🙂 🙂 🙂 Um den Bericht ohne Kommentare lesen zu können, bitte auf die Sonne oben rechts klicken! 🙂 🙂 🙂
Okay, okay 😊 - natürlich müsste es eher (Trocken)Flusskreuz(undquer)fahrt heißen, aber ich wollte so gerne auch einmal einen Hauch von Luxus mit meinem Reiseberichttitel versprühen 🤪 😎 - ich hoffe, Ihr seht es mir nach 😐 .
Auch wenn eine Reise ins steinige, sandige, staubtrockene und kahlgefressene Kaokoveld nicht danach klingt, so hatten wir tatsächlich doch einiges an Luxus: den Luxus der Stille, der Weite, der (fast) unberührten Natur, den Luxus von Tieren, für die Autos nicht ein zwar lästiges, aber wohlbekanntes Übel sind, sondern die noch eine natürlich Scheu, aber auch Neugier an den Tag legen. Wir hatten den Luxus von Nächten am Lagerfeuer unterm Sternenhimmel, von meist höchst leckerem Essen, von wunderschönen aber auch surrealen Anblicken, von erfolgreich gemeisterten schweren Wegstrecken, von unerwarteten und auch geplanten netten menschlichen Begegnungen. Wer jedoch spektakuläre und/oder häufige Tiersichtungen erwartert, der liest besser nicht weiter.
Untereinander hatten wir die Diskussion, ob man von dieser Reise einen Bericht schreiben sollte oder nicht 😕 . Wie schon in anderen Threads angesprochen, besteht die „Gefahr“, durch die Veröffentlichung zu viele Menschen in diese noch einsamen Gegenden zu locken. Auf der anderen Seite kann eine realistische Berichterstattung vielleicht auch zur Erkenntnis des einen oder der anderen führen, dass eine solche Reise nach genauer Betrachtung doch nicht seine/ihre Welt ist. Wir haben unterwegs Reisende getroffen, denen absolut nicht klar war, wie manche der auf der Karte so easy wirkenden Strecken „in echt“ aussehen und zu fahren sind. Und selbst wir hatten hin und wieder schlicht und ergreifend keine Lust mehr auf „Rumpelpisten“ und haben unsere Route deshalb sogar unterwegs geändert.
Ich werde daher versuchen, möglichst objektiv zu berichten und vielleicht geht meine Rechnung ja auf und es wird ein Nullsummenspiel….. 🙄
Zu einem Thema werde ich mich allerdings sehr bedeckt halten: die Steinmännchen. Wir hatten die Hoffnung, bzw. den Ehrgeiz, einige von ihnen zu entdecken und haben es schlussendlich auf 9 Stück gebracht. Da ich im Bericht aus bekannten Gründen nicht von den Fundorten berichten werde und damit außerdem mein erstes Kapitel nicht ganz fotolos bleibt, hier eine Collage „unserer“ Lone Men, die mein einziges Zeugnis unserer Entdeckungen sein wird:
Achja – und falls es interessieren sollte 😉 : "wir", das war wieder wie 2017 die Besetzung Eulenmuckel (Ruth und Uwe), fotomatte (Matthias) und Champagner (Bele). Und hätte Matthias nicht an einem unserer letzten Frühstücke mein Kaffeewasser für seinen Tee geklaut, dann wäre die Reise schon fast zu kitschig harmonisch gewesen 😄 😘 . Mit Ruth und Uwe Stress zu bekommen ist eh unmöglich… Somit muss ich gleich vorab alle enttäuschen, die auf Lästereien und spitze Bemerkungen meinerseits hoffen…. 😛 zumal sich langsam aber sicher eine Altersmilde bei mir bemerkbar macht 😗 .
Zusammengefasst: wir reden alle Vier immer noch miteinander 🙂 🙂 🙂 🙂 . Danksagungen gibt es dann am Ende des Berichtes 😉 !
Im nächsten Kapitel gibt es für diejenige, die sich (nach meinen obigen Hinweisen) weiterhin für diese eher unspektakuläre Reise interessieren, eine kurze Erläuterung unserer Route – bis dahin liebe Grüße von Bele
P.S.: Wie üblich kann der Bericht durch Klick auf die Sonne ohne Kommentare gelesen werden!
Teil 224. Aug. 2019
So, genug des Vorgeplänkels.
Hier nun die geplante Tour, wie bereits 2017 wieder super vorbereitet von Uwe 😘 🙂 . Wann genau wir beschlossen haben, wieder zusammen loszuziehen, weiß ich gar nicht mehr, aber es war nicht lange nach der letzten gemeinsamen Reise.
Da die Muckels ja über wesentlich mehr Zeit verfügen, war klar, dass Matthias und ich wieder irgendwo quereinsteigen würden. Eigentlich wollten wir 2 Tage haben bis zu unserem Treffpunkt Palmwag. Während ich letztes Jahr mit Rennade in BOT unterwegs war, recherchierte Matte dankenswerterweise in Sachen Flüge und fand heraus, dass für unseren Reisezeitraum mal wieder Wartungen bei AN geplant sind. Also haben wir am Tag nach meiner Rückkehr im September 2018 Flüge mit Condor gebucht (was schlussendlich genau die richtige Entscheidung war!). Problem: wir hatten nun nur noch eine Übernachtung, um von Windhoek nach Palmwag zu kommen, da Condor ja nur an zwei Wochentagen fliegt.
Hier also der Reiseplan von uns, bzw. teilweise nur von Matthias und mir, inklusive der Änderungen, die ich während des Berichts erklären werde:
30.07.2019 - Flug mit Condor (Matthias und ich) 31.07.2019 - Autoübernahme, Einkauf, Fahrt zur Weaver's Rock Guestfarm (Campsite) - Matthias und ich 01.08.2019 - Fahrt nach Palmwag, Treffen mit den Muckels 02.08.2019 - Palmwag Concession, Crowthers Trail 03.08.2019 - Irgendwo beim Hoanib 04.08.2019 - Irgendwo beim Tsuxub Sawurogab 05.08.2019 - Purros 06.08.2019 - Bushcamp irgendwo auf dem Weg Richtung Nordwesten 07.08.2019 - Bushcamp Hartmannstal 08.08.2019 - Bushcamp Hartmannstal 09.08.2019 - Camp Syncro 10.08.2019 - Camp Syncro 11.08.2019 - Marble Campsite 12.08.2019 - Irgendwo bei D 3703 Opuwo 13.08.2019 - Epupa Camp 14.08.2019 - Epupa Camp 15.08.2019 - Kunene River Lodge Campsite 16.08.2019 - Kunene River Lodge Campsite
Trennung von den Muckels 🙁
17.08.2019 - Etosha Roadside Halt / Irgendwo zwischen Kunene River Lodge und Springbokwasser 18.08.2019 - Olifantsrus / Swakopmund/ Eazy Sleep Accomodation 19.08.2019 - Okaukuejo / Swakopmund/ Eazy Sleep Accomodation 20.08.2019 Teufelsbach River Camp 21.08.2019 Rückflug mit Condor
Unser Fahrzeug (Toyota Hilux, 3.0l, Diesel, Automatik, Offroadausrüstung, Bushcamper) haben wir wieder bei Savanna gebucht, die Übernahme klappte reibungslos (die Anreise am Vortag mit der DB war übrigens die reine Katastrophe 🤩 , aber die Erzählung, die ca. 3 Seiten in Anspruch nehmen würde 😗 , erspare ich euch! Der Flug mit Condor war okay).
Danach kam die Übung, die weder Matthias noch ich besonders mögen: SHOPPING 😣 . Aber wir haben es mit Anstand hinter uns gebracht, immer mit dem kleinen Hintertürchen im Kopf, dass wir am nächsten Tag ja den vergessenen Rest in Otjiwarongo erledigen können 😎 . Das Fleisch - sowohl für die Muckels als auch für uns - war von der KWS bereits zu Savanna geliefert worden und wurde dort in unseren Freezer umgeladen (wir hatten einen Kombi Freezer/Cooler mit 90 Litern gebucht).
Nach verlassen des Woermann, Brock & Co. konnte dann unser Urlaub beginnen 😄 🙂 !
Teil 324. Aug. 2019
31.07.2019 Windhoek - Weaver’s Rock Guestfarm
Matthias hatte diese Unterkunft ausfindig gemacht, die taktisch günstig auf der von uns zu bewältigenden Strecke östlich von Otjiwarongo liegt. Nach unserem Einkauf machen wir uns also auf den Weg (ja, genau, man sollte am Ankunftstag keine langen Strecken fahren 😗 , aber Matthias ist inzwischen wirklich so erfahren, dass für ihn klar war, dass wir das mit Fahrerwechsel locker schaffen. Schlussendlich ist er die komplette Strecke alleine gefahren und ich habe das Ganze auch nicht als anstrengend in Erinnerung. Wie siehst du das, Matthias??).
Unsere Laune ist bestens, da bisher alles reibungslos klappt und wir kommen auch recht früh auf der Farm an. Bei der Zufahrt entdeckt Adlerauge Matthias im dichten Gebüsch eine kleine Antilope und ich kann mein Glück kaum fassen: ein Dikdik! Für mich eine Erstsichtung – auch wenn man das kaum glauben mag. Leider gibt es nur ein Beweisfoto (Gruß an Uwe 😎 ) – die Kleine wollte für mich nicht so schöne posieren wie für Sascha.
Unsere Campsite gefällt uns recht gut, auch wenn das Gelände sehr steinig, abschüssig und tricky zum Einparken ist. Wir bauen zum ersten Mal unser Lager auf und zu meiner Freude ist der Oryx-Aufbau von Savanna etwas niedriger, so dass ich locker an alle Fächer drankomme. Der ganze Geschirr- uns sonstige Kram ist recht wild einsortiert – und so wird es auch bleiben 😉 . Keine Müslischalendiskussionen also mit Matthias 😄 , wir befinden uns somit sofort auf einem hohen Harmonielevel 😘 .
Bei der Freigabenanfrage gestern meinte er allerdings zu dem Foto, das sei Murks, ich hätte die Schnauze abgeschnitten. Soviel zum Thema Harmonie... 😊 😣
Die Sicht von unserer Campsite ist ziemlich verbuscht, auf der anderen Seite sieht man weit übers Land. Allerdings zeigt uns die Besitzerin, die wir am Pool treffen, sofort, wo wir hingehen sollen, um den Sonnenuntergang zu erleben. Danke !
Anschließend nehmen wir das Abendessen, das wir gebucht hatten, um uns den Kochstress am ersten Tag zu ersparen, in der Lapa ein. Gut, aber nicht sonderlich reichlich - Matthias bekommt noch Nudeln von mir ab, damit er satt wird. Danach schlüpfen wir müde, aber gutgelaunt in unsere Schlafsäcke und freuen uns auf das Treffen morgen mit den Muckels 🙂 .
Teil 424. Aug. 2019
1. August 2019 - von Weaver's Rock Guestfarm zur Palmwag Lodge Campsite
Meine erste Bushcampernacht 2019 ist suboptimal 😣 . Abends hatten wir noch aus Versehen die Alarmanlage aktiviert und Matthias meint daraufhin grinsend, dass er gespannt sei, ob sie auch losgehen würde, wenn ich mich im Dachzelt hin und her wälze 😈 . Erschwerend kommt hinzu, dass das Auto direkt an der Kante der Stellfläche steht. Ich liege also wie der von Carsten zitierte Stahlbetonpfeiler möglichst regungslos im Schlafsack und stelle mir die ganze Nacht über vor, wie ich bei der nächsten falschen Bewegung unter dem Geheule der Alarmanlage mit dem Fahrzeug die Kante runterkippe 🤩 .
Immerhin werde ich durch das hustende Rufen eines Leoparden in den frühen Morgenstunden getröstet. Wir basteln unser erstes Frühstück und eigentlich sitzen unsere Camper-Skills schon ziemlich perfekt. Da werden wir hoffentlich heute Abend nicht gegenüber den Muckels ins Hintertreffen geraten wie damals auf Hoada 😐 .
Nachdem wir einen Freiwilligen gefunden haben, der unsere Bezahlung entgegennimmt, geht’s noch vor 8 Uhr los nach Otjiwarongo, wo Matte mir zum zweiten Mal nach 2017 Samosas im Spar zum Frühstück verspricht, die es aber auch dieses Jahr nicht gibt 😗 . Egal, es gibt größere Probleme auf der Welt – wir kaufen schnell ein, was noch fehlt und dann geht’s über Outjo nach Khorixas (wir beschließen, dass wir nicht über Kamanjab und den Grootberg fahren wollen).
Unterwegs machen wir bei schönem Licht an einer recht sauberen Picknick-Site Rast
und birden ein bissle, aber sowohl der Rotbauchwürger als auch die Lerchen schaffen es leider nicht in den Bericht. Der Drongo auch nur unter Protest und der Chestnut-Vented Tit-Babbler (was für ein Name!!) nur deshalb, weil es eine Erstsichtung für mich ist und wir ihn am letzten Tag unserer Reise nochmal treffen werden.
Unterwegs wird es immer trockener und staubiger:
In Khorixas muss natürlich die Stelle geknipst werden, wo wir uns für lange Zeit vom Teer verabschieden.
2011 habe ich die Stelle von der anderen Richtung in der Dunkelheit erlebt, mit Tutu Nakamhela, unserem Guide. Er hat damals ein paar 100 Meter vorher die Scheinwerfer aus- und erst wieder angeschaltet, als wir genau an dem Übergang waren. Damals waren wir auf Grund der Regenzeit ewig lange unterwegs und daher erst nach Sonnenuntergang bei der Unterkunft, total erschöpft und durchgerüttelt und daher glücklich über Teer.
Was für ein Unterschied – damals üppiger Regen, heute die große Dürre. Und wir, die wir uns über Gravel statt Teer freuen.
Wir halten immer mal wieder an, wo es uns gefällt
und ich sichte ein Mountain Wheatear-Mädel / Bergschmätzermädel (hoffentlich stimmt das auch 😮 )
und einen europäischen Laubfrosch 😛
Je näher wir Palmwag kommen, deste roter wird das Gestein und dann sehen wir auch endlich unsere ersten Giraffen.
Bevor wir Palmwag erreichen, gibt’s eine zweite Erstsichtung für mich: einen Booted Eagle / Zwergadler.
Matthias erklärt mir, dass man ihn gut an den „Positionslichtern“ rechts und links vom Kopf erkennen kann. Ich glaube, das werde ich nicht mehr vergessen – die Frage ist nur, ob ich jemals wieder einen Booted Eagle sehen und mein Wissen anwenden werde können.
Und schon sind wir in Palmwag, der Check-Inn ist sehr nett und wir bekommen Campsite Nr.3 (oder war es die 4, ich kann mir sowas nicht merken 😊 ), die uns gut gefällt. Schnell machen wir es uns gemütlich und dann beginnt das Warten auf die Muckels.
Sie hatten uns um 10.18 Uhr aus Swakopmund geschrieben „Wir machen uns jetzt langsam auf den Weg“. Aber danach war Sendepause und wir üben uns in Geduld. Vor lauter Langeweile fange ich schon mal an, Salat zu putzen, und wir genießen die schöne Landschaft direkt vor unseren Augen.
Die Oryx-Steaks sind auch schon aufgetaut. Als es gegen Abend geht, kapieren wir, dass das „langsam“ in der Nachricht ernst gemeint war 🤨 .
Wo bleiben sie nur?
Aber irgendwann hat das Warten ein Ende, wir freuen uns über das Wiedersehen 🙂 , Ruth ist enttäuscht, dass ich ihr mit dem Salat zuvor gekommen bin, denn sie möchte auch gerne etwas Platz im Kühlschrank schaffen und dann wird endlich zusammen gegrillt, gegessen und die nächsten Tage besprochen. Morgen geht es erstmal in die Palmwag Concession und auf den Crowthers Trail.
Bis dahin liebe Grüße von Bele
Teil 525. Aug. 2019
2. August – Palmwag Concession/Crowthers Trail (Teil 1)
Die Nacht war gut, wenn auch etwas frisch, aber das ist ja normal, wenn man im August unterwegs ist. Der Hilux-Aufbau lässt sich von innen nicht verschließen, aber wer mich klaut, ist selber schuld und wird es schnell bereuen. Dass der Aufbau noch zwei andere Macken hat, werden wir erst später feststellen.
Birden stellt sich als Herausforderung dar- oder vielleicht stelle ich mich auch einfach nur blöd an. Ein Bokmakiri hüpft hektisch um uns und vor allem unterm Auto rum – Ruth und ich hüpfen entsprechend hektisch hinterher.
Meine Fotos sind alle unscharf, na super 😈 .
Die Rotzügelmausvögel turnen weit entfernt im Gebüsch herum.
Ein Kudu statt des erhofften Elefanten betritt die Szene. Aber wir freuen uns ja über jedes Tier, zumal uns klar ist, dass wir auf dieser Reise nur wenige Sichtungen erwarten können.
Das dürfte ein Maskenwebermädel sein (sag ich jetzt einfach mal so 😕 , Matthias liest ja zum Glück aufmerksam mit, gell?)
Bevor wir uns auf den Weg machen, schauen wir uns in der Anlage der Palmwag Lodge um.
Alles recht hübsch und es ist ziemlich ruhig (dass das auch anders sein kann, werden wir am Ende unserer Reise noch erleben). Auch hier tummeln sich einige Vögel, wieder neckt mich ein Bokmakiri und setzt sich ständig ins schlechte Licht.
Einen ganz schön spitzen Schnabelhaken hat er!
Die folgenden Bilder machen nachdenklich – Hörnchen polstern ihr Nest in der Mauer mit Plastikmüll aus 🙁 .
Laughing Dove und Speckled Pigeon
Cap Glossy Starling (Rotschulterglanzstar)
Und last but not least die Weißrücken-Mausvögel, die ich ja so liebe 😘 !
Jetzt wird es aber Zeit, dass wir uns auf den Weg in den Concession machen – es ist bereits 10.30 Uhr, the same procedure as last time, wir trödeln schon am ersten Tag wieder rum 🤩 ! Aber schließlich sind wir im Urlaub und Uwe, der Zeitwächter, hat ja unseren Plan genau im Kopf 😎 .
Teil 625. Aug. 2019
2. August – Palmwag Concession/Crowthers Trail (Teil 2)
Als wir von unserer Campsite aufbrechen, starten auch gleichzeitig unsere beiden Nachbarinnen. Eine davon hatte ich morgens in den Ablutions getroffen, wo sie mir erzählte, sie wären die Multi Use Area gestern gefahren und die sei nuuuuur öde und langweilig 🤢 . Aber sie beneide uns, dass wir erst am Anfang unserer Reise sind und diese auch noch in den Norden führt, da sie heute Richtung Windhoek aufbrechen. Allerdings sei sie nur halbtraurig, weil eine Kältewelle im Anzug sei 😮 . Okeeee…… 😕
Dann schaunmermal, in welchen Punkten sie Recht behalten wird.
Von der Multi Use Area fahren wir nur den Teil (mit ein paar kleinen Abstechern), der Richtung Western Route (= Crowther’s Trail) führt. Und wie auf der Karte zu erkennen ist, beginnt hier unsere Flusskreuzfahrt so richtig 🙂 .
Es ist ein ständiges Auf und Ab, dazu über viele Steine und insgesamt sehr harte Pisten. Entsprechend langsam sind wir unterwegs, zumal wir öfters für Fotos anhalten.
Insgesamt läuft uns mehr oder weniger der ganze Inhalt unseres Freezers über den Weg 😎 : Kudu (von heute morgen), Oryx, Springbock – nur Zebra haben wir bei KWS nicht geordert (Edit: und Kudu auch nicht, dafür Eland) Was die Tiere hier fressen erschließt sich uns allerdings nicht – wir tippen auf Steine. Auch Wasserstellen sehen wir keine.
Vögele gibt's auch - wenn auch nicht in rauhen Mengen:
Marico FlycatcherO-Ton Matthias: ein Chat, wobei ich nicht sicher bin, ob es ein Karoo C. oder ein Tractrac Chat ist ( ich tendiere eher zu Karoo Chat ).
Sabotalerche
Und dann diese Lerche - ich erinnere mich, dass vor Ort diskutiert wurde, wie sie heißt. Was haben die Experten denn nun entschieden? Spike-heeled Lark? Weiße Spitze am Schwanz kann ich aber keine erkennen, da ging es doch irgendwie drum, zumindest hat Matthias dauernd sowas im Auto vor sich hingemurmelt 😗 😎 Edit: es ist wohl eine Benguela Long-billed Lark . Danke Matthias 🙂
Wir cruisen weiter durch die roten Steine, keine Ahnung, wo genau wir sind:
Der Weg schlängelt sich scheinbar willkürlich durch die Landschaft
Immer wieder steigen wir aus und schauen uns die Ausblicke genauer an:
Unsere erste Welwitschia - es werden unzählige und viel größere folgen!
Es gibt Leben auf dem Mars! 🤩 Vorallem die Trappen waren zu niedlich, wie sie inbrünstig ihr "Lied" gesungen haben 😄
Immer wieder entdecken wir besondere Steinformationen:
Spätestens ab hier sind wir auf der Western Route, denn das ist die Campsite Nr.3. Wir überlegen, ob wir hierbleiben sollen, denn sie sieht recht hübsch und auch nicht so kahl aus wie die restliche Landschaft. Auch eine Giraffe treibt sich hier herum.
Das Problem: es ist erst 15.30 Uhr, eigentlich noch zu früh zum Schlussmachen, und außerdem hat Uwe eigentlich die Nr.5 für heute auf dem Plan stehen (Theun’s Campsite). Ob wir es bis dorthin in unserem Tempo schaffen, ist aber wiederum auch nicht klar. Also entscheiden wir, uns mal die Nr.4 anzuschauen. Diese entpuppt sich aber als eine Anhöhe, die komplett mit Steinbrocken übersät ist. Erschwerend kommt hinzu, dass ein sehr starker Wind bläst, und wir uns beim besten Willen ein gemütliches Lager hier nicht vorstellen können. Okay, die Aussicht ist gut (wobei man auch nur ins Nichts schaut), aber bleiben wollen wir hier nicht. Es gibt kein Foto, nicht dass Ihr denkt, ich hätte es vergessen einzufügen, aber es sah in etwa so aus dort, nur waren die Steinbrocken größer:
Wir versuchen abzuschätzen, ob wir es noch bis zur Nr.5 schaffen und beschließen, dass das hinhaut. Allerdings wird es immer staubiger und karger.
Dort angekommen haben wir dieselbe Situation – ein Plateau, auf dem man davongeblasen wird.
ABER, der Abhang des Plateaus, im Prinzip das Ufer, bzw. die Abbruchkante des zwar in der Karte eingezeichneten, aber namenlosen Trockenflusses eignet sich für unsere Zwecke (man beachte auch die große Welwitschia am Hang!).
Matthias hat schnell ein windgeschütztes Plätzchen für sich gefunden 😄 😄 und Ruth und Uwe führen die tägliche „Wo und wie stellen wir den Landcruiser hin“-Diskussion 😎 .
Ruth und Matthias machen ein paar Flugübungen im Gegenwind 🙂
und dann würzt Ruth schnell unsere Kudusteaks,Edit: eben hat mich Matte angeschrieben: wir hatten gar keine Kudu-Steaks, das muss Eland gewesen sein. Somit stimmt das oben mit dem Inhalt des Freezers auch nicht....! Übrigens hier für Camperneulinge ein Tipp: die großen auffaltbaren Bestecktaschen von Savanna würden jeweils einen ganzen Tisch in Anspruch nehmen, wir haben daher das, was man eigentlich täglich braucht, in mitgebrachte Behältnisse (bei Muckels zusammen mit den Gewürzen, bei uns in der grünen Schachtel nur noch plus Feuerzeug) untergebracht, was sich als sehr praktisch erweist. Dieses Besteckdingens von Savanna haben wir höchstens zwei/dreimal aufgemacht, weil wir daraus etwas benötigten.
Uwe installiert seine Kamera für Startrailfotos, während Matthias in bewährter Manier unsere Gin-Tonics mixt.
So hat jeder seine Jobs bei uns – ich z.B. bin (meistens) für’s Wasserkochen (da kann ich wenig falsch machen 😊 ) und für’s Spülen (dito 🙄 ) zuständig.
Wie man an unserem Outfit erkennen kann, ist es inzwischen ziemlich kalt geworden, und es kühlt quasi minütlich noch mehr ab. Wir können es uns gerade so verkneifen, zum Essen Handschuhe anzuziehen….
Somit kann ein kleines Fazit gezogen werden: Mit der Kältewelle hatten unsere Campnachbarinnen vermutlich Recht. „Langweilig und öde“ – tja, das ist Ansichtssache. Ich will es aber nicht ganz von der Hand weisen, denn wenn man eher auf lieblichere Landschaften steht, passt das schon irgendwie. Außerdem muss man sich klarmachen, dass die Pisten hart sind, also nicht im Sinne von richtig schwer, sondern tatsächlich hart! Da fühlt man sich mit Offroadreifen auf jeden Fall wohler.
Wir – so ganz am Anfang unsere Tour – waren jedoch fasziniert von der kargen Landschaft, durch die wir heute gefahren sind und von den Tieren, die hier ein sehr entbehrungsreiches Leben führen!
Teil 726. Aug. 2019
2. August – Vom Crowthers Trail/Theuns Campsite zum Hoanib/Die Poort (Teil 1)
Die Nacht war ein bisschen kalt und windig, aber das wirkliche Problem ist für mich immer das Aufstehen und schnell in die Klamotten schlüpfen, bevor die Schlafsackwärme komplett verpufft 😮 .
Geschafft – wir frühstücken kurz nach Sonnenaufgang und sind recht zufrieden mit unserem Plätzchen. Uwe erwähnt nochmal, dass er sich freut, dass wir genau so weit gekommen sind, wie geplant – auch wenn natürlich nicht der Hauch einer Chance von „Mittags auf der Campsite“ bestand. Daran wird sich aber auch heute nichts ändern…. 😗
Der Plan ist, bis zum Hoanib zu fahren, dort östlich bis Die Poort und nach dieser nördlich davon aus dem Flussbett fahren und einen Übernachtungsplatz suchen. Zunächst hampeln wir aber bis nach 9 Uhr hier rum. Ich kann mich allerdings nicht erinnern, was wir die ganze Zeit hier gemacht haben, soooo viel an Unterhaltungswert gibt es hier dann doch nicht. Vielleicht haben wir einfach ausführlich gefrühstückt und uns von der Sonne auftauen lassen?
9.30 Uhr sind wir dann unterwegs – von Westen sieht man immer wieder den Nebel von der Küste hereinwabern.
Die folgenden Bilder sollen ein bisschen abschrecken (so ähnlich wie auf den Zigarettenschachteln 😎 ) – es gibt wirklich ewige Passagen ohne jegliche Abwechslung.
Zum Glück können Matte und ich uns sehr gut sehr lange sehr freundlich anschweigen 😉 😘 . Ab und zu unterbrochen von Mattes Einwortsätzen: „Trappe“, „Flughuhn“, „Lerche“, verbunden mit dem entsprechenden Blick gen Himmel bzw. Boden. Alternativ bzw. ergänzend: "krass", "abgefahren" oder "Hammer". So sagt mann schon nichts Falsches 🤪 . Mein "Cashewkern?" bzw. "Keks?" birgt auch relativ wenig Konfliktpotenzial 😉 Zu meiner eigenen inneren Unterhaltung und Erheiterung stelle ich mir ein bereits vor der Reise leicht zertrittenes Ehepaar mittleren Alters vor, sie wäre gerne nach Etosha gefahren, er hat sich mit dem Kaokoveld durchgesetzt 🤩 😄 🤪 Vor meinem inneren Auge sehe ich die Fetzen fliegen 🙄
Aber ich schweife ab - zurück zum Flughuhn:
Hübsch mit den blauen Federenden, oder?
KALT!!
Die Tarnung der Trappen finde ich übrigens genial – sie haben genau die Farben der Gesteinsbrocken im Gefieder!
Mal wieder in einem sehr trockenen Trockenflussbett - Ruth und Matthias sind nicht zu bremsen, was das Sichten und Fotografieren betrifft, Uwe und ich lassen es meistens etwas ruhiger angehen. Übrigens spielt Ruth mit dem Gedanken, sich in den Thread "Welches Schuhwerk nehme ich mit nach Namibia?" einzuklinken - ich denke, sie würde Geschichte schreiben 😄
Ein etwas weniger ödes Trockenflussbett (TFB 😉 ):
Einmal finden wir Nashorndung an Welwitchia und ab und zu Spuren – den Verursacher von beidem suchen wir aber vergeblich.
Es ist 11 Uhr, als wir beim Bergabfahren auf eine kleine grüne Oase zusteuern.
Wasser können wir keines entdecken, auch wenn hier eine Art Quelle auf dem GPS eingezeichnet ist. Aber Vögel sehen wir, die zielstrebige in die Richtung unterwegs sind, aus der wir kommen. Stimmt, da hatten wir auch so einen grünen Fleck gesehen und wir beschließen zurückzufahren, und uns dort mal umzuschauen. Zum Glück finden wir eine Fahrspur und wenig später tatsächlich Wasser.
Es gibt einige Vögel, und diverse Abdrücke im Boden. Wir tippen auf Zebra und Nashorn. Man wird bescheiden im Kaokoveld – alleine der Gedanke, dass hier ab und zu mal Tiere sind, macht zufrieden. 🙂
Viertel nach 12 erreichen wir einen schönen Aussichtspunkt, wo sich auch – sehr scheue – Zebras aufhalten.
Wir haben einen tollen Blick über eine weite, unter uns gelegene Ebene, dort grasen ebenfalls Zebras, und ganz hinten sieht man wieder den Nebel vom Atlantik. Fotografisch ist das alle sehr schwierig festzuhalten, so ohne viel Farben und Anhaltspunkte.
Wir fahren weiter und erreichen das Trockenflussbett des Mudorib. Da wir Richtung Norden fahren, haben wir volles Gegenlicht. Das Fahren ist anstrengend und eintönig. Wir schweigen uns weiter freundlich an…. 😉
Um 13.30 Uhr machen wir Mittagspause. Es herrscht grelles Mittagslicht und das Foto zeige ich auch nur, weil ich selber lachen musste, als ich es heute angeschaut habe: Matthias wirkt wie ein Kindergartenkind gegen Uwe. Das liegt daran, dass wir uns von Savanna bequeme Campingstühle haben geben lassen. Zum Rumlümmeln sind sie wirklich nicht schlecht, beim Essen, und dann auch noch an dem viel zu hohen Tisch der Muckels, fühlt man sich wie ein Zwerg im Riesenland (und Matte ist ja noch normal groß - ich konnte kaum über die Tischkante blicken 🤩 ). Da sind Ruth und Uwe mit ihren „normalen“ Klappstühlen klar im Vorteil.
Nach der Pause machen wir uns auf den Weg Richtung Hoanib, davon gibt es dann ein neues Kapitel mit etwas mehr Leben und Farbe - versprochen! 🙂
Teil 828. Aug. 2019
3. August – Vom Crowthers Trail/Theuns Campsite zum Hoanib/Die Poort (Teil 2)
Nach unserer ausgedehnten Mittagspause beschließen Ruth und ich, dass wir ein bisschen spazieren gehen wollen und marschieren schon mal los – den Mudorib runter Richtung Hoanib.
Wir werden aber sehr schnell wieder eingeholt
und erfreuen uns dann wieder zu viert an ein paar Giraffen, die uns vorsichtig, aber auch neugierig vor grünem und rotem Hintergrund begutachten.
Als sie sich vor schönem Hintergrund auf den Rückzug begeben, machen auch wir uns wieder auf den Weg.
Um kurz nach 15 Uhr treffen wir dann im schönsten Gegenlicht (logisch, wir fahren ja direkt nach Norden) auf das Flussbett des Hoanib und werden auch dort von Giraffen begrüßt.
Oberhalb können wir irgendwelche Gebäude (Rangerstation?) und ein Wasserloch erkennen, an dem reger Flugbetrieb herrscht (Ingrid, also doch Wasser 🙄 ).
Matthias und ich machen uns auf den Weg in den Hoanib – und biegen aus Versehen in den Sawurogab ab 🤩 .
Auch schön hier… 😎 😗 Aber wir werden sofort von den Muckels per Walkietalkie zurückgepfiffen 😮 . Achja, das hatte ich vergessen zu erwähnen: wir haben dieses Jahr auf die Funkgeräte von Savanna verzichtet und Uwe hat sich so ein Pärchen gelbes Kinderspielzeug zugelegt.
Funktioniert hat das in etwas so gut oder so schlecht wie die Savanna-Geräte 😉 . Aber wir hatten unseren Spaß damit 😄 .
Mit Hilfe einer großen Staubfahne zeigen uns die Eulenmuckels, wo es langgeht.
Der Hoanib besticht wie eh und je durch seine hohen Berge rechts und links mit den Sandeinwehungen und durch die großen Anabäume. Allerdings sind diese nicht mehr so richtig schön grün, sondern zugestaubt wie alles andere im Land. Aber die Giraffen darunter sorgen trotzdem für hübsche Anblicke.
Wir tuckern so vor uns hin, als Ruth von vorne durchs Funkgerät quäkt (sorry Ruth, nicht du, sondern das Gerät hat gequäkt 😊 ): „Eben sag‘ ich noch, jetzt fehlen mir nur noch Elefanten!“. Erst kapiere ich nicht so ganz, wie sie das meint, aber dann sehen auch wir im hinteren Fahrzeug die Dickhäuter, die uns teilweise entgegenkommen, teilweise links im Gebüsch versteckt sind.
Wir freuen uns natürlich mächtig und genießen die beiden Beobachtungsstellen - unsere Blicke und Kameras schweifen ständig hin und her.
Zum einen gibt es zwei Elefanten, die laut Matthias ein Techtelmechtel miteinander haben
Zum anderen entdecken wir weiter hinten (wir haben inzwischen die Muckels überholt und stehen wie diese zwischen beiden Sichtungen) einen auf Krawall gebürsteten Mini-Wüstenelefanten, der seine Verwandtschaft ziemlich auf Trab hält und ständig versucht, zwischen den Beinen des Großen durchzukommen. Wir sind alle ganz entzückt von dem kleinen Wilden und kichern im Auto vor uns hin. Schlussendlich schaffen die großen Elefanten es aber mit vereinten Kräften, ihn in die gewünschte Laufrichtung zu schubsen und dann verschwinden sie auch aus unserem Blickfeld (siehe Video).
Wir fahren weiter, denn inzwischen ist es 16.30 Uhr durch und Zeit, uns endlich nach einem Schlafplatz umzuschauen 😕 . Aber keine paar Meter weiter sehe ich aus dem Augenwinkel oben an der Böschung eine Bewegung.
Huch, aus dieser Perspektive wirken die Kerle (bzw. Mädels) ganz schon groß!
Plötzlich dreht sich der erste Richtung Flussbett, wo wir stehen, und rutscht direkt vor uns den Abhang runter.
Danach marschiert er seelenruhig die Spur entlang und verschwindet dann nach rechts.
Die zweite Elefantenkuh dreht sich während des Runterrutschens plötzlich in unsere Richtung und kurz wird es mir etwas mulmig. Aber auch sie beachtet uns kaum und folgt ihrer Kollegin. An den Reaktionen der Elefanten merkt man, dass es hier – sicher auch bedingt durch die Lodges – regen Publikumsverkehr gibt.
Wow, wie schön – endlich haben wir nach dem erfolglosen Versuch 2017 Wüstenelefanten entdeckt (okay, sie sind uns direkt über den Weg gelaufen, suchen mussten wir nicht wirklich) 😘 . Ruth ist besonders happy, denn sie hatte Angst davor, einen Afrikaurlaub ohne Elefantensichtung zu verbringen.
Trotzdem haben wir immer noch keinen Übernachtungsplatz und geben jetzt Gas, um bis Die Poort zu kommen und dort nach der Stelle zu suchen, die sich Uwe aus dem Bericht von Topobär notiert hat. Gefunden haben wir sie nicht, der erste Anlauf war nicht nach unserem Geschmack,
dafür gefällt uns die zweite Option, wo bereits ein Steenbock wohnt (auch wenn wir eigentlich woanders hinwollten, aber die Spur nicht gefunden haben).
Kurze Site-Inspection, und dann wird das Lager aufgeschlagen.
Dieser schöne und erlebnisreiche Tag klingt stilecht mit einem G&T-Sundowner aus!
Teil 929. Aug. 2019
4. August – Bitte einmal Sesfontein und zurück (Ganamub/Sesfontein/Giribis Plains/Fearlesspass/Sawurogab)
Unsere heutige Route ist etwas…. sagen wir mal…..speziell 😗 😉 😄 ! Und vermutlich würde es niemand erraten, wenn wir ihn fragen würden, auf welchem Weg wir denn wohl von Die Poort in den Sawurogab gekommen sind.
Aber der Reihe nach: in der Planungsphase waren wir uns nicht sicher, wie weit wir mit unseren jeweiligen Tankinhalten wohl kommen würden. Die Versorgungslage in Puros war uns nicht klar, dass es danach sicher nichts mehr gibt aber schon. Wir hatten zwar einen 20 Liter-Kanister für den Hilux in Palmwag aufgefüllt und bei den Muckels in einem freien Fach untergebracht. Mal abgesehen davon, dass er ständig geleckt und den Landcruiser ziemlich versaut hat (sorry nochmal Ruth und Uwe), gab er uns dennoch nicht die nötige Sicherheit. Außerdem hatte uns 2017 das Tanken in Sesfontein so gut gefallen, weil der Diesel ohne Zögern in den sonst sehr bockigen Tank des Landcruisers floss. Was lag also näher als einen Ausflug nach Sesfontein zu machen, wenn wir eh ein bisschen im Hoanib-Gebiet rumcruisen wollten 😉 ? Dazu kam die Hoffnung der Muckels, in Sesfontein auch noch Brot und Wasser zu bekommen.
Den ersten Dämpfer des Tages nach einem eigentlich recht schönen Sonnenaufgang gibt es schon vor dem Frühstück: Matthias ist nicht fit, er hatte die ganze Nacht Magenkrämpfe und ist sich sicher, dass das Bier von gestern Abend schuld ist 😣 🤢 . Er gibt aber grünes Licht für die Weiterreise und so brechen wir auf, unser Weg führt uns durch den Ganamub nach Norden, da wir keine Lust auf den Bulldust hinter dem Elephant Songs Camp haben.
Vom Westen her hat es wieder leichten Nebel.
Kurz nach dem Start müssen wir schon wieder einen Stopp einlegen und eine Elefantenandacht abhalten.
Weiter geht's:
Im Ganamub gibt es recht viel Wild, aber leider fürchtet es sich ziemlich vor uns. Viele Tiere suchen leider nicht das Heil in der Flucht nach rechts oder links, sondern rennen panisch in der Fahrspur genau vor uns her, oder parallel zum Weg am Fuße der Berge.
Mal schnell ein Angstpippi
Dann wieder kucken, was in diesen komischen Blechbüchsen sitzt:
Wir haben ein sehr schlechtes Gefühl dabei, schließlich sollten die armen Tiere ihre Kräfte für echte Notsituationen aufsparen. Entsprechend versuchen wir immer großen Abstand zu halten, aber genau dann bleiben die Tiere auch wieder stehen und starren uns an.
Ein Ohrengeier wartet leider auch nicht, bis die Muckels an Ort und Stelle sind.
Der Augurbussard hält es ebenfalls nicht lange mit uns aus und wechselt seinen Standort. Für Ruth und Matthias die Aufforderung für eine kleine Birderpirsch 😉 . Keine Ahnung, ob sie ihn erwischt haben.
So verbringen wir unsere Zeit, bis wir auf die D 3707 treffen, auf der wir uns bis Sesfontein quälen.
Die Pad ist sehr ermüdend - kurvig, eng, ausgefahren, holprig und staubig 😵 . Angenehmes Fahren geht anders. Das Tanken in Sesfontein läuft gut, auch wenn wir nicht wissen, ob das vor ein paar Stunden auch so gewesen wäre, denn noch steht der Tanklaster dort und macht gerade die Papiere fertig. Kann also sein, dass morgens gar kein Sprit dagewesen wäre. Unsere Gesichter hätte ich in diesem Fall nicht sehen wollen.
Naja, Glück gehabt – nur Brot und Wasser finden wir nicht 🙁 . Also machen wir uns wieder auf den Rückweg, dieses Mal fahren wir noch weiter, nämlich bis zum Abzweig in die Giribis Plains.
Auch hier kein Gras, es ist wirklich deprimierend.
2017 sah es so aus – nun finden wir noch bis auf die letzten Zentimeter abgefressene Grasbüschel.
Außerdem sind wir uns kurz unsicher, ob wir uns nicht verfahren haben (was bei unserem tollen Streckenplaner Uwe aber sehr unwahrscheinlich ist): sind wir denn bei den Wüstenpferden in Garub gelandet 😐 ?
In der grellen Mittagshitze fahren wir auf Signal Hill zu – und da steht doch tatsächlich schon ein Fahrzeug. Na toll….. 😵
Allerdings kommt es uns bekannt vor, erstens ist es uns kurz vor Sesfontein entgegengekommen und zweitens gehört es einem Fomi, der selber Touren führt, nämlich Olli 🙂 . So wird es doch noch ein sehr nettes Treffen, wir tauschen uns über unsere geplanten Strecken, Reifendruck und anderes Afrikalatein aus und lassen uns dann in der Sonne zum Lunch nieder. Noch ist es nicht so warm, dass man einen Sonnenschutz brauchen würde, wir knacken gerade mal so die 20°C.
Wir kraxeln noch ein bisschen auf den Hills herum, Ruth und Matthias suchen Schlangen, Uwe ist inzwischen zur Red Drum weitergefahren und ich entdecke ein mir unbekanntes Krabbeltier (wer kann helfen?)
Weiter geht es vom rechts weg Richtung Fearless Pass. Die Strecke habe ich als ganz nett in Erinnerung, Fotos habe ich keine. Der Pass selber ist nicht sonderlich furchterregend, aber man erkennt entgegen anderer Aussagen durchaus, dass es ein Pass ( der Schwabe würde sagen „ ein Pässle“) ist und man kann ihn auch nicht einfach runterheizen, sondern muss schon schauen, wo man hinfährt.
Vor Matthias und mir fliegt ein Ohrengeier auf, den Grund riechen die Muckels, die mit offenem Fenster hinterherfahren: ein totes Oryx liegt am Wegesrand (kein Foto, stellt es euch einfach vor 😛 ).
Um 16 Uhr erreichen wir dann die Stelle, wo wir in den Sawurogab nach Süden abbiegen können. Wow, das ist mal ein gigantisches Steilufer!
Da geht's rauf:
Zu unserer großen Freude kreist ein Schwarzbrustschlangenadler über uns und zu meiner noch größeren Freude "erwische" ich ihn einigermaßen 🙂 :
Hier sind wir bereits mitten im Sawurogab, es gibt einige Tiere, vor allem Springböcke, die recht lustig drauf sind:
Turmfalke
Ludwigstrappe
Inzwischen ist klar, dass wir auf diesem Fluss heute Anker werfen werden, weiter bis zum Tsuxub schaffen wir es nicht mehr. Schlussendlich war das aber völlig okay so, die Zeit am nächsten Tag hat gereicht und wir hatten dadurch noch schönes Licht am Morgen im Hoanib. Alles hat seinen Sinn….
Unser Lagerplatz ist dann ziemlich unromantisch – nämlich genau neben der Straße. Ruth überlegt sich, ob wir nicht andere stören werden, wenn wir hier mitten im Weg rumstehen. Matthias – obwohl ziemlich angeschlagen – kann sich ein Kichern nicht verkneifen: „Mit welchen Verkehrsaufkommen rechnest du denn heute noch???“. 😄 Tatsächlich haben wir schon seit Stunden kein anderes Fahrzeug gesehen und so wird es auch die Nacht über natürlich bleiben.
Abseits des Weges findet man aber tatsächlich Täubchen und Blümchen, sogar mit einem Insekt - immer wieder erstaunlich: was die wohl hierher geführt hat....?
In der Dunkelheit werfen wir das Lagerfeuer an, es soll Springbock geben.
Matthias, der Arme, kann nicht mehr, er will nur noch schlafen und zieht sich ohne Abendessen in sein Zelt zurück 😵 . Wir drei sitzen etwas bedrückt über unserem Fleisch und überlegen uns, wie es weitergeht, falls Matthias morgen komplett flachliegt. Entweder hängen wir hier einen Tag dran, die Muckels fahren bissle rum und der Patient wird von Schwester Gabi versorgt, oder ich fahre, falls Matte in der Lage sein wird, das Auto zu besteigen.
Die Nacht wird sehr kalt, hier haben wir unseren Kälterekord mit 4°C. 😣 🙄
Teil 1030. Aug. 2019
Noch ein kurzer Nachtrag zum letzten Kapitel: Olli hat mir gestern das Foto geschickt, das er von uns vor Ort gemacht hat. Da sämtliche Fotos, wo wir vier drauf sind, von Uwe (mit Selbstauslöser) und noch jemanden, den wir unterwegs getroffen haben (aber in dieser Stelle sind wir noch nicht) gemacht wurden, freue ich mich, dass ich jetzt dieses hier habe und auch zeigen darf (oje, Matte und Muckels hab ich noch nicht gefragt, aber es sieht ja niemand gruselig drauf aus, also hoffe ich mal, dass es okay ist) 🙂
Olli schrieb übrigens: >>> ...da stellten sich plötzlich, ...inmitten der menschenleeren Wildnis, zwei Selbstfahrer-Pärchen direkt neben uns! Unerhört! Aber dann hörte ich den fragenden Ruf: "Olli?" Da war ich sprachlos, ...und meine Gäste auch!<<<
Naja, Olli - sehr lange warst du nicht sprachlos....das schaffst du doch gar nicht 😄 😉
LG Bele
Teil 1130. Aug. 2019
5. August - Vom Sawurogab nach Puros (Teil 1)
Die Nacht war – wie gesagt – hässlich kalt und auch sonst ganz und gar nicht nach seinem Geschmack, wie Matthias uns nach dem Aufstehen wissen lässt 🤢 . Allerdings will er von meinem Angebot, das Steuer zu übernehmen, auch keinen Gebrauch machen. Das Fahren wäre das kleinste Problem, meint er…… Vermutlich hätte Bele am Steuer nur noch zu mehr Magenkrämpfen geführt…. 😊 🙄
Nachdem er ein bisschen von meinem Knäckebrot, über das er sich bisher nur lustig gemacht hat, geknabbert und Tee getrunken hat, fühlt er sich in der Lage, den heutigen Tag in Angriff zu nehmen. Heute kommt unsere Flusskreuzfahrt so richtig ins Laufen, vom Sawurogab geht es über den Hoanib in den Tsuxub und dann schlussendlich in den Hoarusib.
Gleich nach der Abfahrt sehen wir wieder viele Springböcke. Mit etwas Fantasie kann man sich auch einbilden, dass es hier noch ein paar Grashalme zu knabbern gibt.
Die Muckels gehen heute auf Straußenjagd – leider ist das Foto während der Fahrt aus dem Auto heraus verwackelt, aber man sieht vielleicht, wie uns die Tiere immer vor den Autos herlaufen.
Diese beiden retten sich irgendwann zum Glück zu einer Giraffe, die das Treiben ganz gelassen betrachtet.
Die Fahrt im Sawurogab nach Süden Richtung Hoanib ist traumhaft schön – was für ein Licht, was für eine Sicht 🤩 ! Wir lassen die Muckels ein gutes Stück vorausfahren, aber immer noch in Sichtweite und genießen die Landschaft.
Nachdem wir den Fluss an der Stelle verlassen, an der wir vorgestern aus Versehen eingefahren sind, steigen wir aus und spazieren ein bisschen im Hoanib herum.
Wir sind uns einig, dass es gut war, gestern hier nicht mehr gefahren zu sein, denn heute morgen haben wir einfach viel besseres Licht und können alles so richtig genießen. Auf der Ebene über dem Flussbett schaut mich plötzlich diese Giraffe an und da ich ihr als Fußgängerin offensichtlich suspekt bin, ergreift sie die Flucht.
Nun fahren wir nach Westen, dabei sehen wir viele Tiere am Wegesrand.
Am meisten haben es mir diese 16 18 (danke Matthias 😘 !) Strauße angetan (ja, es sind 16 18, die Nr.5 und 6 stehen ein bisschen eng beieinander) – keine Ahnung, was das für ein Treffen ist.
Bald kommen wir zum ersten Schmankerl, das Uwe uns versprochen hat: die Amspoort Gorge.
Hier halten wir uns eine Weile auf, am liebsten würden wir warten, bis das Licht besser wird und ausgiebig herumspazieren.
Aber inzwischen haben wir gelernt, dass unsere Tagesetappen zwar kilometermäßig nicht sehr üppig sind, wir aber sehr viel Zeit brauchen, weil wir erstens meistens gemütlich fahren, entweder gewollt oder weil es einfach zu rumpelig ist, und zweitens tausend Gründe finden, um anzuhalten. Heute wollen wir aber definitiv bis nach Puros kommen und wir liegen in unserer Planung durch die vorgezogene Übernachtung im Sawurogab statt im Tsuxub etwas zurück.
Also geht es weiter – und nun können wir plötzlich Kilometer fressen.
Die Spur führt zunächst direkt durch den Tsuxub mit etwas Wellblech, dann westlich davon. Alles Sand und bald glatt wie ein Kinderpopo. Matte grinst mich irgendwann selig an und meint nur „Ein Jungenstraum!“ 🙂 Wir sind uns einig, dass Paris-Dakar nicht schöner sein könnte. 😉
Immer wieder ergeben sich tolle Ausblicke.
Weiter geht’s auf Pisten, auf denen man Raum und Zeit etwas aus dem Blick verliert.
Doch irgendwann haben uns die roten, scharfkantigen Steine und damit die Realität wieder – zum Glück gibt es als Belohnung einen Aussichtspunkt, wo wir mal wieder einen Stopp einlegen.
Hier sehen wir auch seit langer Zeit mal wieder ein anderes Auto, es scheint ein Tourfahrzeug zu sein.
Weiter geht es eine zeitlang durch felsigeres Gelände, bis wir kurz vorm Hoarusib sind.
Hier sind wir auf dem Weg zum nächsten Schmankerl, das Uwe recherchiert hat – er hat definitiv seinen Beruf verfehlt und sollte eigentlich Reiseunternehmer für das südliche Afrika werden.
Den zweiten Teil des Tages gibt es im nächsten Kapitel.
Teil 1231. Aug. 2019
5. August - Vom Sawurogab nach Puros (Teil 2)
Auf dem Programm stehen jetzt die Clay Castles. Olli hatte bei unserem Treffen am Signal Hill schon davon gesprochen und Uwe hatte die wohl sowieso schon im Blick. Wir sind hier an einem Castle südlich vom Hoarusib, am nördlichen Ufer haben wir später von Weitem auch einige gesehen.
Wieder halten wir uns eine ganze Weile auf – ich versuche, das Castle zusammen mit Matte zu fotografieren (der kleine helle Punkt auf dem zweiten Bild), damit man eine Vorstellung von der Größe bekommt (und naja, weil ich zu faul war, runterzusteigen 😊 ).
Von hier sind wir gekommen:
Schlussendlich können wir uns losreißen – schließlich steht ein Wiedersehen mit unserem guten alten Bekannten, dem Hoarusib bevor 🙂 . Dieses Mal sollen wir den Unterlauf kennen lernen, worauf ich mich sehr freue. Wir fahren kurz hinter dem Schoemanns Camp (wobei es meines Erachtens Leylandsdrift Camp heißt, von Skeleton Coast Safaris betrieben wird und dies wiederum quasi ein Familienunternehmen der Schoemans ist - man möge mich korrigieren, wenn das so nicht stimmt) ins Flussbett ein, kurz müssen wir durch Tiefsand, weil wir nicht die ausgewiesene (die vermutlich die Popelselbstfahrertouristen von den Gästen der Lodge fernhalten soll), sondern die direkte Strecke fahren.
Dann sind wir im Puros Canyon - sehr, sehr schön!
Nach ein paar Minuten kommt die enttäuschte Stimme von Ruth durchs Mikrofon: "Ach menno, letztes Mal gab es hier noch richtig Wasser." Naja, was will man schon in diesem Dürrejahr erwarten? Matthias und ich fahren weiter, und plötzlich sehen wir Oryxe, die offensichtlich am Trinken sind (auch wenn sie dann ganz schnell Fersengeld geben).
Auch ein FlussDreibandregenpfeifer (danke Matthias 😘 ) hüpft – wenig serviceorientiert nur sein Hinterteil zeigend - herum.
Sollte es vielleicht doch noch ein bisschen Wasser geben?
Ja, es gibt - und nicht wenig 😉 .
In den nächsten 1,5 Stunden sehen wir mehr Wasser als uns manchmal lieb ist.
Anfangs machen die Wasserdurchfahrten noch Spaß, aber eine jagt die andere, man ist sich nie sicher, wie der Untergrund ist, mal matschig, mal griffig mit Kieseln.
Ruth fängt an zu murren: "So hab ich mir das mit dem Wasser nicht vorgestellt." Tja, nächstes Mal bitte präziser wünschen, mit Wassertiefe und Durchfahrtsbreite sowie Anzahl der Durchfahrten 😗 😄 .
Ab uns zu marschiert sie wie gewohnt durchs Wasser, in der Hand ihre neue Videocam, was mich immer an einen Selfiestick erinnert 😛 .
Als wir vermehrt tote Kühe am Ufer liegen sehen und sie vor allem auch riechen, verzichtet Ruth auf ihre Spaziergänge 🤢 . Zum vielen Wasser passend finden wir auch einen Graureiher.
Leider habe ich nicht mitgezählt, wie viele Crossings wir schlussendlich hatten, aber irgendwann sind wir der Meinung, dass wir das jetzt nicht mehr filmen müssen. Ein paar Sequenzen haben es aber - nicht zuletzt wegen der tollen Landschaft - auf die Speicherkarte geschafft (ich weiß, das ist Mattes Spruch) – hier eine kurze Zusammenfassung der bewegten Bilder.
15.35 Uhr nähern wir uns Purros (oder Puros – es gibt zwei Schreibweisen und ich bin absolut nicht sicher, welche die richtige ist. Sobald mir mein neuer Kontakt – der morgen ins Spiel kommt - aus Pur(r)os antwortet, werde ich ihn aber mal fragen 😎 .)
Hier sieht es irgendwie oben nach Wüste und unten nach Allgäu aus 😄 .
An einer Wasserstelle sitzen viele Locals und waschen sich. Erst finden wir es komisch wegen der toten Kühe, aber dann schalten wir unser Hirn ein, die toten Kühe sind ja weiter flussabwärts. Hier scheint frisches Wasser aus einer Quelle zu kommen und nach Westen zu fließen, denn weiter Richtung Osten ist Schluss mit Wasser, nur das breite trockene Flussbett des Hoarusib. Inzwischen habe ich nachgelesen: "Im Unterlauf des Hoarusib westlich von Purros finden sich größere, ganzjährige Feuchtgebiete. Hier trifft der Grundwasserfluss des Hoarusib auf eine Härtlingsschwelle, so dass dort Grundwasser oberflächlich austritt. Auch im weiteren Verlauf treten immer wieder Quellen oder anstehendes Grundwasser auf."
Man lernt nie aus 😮 – und ich finde diesen Fluss immer faszinierender 🤩 ! Ich liebe ja sowieso Flüsse, Flusssysteme und alles was damit zusammenhängt. Von daher bin ich genau richtig auf dieser Kreuzfahrt und sehr glücklich mit allem, was wir heute und überhaupt bisher erlebt haben 🙂 🙂 🙂 . Wobei ehrlich gesagt eine Wasserdurchfahrt das letzte war, was ich auf dieser Reise erwartet habe 🤩 😄 !
Den letzten Teil des Tages, der nicht minder schön war 😘 , gibt’s im nächsten Kapitel.
Teil 1301. Sept. 2019
5. August - Vom Sawurogab nach Puros (Teil 3)
Wir nähern uns unserem heutigen Ziel - ich finde die Kulisse bei Puros alleine ja schon atemberaubend, aber mit Elefantendeko unschlagbar!
Die Beiden sind offensichtlich unterwegs in Richtung Wasser, also in die Richtung, aus der wir kommen.
Bei näherem Hinschauen erkennen wir, dass das Elefantenkind nicht etwa mit seiner Mutter, sondern mit einem Bullen unterwegs ist. Keine Ahnung, was da passiert ist. Entweder holt der große Bruder den Kleinen nur aus dem Kindergarten ab, oder Mama ist einfach nur schon vorausgeeilt – oder seiner Mutter ist tatsächlich etwas zugestoßen 😵 . Die Fantasie kennt da ja keine Grenzen. Ich hoffe, es gibt eine ganz harmlose Erklärung… 🙄 (Edit: danke Stefanie Zugvogel für den Input weiter unten - ich finde das zwar traurig, aber jetzt auch sehr spannend. Auf der Desert Elephant Conservation Facebook Seite habe ich über unsere Sichtung berichtet!)
Auf jeden Fall ist der Bulle ziemlich flott unterwegs
und der Kleine hat Mühe, Schritt zu halten – der Abstand wird immer größer.
Die Beiden kommen uns immer näher
Dann muss der Große aber mal wegen eines dringenden Bedürfnisses anhalten – und wir werden so Zeuge eines ganz besonderen Naturschauspiels: Die Totale Elefantenfinsternis 2019!
Hier tritt der Kleine in den Kernschatten ein
Die totale Finsternis auf ihrem Höhepunkt 🤩
Und schon ist das Naturereignis Geschichte 😉 😄
Jetzt hat der Kleine die Führung übernommen, was sich der Große aber nicht lange gefallen lässt. er holt schnell wieder auf.
Völlig unbeeindruckt ziehen die Zwei an uns vorbei
Nun wird es aber Zeit, dass wir zu unseres Campsite kommen – also nichts wie los! Denkste -keine 3 Minuten später, wir sind schon auf Höhe der ersten Behausungen von Puros, gibt es wieder einen elefantenbedingten Halt.
Zwei Bullen fressen gemütlich an einem Busch, beschließen dann aber, unseren Weg zu überqueren.
Einer der beiden ist sehr beschwingt unterwegs (und läuft mir dabei aus dem Bild 😠 ), und für ein Staubbad ist auch noch Zeit.
Ausnahmsweise gilt heute rechts vor links in Namibia
Wir freuen uns sehr, als einer der Beiden dann nach Höherem strebt – so ergeben sich ein paar sehr nette Motive
Knack und zack – endlich ist er erfolgreich 🤩
Der Kleinere denkt sich nur „pfffffff“ und nimmt eine Staubdusche.
Auch wir gehen mal eine Runde staubduschen – Uwe und Matte liefern sich ein kleines Rennen auf der breiten Piste Richtung Campsite.
Wie 2017 quartieren wir uns auf der Community Campsite ein – ich liebe diesen Platz ! Wir bekommen von dem sehr freundlichen Tarecaker 😎 (Ruth hat sich einmal versprochen, seitdem heißen die netten Platzbetreiber jetzt so bei uns!) die Nr.4 Nr.3 (danke Matthias) zugewiesen (Foto folgt im nächsten Kapitel), ein riesiger Platz unter ebensolchen Bäumen mit zwei Duschen (theoretisch, eine wurde von den Elefanten platt gemacht) und zwei Toiletten. Außer uns ist niemand in dem gesamten Camp. Nach drei Tagen Bushcamp freuen wir uns sehr auf und über eine Dusche, die ja dort so hübsch in die Bäume und Büsche integriert ist. Ich glaube, ich bin die erste, danach folgt Ruth. Plötzlich schreit sie nach Uwe 😮 – denn sie hat Besuch von Kühen und Ziegen bekommen, die sich über den Wassersegen sehr freuen. Ich meine mich zu erinnern (Ruth/Uwe??), dass eine sich sogar mit einem Horn im Zaun verfangen hat, auf jeden Fall ist die Lage vor Ort wegen des tierischen Andrangs etwas ungemütlich. Uwe klärt die Situation und Ruth kann frisch geduscht ihre neuen Freunde bei unserem Spülbecken begrüßen.
Diese werden wir so schnell auch nicht los – denn vielleicht gibt es ja außer Wasser sogar etwas zu essen bei uns? Uwe rettet schnell sein Brot
und die beiden beratschlagen, wie sie weiter vorgehen sollen.
Es gibt hier auch sehr viele Vögel, ich kann mich erinnern, dass Ruth keine 5 Minuten stillsitzen konnte, sondern ständig auf der Pirsch und manchmal sogar nicht mehr auffindbar war. Ich allerdings bin wohl nicht im Birdermodus gewesen, ich finde nur diesen Star in meinen Bilddateien.
Matthias ist immer noch nicht ganz fit, kann aber schon wieder etwas feste Nahrung zu sich nehmen und so lassen wir den Abend nach dem gemeinsamen Essen (keine Ahnung, was es gab) an dem schönen Feuerplatz ausklingen – von dem ich leider kein Foto habe.
Morgen geht es dann weiter Richtung Nordwesten!
Teil 1401. Sept. 2019
Danke Stefanie - ich denke, das passt!
Schau mal - hier wird von einem Elefanten mit einem Loch im rechten Ohr gesprochen:
So ein Loch hatte der einzelne Elefant, der den Kleinen begleitet hat (Foto von mir) :
EDIT: in dem Film (siehe unten) sieht man später auch den Elefanten mit dem Loch, das ist einer der beiden, von denen dort berichtet wird!
der eine Elefant hat genau so einen Riss im Ohr, wie derjenige, den wir 3 Minuten später mit einem anderen zusammen getroffen haben (Foto von mir).
Ich gehe mal davon, dass sich die ganze Herde um das Kleine kümmert, und man es mal mit dem einen, mal mit dem anderen, mal mit mehreren aus der Herde zusammen sieht.
Vielen Dank für die Infos.
@ Matthias, das Kalb bei dir wurde aber weggebracht - oder? Den Artikel kann ich nicht öffnen.
LG Bele
Teil 1501. Sept. 2019
fotomatte schrieb:Das Kalb wurde weggebracht, aber erst in der folgenden Woche, nachdem wir es gesehen hatten. Ich habe den Artikel der AZ aber auch nicht gelesen.
Okutala Lodge sagt mir gar nichts. Aber du bist doch so superduper vernetzt ( fb und lauter sone Sachen ), das findest du doch spielend raus, oder? 😵 😗
Ich vermute, dass es sich um ein anderes Kalb handelt, denn der Film und die Infos von Facebook von oben sind schon von Juli.
Die AZ (hab den Artikel inzwischen offen) spricht aber am 14.8. davon, dass die Mutter am Samstag zuvor gestorben ist.
Teil 1601. Sept. 2019
fotomatte schrieb:Hallo Gerhard,
ja, das ist wohl die Lodge, wo die Kleine hingebracht wurde.
Bele, ich vermute trotzdem, dass es besagtes Kalb ist, denn es werden wohl kaum innerhalb kurzer Zeit zwei Mütter versterben und die entsprechenden Kälber von Bullen adoptiert werden. Und wenn ja, hätte man da bestimmt was drüber gelesen. Und die AZ hat ja nicht geschrieben, an welchem Samstag die Kuh verstorben ist. Hoffentlich geht´s der Kleinen gut. Viele Grüße, Matthias
Ich glaube, dass es sich um zwei verschiedene Kälber handelt, denn laut Facebook ist "unser" Kalb, das von dem Elefanten mit dem Loch im Ohr begleitet wird, bereits seit 2018 ein Waisenkind - also liegen die beiden Sterbefälle nicht sooo nahe beieinander.
We have been studying this herd of elephants for 15 years. These bulls are well-known in the Purros area. The smaller bull, with hole in right ear, is 19 years and is the brother of the calf. The male calf was born in 2016 and orphaned in 2018 when the mother died of unknown cause. He's been looked after by his older brother for over a year now, and is small for his age due to lack of mother's milk from age 2 on. The larger bull is 27 years old and is a close friend / "uncle" of the calf. Desert elephants are known to regurgitate water from their stomachs and spray it on their skin to cool down.
Ich muss mal schaun, ob man irgendwo auf den Fotos erkennen kann, ob der Kleine ein Junge oder ein Mädchen ist (denn es wird ja von einem male calf gesprochen in dem Facebookartikel und das Kalb, das nach Okutala gebracht wurde, ist ein Mädel) - kannst ja parallel auch mal deine Bilder durchschauen, bitte !
Achja, und in der AZ wird von einem 2 Jahre alten Kalb gesprochen, d.h. es wurde 2017 geboren, das andere aber 2016.
LG Bele
Teil 1701. Sept. 2019
Junge oder Mädchen?
Teil 1802. Sept. 2019
So, der "Fall" scheint gelöst - ich hab gestern folgendes Foto an die Desert Elephant Conservation geschickt
und heute Nacht folgende Anwort bekommen:
"Thank you for the photo and update. They are the orphan brothers. "
Es ist also wie vermutet nicht das weibliche Kalb, das nach Okutala gebracht wurde. Was aber dennoch sehr betrüblich ist, ist folgende Aussage (im Zusammenhang mit den beiden, 2018 und 2019 verstorbenen Müttern): "And so another 2 desert elephants will be gone, leaving only 10 elephants in this dwindling herd in the Hoarusib that numbered close to 30 when we first started research here 15 years ago." 🙁
Gruß Bele
Teil 1903. Sept. 2019
6. August 2019 - Von Pur(r)os nach Irgendwo (Teil 1)
So, nachdem ich euch lang genug mit meiner rührenden Elefantengeschichte gelangweilt habe 😉 , geht es hier endlich weiter!
Ich glaube, die Nacht war nicht mehr so kalt wie die vorherigen - Ruths Bitten wurden also erhört. Aber auch hier wird gelten (wie mit dem Wasser im Hoarusib): bitte nächstes Mal etwas präsziser wünschen, Höchststemperatur angeben und so 😗 !
Aber jetzt erst nochmal unsere Campsite in ihrer ganzen Schönheit - der Baum ist doch der Wahnsinn, oder?
Topobär, wenn man in Verlängerung des Landcruisers weitergeht, ist in Laufrichtung linkerhand Gebüsch, in welches man reingeht, dort hat es links ein WC und rechts zuerst eine kaputte und dann eine intakte „Badezimmerkabine“. Außerdem gibt es, wenn man von der Spitze des Landcruiser aus im rechten Winkel nach hinten (aus meiner Kamerasichtweise) geht, rechterhand im Gebüsch nochmal ein WC. Uns wurde alles gezeigt, vielleicht, weil wir mit zwei Fahrzeugen dort waren.
Nach dem Frühstück wird zunächst unser Hilux auf Vordermann gebracht.
Wir haben ihn mit einigen Kabelbindern versehen von Savanna übernommen. Diese haben sich inzwischen verabschiedet und werden von Matte und Uwe fachmännisch ersetzt (die Kiste war zudem auch noch mit Panzertape zusammengeklebt, das wurde bei der Übernahme entfernt, wir haben es dann aber sicherheitshalber später wieder angebracht, man weiß ja nie….) 😕
Danach wollen wir das Tanken in Puros testen, man hat ja schon viel darüber gelesen. Die Jungs nutzen das zu einem kleinen Autorennen, Paris-Dakar lässt grüßen! 😛 Dabei stellt Matthias freudig fest, dass sämtliche Warnleuchten, die gestern nach unseren Wasserdurchfahren im Auto eine Partybeleuchtung verursacht haben, nun erloschen sind! 🙂
Zunächst versuchen wir es bei der Omenje Campsite, die mit Diesel wirbt.
Aber leider ist es heute ausverkauft. Der nette Tarecaker ( 😉 ) telefoniert aber sofort für uns rum und wir werden von Pontius dann mit einem Umweg über Pilatus
zu Collin geschickt.
Collin ist DIE Topadresse in Puros für Dieseleinkäufe. Er ist supernett und erklärt uns, woher er den Sprit bezieht, zu welchen Preisen und legt somit seine Gewinnspanne ohne großes Blabla offen dar.
Auf seinem Gelände werden auch Steine für den Hausbau hergestellt,
nebenbei macht er noch für den Ausbau der Kirche Werbung (Spenden werden gerne angenommen 😎 )
und seine beiden Kinder darf ich auch noch zusammen mit ihm fotografieren.
Angeblich hat er Whatsapp, aber die Fotos sind bis heute noch nicht bei ihm angekommen, sprich er war nicht online. Er versichert aber, dass man jederzeit von unterwegs oder auch von Deutschland aus bei ihm anrufen und nachfragen kann, ob er momentan Diesel oder Benzin vorrätig hat.
Nebenher betankt er zuerst den Landcruiser und dann unseren Hilux.
Über solche Themen wie Grundwasserverunreinigung oder Bodenkontaminierung durch verschütteten Diesel (der ihm auch über die nackten Füße läuft) unterhalten wir uns heute nicht, man möchte ja beim ersten Kennenlernen nicht gleich irgendwelche Reizthemen ansprechen, sondern mit Respekt und auf Augenhöhe kommunizieren 😎 😗 🤪 (Ich hoffe, die LeserInnen hier sind großräumig im Forum unterwegs, sonst werde ich eventuell missverstanden 🙄 ) . Das Fahrzeug befreit er aber penibel mittels Putzlappen von Dieselresten nach der Tankaktion – Ordnung muss sein.
Ich mache noch ein paar Fotos von Puros – hier gefällt es mir immer mehr
(Ja, auch DAS ist Puros)
und ich würde gerne mal ein paar Tage auf der Community Campsite bleiben, ein bisschen das Dorf näher kennen lernen (der Supermarkt ist nach meinem Geschmack, da wird man nicht von einem Überangebot erschlagen, durch das man sich mühsam durchkämpfen muss)
und die tolle Umgebung abfahren und abwandern.
Aber wir müssen weiter 🤩 – heute wollen wir bis irgendwo mindestens Höhe Orupempe kommen und unser Reiseleiter Uwe, der etwas oberflächliche, kumpelhafte Rheinländer 😗 (siehe oben) , hat wieder diverse Sehenswürdigkeiten auf dem Programm.
Trotzdem gibt es am Ortausgang Pur(r)os noch einen Blick zurück.
Auch vor Ort ist man sich uneinig über die Schreibweise 😐 . Das zweite Schild von links ist übrigens von Collin, das ist auch seine Handynummer!
Hier kann man ganz links unten an diesem toll gefärbten Berg die Okahirongo Elephant Lodge erkennen.
Die Muckels verabschieden sich um 10 Uhr mit einer langen Staubfahne von uns
– eine knappe Stunde später gibt es dann den nächsten Stopp an einem tollen Aussichtspunkt mit Blick über die Skelettküste – davon aber dann im nächsten Kapitel.
Teil 2004. Sept. 2019
6. August 2019 - Von Pur(r)os nach Irgendwo (Teil 2)
So, hier befinden wir uns auf dem Weg zum besagten Aussichtspunkt. Diesen hatte Uwe aus dem Netz gefischt - um genauer zu sein aus dem Forum. Wer genau für diesen Aussichtspunkt zuständig ist, weiß ich gerade nicht, aber wir haben von einigen Reiseberichten profitiert - herzlichen Dank 😘
Ein bisschen steil – ich steige unter dem Vorwand, fotografieren und mal wieder die Beine bewegen zu wollen aus 😗 . Bei solchen Stellen (auch wenn sie auf dem Foto harmlos aussehen 🙄 ) bin ich keine gute Beifahrerin 😊 .
Ganz oben, auf der zweiten Kuppe angekommen, auf der unseren beiden Fahrzeuge gerade so Platz finden - wie man nachher wenden kann, ist ein anderes Thema 😛 ) gibt es aber kein Halten mehr, jeder von uns kann sich weder sattsehen noch sattfotografieren.
Man hat einen nahezu 360°-Ausblick und je nach Himmelsrichtung und entsprechendem Sonnenstand sowie anhängig vom "Bodenbelag" sind die Farben leuchtend oder pastell. Die Dimensionen und den immensen Weitblick kann man eigentlich nur begreifen, wenn eine Person mit auf dem Foto ist. Mit dem Wetter hatten wir natürlich auch ziemliches Glück 🙂
Es gedeiht auch erstaunlich viel hier - vorallem natürlich Flechten (das erinnert mich sehr an meinen Kuisebausflug 2015)
Und noch mehr Landschaft.....(inklusive Nebelwand vom Atlantik und Dünengürtel und irgendwo dahinten muss das Wrack der 1942 gesunkenen bzw. gestrandeten Sir Charles Elliot liegen)
....mit Minimitreisenden
Hier mal alle drei - war gar nicht so einfach.
Ich finde, Matthias würde sich sehr gut als Lone Man machen 😉 – vielleicht ein neues Aufgabenfeld in Namibia, mein lieber Driver 😘 ?
Zurück ist es – Überraschung 😄 – wieder steil und außerdem hängen die Autos deutlich nach links 😐 🙄, das will ich dann doch lieber nicht noch mehr unterstützen und steige erst gar nicht ein. Man bewegt sich in einem solchen Urlaub eh viel zu wenig 😗 .
Wir genießen diesen herrlichen Platz fast eine Stunde lang. Im nächsten Kapitel geht's dann weiter mit Sightseeing 😉 - bis dahin liebe Grüße von Bele