten war, dass wir hier auf Löwen treffen würden – aber nach der Begegnung mit der Hyäne am heutigen Morgen war zumindest Vorsicht geboten. Auf der Nordseite der Lagune gibt es eine kurze Stichstraße, die wir Richtung Meer befuhren, hier lag schließlich auch ein kleiner Parkplatz, den ich zum Ausgangspunkt eines Fotospaziergangs wählte. Bewaffnet mit meiner Kamera machte ich mich auf den Weg, um einige der hier schwimmenden und watenden Seevögel abzulichten.
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    Dieses kleine Paradies ist im Nachhinein betrachtet einer der schönsten Plätze, die wir entlang der Skelettküste sehen durften. Die Artenvielfalt ist einfach enorm: Säbelschnäbler, Reiher, verschiedene Regenpfeifer,… und natürlich auch die beiden in Namibia vorkommenden Flamingo-Arten sind hier teilweise aus nächster Nähe zu beobachten. Speziell die Flamingos weichen anfangs zwar etwas zurück, sammeln sich in der Mitte der Lagune, bewegen sich aber innerhalb kürzester Zeit wieder dem Ufer zu – wunderschöne Tiere!
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    Über den kleinen Ort Torra Bay – wobei die Bezeichnung „Ort“ hier etwas dick aufgetragen ist – geht es weiter zur Abzweigung der C39 von der Küstenstraße C34. Wir folgten nun dieser ins Landesinnere führenden Straße Richtung Springbokwater Gate. Diese gut 40 km zur Grenze des Skelettküsten Nationalparks steigt die gut zu befahrende Pad immerfort leicht an. Langsam beginnt sich auch der Nebel zu lichten.
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    Wir stoppen kurz bei zwei Schildkröten, die offensichtlich – so deute ich jedenfalls den Gesichtsausdruck – viel Spaß miteinander haben.
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    Etwa am halben Weg zwischen Meer und Gate sind auf beiden Seiten der Fahrbahn immer mehr Welwitschias und Talerbüsche auszumachen. Je weiter man dabei Richtung Osten kommt, desto mehr heben sich die urzeitlichen Pflanzen vom Boden ab. Ich parke das Auto und wir unternehmen einen kurzen Spaziergang durch die wunderschöne Küstenwüstenlandschaft. Neben der Welwitschia Mirabilis verzückt uns ein kleines Namaqua Chamäleon, das auf einem der Büsche in unmittelbarer Nähe sitzt.
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    Mit dem Springbokwater Gate verlassen wir den Skelettküsten Nationalpark, der uns mehr als nur begeistert hat! Hier beginnt die wunderschöne Berglandschaft des Damaralandes, sicher auch eine der schönsten Landschaften Namibias. Immer wieder stoppen wir, um die intensiven Eindrücke auch fotografisch festzuhalten. Auch die Zeit ist inzwischen weit fortgeschritten – gerne hätten wir an einigen Plätzen länger gestoppt… Auf der anderen Seite wurde auch das Licht minütlich besser…
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    Kurz vor Palmwag zweigten wir von der C43 auf die C40 ab und kletterten die letzten Kilometer hinauf Richtung Grootberg. Ich war sichtlich geschafft vom heutigen Tag, wer hätte gedacht, dass es entlang der Strecke so viele grandiose Sichtungen gibt?! Erst bei der Durchsicht der Bilder fiel mir auf, dass ich auf einen Fotostopp hinauf auf den Grootberg diesmal verzichtet habe…
    Die Grootberg-Lodge ist einer jener Plätze, die man hauptsächlich aufgrund der überwältigenden Aussicht aufsucht. Ich war vor Jahren schon einmal hier, der Blick in die umgebende Landschaft ist immer noch elektrisierend – vor allem am späteren Nachmittag, wenn sich die Schatten durch die Täler zu ziehen beginnen. Das Gelände der Lodge auf dem Plateau ist aber auch immer wieder gut zur Beobachtung meiner gefiederten Freunde…
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    Voll gepackt mit Eindrücken marschierten wir nach Einbruch der Dunkelheit zum Abendessen. Das Restaurant der Lodge versprüht leider etwas das Flair einer Bahnhofshalle. Da die Lodge offenbar völlig ausgebucht war, war auch der Lärmpegel entsprechend. Leider hatte auch der Koch an diesem Tag seinen Urlaubstag… Wir hatten aber ohnehin die letzten Tage geschlemmt, sodass der Beef-Pie (ohne Beef) die Stimmung keineswegs trüben konnte.
    Morgen brechen wir wieder zeitiger auf, denn schließlich ist im Etosha Nationalpark jede Minute kostbar – gute Nacht!
    Teil 1022. Sept. 2019
    Tag 7 – 15. Juli 2019

    Wie die Zeit vergeht – wir sind nun bereits eine Woche in Namibia unterwegs und um viele großartige Eindrücke reicher. Inzwischen haben wir die Pannen der Anreise und den schleppenden Koffertransport fast völlig überwunden, wir blicken frohen Mutes nach vorne und sind bereit zu neuen Daten – das heißt: Wir sind bereit für Etosha.

    Es ist einige Jährchen her, dass ich letztmals mehrere Nächte in diesem Nationalpark verbracht habe. Rein gefühlsmäßig bevorzuge ich den KTP – auch aufgrund meiner Begeisterung für Katzen, den Kruger Nationalpark, aufgrund seiner unterschiedlichen Landschaftszonen oder eben die Parks im Norden Namibias, die einfach so schön grün sind und die auch das Leben am Wasser bieten… Außerdem – und das dürfte bei mir der Hauptgrund sein – war ich vor drei Jahren im Etosha NP wahrlich nicht vom Glück begünstigt, die Sichtungen standen in keiner Relation zu den zurückgelegten Entfernungen. Wir erwarteten also nichts und beschlossen, uns über alles zu freuen, was da auf uns zukommen wird – alles ist ein Bonus! Mit dieser Einstellung buchten wir für den diesjährigen Urlaub vier Nächte im Park – jeweils in den Restcamps im Park selbst, auch um unnötige Kilometer zu vermeiden und um das Anstellen an den Parkeingängen hintanzuhalten. Die erste Nacht buchte ich in Okaukuejo, ein Camp, das ich aufgrund seiner Größe und Hektik eigentlich nicht mag, das aber ein mMn sehr schönes Wasserloch hat. Dann wollten wir erstmals überhaupt in Halali nächtigen – dort waren wir bisher überhaupt noch nie über Nacht geblieben. Die letzten beiden Nächte beschlossen wir in Namutoni zu verbringen, weil mir die Wasserlöcher rund um dieses östlichste Camp immer am besten gefallen haben. So, das waren also die Beweggründe, die zu einem Aufenthalt im Etosha NP im Sommer 2019 geführt haben – geben wir dem Park eine neue Chance…

    Als wir kurz nach 8:00 Uhr unsere Koffer über den Parkplatz zum Auto ziehen, sehe ich Katzenspuren hinter unserem Kofferraum. Aufgrund der Größe der Tatzen denke ich sofort an Leopard oder Löwe. Ich spreche einen Angestellten der Lodge darauf an und er bestätigt, dass fast jede Nacht Löwen zum Trinken zum Swimmingpool kommen… Gott sei Dank haben wir das vorher nicht gewusst…
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    Nachdem wir das Freizeichen bekommen haben – aufgrund der Steilheit der Lodgezufahrt wird die Piste zur Hauptstraße immer in eine Richtung gesperrt, damit es zu keinen Begegnungen von Fahrzeugen kommt – dürfen wir die Grootberglodge verlassen.
    Zurück auf der Hauptstraße geht es nun bergab Richtung Kamanjab. Etwa in der Höhe des Hoada Camps begegnen wir einem Jungen, der mit einem selbstgebastelten Auto auf der Straße spielt. Ich halte sofort an, denn diese Gefährte sind mir überall im südlichen Afrika bereits mehrfach aufgefallen, ich hatte es bisher aber verabsäumt, sie genauer zu begutachten. Stolz präsentierte der Junge das Auto, das er gemeinsam mit seinem Vater aus allen möglichen Komponenten zusammengesetzt hat. Wenn man Spielzeug offenbar nicht im Shop kaufen kann oder will, ist man gezwungen innovativ zu sein… einfach großartig!
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    Irgendwo entlang der Strecke sehen wir kurz vor Kamanjab einen jungen Kampfadler auf einem Strommasten sitzen (vielen Dank, Bele 🙂 ).
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    In Kamanjab wollten wir eigentlich den mittlerweile ziemlich leeren Tank füllen, doch bei beiden Tankstellen war kein Diesel vorrätig. Auch kein Problem, die nächste Tankstelle in Outjo wird mit Sicherheit aushelfen können. Natürlich hätte es die Möglichkeit gegeben, Abschneider Richtung Etosha zu nehmen, doch wir hatten uns dazu entschieden, der C40 weiter zu folgen. Gegen Mittag trafen wir in Outjo ein, füllten die Tanks und uns selbst auf… Wir stoppten bei der großzügig ausgebauten Bäckerei an der Hauptstraße und bestellten Cafe und Kuchen. Anschließend erledigten wir den Einkauf im dahinterliegenden SPAR – schließlich benötigten wir etwas Obst und ausreichend Getränke für eventuelle längere Aufenthalte an den Wasserstellen im Park… Eine gute Stunde später waren wir reisefertig und wir fuhren weiter in den Norden – Etosha, wir kommen!
    Die rund 100 km zwischen Outjo und dem Anderson’s Gate des Etosha Nationalparks sind relativ unspektakulär und können auf einer gut ausgebauten Teerstraße zurückgelegt werden. Interessant ist lediglich, dass immer mehr private Lodges rund um den Etosha NP gebaut werden. Der Tourismus in dieser Ecke des Landes dürfte also blühen… Nichts mit Blühen war entlang der gesamten Strecke: Auch hier war es staubtrocken, kaum Gras- oder Strohhalme sind auf den umliegenden Weiden auszumachen, die heraustretenden Rippen der wenigen Rinder, denen wir begegneten, zeigen ein trostloses Bild – die Dürre hat dieses Land voll im Griff!
    Um 13:00 Uhr treffen wir am Anderson’s Gate ein, nur ein Auto steht vor uns und auch das ist rasch abgefertigt. Innerhalb kürzester Zeit haben wir den Papierkram erledigt und dürfen passieren – fast zu schnell, denn beinahe hätte ich vergessen, die Toilette aufzusuchen – im Park ist das ja nur sehr eingeschränkt möglich…
    Da es noch zu früh ist, um im Okaukuejo-Camp einzuchecken und uns um den Zimmerschlüssel zu kümmern, fahren wir direkt zum Ombika-Wasserloch, das sich unweit des Eingangstores befindet. An diesem Wasserloche habe ich schon mehrfach Nashörner gesehen – diesmal ist davon aber keine Spur! Eigentlich ist das jetzt ja ohnehin keine gute Zeit zum Fotografieren, die Sonne steht zu hoch, das Thermometer zeigt nahezu 30 Grad – wer oder was soll sich da am Wasserloch zeigen? Wir sehen die üblichen Verdächtigen, die auch in der prallen Mittagshitze meist irgendwo herumstehen, Strauße, Springböcke und Oryx – denen ist die Hitze offenbar egal. Nach einiger Zeit gesellen sich auch noch einige Kudus dazu – neben uns schaut ein Skink dem Treiben zu…
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    Da offenbar alle anderen Tiere Mittagsruhe halten, entschließen wir uns auch, Richtung Camp aufzubrechen. Wir fahren dazu die Gravel Pad, die in einem Loop weiter nördlich auf die Hauptstraße trifft. Wir sind nicht weit gekommen, da stoßen wir auf eine Herde Elefanten, die offenbar zum Ombika-Wasserloch unterwegs ist. Also machen auch wir kehrt und fahren zurück – die ersten Elefanten beim diesjährigen Etosha-Aufenthalt dürfen wir natürlich nicht auslassen… Es dauert nicht lange und schon treffen die Dickhäuter ein. Wie üblich weichen die anderen Tiere artig zurück – wer will schon Stress mit einem, der gewichtsmäßig in einer anderen Liga kämpft…
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    Es ist einfach immer wieder hoch interessant, das Sozialverhalten der Elefanten zu beobachten. So vergeht die Zeit – wir stehen wesentlich länger, als wir das eigentlich geplant hatten. Erst gegen 15:00 treffen wir im Okaukuejo-Camp ein, bezahlen an der Rezeption und holen uns den Schlüssel zum Chalet ab – wir erhalten einen Bungalow fast direkt am Wasserloch. Auf der kleinen Terrasse machen wir es uns gemütlich und essen Papaya mit Joghurt – eine gesunde Alternative für Zwischendurch. Nach rund einer Stunde brechen wir wieder auf – wer rastet, der rostet.
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    Wir entschlossen uns dazu, heute Richtung Westen zu fahren. Diese Strecke war bisher zwar nie sonderlich ergiebig, aber die Wasserlöcher östlich von Okaukuejo können wir ja am folgenden Morgen ohnehin aufsuchen. Vorbei am Flugfeld rollen wir durch eine trostlose Landschaft – kaum ein Grashalm ist zu sehen, alles ist abgefressen und ausgedörrt. Wir mussten lange suchen, um wenigsten eine Lerche, Gackeltrappen oder ein paar Buschhörnchen zu finden – die stürzten sich auf jeden noch verfügbaren Halm. Dazwischen saß eine Fuchsmanguste vor ihrem Bau und spähte nach unvorsichtigen Kleinstlebewesen…
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    Schnell war uns klar, dass es schwer werden würde, hier irgendetwas Besonderes aufzutreiben – dieser Teil des Parks schien wie ausgestorben. Bei Leeubron entschieden wir uns dazu, die Pad Richtung Pfanne zu nehmen, weiter Richtung Westen zu fahren schien einfach sinnlos, dazu war auch die Zeit einfach schon zu weit fortgeschritten. Unterwegs begegneten wir einem einsamen Springbock, von der Pfanne kommend zog eine Karawane Gnus über das ausgedörrte Feld und wirbelte dabei mächtig Staub auf.
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    Ein Oryx schleppte sich ebenfalls über die sandige Ebene – seine heraustretenden Rippenbögen und der Gesichtsausdruck sagen alles über seinen Zustand aus… Auch einen Doppelband Rennvogel können wir noch ausmachen. Dafür, dass es anfangs ausgesehen hat, als würden wir überhaupt keine Tiere sehen, war das nun ja nicht ganz so übel. Außerdem redeten wir uns ein, dass wir in den kommenden drei Tagen im Park noch reichlich Gelegenheit haben würden, unseren Hunger nach tollen Tierfotos zu stillen…
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    Irgendwie kam uns noch die Idee, das kurze Stück hinaus nach Wolfsnes zu fahren. Irgendwann bei einer frühen Reise hatte ich dort Löwen fotografiert – und die Macht der Gewohnheit sollte man nicht unterschätzen… Wir starrten eben auf die kleine Wasserstelle in der Pfanne, die von einigen Straußen belagert war, als irgendetwas über die Pad huschte – im letzten Moment konnte ich dieses „Etwas“ erwischen – verschwommen, aber immerhin. Im ersten Augenblick dachte ich an eine Hyäne, nach einem genaueren Blick auf das Display der Kamera war ich jedoch begeistert – ich hatte erstmals in meinem Leben einen Erdwolf vor die Linse bekommen…
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    Auf dem Parkplatz von Wolfsnes schoss ich ein Erinnerungsfoto und wendete den Wagen.
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    Von hier weg sollte es auf direktem Weg zurück ins Camp gehen. Etwa dort, wo der Erdwolf wenige Minuten zuvor die Straße gequert hatte, hielt ich nochmals an. Ich traute meinen Augen nicht – in einiger Entfernung sah ich das Objekt der Begierde wieder – er verrichtete seine Notdurft und schien uns völlig zu ignorieren.
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    Dann geschah das völlig Unerwartete: Der Erdwolf richtete sich auf und kam näher – langsam, Schritt für Schritt, immer wieder blickte er sich um uns scannte die Umgebung… wir verhielten uns ganz still, staunten und fotografierten…
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    Was für eine Sichtung! Damit hatte ich an diesem Spätnachmittag nicht mehr gerechnet – nach der Braunen Hyäne an der Skelettküste nun der Erdwolf… die Sichtungsfee meint es gut mit uns! Wenig später sehen wir auf der anderen Seite der Pad, in etwas größerer Entfernung ein zweites Tier…
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    Absolut happy ging es nun zurück nach Okaukuejo, wo wir den Wagen neben unserem Chalet parkten und noch einen kurzen Abstecher zum Wasserloch unternahmen, wo zahlreiche Gäste die allabendliche Elefantenparade bewunderten. Während das Wasserloch ohnehin schon voll war, kamen aus allen Richtungen immer weitere Gruppen von Elefanten angetrabt – insgesamt zählten wir mehr als 50 dieser Giganten, die sich im Laufe des Abends hier einfanden und sich im Licht der untergehenden Sonne um die besten Plätze am Wasser stritten…
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    Nach Sonnenuntergang wurde es rasch dunkel; wir gingen in unser Zimmer, holten uns eine Jacke und marschierten weiter zum Abendessen ins Restaurant - Gesprächsthema waren natürlich die beiden Erdwölfe – die Begeisterung war noch immer spürbar. Das Abendessen im Camp war sicher schon schlechter, der Service ist inzwischen (oder war es zumindest an diesem Abend) bemüht und freundlich. Nach dem Essen, das hier in buffetform gereicht wird, ging es noch einmal kurz zurück zum Wasserloch, wo inzwischen die Spitzmaulnashörner eingetroffen waren. Ich muss gestehen, ich war zu faul, um mir mein Stativ aus dem Zimmer zu holen und legte die Kamera einfach auf die kleine Mauer, die das Wasserloch umgibt und schoss einige wenige Erinnerungsfotos. Jetzt war es an der Zeit, die heutigen Erlebnisse zu verarbeiten… gute Nacht – bis morgen!
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    Teil 1124. Sept. 2019
    Tag 8 – 16. Juli 2019

    Die Gates der Camps im Etosha NP öffnen im Juli pünktlich um 7:30 Uhr – keine Minute früher. Wie ich hier im Forum bereits mehrfach lesen konnte, sind nicht alle Reisenden und vor allem nicht alle Fotografen glücklich mit dieser Regelung. Der große Nachteil aus meiner Sicht ist, dass die Zeit der Morgendämmerung und des ersten, hervorragenden Lichtes extrem verkürzt sind. Denn wenn man um 7:30 Uhr startet, fährt man eine halbe Stunde später in vollem Sonnenlicht… Für diejenigen, die gerne länger schlafen, ist diese Öffnungszeit dagegen ein Vorteil – man kann sich selbst einreden, dass ein früheres Aufstehen ohnehin nichts bringt… Wir machten aus der Not eine Tugend und erledigten das Frühstück bereits vor 07:30 Uhr, um mit der Gate-Öffnung startklar zu sein. Wer glaubte, dass dann alle Reisenden gleichzeitig fluchtartig ausschwirren – weit gefehlt: wir waren das zweite Auto, das durch das Tor Richtung Osten rollte. Das ist insofern erwähnenswert, da die extrem trockenen Straßen im Park wahre Staubschleudern sind und man wirklich ein Problem hätte, wenn man gezwungen wäre, hinter gleich mehreren Autos dahinzurollen…
    Am heutigen Tag stand bei uns eine Fahrt nach Halali am Programm, das zweite Camp im Etosha Nationalpark. Auf einer Landkarte hatten wir zuvor festgelegt, dass wir dorthin über die Wasserlöcher Nebrownii – Gemsbokvlakte – Olifantsbad und Aus fahren würden. Anschließend ging es entlang der eigentlichen Etosha-Pfanne über Ondongab – Homob – Sueda und Salvatora nach Charitsaub. Von dort wollten wir schließlich noch einen kurzen Abstecher nach Rietfontein machen, ehe ein Eintreffen im Camp Halali für den späteren Nachmittag anvisiert wurde. Soweit zur Theorie…
    Wir rollten also los Richtung Osten und freuten uns riesig auf die kommenden Tage. Es dauerte nicht lange und schon sahen wir einen Schabrackenschakal im schönsten Morgenlicht neben der Pad liegen. Er schien die ersten wärmenden Sonnenstrahlen zu genießen und gähnte vor sich hin, es war schließlich auch heute wieder ein bitter kalter Morgen.
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    Nicht weit davon saß ein Raubadler (danke Uwe) auf einem dürren Baumstamm und ließ sich ebenfalls wärmen. Ein Gelbkehlflughuhn lief aufgescheucht über die Straße, während ein Singhabicht bereits ein erstes Frühstück verzehrte.
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    An allen Wasserstellen, die wir nacheinander abklapperten, sahen wir ein paar Zebra, einen einzigen Oryx, Springböcke und einen Grau-Toko. Die Kuhantilopen, die ich schon oft in der Gegend gesehen hatte, waren diesmal weit draußen Richtung Pfanne. Einzig eine Gruppe Gnus erwies sich als treuer Partner, sie standen wie Modells neben der Pad und fraßen vor sich hin, während ein Trauerdrongo in einem Mopanebusch über der Szenerie wachte. Ach ja, auch eine Riesentrappe darf ich nicht verschweigen…
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    Die Sichtungsfee hatte offenbar heute ihren freien Tag und schien sehr weit weg von uns zu sein. Sogar in Rietfontein, ein Klassiker, wo man eigentlich immer von guten Sichtungen ausgehen kann – nichts als gähnende Leere…
    Was tun? Irgendwie wollten wir auch nicht planlos mit dem Auto rumfahren, also entschieden wir uns direkt nach Halali ins Camp zu fahren, um dort wenigstens einen Cafe zu trinken.
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    Um 11:45 trafen wir an der Rezeption in Halali ein und ich beging den Fehler, nach dem Zimmerschlüssel zu fragen… Die Dame hinter dem Tresen hatte offenbar heute nicht ihren besten Tag und gab mir mehr als entbehrliche Antworten. Ein klares „Nein, sorry…“ hätte auch gereicht. Also kein Schlüssel vor 14:00 Uhr… Im Restaurant wollten wir nicht sitzen, denn es stank irgendwie ganz furchtbar nach verbranntem Frittenfett… Als einzige Alternative fiel uns noch das Moringa-Wasserloch ein! Wir schnappten uns also jeder einen Cafe, holten die Kamera aus dem Auto und stapften die kleine Anhöhe hinauf.
    Schon am Weg zum Wasserloch, das man von Steinsitzen und Holzbänken sehr gut einsehen kann, sah ich, dass Impala und Zebra am Wasser standen. Das Moringa-Wasserloch ist für mich eines der besten und ergiebigsten im gesamten Park. Hier sitzt man wie im Kino, leicht erhöht und genießt den Blick in die Umgebung. Fast immer gibt es tolle Sichtungen – nicht unbedingt aber zu Mittag. Wir wollten aber ohnehin nur die Füße ausstrecken und dazu in einer schönen Umgebung verweilen… Insgesamt waren sieben Personen (wir miteingerechnet) anwesend – vermutlich auch Leidensgenossen, die kein Zimmer erhalten hatten…

    Ich scannte die Gegend und fotografierte die Impala, die auf der freien Fläche unter uns herumstoben, offenbar waren zwei Tiere brunftig. Zebra kamen in Gruppen, tranken und marschierten wieder weg – alles nahm seinen gewohnten Lauf. Wenn man Zebras beim Trinken beobachtet, dann sieht man immer diese gewisse Hektik – die Tiere stehen nebeneinander und saufen, plötzlich schreckt ein Tier auf und alle verfallen in Panik, stoben auseinander und laufen einige Meter weg – langsam beruhigen sich die Tiere, wiehern und kehren an die Tränke zurück… Dieses Spiel kann sich mehrfach wiederholen! Ich war jedenfalls begeistert von diesem Verhalten.
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    Plötzlich sprach mich ein älterer Mann an und fragte mich, ob ich die beiden Löwinnen gesehen hätte? Löwinnen – was, wo?? Ich hatte seit unserer Ankunft mehrfach den gesamten Platz rund um das Wasserloch abgesucht – mir war viel aufgefallen – aber nichts, was auch nur ansatzweise an „Löwe“ erinnerte…
    Er zeigte mir einen umgefallenen Baumstamm, hinter dem sich doch tatsächlich so etwas wie Ohren abhoben. Wir borgten uns den Feldstecher des Mannes aus – er hatte absolut richtiggelegen, dort unten kauerten perfekt getarnt doch tatsächlich zwei Löwinnen…
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    Mich machte es etwas stutzig, dass die Impala und die Zebras, die zuvor hier getrunken hatten, offenbar keine Ahnung von der Anwesenheit ihrer Feinde hatten. So dauerte es nicht lange und eine neue Gruppe Zebra marschierte zur Tränke. Die Tiere stellten sich nebeneinander auf und begannen den Durst zu löschen. Da sie nicht ruhig nebeneinanderstanden, wanderten sie immer näher an den Baumstamm heran, hinter dem die beiden Löwinnen lagen – die Spannung bei uns war zum Knistern… irgendetwas musste doch geschehen – schliefen die Raubkatzen?? Ich hatte inzwischen das Objektiv auf manuell gestellt und die Kamera auf Serienaufnahme – schließlich wollte ich ja genau gar nichts verpassen, wenn hier am Wasserloch zur Jagd geblasen wurde… Halali in Halali quasi…

    Ich hatte gerade die Zebras im Visier, also plötzlich das Wasser zu kochen begann – unter den Hufen der wie wild auseinander stobenden Pferde spritzte die braune Brühe auf. Welche unglaubliche Dynamik! Alle Zebras strebten in eine Richtung – fast alle – ein Tier hatte in der Panik offenbar die Orientierung verloren… Mir fehlen die Worte, ich lasse die Bilder sprechen – die erzählen besser, was sich in den folgenden Sekunden nach 12:40 Uhr hier am Wasserloch abgespielt hat…
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    Das Zebra hatte offenbar Glück, die beiden Löwinnen konnten ihm nicht habhaft werden, hatten die Flanke des Tieres mit ihren Pranken aber schwer beschädigt – wer weiß, wie die Situation tatsächlich geendet hat. Wir sahen jedenfalls keinen Kill, sondern zwei Löwinnen im Staub… aber auch der legte sich bald wieder und mit ihm die Löwinnen hinter einen anderen Baumstamm in den Schatten…
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    Da die beiden Löwinnen jetzt wesentlich besser erkennbar waren als zuvor, hatte das den entscheidenden Nachteil für uns, dass auch dieses Wasserloch von nun verwaist blieb – den ganzen Nachmittag und Abend. Alle Tiere, die auch nur in die Nähe kamen, machten kehrt und wanderten wieder ab. Schlecht für uns, denn wir sahen nicht einmal mehr ein Borstenhörnchen am Wasserloch – auch nicht die Gruppe schwer mit Kameras bewaffneter Koreaner, die sich im Laufe des Nachmittags zu uns gesellt hatte. Diese Leute waren aber mindestens genauso sehenswert wie ein Leopard im Nachmittagslicht: Sie stellten schwere Stative am Hügel auf, schraubten Kameras und die langen Objektive dran, dann wurden die Dinger mit einem Tarnnetz verhängt, das Ganze sah aus wie die Rohre von Panzern bei einer Bundeswehrübung. Dazu trugen die meisten Gesichtsmaske und einen Tarnanzug… Trotz der Tatsache, dass sich ihre Konturen aufgelöst hatten, kam kein weiteres Tier.
    Irgendwann am späteren Nachmittag hatten wir genug geschmunzelt, wir brachen unsere Tier-Stalkerei für den heutigen Tag ab, gingen zur Rezeption und holten uns den Schlüssel. Anschließend fuhren wir mit dem Auto zum Chalet und genossen den Nachmittag – wir hatten für heute genug gesehen, es gab ohnehin nichts, das diese Eindrücke vom Moringa-Wasserloch hätte toppen können. Das heißt wir vergaßen nicht ganz auf die Tierbeobachtung: Das Baumhörnchen, das auf der Terrasse bettelte, musste natürlich trotzdem abgelichtet werden.
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    Wir verzichteten sogar auf das Abendessen, verzehrten einen Teil unseres mitgebrachten Proviants und genossen dazu eine gute Flasche südafrikanischen Rotwein…
    Ich kann versprechen, dass es morgen wieder Tiere zu sehen gibt – und das nicht zu knapp – schließlich fahren wir weiter in den Osten des Parks, nach Namutoni, wo sich einige meiner Lieblingswasserlöcher befinden! Bis bald!
    Teil 1229. Sept. 2019
    Tag 9 – 17. Juli 2019

    Bedingt durch die relativ späte Öffnung der Gates in den Camps des Etosha Nationalparks war auch an diesem Tag keine Eile geboten. Wir schlenderten ins Restaurant, wo wir das Frühstück einnahmen. Obwohl es im Zimmerpreis der Chalets inkludiert ist, war der Andrang überschaubar. Natürlich stapften wir auch noch einmal zum Moringa-Wasserloch hinauf, doch auch am heutigen Morgen waren keine Tiere anwesend – vermutlich lag immer noch der Spirit der gestrigen Löwen-Attacke in der Luft… Wir hatten uns gut ausgeruht und waren also bereit für neue Sichtungen.
    Pünktlich um 7:30 Uhr rollte unser Wagen durch das Tor Richtung Osten. Als Route für den heutigen Tagen hatten wir am Vorabend noch Goas – Nuamses – Etosha Lookout – Springbokfontein – Batia – Okerfontein und Kalkheuwel ausgesucht. Die Wasserlöcher rund um Namutoni selbst, wie etwa Koinachas, Chudop oder Klein Namutoni wollten wir am Nachmittag ohnedies vielleicht sogar mehrfach ansteuern, sie liegen in relativer Nähe zum Fort Namutoni, wo wir die beiden kommenden Nächte verbringen werden.
    Irgendwie war die Vorfreude auf die beiden kommenden Tage ganz besonders groß, denn ich hatte den Ostteil des riesigen Etosha Nationalparks als besonders ergiebig in Erinnerung. Hier hatte ich bisher meine besten Sichtungen, vor allem die unterschiedlichen Landschaftszonen dieses Bereiches, von den offenen Ebenen der Andoni-Plains über die Mopane-Savanne bis hin zu den dichten Terminalia-Trockenwäldern mit dem Dik-Dik-Drive, finde ich immer wieder spannend. Hier kann man wirklich die gesamte Artenvielfalt der Fauna dieses Parks innerhalb kürzester Distanz bestaunen. Wir hatten natürlich auch leicht lachen, mit den gestrigen Sichtungen im Rücken würde alles, was wir noch vor die Linse bekommen würden, ohnehin einen gewaltigen Bonus darstellen…
    Das schöne Morgenlicht verlieh der Landschaft einen besonderen Reiz, selbst die wenige noch übrige Vegetation ließ ein gewisses Farbenspiel erkennen. Direkt neben der Pad lief ein Kronenkiebitz. Ich hatte es mir schon lange zur Gewohnheit gemacht, jeweils die erste Sichtung eines jeden Tages festzuhalten…
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    Nördlich von Halali entdeckten wir weit weg am Pfannenrand eine Herde Kuhantilopen. Das Steinböckchen dagegen war direkt neben der Straße und zupfte die wenigen Blätter von einer Akazie. Unweit davon äste ein einsamer Springbock.
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    Ansonsten war es auch heute verdächtig ruhig. Als wir bereits Richtung Etosha Lookout abbogen, entdeckten wir sehr weit weg ein Spitzmaulnashorn, dem man vorsorglich die beiden Hörner gekürzt hatte. Wir warteten ein wenig und das riesige Tier näherte sich tatsächlich etwas – um es sich dann doch anders zu überlegen und parallel zur Pad weiterzuziehen. Irgendwann gaben wir schließlich auf, freuten uns jedoch über diese Sichtung.
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    Am Etosha-Lookout weidete eine Herde Springböcke, leider war das Licht nicht wirklich optimal für ein Bild. Der Gelbschnabel-Toko und der Singhabicht dagegen hatten mehr Anstand… Unweit dwe Straße suchte ein Honigdachs nach seinem Frühstück, er grub dazu Löcher in die Erde; leider war vom Dachs selbst aber immer nur der Rücken zu sehen – mit diesen Tieren habe ich noch eine Rechnung offen, ich hatte sie schon oft vor der Line, aber noch nie so, wie ich mir das eigentlich vorstelle…
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    Auf dem Weg weiter Richtung Osten gelang uns auch noch die Sichtung eines weiteren Spitzmaulnashorns – dieses hatte sein Horn Gott sei Dank noch nicht eingebüßt. Obwohl ich es natürlich verstehe, finde ich es dennoch sehr schade, wenn die Nashörner ohne Horn herumlaufen – obwohl Artenschutz geht natürlich vor Fotografie…
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    Parallel zur Pfanne genießt man immer wieder interessante Ausblick auf die eigentliche Etosha Pfanne. Ich genieße diesen Blick in die unendlich scheinende Weite immer wieder. Auch wenn auf den ersten Blick nicht immer Tiere zu sehen sind, wenn man genauer hinsieht gibt es dennoch meist etwas zu entdecken. Kurz vor Springbokfontein treffen wir doch noch auf eine Herde von Kuhantilopen, die gemeinsam mit Zebras ziehen – auch hier fragen wir uns, wie diese großen Tiere mit so wenig Gras überleben können…
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    Bei Batia liegt eine Tüpfelhyäne im Gras – sie hinterlässt einen etwas angeschlagenen Eindruck – vielleicht hatte sie ja eine anstrengende Nacht hinter sich.
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    Da die Sichtungsfee am heutigen Vormittag offenbar wieder in einem anderen Auto saß, kamen wir zügig vorwärts. Erst an der Abzweigung nach Kalkheuwel stießen wir auf ein Spitzmaulnashorn, das eben im Moringa-Dickicht verschwand. Erst als es den Kopf kurz auf eine Lichtung schob erkannten wir, dass es nicht nur gekürzte Hörner hatte, sondern zudem auch noch mit einem Sender versehen war.
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    Da in Kalkheuwel überhaupt keine Tiere an der Tränke standen, entschieden wir uns, direkt nach Namutoni weiterzufahren, um dort eine kurze Pause einzulegen. Im Camp selbst lebt eine große Kolonie von Streifenmangusten, denen wir natürlich einige Zeit beim Spielen zusahen.
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    Nach der Cafe-Pause im Fort Namutoni fuhren wir das kurze Stück retour zum Wasserloch Koinachas. Wir wollten bereits wieder wenden und weiterfahren, als wir im Schatten eines Baumes links vom Wasserloch einen Leoparden liegen sahen… Wir beobachteten das Tier, das leider schwer zu sehen war, eine ganze Weile. Sobald sich ein Impala näherte, erhob sich die Großkatze ein wenig, um besser lossprinten zu können – das konnte doch nicht sein, dass wir auch noch den Angriff eines Leos miterleben sollten…
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    Doch irgendwie erkannten die Impala die Anwesenheit des Feindes und zogen hurtig ab. Der Leopard legte sich wieder nieder und wir warteten – und warteten. Irgendwann beschlossen wir, nach Chudob zu fahren und später noch einmal hier vorbeizufahren – aus unserer Sicht war im Moment hier kaum etwas zu erwarten.
    Chudob ist mein absolutes Lieblingswasserloch im Park. Fast immer gibt es tolle Sichtungen. Da diese Wasserstelle nur wenige Kilometer außerhalb von Namutoni liegt, kann man auch später am Nachmittag noch im besten Licht fotografieren. Hier fühle ich mich meist wie im Kino, denn wie in einem Film kommen hier immer wieder andere Tiere zur Tränke. Heute beobachten wir zunächst zwei Elefanten, die alle anderen Tiere auf Distanz halten. Als sich eine Herde Zebra ans Wasser wagt, trompeten die Dickhäuter und sorgen dafür, dass wieder Ordnung herrscht…
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    Wenig später erschienen wie aus dem Nichts weitere Elefanten, denen wir bei der Körperpflege zusehen konnten. Nachdem der erste Durst gelöscht ist, wird mit dem Rüssel kräftig Schlamm über den gesamten Körper verteilt. Auch ein Streifenskink auf einem Stein neben dem Auto beobachtete dieses Ritual.
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    Irgendwie ließ mir aber der Leopard keine Ruhe – sind wir vielleicht doch zu früh losgefahren, hätten wir länger dort warten sollen? Wir beschlossen noch einmal nach Koinachas zu fahren, das würde gut passen, denn schließlich mussten wir ja auch noch den Zimmerschlüssel an der Rezeption in Namutoni abholen. Das wollten wir jedenfalls am Nachmittag erledigen, denn abends gibt es das beste Licht, das dürfen wir natürlich nicht verpassen.
    Inzwischen hatten auch andere den Leo entdeckt – der gesamte Hügel war mit Autos verparkt. Irgendwie zwängte ich mich Richtung Wasserstelle, musste jedoch in zweiter Reihe stoppen. Der Leopard hatte sich inzwischen aufgesetzt, war aber nach wie vor an der gleichen Stelle. Leider hatte ich nicht wirklich freie Sicht, sodass ich mich dazu entschied, den Wagen langsam rückwärts zur Hauptstraße rollen zu lassen. In dem Moment erhob sich auch die Katze und spazierte parallel zu uns davon… So stand ich plötzlich wieder in der ersten Reihe und erbte doch noch einige ganz brauchbare Bilder!
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    Die Sichtungsfee war also wieder in unseren Wagen umgestiegen. Nachdem sich der Leopard in die Büsche verzogen hatte und von dort auch nicht wieder auftauchte, fuhren wir weiter nach Namutoni und holten den Schlüssel für unser Chalet ab. Nach einer kurzen Pause ging es weiter nach Klein-Namutoni. Da dort weit und breit kein Tier zu sehen war, beschlossen wir den Dikdik-Drive zu fahren. Auch dieser kleine Loop lohnt meist einen Besuch. Wie der Name verrät, hat man dort gute Chancen das Damara Dikdik, eine der kleinsten Antilopen Afrikas, zu sehen. Es dauerte nicht lange und wir hatten einige dieser grazilen Tiere vor der Linse… Auch ein Rotschnabelfrankolin war im Dickicht auszumachen.
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    Zurück in Klein-Namutoni hatte sich an der bescheidenen Situation kaum etwas geändert, immer noch waren keine Tiere anwesend – zumindest fast keine: Neben dem großen Parkplatz lief ein Waffenkiebitz und in den Büschen machten Graulärmvögel ihrem Namen alle Ehre.
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    Zum Abschluss des heutigen Tages ging es nochmals zurück nach Chodob – das Licht an dieser Wasserstelle am späten Nachmittag ist meiner Meinung nach ideal… Schon von Weitem sahen wir, dass inzwischen die Giraffen eingetroffen waren. Heute waren gleich mehrere Gruppen gleichzeitig zum Trinken gekommen – welch ein Glück! Immer wieder wechselte die Szenerie – es ist erstaunlich, wie langsam sich diese großen Tiere zum Wasser anpirschen, wie genau sie die Umgebung scannen, ehe sie die Vorderbeine spreizen, um mit dem langen Hals das Wasser besser zu erreichen. Ruckartig schnellen die Köpfe wieder in die Höhe, ständig herrscht eine fast greifbare Unruhe…
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    Als auch noch Eland-Antilopen erscheinen, ist unser Glück perfekt – es ist das erste Mal, dass ich diese Tiere hier im Park sehe. Die größte und schwerste Antilope Afrikas trottet gemächlich ins Bild – die tiefstehende Sonne gibt der Farbe des Fells einen besonderen Glanz.
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    Ich bin so begeistert von dieser Sichtung, dass ich den Elefantenbullen erst sehr spät wahrnehme, der auch noch seinen Durst löschen will – wie gewöhnlich, werden zunächst andere anwesende Tiere verscheucht. So ziehen sich auch die Eland ein wenig zurück, da sie offenbar noch nicht weichen wollen, verharren sie etwas entfernt, starten aber immer wieder Annäherungsversuche…
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    Natürlich wollten wir dem Treiben noch länger zusehen, doch die Zeit war inzwischen weit fortgeschritten und wir mussten zurück zum Camp, schließlich wollten wir dort keinesfalls zu spät eintreffen und eine Strafe riskieren. Als wir nahe der Einmündung zur Hauptstraße ein Auto stehen sahen, ahnte wir sofort, dass es heute noch etwas zu sehen geben würde – wir konnten nur lange nicht erkennen, was genau das sein würde. Wir trauten unseren Augen nicht – vier Geparde mit einem frischen Kill, fast direkt neben der Pad! Unglaublich, dass wir nach Löwe und Leopard auch noch Geparde hier im Park zu sehen bekamen… Auch hier braucht es keine Worte, um die Szenerie zu beschreiben!
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    Mehrfach hörte ich mahnende Worte – ich konnte einfach nicht wegfahren… Irgendwann musste ich mich dann doch losreißen… Auf den letzten Drücker gelangten wir vor Torschluss zurück nach Namutoni. Ein grandioser Tag mit weiteren wunderbaren Sichtungen lag hinter uns.
    Ein weiterer Tag im Etosha-Nationalpark lag noch vor uns, der Aufenthalt hatte sich aber schon jetzt mehr als nur gelohnt! Gute Nacht – bis bald!
    Teil 1305. Okt. 2019
    Tag 10 – 18. Juli 2019

    Eigentlich haben wir im Etosha-Nationalpark bereits alles erledigt… Wir haben nach den zweieinhalb Tagen, die wir nun hier im Park verbracht hatten, mehr gesehen als wir jemals zu hoffen gewagt hatten. Die drei Großkatzen sind abgehakt, zusätzlich wurden auch schon Hyäne und Erdwolf gesichtet, Elefanten, Giraffen, Gnus, Zebras und jede Menge Antilopen – ach ja, die Spitzmaulnashörner nicht zu vergessen… Es waren aber nicht nur die Sichtungen an sich, die uns so glücklich stimmten – es war auch das wie wir etwas gesehen hatten… Was sollte uns also dazu bewegen, heute nochmals herumzufahren? Es war ja ohnehin nicht damit zu rechnen, dass noch irgendetwas imstande sein könnte, weiteres Adrenalin ausschütten zu lassen. Es liegt auf der anderen Seite aber nicht in unserem Naturell herumzusitzen und nichts zu tun. Wir hatten also noch einen ganzen Tag im Etosha-Park und den wollten wir natürlich nutzen – egal was vor die Linse kommen sollte, alles konnte als „Zugabe“ gesehen werden, wir verspürten definitiv keinen Druck mehr, irgendetwas Bestimmtes unbedingt sehen zu wollen – wir konnten die ganze Angelegenheit locker angehen, darin lag sicher ein gewisser Vorteil.
    Eines wollten wir aber dezidiert nicht: Lange Wege zurücklegen. Am kommenden Tag wartet auf uns ein langer Fahrtag in den äußersten Norden, bis an den Okavango. Das bedeutete, dass wir diesen letzten Etosha-Tag dazu verwenden wollten, die Gegend rund um Namutoni noch besser kennenzulernen. Dazu bot es sich natürlich an, die Wasserlöcher, an denen wir gestern so großartige Sichtungen hatten, nochmals aufzusuchen, aber auch eine Fahrt rund um die Fisher‘s Pan oder nach Groot- und Klein-Okevi wären ideal.
    Nach dem Frühstück, das wir wieder kurz vor 7:00 Uhr im Restaurant einnahmen, machten wir uns startklar. Um 7:30 – zur Gate-Öffnung – ging es los. Zunächst wollten wir schauen, ob vom Gepardenkill des Vortages noch etwas übrig wäre – also fuhren wir, übrigens als einziges Auto, Richtung Westen. An der Abzweigung nach Chudob konnten wir sehen, dass auch der letzte Rest vom Springbock verschwunden war, ebenso wie die vier Geparde. Dafür marschierten drei Tüpfelhyänen von der Pfanne kommend an uns vorbei.
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    Der Tag hatte schon einmal gut angefangen. Wir entscheiden uns dazu, zum Wasserloch Koinachas zurückzufahren, vielleicht würde sich ja eine Sichtung des Leoparden dort wiederholen lassen. Entlang des Weges störten wir einen Springbock bei der Morgen-Toilette…
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    Es gab in Koinachas zwar keinen Leo, aber die vier Geparde vom Vortag lagen bzw. saßen an der Nordseite des Wasserloches. Welches unglaubliche Glücksgefühl, diese wunderschönen Tiere noch einmal sehen zu dürfen. Da die Sonne die Szenerie noch nicht völlig ausleuchtete, waren Teile der Katzen in relativ schlechtem Licht. Als einige Springböcke Richtung Wasserstelle kamen, sprangen plötzlich zwei Geparde auf und schossen in einem Wahnsinnstempo davon. Unglaublich, wie diese Tiere beschleunigen… es war dies das erste Mal, dass wir jagende Geparde beobachten konnten. Da auch die Springböcke nicht unbedingt langsam sind, zudem einen doch einigermaßen großen Vorsprung mitbrachten, standen wir schließlich an einem verwaisten Wasserloch. Ich bin mir bewusst, dass diese Bilder fototechnisch nicht das Gelbe vom Ei sind, bei dem wenigen Licht und dem Tempo aber auch kein Wunder – sie demonstrieren aber mMn dennoch eindrucksvoll die vorgefundene Situation!
    Die Geparde sahen wir viel später noch einmal am Rand der Fisher’s Pan, jedoch in sehr großer Entfernung. Hier am Wasserloch waren momentan nur mehr ein Damara-Rotschnabel-Toko, ein Waffenkiebitz und ein Gelbschnabel-Toko zu sehen.
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    Dieser Vormittag hatte sich schon jetzt mehr als gelohnt. Wir hatten innerhalb einer Stunde mehr gesehen, als an so manch ganzen Tag im Etosha Nationalpark in früheren Jahren. Unser nächstes Ziel war Klein Namutoni, das sich jedoch einmal mehr ohne Tiere präsentierte. Da wir am Vortag so schöne Aufnahmen mit den Dikdiks machen konnten, bogen wir auch heute wieder dort ein. Wir waren noch nicht weit von Klein Namutoni entfernt, als wir Tüpfelhyänen im Gebüsch ausmachen konnten. Wir stoppten den Wagen und genossen es, den mit sich beschäftigten Tieren zuzusehen… Nachdem wir uns von den Hyänen losgerissen hatten, trafen wir entlang des Weges natürlich auch noch auf einige Dikdik. Auf einem Erdhügel saß zudem eine Meckergrasmücke.
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    Zurück an der Hauptstraße fuhren wir nun weiter nach Twee Palms, also rund um die Fisher’s Pan. Eigentlich gingen wir nicht davon aus, hier besonders viel sehen zu können – die Geparde, denen man gelegentlich hier begegnet, hatten wir schon zuvor bei Koinachas aufgestöbert – dennoch reizt mich diese Fahrt immer wieder auch aus landschaftlicher Sicht. In der Folge zeige ich hier einige der Bilder, die während dieser Fahrt entstanden waren. Wie schon von Vorpostern angemerkt, ist die „Landmarke Twee Palms“ inzwischen von der Landkarte verschwunden. Vielleicht wird künftig aber über „Een Palm“ geschrieben…
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    Von der Fisher’s Pan kommend fuhren wir schließlich noch die Wasserstellen Groot und Klein Okevi an, die ich beide als ausgesprochen fotogen erlebte. An der Kreuzung zwischen Hauptstraße und Stichstraße nach Groot Okevi stand ein weiteres Auto und beide Insassen lehnten am Fenster der Beifahrerseite – ein sicheres Indiz, dass im wahrsten Sinn des Wortes etwas „im Busch“ ist… Wir stoppten unmittelbar hinter dem Wagen und scannten die Gegend – da sahen wir ein Nashorn (oder zumindest Teile von ihm): Erst im zweiten Moment registrierte ich, dass es sich bei diesem Tier, das zum überwiegenden Teil in den Büschen lag, um ein Breitmaulnashorn handelte – die überhaupt erste Sichtung dieser Spezies für mich in diesem Nationalpark. Die Tiere, die sich bisher vor die Linse bekommen hatte, waren ausschließlich sogenannte Black Rhinos gewesen – umso mehr freuten wir uns über diese Sichtung, zumal der Kopf des Tieres wunderschön im Sonnenlicht leuchtete…
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    Es folgte noch ein kurzer Stopp in Klein Okevi, wo wir eine Vielzahl verschiedener Vögel beobachten konnten. Egal ob Rotbauchwürger, Weißscheitelwürger, Helmperlhuhn oder Gabelracke, Riesentrappe oder Weißbrauenrötel, wir waren euphorisch beim Beobachten. An der Wasserstelle selbst war eine Kudu-Familie anwesend.
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    Nun entschieden wir uns dazu, im nahen Fort Namutoni eine Pause einzulegen. Die Sichtungsfee war heute wieder mehr als gnädig gewesen – auch sie hatte sich eine Pause verdient. Im Schatten unserer Terrasse genossen wir das Eis, das wir uns im kleinen, aber gut sortierten Kiosk besorgt hatten.
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    Natürlich wollten wir auch am späteren Nachmittag nochmals zu einer kurzen Pirschfahrt aufbrechen, die uns wieder nach Chudob führen sollte.
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    Auch diesmal wurden wir nicht enttäuscht, es gab wie immer eine ganze Reihe verschiedener Tiere, die diese Wasserstelle aufsuchten. Besonders interessant war das Verhalten der Springböcke, von denen einige ihrem Namen alle Ehre machten. Es ist wirklich erstaunlich, wie hoch diese zierlichen Antilopen springen können. Einer dieser Springböcke war derartig übermütig, dass er bis zum Hals im Schlamm stecken blieb. Als alle Beobachter schon mit dem Schlimmsten rechneten, kam eine Dame der Naturschutzbehörde und zog das bereits total entkräftete Tier heraus… Einerseits freuten wir uns natürlich über die Hilfestellung, andererseits entbrannte im Wagen eine Diskussion darüber, wieweit in einem Nationalpark in natürliches Geschehen eingegriffen werden darf oder soll…
    Jedenfalls genossen wir einen weiteren spannenden Nachmittag in diesem Paradies – sofern man bei der Trockenheit des heurigen Jahres noch von einem solchen sprechen kann. Denn eines war uns in den paar Tagen im Etosha-Nationalpark bewusst geworden: Der einzig wirklich limitierende Faktor in unserem Leben scheint das Wasser zu sein. Auf dem Weg zur Chodob-Wasserstelle trafen wir auch wieder den Nashorn-Bullen vom Vortag, den mit den gestutzten Hörnern und dem Sender am Fuß.
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    Heute reizten wir das wunderschöne Spätnachmittagslicht nicht ganz so sehr aus, dennoch lagen Teile des Parks bereits im Schatten, als wir die Fahrt zurück zum Fort Namutoni antraten. Das Abendessen nahmen wir im Restaurant des Camps ein. Die fantastischen Sichtungen, die wir in den vergangenen Tagen im Park erleben durften, ließen uns die Qualität des Essens vermutlich etwas besser bewerten… Morgen geht es weiter in den Norden Namibias, wir treten die lange Fahrt an den Okavango an. Bis bald!
    Teil 1411. Okt. 2019
    Tag 11 – 19.07.2019

    Heute heißt es weiterziehen – die kurzweiligen vier Tage im Etosha Nationalpark sind nur allzuschnell vergangen. Das nächste Ziel ist der Norden Namibias, die Region rund um den legendären Okavango-Fluss, eines der besonderen Naturparadiese im Südlichen Afrika.
    Dieser Tag wird als Fahrtag genutzt werden, schließlich sind doch knapp 450 km bis zu unserem heutigen Tagesziel, der Hakusembe River Lodge bei Rundu, zurückzulegen. Wir hatten uns dazu entschieden, die Strecke über Tsumeb und Grootfontein zu wählen, wohl auch aus alter Gewohnheit, außerdem war ein kurzer Stopp beim Hoba-Meteoriten eingeplant.
    Die Macht der Gewohnheit lässt uns wieder früh aufwachen. Da keine speziellen Besichtigungen anstanden, war eigentlich keine Eile geboten. Aus diesem Grund entschieden wir uns dazu, noch einmal nach Chudob zu „unserer“ Wasserstelle zu fahren. Anschließend war eine kurze Pause in Namutoni eingeplant, auch um auszuchecken und den Schlüssel abzugeben, ehe die Fahrt in den Norden angetreten wurde.
    Wir rollten wie an den Vortagen um 7:30 Uhr die kurze Strecke Richtung Westen. Diese ersten Sonnenstrahlen über der Landschaft allein sind es wert, zeitig aufzustehen, die afrikanische Morgensonne gibt der Umgebung eine besondere Note – ich liebe das…
    Das erste Tier, das uns heute begegnet, ist ein Schabrackenschakal, der mitten auf der Pad steht, schnüffelt und sich dabei mehrfach im Kreis dreht – schön, dass er sich von allen Seiten präsentiert, aber irgendwie ist das auch ein eigenwilliges Verhalten.
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    An der Tränke in Chudob ist es jetzt noch verhältnismäßig ruhig, eine Riesentrapppe kann so trinken, ohne mit irgendeiner Störung rechnen zu müssen. Auch ein Schwarznasenimpala lässt sich noch blicken und stellt sich fotogen auf.
    Um 10:00 Uhr sind wir zurück in Namutoni, wo wir einen weiteren Cafe trinken, die Schlüssel abgeben, die dafür nötige Kaution abholen und den Streifenmangusten zusehen, die über die Grasfläche vor der Rezeption huschen.
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    Von Namutoni fahren wir zum van Lindequist Gate weiter. Entlang der Strecke stoppen wir noch an einem Baum, auf dem einige Weißrückengeier schön im Morgenlicht sitzen. Das Gate erreichten wir um 10:30. Hier schieße ich noch schnell ein paar Fotos von den Weißscheitelwürgern, die sich auf den Akazien austoben.
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    Der Weg führte uns weiter in das knapp eine Stunde entfernte Tsumeb. Hier tankten wir an der Puma Tankstelle am Stadtrand den Wagen voll, besorgten uns etwas Biltong und Eis, um die Getränke während der langen Fahrt kühl halten zu können. Die Stadt Tsumeb selbst umfuhren wir auf der gut ausgebauten Teerstraße. Das nächste Ziel war der Hoba-Meteorit, der knapp außerhalb von Grootfontein auf einem Farmgelände liegt. Wir erreichten diese wunderbar angelegte Farm in den Otavibergen zur Mittagszeit – inzwischen war es ordentlich warm geworden. Der Meteorit soll ein Gewicht von bis zu 60 Tonnen haben, das ist natürlich schwer vorstellbar, wenn man den Metallklumpen aus dem All so vor sich liegen hat. Sein Alter, das auf 190 bis 410 Mio Jahre geschätzt wird, lässt mich über Zeit und Dimension eines Menschenlebens nachdenken…
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    In den Büschen und Bäumen am Farmgelände sind einige Vögel, denen ich versuche möglichst nahe zu kommen. Die kleinen Biester sind heute aber besonders flink... Dennoch kann ich einige Finken, ein Schwarzkehlchen und einen Drongo ablichten. Ein Wiedehopf zeigt kaum Scheu und sucht am Boden nach Käfern.
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    Aufgrund der Hitze gab ich schließlich wo – wir fuhren weiter in das nur rund 20 min. entfernte Grootfontein, wo wir im SPAR unsere Getränkevorräte aufstockten und anschließend im Purple Fig Bistro einen hervorragenden Cafe mit Kuchen zu uns nahmen. Dieses wirklich schön gelegene Cafe, das von vielen Blumen umgeben ist, haben wir eigentlich nur zufällig entdeckt, weil ich beim Einkauf im SPAR zufällig mit dem Besitzer dieses Lokales ins Gespräch gekommen war. Ich erkundigte mich an der Kassa nach einem „guten Cafe“ und der Mann, der vor mir bezahlt hatte, meinte: „Kommt mit….“. So landeten wir in diesem für uns neuen Laden, den wir aber jederzeit wieder aufsuchen würden!

    Von Grootfontein folgte nun die etwas eintönige Fahrt in den Norden über die B8, die sehr gut ausgebaut ist und auf der man dementsprechend gut vorankommt. Bereits kurz vor 15:00 Uhr passierten wir den Veterinärzaun, ohne auch nur stoppen zu müssen – wir wurden einfach durchgewunken, was von Süden nach Norden vermutlich auch nicht ungewöhnlich ist.
    Innerhalb kürzester Zeit ändert sich die Landschaft, es wird bald wesentlich grüner – vor allem aber die Besiedelungsdichte steigt Richtung Rundu rasch an. Dorf reiht sich an Dorf, Hütten stehen praktisch überall. Es sind auch viele Menschen unterwegs, Esel stehen ebenso nah an der Straße wie die Kühe mit ihren Kälbern – nun ist teilweise wirklich Vorsicht geboten, denn auch die spielenden Kinder mit ihren Reifen, die sie vor sich hertreiben, lieben den Asphalt.

    Irgendwo entlang der B8 beschlossen wir spontan zu stoppen – es werden immer wieder Holzschnitzereien und Tontöpfe (neben Unmengen an Grillkohle) zum Kauf angeboten. Ein Tongefäß ist dann doch etwas sperrig – aber ein Holznilpferd… man kann nie wissen, wozu man das noch brauchen könnte… Letztendlich landen wir auch bei diesem Stopp einen Glückstreffer, denn wir treffen auf eine absolut nette Familie, die ursprünglich aus Angola stammt. Vier Generationen leben in dem Kral, insgesamt 15 Personen. Die Oma, sie macht einen sehr verhärmten Eindruck, kümmert sich um einen Säugling, der trotz nachmittäglicher Hitze gut eingepackt schläft… Im Winter kleidet man sich eben wie im Winter… Die eigentliche Mutter des Kindes, so erklärt mir der Hausherr, der selbst Holzschnitzer ist und sich an Tellern und Elefanten versucht, wäre erst 14 Jahre alt. Wenig später erscheint diese Tochter auch – sie wirkt wirklich noch sehr jung… Stolz präsentiert mir der Mann seine neueste Errungenschaft – er hat einen Wagen mit langer Deichsel konstruiert, dieser soll vermutlich von einem oder mehreren Rindern gezogen werden. Die Räder dazu habe er von einem Schrottauto abmontiert – das Wrack steht tatsächlich unter einer Plane hinter der Hütte. Für ihr Haus hat diese Familie einen interessanten „Fußabstreifer“ aus verkehrt eingegrabenen Glasflaschen gewählt… Es wirkt alles sehr ordentlich und die Menschen sind wirklich unglaublich nett… Wir stehen ein Weilchen mit ihnen herum, plaudern, lachen und natürlich schieße ich dazwischen auch einige Bilder. Inzwischen haben sich auch die Nachbarskinder bei uns eingefunden…
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    Je näher man Rundu kommt, desto dichter wird der Verkehr – speziell das Aufkommen an Taxis ist atemberaubend – Fast jedes zweite Auto trägt die eigenartige Ziffern-Buchstaben-Kombination an den Scheiben. Unmittelbar südlich der Stadt – dort wo an beiden Seiten der B8 die Zufahrt zu einem Militärlager und zum Flughafen abzweigt, kommt der Verkehr völlig zum Erliegen – Stau in Namibia, auch ein Erlebnis…
    Wir fuhren an diesem Tag nicht in die Stadt selbst, sondern zweigten gleich auf die B10 ab, die direkt parallel zum Okavango-Fluss verläuft. Einige Großbauprojekte mit staatlich geförderten Wohnungen sind im Entstehen, Rundu wird ordentlich vergrößert… Eigentlich wollten wir noch einen kurzen Stopp im Living Dorf der Mbunza einlegen, dort ist aber an diesem Nachmittag kaum jemand zu Hause.
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    Dementsprechend fuhren wir dann doch gleich weiter zu unserem heutigen Tagesziel, der Hakusembe River Lodge, die zur Gondwana Collection gehört und wunderbar idyllisch am Ufer des Okavango liegt. Es war dies schon mein vierter Aufenthalt in dieser Lodge, immer wieder kehre ich gerne in diese gepflegte Anlage zurück. Von der Lodge aus werden auch Bootsfahrten am Okavango angeboten – darauf verzichteten wir jedoch, denn wir würden die kommenden Tage bei Drotzky’s genügend Gelegenheit für Bootsausflüge haben. Wir erhielten das großzügige Familienhaus Nr. 22, das sich am Westrand der Anlage unmittelbar am Fluss befindet. Ich machte mich wieder auf Vogelpirsch und gemeinsam genossen wir den Sonnenuntergang am Okavango.
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    In der nächsten Etappe folgen wir dem Okavango nach Botswana und beziehen Quartier in den Drotzky’s Cabins. Ich wünsche allen ein erholsames Wochenende!
    Teil 1518. Okt. 2019
    Tag 12 – 20.7.2019

    Im Morgengrauen wachen wir auf, der Tag dämmert leicht, es ist absolut ruhig, keine Vogelstimme – nichts, nicht einmal der Okavango direkt vor der Türe plätschert… Ich stehe auf, gehe ins Freie – buuuhh – diese Kälte! Eigentlich gingen wir von der Vermutung aus, dass es hier im Norden etwas wärmer werden würde – weit gefehlt, die Temperatur lag knapp über dem Gefrierpunkt. Hier in der Hakusembe River Lodge bringen die Angestellten eine Thermoskanne mit Cafe schon lange vor dem Frühstück auf die Terrassen der Chalets – auch unsere „Hilfslieferung“ ist eingetroffen – gierig stürzen wir uns auf die wärmende Flüssigkeit.
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    Aus dem Wasser des Okavango steigen Nebel auf, als die ersten zarten Sonnenstrahlen die Szenerie in wunderbares Licht tauchen. Da vergisst man sogar die Kälte – einen heißen Becher in der Hand stehen wir am Fluss – rundherum immer noch STILLE… Wunderschön…
    Heute fahren wir nur knapp 300 km, da ist absolut keine Eile geboten, zumal außer des Mahango Nationalparks keine besonderen Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke zu erwarten sind. Wir genießen deshalb den anbrechenden Tag und beobachten die ersten Vögel, die sich auch mächtig aufplustern, um so im Federkleid mehr Wärme speichern zu können. Speziell eine Gabelracke gibt sich alle Mühe, möglichst wie ein Kugelfisch auszusehen!
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    Nach einem ausgezeichneten Frühstück spazierte ich nochmals mit der Kamera bewaffnet durch den großzügig angelegten Garten. Inzwischen sendet die Sonne bereits ausreichend wärmende Strahlen und mehr und mehr gefierte Freunde zeigen sich. Toll, wie viele verschiedene Vogelstimmen zu hören sind. Leider bin ich im Identifizieren der Vögel nach ihrem Gezwitscher nicht wirklich versiert. Während der Riesenglanzstar, der Grünschwanz Glanzstar oder der Haubenbartvogel direkt auf dem Parkplatz herumsprangen, waren der Zwergspint oder die Rotkappenschwalbe etwas schwieriger zu entdecken. Der Bergwaldbülbül wiederum machte es sich direkt auf unserer Jacke bequem… Ein Klaffschnabel lief entlang des Wassers und hielt nach seinem Frühstück Ausschau. Besonders freute ich mich über den Schwarzmilan, der nahe der Rezeption auf einem Baum saß und an einer Frucht knapperte.
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    Unglaublich schnell verging die Zeit, es war schon fast 11:00 Uhr als wir von der Lodge wegkamen. Die Zufahrt zur Hauptstraße war an einigen Stellen aufgerissen, offenbar werden neue Dämme gegen hohe Wasserpegelstände angelegt – in der derzeitigen Situation in Namibia mutet dieses Vorhaben ziemlich sinnlos an! Auch hier, direkt in der Überschwemmungszone ist es staubtrocken, nur an wenigen Stellen war satteres Grün auszumachen, an einer einzigen Stelle steht noch Altwasser und natürlich stehen dort die Kühe und Ziegen der Mbunza.
    In Rundu tankten wir den Wagen voll und dann fuhren wir geradewegs die 200 km bis Divundu durch. Entlang der Strecke stoppten wir ein einziges Mal, um ein Erinnerungsfoto an die zahlreichen Händler zu schießen, die hier Gras schneiden, das gebündelt für den Weiterverkauf entlang der B8 angehäuft wird. Immer wieder sahen wir auch kleinere LKW’s, die diese Grasbündel abholten.
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    Von Divundu folgten wir dem Okavango in südöstlicher Richtung, die Straße nach Bagani ist noch super ausgebaut. Auch hier sind viele Dörfer auszumachen, die Gegend ist sehr dicht besiedelt. Hier war es endlich Zeit für einen Mittags-Cafe, die Sonne brannte ordentlich vom Himmel, es war längst wieder heiß geworden. Wir stoppten im Popa Falls Resort, wo es eine schöne Terrasse direkt oberhalb des Flusses gibt und die direkt dazu einlädt, dort etwas zu chillen. Leider war mir nicht bewusst, das hatte ich vermutlich vergessen, dass sich im Resort weiter flussabwärts eine weitere Aussichtsplattform mit Bar befindet – die wäre eventuell noch gemütlicher gewesen. Mein Sitzfleisch hielt mich nicht lange zurück, bewaffnet mit Kamera streifte ich durch das Gelände. Dabei entstanden einige Bilder von zwei südlichen Rotschnabeltokos, die sehr zutraulich auf einem Ast sitzen blieben.
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    Wir waren uns sehr bewusst, dass eine Weiterfahrt in den Mahango NP in der Hitze des frühen Nachmittags nicht unbedingt dazu beitragen würde, dass wir dort mehr Tiere sehen werden. Aber bedingt durch die Tatsache, dass wir auch noch die Grenze zu passieren hatten, wollten wir nicht zu spät sein… Knapp vor 14:30 starteten wir also von den „Wasserfällen“, die aufgrund der Trockenheit natürlich nur ein Schatten ihrer selbst waren, Richtung Botswana.
    Über Bagani, wo wir einen Einheimischen mit einem für die Gegend so typischen „Schlitten“ trafen, die hinter den Kühen hergezogen zum Transport von fast allem Verwendung finden, ging es weiter in den Bwabwata Nationalpark. Auf einem dieser „Schlitten“ lagerten große Mengen von Feuerholz, wie wir es auf unseren Campingtouren auch immer eingekauft hatten – bei der nächsten Reise werden wir das sicher wieder benötigen!
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    Die Dame am Eingang war immer noch so froh und heiter und freute sich über jeden Besucher… von vor zwei Jahren, als wir den Park vom Ngepi Camp aus an mehreren Tagen hintereinander besuchten, war sie mir als ziemlich wirsch und spaßbefreit in Erinnerung geblieben. Da wir aber ohnehin nicht zum Smalltalk gekommen waren, füllten wir die Zettel aus und beglichen die Eintrittsgebühr und schon ging es los…
    Ich bin sehr gerne in diesem Nationalpark. Die Fahrt entlang des Flusses hin zu den mächtigen Baobab-Bäumen bietet stets Überraschungen. Zudem ist dieser Park sehr wenig frequentiert, nicht selten habe ich überhaupt kein anderes Auto dort angetroffen. Diesmal ist uns die ganze Zeit über ein einziger Wagen begegnet – das garantiert, dass man wirklich Zeit für sich und seine eigenen Beobachtungen hat. Der große Nachteil aus meiner Sicht besteht darin, dass man meist sehr weit vom Wasser entfernt ist und nur an wenigen Stellen nahe genug an den Okavango gelangt, um das Tierleben dort erleben zu können. Auf der anderen Seite wussten wir, dass die Tage direkt am Okavango ohnehin bevorstanden…
    Das erste Tier, das wir vor die Linse bekamen war zu meiner Freude eine Pferdeantilope, die über die freie Fläche trottete, die sich nach der Abzweigung von der Hauptstraße ausbreitet. Leider stand die Sonne recht ungünstig, sodass die fotografische Ausbeute bescheiden ausfiel – das tat unserem Enthusiasmus aber keinen Abbruch, das war meine Erstsichtung dieser Tiere im Mahango Nationalpark.
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    Eine Straußenfamilie mit zahlreichen Jungen querte vor uns die Pad, zudem konnten wir mehreren Kudus beim Äsen zusehen. Uns fiel auf, dass die Vegetation im Park irgendwie eigenartig war, einerseits gab es eine ganze Reihe von Büschen und Bäumen, die mehr oder weniger kahl waren, andererseits gab es stellenweise wieder sehr dichte Vegetation – unabhängig von der Pflanzenart und vor allem oft unmittelbar nebeneinander. Unmittelbar gegenüber der Stelle, wo wir die Kudus fotografierten, nahm meine Frau eine Bewegung am Boden wahr – eine Puffotter schlängelte sich durch das Gebüsch Richtung Fluss. Das war die erste und einzige Schlange, die wir im Laufe dieser Reise sehen sollten.
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    Bevor wir den für mich schönsten Teil des Parks, jenen entlang des Okavango erreichten, sahen wir in etwas größerer Entfernung einen Riedbock. Die Fahrt entlang des Okavango ist für mich immer ein Highlight, ich weiß nicht warum, aber das ist so etwas wie der Inbegriff von Idylle. Er ist schwer das auszudrücken – wer die Gegend kennt, versteht mich vielleicht. Immer wieder gibt es kleinere Pisten, die näher an den Fluss führen, dort zu stehen und die Tierwelt zu beobachten macht uns jedenfalls viel Spaß. Die folgenden Bilder entstanden auf dem Weg hin zum riesigen Baobabbaum.
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    Dadurch, dass der Fluss dieses Jahr einen tieferen Pegel aufwies, waren die Sandbänke größer als je zuvor – das ergibt automatisch mehr Platz für die Krokodile, die hier in der Nachmittagssonne liegen. Eines der Tiere hatte wahrlich gigantische Dimensionen…
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    Auch einen Kupferschwanz-Kuckuck (ich hoffe ich liege bei der Bestimmung richtig) und einige Löffler, Reiher – darunter sogar ein Goliath-Reiher – einen Klaffschnabel und einige Marabus konnten wir entdecken.
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    Der riesige Baobab ist immer wieder sehenswert. Es wäre interessant zu wissen, wie lange er bereits am Ufer steht. Hier gibt es auch eine Möglichkeit, aus dem Auto auszusteigen und sich die Füße zu vertreten. Da wir das einzige Auto weit und breit waren, war uns etwas mulmig zumute, man kann ja nie wissen, was im Busch liegt… Wir wagten uns ein kleines Stück Richtung Okavango, weit genug, um dort eine Gruppe Wasserböcke aus nächster Nähe zu beobachten.
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    Auf einem der Hippos lief ein Jacana herum, ein junges Hippo war auf einer kleinen Flussinsel sogar außerhalb des Wassers zu sehen. Eine besondere Freude war es, eine Gruppe Höckerglanzgänse zu erblicken – ebenfalls eine Erstsichtung in diesem Park. Wenn man so gebannt in die Landschaft starrt, vergisst man beinahe, zumindest gelegentlich einen Blick auch nach oben zu riskieren. Erst im letzten Augenblick bemerkten wir einen Fischadler, der in nicht allzu großer Entfernung an einem Fisch herumzupfte.
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    Langsam aber sicher war es Zeit, das Feld zu räumen und Richtung Grenze weiterzufahren. Wir waren noch nicht gekommen, mussten wir schon wieder stoppen, ein Impala-Bock hatte sich prächtig im immer besser werden Licht postiert. Kurz darauf lief uns zu unserer Freude auch noch eine kleinere Gruppe Büffel vor die Linse, die zielstrebig dem Fluss entgegentrabte…
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    Wir passierten einen weiteren großen Baobab, natürlich nicht vergleichbar mit jenem direkt am Okavango und machten uns schleunigst auf den Weg zum Mohembo Grenzposten. Vor uns war leider ein LKW-Fahrer aus Sambia, der offenbar nicht alle Papiere mit sich führte, denn es wurde lang und heftig diskutiert. Schließlich hatte die Dame hinter dem Tresen aber Mitleid und nahm uns vor. Da sonst kein Auto herumstand, war der gesamte Grenzübertritt nach etwas mehr als einer halben Stunde überstanden. Wir fuhren die kurze Strecke nach Shakawe, wo wir leider vergeblich einen Bankomaten suchten, um einige Pula zu ziehen. Etwas frustriert verließen wir den doch recht trostlos wirkenden Ort und fuhren weiter zu den Drotzky’s Cabins. Noch bevor wir einchecken konnten, musste ich ein letztes Mal für diesen Tag die Kameras zücken. Direkt vor den Chalets turnte ein Maskenpirol durch die Agaven… Während meine Frau den Zimmerschlüssel organisierte, war ich hier in meinem Element. Die letzten Sonnenstrahlen fielen auf die Szenerie – welch eine Begrüßung in Botswana!
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    Für die kommenden drei Nächte bezogen wir Chalet Nr. 3. Wir wollten die Tage in dieser wunderschönen Umgebung zur Erholung nutzen. Im Mittelpunkt stand natürlich die Vogelbeobachtung. Keiner konnte ahnen, dass sich dieser Aufenthalt zu einem Hardcore-Birding (bitte keine falschen Übersetzungen!) entwickeln würde… Zum Abendessen gab es an diesem Tag übrigens Ziege und Lamm… Das war jetzt nicht so mein Ding, ein gutes Glas Wein und mehr Gemüse füllten aber auch den Magen. Vorsorglich sprach ich beim Koch vor, um derartige Überraschungen für die folgenden Tage auszuschließen!
    Bis Bald!
    Teil 1621. Okt. 2019
    Tage 13 und 14 – 21. und 22.7.2019

    Auch der erste Tag bei Drotzky’s begann wieder mit klirrender Kälte – eine Kaltfront von der Küste hatte sich angeblich weit ins Landesinnere vorgeschoben und dafür gesorgt, dass die Frühtemperaturen wieder nahe des Gefrierpunktes angesiedelt waren. Die Chalets bei sind etwas in die Jahre gekommen (wunderschön sind sie trotzdem!), der Wind zieht an einigen Stellen etwas durch – es war also alles andere als wohlig warm… Wir hatten ein zeitiges Frühstück vereinbart, um möglichst rasch nach Sonnenaufgang mit dem Boot am Fluss sein zu können.
    Als wir um 7:00 Uhr beim Frühstück erschienen, saß „Zebra“ unser Kapitän für die Bootsausflüge bereits mit einer dampfenden Tasse auf der Veranda – das fing ja sehr vielversprechend an! Er hatte seine Mütze tief in das Gesicht gezogen, schmunzelte aber vor sich hin, als er uns klappernd die Tassen aus dem Speisesaal auf die Terrasse bringen sah – im Speisesaal war es wie in einer Tiefkühltruhe, auf der Terrasse konnte man sich wenigsten an den ersten Sonnenstrahlen einigermaßen erwärmen. Nach und nach hatten wir alles zusammengetragen – einem guten Frühstück stand nichts im Wege!
    Bereits am Vortag hatten wir vereinbart, dass wir für heute ein kleineres Boot mit Fahrer für uns zur Verfügung gestellt bekommen. Drotzky’s ist bei Ornithologen ein Begriff, von hier aus kann man hervorragend die zwitschernden kleinen Freunde beobachten. Wenn man sich bei Drotzky’s ein Boot mietet, bezahlt man eine Pauschale und dann den tatsächlich verbrauchten Diesel als Aufschlag. Wir hatten zunächst einmal zwei Bootsausflüge für jeweils drei Stunden vereinbart, wobei dabei eigentlich kaum auf die Zeit geachtet wird – im positiven Sinn gemeint, also man kommt sicher nicht früher zurück…
    Mir fällt es in diesem Zusammenhang etwas schwer, die beiden folgenden Tage für den Reisebericht aufzubereiten. Warum? Dadurch, dass wir zwei Bootstouren unternommen hatten, war es natürlich vorgekommen, dass ein und dieselbe Art Vogel am Vormittag und am Nachmittag abgelichtet werden konnte. Ich finde es unpassend, die Tiere in der Reihenfolge zu präsentieren, in der wir sie tatsächlich vor die Linse bekommen hatten. Deshalb habe ich mich zu folgender Herangehensweise entschieden: Im ersten Teil zeige ich die Tiere, die wir zu Fuß rund um das Lodge-Gelände aufgestöbert haben (im weitläufigen Park, am angrenzenden Campingplatz). Im zweiten Teil sind dann die Vogelbilder zu sehen, die wir während der beiden Bootsfahrten (eine am Vormittag, die andere am Nachmittag/Abend) vom Boot aus aufgenommen haben. Dabei zeige ich von verschiedenen Vogelarten jeweils ein paar Aufnahmen, jene, von denen ich glaube, dass sie zeigenswert sind. Im dritten Teil finden sich dann noch Bilder von unserm Ausflug zu den Tsodilo Hills – irgendwie hatten wir es nicht geschafft, einen ganzen Tag nichts zu tun und aufs Boot wollten wir nicht nochmals, weil wir – so unsere Meinung – das Glück ohnehin genug strapaziert hatten…

    Teil A

    Die Chalets von Drotzky’s befinden sich wenige Kilometer südlich von Shakawe direkt am Okavango, der sich von hier aus, aus Namibia kommend, ins eigentliche Okavango-Delta ausbreitet. Der Bereich, in dem sich die Lodge befindet, wird als „Pfannenstiel / panhandle“ bezeichnet. Für mich ist dieser Bereich des Okavango einer der besten, um Vögel aus nächster Nähe zu beobachten. Auch diesmal waren insgesamt nur drei der zehn Chalets belegt, wobei wir die beiden anderen Familien ausschließlich beim Abendessen gesehen haben – also auch nicht auf einem Boot am Fluss. Ein weiteres Pärchen vom Campingplatz war mit großen Linsen am Fluss unterwegs – wir hatten also alle Zeit der Welt und absolut keine Störung…
    Die zehn Chalets gruppieren sich auf beiden Seiten des Haupthauses, in dem das Restaurant, die Rezeption und eine Bar untergebracht sind. Vor dem Hauptgebäude und den Chalets – zum Fluss hin – befindet sich ein sehr gepflegter Park mit einem lichten Baumbestand, dazwischen liegt ein großzügiger Swimmingpool. Hinter den Chalets ist dichterer Busch, der von einem Wegenetz durchzogen ist, wobei die meisten Pfade zum angrenzenden Campingplatz führen. In diesem Bereich des Parks haben wir ebenfalls Tiere aufgestöbert – vor allem die Buschböcke sind hier hervorzuheben. Direkt vor der Terrasse des Hauptgebäudes befinden sich eine Vogeltränke bzw. eine hochgestellte Plattform, auf der die gefiederten Freunde gefüttert werden. Sitzt man ruhig auf der Terrasse, hat man wirklich großes Kino… Maidschwalben haben ihre Nester direkt im Dach darüber – ihnen kann man beim Füttern der Jungtiere zusehen, bzw. dabei, wie sie die kunstvoll gefertigten Tunneleingänge zu diesen ansteuern… Insgesamt kann ich sagen, dass es sich bei dieser Lodge um eine wirklich ganz tolle Anlage handelt.
    Im Folgenden zeige ich hier Bilder, die in und um die Lodge während des Aufenthaltes entstanden sind. Folgende Tiere sind zu sehen: Halsbandbartvogel, Safranweber, Sumpfwürger, Grüne Meerkatzen, Buschbock, Maskenweber, Perlkauz, Braundrossling, Weißbrauendrossel, Braunkopflist, Weißbrauen-Kuckuck, Trauerdrongo, Baumhopf.
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    Teil 1721. Okt. 2019
    Tage 13 und 14 – 21. und 22.7.2019

    Teil B

    Bootsfahrten zur Vogelbeobachtung sind keine ganz einfache Sache – die Bootsfahrten an sich sind dabei natürlich nicht das Problem, aber die Annäherung an die scheuen Biester, der Sonnenstand, der Blickwinkel, den man einnehmen wird, wenn der langsam fließende Okavango ein treibendes Boot verfrachtet – das alles zusammen ist mitunter problematisch. Wenn man möglichst gute Bilder erhaschen will, ist es notwendig sich zu konzentrieren, es ist nicht möglich, so „nebenbei“ auch noch den Ersatzcaptain zu spielen. Passt das nicht, dann wird aus Spaß ganz leicht Frust… Grundsätzlich geht es leichter, so meine Erfahrung, wenn alles sein kann, aber nichts sein muss – wenn man also locker an die Sache herangeht und sich nicht ärgert, wenn etwas verpasst wurde… einfacher gesagt, als getan…
    „Zebra“, unser Captain am Okavango, war das beste Beispiel dafür, wie es sein sollte – da hatten wir wieder einmal irrsinniges Glück. Ein freundlicher, fröhlicher Zeitgenosse, dem seine Gäste ein Anliegen sind, der sich um alle Belange annimmt – und der vor allem sein Handwerk versteht. Nicht nur, dass er unglaubliche Augen hat, hat er auch noch ein Gespür für die Wünsche der Kunden. Ihm ist es nicht müßig, sein Boot immer wieder in Position zu bringen (oder zumindest lässt er es sich nicht anmerken). Er weiß, wie die Tiere reagieren, welche Fluchtdistanzen einzuhalten sind. Zusammenfassend kann ich sagen, er war das Beste, das uns bei den beiden Ausfahrten passieren konnte. Wir waren insgesamt knapp acht Stunden unterwegs und ohne „Zebra“ hätten ich die Bilder nie geschafft – mein Dank gehört wirklich auch ihm (und meiner geduldigen Begleiterin, die auch ausgeharrt hat… ohne Fotoapparat!).
    Ich werde es an dieser Stelle so halten wie in Teil A: Von den verschiedenen Tieren zeige ich jeweils eine oder mehrere Aufnahmen unmittelbar hintereinander. Damit entspricht die Reihenfolge hier natürlich nicht der der tatsächlichen Aufnahme. Folgende Tiere sind zu sehen:
    Binsenralle, Braunsichler, Buschbock, Glockenreiher, Goliath-Reiher, Graufischer, Graureiher, Hammerkopf, Jacana, Kapstelze, Klaffschnabel, Kupferschwanz-Kuckuck, Löffler, Malachiteisvogel, Mangrovenreiher, Mohrenralle, Nilgans, Nilkrokodil, Nilwaran, Nimmersatt, Python, Riedscharbe, Rohrdommel, Rotrücken-Fischeule, Scherenschnabel, Schlangenhalsvogel, Schreiseeadler, Senegal-Kiebitz, Silberreiher, Sporngans, Sumpfwürger, Waffenkiebitz, Wassertriel, Weißbrustkormoran, Weißstirnspint, Witwenpfeifgans, Zwergspint
    Botswana_Drotzkys_060.jpgBotswana_Drotzkys_061.jpgBotswana_Drotzkys_062.jpgBotswana_Drotzkys_078.jpgBotswana_Drotzkys_079.jpgBotswana_Drotzkys_080.jpgBotswana_Drotzkys_024.jpgBotswana_Drotzkys_113.jpgBotswana_Drotzkys_115.jpgBotswana_Drotzkys_134.jpgBotswana_Drotzkys_135-2.jpgBotswana_Drotzkys_276.jpgBotswana_Drotzkys_030.jpgBotswana_Drotzkys_081.jpgBotswana_Drotzkys_116.jpgBotswana_Drotzkys_205.jpgBotswana_Drotzkys_241.jpgBotswana_Drotzkys_177.jpgBotswana_Drotzkys_178.jpgBotswana_Drotzkys_208.jpgBotswana_Drotzkys_209.jpgBotswana_Drotzkys_211.jpgBotswana_Drotzkys_231.jpgBotswana_Drotzkys_099.jpgBotswana_Drotzkys_130.jpgBotswana_Drotzkys_144.jpgBotswana_Drotzkys_006.jpgBotswana_Drotzkys_021.jpgBotswana_Drotzkys_111.jpgBotswana_Drotzkys_174.jpgBotswana_Drotzkys_176.jpgBotswana_Drotzkys_103.jpgBotswana_Drotzkys_017.jpgBotswana_Drotzkys_025.jpgBotswana_Drotzkys_026.jpgBotswana_Drotzkys_058.jpgBotswana_Drotzkys_071.jpgBotswana_Drotzkys_154.jpgBotswana_Drotzkys_184.jpgBotswana_Drotzkys_031.jpgBotswana_Drotzkys_011.jpgBotswana_Drotzkys_012.jpgBotswana_Drotzkys_014.jpgBotswana_Drotzkys_190.jpgBotswana_Drotzkys_191.jpgBotswana_Drotzkys_193.jpgBotswana_Drotzkys_222.jpgBotswana_Drotzkys_223.jpgBotswana_Drotzkys_264.jpgBotswana_Drotzkys_267.jpg
    Fortsetzung folgt!
    Teil 1821. Okt. 2019
    Tage 13 und 14 – 21. und 22.7.2019

    Teil B – Fortsetzung
    Botswana_Drotzkys_034.jpgBotswana_Drotzkys_076.jpgBotswana_Drotzkys_077.jpgBotswana_Drotzkys_109.jpgBotswana_Drotzkys_128.jpgBotswana_Drotzkys_129.jpgBotswana_Drotzkys_142.jpgBotswana_Drotzkys_143.jpgBotswana_Drotzkys_145.jpgBotswana_Drotzkys_016.jpgBotswana_Drotzkys_008.jpgBotswana_Drotzkys_105.jpgBotswana_Drotzkys_106.jpgBotswana_Drotzkys_107.jpgBotswana_Drotzkys_100.jpgBotswana_Drotzkys_087.jpgBotswana_Drotzkys_088.jpgBotswana_Drotzkys_156.jpgBotswana_Drotzkys_272.jpgBotswana_Drotzkys_259.jpgBotswana_Drotzkys_262.jpgBotswana_Drotzkys_261.jpgBotswana_Drotzkys_067.jpgBotswana_Drotzkys_120.jpgBotswana_Drotzkys_121.jpgBotswana_Drotzkys_279.jpgBotswana_Drotzkys_281.jpgBotswana_Drotzkys_095.jpgBotswana_Drotzkys_243.jpgBotswana_Drotzkys_244.jpgBotswana_Drotzkys_073.jpgBotswana_Drotzkys_161.jpgBotswana_Drotzkys_228.jpgBotswana_Drotzkys_230.jpgBotswana_Drotzkys_235.jpgBotswana_Drotzkys_029.jpgBotswana_Drotzkys_028.jpgBotswana_Drotzkys_059.jpgBotswana_Drotzkys_201.jpgBotswana_Drotzkys_206.jpgBotswana_Drotzkys_117.jpgBotswana_Drotzkys_166.jpgBotswana_Drotzkys_225.jpgBotswana_Drotzkys_247.jpgBotswana_Drotzkys_270.jpgBotswana_Drotzkys_253.jpgBotswana_Drotzkys_254.jpgBotswana_Drotzkys_119.jpgBotswana_Drotzkys_124.jpgBotswana_Drotzkys_138.jpgBotswana_Drotzkys_140.jpgBotswana_Drotzkys_070.jpgBotswana_Drotzkys_238.jpgBotswana_Drotzkys_239.jpgBotswana_Drotzkys_283.jpgBotswana_Drotzkys_284.jpgBotswana_Drotzkys_285.jpgBotswana_Drotzkys_286.jpgBotswana_Drotzkys_287.jpg
    Morgen folgt noch Teil C der wunderbaren Tage bei Drotzky's - dann gibts einen kurzen Abstecher zu den Tsodilo Hills. Bis bald!
    Teil 1922. Okt. 2019
    Tage 13 und 14 – 21. und 22.7.2019

    Teil C

    Nachdem die Bootsfahrten mit „Zebra“ mehr als ergiebig waren – es waren knapp 1000 Bilder entstanden – haben wir beschlossen, auf eine weitere Bootsfahrt zu verzichten. Vielmehr wollten wir stattdessen einen Ausflug zu den Tsodilo Hills unternehmen, die meine Frau ohnehin noch nicht kannte. Von Drotzky’s zu den Tsodilo Hills sind pro Strecke knapp 80 km zurückzulegen, die Straße ist zudem gut ausgebaut, nur an wenigen Stellen etwas unebener. Wir kamen zügig voran, nachdem wir unser Chalet knapp vor acht Uhr nach einem guten Frühstück verlassen hatten. Es war keine besondere Eile geboten, zumal beim Rundgang zwischen den Granitfelsen ohnehin immer wieder schattige Stellen zu finden sind.
    Bei den Tsodilo Hills muss man sich am Eingang registrieren und fährt von dort zu einer Art „Besucherzentrum“, von wo weg man ausschließlich mit Guides unterwegs sein darf. Uns wurde eine etwas korpulentere, junge Dame zugeteilt, die durchaus Mühe hatte, die bergauf führenden Strecken zu schaffen. Wir hatten uns für den „Rhino Trail“ entschieden, der ein „Facelifting“ erfahren hatte – es gibt stellenweise neue Treppen und auch zwei Aussichtsplattformen. Wir marschierten im Uhrzeigersinn um den sogenannten „Female-Hill“. Die Granitfelsen dieser UNESCO Weltkulturerbestätte sollen etwa eine Milliarde Jahre alt sein. Etwas über 4.000 vorwiegend ockerfarbene Malereien aus der Spätsteinzeit und Eisenzeit, die vermutlich von den San selbst gefertigt wurden, sind dort zu sehen. Die Zeichnungen geben Einblicke in das Leben der Menschen der letzten 10.000 Jahre und dessen Veränderungen durch die örtlichen Umwelteinflüsse.
    Für mich ist das durchaus ein magischer Ort, den man mMn unbedingt gesehen haben sollte – vor allem, wenn man in der Gegend ist. Da es hier überwiegend Felszeichnungen gibt, ist das auch eine gute Ergänzung zu den Petroglyphen von Twyfelfontein. Vor allem der Farbenreichtum der Felsen – mit seinen vielen rot- und rosa-Tönen ist wirklich beeindruckend.
    Wir waren mehr als zwei Stunden auf der laut meiner Uhr knapp fünf Kilometer langen Strecke unterwegs – natürlich zahlreiche „Fotostopps“ eingerechnet. Nach der Rückkehr ins Besucherzentrum machten wir uns gleich wieder auf den Rückweg zu den Drotzky’s Cabins, wo wir irgendwann am früheren Nachmittag eintrafen. Den restlichen Tag gestalteten wir sehr gemütlich, tranken den einen oder anderen Cafe und spazierten wieder durch die großzügig angelegte Anlage. Auch hier verging die Zeit rasend schnell – schon war die Zeit am Okavango auch wieder vorbei.
    Bevor ich einige der Fotos zeige, die während des Aufenthalts bei den Tsodilo Hills entstanden waren, auch noch der kurze Hinweis, dass uns am Rückweg ein Schopfadler am Straßenrand aufgefallen war, für den es sich unbedingt lohnte kurz anzuhalten.
    Botswana_Tsodillo_047.jpgBotswana_Tsodillo_048.jpgBotswana_Tsodillo_049.jpgBotswana_Tsodillo_050.jpgBotswana_Tsodillo_051.jpgBotswana_Tsodillo_052.jpgBotswana_Tsodillo_053.jpgBotswana_Tsodillo_054.jpgBotswana_Tsodillo_055.jpgBotswana_Tsodillo_056.jpgBotswana_Tsodillo_057.jpgBotswana_Tsodillo_058.jpgBotswana_Tsodillo_059.jpgBotswana_Tsodillo_060.jpgBotswana_Tsodillo_061.jpgBotswana_Tsodillo_062.jpgBotswana_Tsodillo_064.jpgBotswana_Tsodillo_066.jpgBotswana_Tsodillo_068.jpgBotswana_Tsodillo_069.jpg
    In unserem Reisebericht geht es bald weiter ins Moremi Reservat und dort vor allem in den Bereich vom Khwai-Fluss, wo noch einmal viele Tiere zu sehen sein werden. Bevor es soweit ist, werden aber jetzt einige Tage vergehen, weil ich ab morgen wieder für ein paar Tage nach Südafrika abtauchen werde, um unseren Herbst gegen den Frühling einzutauschen…
    Bis bald, beste Grüße, Peter
    Teil 2004. Nov. 2019
    Exkurs - Südafrika

    Heute vor genau einem Monat habe ich meinen Reisebericht gestartet – ich möchte diesen Zeitpunkt nutzen, um mich bei allen Leserinnen und Lesern für die vielen positiven Rückmeldungen zu bedanken. Ich freue mich unheimlich, dass so viele von euch – und ihr seid ja alle Expert*Innen auf dem Gebiet „Namibia-Botswana“ - mit uns mitreisen.

    In den letzten zehn Tagen war ich in Südafrika unterwegs – es waren spannende und wunderschöne Tage am Kap, die ich aber nicht für einen neuen Reisebericht nutzen werde, obwohl einige Bilder entstanden sind, die ich gerne mit euch teilen würde. Dieser Kurztrip führte mich zunächst drei Tage in den Kruger Nationalpark, wo die Hitze mit täglich um und über 40°C nahezu unerträglich war. Da mich diesmal meine Eltern begleitet haben (beide um und über 80 Jahre jung), die bisher noch nie in Afrika waren, aufgrund meiner Schilderungen aber „Blut geleckt“ hatten, wollte ich ihnen einfach ein paar wenige Highlights vorstellen. Von Nelspruit flogen wir dann noch nach Kapstadt, wo neben der Weingegend auch De Kelders/Hermanus und schließlich Kapstadt (bei Traumwetter!) besichtigt wurden. Aus Kapstadt flogen wir direkt nach Wien zurück, auf dem Hinweg waren wir aus Wien über Zürich mit Swiss nach Johannesburg und direkt weiter mit SA nach Nelspruit geflogen.

    An dieser Stelle einige wenige Bilder, die während dieser Tage entstanden waren – dann geht es gleich mit meinem Reisebericht „Namibia-Botswana“ weiter!
    Beste Grüße, Peter
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