Reisebericht

ECUADOR & GALAPAGOS - mal ganz was anderes!!!

von bayern schorsch · begonnen 17. Mai 2019 · 25 Teile

Teil 117. Mai 2019
Wer den Bericht ohne Kommentare lesen möchte, bitte auf die Sonne rechts oben klicken.

Servus zusammen,

der bayern schorsch ist mal wieder unterwegs. Und was soll ich Euch sagen? Nach 10 x Afrika wollten wir den diesjährigen „großen“ Urlaub unbedingt mal in einer völlig anderen Region dieser Welt machen. Zuächst stand Costa Rica ganz hoch im Kurs, allerdings war die Kommunikation – sagen wir mal – nicht ganz so, wie wir uns das wünschten. Lange haben wir bei den verschiedenen Unterkünften auf Antworten gewartet, haben zwei oder dreimal nachfragen müssen, und das Wort „Discount“ scheint bei den meisten Unterkunftsbetreibern ein Fremdwort zu sein. Man hatte oft direkt den Eindruck, dass die Costa Ricaner (sagt man so?) uns nicht unbedingt wollen.

Irgendwie ist der Funke einfach nicht übergesprungen, und was uns bei CR ein bisschen abgegangen ist, das war so ein Forum wie dieses hier. Da gibt es zwar schon ein Latinportal, aber die Auskünfte waren teils sehr widersprüchlich, und ganz krass war, dass man schon bei der ersten Anfrage mindestens 10 Werbemails von Touranbietern bekommen hat.

Über Argentinien, das bei uns gaaaaaanz weit oben auf der to-do Liste steht, haben wir uns nicht so recht herangetraut, und irgendwann ist dann die Idee entstanden, „Mensch, wie wär´s denn mit Ecuador und den Galapagos-Inseln“? 🤨

Nun, gedacht und auch schon gleich getan. Die Planungen machten einen großen Spaß, wir haben uns die entsprechende Lektüre gekauft und vor bald einem Jahr haben wir dann losgelegt:

🙂 ECUADOR kombiniert mit GALAPAGOS, das war für drei Wochen unser Ziel. 🙂

Einen RB zu schreiben konnte ich mir ursprünglich nicht vorstellen, aber nachdem immer wieder Forumsmitglieder mich gebeten haben, hier einen Bericht reinzustellen, und ich natürlich beim Forumsbetreiber Chrigu nachgefragt habe, ob das auch in Ordnung ist, lege ich jetzt einfach mal los.

Die Bilder sind sortiert, wobei bei uns ja immer das Filmen im Vordergrund steht. Also bitte um Nachsicht, wenn wir hier nicht mit den allertollsten Fotos aufwarten. Aber wir haben uns redlich bemüht, und als Einstimmung erlauben wir uns, hier mal ein paar wenige Bilder hochzuladen. Vielleicht macht´s ja Lust auf mehr, und falls nicht und falls jemand mit Südamerika so gar nichts anfangen kann, der braucht sich das Zeugs ja nicht anzuschauen. 😉 😉 😉

Quito, die Hauptstadt Ecuadors
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Wachablösung auf dem Plaza de la Independencia mit hochrangigem Besuch
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Der Anden-Condor, mit über 3 m Spannweite der größte flugfähige Vogel der Welt
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der Cotopaxi, unser Favorit der Vulkane, 5.897 m
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der Chimborazo, mit 6.268 m der höchste Berg des Landes
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freilebende Vicunas im Andenhochland
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Zugfahrt auf der Teufelsnase
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hoch über den Wolken
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weiße Sandstrände auf Galapagos
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leider besetzt 🙁
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Monsterungeheuer am Strand
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und die hat auch Vorfahrt
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noch ein paar Monster 😈
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Bartolomé Island, eine der schönsten Inseln der Galapagos
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Rotfußtölpel – red footed Booby 😘
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Blaufußtölpel – blue footed Booby 😘

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Strandungeheuer 😈
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Fregattvogel – Frigatebird
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ein mächtiger Bursche
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einer der kleinsten Zwerge der Galapagos
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So, der Anfang ist gemacht. (ist ja immer ein kleines Abenteuer, wenn die Bilder hochgeladen werden)

Ihr seid alle herzlichst eingeladen. Wer uns begleiten will, der kommt mit auf eine schier unglaubliche Reise mit wahnsinnigen Eindrücken. In ein Land, das vor lauter Landschaft regelrecht überquillt, mit einer sagenhaften Tierwelt, mit superfreundlichen Menschen, mit klasse Unterkünften.

Herzlichst,
der bayern schorsch
Teil 219. Mai 2019
Tag 1, Flug nach Ecuador und Ankunft in Quito:

Die Avianca wartet auf uns am Flughafen in München:
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Abflug von München abends um 22.45 Uhr mit der kolumbianischen AVIANCA, immerhin Member of the Star-Alliance. Der Flug startet (das haben wir selten zuvor erlebt) 5 Minuten vor der planmäßigen Abflugszeit, und schwubs sind wir 12 Stunden später, also grad mal nach ein paar wenigen Stunden, in Bogota / Kolumbien, gelandet. Dort gibt’s einen Zwischenaufenthalt von ein paar Stunden, den wir uns mit freundlichen Kolumbianerinnen und beim „Hut probieren“ vertreiben.
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Insgesamt sind wir rund 14 Stunden in der Luft und 3 Stunden am Boden, also schlägt die gesamte Zeit mit rund 17 Stunden zu Buche. Dafür sind wir aber jetzt auch in Südamerika!

Das Essen an Bord war nicht gut, der Service regelrecht schwach. Allerdings kam ich als großgewachsener Mensch in den Genuss, einen XL-seat zu bekommen, und das zum Nulltarif. Zwei Reihen hinter Schorschine, also waren wir nicht all zu weit voneinander gesessen. Ein upgrade in die Business-Class war nicht zu bekommen, der Flug war fully booked.

Was soll ich sagen? Die 12 Stunden Langstrecke vergehen schon irgendwie. Mehr oder weniger quält man sich durch die Nacht, aber man weiß ja, auf was man sich eingelassen hat. Mit einem leichten Schlaftabletterl, dem einen oder anderen Film im Entertainment, so vergeht Stunde um Stunde.

Auf Grund der Zeitverschiebung von immerhin 7 Stunden landeten wir überpünktlich morgens um 9.00 Uhr auf dem Aeropuerto Internacional Mariscal Sucre. Perfekt – jetzt sind wir also in Quito, der immerhin mit 2.850 m höchstgelegenen Landeshauptstadt der Welt. Wow!!! 🙂 😁

Ein gutes Gefühl kommt auf, denn oft ist man nicht in diesen Höhen unterwegs. Aber das Ganze soll ja noch viel viel höher werden. Der Flughafen liegt ca. 40 km außerhalb der Stadt bzw. von unserer Unterkunft entfernt. Man muss wissen, dass Quito mit seinen 2,5 Mio Einwohnern eine Längsausdehnung von sage und schreibe 60 km (!!!) hat, und das bei nur wenigen Kilometern Breite. Eingebettet in die Andengebirgskette, das sieht schon alles mehr als krass aus und ist fototechnisch gar nicht so recht einzufangen. Hier ein paar Eindrücke dieser großen Stadt:
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Zurück zum Flughafen: wir ordern ein Taxi (25 USD) und brauchen für die Strecke vom Flughafen bis zu unserem Gästehaus eine Stunde. Der Verkehr ist dicht, und obwohl wir am Flughafen mit dem Taxichef klar vereinbart haben, dass uns unsere Taxifahrerin an einem Bankomaten vorbeifährt, fährt die gute Frau uns prompt bis vor die Türen unseres Gästehauses.
Hmmmm...., das ist eigentlich nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Also musste uns der Sohn unseres Gästehauses das Taxi auslösen 😮 , und mit eine unserer ersten Aufgaben war, in Quito einen Bankomaten ausfindig zu machen.

Die Sache mit dem Geld sorgte ja schon zu Hause für kleinere Meinungsverschiedenheiten. 😈
Wäre es nämlich nach meiner Schorschine gegangen, so hätte man bereits hier in Deutschland incl. den entsprechenden hohen Gebühren die Dollarnoten besorgen sollen. Das widerum gefällt dem guten Schorsch überhaupt nicht, schließlich hat man doch hier in der großen Stadt jede Menge Bankomaten. Na ja, man lernt halt nie aus, denn ein paar Dollars wären schon recht gewesen. Erst beim fünften oder sechsten Automaten bekamen wir Bargeld, nämlich bei der Banco Pichincha, und so war auch für Schorschine die Welt endlich wieder in Ordnung. Zurück im Gästehaus haben wir als erstes unsere „Schulden“ zurückbezahlt, und dann haben wir eingecheckt.

http://www.hotelcasagardenia.com

Preis 97,60 USD eine Nacht in der Penthouse-Suite für 2 Pers. incl. breakfast und incl. Tax,
das war die Bleibe für die nächsten drei Nächte. Zur näheren Auswahl (nach genauer Recherche und dem Lesen unzähliger Reviews) standen das Casa Eden, das Casa Ecuatreasure oder eben unser gebuchtes Casa Gardenia, alle Häuser in der Altstadt Quitos, also sehr zentral gelegen.

Mit dem Casa Gardenia hatten wir Glück. Schon bei der Ankunft wurden wir als erstes zu einem späten Frühstück zu Tisch gebeten, das hat schon mal einen guten Eindruck gemacht. Unser Zimmer war auch schon bezugsbereit, und so war im dritten Stock mit einer schönen großen Dachterrasse (den Blick über Teile Quitos gibt’s gratis dazu) für die Schorschens aus Bayern alles perfekt hergerichtet.
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Am Nachmittag sind wir dann in aller Ruhe zu einer ersten Altstadttour aufgebrochen. Die erste Anlaufstation war natürlich der Plaza Grande bzw. der Plaza de la Independencia. Dort auf einer Bank zu sitzen und dem Treiben von gefühlt einer Million Menschen zuzuschauen, ist für uns Luxus pur. Was für Eindrücke, was für Szenen:
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An einem exponiertem Platz direkt am Plaza Grande liegt auch das Hotel Plaza Grande.
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Für uns eine perfekte Anlaufstation, um dem Großstadtgewühl für ein paar Minuten zu entkommen und gleichzeitig die Gelegenheit zu haben, in höchst gediegenem Ambiente den Toilettengang zu absolvieren. Ein tolles Hotel, dieses Plaza Grande. Jetzt wussten wir, weshalb unsere Kid´s hier vor ein paar Jahren ihre Flitterwochen verbrachten. Beim Betrachten der Preisliste wussten wir dann auch, weshalb wir „alte Herrschaften“ die kleinen Gästehäuser Quitos bevorzugen. 😄 😉

Die nächste Station war dann die Basilica del Voto Nacional. Diese 140 Meter lange und 35 Meter breite Basilika ist ein „must do“ im Zentrum der Altstadt Quitos. Die beiden Kirchtürme sind die höchsten Bauten Quitos und es gibt in der Kirche für jede Provinz einen eigenen Altar. Immerhin in der Summe 24 Stück! Der schmale Nordturm der Kirche ist von den beiden Südtürmen aus über einen Bretterlaufsteg (sehr wackelig) und dann über höchst gewagte Konstruktionen aus Metalltreppenleitern erreichbar. Nur für total schwindelfreie Menschen geeignet, wobei sich der bayern schorsch entgegen der guten Schorschine nicht lumpen ließ und abenteuerlustig in wahrhaft schwindelerregenden Höhen den umwerfenden Blick über Quito genießen durfte.
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Tausend Dinge gäbe es speziell im Bereich der Altstadt anzuschauen. Aber wir sind müde. Und wir sind hungrig. Also gehen wir, nachdem wir am Bankomaten der Pichincha-Bank nochmal entsprechend Dollar gezogen haben, ins nächstbeste Restaurant, das uns über den Weg lief. Zufällig haben wir dann im Nachhinein festgestellt, dass uns dieses Lokal (unter vielen anderen) auch von unserem Gästehausbetreiber empfohlen wurde. Das „Hasta la Vuelta“ sah recht nett aus, oben im zweiten Stock hatte man einen schönen Ausblick, aber das Essen war keine Sensation. Gegessen haben wir ecuadorianisch, nämlich eine Suppe „Locro de Papa“ und „Fritada“, das sind Schweinefleischstückchen im eigenem Saft geschmort, dazu etwas Maisbeilage.

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Teil 320. Mai 2019
Tag 2 in Quito – Wandertag

Nach einer perfekten Nacht, in der wir hervorragend geschlafen haben, sind wir frühmorgens putzmunter und freuen uns auf den heutigen Tag. Das Frühstück war reichlich und gut, vor allem haben wir (nicht nur in diesem Gästehaus) sehr viel frische Früchte am Frühstückstisch gefunden. Dazu die obligatorische Eierspeise (Spiegeleier, Rühreier oder Omelett), einen guten Kaffee, und so kann der Tag beginnen. 🙂

Wie immer haben wir von unserer Dachterrasse aus einen tollen Ausblick auf Quito, heute morgen noch mit ein paar Wölkchen am Himmel. Apropos Wetter: es war die Tage in Quito schwülwarm, meist leicht bedeckt und nur wenig sonnig. Vielleicht zum Glück, denn durch die unmittelbare Lage am Äquator hat die Sonne eine derartige Intensität, dass wir schon am ersten Tag leichte Rötungen auf der Haut hatten.

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Auf dem folgenden Bild sieht man rechts den sogenannten Brötchen-Hügel von Quito, den El Panecillo, der immerhin eine Höhe von 3035 m hat, und diesen kleinen Hügel möchten wir heute vormittag zu Fuß erkunden.
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Oben auf der runden Kuppe steht eine im Jahr 1977 errichtete, etwas verunglückte Nachbildung der „beflügelten“ Jungfrau Bernardo de Legarda, satte 124 Tonnen schwer und mit 41 Metern Höhe eine stolze Bewacherin der Hauptstadt.
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Auf dem Weg nach oben kommen wir zunächst aber noch in der Calle la Ronda vorbei, die älteste Gasse Ecuadors mit wunderschön renovierten, uralten Häusern. Das schön restaurierte und wiederbelebte sevillanische Gässchen erstrahlt in ganz besonderem Glanz.
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Wir nehmen zum Gipfel hoch den direkten, sprich den kürzesten, über zig Stufen und damit auch beschwerlichsten Weg, und oben angekommen haben wir dann im Reiseführer folgendes gelesen:
trotz verbesserter Polizeipräsenz wird geraten, nicht den direkten Weg zum Brötchen-Hügel zu nehmen, sondern unbedingt, wenn man schon zu Fuß unterwegs ist, nur in einer Guppe zu laufen. Oder am besten gleich mit dem Taxi. Man wäre nicht der erste Tourist, der in den steilen und engen Treppengässchen überfallen wird.
Hm... also uns wäre nichts aufgefallen, und überhaupt zum Thema Sicherheit: untertags hatten wir kein einziges mal das Gefühl, dass da irgendwas „gefährlich“ werden könnte. Abends, ja abends, da sollte man sicherlich dunkle Straßen und Gassen meiden, aber das sagt einem ja schon der gesunde Menschenverstand. Übrigens wurde uns im Casa Gardenia als allererstes ein Stadtplan in die Hand gedrückt. Die Warnung war unmissverständlich:

rote Straßen – bitte am besten nie begehen
gelbe Straßen – bitte mit Vorsicht zu genießen
grüne Straßen – ja, da dürfen sogar wir Touris frei herumlaufen.


Na das hört sich doch schon mal alles sehr furchterregend an. Fakt ist, und wir haben uns bestimmt ganz normal und frei bewegt: es war nichts, und zwar nicht das Geringste. Zugegeben, man schaut sich schon öfters mal etwas vorsichtiger um und man ist, sagen wir mal, leicht sensibilisiert. Aber übertreiben braucht man die ganze Sache mit der Sicherheit sicherlich nicht.

Etwas unterhalb des Brötchen-Hügels machen wir dann diese Entdeckung: ein Schuhaufbewahrungsort der Extra-Klasse:
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Nach dem Brötchen-Hügel El Panecillo haben wir uns vom Taxi auf die andere Seite der Stadt fahren lassen. Eine halbe Stunde Fahrt, 3 USD haben wir bezahlt, und schon waren wir am Teleferico, das ist die Seilbahn, die uns in grad mal 10 Minuten auf den Hausberg von Quito, den Rucu Pichincha, hochbringt. Die Seilbahn führt zum 4.000 m hohen Bergvorsprung Cruz Loma. Dort ist die Aussicht auf die Millionenstadt sehr beeindruckend. Hat man Glück (was wir nicht hatten), sieht man von hier bis zum Cotopaxi, Cotacachi und anderen Vulkanen.
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Das Ticket hin und zurück kostet für die Ausländer 9 USD, für ausländische Senioren 6,50 USD, da ist der bayern schorsch sofort dabei und ich gehe auch ohne Vorzeigen eines Reisepasses schon allein vom Aussehen her locker als Senior durch. 😄
Die Aussicht dort oben ist in der Tat grandios, und man könnte von der Bergstation bzw. dem Bergvorsprung (4.050 m) zum Gipfel des Rucu Pichincha (4.698 m) hochwandern, allerdings ist uns diese Wanderung für den heutigen zweiten Tag hier in diesen Höhen doch zu gewaltig.

Dafür laufen wir einfach den Weg mit gefühlt ein paar tausend anderen Wanderern (teilweise in Flip Flops und Achselshirts, mit entsprechend glühend roten Schultern) ein halbes Stündchen nach oben, wo ein leckeres und verführerisches Essensangebot auf uns wartet. Empanadas vom Feinsten (Pasteten in Teigtaschenform, im schwimmenden Fett rausgebraten) – extrem lecker !!! oder Hornado (Schweinefleisch süßlich mit Haut) oder auch Mais- und Bananengerichte. Das Lieblingsgericht des Andenhochlandes, nämlich Cuy Asado, das sind gegrillte Meerschweinchen, 😈 wird hier oben nicht angeboten.
Zu dumm nur, dass uns keiner erzählt hat, dass hier oben schon bald ein Gourmetkoch seine Künste betreibt, sonst hätten wir uns nicht vorher schon an der Bergstation einen Burger reingedrückt. Für eine Empanada hat´s aber immer noch gereicht.
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Der Rückweg gestaltete sich mal wieder so richtig „bayern-schorsch-like“. Alle, aber auch wirklich alle Menschen, die sich eine Fahrkarte für die Seilbahn gekauft haben, sind natürlich auch mit der Seilbahn wieder zurück in die Stadt gefahren.
Aber das kann ja jeder – wir beschließen für uns, den Rückweg zu Fuß anzutreten. Nichts ahnend, dass wir nach knapp 4 Stunden immer noch irgendwo am Berg herumgeirrt sind. Hier gibt´s nämlich keine Wegmarkierungen – es gibt nichts. Das ist zwar auch recht nett, wenn man mal so ganz allein unterwegs ist, aber nach ein paar Stunden ohne irgendeiner Orientierung (außer dass es halt ständig abwärts geht) wird’s einem dann doch mulmig. 😕 😮

Was für ein Glück, dass wir dann bei den ersten Häuseransammlungen einen freundlichen Busfahrer (der hat sich wahrscheinlich gedacht, da kommen 2 total Verrückte), der gerade seinen Bus gewaschen hat, getroffen haben. Der Mann hat die Situation bei unserem Anblick sofort gecheckt und uns mit „Händ und Füß“ zu verstehen geben: bitte einsteigen, er fährt jetzt dann eh zum Centro und würde uns mitnehmen. Oh ja – das ist grad noch gut gegangen, und wir waren dem Busfahrer zutiefst dankbar.

Was für ein Tag! Das war schon sehr sehr anstrengend. Am morgen die kleine Wanderung zum Brötchen-Hügel, am nachmittag dann den Hausberg Rucu Pichincha. Vor allem aber der Rückweg in die Stadt, das war schon wieder mal Abenteuer pur. Aber es war klasse und ist mehr als typisch für uns. Und stolz sind wir außerdem auch auf uns. Denn wer geht schon freiwillig diesen Berg da runter.

Zu unserer eigenen Belohnung sind wir dann abends in ein ganz tolles Lokal zum Dinner gegangen. Der Tipp stammt von Wolfram (der hier im Forum Mitglied ist), von dem wir auch zu Galapagos den einen oder anderen Rat bekommen haben. Vielleicht liest er hier mit – das würde uns freuen. Das Lokal war das Restaurante Mirador im Hotel Castillo Vista del Angel. Allein der Name sagt schon alles: einen superschönen Blick zum El Panecillo, wir wurden perfekt bekocht, und das zu einem sehr günstigen Preis. Einen Tisch hatten wir nicht vorbestellt, und wir waren die einzigen Gäste. Schade eigentlich, denn das Lokal und auch das Ambiente war sehr schön und hätte mehr verdient, als dass da grad mal zwei Leute aus Deutschland drinsitzen.
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Abends dann noch auf unserer Dachterrasse einen kurzen Absacker und wie immer den faszinierenden Blick über die Stadt genießen - das ist Luxus in seiner schönsten Form.
Und irgendwie können wir immer noch nicht glauben, wo wir hier gelandet sind.
In Südamerika, es ist unfassbar, wir weit wir von zu Hause weg sind. 😮
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Teil 421. Mai 2019
Tag 3, noch ein ganzer Tag in Quito:

Und wieder haben wir gut geschlafen. Zum Glück in einem kingsize-bed mit durchgehender Matratze und vor allem durchgehender Decke. Übrigens war das bei allen Unterkünften so. Das hab ich also gut gemacht!!! 😉 😘

Was steht für heute auf dem Programm? Genau – mit so einem roten „Hop-on-hop-off-Bus“, da wollen wir eine Tour machen, um auf bequeme Art und Weise die Stadt zu erkunden. Leider konnte uns unser Gästehaus nicht so recht sagen, wo denn die Einstiegsmöglichkeiten für die Bustour waren, also liefen wir einfach mal (wie meist) zum Plaza Independencia, dort trifft sich eh alles, was Rang und Namen hat und ist (für uns zumindest) so was wie der Ausgangspunkt für alle möglichen Unternehmungen.

Und siehe da – keiner hat´s uns gesagt, keiner hat uns drauf hingewiesen: den Bus haben wir zumindest für den Moment nicht gefunden, dafür aber sind wir mittendrin bei der allwöchentlichen Wachablösung, die immer am Montag um 11.00 Uhr stattfindet. Dann marschieren die Granaderos wie lebensgroße Spielzeugsoldaten auf den Platz. Ein tolles Spektakel, das wir glücklicherweise hautnah miterleben dürfen:

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Was für ein Menschenauflauf. Kurioserweise durften wir als Touris innerhalb der Absperrungen uns frei bewegen, alle Einheimischen mussten außerhalb der Absperrung im Menschengetümmel ihren Platz suchen. Eigenartig, aber wir nehmen dieses kleine Privileg gerne an.

Nach dieser Aufführung wollen wir den Food-Market besuchen. Das ist eine riesige Halle, ähnlich den Hallen der Viktualienmärkte bei uns zu Hause, jedoch mit einem komplett anderen Angebot. Bier und Wein, das lass sein, denn es gibt hier entweder Fruchtsäfte (sehr lecker) oder Wasser. Das war´s dann schon, was das Trinken anbelangt. Aber Food-technisch gibt es alles, was man sich so denken kann. Wir probieren eine Gambas-Suppe. Die Gambas sind gut, die Suppe schmeckt exakt wie in Thailand. Ausgezeichnete Küche, und das zu einem Spottpreis. Die Beilage zur Suppe war eine kleine Schüssel mit popcorn. Auch ganz witzig. 😄
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So gestärkt schauen wir nun doch nach unserem Bus. Schließlich steht die Busfahrt noch auf dem Programm, die wir unbedingt machen wollen. Nur – trotz intensiven Suchens finden wir den Bus nicht. Was machen wir?

In so einer Situation ist es immer gut, in Quito mittlerweile Freunde zu haben. Der superfreundliche und nette Concierge vom Hotel Grande Plaza hat sich sofort bereit erklärt, uns die Busstation zu zeigen. Wobei er mit "zeigen" nicht zeigen oder erklären meinte, sondern er ist mit uns über den Plaza Independencia marschiert, und das Ganze hat bestimmt 15 Minuten gedauert. Und siehe da – auch die Blindesten unter den Blinden sind dann endlich fündig geworden. Das war schon fast peinlich, aber der nette Concierge wollte uns unter allen Umständen begleiten. So was von freundlich findet man wohl selten, da waren wir regelrecht berührt.

Über die Busfahrt selbst gibt’s nicht viel zu berichten. Hier ein paar Bilder:

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Man sieht halt viel von der Stadt, die ganze Sache dauert um die zwei Stunden, und man sammelt viele Eindrücke. Aussteigen wollten wir nicht mehr, also sind wir auf unseren Sitzen festgeklebt und irgendwie waren wir mittlerweile auch müde. Schließlich wollten wir Urlaub machen und waren dann froh, als wir nach ein paar Stunden endlich auch mal unser Casa Gardenia genießen konnten.

Spät abends sind wir dann nochmal unterwegs. Am Hotel „Patio Andaluz“ sind wir die Tage vorher immer vorbeigegangen und dachten uns jedesmal, dass das schon ein sehr schickes und kleines Boutiquehotel ist. Sogar ein Restaurant ist dabei, das sollte man sich doch etwas genauer anschauen. Es war ja grad mal 2 Blocks (man spricht hier in Quito nicht von Straßen sondern von Blocks) von unserem Gästehaus entfernt.

Nun – durch die Fensterscheiben sehen wir, dass hier eine „Fanesca“ angeboten wird. Das ist eine Fastensuppe, die vornehmlich in Quito während und vor der Osterwoche gekocht wird. Eine dickflüssige, stundenlang zubereitete, vorzügliche Getreidesuppe mit bis zu 12 verschiedenen Hülsenfrüchten und Kochbananen, in Milchsahne eingelegte Erdnußsoße, Ei und vor allem noch zusätzlich eine Portion getrockneter Stockfisch.

Es hat gut geschmeckt (die Suppe besser als der Stockfisch), und kulinarisch war das in Quito sozusagen das highlight. Wir gönnten uns außer der Fastensuppe noch ein paar Krabben, eine weitere Locro-Suppe und dazu ein Flascherl Rotwein aus Chile, summa summarum 65 USD. Ein teuerer Spaß, aber jeden Cent wert. 🙂

Und dass man im Urlaub grundsätzlich nicht ohne Kamera unterwegs sein soll, hat sich auch hier wieder mal bewahrheitet. Darum gibt’s ein paar Fotos von der homepage des schönen Hotels „Patio Andaluz“, das nicht nur wegen des guten Restaurants ein Geheimtipp für Quito wäre.


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Schön ist hier im Gästehaus, dass man abends herrlich auf ein Schöpperl Wein auf der Dachterrasse sitzen kann. Und wenn´s zu kühl wird, gibt es auch innen eine nette und gemütliche Sitzgelegenheit. Der Blick über Quito ist wirklich einmalig und wir freuen uns auf morgen, denn 3 volle Tage hier in Quito sind genug. Endlich können wir morgen unsere Tour über´s Land beginnen.

Nur – wenn wir auch nur annähernd geahnt hätten, was uns morgen für ein Dilemma erwartet, dann wären wir wohl besser im Casa Gardenia geblieben. 😈 😈 😈

Was uns übrigens in Quito nicht gefallen hat, das waren die vielen herumstreunenden Hunde. Und herumstreunende Hunde mögen wir nicht weil man nie weiß, ob und wann sie zuschnappen. Und die Hinterlassenschaften dieser Hunde mögen wir schon zwei mal nicht. Das waren eindeutig zu viele Hundehaufen, manchmal musste man regelrecht „Slalom“ laufen, damit man nicht in den nächstbesten Hundehaufen reingetreten ist.


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Teil 522. Mai 2019
... ich warne schon vorzeitig: der heutige Tag ist sehr textlastig, weil uns die Lust zum Fotografieren gehörig vergangen ist ... 🙁

Tag 4 – von Quito nach Otavalo (incl. einem Hertz-Drama und Ausfall unseres Navis)

Der Tag beginnt mit einem guten Frühstück, die Koffer sind gepackt, denn jetzt geht es endlich „über Land“. Otavalo, grad mal rund 60 km nördlich von Quito, dieses kleine Städtchen wollen wir heute ansteuern, schließlich findet dort der große und bedeutendste Mercado Indigena von Südamerika statt. Zwar wäre der Samstag der absolute Haupttag, aber auch unter der Woche gibt es viel zu sehen und zu erleben.

Die Strecke nach Otavalo wollen wir nicht auschließlich über die Panamericana, sondern die Nebenstrecken über Calderon, Guayllabamba, Oton und Cayambe fahren. Landschaftlich soll es hier einmalig sein, 5 km nördlich von Cayambe könnte man eine Blumenplantage besuchen, und in der Stadt bietet das Cafe Aroma mit deutsch-österreichischem Kuchen einen netten Zwischenstop auf dem Weg nach Otavalo.

So war der Plan – aber oft kommt es halt ganz ganz anders als man denkt. 😈 Unser Autoverleiher HERTZ, bei dem wir bereits im August letzten Jahres einen Leihwagen gebucht hatten, hat uns arg im Stich gelassen. Wir hatten alles perfekt geplant, ein Taxifahrer hat uns vom Casa Gardenia....

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zum Hertz-Stützpunkt, nämlich zu Inkas Car Rental in der Republica del Salvador 35-126 Suecia im Zante Gebäude gefahren. Wir hatten die Reservierungsbestätigung mit unserer Reservierungsnummer, die Anmietstation mit exakter Adresse und Telefonnummer sowie die Rückgabestation in Guayaquil, alles natürlich von der Uhrzeit her auf unsere Route abgestimmt.

Was war passiert? Der langen Rede kurzer Sinn – es gab keine Hertz-Niederlassung in Quito Stadt. Zwar haben wir zwei Tage vor unserem Abholtermin einen friendly reminder von Hertz bekommen, dass wir unsere Reservierung nicht vergessen sollten, aber das war´s dann. Natürlich haben wir bei Inkas Car Rental angerufen. Die haben uns aber erklärt, dass sie mit HERTZ schon seit Monaten nicht mehr zusammenarbeiten und von daher uns nicht weitergeholfen wird. Hhmmmm..... 🤢 😈
Und natürlich haben wir auch versucht, zumindest am Flughafen anzurufen, dort konnten wir aber niemand erreichen.

Jetzt standen wir einigermaßen dumm da. Der Taxifahrer sprach kaum Englisch, aber irgendwie haben wir ihm dann die Sachlage erklären können. Ein freundlicher Typ war das, unser Taxifahrer, denn er hat uns dann gleich mal zu Avis gefahren. Dort waren wir uns schnell einig, der Preis für´s Auto hat gepasst, nur hätten wir das Auto frühestens am nächsten Tag bekommen. Hmm..., das passte in unseren Plan natürlich überhaupt nicht rein. Also ging die lustige Taxifahrt weiter zu Budget, die mehr als das doppelte verlangt hätten, und so sind wir dann bei NAZCAR gelandet, wo wir ein Auto ausleihen konnten, das auch preislich einigermaßen im Rahmen lag. Unter dem Strich waren wir mit dem Taxifahrer knapp 4 Sunden (!!!) unterwegs, und man muss sich das mal vorstellen, wenn man in mitten einer Millionenmetropole von Autoverleiher zu Autoverleiher hetzt und am Ende dann „dankbar“ sein muss, überhaupt einen Wagen zu bekommen. Ein Wahnsinn, der nicht zu übertreffen ist.

Wir waren bedient, und die Stimmung war so was von im Keller, dass es einem zum Heulen zu Mute war. Nur – alles Jammern bringt ja nichts, wir übernehmen die Kiste von NAZCAR und sind heilfoh, dass wir anstatt um 8.30 Uhr morgens irgendwann um 13.00 oder 14.00 Uhr nachmittags endlich on the road sind.

Übrigens: zu Hause haben wir natürlich bei HERTZ angerufen und von der Sachlage berichtet. Die Leute bei HERTZ waren sehr betroffen, man würde uns das Geld für das Auto umgehend überweisen (um die 500 USD) und es täte Ihnen leid, dass sowas passiert ist. Nach deren Aussage hätte das Geld am 13.05. angewiesen sein sollen, bis heute ist aber noch nichts da. Da sind wir gespannt, wie sich das alles ausgeht. Wenigstens sind wir bei Hertz bei der Buchung im letzten Jahr nicht in Vorkasse getreten, sonst müssten wir diesem Geld auch noch nachlaufen.

So- jetzt hab ich ein bisschen viel geschrieben, ich weiß. Aber es tut regelrecht gut, sich den ganzen Frust von der Seele zu schreiben. 😉

Jetzt aber gleich wieder Fotos, wobei mich im Nachhinein wundert, dass ich auf dem nächsten Bild überhaupt noch lachen kann (wahrscheinlich wegen der freundlichen Servicedame von Nazcar)

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Noch was: wir mussten ja, ob wir wollten oder nicht, für das Auto eigentlich dankbar sein. Aber trotzdem sei´s gesagt: es war eine ganz üble Kiste. Wobei uns das verbeulte und verrostete Zeugs ja nicht stört. Im Gegenteil. Aber wenn Du ein Auto hast, das viel zu tief liegt für Ecuadors teilweise miserable Straßen, mit dem man bei fast jeder Gelegenheit mehr oder weniger aufsitzt, und dann noch zu allem Überfluß derartig untermotorisiert ist, dass der Kiste in entsprechenden Höhen die Luft wegbleibt, dann ist das alles andere als lustig. Aber es ist nicht zu ändern.

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Dadurch, dass wir viel zu spät von Quito weggekommen sind, hat sich unser toller Plan, den wir uns zu Hause so schön zu recht gelegt hatten, in Luft aufgelöst. Froh waren wir, als wir spätnachmittags in unserem Gästehaus angekommen sind.
http://www.lacasasol.com


Wir haben hier das beste und teuerste Zimmer genommen, das das Haus zu bieten hat und haben für ÜN incl. breakfast 90 USD bezahlt. Aber nur, weil wir cash bezahlt haben. Bargeld scheint zumindest in Teilen Ecuadors doch recht beliebt zu sein.

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Von diesem Tag gibt’s kaum Bilder. Wen wundert´s???

Dafür aber können wir von unserem NAVI – Totalausfall berichten:
wenn einer eine Reise in ein fernes und fremdes Land tut, dann ist er gut beraten, sich zu Hause mit der Navigation (wenn man schon meint, man müsste selber fahren) zu beschäftigen. Gesagt, getan, der bayern schorsch kauft sich eine Micro-SD für das Garmin Nüvi für 45 Euro und spielt mit dem Ding zu Hause sogar ein bisschen rum. Die Navigation kann mit Base-Camp perfekt für die Tourenplanung genutzt werden – wenn man sich denn mit der Sache befasst und nicht nur a bisserl damit rumspielt. Irgendwie hab ich das mit dem Base-Camp und der Navitracks Micro SD nicht so recht kapiert, und Lust hatte ich zu Hause auch keine, mich mit der Materie auseinanderzusetzen.
„Das verschieben wir auf den Urlaub“ - da wird das Ding dann schon funktionieren, und entgegen aller Bedenken von Schorschine wandert die Navitracks SD zu Hause in die Schublade.

In Quito dann kommt das böse Erwachen: von wegen „schnell mal Otavalo“ eingeben und dann werden wir das Hotel schon finden. Weit gefehlt. Das war aber gar nicht möglich, denn man muss wissen, dass das Navi weder die Städte noch irgendwelche Hotels, auf dem Schirm hat. Hier ist nicht die Stadt, sondern die Provinz gefragt. Und die wussten wir natürlich nicht. Zu allem Überfluß aber gab dann das Navi noch den Geist auf. Zunächst dachten wir nur an einen Wackelkontakt mit dem Zigarettenanzünder, aber nach ein paar Stunden war dann klar – das Navi ist defekt. Was für ein Mist – jetzt stehen wir da mit einem Navi, das weder richtig gefüttert war und außerdem eh nicht mehr funtionstüchtig war. Na ja – irgendwie passt das ja alles zum heutigen Glückstag, und wir hatten so manche Diskussion über „gute Vorbereitung und Planung“ eines Urlaubes. Das Dumme an der Sache: ich bin wie immer für die gesamte Urlaubsplanung (wozu natürlich auch das Navi gehört) zuständig. Und einen Orden hat mir die Schorschine nicht verliehen.
Zum Glück hatten wir ein Smartphone mit an Bord. Also haben wir (Schorschine) das Teil aktiviert, und mit maps me haben wir das dann doch noch so einigermaßen hinbekommen.

Irgendwie ist uns die Lust an diesem Tag so richtig vermiest worden, und noch so ein kleines Schmankerl war dann das Dinner im Hotel. Es war zwar nett, und es hat auch recht gut geschmeckt, und wir wissen selbstverständlich, dass es deutlich Schlimmeres gibt. Nur - es hat zum heutigen einfach so richtig gut dazugepasst: das Restaurant im Casa del Sol war derart eingeräuchert, dass man sich mehr oder weniger durch Nebelschwaden hindurch hat unterhalten müssen / dürfen. Anscheinend war das Holz für den Kamin zu naß. Es hat geraucht, so was haben wir auch schon lange nicht mehr erlebt.

Aber uns haut so was nicht um – wenn man die HERTZ – Tragödie überstanden hat, das Navi im Eimer ist, dann sind das alles nur noch peanuts.

Bald sind wir im Bett (das unbequemste Bett des gesamten Urlaubs - das auch noch !!!) und denken uns nur noch, dass es doch gar nicht mehr schlimmer kommen kann. Wir hoffen inständig darauf, dass uns der morgige Tag nicht wieder solche Überraschungen bietet wie der heutige. Spätestens an diesem Abend haben wir uns das erste mal gefragt, wieso wir uns so was antun. Das braucht kein Mensch, und wir können auch heute im Nachhinein nicht verstehen, wie es zu dieser Panne mit Hertz kommen konnte.

Was ich mir persönlich gedacht habe war, dass ich unsere Reisen alleine so nie schaffen würde. Vielleicht bin ich ein guter Planer (bis auf die Sache mit der Navigation 😉 ) und kläre bestimmt alles mit Bedacht und sehr genau ab. Vor Ort sieht das aber oft ganz anders aus und es läuft nicht so, wie man sich das ausgedacht hat. Aber wenn´s dann hart auf hart kommt und die Situation eskaliert, dann läuft meine Schorschine zu wahrer Größe auf. Wenn ich schon längst entnervt die Segel gestrichen habe, geht sie an die Sache mit Bedacht und der nötigen Ruhe ran. Und dann geht´s auch wieder irgendwie weiter. Zum Glück!
Teil 623. Mai 2019
Tag 5, von Otavalo zum Cotopaxi

Gerädert und unausgeschlafen (es war wirklich das unbequemste Bett des Urlaubs) gehen wir zum Frühstück. Zumindest scheint jetzt am morgen die Sonne, und vielleicht haben wir Glück, es könnte doch auch mal ein guter Tag werden.
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In Otavalo schauen wir als erstes zum Markt am Plaza de los Ponchos. Das ist der große Marktplatz mitten in Otavalo, wo die indigenen Völker Ihre Waren zum Verkauf anbieten. Speziell Webartikel aller Art, Hüte, Bilder, Keramik und sonstiger Schnickschnack wird feilgeboten. Für uns ein willkommener Anlass, unserem kleinen Enkelkind ein ecuadorianisches Souvenier mitzubringen:
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Der Markt ist bunt, wir sind zum Glück wieder sehr zeitig unterwegs, so dass sich das Getümmel noch in Grenzen hält.
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Mag sein, dass am Samstag, wenn der Haupttag stattfindet, hier der Bär brummt. Für uns ging das alles recht ruhig und gesittet ab, es war ein kleiner netter Markt, mehr aber nicht. Aber wie gesagt – nett war´s auf alle Fälle.

Nach dem Marktbesuch wollen wir den Parque del Condor besuchen. Das von der holländischen Regierung finanzierte Naturschutzzentrum in luftiger Höhe ist Heimat des vom Aussterben bedrohten Kondors. Im Park werden verletzte Greifvögel aller Art gepflegt und nach gewisser Zeit wieder in die freie Wildbahn entlassen. Zwei Flugvorführungen (4 USD p.P.) , nämlich um 11.30 Uhr und 16.30 Uhr gibt es hier zu bestaunen. Solche Flugshows sind vom Prinzip her nicht jedermanns Sache. Greifvögel in freier Natur sind uns lieber, aber es erfüllt hier seinen guten Zweck und deshalb sehen wir die Sache auch positiv.

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Hier kommt dann noch (neben den prächtigen Exemplaren der Greifvögel) noch ein ganz besonderer Vogel:

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Hier in und um Otavalo gäbe es noch so Einiges zu sehen. Es gibt Lagunen, auf denen man mit dem Boot eine Ausflugstour unternehmen könnte, und 2 oder 3-stündige Wanderungen stehen ebenso auf der Aktivitätenliste. Für all das haben wir keine Zeit, denn wir haben noch die Strecke zu unserer nächsten Unterkunft vor uns, nämlich die 139 km entfernte Chilcabamba Lodge.
https://www.booking.com/hotel/ec/chilcabamba-lodge.de.html

Bis dahin ist es aber ein weiter Weg, besonders dann, wenn es am Nachmittag einen Wolkenbruch am anderen hat. Ab nachmittags ca. 14.00 Uhr hat es im Abstand von einer halben Stunde jedesmal sintflutartige Regengüsse, so was haben wir selten zuvor erlebt. Unglaublich, welche Wassermassen binnen kürzester Zeit die Zufahrtsstraße zur Chilcabamba-Lodge (3.487 m hoch) in eine schlammige Rutschpartie verwandelten. Das ganze übersäht mit Schlaglöchern. Wobei das Wort Schlaglöcher nicht das beschreibt, was es war, nämlich richtig tiefe und große Straßenabsenkungen. Das war nun eine Slalomfahrt vom Allerfeinsten. Wie oft haben wir über die „alte“ Straße von Kasane nach Nata gesprochen. Ein Witzchen im Vergleich zu dem, was wir hier angetroffen haben.

Die Hauptroute von Quito bzw. von Otavalo zum Cotopaxi führt normalerweise über die Panamericana Richtung Tombillo und Machachi. Von Machachi aus wäre es nicht mehr weit zu unserer Unterkunft gewesen. Wir haben aber den Nebenweg, nämlich über Sanggolqui gewählt, was im Nachhinein ein grober Fehler war.

Einige Male dachten wir wirklich ans Aufgeben, aber irgendwie und mit Hängen und Würgen sind wir dann doch in der Lodge heil angekommen. Einfach so nach dem Motto „Augen zu und durch“ - wir sind bestimmt zehn wenn nicht zwanzig mal richtig „aufgehockt“.

Aber gut – wir sind angekommen und zum Auto bleibt festzuhalten: wenn mir noch einer sagt, die Straßen in Ecuador sind doch „nicht so schlecht“, 🤩 dann weiß ich es mittlerweile besser. Mag die Panamericana im Bereich der größeren Städte in gutem Zustand sein – sobald man die Hauptroute verlässt und das Wetter macht nicht mit, dann ist Schluß mit lustig. Und zugegebenermaßen war unser Auto ganz einfach zu klein. Hier wäre mehr Bodenfreiheit dringend nötig gewesen und wir würden jedem „Nachahmer“ empfehlen, mindestens einen SUV auszuleihen.

Die Chilcabamba-Mountain-Lodge ist eine wunderschöne Unterkunft. Mitten im Andenhochland, am Fuße des 5.897 m hohen Cotopaxi, der der höchste freistehende aktive Vulkankegel der Erde ist. 2015 stiegen ungeheuerliche Rauchschwaden wochenlang aus dem Krater hervor, und die Gipfelbesteigung ist bis dato untersagt. Seit März 2017 ist jedoch zumindest eine Gletscherbesteigung bis auf eine Höhe von 5.300 m erlaubt.

Zum Glück bleiben wir in dieser schönen Unterkunft zwei Nächte, das haben wir gut gemacht. Im Nachhinein muss man sagen, dass man es hier durchaus auch eine Woche lang aushalten kann. Die Betreiber der Lodge sind unglaublich freundlich und bieten den wenigen Gästen eine absolut schöne Bleibe. Die angebotenen Aktivitäten suchen seinesgleichen, man kann Reitausflüge zum Cotopaxi machen, man kann angeln und es werden tolle Wandertouren angeboten.

Die Zimmer sind rustikal, piccobello sauber, und ein romantischer Holzofen sorgt für wohlige Wärme. Essen gibt’s in der Bauernstube vorm Kamin, ein wirklich perfektes Fleckchen Erde.
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Für die Übernachtung in der Chilcabamba Lodge haben wir pro Nacht für die "beste" und gleichzeitig größte Suite 124 USD incl. Frühstück bezahlt, und die Nebenkosten für´s Dinner und ebenso die Getränkepreise sind mehr als günstig gestaltet. Außer uns ist am ersten Abend noch ein deutsches Paar in der Lodge, außerdem ein höchst komisches Paar aus Australien (solche, die ohne Punkt und Komma reden) und dann noch eine Familie aus Ecuador.

Als Empfangscocktail haben wir ein sehr sehr leckeres Getränk bekommen:

einen CANELAZO, a traditional spiced hot drink from the Andes, made with

Cinnamon (Zimt)
Naranjilla ( die Lulo, auf Spanisch auch Naranjilla genannt, ist eine südamerikanische Kulturpflanze aus der Gattung Nachtschatten in der Familie der Nachtschattengewächse.
Sugar and Aguardiente (Zuckerrohrschnaps)

Dieses feine Getränk ist zu unserem Lieblingsgetränk in Ecuador geworden. Schade, dass man es hier in Deutschland wohl nicht kaufen kann.

Den Cotopaxi haben wir übrigens heute nicht gesehen. Er war zwar zum Greifen nah, aber total eingehüllt in dicke Nebelschwaden. Dafür gibt´s morgen superschöne Bilder von diesem majestätischen Berg.

Für morgen haben wir auch schon einen Reitausflug mit der Lodge gebucht. Drei Stunden (für mich völlig verrückt, denn das hält ein normaler Mensch (Mann) gar nicht aus), aber es wird ein herrlicher Tag werden.
Teil 725. Mai 2019
Tag 6, unsere zweiter Tag am Cotopaxi

Haben wir gestern bei Ankunft den Cotopaxi nur erahnen können, so zeigt er sich heute von seiner ganzen Schönheit. Es soll Reisende geben, die den Cotopaxi innerhalb einer Woche nicht einmal zu Gesicht bekommen haben. Was haben wir für ein Glück:
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Bevor wir zu unserem Reitausflug starten schauen wir uns auf dem Gelände der Mountain-Lodge um. In der Tat, ein schönes Plätzchen ist das hier:
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Schon kurze Zeit später sind wir im Cotopaxi Nationalpark, der Control-Norte Zugang ist 5,8 km von der Chilcabamba Lodge entfernt, ein Katzensprung. Wir wundern uns, dass man für den Nationalpark keinen Eintritt bezahlen muss. Es ist zwar ein Wärterhäuschen da und selbstverständlich muss man sich ins Logbuch eintragen, aber kosten tut das hier nichts. Auch nicht schlecht, das nehmen wir gerne an.
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Kurz hinter dem Control-Norte werden wir schon erwartet. Ein Guide sattelt die Pferde, gibt uns ein paar wenige Instruktionen und schon werden wir in die Chaps (von span. chaparajos) gesteckt, das sind lederne Beinkleider ohne Gesäßbesatz. Das hab ich im Internet nachgeschaut, wie diese „Lederbeinkleider“ heißen. Sieht komisch aus, beim nächsten Mal würde ich das Zeugs nicht mehr anziehen, denn die Bewegungsfreiheit ist dadurch sehr eingeschränkt.
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Und dann geht’s auch schon los – eine tolle Sache, wir waren zu Dritt unterwegs, nicht im Galopp und auch nicht im Trab, sondern unsere Pferde sind einfach dem Guide und seinem Pferd gefolgt. Schon nach 5 Minuten haben wir den ersten Kondor in freier Wildbahn gesehen. Das war schon sehr beeindruckend, leider sind unsere fotografischen Künste für ein gutes Bild nicht gut genug. Aber wir haben insgesamt 5 Kondore gesehen.
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Wir sind am Vorabend gefragt worden, ob wir eine, zwei oder drei Stunden reiten möchten. Unbedacht und voller Euphorie hab ich mich logischerweise gleich mal für die drei Stunden eingetragen, sehr zur Freude aber auch zur großen Überraschung meiner Schorschine. Na ja, hat sie sich gedacht, der wird schon wissen, was er tut.

Hat er natürlich nicht, der bayern schorsch. Nach 1 ½ Stunden haben meine Aduktoren 😈 derart geschmerzt, dass ich keinen Meter mehr weiter geritten bin. Also runter vom Pferd, und während Guide und Schorschine ihre größte Freude hoch zu Roß hatten, bin ich neben den Beiden schön brav dahergelaufen, das Pferd im Schlepptau. 🤪
Nach einer halben Stunde war dann wieder „alles gut“, und bevor ich mich total zur Lachnummer mache, bin ich doch die letzte halbe Stunde nochmal geritten.
Wir würden das sofort wieder machen. Auch ich! Das war soooo schön, durch kleine Flüsse und Bachläufe, bergauf und bergab, über blühende Wiesen, und immer den Cotopaxi vor der Nase. Was für ein wirklich schönes Erlebnis.
Wir sind mittags wieder zurück in unserer Hazienda, genehmigen uns einen Canelazo und schon sind wir wieder unterwegs. Wir wollen nochmal in den Park, es ist einfach unglaublich schön dort.

Auf 4.500 m Höhe gibt es einen Parkplatz, von dem man zur Schutzhütte Refugio Jose Ribas auf 4.800 m hochwandern kann. Die Luft ist in diesen Höhen derartig dünn, dass mir im wahrsten Sinne des Wortes die Luft wegblieb. Wir haben es versucht, und ich hab mich wirklich angestrengt. Aber außer, dass meine Kleidung (kurzärmlig und ohne Wollmütze) indiskutabel und völlig unzureichend war, konnte ich diese 300 Höhenmeter ganz einfach nicht hochlaufen. Nach 10 Minuten bekommt man (wenn man so drauf ist wie ich) sämtliche Zustände. Kopfweh (trotz Aspirin), Übelkeit – halt einfach das komplette Höhen-Negativ-Programm. Leider – wir wären sehr gern hochgegangen, aber Schorschine allein da hoch ist auch keine Alternative.

Und dabei wär´s gar nicht so weit gewesen, wie man an den nächsten Bildern sieht:
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Wir lassen uns aber die gute Laune nicht verderben, denn heute war ein total schöner Tag.
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Auf dem Rückweg zur Lodge sehen wir viele Wildpferde, und was uns hier in Ecuador immer wieder fasziniert hat, das war das Wetter, das sich oft binnen wenigen Minuten von superschön in superschlecht verwandelt hat. Unglaublich, das waren wunderbare Stimmungen:

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Beim nächsten Bild kann man sehen, wie sich binnen von Minuten die Wetterlage total veränderte:

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Abends in der Lodge gibt’s dann wieder ein sehr gutes Dinner. Heute stand Lasagne auf dem Programm (all you can eat), davor eine der besten Locros, die wir in Ecuador gegessen haben und Salate zum Abwinken. Dazu das gute „Pilsener“ (nicht importiertes, sondern local beer), ja hier lässt sich´s gut aushalten. Was uns besonders gut gefallen hat, war die klassische Musik im Hintergrund. Das hat alles derart gut gepasst und hat für tolle Stimmung gesorgt.

Was natürlich auch so eine Sache war: wir waren ja noch gar nicht ganz beim Abendessen gesessen, schon haben sich die Angestellten nach dem Reitausflug erkundigt und wie denn das so war. Sie hätten nämlich gehört, dass da jemand abgestiegen und sein Pferd zu Fuß geführt hat. Na ja, zum Glück hab ich mit solchen Geschichten kein Problem. 😉 😄

Die Betten waren bequem, der Holzofen sorgte wieder für wohlige Wärme, es ist alles perfekt hier. Bis auf die Höhe.
Die Lodge liegt zwar „nur“ auf 3.500 m, aber – so gut Schorschine die Höhenluft auch vertragen hat – mir hat das nicht gut getan. Ohne mindestens 2 Aspirin hätte ich schlaflose Nächte gehabt. Komisch, denn eigentlich dachte ich, dass mir das überhaupt nichts ausmachen würde. Aber na ja, man wird anscheinend doch ganz schön alt mittlerweile.
Teil 826. Mai 2019
Tag 7: vom Cotopaxi nach Baños

All erstes sei gelernt, dass man Baños nicht Banos spricht, sondern „Banjos“. Durch das Tilde Sonderzeichen auf dem n wird das n zum j. Auf unserer Tastatur gibt es das n mit Sonderzeichen nicht, aber Google hilft in so einem Fall weiter. Gar nicht ganz so einfach … 😄

So – heute sagen wir dem Cotapaxi und der wunderschönen Chilcabamba-Mountain-Lodge „Adieu“. Es hat uns ausnehmend gut gefallen und wir wissen ganz sicher: sollten wir jemals wieder nach Ecuador kommen, dann möchten wir hier nochmals Station machen. Dann aber für mehrere Tage.

Die Strecke vom Cotopaxi nach Baños ist nicht all zu weit, es liegen laut Google Maps rund 160 Kilometer vor uns, die Zeit wird uns mit 3 Stunden angegeben. Nun – das wär doch sogar mit unserer Luxuslimousine machbar. Mal schauen …

Diesmal nehmen wir die Hauptroute, steuern zuerst Machachi an und dann geht es weiter auf der Panamericana nach Ambato und Latacunga zu unserer nächsten Station.

Im Reiseführer lesen wir, dass entlang der Panamericana viele schöne Haciendas liegen, u.a. das 300 Jahre alte Gut „Hacienda La Cienega“, das sich für einen Zwischenstop gut anbietet. Wir lassen uns das nicht zwei mal sagen, ein vorgezogenes Mittagspäuschen ist immer drin, und das Landgut glänzt in alter Herrlichkeit. Schade, dass es auch heute wieder leicht zu nieseln beginnt, so können wir nicht im schönen Patio-Garten sitzen, aber auch drinnen macht das Restaurant und überhaupt die gesamte Hacienda einen super Eindruck:
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Diese historischen Haciendas, mit ihren meterdicken Lehmwänden, knarrenden Dielen, schweren Vorhängen und gemütlichen, meist mit Kaminfeuern beheizten Restaurants sind sehr schön. In fast allen Haciendas gibt es blühende Gärten, wo man die Seele perfekt baumeln lassen kann. Die Übernachtung in solch einem Ambiente sollte in keinem Ecuador-Urlaub fehlen.
Zurück zu unserer Tour, wir kommen im Laufe des Nachmittags in unserer nächsten Unterkunft in Baños an. Für zwei Nächte sind wir in der

https://www.chamanapamba.com

Diese Lodge ist geführt von den Deutschen Regine und Dietrich, ein regelrechtes Natur-Baukunstwerk aus Holz, ein paar wenige Kilometer außerhalb von Baños, mehr oder weniger mitten im Urwald gelegen, an einem großen Wasserfall. Die Übernachtung kostet hier bei Regine 120 USD pro Nacht incl. breakfast. Eine nette Unterkunft, sehr saubere Zimmer mit Blick ins Grüne, das hat fast so was wie Dschungelfeeling. Dazu noch der Wasserfall, der grad ein paar Meter von uns in die Tiefe rauscht.

Es hat uns gut gefallen, aber ganz so das „non plus ultra“ war´s für uns nicht. Keine Ahnung an was es gelegen hat, vielleicht hat uns die deutsche Mentalität der Betreiber nicht so recht gefallen. Aber: es gab nichts auszusetzen und Regine mit ihren Söhnen war immer bemüht, alles recht zu machen.
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Was macht man in Baños zwei Tage lang? Nun – ich denke, dass es da ruhigere Flecken in Ecuador gibt. Denn hier brummt eindeutig der Bär. Unserer Meinung nach ist es hier sehr touristisch und regelrecht von Menschenmassen überlaufen.

Baños liegt über dem Rio Pastaza an sehr steil aufragenden Höhenrücken in einer regelrechten Bilderbuchlandschaft. Das Städtchen hat 17.000 Einwohner, außerdem eine sehr beeindruckende Basilica, ein frühlingshaftes, fast subtropisches Klima, adrette Gässchen, Restaurants aller Geschmacksrichtungen, ein paar Thermalquellen und vor allem hat Baños eines:

WASSERFÄLLE - HÄNGEBRÜCKEN - DRAHTSEILBAHNEN

Zuerst aber, bevor wir morgen zu den Wasserfalltouren aufbrechen, stürzen wir uns ins pralle Nachtleben, das hier in Baños groß geschrieben wird. Hier ein paar Bilder zum Nachtleben:

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Gegessen haben wir in der Stadt, und zwar waren wir im „Carpe Diem Di Verdi“, ein italienisches Lokal mit selbstgemachten Nudeln und netter Sitzgelegenheit. Es war eine ordentliche Küche zum fairen Preis, das hat schon gepasst. Keine Sensation, aber i.O.

Vielleicht sollte man noch ein paar Bilder von Baños zeigen, wo sich heute die Sonne so gut wie überhaupt nicht sehen hat lassen. Es gibt hier auch den Vulkan Tungurahua mit 5016 m, den wir aber vor lauter Nebel und schlechtem Wetter nicht zu Gesicht bekommen haben. Dieser Vulkan hat 1999, das ist noch gar nicht so lange her, die Alarmstufe „Rot“ verhängt bekommen. Die Stadt Baños wurde für einige Monate (!!!) zwangsevakuiert. Seit dieser Zeit kam es immer wieder zu Lavaausbrüchen und durch Ascheregen und heiße Schlammströme wurden immer wieder ganze Dörfer am Fuße des Tungurahua zerstört.

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...stimmt doch, oder - alles schön grün in grün...

Morgen brechen wir auf zu einer schönen Wasserfalltour. Alleine waren wir nicht, aber dafür mittendrin. Und wir haben die Wasserfälle nicht nur gesehen sondern haben uns abenteuerlustig und mutig mit der offenen Gondel am Wasserfall Manto de la Novia,

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die immerhin 400 m lange und über 100 m hohe Drahtseilbahn, von einer Seite der Schlucht zur anderen Seite fahren lassen. Ein Abenteuer, das nur für absolut schwindelfreie Menschen geeignet ist.
Teil 927. Mai 2019
Tag 8, ein ganzer Tag in Baños:

Wir haben gut geschlafen, der Wasserfall hat seinen Teil dazu beigetragen, denn durch das monotone Rauschen der Wassermassen lässt sich´s gut schlafen.
Das Frühstück war sehr gut, alle erdenklichen Dinge hat´s gegeben, die man halt zu einem guten Frühstück braucht (oder auch nicht).

Schon bald sind wir aufgebrochen. Den Vormittag wollen wir die „Ruta de las Cascadas“ mit dem Auto fahren. Das sind ca. 30 km entlang der Pastazaschlucht, und die beiden Hauptorte sind Rio Verde (nach 18 km) und Rio Negro (nach 30 km) am Ende der Tour. Man könnte diese Tour auch mit öffentlichen Bussen oder sogar mit dem Fahrrad fahren, wenn man möchte.

Die Route ist sehr schön, die Landschaft ein wahrer Traum. Leider ist bei uns mal wieder alles „grün in grün“, das Wetter mag einfach nicht so recht mitmachen. 🙁
Entlang dieser 30 Kilometer reiht sich ein Wasserfall an den anderen, aber leider auch eine Drahtseilbahn an der anderen. Das ist, wenn man es kritisch sieht, eine Schande, dieses wunderschöne Tal mit beinahe schon futuristisch anmutenden Anlagen zu verschandeln. Aber es ist krass, gar keine Frage, und natürlich dauert es nicht lange, und schon sind wir in so einem „Tarabita“ hoch über der Schlucht.

Zuerst aber schauen wir den anderen Besuchern zu, nicht dass da schon mal der eine oder andere Korb herunterfällt:
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Gut, nachdem es bei den Vorgängern ohne Unfälle oder dergleichen abgegangen ist, nehmen wir all unseren Mut zusammen, und bei so einer freundlichen Einladung sagt man nicht nein:
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Man muss sich das mal vorstellen: 500 m lang und 100 m hoch, das sind die Eckdaten dieser Tarabitas, und ich kann mir gut vorstellen, dass es Leute gibt, die in so einen Korb nie im Leben einsteigen würden.
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Und trotzdem ist es eine Schande. 😈 Kaum eine Stelle, wo nicht entweder ein Korb in der Luft hängt oder an einer Zipline halb verrückte Menschen, die vor lauter Ekstase laut brüllend über die Schlucht „fliegen“. Übrigens gibt es eine Weltbesten-Hitliste über die längsten und tollsten Ziplines dieser Welt. Die Nummer 1 befindert sich in Costa Ricca im Arenal Volcano Park. 😉

Das alles hat leider auch seine Nachteile, und so sieht es dann in dieser Traumlandschaft Ecuadors aus:
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In Rio Verde machen wir einen Zwischenstop. Noch gar nicht ganz aus dem Auto ausgestiegen wird uns auch schon von einer freundlichen Frau der Weg zum „Pailon del Diablo“, der Höhepunkt der Route und zugleich der wahrlich furchterregendste aller in den Pastaza hinabstürzenden Wasserfälle, gezeigt. Ja klar, da müssen wir hin und marschieren mit vielen hundert anderen Besuchern in Richtung Cascada, nicht aber ohne der freundlichen Frau vorher noch eine schöne dicke Banane mit Käsefüllung abgekauft zu haben: 🙂
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Frisch gestärkt geht es nun zum Pailon del Diablo, dem Teufelswasserfall. Und tatsächlich, hier wurde auch im Reiseführer nicht zu viel versprochen. Die Wassermassen schießen senkrecht über die Felsen herab, man wäre mit wasserfester Kleidung bestens ausgestattet. Der Weg zu den Fällen ist ein netter kleiner Fußmarsch, teils über atemberaubende Hängebrücken, von knapp einer halben Stunde, und das alles inmitten herrlichster und blühender Dschungellandschaft.
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Auf dem Weg zu den Fällen wird so manches Schmankerl angeboten:
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Was sicherlich mit ein Grund für die vielen Ausflügler ist – heute ist Ostersamstag, und in Rio Verde, nachdem wir vom Pailon del Diablo wieder zurück waren, wird der Ostersamstag noch ganz nach den alten Traditionen gepflegt: es gibt eine Fußwaschung im Fluß, so was sieht man auch nicht alle Tage:
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Außer den Fußwaschungen werden im Fluß nebenan auch die alltäglichen Dinge des Lebens verrichtet. Auto waschen und Körperreinigung. 🙂 😉


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Oft denken wir uns, was sich wohl die Einheimischen denken ob der Touristenmassen, die sich jeden Tag durch das kleine Dörfchen zwängen. 🤨 😐
Wir stehen diesen Dingen oft sehr argwöhnisch und auch wenig verständnisvoll gegenüber. Wenn man im Reiseführer liest, dass an Wochenenden und Feiertagen auf dieser Ruta de las Cascadas viele offene, oft voll besetzte Chiva-Busse, begleitet von lautstarker Partymusik und billigem Alkohol, die Straßen regelrecht blockieren, dann mögen wir uns das gar nicht vorstellen. Zum Glück waren es bei uns eher die „normalo-Touris“ und viele Familien, was wohl am Osterwochenende lag.

So geht der Vormittag zu Ende, das Wetter wird langsam etwas besser und tatsächlich spitzelt sogar die Sonne dann und wann mal durch die meist dicke Wolkendecke. Für den Nachmittag haben wir uns die andere Seite des Tales ausgesucht.

Das erzähle ich aber dann im nächsten Kapitel.
Teil 1027. Mai 2019
... damit es hier schnell voran geht und der RB sein Ende findet, stell ich gleich nochmal den Nachmittag von Baños hier ein:

Tag 8, ein Nachmittag in Baños

Nach der Wasserfallroute wollen wir am Nachmittag auf die andere Seite des Tales. Dort gibt es Baumschaukeln vom Allerfeinsten, dazu liegt das schöne und teure Hotel „Luna Runtun“ mit dem dazugehörigen Cafe de Cielo auf dem Weg. Das trifft sich gut, denn Hunger macht sich breit und was gibt es Schöneres, als hoch über Baños eine kleine Mittagspause einzulegen:
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Der Blick ist regelrecht sensationell und vor hier oben sieht man auch schön die Basilika zur „Jungfrau des heiligen Wassers“. Die Basilika wollen wir uns heute Abend, wenn wir zum Abendessen in die Stadt fahren, etwas näher anschauen.
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Das Hotel Luna Runtun ist ein ein tolles Haus. Thermalquellen laden zum Baden ein, da oben lässt sich´s auf alle Fälle gut aushalten, wenn man das nötige Kleingeld dazu hat. Ich kann mir gut vorstellen dass es ein tolles Erlebnis sein muss, wenn man nachts dort oben in einer der kleinen Thermalbecken sitzt, den Blick über das Lichtermeer von Baños, und dazu noch ein Gläschen Prosecco in der Hand – das wär dann noch das i-Tüpfelchen. 😘 😉
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Unser Ziel aber ist die Schaukel Casa de Arbol. Für Adrenalin-Junkies und alle die, die den totalen Nervenkitzel lieben, ist der Ausflug hoch über der Stadt Baños genau das richtige. Diesen Ort des absoluten Nervenkitzels kann man gut auch auf eigene Faust besuchen. Die Schaukeln sind an einem Baumhaus in 2.600 m Höhe über dem Meerespiegel angebracht, und man schwingt mehr oder weniger direkt über dem Abgrund. Eine imposante Sache, und trotzdem hat´s uns nicht vom Hocker gerissen. Bestimmt wären wir geschaukelt, aber in Anbetracht der Massen, die dort auf grad mal eine oder max. zwei Minuten Schaukeln in der Schlange standen, waren uns dann doch zu viel des Guten. Leute über Leute, was für Menschenmassen! 🤩 😈

Aber – schön war es trotz der vielen Leute dort oben auf alle Fälle und der Ausflug mehr als empfehlenswert. Hier blüht alles in wunderbarer Pracht, und wenn halt wenigstens ein klein bisschen die Sonne scheint, ist alles doppelt so schön:

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Ziemlich geschlaucht kommen wir spätnachmittags in unsere Chamanapamba-Lodge nach Hause. Ein bisschen relaxen, a cold shower, und dann schauen wir mal, wo wir heute Abend zum Essen gehen.
Man könnte auch hier im Hotel zu Abend essen, aber wir wollten auch noch die Basilika anschauen.
Als unseren Speiselokal-Favoriten haben wir uns das LA TASCA ausgesucht. Im Reiseführer steht:
Authentisch spanisch im kleinen, beliebten Wohlfühllokal. Meeresfrüchte in verschiedenen Varianten, Paella und leckerste Tapas.

Also nichts wie hin, wir waren nämlich mittlerweile ganz schön hungrig. Leider war das Lokal fully booked, aber der nette Wirt meinte, in einer halben Stunde, da hat er was frei und wir sollten dann wieder herkommen. Passt, denn für die Basilika brauchen wir sicherlich nicht länger als eine halbe Stunde.

Wir gehen über den Marktplatz und siehe da, die Basilika ist bis auf den letzten Platz belegt. Also – wir wissen ja nicht, ob das in Südamerika in allen Kirchen so ist, aber da drin ist es zugegangen wie auf dem Jahrmarkt. Da wird telefoniert, da wird gesungen, da liegen die Kid´s auf dem Boden herum, und alles ist stockdunkel. Dazu ein Geräuschpegel, der seinesgleichen sucht. 😕 😠

Und dann dämmerts uns – ja klar, heute ist ja Ostersamstag, und wir können, nachdem wir wieder aus der Kirche im Freien waren, der Übergabe des Osterfeuers zusehen. Christliche und anscheinend brave Leute sind das hier in Ecuador, für uns eine sehr interessante Sache.

Das LA TASCA war sehr gut! Schon allein der Wirt hatte mit uns und wir mit ihm die höchste Freude. Der Mann war 20 Jahre lang in Deutschland bei einer großen Autofirma angestellt. Nicht etwa am Fließband, sondern in höheren Etagen hat er sein Geld verdient, sich dann in Ecuador eine viele hundert Hektar große Hazienda gekauft. Bis es ihm dann langweilig wurde, weil der Weg von seiner Ranch zur nächsten Stadt länger als eine Stunde war, und da hat er sich gedacht, er macht hier in Baños ein Speiselokal auf. In jedem Fall ist ihm das gut gelungen, und mit seiner Frau, die die Küche unter sich hat, ist er unserer Meinung nach sehr erfolgreich. Ein unterhaltsamer Mensch, dort würden wir sofort wieder hingehen.

Die angebotenen Tapas waren vorzüglich, es war in Ecuador mit eines der besten Essen, die wir gehabt haben:

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Teil 1128. Mai 2019
Tag 9, von Baños zum Chimborazo

Sehr früh sind wir wieder unterwegs. Schade, dass es das Frühstück erst um 8.00 Uhr morgens gibt, das spielt uns als Frühaufsteher nicht unbedingt in die Karten. Die heutige Tagesetappe sind nur 110 Kilometer, und goolge maps gibt uns eine Zeit von 2 Stunden und 18 Minuten vor. Da haben wir genügende Zeit, dem schönen Hotel SAMARI einen Besuch abzustatten.
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Eine herrliche Gartenanlage, wobei der eigentliche Grund für den Besuch der war, dass es laut Reiseführer hier im Garten 24 verschiedene Kolibriarten geben soll. Natürlich haben wir nachgefragt, aber die netten Damen an der Rezeption wussten von den Kolibris nichts und wir haben auch keine gefunden. 🤢 😉

Wie das eben so bei unseren Touren ist, wir brauchen für alle Strecken immer viel länger, als uns google maps vorgibt. Es gibt unterwegs so viel zu sehen, und in der Tat kann man sich an der Landschaft und an den vielen Eindrücken, die das Land zu bieten hat, gar nicht satt sehen.
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Wir hatten uns fest vorgenommen, irgendwann mal an einem der vielen Straßenstände eine Portion Schwein zu verdrücken. Leider ist nichts draus geworden, denn entweder waren wir pappe satt oder hatten weder Zeit noch die nötige Muße.

Unsere nächste Station ist die CHIMBORAZO Lodge,

https://www.booking.com/hotel/ec/lodge-estrella-del-chimborazo.de.html

am Fuße des mächtigen Chimborazos. Mit 6.268 m ist dieser Berg der höchste Berg Ecuadors und gleichzeitig auch der einzige Sechstausender.

Die Lodge liegt in herrlichster Umgebung auf einer Höhe von 4.000 Meter, wir hatten die Messner-Suite gebucht und hier für die Übernachtung 152 USD incl. Halbpension bezahlt.

Bei Ankunft gegen 13.30 Uhr haben wir uns sehr geärgert, denn unser Zimmer war noch belegt. Drei junge Amerikaner meinten wohl es wäre „ganz normal“, dass sie das Zimmer bis um 14.00 Uhr belegen könnten. Zu dumm nur, das sich die Angestellten nicht getraut haben, mit den Leuten aus Amerika ein paar Takte zu reden, und der Inhaber der Lodge, Marco Cruz, war mit einer Gruppe von Bergsteigern unterwegs.

Die „Takte“ hab ich dann den Amerikanern geflüstert. 🤪 Gut, dass sie mein bayerisches Schimpfen nicht verstanden haben, denn ich war nicht unbedingt wählerisch in der Wortwahl meiner Ansage. Binnen 10 Minuten waren die Herrschaften ausgezogen, den letzten Rucksack hab ich ihnen dann noch nachgeschmissen. Also wirklich – da platzt Dir doch der Kragen und wir finden so ein Benehmen mehr als ungehörig. Aber egal, das Zimmer wurde dann hergerichtet und wir sind in der Zwischenzeit nochmals ein paar Kilometer zurückgefahren, da wir unterwegs ein nettes Gasthaus gesehen haben. Dort haben wir eine Locro gegessen.

Irgendwas war mit dem Zimmer aber dann doch nicht ganz in Ordnung, denn wir wurden kurzerhand von der gebuchten Messner-Suite in die Walter Bonatti Suite umquartiert. Wenn man sich in der Bergsteiger-Materie auskennt, dann weiß man, dass Walter Bonatti ein berühmter italienischer Bergsteiger war. Jetzt aber ein paar Bilder von unserer Unterkunft:

So hat sich das alles gezeigt bei unserer Ankunft:
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und so sah es dann in unserer „Hütte“ aus:

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Wir genehmigen uns ein Gläschen Rotwein, es ist draußen kalt, windig und irgendwann fängt es dann sogar noch zu schneien an. 🙁 Aber hier, am wärmenden Holzofen, mit Blick nach draußen, da kann man es aushalten:

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Das Wetter wird ein klein wenig besser oder sagen wir mal, es wird wenigstens ein bisschen heller. Wir machen nochmal eine Stipvisite in den Nationalpark, wo wir morgen versuchen werden, die 5.000 m Marke zu knacken 🤨 😐 und sehen, dass es doch einige Zentimeter geschneit hat. Und es hat sich gelohnt, sich vom Kaminfeuer loszureißen, denn wir sehen die ersten wildlebenden bzw. freilaufenden Vicunas:
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Zurück bei der Lodge präsentiert sich dann die gesamte Szenerie deutlich freundlicher als bei der Anreise vor ein paar Stunden:
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Die Chimborazo-Lodge ist eine luxuriöse Bergsteiger-Hütte am Fuße des gleichnamigen 6.268 Meter hohen Chimborazo. Der Inhaber, der 73-jährige Marco Cruz hat sich hier im Andenhochland einen Traum erfüllt. Abends sind wir mit ihm zusammen gesessen, und er hat uns viel von der Welt und auch auch von sich und seinen Freunden (u.a. von Reinhold Messner und vielen vielen andere Berühmtheiten) erzählt. Für ihn ist es das Schönste, wenn er jeden Tag mit seinen Gästen auf Touren gehen kann, und die Einheimischen, die ihn beinahe schon verehren, leiten die Lodge und die dazugehörigen Ländereien.

Es war für ihn eine Selbstverständlichkeit, uns abends auf Grund der Unannehmlichkeiten mit den Amerikanern, auf ein Glas Wein einzuladen. Oft wünschte ich mir, von diesem Mann die Gelassenheit und Ruhe zu haben, die er ausstrahlte. Ein toller Mann, den man wirklich beglückwünschen muss, was er aus seinem Leben gemacht hat. Interessiert hätte mich, wie er an meiner Stelle mit den Amerikanern umgegangen wäre. Wahrscheinlich ganz anders, weniger heftig und mit mehr Souveränität, als ich es zu Tage gelegt habe. 😕

Zum Abendessen gab es Forelle und davor eine Suppe. Es hat gut geschmeckt, und das gesamte Ambiente war wirklich sehr schön:
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Irgendwann in der Nacht wache ich auf und schau zum Fenster raus. Was für ein Anblick!!!
Da musste ich Schorschine aufwecken, und wir waren hellauf begeistert. Eine sternenklare Nacht, der Chimborazo zum Greifen nah, so was Schönes haben wir schon lange nicht mehr gesehen.

Und spätestens da hab ich mir mal wieder gedacht, dass es höchste Zeit wäre, mich mit der Sternenfotografie zumindest auseinanderzusetzen. Das Stativ lag im Auto, und das Auto stand auf dem Parkplatz. Ob man es glauben mag oder nicht: die paar hundert Meter waren mir ganz einfach zu weit. Nicht dass ich zu faul gewesen wäre, aber in Anbetracht der enormen Höhe ….

Zum Glück gibt es Internet, sonst könnte ich hier mit keinem Bild aufwarten:

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Teil 1229. Mai 2019
Tag 10, wir packen die 5000 m und fahren dann weiter nach Alausi

Heute sieht´s so aus, als könnte das Wetter sich von einer etwas besseren Seite zeigen und wir machen gleich mal die ersten Bilder:
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Der Frühstückstisch ist gedeckt, und der Blick zum Chimborazo ist grandios
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Ein letzter Blick zurück in die Hütte – schön war es hier, aber eine Nacht leider und wie immer zu wenig,

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und bevor wir zurück an der Hauptstraße sind, können wir diesen grandiosen Berg und die Chimborazo- Lodge nochmals in etwas besserem Licht fotografieren:

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Dort wo wir hinwollen ist es nicht weit, schließlich liegt die Lodge mitten im Nationalpark und man wird an der Hauptstraße gleich mal darauf aufmerksam gemacht, wer hier die Vorfahrt hat:

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und es dauert gar nicht lange, denn die ersten Vicunas warten schon auf uns.

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Ein Wort zu den Vicuñas:
das 58.000 ha große Reserva Faunistica del Chimborazo liegt im erosionsanfälligen Grenzbereich der Andenprovinzen Chimborazo, Tungurahua und Bolivar. Bei Höhenlagen von über 3.800 m kann das Paramo-Naturschutzgebiet mit einer durchschnittlichen Temperatur von 0 bis 10 Grad aufwarten. Zu den Attraktionen dieser in Ecuador einzigartigen Pampagraszone gehören die umherziehenden Alpacas und die im Jahre 1989 aus Chile, Peru und Bolivien eingeführten Vicuñas. Mittlerweile gibt es mehr als 6.000 Vicuñas, und durch die Hinterlassenschaften der Tiere wird der Paramo entsprechend gedüngt. Es grünt und blüht an vielen Orten wie nie zuvor, und die Vicuñas haben im Laufe der Jahre den Alpakas den Rang abgelaufen. Die gefräßigen Schafherden der Indigenas sind inzwischen aus dem Hochland abgezogen und zum Ausgleich bekamen die Bauern Alpakas und Lamas geschenkt, deren Wolle noch wärmer und das Fleisch noch besser schmeckt.
Unsere heutige Etappe ist nicht lang, wir müssen nach Alausi, wo wir eine Zugfahrt mit dem „Nariz del Diablo“ unternehmen werden. Der Zug fährt jeden Tag, außer am Montag, und dieser Umstand hat unseren ursprünglichen Plan etwas durcheinander gebracht. Wollten wir nämlich ursprünglich 2 Nächte in Cuenca bleiben, so mussten wir nun eine Zwischenübernachtung in Alausi buchen. 🙁

Zuerst aber wollen wir heute schauen, in welchen Höhen es uns überhaupt noch möglich ist, uns zu bewegen. Es gibt hier am Chimborazo einen Parkplatz auf 4.800 m Höhe, von dort sind es nochmal 200 Höhenmeter zur Whymper-Schutzhütte. Können wir diese 5.000 m Marke knacken?

Zuerst aber zeigen sich diese Vicuñas in ihrer ganzen Schönheit:

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Beim Refugio Hermanos Carrel parken wir uns Auto. Es ist, wie man auf dem Bild sieht, schweinekalt, aber heute bin ich zumindest wärmer angezogen:

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Der erste Eindruck: na toll, wie sollen wir das schaffen, wenn hier auf 4.800 m Gedenktafeln für die vielen Verunglückten des Berges aufgestellt sind? 🙁 😕

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Und dann denke ich mir, wie kann das sein, Schorschine (wie meist) topfit, und ich pfeif schon nach den ersten Metern aus dem buchstäblich letzten Loch:

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Aber wir schaffen das (der Ausspruch kommt mir irgendwie bekannt vor), und mit Blick zur Whymper-Schutzhütte hab ich mir fest vorgenommen, diese (lächerlichen) 200 m Höhenunterschied zu knacken.

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Ich nehme es vorweg: wir haben es geschafft, haben aber für die kurze Strecke zwei Stunden gebraucht. 🤩 Ein paar Meter gehen, ein paar Minuten schnaufen. Ein Kanadier, dessen Freundin mehr als „fertig“ war, hat uns dann Coca-Blätter angeboten. Das Angebot haben wir gerne angenommen, aber wir haben keinen Unterschied zu vorher gemerkt. Außer, dass uns der Mund pelzig wurde, das war sogar ziemlich unangenehm. Aber es war interessant – immerhin war es für uns das erste mal im Leben, dass wir zu solchen Hilfsmitteln greifen. Egal – nach 10 Minuten haben wir das Zeugs wieder rausgespuckt, und irgendwann waren wir dann oben. 😄

Was für ein erhabenes Gefühl. Ich weiß - das hört sich irgendwie blöd an, aber so haben wir uns gefühlt. Wir sind auf 5.000 Meter Höhe, wer hätte das gedacht, und beide strahlen wir um die Wette:

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Ja, das war wirklich eine tolle Sache. Und wie schnell man sich auch an die Höhen gewöhnt. Vor zwei Tagen am Cotopaxi wäre ich unmöglich zum Refugio hochgekommen, obwohl das dort sogar noch um 200 m tiefer gelegen war.

Der Abstieg ist ganz locker, man merkt mit jedem Meter (wobei die Betonung auf JEDEM Meter liegt), dass das Atmen leichter fällt, und in der auf 4.800 m gelegenen Carrel-Hütte machen wir eine kurze Mittagspause, es gibt eine gute hausgemachte Locro, die lassen wir uns nicht entgehen.
Was es hier außer Suppen noch gibt, ist Sauerstoff. Die total Atemlosen können sich hier wiederbeleben lassen: 😉

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Auf dem Weg nach unten sehen wir nochmal viele Vicuñas

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und später auf der Panamericana haben die Meerschweinchen ihren letzten Atemzug gehaucht. Dieses Bild ist so richtig „typisch“ für diese Panamericana-Autobahn. Geht mitten durch Dörfer, und am Straßenrand gibt es viele Essensstände, wobei entlang der Panamericana eigentlich alles verkauft wird, was man sich nur denken kann:

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Nachmittags kommen wir in Alausi an, die Unterkunft für diese Nacht ist das Gästehaus El Balcon del Tren,

https://www.booking.com/hotel/ec/el-balcon-del-tren-alausi.de.html


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Bei booking.com haben wir dieses Gästehaus für 49 Euro die Nacht incl. breakfast gebucht. Der Besitzer ist ein Student in Qutio, und das Gästehaus wird von einem ganz jungen Burschen geleitet, der sich sehr nett um das Wohl seiner Gäste kümmert. Es gibt hier nur ein Zimmer mit Balkon und eigenem Bad, die beiden anderen Zimmer haben ein Gemeinschaftsbad.

Das hört sich jetzt alles ein bisschen einfach und billig an, aber wir würden in dieses Haus jederzeit nochmals kommen. Der junge Mann hat sich rührend um uns gekümmert, und vor lauter Begeisterung hat er am nächsten Tag beim Frühstück zubereiten die Rühreier so lange geschlagen, dass sie strohtrocken waren. Aber egal, nett war das alles, die Bahnstation nicht weit entfernt, das Auto im Hinterhof sicher geparkt, und Sprachbarrieren wurden mittels Handy-Übersetzer überbrückt. Das war schon lustig, wie schnell der Bursche in sein Handy getippelt hat, aber schon wussten wir Bescheid und alles war i.O.

Alausi selbst ist ein „Nest“ 🤩 und lebt eigentlich in erster Linie von der Attraktion der Gegend, nämlich dem Tren „Nariz del Diablo“, der hier auf abenteurlichste Art eine kurze Strecke von Alausi nach Sibambe fährt.

Mehr dazu aber morgen. Für heute Abend brauchen wir noch ein Lokal, schließlich sind wir nach unserer heutigen Wanderung am Chimborazo hungrig. Nur – das stellt sich als gar nicht so einfach dar, denn viele Lokale haben geschlossen, und ein Spaziergang durch die Stadt verheißt nicht unbedingt großes Angebot. Die Bürgersteige werden schon um 19.00 Uhr nach oben geklappt, aber zum Glück gibt es in einer Nebenstraße, ziemlich versteckt, eine Pizzeria, in der wir unseren Hunger stillen können. Mit dabei eine Familie aus Deutschland, die per Zufall zwei oder dreimal unsere Weg gekreuzt hat und ebenso wie wir auf der Suche nach einem Lokal waren.
Teil 1330. Mai 2019
Tag 11, eine beeindruckende Zugfahrt und dann geht’s weiter nach Cuenca

Ein absolutes „MUST DO“ ist die berühmte Zugfahrt zum „Nariz del Diablo“ oder auch „Teufelsnase“ genannt, ein gut 100 m hoher Felsvorsprung über der Chanchan Schlucht. Im Zick-Zack-Kurs fährt der Zug die fast schon senkrechte Wand die Teufelsnase entlang. Ein Spektakel, wie man es nicht alle Tage sieht.

Die Tickets haben wir bereits zu Hause geordert, unter

https://www.trenecuador.com

kann man die Fahrkarten online reservieren und bezahlen. Kostenpunkt 33 USD p.P., und der Zug fährt (außer Montags) täglich zwei mal, nämlich um 8.00 Uhr und um 11.30 Uhr.
Übrigens gibt es keinen Rentnertarif. 😄
Wir nehmen den 8.00 Uhr Zug, denn insgesamt dauert die Fahrt mit einem Pausenstop in Sibambe knapp 2 ½ Stunden, so können wir gleich anschließend weiter nach Cuenca fahren.

Pünktlich fährt der Zug ab (da könnte sich die Deutsche Bundesbahn mal eine Scheibe abschneiden) und die Fahrkarten bzw. Platzreservierungen werden genau kontrolliert. Das geht hier alles sehr unaufgeregt zu, es sind 3 Waggons, die an der Dampflok hängen, von daher ist die Menge an Mitreisenden überschaubar.

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Hier sieht man die Teufelsnase, wenn man genau hinschaut, dann kann man die Streckenführung so einigermaßen erkennen: 😐

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In Sibambe gibt es einen Zwischenaufenthalt von ca. 45 Minuten. Dass es dort recht touristisch zugeht, ist gar keine Frage. Aber wir waren überrascht, dass sich das alles durchaus in Grenzen hielt. Es gibt ein paar Verkaufsstände, es gibt den Bahnhofskiosk und natürlich das Bahnhofsrestaurant. Man fühlt sich um Jahrzehnte zurückversetzt, die Einheimischen sind sehr freundlich und nett, von Aufdringlichkeit, etwas kaufen zu sollen, haben wir nichts gespürt.
Und wir mögen die farbenfrohe Kleidung der indigenen Frauen, die meist dicke und bunte Wollröcke tragen, dazu wollene Strumpfhosen und über dem Pullover noch einen Poncho. Dazu noch den Woll- oder Filzhut, teils mit einer Feder verziert, und so machen die Frauen einen gemütlichen und sehr entspannten Eindruck.
Dort am Bahnhof haben wir bei diesen netten Frauen ein Souvenier gekauft.

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Und zwar eine Trinkflasche mit einem Lederüberzug. Angeblich „handmade“, der Preis war mit 17 USD angegeben, und letztendlich haben wir dann 15 USD bezahlt. Vielleicht, so dachten wir, wäre das ein nettes Andenken, das wir zu Hause schön in unserer Schrankwand im Wohnzimmer positionieren können.

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Im Reiseführer ist über die Teufelsnase folgendes zu lesen:
Für die ecuadorianische Geschichtsschreibung stellt die Teufelsnase nicht nur ein architektonisches Meisterwerk dar, sondern gilt vielmehr als ein konfliktreiches Konstrukt mit trauriger Vergangenheit. Für den damaligen Staatspräsidenten Alfaro wurde zwar 1908 der Traum von der Verbindung zwischen Costa und Sierra zur Wirklichkeit, aber gerade dieser Streckenabschnitt an der Teufelsnase wurde für tausende von schwarzen jamaikanischen Gastarbeitern zum Alptraum. Bei Sprengungen kamen zahllose Gleisbauer ums Leben, und noch bis vor wenigen Jahren war es erlaubt, auf dem Dach des Zuges mitzureisen. Sicherlich die abenteuerlichste Variante, aber auch die gefährlichste Variante. Nach vielen tödlichen Unfällen wurde die Mitfahrt auf dem Dach des Zuges eingestellt, und trotzdem stellt dieser Streckenabschnitt zwischen Sibambe und Alausi den aufregendsten Teil dieser Streckenführung dar.
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Im Nachgang würden wir diese Zugfahrt immer wieder machen, es war ein sehr schönes Erlebnis. Ein letzter Blick zurück auf Alausi,

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wo der heilige St. Peter als Schutzpatron über die Stadt wacht, und die Fahrt geht weiter in Richtung Cuenca. Unterwegs machen wir zahlreiche Stops, die Landschaft sucht seinesgleichen:

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Nach ungefähr 100 Kilometer liegt an der Strecke nach Cuenca eine sehenswerte Attraktion:
die Ingapirca-Ruinen, (3.100 m) das bedeutendste Monument prähispanischer Kulturen in Ecuador.


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Also ich kann ja mit den alten „Stoanahaufa“ nicht so viel anfangen, aber wenn man schon mal in der Gegend ist, dann sollte man sich die Sache hier anschauen. Der Eintritt ist gering, mit 2 USD p.P. und ein paar Dollar für die Führerin kann man die Ruinen erkunden. Der Rundgang ist in weniger als einer Stunde erledigt, und mit unserer netten Begleiterin hatten wir Glück. Sie hat uns nämlich von einem ganz tollen Getränk erzählt, das es nur in Ecuador gibt, den Canelazo, 😉 und hier in Ingapirca sei er besonders gut. Dass wir die Dame gerne auf ein Gläschen eingeladen haben ist Ehrensache, und sie hat es gar nicht recht glauben können, dass wir den Canelazo bereits zu unserem Lieblingsgetränk in Ecuador erkoren haben.


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Übrigens haben wir an diesem Kiosk exakt die gleiche Flasche 😈 gesehen, die wir heute Vormittag bei unserer Zugfahrt gekauft haben. Es war genau die gleiche Flasche, die gleiche Größe, alles exakt gleich. Nur – der Preis war erheblich billiger, als wir eingekauft haben. 10 USD für die Flasche, das hat uns dann doch zu denken gegeben und vor lauter Ärger haben wir tatsächlich überlegt, die Flasche auf schnellstem Wege zu entsorgen. Zugegeben – alles Kleinigkeiten und die 5 USD bringen uns nicht um. Aber das Souvenier war ab diesem Zeitpunkt für uns nichts mehr wert. 🙁

In Cuenca kommen wir am späten Nachmittag an und finden Dank unseres „maps-me“ das Hotel Victoria auf Anhieb.
Cuenca ist die drittgrößte Stadt des Landes. Mit 350.000 Einwohnern bietet Cuenca eine bunte Mischung an Canaris, Inkas, französische Jesuiten und tausenden von Aussteigern aus fernen Ländern. Seit 1999 gehört der Altstadtkern zur Liste der Weltkulturerbestätten.
Die Stadt hat uns ausnehmend gut gefallen, und die eine Nacht, die wir hier verbringen, ist natürlich wieder einmal viel zu wenig. Drei Nächte sollte man hier mindestens bleiben, denn das was wir gesehen haben, war in der kurzen Zeit so gut wie nichts.

Aber wir waren regelrecht begeistert, was vielleicht auch unserem superschönen

https://hotelvictoriaecuador.com

geschuldet ist. Wie schon der Name sagt, eine viktorianische Fassade mit olympischem Bogen und herrlichem Blick auf den Rio Tomebamba, wenn man, so wie wir, eine der beiden Suiten im obersten Stockwerk bucht. Ein unglaublich schönes Zimmer mit knarrenden Dielen, mächtigen Möbeln und schweren Vorhängen, dazu eine Dachterrasse mit einem sagenhaften Blick auf die Stadt und den Fluss. Einmalig!

Das Erste, was uns der freundliche Portier erzählte: er hat auch noch morgen, falls wir Bedarf hätten, das Zimmer für eine weitere Nacht frei, und zweitens wird er uns morgen das Frühstück bei schönem Wetter auf unserer Dachterrasse servieren lassen (sozusagen private breakfast). Oh - das hört sich schon mal gut an. Sehr gut sogar. 🙂

Hier ein paar Bilder zu unserem Hotel, wo wir für die Suite 505 einen unglaublich günstigen Preis von 110 USD incl. breakfast bezahlt haben:

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Das Hotel Victoria liegt mitten in der Altstadt, dadurch ist die Lage günstig, um auf die Schnelle einen kleinen Eindruck dieser schönen Stadt zu gewinnen:

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Wegen unseres heutigen Dinners gäbe es in Cuenca Auswahl grad genug. Wir entscheiden uns, hier im Hotel zu essen. Das El Jardin ist ein hochgelobtes Spezialitätenrestaurant, das seinem Namen alle Ehre macht. Wir haben vorzüglich gegessen, und zu einem mehr als moderaten Preis. Dass wir zur Feier des Tages (wir hatten eigentlich gar nichts zu feiern außer uns) ein Flascherl chilenischen Tinto Negro geordert haben, haben wir gut gemacht.

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Puh, irgendwie sind wir mittlerweile richtig „geschafft“. Den größten Fehler, den man machen kann ist, wenn man nur „Ein-Nacht-Unterkünfte“ hat. Du kommst am Nachmittag irgendwann an, und bereits am nächsten Morgen geht die Reise weiter. Wir wissen das, dass dies die dümmste aller Kombinationen ist, aber erstens möchte man vom Land möglichst viel sehen, und zweitens wurde uns durch den Tatbestand, dass die Zugfahrt in Alausi am Montag „Ruhetag“ 🤢 🤪 hat, ein Strich durch die Rechnung gemacht. Angedacht war nämlich, hier in Cuenca zwei Nächte zu bleiben, was für diese schöne Stadt und auch für dieses schöne Hotel das Mindeste gewesen wäre.

So aber fallen wir todmüde ins Bett, morgen führt uns die Tour weiter nach Guayaquil, wo wir (wieder) nur eine Nacht bleiben, bevor es dann zu den Galapagos-Inseln geht.
Teil 1401. Juni 2019
Tag 12, von Cuenca nach Guayaquil

Früh aufstehen war angesagt, das Frühstück ließ keine Wünsche offen. Das war alles schon allererste Sahne.
Zum Hotel gehört ein privater Parkplatz, dort steht unser Auto, und man kann mit dem Lift nach unten fahren. Vorher aber machen wir noch ein schönes Foto vom Hotel, es scheint heute ein bisschen besseres Wetter zu sein, wobei unser Portier das Frühstücksangebot auf der Terrasse nicht einhalten konnte, weil´s die ganze Nacht leicht geregnet hat.

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In der Stadt herrscht starker Verkehr, aber bald sind wir auf der Landstraße Richtung Guayaquil, es liegen rund 200 Kilometer vor uns.
Wir können es nur wiederholen – die Landschaft Ecuadors ist faszinierend. Durch den stetigen Wechsel des Wetters haben wir ständig wechselnde Lichtverhältnisse, es ist einfach Klasse! 🙂

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Was uns auch sehr gut gefallen hat, dass uns immer wieder freilaufende Alpakas begegnet sind:

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Nicht weit von Cuenca, nämlich eine Stunde entfernt auf dem Weg nach Guayaquil kommt man durch den Nationalpark El Cajas. Landschaftlich ein Traum, und die Lagune La Toreadora (3.850 m !!!) liegt direkt am Weg.

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Was für ein schönes Gebiet dort oben, dieser Nationalpark El Cajas. Vom Centro de Interpretacion verlaufen verschiedene Wanderpfade, es geht teils über Holzstege und im Umfeld der Lagunen befinden sich Spots der Extraklasse: Bergtukane, Andenfasane, Maskentrogone, Tangaren , Elstern und ein gutes Dutzend Kolibriarten können hier mit ein wenig Glück und Geduld gesichtet werden.
Bei auftretender Höhenkrankheit (so stehts im Reiseführer), ist es am Besten sich ein Weilchen hinzusetzen, durchzuschnaufen und dann den Rückmarsch anzutreten! 😄
Die Zahl der Besucher ist limitiert, wie man auf folgendem Schild lesen kann:

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Wir wandern ein bisschen um die Lagune, lassen uns aber nicht all zu viel Zeit, denn Guayaquil wollen wir nicht erst am Abend erreichen. Außerdem wissen wir nicht, welche Überraschungen wir unterwegs erleben. Hier weiß man nie …

Und tatsächlich, vielleicht eine viertel Stunde, nachdem wir wieder „on road“ waren, fahren wir in eine Nebelwand von besonderem Ausmaß. Mindestens eine Stunde waren wir in dieser Suppe unterwegs und wir konnten von Glück sagen, dass wir den Kleinlaster vor uns hatten.

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Wir waren froh, als wir dieses Stück hinter uns hatten. Denn langsam geht es abwärts vom Hochland Richtung Küste, wir denken, dass durch den enormen Temperaturunterschied, nämlich oben an der Lagune fast noch Minusgrade, und je weiter wir Richtung Küste kamen, wurde es mehr und mehr warm, dann heiß und am Ende regelrecht subtropisch, es zu diesen Wetterkapriolen kommen kann.

Da wundert es uns nicht, dass hier bei diesem Klima Bananen, Avokados, Kakao und alle möglichen Gemüse- und Obstarten prächtig gedeihen.

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Irgendwann am Nachmittag kommen wir in Guayaquil an. Über die größte Stadt in Ecuador (2.8 Mio Einwohner) können wir nicht viel berichten. In der Kürze der Zeit haben wir das Beste draus gemacht, und mit unserer Bleibe, dem Hotel Continental haben wir eine gute Position, zumindest ein klein wenig in das Stadtleben reinzuschnuppern.

Über das Hotel gibt’s nicht viel zu sagen: zweckmäßig, ein „richtiges“ Stadthotel, gebucht haben wir über booking.com einen Superior-Queen-Room für 66 Euro incl. Frühstück, da gibt’s nichts zu meckern und Preis-Leistung hat auf alle Fälle gepasst. Zumal das Zimmer sehr sauber war, die Leute freundlich und vor allem die Lage sehr zentral.

Was haben wir noch alles gemacht und gesehen?

Direkt gegenüber unseres Hotels gibt es schon mal die erste Sehenswürdigkeit, den Parque de las Iguanas, ein must do in dieser Stadt. Hier können wir die ersten Iguanas bestaunen, eine recht nette Angelegenheit.

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Von dort geht es zu Fuß Richtung Malecon 2000. Immer schön am Wasser entlang, es reiht sich eine Restaurant ans andere, es gibt Yachtclubs, Riesenrad und alles, was man heutzutage braucht, um dem Touristen viel Attraktivität anzubieten. Wir lassen das Riesenrad, den Yachtclub und weitere Vergnügungsgeschichten aus und marschieren in das Künsterviertel Las Penas. Von dort geht es hoch zum Cerro Santa Ana, ein Viertel mit buntesten Häuschen, vielen Lokalen und Shops, es sind 450 Stufen 🤩 🤩 🤩 bis nach oben, die sogar nummeriert sind:


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Oben in Santa Ana thront eine schöne Kapelle, und ein umwerfender Blick über Guayaquil ist der Lohn für den mühseligen Aufstieg.

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Schade, dass auch heute das Wetter suboptimal ist, um schöne Bilder zu machen. Was wäre das für ein Traum, wenn sich die Sonne öfter blicken ließe.

Aber egal, wir nehmen es so wie es ist, denn wir können es eh nicht ändern. Statt des „umwerfenden“ Blickes über die Stadt ist unser Lohn ein Besuch in einem der zahlreichen guten Restaurants entlang des Malecon 2000. In erster Linie wird hier Meeresgetier angeboten. Dass ich mir dann ausgerechnet die Crabs rausgesucht habe war zwar eine lustige Sache, aber während dem Essen bin ich fast verhungert. Eine sehr mühselige Angelegenheit, bis man da wenigstens ein klein wenig Fleisch auf dem Teller hatte.

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Morgen braucht´s früh aufstehen. Endlich geht es auf die Galapagos-Inseln, das highlight in diesem Urlaub. 🙂 🙂 🙂
Teil 1503. Juni 2019
Hallo zusammen,

was in einen "g´scheid´n" Reisebericht reingehört, sind Landkarten.
Dann weiß man wieder, wo man sich eigentlich befindet. Ich hab das am Anfang des Berichtes total vergessen, hole es jetzt aber nach:

Als Erstes hier nochmal die 12 Nächte, die wir in Ecuador verbracht haben:

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und dann erlaube ich mir, auch die nächste Karte hier einzufügen. Natürlich weiß jeder, dass Ecuador ein ganz klitzekleines Land in Südamerika ist. Aber wenn man es dann auf der Karte vor Augen hat, dann ist es schon ein Wahnsinn, wie klein Ecuador und wie groß dagegen z.B. Brasilien ist. Wenn man es sieht, dann ist es halt doch was anderes, als wenn man nur drüber schreibt:

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So, das nur noch zur Ergänzung, es geht dann gleich weiter mit GALAPAGOS. 🙂

Viele Grüße
der bayern schorsch
Teil 1603. Juni 2019
Teil II unserer Südamerika-Reise,
GALAPAGOS-INSELN – Anreise Tag 1


Witzig ist das hier im Hotel Continental, denn das Frühstück gibt’s nicht im Haus sondern im gegenüberliegenden Restaurant. Das ist im gleichen Block, und man muss vom Hotel raus und ins andere Gebäude rein, dort ist dann ein riesiges Buffet aufgebaut.
Haut uns nicht vom Hocker, zudem ist es im Raum eiskalt, die Klimaanlage nimmt ihren Dienst sehr genau. 😈

Unser Auto wird von einem gewissenhaften Mitarbeiter von Nazcar im Hotel abgeholt, und wir lassen uns bestätigen, dass wir für keine weiteren Schäden und Kratzer verantwortlich sind. Zum Glück hat er nicht unter das Auto geschaut.

Der gute Mann fährt uns dann noch zum Flughafen hier in Guayaquil, und damit wäre dann das Kapitel Hertz Leihwagen in Ecuador geschlossen. 🤢
Übrigens: es ist immer noch kein Cent von Hertz eingegangen. Ich befürchte, das wird sich hinziehen und erst dann zu unserer Zufriedenheit gelöst sein, wenn wir Dampf über die Anwälte machen.

Schon vor unserer Reise haben wir uns natürlich erkundigt, welche Formulare für die Einreise nach Galapagos wichtig sind, was alles klären braucht usw. usw.
Unsere Erfahrung: ja nicht verrückt machen lassen !!!
Zum Beispiel gab es einen Zeitungsbericht und auch im Internet war lesen, dass man die Galapagosinseln ausschließlich und nur dann bereisen darf, wenn man einen lückenlosen Übernachtungsplan vorlegen kann. Dann war zu lesen, dass man am Flughafen für das ganze Prozedere und bis man alle Formulare hat, mindestens 2 Stunden Zeit einrechnen muss. Alles Quatsch – wir wurden nicht von einer Person gefragt, wo wir unsere Nächte auf Galapagos verbringen, von einem Tourenplan war gar keine Rede. Und wir waren sehr flott am Flughafen unterwegs, was wohl der freundlichen Dame am Tame-Schalter geschuldet war, die sich rührend um uns gekümmert hat, mit uns zu dem Schalter gegangen ist, wo´s die Formulare gab und die nette Dame war von uns so angetan, dass sie uns gleich mal ohne Aufpreis (wir haben nicht mal danach gefragt), in die First-Class Reihe 1 gesetzt hat. In 15 Minuten war alles erledigt und im Nachhinein kann man nur den Kopf schütteln, was einem die Leute (in erster Linie die Reiseveranstalter) alles für Blödsinn verkaufen wollen.
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Der erste Blick durch die total zerkratzten Scheiben unseres Tame-Fliegers, und ja, das Wetter scheint auch hier sehr schön zu sein.

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Nur die Erwähnung des Wortes Galapagos löst bei den meisten Menschen einen sofortigen Denkprozess aus. Da werden Fantasien angeregt, die durch zahlreiche Fernsehsendungen und Dokumentationsfilme entsprechend geschürt werden. Das Erste, an was man denkt, sind die Riesenschildkröten, die soll es hier in großer Zahl geben. Und zwar nicht nur Riesenschildkröten, sondern wirkliche Prachtexemplare. Dann denkt man spätestens an zweiter Stelle an die Iguanas, diese schwarzen Meeresechsen, die aussehen wir kleine Ungeheuer. Dann kommt noch die unglaubliche Anzahl von Vögeln hinzu, und bestimmt jedermann hat schon mal von den Blaufußtölpeln oder den Fragattvögeln gehört.
Supertolle Unterwasseraufnahmen von BBC suggerieren, dass man auf den Galapagos mit Haien und Seelöwen schnorcheln kann, und überhaupt: die Unterwasserwelt sucht seinesgleichen.
Und dann nicht zu vergessen und was wohl einzigartig ist auf dieser Welt: Tier und Mensch leben auf den Galapagos in absoluter Harmonie, und es gibt auf dieser Erde wohl kaum einen Ort, wo Tiere leichter in freier Wildbahn zu beobachten sind als auf den Galapagosinseln.
Um es auf den Punkt zu bringen: das muss ein Paradies sein, und in dieses Paradies wollen wir für 9 Tage „eindringen“ und uns überzeugen, ob die hohen Vorschusslorbeeren berechtigt sind.
🙂


Die Einreise zu den Inseln, die ca. 1000 km entfernt vom Festland liegen, erfolgt im Regelfall über Baltra oder manchmal auch San Cristobal. Abflughafen in Ecuador ist Quito oder wie in unserem Fall Guayaquil. Wir haben uns für Baltra entschieden, da wir zum Zeitpunkt der Buchung noch nicht wussten, wie unsere Tour auf den Inseln überhaupt ausssieht und uns dadurch die Möglichkeit offen ließen, auf Santa Cruz das eine oder andere Kreuzfahrtschnäppchen zu ergattern. 😄

Für einen ersten Überblick hier eine Landkarte der Galapagos. Die Hauptinseln sind Isabela (zugleich die größte der Inseln) im Westen, dann Santa Cruz in der Mitte sowie San Cristobal im Osten.

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Bei Ankunft am Flughafen Baltra werden die Koffer schön der Reihe nach aufgebaut, und ein Spürhund sucht nach verbotenen Lebensmittel und Rauschgift. Dazu hüpft und schnüffelt er auf den Koffern herum, das sieht man auch nicht alle Tage. Glücklicherweise haben wir weder Lebensmittel noch Rauschgift im Gepäck, das haben wir schon mal gut gemacht. 😉

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100 USD Nationalparkgebühr + nochmal 20 USD Fee für die Inseln, also in der Summe 240 USD, das wird uns abgeknüpft, bevor wir überhaupt da sind. Das Paradies hat seinen Preis, das haben wir gewusst und deshalb haut´s den bayern schorsch auch nicht um. Dann geht es weiter mit dem Bus für 5 USD zum Itabaca Kanal, dann mit die Fähre über den Kanal für 1 USD und nun ist man auf Santa Cruz, wo man nochmal 5 USD für den Bus bezahlt, der uns in 30 Minuten runter in die Stadt nach Puerto Ayora, bringt. Ganz schön heftig alles, aber wir nehmen es gelassen. Die gesamte Prozedur dauert ab Landeanflug Baltra bis zur Ankunft im Hotel um die zwei Stunden.

Unser Tipp: Nachdem man mit der Fähre den Itabace Chanel gequert hat, nicht lange mit dem Bus für 5 USD x 2 = 10 USD rummachen, sondern sich mit noch zwei anderen Reisenden ein Taxi teilen, das man für 25 USD bekommt und auf diese Art und Weise direkt vorm Hotel abgesetzt wird. Hat den Vorteil, dass man nicht (wie wir) eine halbe Stunde bei 35 Grad schwülster Hitze, vom Busterminal zum Hotel laufen muss. 😛

Unsere Unterkunft für die erste Nacht hier in Puerto Ayora ist das

http://www.laislahotel.com.ec/

ein nettes, kleines Haus und nur ein paar Schritte vom Fischmarkt entfernt. Sehr nette Besitzer, die das Haus selbst führen, dazu ein paar Angestellte, und wir bezahlen bei Vorauskasse vor fast einem Jahr 145 USD für das Zimmer incl. breakfast.

Ganz schnell haben wir eingecheckt, und schon starten wir zu einer ersten Stipvisite in die Stadt, bei der wir den einen oder anderen Wunschkandidaten schon mal vor die Linse bekommen:

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Am Hafen an einem dieser Ticketschalter könnte man die Bootstickets für die Überfahrt nach San Cristobal oder nach Isabela kaufen. Unsere Tickets, die wir morgen für die Fahrt nach Isabela brauchen, hat freundlicherweise unser Wirt besorgt.

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Am kleinen Hafen, von wo wir morgen mit dem speedboat nach Isabela fahren werden, gibt es Fische in jeder erdenklichen Größe und Menge:

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Am kleinen Fischmarkt von Puerto Ayora wird ständig Fisch verkauft. Dass es dort immer etwas zu sehen gibt lässt sich denken, die Seelöwen und Pelikane warten auf einen kleinen Leckerbissen:

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Puerto Ayoura auf der Insel Santa Cruz ist ein nettes kleines Städtchen, sehr aufgeräumt und an der geschwungenen Uferpromenade entlang dem Yachthafen reihen sich Restaurants, Lokale, Kneipen und Andenkenläden aneinander. Uns hat´s als Auftakt sehr gut gefallen, wobei hier in Puerto Ayora sich das Galapagos-Paradies nur erahnen lässt.
Für morgen haben wir Bootstickets für die Überfahrt nach Isabela gekauft. Kostenpunkt 30 USD p.P., um 06.30 Uhr müssen wir am Hafen sein, also dauerts nicht lange, und schon sind wir im kingsize-bed, schließlich braucht man zwischendrin auch mal ein Mütze Schlaf.

🙂 🙂 🙂 Und zur Insel Isabela vorweg: mein absoluter Favorit - lässig, cool und sensationell verschlafen. Wie schön, dass es so was wie Isabela noch gibt. 🙂 🙂 🙂
Teil 1704. Juni 2019
Galapagos Tag 2, wir fahren von Santa Cruz nach Isabela

Nicht unbedingt pünktlich startet unsere Tour rüber nach Isabela. Die „Angy“, unser speedboat, hat am Heck sagenhafte 3 x 300 PS Motoren hängen, das wird ein heißer zweistündiger Ritt werden 😈 , den wir aber im Gegensatz zu manch anderen Mitreisenden gut verkraftet haben. Hinten sind die besten Plätze, da bekommt man nicht jeden Schlag postwendend auf die Bandscheibe. 😮

Nach 2 Stunden sind wir da – Isabela Island, die Insel, die wir unbedingt sehen wollten. Es macht uns stutzig, dass auch hier am Schiffsanleger als erstes unsere Koffer beschnüffelt werden. Aber diese Vorsichtsmaßnahmen sind auch in unserem Sinne. Ob´s dann im Endeffekt seinen Zweck erfüllt, mag dahingestellt sein.

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Mit dem Taxi lassen wir uns vom Schiffsanleger ins Hotel fahren, für zwei Nächte haben wir uns im Hotel Albermarle einquartiert, wo wir superfreundlich empfangen werden. Übrigens hat uns die Hausherrin ein paar Tage vorher angeschrieben. Sie wollte wissen, um welche Uhrzeit wir ankommen, denn dann ist das Zimmer gerichtet. So was nenn ich Service vom Feinsten. 🙂

http://www.hotelalbemarle.com/

Lange haben wir hin und herüberlegt, denn mit der Entscheidung, welches Hotel wir auf Isabela buchen sollen, taten wir uns schwer. Im Nachhinein sind wir mit unserer Entscheidung mehr als conform, es ist ein sehr schönes Haus mit einem kleinen Hinterhof incl. Pool, wo jeden Morgen das Frühstück serviert wird. Die Lage des Hauses ist sehr zentral, und ganz vorne in erster Reihe zu sein, hat seine Vorteile. Bezahlt haben wir pro Nacht 237 USD für das uperfloor kingsize incl. breakfast, absolut kein Schnäppchen, aber auch hier gilt: das Paradies hat seinen Preis:

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Die Lage unseres Haus könnte nicht besser sein. Vom Bett aus sieht man auf´s Meer, hier lässt sich´s aushalten:

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Als Allererstes haben wir Hunger. Wir gehen in eine kleine Strandkneipe und bestellen uns einen Burger, dazu Pommes und Pilsener. Also so richtig g´sund und ziemlich kalorienarm und außerdem sind wir der Meinung, dass wir uns nach dieser Hopplerei mit dem Speedboot eine kleine Stärkung verdient haben

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Und dann geht’s schon ab zum Strand, der ja direkt vor unserer Nase liegt. Das Wasser ist wunderbar warm, die Wellen machen großen Spaß und zwischendrin bleibt immer mal Zeit, den Strandungeheuern, die sich hier zahlreich herumtreiben, nachzulaufen:

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Ein Bild, das ich aus dem Video rauskopiert habe, ist eines meiner Lieblingsbilder:

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Perfekt ist, dass wir hier einen kleinen Süßwasserpool am Haus haben. Also nichts wie rein, ein Bierchen in der Hand, das Salzwasser abgespült und ein Taxi bringt uns etwas später für 2 USD zur Bucht Concha Perla, wo man angeblich mit Haien und Seelöwen schnorcheln kann.
Hier der „Hinterhof“ unseres Hotels, recht nett gemacht mit Pool, und die beiden Kid´s haben uns beim Baden am Strand zugeschaut.

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Die Concha Perla war nicht das, was wir uns erhofft hatten. Zwar wurde zunächst mal der Steg, über den man ins Wasser kommt, von Seelöwen besetzt,

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aber außer diesen Kameraden haben wir nicht viel gesehen. Das Wasser war trüb und von Sedimenten durchsetzt, und einen Hai konnten wir nur erahnen. 😮
Zu schlecht war die Sicht, das wollen wir morgen nochmal versuchen, vielleicht liegt´s auch nur an den Gezeiten.

Zumindest konnten wir noch ein paar Iguanas antreffen:

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Zum Sundowner sind wir nach oben auf die Dachterrasse des Hotels und dürfen einen tollen Sonnenuntergang erleben. Mit dabei ein Flascherl Wein, so lässt sich das alles recht gut an:

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Zum Abendessen wollten wir ins Coco-Surf, eines der besten Lokale vor Ort mit ausgezeichneten Meeresfrüchten, Kokosnuss-Curry oder Burger bei rustikal-relaxter Outdoor-Atmosphäre. Leider war dort fully booked, aber ein paar wenige Straßen weiter waren die Wirtsleute froh, dass sie uns bewirten durften.

Der Tag heute war sehr schön. Angefangen hat´s mit der Schifferlfahrt hierher nach Isabela, und das bisschen, was wir von Isabela gesehen haben, das hat uns sehr gut gefallen. Unser Hotel ist toll, der Strand ist vor der Nase, und Seelöwen und Iguanas haben wir heute genug gesehen. Wir sind wirklich mehr als zufrieden, unsere Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern übertroffen.

Ausflüge haben wir keine gemacht, denn wir haben ja noch die gebuchte Kreuzfahrt vor uns, wo wir mit Sicherheit Ausflüge grad genug haben. Von daher haben wir die Zeit zu 100 % auf der Insel verbracht. Außerdem sind wir absolut keine Freunde von Tages- Bootsausflügen. Erstens sind sie schweineteuer (ein Bootsausflug von Santa Cruz zur Insel Bartolome kostet sagenhafte 180 USD pro Person) und zweitens ist uns das viel zu stressig.

Da ist uns eine Insel wie Isabela tausend mal lieber, mit der ruhigen Inselhauptstadt Puerto Villamil, in der gerade mal 2.500 Einwohner leben, da geht’s geruhsam zu und man kann regelrecht die Seele baumeln lassen. Ein kilometerlanger, weißer Sandstrand mit ein paar Kokospalmen und Iguanas, die in der Hitze auf den Lavafelsen regelrecht braten. Wenn dann noch abends die Lavaechsen über die sandigen Straßen flitzen, dann ist die schon fast kitschige Postkartenidylle perfekt.

Hierher würden wir sofort wieder kommen, das war ein Höhepunkt unserer Reise, der aber morgen bei unserer Fahrradtour noch getoppt wird.
Teil 1805. Juni 2019
Reiseberichtschreiben macht Freude - ich kann es jedem nur empfehlen, denn man erlebt seine eigene Reise regelrecht ein zweites Mal. Und es gibt Tage, da ist mal mehr und an anderen Tagen weniger geboten. Heute war mal wieder "mehr" angesagt, ich hoffe, es ist Euch nicht zu viel zum lesen.

Galapagos Tag 3, unser zweiter Tag auf der Insel Isabela, wir machen einen Radlausflug

Das Frühstück war sehr lecker, Eier in allen erdenklichen Variationen, das hat gut gepasst, und beim Blick von unserer Empfangs-“Halle“ raus auf´s Meer geht einem regelrecht das Herz über:

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Jetzt aber schnell zum Radlverleiher (wobei SCHNELL relativ ist: es ist auch heute wieder sehr heiß, da bewegt man sich automatisch nicht all zu schnell) , wir möchten nämlich heute eine Radltour zu den „Walls of Tears“ machen. Bei „Bike and Surf“ sind wir schnell fündig geworden,

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und steuern wenig später die Concha Perla an, wo wir gestern nicht ganz so begeistert waren

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und müssen feststellen, dass auch heute die Badeplattform längst besetzt ist:

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Ähnlich wie tags zuvor war auch heute das Wasser ziemlich trüb und wir verstehen nicht, weshalb diese Concha so hochgelobt ist. Wobei es uns natürlich trotzdem sehr gefallen hat. Wir haben uns nämlich noch lange nicht dran gewöhnt, dass Iguanas und Seelöwen zum Tagesgeschäft dazugehören. 😁

Auf dem Weg zur Mauer der Tränen passiert natürlich ausgerechnet mir (wem sonst?) ein Malheur. Einen Reifenplatzer vom Allerfeinsten, das Rad war total im Eimer, und auch der freundliche Insulaner konnte mir nicht weiterhelfen.

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Nu ja, Schorschines Rad war ja noch gut, also musste die Arme zurück zum Bike and Surf Laden, was bei den Temperaturen alles andere als ein Spaß war. 😠
Dafür bekommt sie von mir heute noch 😘 😘 😘
Innerhalb einer knappen Stunde war sie dann mit der Besitzerin des Ladens wieder zurück, das Rad wurde ausgetauscht und schon ging die Fahrt weiter.

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Wall OF TEARS oder die Mauer der Tränen, so kann man im Reiseführer nachlesen:
das ergreifendste von Menschenhand geschaffene Monument auf Isabela ist die in den späten 50er Jahren von gepeinigten Strafgefangenen errichtete Muro de las Lagrimas, die Mauer der Tränen. Der 8 m hohe und 80 m lange Wall wurde beim Bau des Gefängnisquadrates von barfüßigen, aneinandergeketteten Gefangenen der Strafkolonie Alemania errichtet. 1959 wurde das Lager geschlossen und alle Gebäude in die Luft gesprengt. Lediglich die Mauer blieb stehen und ist heute Zeugnis dieser dunklen Vergangenheit.
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Der Weg ist das Ziel, so könnte man bei dieser Radltour sagen, denn alleine wegen der Mauer der Tränen hätten wir diese anstrengende Tour nicht gemacht. Es ist brütend heiß, zum Glück haben wir etliche Flaschen Wasser im Rucksack. Was man unterwegs sieht, ist jedoch mehr als ein Höchstlohn für diese Anstrengung:

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Zwischendrin mal ein Darwinfinke, und wenn man meint, auf einer Bank im Schatten ein kleines Nickerchen abzuhalten, sieht man sich getäuscht:

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Das ist schon die Schau. Schließlich ist man hier nicht im Zoo, sondern die Riesenschildkröten laufen auf der Insel „einfach so“ frei herum. Und das sind ja nicht nur ein paar dieser Exemplare, sondern wir hatten wirklich das Glück, sehr viele Riesenschildkröten zu entdecken. 🙂

Schön ist, dass man immer wieder am Meer entlang kommt, die Fahrradtour ist mehr als beschaulich und man kann diese Unternehmung nur empfehlen:

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Immer wieder gibt es Wegweiser zu irgendwelchen Buchten oder sonstigen besonderen hotspots, meist nicht weit entfernt vom Hauptweg, wo man sein Fahrrad bedenkenlos abstellen kann.
Einer dieser Hotspots war zugleich der Platz, der für mich eines der schönsten Erlebnisse in diesem Urlaub darstellt. Um an die beste Aussichtsposition zu gelangen, mussten wir zuerst durch eine Süßwasserlagune, die mit dem offenen Meer verbunden war, durchwaten. Dort erwartete uns dann ein Spektakel der Extraklasse:

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Schade, dass wir den Foto nicht dabei hatten 🙁 , aber es war ja auch nicht grad sooooo einfach, durch die Lagune zu waten, den Foto bzw. die Videokamera in der Hand, und ständig aufpassen zu müssen, dass nicht doch mal eine Welle vom Meer in die Lagune schwappt. Zumindest aber hatten wir die Videokamera dabei, hier ein paar Bildausschnitte, die qualitativ natürlich nicht ganz das Wahre sind, aber immerhin:

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Klasse war das, wir standen bestimmt ein halbe Stunde im Wasser und konnten in aller Ruhe den Pelikanen beim Jagen zuschauen. Einmalig!

Einen oder zwei Kilometer weiter gab´s dann wieder einen Abzweig zu einem schönen Strandabschnitt, wo es von Iguanas nur so wimmelte:

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Das nächste Bild veranschaulicht, wie sehr hier auf der Insel Isabela Mensch und Tier zusammenleben. Während sich im Vordergrund zwei Iguanas von der Sonne aufheizen lassen, schwimmen dahinter die Kinder im Meer. Ein schöner Anblick:

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Ein toller Tag geht zu Ende, die Radltour war superschön, wenn auch recht schweißtreibend. Zu unserer Überraschung haben wir am Abend, als wir unsere Räder zurückgegeben haben, einen Nachlass von 10 USD bekommen. Die nette Besitzerin meinte, wir hätten ja nun auch wirklich Pech gehabt mit dem Rad und darum eine kleine Wiedergutmachung. Das nehmen wir gerne an, ist für uns aber keineswegs selbstverständlich. Also - „Bike and Surf“ eine klare Empfehlung! 🙂

Abends sind wir ins Coco-Surf gegangen. Es hat gut geschmeckt, das Ambiente war romantisch, und die Preise moderat. In jedem Fall mit eines unserer besten Essen auf den Galapagosinseln.

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Teil 1906. Juni 2019
Galapagos Tag 4, Rückfahrt von Isabela nach Santa Cruz

Unser Schnellboot bringt uns heute nachmittag um 14.00 Uhr zurück nach Santa Cruz. Das bedeutet, dass wir heute in aller Gemütsruhe frühstücken, wir haben Zeit für ein bisschen Strandleben und lassen´s uns einfach gutgehen. 🙂

Gleich hinter unserem Hotel beginnt die „Restaurant- und Shoppingmeile“ von Puerto Villamil.

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und nur ein paar Meter weiter kann man eine kleine Gruppe Flamingos in einer Lagune beobachten:

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Nette Hotels gibt es hier auf Isabela, versteckt unter Palmen, das hat schon alles einen besonderen Reiz:

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Mittags bringt uns ein Taxi vor zum Schiffsanleger, dort ist immer was los und wir warten auf unsere Schiffsüberfahrt von Isabela nach Santa Cruz.

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Ein Blick noch rüber zum Steg, wo sich wieder mal die Seelöwen tummeln, gleich dahinter ist der Fischmarkt:
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Auch diesmal haben wir Glück. Der Wellengang ist nicht all zu heftig, so dass wir nach 2 Stunden wohlbehalten auf Santa Cruz ankommen, wo wir auch heute Nacht im Hotel La Isla übernachten.

Auf Empfehlung unseres Hoteliers gehen wir am Abend zum Food Market in die Stadt. Das ist nicht weit, und dort ist eine ganze Straße lang ein Lokal und Restaurant am anderen.
Fisch gibt es zu Essen, so weit das Auge reicht, das Angebot ist beinah grenzenlos und das alles zu einem günstigen Preis. 🤩

Ein ganzer Fisch mit sämtlichen Beilagen oder ein Hummer kostet je 15 USD, da kann man nicht meckern.

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Und wir nutzen die Gunst der Stunde: drink three, pay two,und das für 10 USD. 😄 🤩 😄
Das lassen wir uns nicht zwei mal sagen. Wein gibt es hier auf dem Markt eh keinen, und Bier zum Fisch ist ja auch so ne Sache. Also beweisen wir absoluten Stil und genehmigen uns drei Caipirinha.

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Morgen nun ist es endlich so weit – nach langem Hin und Her, nach langen Überlegungen, Abwägungen und Für und Wider haben wir uns letztendlich doch für eine Kreuzfahrt entschieden. Eigentlich war uns so eine Kreuzfahrt vom Prinzip her viel zu teuer, und wir waren der Meinung, mit Island-Hopping genau so viel sehen zu können wie bei einer Kreuzfahrt. Tagesausflüge mit dem Boot, so wäre unser Motto gewesen, jedoch hatten wir sehr schnell mitbekommen, dass die Tagesausflüge mit den Speedbooten extrem teuer sind. Von daher relativiert sich der Preis für eine Cruise, und wenn man die nötigen Nerven und ein wenig Geduld aufbringt, dann kann man durchaus ein Schnäppchen ergattern.

Was noch dazu kommt: wir lieben solche Tagesausflüge überhaupt nicht. Im Regelfall (und warum soll es hier anders sein) werden viel zu viele Leute auf ein viel zu kleines Schiff gestapelt, meistens gibt’s dann noch ein paar Happen zu Essen, das nennt sich dann „lunch included“, und außerdem ist so ne Tagestour einfach nur stressig. Ich mein, es ist halt so, dass wir das so empfinden. Andere Leute sehen das vielleicht komplett anders, denn natürlich hat auch reines Island-Hopping seinen Reiz, das wir zumindest im Hinterkopf geplant hatten, nämlich mit 3 Tage Santa Cruz, 3 Tage Isabela und 3 Tage San Cristobal.

Wir haben lange auf eine entsprechende Cruise gewartet und drei oder vier Wochen vor Reisebeginn bei

https://www.metropolitan-touring.com/

zugeschlagen. Wir haben zuvor etliche Anbieter kontaktiert, und bei Metropolitan waren wir uns dann sicher, das Richtige zu tun. Unser Schiff, die Santa Cruz II hatte ein gutes Angebot für eine 5 Tages Cruise. Ein Preisnachlass von über 50 %, da lässt sich das alles schon deutlich freundlicher rechnen.

Die Itinerary, also der Tourverlauf, war für uns von entscheidender Bedeutung. Und die Tour der Santa Cruz II war so, wie wir uns das vorgestellt haben, nämlich möglichst weit weg von den Nahzielen, die man auch von den Hauptinseln aus per Tagesausflug gut besuchen kann, und was ein weiterer Punkt war: die Größe des Schiffes. Die kleinen Nussschalen mit 4 oder 5 Kabinen, wo grad mal 10 Passagiere mit an Bord sind, haben sicherlich Vorteile, die nicht von der Hand zu weisen sind. Klein und handlich, man kommt vielleicht näher an das Geschehen heran als mit den größeren Schiffen.

ABER: wir haben Leute gefragt, die beide Arten von Kreuzfahrten bereits hinter sich haben. Mal mit kleinen, mal mit größeren Schiffen. Und alle haben uns bestätigt, dass es mit den größeren Schiffen um ein vielfaches gemütlicher ist, denn der Wellengang ist im Galapagosarchipel nicht zu unterschätzen. Und wenn man 5 Tage auf hoher See unterwegs ist, und davon unter Umständen 2 oder 3 Tage der Wellengang auf den Magen schlägt, dann ist das nicht mehr lustig. 😈 Darum haben wir uns für die größere Variante entschieden, was wir im Nachhinein immer wieder so tun würden.

Was für uns ebenso ein nicht zu vernachlässigender Punkt ist: die Vorstellung, auf einem kleinen Schiff mit 10 – 14 Passagieren zu sein, und die Leute passen nicht zusammen, wäre für uns der Horror schlechthin. Und eben das kann Dir bei einer Gruppenreise immer passieren. Da bin ich leichter auf einem größeren Schiff und muss mich nicht zwangsläufig verbiegen und verdrehen.

Aber jeder muss das für sich persönlich so entscheiden, wie es einem besser „taugt“, und es kann ja auch sein, dass man mit einer kleinen Gruppe, mit der man auf einem kleinen Schiff immer zusammen ist, auch Glück haben kann.

Unsere Santa Cruz II hat 45 2er Kabinen, und wenn man schon mal mit einem großen Kreuzfahrtschiff mit tausenden von Passagieren unterwegs war, dann kommt einem die Santa Cruz II putzig und klein vor. Für uns war bzw. ist es ein Schiff, das für unsere Bedürfnisse nicht besser und schöner hätte sein können. Und wir freuen uns sehr auf Morgen, wenn es dann endlich losgeht.

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Teil 2007. Juni 2019
Galapagos Tag 5 und der erste Cruise-Day

Wir wachen auf und sind ein bisschen nervös. Und auch ein bisschen unsicher. 😕 Hoffentlich war das alles richtig, was wir uns da mit dieser Kreuzfahrt so ausgedacht haben. Schließlich gibt man viel Geld aus, also sind die Erwartungen natürlich auch entsprechend hoch.

Unser Taxi ist für 10.00 Uhr bestellt, denn wir müssen um 11.30 Uhr am Treffpunkt sein. Der meeting-point für die Cruise ist oben am Flughafen, dort treffen auch all die Passagiere ein, die „nur“ eine Kreuzfahrt gebucht haben und ansonsten von den Inseln nichts mitbekommen.

Dadurch haben wir Zeit das zu tun, was man auf Santa Cruz bzw. in Puerto Ayora auf alle Fälle machen muss:
wir besuchen das Charles-Darwin-Center, das von unserem Hotel aus in rund 20 Minuten Fußmarsch zu erreichen ist. Ein Infozentrum mit Museum sowie die Schildkröten-Aufzuchtstation ist unser Ziel, immerhin gibt es hier knapp 1.ooo Schildkröten-Kinder und Jugendliche, und von den "großen" Schildkröten leben75 Exemplare im Center.

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Der Star im Charles-Darwin-Center ist natürlich Lonesome George. Fast hundert Kilo schwer und beinahe hundert Jahre alt starb er im Juni 2012, und seit der Zeit ist der arme Kerl ausgestopft im Schildkröten-Museum zu bewundern. Gehört hat ja fast jedermann schon mal von diesem alten Herren, aber wenn man ihm dann gegenübersteht, so Auge in Auge, dann ist das schon ein besonderer Moment:

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All zu lange halten wir uns im Center nicht, denn wir wollen dem Fischmarkt noch einen kurzen Besuch abstatten:

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Man sieht, die Fischverkäufer sind very busy 🤢 , zum Glück haben sie zum Zeitvertreib das Handy dabei:

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Pünktlich ist das Taxi da und mit unseren Koffern im Gepäck wird es nun ernst. Aber all zu lange dauert es nicht, und schon sitzen wir an Bord eines Zodiacs, verkleidet mit einer schicken Schwimmweste, und werden vom Land rüber zu unserer Santa Cruz II gebracht. Bei uns macht sich ein etwas eigenartiges Gefühl breit – hey, wo sind wir hier eigentlich? Und wir können noch gar nicht wirklich begreifen, dass wir auf dem Weg zu einem unglaublichen Abenteuer sind.

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Als Allerstes beziehen wir unsere Kabine. Wir sind überrascht, dass man in der Kabine ein relativ großes Platzangebot hat, das Panoramafenster ist perfekt, da kann man in der Nacht sogar die Sterne beobachten, und das vom Bett aus. 😉 😘 😉

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Das Bad hat eine angemessene Größe, wo man sich zumindest umdrehen kann. Dass es eng ist, war uns klar und stellt für uns kein Problem dar.

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Unsere Kabine mit der Nummer 224 befand sich auf dem Expedition Deck, für uns eine ideale Lage, denn am Heck des Expedition Decks waren auch die beiden hot Pots, die wir aber nur zwei oder drei mal genutzt haben.

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Oben auf dem Panoramadeck ist eine schöne Freiluftarea, ein idealer Platz, um abends den sundowner in vollen Zügen zu genießen.
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(die Bilder sind von der homepage der Santa Cruz II, irgendwie haben wir das verpennt, selbst unsere Fotos zu machen)

Schon kurz nach dem Einchecken werden wir gebrieft. Wir erfahren ein bisschen was über das Schiff und werden in verschiedene Gruppen á 12-14 Personen eingeteilt. Die Gruppennamen sind Albatross, Kormoran, Blue Boobies, Red Boobies, Sea-Lion usw. suw.

Wir werden der Albatross-Gruppe 🙂 zugeteilt, und unsere Gruppe ist sehr gemischt: zwei Frauen aus Israel, eine Frau aus der Türkei, ein Paar aus Tansania, ein Italiener, 4 Amerikaner aus Florida, ein Paar aus Mexico, (das waren die, die bereits bei der Zodiacfahrt die erste Beschwerde erheben, weil der Transfer angeblich zu lange gedauert hat), und wir, die einzigen zwei Deutschen in der Gruppe. Und unsere Albatross-Gruppe war eine etwas merkwürdige Truppe. Den Amerikanern (besonders den Frauen) fiel nichts besseres ein als bei jeder - ich betone bei jeder - Gelegenheit "oh my God !!!" lauthals loszubrüllen 😈 , der Italiener hat den ganzen Tag über geredet 😈 , der mexikanische Herr war ständig übel gelaunt (dem hat eigentlich nichts gepasst), und über die türkische Frau sag ich lieber nichts. Und trotzdem- wir haben uns im Laufe der Tage schon zusammengerauft, dann hat das schon gepasst.
Überhaupt: von den 90 Passagieren waren nur fünf aus Deutschland, der Rest verteilt sich auf die ganze Welt.

Nach einem schnellen Mittagessen, bei dem wir vom ersten Augenblick an wissen, dass wir hier nicht verhungern werden, gibt es auf dem Sonnendeck eine kurze Seenotrettungsübung. Die Santa Cruz lichtet die Anker und nach einer etwa halbstündigen Fahrt zur Playa las Bachas wird unsere Albatross-Gruppe aufgerufen was bedeutet, dass wir uns schnurstracks auf den Weg zum Ocean Deck begeben, wo das Zodiac auf uns wartet, um uns zu unserer ersten Nasslandung auf die Insel zu bringen.
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Wer erwartet hat, dass hier am Bachas Strand ein highlight nach dem anderen kommt , der ist vielleicht etwas enttäuscht. Wir waren mit der „Ausbeute“ durchaus zufrieden, die ersten Blaufußtölpel, Reiher, Flamingos und vor allem viele der feuerroten Klippenkrabben, die aussehen als wären sie von der Sonne regelrecht geröstet, sind uns in großer Menge über den Weg gelaufen, von den zahlreichen Pelikanen ganz zu schweigen. Das lässt sich aus unserer Sicht gut an, und es gibt neben den Tieren so viel Schönes, dass einem regelrecht die Seele übergeht.

Die Zodiac-Fahrt von der Insel zurück zum Schiff gehört mit dazu:

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Zurück auf dem Schiff macht man sich für das Abendessen zu recht. Dresscode: keiner, wobei wir uns sehr wohlgefühlt haben, die paar Tage hier an Bord zum Dinner vernünftig gekleidet zu sein. 🙂

Die Kabine ist zwischenzeitlich penibel aufgeräumt und sozusagen bettfertig hergerichtet. Man hat schließlich Rundumversorgung, das merkt man an allen Ecken und Enden:

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Das Dinner war vorzüglich. In erster Linie gibt es Fisch, aber auch für Fleischfreunde ist am Buffet einiges zu entdecken. Das Nachspeisenangebot ist enorm, am Besten ist, man schaut erst gar nicht nach, was es alles gibt.

Natürlich ist alles viel zu viel, aber das kennt man ja. Das Personal ist außerordentlich bemüht und freundlich, es fehlt wirklich an nichts. Was wir gut finden, dass es keine feste Platzordnung gibt. So kann man sich zu den Leuten setzen, die einem sympathisch sind. Es gibt 4er, 6er und 8er Tische, und wenn man mal allein sein will, gibt es auch in geringer Anzahl 2er Tische.

Die Weinpreise sind moderat: ein Glas 0,2 9 USD, eine Flasche 38 USD, das 0,33 Bier 4,5 USD. Nicht billig, aber auch nicht unbedingt unverschämt, schließlich ist man auf einem Luxusschiff, da passt das schon irgendwie.
Wasser gibt’s in Glaskrügen gratis.

Der Tag endet, wie man es sich nicht schöner vorstellen kann – ein wunderbarer Sonnenuntergang, den wir meistens hinten am Heck zelebriert haben. Das war von unserer Kabine aus nicht weit, ein perfekter Platz. Und dann sind wir todmüde ins Bett gefallen. Da war nix mehr mit Sterne gucken. Wobei, einmal in der Nacht muss man(n) ja raus – der Sternenhimmel war der blanke Wahnsinn.

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