Reisebericht

7 Wochen in der Regenzeit !? (Nam/BOT 2018/2019)

von Topobär · begonnen 14. Feb. 2019 · 55 Teile

Teil 114. Feb. 2019
7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 2018/2019)

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Diese Reise durch das südliche Afrika war die längste Reise, die wir bislang unternommen haben und eine tolle Erfahrung. Wir haben viele unserer Lieblingsplätze in Namibia und Botswana besucht, gleichzeitig aber auch viel Neues entdeckt und erlebt.

Jetzt sind wir wieder zu hause und in Kürze werde ich mit meinem Reisebericht starten. Ich hoffe Euch damit ein wenig unterhalten zu können und gleichzeitig viele Informationen über das Selbstfahren und Campen für Euch zur Verfügung zu stellen. Fragen, Anmerkungen und Kommentare sind ausdrücklich erwünscht. Wer diese nicht lesen will, kann bekanntlich auf die Sonne klicken. Gleichzeitig werde ich an der einen oder anderen Stelle auch die Gelegenheit nutzen, Fragen an Euch zu stellen, denn manch ein Erlebnis lies uns mit offenen Fragen zurück.

Vor der Reise hatte ich in eine neue Kamera investiert. Ich bin meiner Vorliebe für Bridgekameras treu geblieben und habe mich für die Sony RX10iv entschieden. Dies auch aufgrund von Infos aus diesem Forum. Seit meinen analogen Zeiten hat mir das fotografieren nicht mehr so viel Spaß gemacht, wie mit dieser Kamera. Ob dadurch auch die Fotos besser geworden sind, müsst Ihr entscheiden, dann das liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters.

Mit der neuen Kamera habe ich mich jetzt auch ein wenig mehr den Vögeln gewidmet, aber speziell bei der Bestimmung habe ich mich häufig schwer getan. Bitte korrigiert mich, wo ich bei der Bestimmung falsch lag, bzw. erst gar nicht herausbekommen habe, was ich da abgelichtet habe.

Da es zwischen Kathrin und mir schon seit Jahre eine freundschaftliche Rivalität darüber gibt, wer von uns der bessere Spotter ist, haben wir uns diesmal dazu entschieden dieser Frage auf den Grund zu gehen. Dazu haben wir eine Liste von 25 interessanten und nicht so leicht zu spottenden Tieren erstellt und wollen mal sehen, wer davon am Ende des Urlaubs die meisten entdeckt hat. Dafür hat sich Kathrin sogar erstmals eine Brille zugelegt, wogegen Sie sich bislang immer gesträubt hatte.

Die Reise führte uns zwar durch 3 Länder, aber für die Zuordnung hier im Forum musste ich mich entscheiden. Ich habe den Bericht Namibia zugeordnet, da wir uns in dort am längsten aufgehalten haben.

Alles Gute
Thomas
Teil 215. Feb. 2019
Damit Ihr eine ungefähre Vorstellung habt, was auf Euch zukommt, stelle ich hier mal unseren ursprünglichen Reiseplan rein. Zum aller größten Teil konnten wir den Plan dann auch in die Praxis umsetzen.

📎 südlichesAfrika2018-2019.pdf
Teil 318. Feb. 2019
Prolog / Anreise / 1.Tag (Fr. 21.12.2018)
Hannover – Johannesburg – Mountain Sanctuary Park
127km mit dem Auto


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Packen am Limit. Erstmals haben wir das Gepäcklimit bis zum letzten Gramm und zum Teil sogar ein wenig darüber ausgenutzt. Die beiden Dufflebags haben exakt 23kg, beim Handgepäck ist mein Rucksack mit 10kg sogar etwas schwerer als erlaubt. Dazu hat jeder von uns beiden noch eine separate Fototasche. Wir wären sicherlich auch mit weniger Gepäck ausgekommen, hatten uns aber fest vorgenommen, im Urlaub keine Zeit mit Wäsche waschen zu vergeuden. Da wir die meiste Zeit nur T-Shirt und kurze Hose tragen werden, sollte sich das ausgehen.

Da wir nicht weit vom Flughafen entfernt wohnen, fährt Kathrin am Mittwoch zum Vorabend-CheckIn, gibt bereits das Gepäck auf und nimmt unsere Bordkarten in empfang. Dadurch ist es uns möglich, den Abreisetag noch als regulären Arbeitstag zu nutzen und direkt aus dem Büro zum Flughafen zu fahren. So leidenschaftlich gern, wie wir Reisen, ist jeder Urlaubstag kostbar und da sind solche Optimierungen für uns von großer Bedeutung.

Der Zubringerflug aus Hannover ist pünktlich, aber in Frankfurt gibt es Probleme, da die Maschine überbucht ist. Das betrifft uns nicht persönlich, da wir unsere Bordkarten ja bereits haben, aber der Abflug verzögert sich um eine Stunde, da es seine Zeit braucht, bis es genügend Freiwillige gibt, die bereit sind gegen ein Entgelt erst am nächsten Tag zu fliegen.

Auf dem Flug habe ich dann Probleme mit der Frau auf dem Sitz vor mir (und sie aus Ihrer Sicht sicherlich mit mir). Sie jammert und beschwert sich jedes Mal, wenn ich mit meinen Knien an Ihre Rückenlehne komme, dass ich Ihr Schmerzen bereiten würde. Aber was soll ich bitte sehr machen? Bei 1,96m Körpergröße lässt es sich nicht vermeiden, dass ich mit dem Knie hin und wieder an die Rückenlehne komme. Das man damit jemanden Schmerzen bereitet, kann ich aber beim besten Willen nicht nachvollziehen, es sei denn, es besteht eine erhebliche medizinische Indikation. Dann darf man aber nicht Economy fliegen, denn da gehört es dazu, mal einen Knuff vom Hintermann zu bekommen. Jedenfalls schlafe ich auch nicht besonders gut.

Mit etwas Verspätung landen wir in Johannesburg. Die Immigration geht zügig, das Gepäck kommt auch schnell und unser Abholer von Bushlore ist auch schon da. Kathrin kauft noch schnell eine lokale SIM-Card und zieht Bargeld und dann machen wir uns auf den Weg zum Autovermieter.

Bei der Fahrzeugübernahme haben Kathrin und ich die Aufgaben diesmal klar aufgeteilt. Kathrin kümmert sich um den Papierkram, die Unterkunftsbuchungen und das Satphone. Ich kümmere mich derweil um den Wagen. Trotzdem dauert es wieder 2h, bis wir vom Hof rollen.

Wir hatten uns diesmal wieder für einen LandCruiser Bushcamper entschieden, da er für unsere Reise einige sehr hilfreiche Features zu bieten hatte.

- 2.Kühlschrank, den wir als Freezer nutzen werden.
- 270° Markise - schützt vor Sonne und Regen
- Außendusche fürs Wildcampen bzw. Campsites ohne Ausstattung
- Winch für mögliche Schlammschlachten
- Innenraum für Starkregen

Dazu natürlich die 40 Jahre alte, bewährte LKW-Technik des LandCruisers. Der Wagen macht einen sehr guten Eindruck. Er hat noch nicht ganz 18.000km auf der Uhr, ist also gerade einmal eingefahren. Die Besohlung besteht aus 6 fabrikneuen hochwertigen Geländereifen. Die Ausrüstung ist wie gewohnt umfangreich und hochwertig.

Im Vorfeld hatte ich ein wenig Sorgen, wie es mit dem Platzangebot in der Fahrerkabine aussieht, da es sich beim LandCruiser Buschcamper um einen SingleCab handelt. Die Bedenken waren unbegründet. Selbst bei meiner Größe ist die Beinfreiheit vollkommen ausreichend. Zwischen den Sitzen gibt es genug Platz um dort das Fernglas, die beiden Fotoapparate und noch diversen Kleinkram zu lagern. Überschüssige Klamotten passen noch gut hinter die Sitze und dann gibt es ja noch das große in die Rückwand eingelassene Ablagefach auf Kopfhöhe. Da passt jede Menge rein. Im Laufe der Zeit wird das Fach allerdings auch zum schwarzen Loch, in dem alles verschwindet und sich nur sehr mühselig wiederfinden lässt.

Nachdem wir endlich unterwegs sind, gilt es erst einmal ein wenig Strecke zu machen. Den Großeinkauf haben wir erst kurz vor unserem heutigen Tagesziel geplant. Wenn man von Johannesburg in nördliche Richtung aufbrechen will, muss man immer durch das Nadelöhr Pretoria. Da gibt es bis heute keine Umgehungsstraße und man muss einmal durch die Stadt. Da stehen wir dann auch gleich einmal im Stau. Auf der N4 kommen wir dann zügig voran und verlassen diese in Mooinooi, wo ich mir den Superspar für unseren Großeinkauf ausgesucht habe.

Der Einkauf wird dann auch wirklich groß, denn wir stehen mit 3 vollen Einkaufswagen an der Kasse. Das Kassieren dauert dann natürlich und wir haben reichlich Zeit und viel Spaß mit den netten Verkäuferinnen an der Kasse. Die sind sehr interessiert einige deutsche Floskeln zu lernen. Besonders viele Spaß bereitet Ihnen das Wort „Tschüß“, da Sie Umlaute überhaupt nicht kennen. Aus dem Liqour Shop kommt dann noch ein weiterer Einkaufswagen mit Getränken hinzu. Das Ganze verstauen wir nur provisorisch, denn von hier aus ist es nicht mehr weit zu unserem Tagesziel.

Der Zeltplatz im Park liegt am Hang in den Magaliesbergen. Scheint ein beliebtes Ausflugsgebiet für die Feiertage zu sein, denn er ist bis zum letzten Platz belegt. Die Plätze liegen auch recht dicht beieinander, trotzdem ist es ruhig. Gutes und sehr sauberes Waschhaus.

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Auf dem Platz ist dann erst einmal die Einrichtung des Wagens zu bewerkstelligen. Rund 2 Stunden sind wir beschäftigt unsere Einkäufe und einen großen Teil unseres persönlichen Gepäcks zu verstauen. Glücklicherweise ist der Stauraum im Aufbau riesig und man bekommt alles gut unter.

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Danach wandert dann noch schnell eine Boerewoorst auf den Grill und der Salat dazu ist ebenfalls rasch zubereitet. Kaum mit dem Essen fertig, zieht es uns ins Oberdeck, denn inzwischen sind wir doch ganz schön platt.

Gute Nacht.
Teil 420. Feb. 2019
2.Tag (Sa. 22.12.2018)
Mountain Sanctuary Park – Kuruman
476km


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Verschlafen! Aber das war bei dem wenigen Schlaf in den vorherigen Nächten wohl auch nicht zu erwarten. In Afrika wollen wir eigentlich immer mit Beginn der Dämmerung aufstehen, aber heute werden wir erst wach, als die Sonne schon fast aufgegangen ist. Das muss noch besser werden. Wir haben beide aber auch sehr gut geschlafen. Das Bett ist breiter als beim Vorgänger-Modell. Eine echte Verbesserung.

Da wir uns trotzdem beim Frühstück nicht hetzen wollen, brechen wir erst um 8:30Uhr zu unserer kleinen Wanderung durch den Park auf. Wir machen eine Rundtour, welche uns zunächst zu einer kleinen Quelle und dann zu den Westpools führt. Bis zur Quelle führt ein deutlicher Pfad, aber die weitere Strecke zu den Westpools ist weglos und in dem Felsenlabyrinth ist ein guter Orientierungssinn gefragt. Glücklicherweise weht eine frische Brise, so dass die Temperaturen trotz unseres verspäteten Aufbruchs sehr angenehm für eine Wanderung sind.

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An den Westpools gibt es klasse Badestellen und wir ärgern uns, dass wir keine Badesachen dabei haben. Da schon einige Familien hier sind, können wir auch nicht einfach so ins Wasser springen.

Nach 2 Stunden sind wir zurück auf der Campsite. Das war ein schöner Urlaubsbeginn, aber jetzt liegen erst einmal viele Asphaltkilometer vor uns. Es gilt Strecke zu machen, damit wir morgen bis in den KTP kommen. Für solche öden Strecken habe ich diesmal extra eine Playlist auf dem Handy und ein AUX-Kabel mitgenommen, so dass für gute Musik gesorgt ist. Einer der ersten Songs ist 36° von 2Raumwohnung, was bei den inzwischen herrschenden Temperaturen perfekt passt.

Sowie wir die Magaliesberge verlassen, geht es nur noch durch langweiliges plattes Agrarland mit dem Charme der Magdeburger Börde. Die wenigen Ortschaften kündigen sich schon von weiten durch große Getreidesilos an, denn dass sind hier die einzigen auffälligen Landmarken. Je weiter wir nach Westen kommen, umso trockener wird die Landschaft und die Äcker werden immer häufige durch Weiden ersetzt.

Es weht die ganze Zeit ein starker Westwind. Da unser Wagen sehr schwach motorisiert ist und die Windschnittigkeit eines Scheunentores hat, kommen wir kaum über 100km/h. Der Himmel zeigt sich die meiste Zeit locker bewölkt. Zwischendurch fallen einige wenige Regentropfen.

Um 17:30Uhr kommen wir in der Red Sands Country Lodge an. Wir hatten nicht reserviert. Trotzdem ist es kein Problem, einen Platz zu bekommen. Der Name der Lodge ist Programm, denn der starke Wind wirbelt reichlich roten Sand auf. Die Campsite ist nicht sehr gemütlich, aber dafür sehr gut ausgestattet. Wir haben für uns ein eigenes verschließbares Waschhaus, welches keinen Vergleich mit einem Badezimmer in einer Mittelklasse Lodge zu scheuen braucht.

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Auf der Campsite stelle ich fest, dass ich es irgendwie geschafft habe, einen meiner Crocs zu verlieren. Muss bei einem der Zwischenstopps aus der Autotür gefallen sein. Glücklicherweise habe ich auf dieser Reise erstmals ein zweites Paar Crocs dabei, denn ansonsten hätte die Lebensqualität auf dieser Reise schon gelitten. Die Crocs waren nämlich während der Reise das einzige Schuhwerk welches ich getragen habe. Wenn möglich war ich sogar barfuß unterwegs.

Abends wurde nicht gegrillt oder gekocht, sondern das Restaurant der Lodge besucht. Es gab deftige ländliche Hausmannskost, was wir sehr zu schätzen wussten.

Durch die Campingplatzbeleuchtung und den Vollmond war es sehr hell, was mich nicht so gut schlafen lies.

Morgen wird es dann im KTP die ersten Tiere geben.
Teil 525. Feb. 2019
3.Tag (So. 23.12.2018)
Kuruman – Kgalagadi Transfrontier National Park (Kiliekrankie)
479km


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Gleich nach dem Frühstück brechen wir auf, denn auch heute gibt es ordentlich Kilometer abzuspulen und wir wollen zum Ende des Tages auch noch Zeit für eine kleinen Gamedrive im Nationalpark haben.

Wir entscheiden uns für die R31 über Van Zylsrus. Diese Strecke ist gegenüber der komplett asphaltierten Alternative über Upington kürzer, hat dafür aber 150km über Gravel. Da wir mit unserem Wagen auf Asphalt nur unwesentlich schneller als auf Gravel sind, lohnt der Umweg nicht. 25km vor Van Zylsrus ist Schluss mit dem Teer und bis Askham geht es auf recht tiefem und leicht verspurten Schotter weiter. Dafür hat es aber kaum Wellblech. Von Askham bis zum Gate bei Twee Revieren fahren wir dann wieder auf festem Geläuf durch das Nossob-Tal.

Kurz nach 13:00Uhr kommen wir am Gate an. Check-In für Nationalpark und Unterkünfte sowie die Immigation befinden sich im gleichen Gebäude. Überraschenderweise muss man erst den Check-In erledigen, bevor sich die Immigration um einen kümmert. Insgesamt haben wir in 15min. alles erledigt. Für die nächsten 3 Tage sind wir „staatenlos“.

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Heute ist es fast den ganzen Tag wolkenlos. Nur sehr vereinzelt sind kleine Schönwetterwolken zu sehen. Im Park scheint es noch nicht viel geregnet zu haben, den es zeigt sich nur sehr verhalten frisches Grün.

In Twee Revieren müssen wir noch warten bis um 14:00Uhr die Tankstelle wieder öffnet. Ich nutze die Zeit um Luft aus den Reifen zu lassen und die Windschutzscheibe von den vielen Insekten zu reinigen. Wir wollen beim Gamedrive schließlich einen guten Durchblick haben. Mit vollem Tank starten wir bald darauf zum Gamedrive. Es ist zwar eigentlich noch viel zu früh und zu heiß (um die 40°C), aber wir sind ungeduldig und wollen endlich Tiere sehen. Für heute haben wir uns das untere Nossobtal vorgenommen. Zunächst tut sich nur wenig. Allein den Springböcken scheint die Hitze nix auszumachen.

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Am Wasserloch Leeuwdril liegen zahlreiche Strauße, während am Wasserloch Rooiputs absolut tote Hose herrscht.

Am Wasserloch Kij Kij dann das erste Highlight; wie sehen 3 Löwen. Ein Weibchen und zwei Männchen liegen im Schatten unweit des Wasserlochs. Drum herum stehen zahlreiche durstige Pflanzenfresser und schauen sehnsüchtig zum begehrten Nass, zu dem sie sich aber nicht hintrauen.

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Da es noch früh ist, beschließen wir noch weiter bis zum Picknickplatz Melkvlei zu fahren. Auf der Strecke gibt es an einer Stelle mehrere Pfützen auf der Piste, anscheinend hat es hier in den letzten Tagen geregnet. Hier finden sich zahlreiche Greifvögel und Geier. Entweder direkt am Wasser oder in den Bäumen in der Nähe.

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Von den Grasfressern sieht man mehr Tiere liegen als stehen. Eine Gruppe Gnus liegt im Schatten auf der Piste und bleibt selbst liegen, als wir direkt daneben anhalten.

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Dann erreichen wir Melkvlei. Unter einem schattigen Baum machen wir Pause und nutzen die Gelegenheit um uns ein wenig die Beine zu vertreten. Die Nektarinen direkt aus dem Kühlschrank sind bei den Temperaturen herrlich erfrischend. Es gibt viele Vögel, die wohl auf Essensreste der Picknickplatz Besucher hoffen. In erster Linie Siedelweber Mahaliweber. (Danke Uwe)
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Um was es sich bei diesem Exemplar handelt weiß ich nicht, sieht aber reichlich mitgenommen aus. Durch Matthias Hilfe ist jetzt auch diese Wissenslücke gestopft. Es handelt sich um einen gerade flügge gewordenen Trauerdrongo.
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Nach der Pause geht es dann direkt nach Kiliekrankie. Bei den Löwen von Kij Kij hat sich nichts getan und ansonsten gibt es nichts Nennenswertes zu sehen.

Kiliekrankie entpuppt sich als absolute Traumunterkunft. Fünf auf einer Düne gelegene Lehmhütten mit großer Veranda über einem Dünenkessel mit Wasserloch. Der verantwortliche Ranger Willem heißt uns willkommen und zeigt uns unsere Unterkunft. Wir bekommen die Nr.5 ganz am linken Rand. Wir können direkt vor der Hütte parken, was sehr praktisch ist, da wir so alles im Auto lassen können, und jederzeit holen können, was wir benötigen. Die Ausstattung der Hütte lässt keinerlei Wünsche offen. Allerdings ist das Wasser extrem seifig.

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Willem macht uns dann noch auf eine Gruppe Löwinnen aufmerksam, die am Horizont unter einem Busch liegen.

Ich hänge erst einmal die Hängematte auf der Veranda auf und genieße den Ausblick. Kurz vor Sonnenuntergang erscheinen 2 Schakalpaare am Wasserloch. Leider geht die Sonne hinter den Hütten unter, so dass man den Sonnenuntergang selbst von der Veranda nicht beobachten kann.

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Kaum ist die Sonne untergegangen und es zum fotografieren zu dunkel, erscheinen die Löwinnen am Wasserloch. Sie löschen Ihren Durst und brechen dann in Richtung Auob zur Jagd auf.

Zum Abendessen grille ich zwei T-Bone Steaks und brate dazu Pilze und Zwiebeln. Immer wieder eine Offenbarung, wie gut das Rindfleisch im südlichen Afrika schmeckt.

Als es dunkel ist schalten wir die Beleuchtung am Wasserloch ein. Wir hören die Schakale heulen und sehen auch immer wieder Schakale und Hyänen am Wasserloch.
Teil 601. März 2019
4.Tag (Mo. 24.12.2018)
Kgalagadi Transfrontier National Park (Kiliekrankie – Bitterpan)
214km


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Wir stehen bereits um 5:00Uhr auf und starten bei Gate-Öffnung um 5:30Uhr. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen.

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Unser erstes Ziel ist Kij Kij, denn wir hoffen, dass die Löwen noch vor Ort sind. Das ist zu unserem Glück auch der Fall und was wir dann erleben ist ganz großes Kino.

Inzwischen ist noch eine weitere Löwin hinzugekommen und die Tiere sind so früh am Morgen noch sehr aktiv. Es wird sich geputzt, geschmust und gespielt.

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Plötzlich halten alle 4 Löwen inne und rennen in Richtung der Dünen. Dort ist ein anscheinend ziemlich verpeilter Leopard unterwegs, der erst im letzten Moment mitbekommt, wo er da hinein geraten ist und sich gerade noch auf einen Baum flüchten kann. Von dort schaut er ziemlich erstaunt aus der Wäsche, wo er da hinein geraten ist.

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Allzu lange verweilen die Löwen nicht unter dem Baum, denn es scheint Ihnen klar zu sein, dass Sie die Gelegenheit den Leoparden zu erwischen, knapp verpasst haben. Kaum haben die Löwen das Feld geräumt, verlässt der Leopard den Baum und verkrümelt sich auf schnellstem Weg in die Dünen.

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Die Löwen haben inzwischen Ihren Weg zum Wasserloch fortgesetzt und wir folgen Ihnen, um sie beim trinken zu beobachten.

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Während die Löwen noch am trinken sind, taucht in Hintergrund eine Braune Hyäne auf. Im Gegensatz zum Leoparden ist die Hyäne sehr aufmerksam und checkt die Situation sofort. Noch ehe die Löwen auf sie aufmerksam werden, tritt sie im gestreckten Galopp den Rückzug an.

Eine Weile bleiben wir noch und machen uns dann auf den Weg nach Norden, zum Rastlager Nossob.

Beim Wasserloch Kransbrak liegt ein Oryx-Kadaver an dem sich mindestens 10 Schakale und eine Tüpfelhyäne bedienen. Vom Jäger keine Spur. Wie es bei Hyänen oft zu beobachten ist, legt sich das Tier nach der Mahlzeit zum Verdauen ins Wasser.

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Weiter geht es durch das Nossobtal. Inzwischen ist es wieder sehr heiß geworden und die Tiere ziehen sich in den Schatten der Bäume zurück.

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Am Picknickplatz Dikbaardskolk machen wir eine ausgedehnte Pause zum Brunch. Erstmals auf dieser Reise kommt unsere Markise zum Einsatz. Ohne das gute Stück hätten wir hier in der prallen Sonne gar keine Pause machen können.

Bei Kaspersdraai liegt ein kleines Löwenrudel in den Büschen direkt beim Wasserloch. Wir stellen fest, dass viele Wasserlöcher von Raubtieren besetzt sind, was für deren Beutetiere ein hartes Los ist. Sie stehen vor der Alternative zu verdursten oder einen der Ihren zu Opfern, aber vielleicht ist das auch eine zu menschliche Sichtweise der natürlichen Vorgänge.

In Marie se draai liegt eine Braune Hyäne mitten im Wasserloch und bleibt dort auch liegen, als wir nur wenige Meter daneben unseren Wagen parken. Wir hätten dieses nachtaktive Tier hier niemals in der Mittagszeit erwartet. Nach ein paar Minuten verlässt sie das Wasserloch und verzieht sich in einen Busch direkt neben der Piste. Wären wir erst jetzt hier angekommen, hätten wir sie niemals entdeckt. Mal wieder fragen wir uns, an wie vielen Tieren man wohl vorbei fährt, ohne sie zu entdecken.

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Im nassen Zustand ist so eine Braune Hyäne ein ganz schön mageres Tierchen.

In Nossob erhalten wir den Schlüssel für den Hinterausgang aus dem Rastlager, denn hier beginnt die Piste nach Bitterpan. Nur mit gültiger Reservierung darf man diese Piste fahren, weshalb das Gate für die Allgemeinheit verschlossen ist. Der Weg nach Bitterpan ist eine schmale Sandpiste, auf der einem zum Glück niemand entgegen kommen kann, da Einbahnstraße. Der Sand ist außer bei den Dünenauffahrten recht fest und hat zum Teil Wellblech gebildet. Bei den steileren Dünenauffahrten haben sich häufig tiefe Löcher gebildet, die für starke Verschränkungen sorgen und den Wagen ordentlich zum Schaukeln bringen. Ich versuche so sanft wie möglich den LandCruiser über die Strecke zu bringen, was bei einigen besonders langen oder steilen Anstigen dafür sorgt, dass ich ein zweites Mal Anlauf nehmen muss. Letztendlich kommt unser Trekker aber überall gut hoch. Für die 54km von Nossob bis Bitterpan brauchen wir deshalb über 2 Stunden.

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Die Tierwelt hält sich im Kgalagadi Transfrontier National Park in erster Linie in den beiden Flussbetten auf, weshalb es auf der Zufahrt nach Bitterpan nur wenig zu sehen gibt. Umso erstaunter sind wir, als Kathrin in der Nähe des Wasserlochs Klein Stofpan Löwen im hohen Grans und unter dichten Büschen entdeckt. Wie Sie das gemacht hat ist mir ein Rätsel. Selbst als ich angehalten habe, brauche ich eine Weile bis ich sie gefunden habe. Wir fragen uns wovon die hier leben, denn die Wasserlöcher auf der Zufahrt nach Bitterpan sind alle außer Betrieb und wir haben auch keinerlei potentielle Beute in der weiteren Umgebung entdecken können.

Unterwegs quittiert dann plötzlich das GPS seinen Dienst. Mit einem Mal ist der Bildschirm schwarz und lässt sich auch nicht wieder zum Leben erwecken. Hitzekollaps durch die Lage hinter der Windschutzscheibe in der prallen Sonne? Ist zum Glück nicht so ein großes Problem, denn ich hatte mir vor der Reise die Karten von Maps.me auf mein Smartphone geladen. Die Karten dieser App sind fast so detailliert, wie T4A. Wir hoffen aber trotzdem, dass sich das Navi über Nacht berappelt und morgen wieder zur Verfügung steht.

Gegen 16:00Uhr kommen wir im Wilderness Camp Bitterpan an, welches an der gleichnamigen Pfanne liegt. Das Camp ist das mit Abstand am einsamsten gelegene Wilderness Camp im KTP. Wir bekommen die äußere Unterkunft im Westen (links außen vom Parkplatz betrachtet). Die Wohneinheit ist sehr klein und nicht mehr als eine Einhausung der beiden Betten. Jede Unterkunft hat ein eigenes Badezimmer in einer separaten Hütte gegenüber des Schlafbereichs. Das Badezimmer ist wesentlich großzügiger gestaltet, als der Schlafbereich und lässt keinerlei Wünsche offen. Vor dem Schlafbereich befindet sich eine kleine Veranda mit zwei Stühlen und darunter ein umzäunter „Vorgarten“ mit einem Grill. Leider ist die Veranda so ausgerichtet, dass sie am Nachmittag in der prallen Sonne liegt und deshalb nicht nutzbar ist. Der einzige Ort an dem man sich aufhalten kann, bis es gegen Abend kühler wird, ist auf dem Bett.

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Bei dem "Turm" handelt es sich leider nicht um einen Aussichtsturm, sondern um die Einhausung des Wassertanks.

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Hinsichtlich kochen und essen ist die Einrichtung des Camps wirklich absurd. Es gibt nur eine Gemeinschaftsküche. Dort steht zwar für jede Wohneinheit ein Kühlschrank zur Verfügung, aber die meisten anderen Kücheneinrichtungen, wie z.B. Herd und Spüle sind nur doppelt vorhanden. Wenn es dann 4 unterschiedliche Parteien im Camp sind und alle gleichzeitig nach Sonnenuntergang (heute nicht sehr spektakulär) mit dem Kochen beginnen, wird das ganz schön unübersichtlich. Im Gegensatz zu den Herden befinden sich die Braais bei den Unterkünften, wo es aber wiederum keine Tische gibt. Der einzige Tisch ist sowieso der große Tisch in der Gemeinschaftsküche, wobei sich die Frage stellt, wer bei diesem Wetter drin essen will. Man gut, dass wir einen Campingtisch haben, den ich auf der Veranda aufstellen kann. Gleichzeitig kochen und grillen geht aber nicht, so dass ich erst die Beilage koche und mich dann um die Lammkoteletts auf dem Grill kümmere.

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Auch hier gibt es ein Wasserloch, welches nachts beleuchtet ist. Tagsüber war hier gar nichts los. Nach Einbruch der Dunkelheit sehen wir ein einsames Oryx.

Nachdem die ersten Nachbarn zu Bett gegangen sind, zeigt sich auch, dass dieses Camp sehr hellhörig ist. Man hört jeden Schnarcher und Toilettengang der Nachbarn.

Während ich Kiliekrankie jederzeit wieder buchen würde, ist es bei Bitterpan gut, dieses Camp mit seiner einsamen Lage mal erlebt zu haben. Einmal reicht aber auch.
Teil 706. März 2019
5.Tag (Di. 25.12.2018)
Kgalagadi Transfrontier National Park (Bitterpan – Twee Revieren)
143km


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Auch heute sind wir wieder pünktlich zur Gateöffnung um 5:30Uhr gestartet. Für die Abreise entscheiden wir uns für die Strecke nach Craig Lockhart. Schon bald geht die Sonne auf und die Landschaft ist durch das angenehm weiche Licht am Morgen noch schöner. Die Piste ist deutlich angenehmer zu fahren. Viel weniger Wellblech und ausgefahrene Löcher.

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Das Navi hat sich über Nacht erholt und versieht jetzt wieder brav seinen Dienst.

Tiere sind in den Dünen nicht zu entdecken, was sich aber ändert sowie wir das Auobtal erreichen, wo wir gleich von einer Gruppe Oryx begrüßt werden.

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Es gibt auch jede Menge Springböcke.

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Besonders viel Spaß macht uns ein kleines Springbockkitz, welches seinem Namen alle Ehre macht und Minuten lang um seine Mutter herumspringt. Ein Bild unbändiger Lebensfreude. Zu meiner Enttäuschung muss ich im Nachhinein dann aber feststellen, dass kein einziges meiner vielen Fotos die Situation auch nur annähernd wiedergeben kann. Zwar habe ich jede Menge Bilder, bei denen das Kitz mit allen vieren in der Luft ist, aber das kann man durch den eintönigen braunen Hintergrund und meinen erhöhten Fotostandpunkt nicht erkennen. Es sieht immer aus, als würde das Kitz sich zwar verrenken, aber auf dem Boden stehen.

Kurz vor Kamqua entdecken wir eine Leopardin, die am westlichen Talhang in Richtung Süden zieht. Zwischendurch kommt sie auch mal herunter und überquert mehrfach die Piste. Es ist eine ausgesprochen hübsche und zierliche Katze.

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Als vor uns Springböcke auftauchen hoffen wir kurz auf Jagdszenen, aber die Leopardin wird schnell entdeckt und verliert in Folge dessen das Interesse an den Springböcken. Nach einer ganzen Weile verzieht sich die Leopardin dann in den Schatten der Felsüberhänge oben am Hang. Insgesamt haben wir rund eine halbe Stunde mit der Leopardin verbracht und sind dabei über einen Kilometer durchs Tal gezogen. Es waren nie mehr als 5 Autos anwesend und alle haben sich sehr diszipliniert verhalten.

Der Magen knurrt und wir suchen zum Brunch den Picknick Platz Auchterlonie auf. Schöne Lage über dem Tal. Für Unterhaltung sorgt eine Fuchsmanguste.

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Natürlich schauen wir uns auch das kleine, im ehemaligen Farmhaus untergebrachte, Museum an. Selbst mit dem Museum kann man aus heutiger Sicht kaum ermessen, wie extrem hart das Farmleben in dieser Region gewesen sein muss.

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Auf dem weiteren Weg nach Twee Revieren sehen wir nur noch Vögel und Kleintiere, was für uns aber genauso schön wie die Big5 ist.

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Das Auobtal gefällt mir landschaftlich wesentlich besser als das Nossobtal, da man hier tatsächlich auch das Gefühl hat durch ein Tal zu fahren.

Kurz nach Mittag erreichen wir Twee Revieren. Unter den freien Stellplätzen können wir uns unbeschränkt einen aussuchen. Die meisten Stellplätze auf der großen staubigen Fläche bieten keinen Schatten und die wenigen mit Schatten sind natürlich schon längst belegt. Wieder einmal sind wir froh über unsere große Markise. Obwohl die Campsite nicht schön ist, beschließen wir, heute nicht noch einmal auf Gamedrive zu gehen. Wir waren bislang jeden Tag fast durchgehend auf Achse und brauchen jetzt einfach mal ein bisschen Zeit zum lesen und chillen. Zwischendurch suchen wir auch den Swimmingpool auf, der recht nett gelegen ist.

Als langjähriger Camper denkt man ja schon alles auf diesem Gebiet gesehen zu haben, wird dann aber doch immer mal wieder überrascht. So wie heute von unseren Zeltnachbarn, welche eine transportable Klimaanlage für Ihr Zelt dabei haben. Ich bin mir unsicher, ob ich neidisch bin oder es lächerlich finde, denn immerhin haben die Temperaturen hier im Park jeden Tag die 40°C überschritten.

Nach Sonnenuntergang gehen einige Campmitarbeiter über die Campsite und singen Weihnachtslieder. Auch viele Zelte sind weihnachtlich geschmückt und vor einem steht sogar ein Plastikweihnachtsbaum. Das alles ist hier in der Wüste schon ein sehr surreales Erlebnis.

Als Kompensation für den ruhigen Nachmittag in Camp gönnen wir uns heute einen Night-Gamedrive, welcher um 21:30Uhr startet. Schon nach 10m stoppt der Wagen zu ersten Mal und der Guide zeigt uns eine Eule auf einem Baum direkt am Wegesrand. Das geht ja schon mal gut los. Und so bleibt es auch für den Rest der Fahrt. Durch die hohen Tagestemperaturen im KTP scheint es hier besonders viele nachtaktive Tiere zu geben. Springhasen, Scrub Hares, Schakale, Kapfüchse, Löffelhunde, Genets und African Wildcats tauchen im Spotlight der Scheinwerfer auf. Leider sind alle zu weit entfernt oder zu wuselig, als dass ich auch nur ein einziges Foto hinbekomme, aber angeblich sind ja die wichtigsten Bilder die Bilder im Kopf. Nur leider habt Ihr nichts von den Bildern in meinem Kopf.
Teil 807. März 2019
6.Tag (Mi. 26.12.2018)
Twee Revieren – Kalahari Game Lodge
137km


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Wie meist, wenn es morgens auf Gamedrive geht, starten wir ohne Frühstück. Seit Kathrin sich am Vorabend für diese Frühstarts immer eine Thermoskanne Kaffee kocht ist das für uns beide viel entspannter. 😎 😗

Im südlichen Auob-Tal ist ziemlich tote Hose. Erste nennenswerte Sichtung ist eine Löwin im Gebüsch bei Auchterlonie. Sie liegt sehr versteckt und zeigt null Aktivität. Absoluter Tiefschlaf. Da ist der Blick zum alten Farmhaus Auchterlonie, oben am Hang schöner.

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Später sehen wir einige der wenigen Giraffen des KTP. Diese scheinen sich überwiegend im Auob-Tal aufzuhalten. Im weiteren Verlauf zeigt sich dann allerlei Kleinvieh. Besonders freuen wir und über die Erdmännchen, die wir fast übersehen hätten, da sie sich unter eine Gruppe Borstenhörnchen gemischt hatten.

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Wenig später treffen wir Susi (Susi65) & Michael, die uns entgegenkommen. Die beiden hatten uns schon gestern gesehen, aber wir hatten unseren Focus anscheinend nur auf die Tiere gerichtet und nichts mitbekommen – peinlich. 😊 Ein kurzer Plausch auf der Piste, aber mehr ist nicht drin, da wir für alle anderen Fahrzeuge ein Verkehrshindernis sind. Unsere Ziele liegen in entgegengesetzten Richtungen und so müssen wir uns schon bald wieder voneinander verabschieden. Zum Glück sehen wir uns am kommenden Wochenende in Hamburg, dann haben wir mehr Zeit.

Zwischen dem Dertiende Boorgat und dem Veertiende Boorgat liegen zwei Geparde im Schatten unter einem großen Baum. Ich kann ja verstehen, dass die Tiere bei den herrschenden Temperaturen den Schatten aufsuchen, aber aus meiner Sicht als Fotograf kann ich das nicht gutheißen. Gerade jetzt kurz vor Mittag sind die Unterschiede zwischen dem gleißenden Sonnenlicht und dem dunklen Schatten fotografisch kaum beherrschbar. Zumindest für mich.
Aus den prallen Bäuchen und dem zum Teil noch blutverschmierten Fell können wir entnehmen, dass die beiden heute schon erfolgreich waren und wir nicht mehr mit weiteren Aktivitäten rechnen dürfen.

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Mittagspause machen wir in Mata-Mata, bevor es dann dort über die Grenze nach Namibia geht. Am Grenzposten ist nix los und wir sind ruckzuck wieder auf der Piste. Roadtax für Namibia: 295N$

Fazit KTP:
Der Park hat mir deutlich besser gefallen, als bei unserem ersten Besuch. Von meinen Lieblingsparks ist er aber trotzdem noch weit entfernt. Der große Pluspunkt waren natürlich die vielen Katzen, die einem hier über den Weg laufen, ohne das man groß danach suchen muss.
Mit den Wilderness Camps haben wir jetzt auch eine sehr schöne Übernachtungsalternative zu den staatlichen Restcamps gefunden. Selbst Bitterpan ist noch um Längen besser als die staatlichen Restcamps. Die Campsites Polentswa und Rooiputs sind in der Hochsaison aber anscheinend nur noch mit Vitamin B zu bekommen.
Die Landschaft im Park ist ganz nett, haut mich aber auch nicht vom Hocker. Da finden sich deutlich ansprechendere Ziele.
Was mich nach wie vor am meisten stört sind die eingeschränkten Gamedrivemöglichkeiten. Immer nur die beiden Flusstäler hoch- und runterjuckeln ist schon recht eintönig.
Wir werden den Park sicherlich immer mal wieder besuchen, aber 3 Nächte sind für uns vollkommen ausreichend.
Ich weiß, dass viele von Euch den KTP lieben, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

Aus dem Einkauf im Kalahari Farmstall wird nichts, da wegen Weihnachten geschlossen.

Nach wenigen Kilometern ist dann auch schon unser Tagesziel erreicht – die Kalahari Game Lodge.
Die Campsites liegen rund 1km flußaufwärts im Auobtal und sind extrem gut ausgestattet. Jede Campsite verfügt über ein eigenes Schattendach, Spüle und Dusche/WC. Alles in Topzustand und sehr sauber.

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Das Gelände der Lodge ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Zum einen der allgemeine Gamedrivebereich, auf dem man als Selbstfahrer zu jeder Tag- und Nachtzeit unterwegs sein darf. Die große Runde in diesem Bereich sind ca. 23km. Dann gibt es noch das Löwenareal, in das man nur im Rahmen eines geführten Gamedrives kommt.

Wir lassen es ruhig angehen und beschließen auf der Campsite zu bleiben. Für mich bedeutet das Hängematte, Vogelpirsch und Training.

Ich muss zugeben, dass ich die meiste Zeit lesend in der Hängematte verbracht habe, da man diese hier perfekt unter dem Schattendach aufhängen konnte.

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Zwischendurch habe ich mich aber auch in die Sonne gewagt und bin ein wenig den Vögeln hinterhergeschlichen. Auffällig für mich waren dabei die Bienenfresser, von denen ich 2 Arten auch recht passabel auf dem Chip bannen konnte.

??? junger Schwalbenschwanz-Spint (Dank an fidel und Uwe)
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Schwalbenschwanz-Spint / Swallow-Tailed Beeater
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…und dann war da noch die Sache mit dem Training.
Wie einige von Euch vielleicht schon mitbekommen haben ist meine zweite große Leidenschaft neben dem Reisen das Klettern. In dieser Sportart bin ich im Norddeutschen Landesverband recht engagiert und nur 10 Tage nach Rückkehr aus dem Urlaub würden die Norddeutschen Bouldermeisterschaften stattfinden, wo ich zum Routenbau eingeteilt war. Dazu muss man fit sein und so konnte ich nicht über 7 Wochen lang in Afrika auf der faulen Haut liegen. Unser Unterstand bot gute Trainingsmöglichkeiten und die galt es zu nutzen. Bei den herrschenden Temperaturen leistete der innere Schweinehund beträchtlichen Wiederstand, aber letztendlich raffte ich mich auf.

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Heute blieb der Grill kalt, denn wir gingen in die Lodge zum Dinner. Der Weg von der Campsite bot sich als netter Spaziergang an. Man bewegt sich auf dieser Art von Reisen viel zu wenig und da bin ich immer für jeden kleinen Weg dankbar, den man zu Fuß gehen kann. Bei diesem Spaziergang konnten wir auch den Sonnenuntergang genießen.

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Zum Abendessen gab es vorweg einen leckeren Salat und als Hauptgericht Springbockkeule. Das war sehr passend für die Region, denn in den letzten Tagen konnten wir abertausende dieser Antilopen sehen.

Pappsatt ging es dann im Dunkeln zurück zur Campsite. Der Spaziergang war besser als so mancher Night-Gamedrive. Im Schein unserer Taschenlampen konnten wir Genets, Springhasen und Löffelhunde ausmachen.

Beim allabendlichen Tagebuchschreiben nerven dann die vielen Insekten, die sich von meiner Stirnlampe angezogen fühlen und mir um den Kopf schwirren. Inzwischen hat es auch zugezogen, weshalb es in dieser Nacht kaum abkühlt.
Teil 913. März 2019
7.Tag (Do. 27.12.2018)
Kalahari Game Lodge – Namibrand Family Hideout
499km


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Heute stand in erster Linie Fahren und Einkaufen auf der Agenda. Somit brauchten wir nicht schon in aller Frühe aufzubrechen. Zwar sind wir wie immer kurz vor Sonnenaufgang aufgestanden, haben es dann aber beim Frühstück gemütlich angehen lassen. Kathrin hatte sich beim letzten Einkauf anscheinend mit den Tomaten verrechnet, denn es waren noch jede Menge übrig. Da wir heute frisches Obst & Gemüse einkaufen würden, bestand Ihr Frühstück somit in erster Linie aus Tomaten.

Die C15 durch das Auob Tal war wie glatt gebügelt und lies sich sehr angenehm fahren. War das Tal zu Anfang noch in üppiges Grün gekleidet, waren vor Gochas auf vielen Kilometern alle Bäume im Tal gerodet und die Baumstümpfe verkohlt. Es tut in der Seele weh, diesen Raubbau an der Natur mit anzusehen.

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Von Gochas bis Maltahöhe führt die Strecke durch absolut langweilige und öde Landschaft. Alles topfeben mit kargem Buschland. Zu meiner Überraschung gibt es aber selbst hier Touristen-Lodges.

In Mariental dann der erste Einkauf seit einer Woche. Der Spar ist sehr gut sortiert und was noch wichtiger ist: Auf dem Parkplatz kann man ungestört und in aller Ruhe den Wagen packen, ohne belästigt zu werden. Den Tank haben wir ebenfalls gefüllt.

Weiter geht es nach Maltahöhe und ab diesem kleinen Dorf wird die Landschaft sehr, sehr schön. Alle schwärmen immer von der D707. Die D830 von Maltahöhe zum Namibrand kann da locker mithalten. Anscheinend eine noch recht unbekannte Strecke, an der es auch keinerlei Unterkünfte gibt und die deshalb vielleicht nicht so im Fokus steht.

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Die D830 beginnt im Osten noch auf der Hochebene, und schlängelt sich schon bald durch ein schmales tief eingeschnittenes Tal hinunter ins Tiefland. Dort weitet sich die Landschaft zu prächtigen Ebenen, welche von hohen Bergen durchsetzt sind. Am Ende fährt man auf die Weiten der Namib zu.

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Vom Ende der D830 sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Namibrand Reserve und dem darin liegenden Namibrand Family Hideout, zu dem auch 2 Campsites gehören. Wir bekommen die Campsite „Orion“. Die liegt im Gegensatz zur Campsite „Venus“ zwar etwas offener, hat dafür aber ein Wasserloch in Sichtweite.
Die Campsite ist sehr gut ausgestattet. Zum einen gibt es einen Sanitärbereich mit allem, was das Herz begehrt und zum anderen einen Unterstand, der vor Sonne und Wind schützt. Alles aus Canvas.

Die Lage ist traumhaft. Ein weiter Blick über die Grasebenen und gleich hinter der Campsite beginnen die ersten Dünen.

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Leider geht ein heftiger Wind, der sich im Laufe des Nachmittags bis zum Abend zu einem veritablen Sturm entwickelt. Dem ist dann auch der Unterstand nicht mehr gewachsen. Überall ist Sand in der Luft und alles knirscht. Auch die Tiere scheinen sich alle verkrochen zu haben, denn nicht ein einziges lässt sich an der Wasserstelle blicken.

Zum Sonnenuntergang verschafft uns der Sandsturm ganz besondere Lichtverhältnisse.

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Ansonsten vermiest uns der Sturm den Abend aber sehr. Man kann es einfach nicht genießen. Beim Abendessen schmeißt er einem die Getränke um und weht das Essen vom Teller. Wir machen Lammkottelets mit frischem Salat, denn der muss gegessen werden, solange er noch frisch ist. Den Salat muss man ständig wieder einfangen und durch das Balsamico-Dressing sehe ich aus wie ein Schwein. Das es beim Essen kräftig zwischen den Zähnen knirschst, bräuchte eigentlich nicht mehr extra erwähnt werden.

Es ist sternenklar. Die geplanten Nachtaufnahmen fallen aber ebenfalls dem Sturm zum Opfer.
Teil 1015. März 2019
8.Tag (Fr. 28.12.2018)
Namibrand Familiy Hideout
21km


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Nachts hat der Wind nachgelassen und als wir aufstehen ist es fast windstill. Noch vor Sonnenaufgang werden wir von Andrew zu einem Education Walk durch die Dünen abgeholt. Der hat sich voll gelohnt und ich kann den Walk nur empfehlen. Wir lernen viel über das Ökosystem der Namib im Allgemeinen und im Namibrand Reserve im Speziellen. Gemeinsam lesen wir die Spuren der Nacht

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Der Sand hat noch eine angenehme Temperatur und so verschwinden die Schuhe für den Rest der Wanderung im Rucksack.

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Das auffälligste Tier im Namibrand Reserve ist ganz klar der Oryx, von denen es hier jede Menge Exemplare zu sehen gibt. Auch über diese Tiere können wir noch einiges Neues lernen. Jetzt wissen wir zum Beispiel woran man als Jäger, der den Spuren eines Oryx folgt, erkennen kann, ob es sich um einen Bullen oder eine Kuh handelt und ob es ein altes oder junges Tier ist.
Während die Bullen beim kötteln anhalten und somit alle Droppings auf einem Haufen liegen, gehen die Weibchen einfach weiter und verteilen ihre Hinterlassenschaften in der Fläche. Alte Oryx fangen an zu schlurfen. Man sieht vom Hufabdruck aus eine Schleifspur im Sand, da sie die Hufe nicht mehr richtig anheben und die Hufspitze durch den Sand ziehen.

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Interessant sind auch die Informationen über den Kameldorn. Dieser Baum prägt die Landschaft des Namibrand Reserves ganz besonders. Die Wurzeln reichen bis zu 60m in die Tiefe und dehnen sich im gleichen Maße auch horizontal aus. Um zu keimen benötigen die Samen über einen Zeitraum von rund 40 Tagen ein gewisses Maß an Feuchtigkeit. Durch die zunehmende Dürre fehlen solche Perioden hier im Reserve schon seit langem und so gibt es seit mehreren Jahrzehnten keine neuen Schösslinge des Kameldorns in der Region. Damit der Kameldorn hier nicht ausstirbt, hat man im Namibrand Reserve jetzt mit der künstlichen Aufforstung dieser Bäume begonnen.
Da es im Namibrand Reserve keine Termiten gibt, sieht man auch noch die Skelette von Kameldornbäumen, die bereits vor Jahrzehnten abgestorben sind.

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Noch während wir unterwegs sind, setzt der Sandsturm wieder ein. Bis zum Mittag befinden wir uns in einem Sandstrahlgebläse, dem wir nicht entkommen können. Selten hat ein Frühstück so zwischen den Zähnen geknirscht und wir sehen aus wie paniert.
Da möchte man gerne mal zwischendurch duschen, aber damit haben wir leider ein kleines Problem. Ausgerechnet in der Dusche funktioniert das kalte Wasser nicht. An allen anderen Wasserhähnen funktioniert es. Zu einer anderen Jahreszeit könnte man das ignorieren, aber jetzt im Sommer ist das mittels Sonnenkollektoren erzeugte Warmwasser kochend heiß. Da bleibt nur eine Eimerdusche am Wasserhahn im Freien, nachdem der Wind endlich nachgelassen hat.

Auch unsere Campsite wird im Übrigen von einem mächtigen Kameldorn beschattet.

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Am frühen Nachmittag lässt dann der Sturm endlich nach und wir können endlich die Ruhe und Einsamkeit dieser wunderschönen Campsite genießen. Die Temperaturen sind deutlich angenehmer als im KTP.

Jetzt verlassen auch die Tiere die Plätze an denen sie Schutz vor dem Sturm gesucht haben und es setzt ein richtiger Run auf unser Wasserloch ein. Über Stunden folgt eine Gruppe Oryx der anderen. So lange und intensiv haben wir Oryx noch nie beobachten können. So wissen wir jetzt auch, was für Laute Oryx von sich geben, bzw. dass sie überhaupt Laute von sich geben. Bislang hatten wir diese Antilopen immer nur sehr still erlebt. Jetzt erlebten wir aber, wie ein Bulle hinter einer Kuh her war und sich dabei ganz ähnlich anhörte, wie ein röhrender Hirsch.

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Vereinzelt kamen auch Springböcke vorbei und auch von Vögeln war das Wasserloch gut besucht. Zum fotografieren der Vögel war mir das Wasserloch aber zu weit entfernt, bzw. konnte ich mich nicht aufraffen meinen bequemen Schattenplatz unter dem Kameldorn zu verlassen.

Am Abend fahren wir noch die Selfdrive-Runde, welche durch eine traumhafte Halbwüstenlandschaft führt. Über den Bergen im Hinterland haben sich im Laufe des Tages beeindruckende Gewitterwolken gebildet und es sieht so aus, als würde es dort jetzt kräftig regnen. Andrew hatte bei unserer Wanderung auch gesagt, dass dort in den Bergen noch genug Regen fallen würde, um erfolgreich Landwirtschaft betreiben zu können.

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Die Strecke ist einfach zu fahren. Nur zweimal müssen Dünenpassagen bewältigt werden und die stellen auch keine große Herausforderung dar.
Die zweite Dünenquerung ist kurz vor Ende der Runde und wir beschließen hier den Sundowner zu zelebrieren. Leider verschwindet die Sonne schon früh hinter den Bergen, noch bevor sich der Himmel abendlich färbt.

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Zurück auf der Campsite setzt wieder der Wind ein und wir sehen eine Wand aus Sand auf uns zukommen. Zum Glück handelt es sich nur um eine einzelne gewaltige Böe, denn danach ist gleich wieder Ruhe. Der Sand in der Luft sorgt dann noch für ein ganz besonderes Licht, bevor es dunkel wird.

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Das Abendessen können wir heute bei Windstille genießen und werden dabei vom Wetterleuchten über den Bergen im Osten unterhalten.

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Wirklich schade, dass unser Aufenthalt hier auf der Campsite des Namibrand Family Hideout so unter dem Sturm gelitten hat. Selbst so hat es uns noch sehr gut gefallen, aber bei guten Wetterbedingungen ist das sicher eine der schönsten Campsites im Bereich der Namib. Das ausgerechnet das kalte Wasser in der Dusche nicht ging war Pech und wäre unter anderen Bedingungen sicher nicht so nachteilig gewesen, wie ausgerechnet bei unserem Aufenthalt.

Mit Andrew hatten wir einen sehr angenehmen und kompetenten Guide.
Teil 1120. März 2019
9.Tag (Sa. 29.12.2018)
Namibrand Family Hideout – Sesriem
246km


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Frühstück bei Windstille – was für ein Genuss. Abfahrt um 8:00Uhr. Das Gebiet verabschiedet sich mit der Sichtung eines Löffelhunds. Der gibt leider gleich Fersengeld und will sich nicht fotografieren lassen.

Auf der C27 geht es auf direktem Weg nach Sesriem. Die Piste hat ordentliches Wellblech. Erst wenn der Wagen bei 80-90 km/h ins „schweben“ kommt, kann man die landschaftlich sehr schöne Strecke genießen. Abbremsen für und anfahren nach Fotostops sind natürlich trotzdem eine arge Rappelei. Das schüttelt einem fast die Plomben raus.

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Wir waren fast 10 Jahre nicht mehr in Sesriem und sind erstaunt, was sich hier in den letzten Jahren getan hat. Als wir das letzten mal hier waren, gab es nur die Sossusvlei-Lodge und die NWR-Campsite. Eine weitere Campsite hinter der Tankstelle wurde gerade gebaut. Jetzt gibt es einen riesigen Rasthof und jede Menge neue Unterkünfte. Entsprechend gibt es hier Touristenmassen, wie wir sie bislang auf dieser Reise noch nicht erlebt haben.

Entsprechend sind wir froh, hier einen Stellplatz auf der NWR-Campsite reserviert zu haben. Wir bekommen den Platz Nr. 15, welcher am Rand der Anlage liegt und einen tollen Schattenbaum bietet. Es ist allerdings Milimeterarbeit, unter dem Baum einen passenden Platz zu finden, an dem wir unser Hubdach ausklappen können.
Der Campingplatz wird ja oftmals wegen seiner Größe kritisiert, aber uns gefällt es hier sehr gut. Wir würden diesen Platz noch immer den anderen Campingplätzen der Gegend vorziehen. Man hat noch immer das Gefühl in der Wüste zu übernachten.
Im Baum unserer Campsite ist auch ein kleines Siedelwebernest mit reichlich Flugverkehr und so ist für Unterhaltung während der Siesta gesorgt. Es dauert ewig, bis ich wenigstens ein einziges brauchbares Foto von diesen flinken Vögeln im Kasten habe.

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Bis 14:00Uhr verbringen wir die heißesten Stunden des Tages auf unserer Campsite. Genug Bücher haben wir beide auf diese Reise mitgenommen.

Dann machen wir uns auf den Weg ins Sossusvlei. Wieder einmal frage ich mich nach dem Sinn, dass die 60km von Sesriem zum 2x4 Parkplatz asphaltiert sind, während man bis Sesriem ordentlich auf Wellblechpisten durchgeschüttelt wird. Anders herum wäre es für mich nachvollziehbarer. Auch die 60km/h sind verwunderlich, darf man auf dem Gravel doch mit bis zu 100km/h unterwegs sein. Entsprechend hält sich auch kaum jemand an die 60km/h.

Da ich auch auf Gravel mit 2,0 bar vorne und 2,5bar hinten unterwegs war und für die Strecke zum 2x4 Parkplatz nicht extra aufgepumpt habe, können wir gleich weiter nach hinten ins Sossusvlei fahren. Mit der richtigen Spurwahl und ein wenig Schwung an den tiefsandigsten Stellen lassen sich die 5km bis nach ganz hinten gut fahren.
Wieder einmal bewährt es sich antizyklisch unterwegs zu sein. Während am frühen Morgen hier die Völkermassen unterwegs sind, ist es jetzt herrlich leer. Außer uns nur ein weiteres Auto.

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Weiter geht’s zum Deadvlei Parkplatz, denn der Besuch dieser Pfanne soll der Höhepunkt des heutigen Tages werden. Auch hier stehen nur wenige Fahrzeuge. Wir verzichten darauf eine der umliegenden Dünen zu besteigen und laufen direkt ins Vlei. Es weht ein angenehmer Wind und die Bedingungen sind für die Tages- und Jahreszeit sehr angenehm.

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Klar ist das Licht zu dieser Zeit nicht so gut wie am frühen Morgen, aber dafür ist außer uns kaum jemand mehr hier. Die Schwächen beim Licht kann man auch gut ausgleichen, wenn man die Möglichkeiten moderner Fotoapparate etwas ausreizt.

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So tot wie der Name einem weißmachen will ist das Deadvlei gar nicht. In einem der abgestorbenen Kameldornbäume hat ein Schildrabe sein Nest errichtet.

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Hier im Deadvlei tobe ich mich dann erstmals so richtig mit meiner neuen Kamera aus. Letztendlich kommen dabei auch keine anderen Bilder heraus, als man sie schon tausendfach gesehen hat, aber ich habe meinen Spaß und bin glücklich, dass man hier auch tagsüber gute Aufnahmen machen kann.

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Als wir das Deadvlei verlassen, wird es gerade wieder etwas voller. Wir haben wirklich den idealen Zeitpunkt erwischt. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Menschen hier morgens unterwegs sind. An sich stören mich die Menschen hier auch nicht, aber die Fotos sehen halt schon besser mit einer menschenleeren weißen Fläche aus.

Auf dem Rückweg fällt mir ein Fahrzeug auf dem Parkplatz auf, an dem das Licht brennt. Es gehört zwei Britinnen (oder Amerikanerinnen) die mit uns zusammen im Deadvlei waren. Ich rechne schon damit, den beiden Starthilfe geben zu müssen, aber der Wagen springt an. Dafür treffen wir die beiden 2km später wieder. Sie haben sich im tiefen Sand voll eingegraben. Na dann habe ich wenigstens auch dieses Mal die Winch nicht umsonst dabei, auch wenn ich sie noch nie für mich selbst gebraucht habe. Ich fahr mich immer nur mit Fahrzeugen ohne Winch fest.

Der Tag schreitet voran und das Licht in den Dünen wird immer schöner.

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Zum Sundowner fahren wir zur Elim Düne, da es von dort nicht mehr weit bis zur Campsite ist. Wir sind allerdings faul und verzichten auf die Besteigung der Düne.

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Zum Abendessen haben wir einen Tisch in der Sossusvlei Lodge reserviert. Das ist ein netter Spaziergang von 15min. von unserer Campsite aus. Vor allem nach dem Essen ist so ein kleiner Verdauungsspaziergang ganz angenehm. Das Buffet ist noch immer der Knaller. Dafür würden wir immer wieder hierher kommen. Allein die Vorspeisen nehmen einen ganzen Raum ein und draußen auf der Terrasse gibt es 4 verschiedene Grillstationen, wo man sich frisch etwas zubereiten lassen kann. Bei den Getränken hapert es aber ein wenig. Wein gibt es nur in Flaschen, was ein Problem ist, wenn nur einer Wein trinkt und sich nicht an dem Abend abschießen will. Dry Lemon oder Bitter Lemon waren gar nicht zu bekommen. Das war bei den bisherigen Restaurants besser. Insgesamt ist es auch ein ganz schöner Massenauflauf. Zusammen mit uns sind hier sicher an die 200 Personen am speisen. Das ist dann so ein bisschen wie bei mir in der Firmenkantine.

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Zurück auf der Campsite gibt es noch den einen oder anderen GinTonic und wir lauschen den Barking Geckos, die wir erstmals auf dieser Reise hören.
Teil 1222. März 2019
10.Tag (So. 30.12.2019)
Sesriem – Walvis Bay
375km


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Wir frühstücken auf unserer Campsite und können danach beim Zusammenpacken sehr schön die gelebte Praxis der namibischen Mülltrennung miterleben.

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Der von den Touris brav in die verschiedenen Mülleimer getrennte Abfall wird von den NWR-Mitarbeitern in einem großen schwarzen Müllsack zusammengekippt, der dann zu den anderen schwarzen Säcken auf den Pickup wandert. In meiner Naivität hatte ich tatsächlich gedacht, dass zumindest so gut recycelbaren Materialien, wie Glas und Metall auch getrennt entsorgt werden.

In Solitaire machen wir einen Versorgungsstop in der Bäckerei. Für ein zweites Frühstück nehmen wir uns Apfelkuchen mit.

Die C14 bietet noch einmal eine Steigerung in Sachen Wellbleck. Dieses ist teilweise so heftig, dass der Rollwiederstand so groß ist, dass unser schwach motorisierter Wagen im 5.Gang nicht mehr über 80km/h kommt und ich deshalb in den 4.Gang runterschalten muss.

Es geht durch den Kuiseb-Canyon.

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Ein paar Kilometer hinter dem Kuiseb Canyon zweigt nach Süden ein Weg zu einem Aussichtspunkt ab, den wir nehmen. Lange Zeit fragt man sich auf der Ebene, wo den hier eine Aussicht sein soll und steht dann plötzlich an der Abbruchkante zum Kuiseb.

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Hier gibt es sogar Sitzgelegenheiten mit Schattendach. Wir nutzen diese Gelegenheit, machen eine längere Pause und lassen uns den sehr leckeren Apfelkuchen aus Solitaire schmecken - ganz ausgezeichnet.

Um die Mittagszeit treffen wir in Walvis Bay ein. Zunächst fahren wir an die Lagune. Während wir die Flamingos beobachten beratschlagen wir, wie wir den Nachmittag verbringen wollen.

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Wir entscheiden uns zum Pelican Point zu fahren. Dafür geht es auf der Salzstraße D1986 zwischen Lagune und Saline entlang bis diese an den Stand zum offenen Mehr führt. Hier am Strand ist ordentlich was los. Scheint ein sehr beliebtes Wochenendausflugsziel zu sein. Zahlreiche Familien haben sich hier häuslich eingerichtet. Pavillons sind das mindeste. Viele haben auch gleich ein eigenes Dixiklo mitgenommen. Es wird geangelt, gebraait und am Strand gespielt.

Wir müssen hier die Straße verlassen. Weiter geht es durch stark verspurten Tiefsand, weshalb wir erst einmal den Reifendruck auf 1,5bar reduzieren. Mit diesem Luftdruck arbeitet sich der Landcruiser gut durch das tiefe Geläuf. Nervig ist dabei nur, dass er permanent schlingert, wie ein Betrunkener auf dem Nachhauseweg. Doch dazu später mehr.

Je weiter wir uns von der Straße entfernen, umso leerer wird es und hinter dem Leuchtturm haben wir die Landzunge, welche die Lagune vom offenen Meer trennt, ganz für uns allein. Unser Ziel ist die Robbenkolonie welche hier anscheinend so gute Lebensbedingungen hat, dass sie in den letzten Jahren immer mehr gewachsen ist.

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Vor kurzem wurde die nächste Generation Robben geboren. Es wuseln jede Menge der kleinen knuffigen schwarzen Fellknäule umher. Ebenso viele liegen jedoch auch tot am Strand. Die Sterblichkeitsrate bei Jungtieren scheint sehr hoch zu sein. Man ist umgeben von einer olfaktorischen Wolke aus Fisch und Verwesung.

Ich pirsche mich gleich auf allen Vieren näher an die Tiere. Kathrin hat keine Lust durch den Sand zu kriechen und hält sich deshalb lieber im Hintergrund.

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Für mich ist der Pelican Point die beste Örtlichkeit in Namibia, um Robben zu beobachten. Ich ziehe dieses Gebiet Cape Cross deutlich vor. Durch die schwierige Anfahrt mit dem verspurten Tiefsand ist hier nix los. Wir waren diesmal die ganze Zeit die einzigen Menschen nördlich des Leuchtturms. Sehr angenehm ist auch, dass es keinerlei Barrieren zwischen den Tieren und den Menschen gibt. Es bleibt Mensch und Tier überlassen, wie sehr man sich annähert. Das ist perfekt zum fotografieren, bei uns zog nur leider der Himmel zu, als wir gerade ankamen.
Von Bekannten weiß ich, dass man sogar im Meer zusammen mit den Robben schwimmen kann und die Tiere in Ihrem Element sehr zutraulich und neugierig sind. Allerdings muss man für dieses Vergnügen entweder sehr kälteresistent sein, oder einen Neoprenanzug dabei haben. Bei mir war beides nicht der Fall, weshalb ich auf dieses Vergnügen verzichten musste.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Fotostop an dem kleinen Verbindungskanal zwischen Saline und Lagune. Das scheint ein sehr fischreicher Bereich sein, denn es wimmelte von Seevögeln. Die meisten schwammen oder standen im flachen Wasser, während die Brandseeschwalben ??? darüber in der Luft schwebten.

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Für den Abend hatten wir uns mit Adolf (Cruiser) und Ellen verabredet. Wir konnten unseren Wagen bei Ihnen im Garten abstellen, und dort übernachten. Das war eine super Sache, denn es sollte ein feuchtfröhlicher Abend werden. An dieser Stelle deshalb noch einmal unseren herzlichen Dank für den schönen Abend und die tolle Übernachtungsmöglichkeit.
Zum Abendessen hatten die beiden das Anchors ausgesucht. Die perfekte Wahl. In fußläufiger Entfernung, direkt im Hafen gelegen, serviert die Küche Bestes aus dem Meer. Der Service ist sehr aufmerksam. Eine willkommene Abwechslung zur ansonsten doch sehr fleischlastigen Küche auf dieser Reise.
Bei für die Küste sehr milden Temperaturen saßen wir anschließend noch lange auf der Terrasse zusammen. Der Gesprächsstoff ging uns nie aus.
Wie immer habe ich bei den Gesprächen mit Adolf auch viel über das Reisen im südlichen Afrika und vor allem über Fahr- und Fahrzeugtechnick gelernt.
So weiß ich jetzt, weshalb unser Wagen im Tiefsand so geschlingert ist. Seit in dem von uns gemieteten LandCruiser-Modell auch der V8-Motor verbaut wird, ist die Vorderachse breiter geworden. Die Hinterachse wurde aber unverändert belassen. Dadurch fahren die Hinterräder immer auf der Kante der Vorderradspur und sind immer bestrebt in die eine oder andere Spur zu rutschen, was dann zum Schlingern führt. Auch die Kippstabilität leidet unter den unterschiedlichen Achsbreiten. Inzwischen gibt es Spacer, die die Hinterachse auf die Maße der Vorderachse verbreitern. Die meisten privaten LandCruiser sind inzwischen damit ausgerüstet. Unser Mietwagen leider nicht. Ich habe Buschlore über diesen Sachverhalt informiert. Mal sehen, ob die Fahrzeuge zukünftig mit Spacern ausgestattet werden.
Ein weiterer guter Tipp, den ich hier gerne weitergebe, war bei Reifen mit gutem Flankenaufbau (BFGoodrich oder Cooper), auf unbefestigten Strecken grundsätzlich mit 1,5 bar (bei unserem schweren Aufbau hinten 2,0bar) zu fahren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Sand, Fels oder Waschbrettpiste handelt. Neben dem erhöhten Fahrkomfort wird dadurch auch das Risiko eines Platten deutlich minimiert. Wir haben uns fortan an diesen Rat gehalten und sind sehr gut damit gefahren.
Teil 1327. März 2019
11.Tag (Mo. 31.12.2018)
Walvis Bay – Swakopmund
153km


Wieso braucht man von Walvis Bay nach Swakopmund 153 Kilometer? Ganz einfach indem man einen Umweg über Sandwich Harbour fährt.

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Im kühlen Küstenklima hatten wir eine sehr angenehme Nacht. Nachdem wir uns von Ellen & Adolf verabschiedet haben, brechen wir um kurz vor acht auf, denn für 8:00Uhr haben wir uns mit unserem Guide JP auf einem Parkplatz an der Promenade verabredet. Als wir dort ankommen werden wir bereits von Ihm erwartet.
Da es heute richtig durch die Dünen gehen wird, lassen wir als erstes die Luft vorn bis auf 1,0bar und hinten auf 1,3bar ab.
Wir haben Glück. Aufgrund des Feiertages und der sehr ungünstig gelegenen Gezeiten sind wir heute das einzige Auto. Am Vortag war JP noch mit 8 Fahrzeugen im Schlepptau unterwegs.

Hinter den Salinen verlassen wir die Straße und es geht am tief verspurten Sandstrand in Richtung Süden weiter. Zwischendrin geht es immer mal wieder durch bewachsene Minidünen, die ein echtes Labyrinth darstellen können.

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Auch hier gibt es schon einiges zu sehen. Der erste von vielen Schakalen und ein von Wind frei gelegtes Grab der Topnaar. Dieses San-Volk lebt entlang der Küste und des Kuiseb. Die Toten werden einfach im Sand begraben und so kommt es immer mal wieder vor, dass Gräber vom Wind wieder frei gelegt werden.

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Dann erreichen wir die Nationalpark-Grenze und es geht erst einmal wieder am stark verspurten Strand entlang. Der Wagen ist aus bekannten Gründen kräftig am schlingern.

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Bald darauf erreichen wir die tidenabhängige Passage, die am Fuße der Dünen entlang nach Sandwich Harbour führt. Bei Hochwasser reicht das Meer bis an den Fuß der Dünen und die Strecke ist unpassierbar.

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Der Weg nach Sandwich Harbour führt ausschließlich über diese tidenabhängige Passage am Fuße der Dünen. Für den Rückweg können leistungsstarke Fahrzeuge auf eine Strecke im Hinterland ausweichen, die aber über hohe Dünen führt. Mit unserem untermotorisierten Wagen ist diese Strecke nicht zu machen und so müssen wir auf der tidenabhängigen Strecke auch wieder zurück.
Dummerweise liegen die Gezeiten heute sehr ungünstig. Es ist bereits wieder auflaufendes Wasser. Die Nachmittags-Tide kommt heute allerdings auch nicht in Frage, da Sylvester ist.
Auf all diese Umstände hatte uns unser Guide bereits bei der Buchung aufmerksam gemacht. Uns störte das nicht groß, denn für unseren ersten Besuch in Sandwich Harbour reichte der Erlebniswert auch so vollkommen aus.

Bevor wir uns an die tidenabhängige Passage wagen, fahren wir ein wenig in die Dünen hoch, um uns einen Überblick über die Strecke zu verschaffen. Die Dünen sind nur moderat, aber mit dem LandCruiser sind wir schon am Limit.

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JP meint wir können es wagen, müssen uns aber beeilen und können uns auch nicht lange in Sandwich Harbour aufhalten. Dabei haben wir die Wahl haben, direkt an die Lagune zu fahren, oder hoch auf die Aussichtsdüne oberhalb der Lagune.

Bereits auf der Hinfahrt umspülen vereinzelt große Wellen unsere Räder. Da heißt es Ruhe bewahren und mit langsamer aber konstanter Geschwindigkeit auf Kurs bleiben. Wie mag das wohl auf der Rückfahrt werden?

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Wir erreichen ohne Zwischenfall Sandwich Harbour und entscheiden uns für die Aussichtsdüne. Dafür stellen wir unseren Wagen am Fuß der Düne ab und wechseln in den Wagen von JP. Der LandCruiser hätte nicht die geringste Chance die Düne zu erklimmen.
Der Blick von der Aussichtsdüne ist unbeschreiblich. So etwas Schönes habe ich nur selten gesehen. Wir sind so hoch über die Lagune, als wären wir mit einem Rundflug unterwegs. Unter uns sehen wir die Flamingos über die Lagune fliegen.

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Hier könnte ich Stunden verbringen, aber die Gezeiten nehmen keine Rücksicht darauf und so müssen wir uns schon bald schweren Herzens losreißen und den Rückweg antreten. Jetzt geht es schon deutlich häufiger durch die Brandung. Insgesamt erinnert mich dieser Streckenabschnitt stark an die Lange Wand. Es ist wirklich sehr beeindruckend, wenn mehrere hundert Meter hohe Dünen direkt ins Meer abfallen und ich kenne das in dieser Dimension auch nur in der Namib.

Als wir die Brandungszone hinter uns haben, fällt auch die Anspannung von uns ab. Jetzt können wir es wesentlich ruhiger und entspannter angehen. Der Zeitdruck ist weg. Wir machen erst einmal Frühstückspause. Dabei fällt mir leider mein Implantat raus und ich kann mich den Rest der Reise mit der Gewindestange im Mund rumärgern.

Ab hier wählen wir dann auch eine andere Strecke, als beim Hinweg. Zuerst geht es durch die Dünenausläufer der Namib und danach durch das Kuiseb-Delta zur Ostseite der Salinen.

Mit dem Fortuner bei der Namibdurchquerung hätten wir diese kleineren Dünen am Rand der Namib gar nicht mehr richtig wahrgenommen. Mit dem Landcruiser befand ich mich aber fast permanent am Limit. Gar nicht mal so sehr wegen der schwachen Motorleistung, als vielmehr aufgrund des hohen Gewichts und des hohen Schwerpunkts. Vor allem Schräglagen und Querbelastungen waren echt gruselig, da man immer wieder das Gefühl hatte, dass die Kiste gleich umfällt. Auch die Slipfaces mussten sehr konzentriert angegangen werden, damit man nicht in Schräglage gerät.

Mit erreichen des Kuiseb-Deltas wird die Fahrt sehr entspannt. Jetzt gibt es nur noch Minidünen. Zu unserer Überraschung drückt hier an mehreren Stellen Wasser an die Oberfläche und bildet kleine Teiche auf denen Wasservögel schwimmen.

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Auch ansonsten nimmt die Tierwelt zu. Wir sehen u.a. Springböcke und Schakale.

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Bei den Salinen endet unsere Tour und wir erreichen wieder die Straße

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Kathrin & JP
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JP war ein hervorragender Guide. Er war die ganze Zeit über sehr um uns bemüht und auch in seinem ganzen Wesen ein ausgesprochen netter Typ. Ich hatte den Eindruck, er macht sich große Sorgen, dass wir unzufrieden sein könnten, da wir aufgrund unseres Fahrzeuges und der Gezeitenlage nur sehr eingeschränkt unterwegs waren. Mehrfach versichere ich Ihm deshalb, dass wir mit der Tour absolut zufrieden sind und es uns von vornherein klar war, nicht das volle Programm machen zu können. Für uns haben wir das Maximum erlebt, was an diesem Tag und mit unserem Auto möglich war. Was will man mehr?
Als JP mir zum Abschied sagt, dass er sehr beeindruckt war, was ich mit dem Bushcamper alles gefahren bin und dass ich mich kein einziges Mal festgefahren habe, geht das runter wie Honig.

Ich werde die Tour auch mit einem Bushcamper wieder fahren. Mir geht es bei dieser Tour nicht darum, die höchsten Dünen zu befahren. Diesen Spaß werde ich mir lieber in Form einer erneuten Namibdurchquerung gönnen. Vielmehr möchte ich die Landschaft genießen, weshalb ich beim nächsten Mal einen Tag auswählen werde, an dem die Gezeiten so günstig liegen, dass man die maximale Zeit zwischen ablaufendem und auflaufendem Wasser nutzen kann.

Inzwischen ist es kurz nach Mittag und wir machen uns auf zum Großeinkauf für die nächsten 2 Wochen im Damaraland und Kaokovelt. In der neuen Dune Mall bekommen wir alles was wir benötigen.
Die Dune Mall könnte auch in jeder europäischen Großstadt stehen und würde selbst dort zu den besseren Adressen zählen. Wirklich beeindruckend, wie sich Walvis Bay in den letzten Jahren entwickelt hat. Man hat den deutlichen Eindruck, dass die Stadt boomt. Auch der Hafen expandiert; dort stehen jetzt zwei nagelneue und riesige Containerbrücken. Die sind jetzt das erste, was man von Walvis Bay sieht, wenn man sich aus der Wüste der Stadt nähert.
Ich glaube hier könnte ich auch gut leben. Es gibt alles, was sich der verwöhnte Mitteleuropäer wünscht und der Freizeitwert der Stadt ist echt hoch.

Zwischen Walvis Bay und Swakopmund ist Highlive am Strand. Wie es aussieht, wollen hier Tausende ins neue Jahr feiern und haben dafür gefühlt Ihren halben Hausstand mitgebracht. Vor allem der Bereich um Düne 7 ist zur Partymeile geworden.
Der Verkehr zwischen den beiden Städten hat auch enorm zugenommen.

In Swakopmund wollen wir uns nicht lange aufhalten. Lediglich der Jetty statten wir einen Besuch ab. Es ist bei uns inzwischen lieb gewonnene Tradition, hier für die überbackenen Austern mit Weißwein einzukehren und dabei Blick über die Strandpromenade schweifen zu lassen.

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Was deutlich auffällt ist, dass in Namibia inzwischen auch eine schwarze Mittelschicht entsteht. An Orten, wo man früher nur Weiße traf, sind inzwischen im gleichen Maße auch Schwarze unterwegs. Eine Entwicklung die positiv stimmt.

Noch kurz tanken und dann ab nach Sophia Dale. Bei Manfred haben wir 12kg gefrorenes Grillfleisch und einiges an Wurstwaren bestellt. Es liegt schon alles bereit, als wir ankommen. Für den abendlichen Braai nehmen wir noch Rinderfilet dazu. Jetzt zeigt sich der Vorteil des als Gefrierschrank genutzten zweiten Kühlschranks im Buschcamper. In früheren Zeiten hätte es bei der anstehenden Tour in der zweiten Woche nur noch Dosenfutter gegeben.

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Zum Rinderfilet gibt es frischen Salat. Ohne Sturm gleich viel einfacher zu essen.

Leider hat es heute Abend viele Mücken, so dass wir ziemlich zerstochen sind. Das ist aber nicht der Grund, dass wir wie fast immer in Afrika Mitternacht nicht erleben und Sylvester verschlafen. Es passt hier nur einfach nicht in den Lebensrhythmus so lange wach zu bleiben.

Jetzt sind Kathrin und ich schon 32 Jahre zusammen. 😘
Teil 1428. März 2019
12.Tag (Di. 01.01.2019)
Swakopmund – Spitzkoppe
206km


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Auf der Campsite wurde nur sehr verhalten gefeiert und Feuerwerk gab es gar nicht. So haben wir auch diese Nacht sehr gut geschlafen.

Das neue Jahr beginnt dann eher schlecht. Der Wagen springt nicht an. Es klackert lediglich das Relais des Anlassers, aber das war es auch schon. So richtig können wir das Problem nicht einschätzen, denn die Kühlschränke laufen, was darauf hindeutet, dass die Zusatzbatterien noch Saft haben. Weshalb dann die Starterbatterie nicht auf die Zusatzbatterien zurückgreifen kann, entzieht sich meiner Kenntnis. Dummerweise sind die Starterbatterien so kompliziert verbaut, dass man nicht an sie ran kommt, ohne den kompletten Aufbau auseinander zu nehmen. Deshalb fällt auch ein Überbrücken von den Zusatzbatterien zur Starterbatterie aus.

Zum Glück ist Swakopmund vom Prinzip her der ideale Ort für solch ein Problem. Wir bekommen von Manfred unkompliziert Starthilfe und in Swakopmund gibt es jede Menge Werkstätten… …die heute an Neujahr natürlich alle geschlossen sind. Wir nehmen kontakt zu Bushlore auf, die uns empfehlen eine neue Batterie zu kaufen. Das geht auch am Feiertag, da die Engen-Tankstellen auch Batterien verkaufen. Die Tankstelle hat dann tatsächlich eine große Auswahl, nur stimmen die Bezeichnungen leider in keiner Weise mit den Bezeichnungen vom Toyota Manual überein. Wir telefonieren erneut mit Bushlore und bekommen auch die passende Info, welche Batterie in der Lage ist, unseren Motor zuverlässig zum Leben zu erwecken. Der Einbau ist dann noch einmal kompliziert, da die Pole spiegelverkehrt zur bisherigen Batterie liegen und die Anschlüsse deshalb alle verlegt werden müssen. Außerdem ist sie etwas flacher. Glücklicherweise ist der Bordwerkzeug bei Bushlore sehr umfangreich und die Jungs von der Tankstelle recht pfiffig, so dass wir zu guter Letzt alles installiert haben.

Nach dem Batteriewechsel springt der Wagen problemlos an, so haben wir die Hoffnung haben, dass jetzt alles in Ordnung ist. Auf Wunsch von Bushlore nehmen wir die alte Batterie mit.

Mit mehreren Stunden Verspätung geht es dann gegen Mittag aus Swakopmund los. Unser erstes Ziel ist das im Swakop River gelegene Restaurant von Goanikontes. Bei der Anfahrt durch die hier annähernd vegetationslose Mondlandschaft der Namib rechnet man nicht damit, auf eine grüne Oase mit großen Bäumen zu treffen. Das Restaurant schein ein sehr beliebtes Ausflugsziel der Swakopmunder zu sein, denn fast alle Tische sind belegt. Das Kuchenbuffet ist riesig. Nach dem Ärger am Vormittag beschließen wir, uns mit einem leckeren Stück Kuchen zu belohnen.

Dann geht es zum eigentlichen Ziel des heutigen Tages. Wir wollen den Khan-Riverbed Trail befahren. Für uns Neuland und ich hatte bislang auch so gut wie keinerlei Informationen über diese Strecke.

Die ersten Kilometer geht es durch die Schlucht des Swakop Rivers.

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Allzu lange kann es noch nicht her sein, dass der Swakop gelaufen ist, denn die getrockneten Lehmschollen machen noch einen sehr frischen Eindruck und zeigen noch keine Anzeichen von Erosion.

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Die Felsformationen, welche die Schlucht begrenzen sind beeindruckend. Vereinzelte Basaltadern zeigen, wo vor Millionen von Jahren Lava durch Risse an die Oberfläche kam. Das muss hier ein Traum für Geologen sein.

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Meist lässt sich der Weg gut fahren, aber an der einen oder anderen Stelle muss der Wagen auch mal die Grenzen seiner Verschränkungsfähigkeit ausreizen.

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Der Swakop River ist die meiste Zeit stark verbuscht und die Spur in zahlreichen Passagen sehr eng. Es gibt auch immer wieder Weggabelungen, bei denen man nicht weiß, welche Fahrspur die Beste ist. Wirklich verfahren kann man sich aber in solch einer Schlucht nicht. Die letzte Flut hat die Fahrspuren zum Teil stark ausgespült, was zu zum Teil unangenehmen Schräglagen führt.

Dann ist der Punkt erreicht, an dem der Khan River von Norden kommend in den Swakop mündet. Die Schlucht des Khan River zeigt sich wesentlich offener und lässt sich auch wesentlich einfacher fahren. Ab hier gibt es nur noch einfaches Gelände.

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Die Landschaft bleibt spektakulär. Eine von beeindruckenden Bergen umgebene Schlucht. Auch Tiere finden sich, wenn auch recht scheu. Wir sehen Kudus, Paviane, Klippspringer und einen Strauß. Sehr schön für uns, wieder eine neue interessante Strecke entdeckt zu haben. Mich wundert stark, dass man nur so wenig über diesen Trail hört und in Erfahrung bringen kann. Dabei bietet er sich perfekt für eine Tagesausflug von Swakopmund an und ist durch die moderate Schwierigkeit für viele geeignet. Hier kann man in der Nähe der Zivilisation für die anspruchsvolleren und einsameren Trockenflüsse im Norden üben.

Leider läuft uns durch den späten Start die Zeit davon und so nutzen wir die Gelegenheit, als auf Höhe zwischen Arandis und Trekkopje eine Gravelroad die Schucht kreuzt, diese zu verlassen. Schnell sind wir auf der B2 und sehen schon bald unser heutiges Tagesziel, die Spitzkoppe. Bis wir dann tatsächlich dort ankommen, dauert es aber noch rund eine Stunde. Der Berg dominiert die Landschaft schon von weitem. Bei der Anfahrt von Süden zeigen sich Spitzkoppe und Pontoks von Ihrer schönsten Seite.

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Der Check in ist rasch erledigt. Noch immer kann man sich seine Campsite frei wählen. Vorher suchen wir aber noch die Duschen auf, denn diesen Luxus gibt es nur hier beim Gate. Die (für uns) neuen Duschen sind richtig gut.
Dann geht es auf die Suche nach einer Campsite und wir haben Glück. Unsere bevorzugte Ecke ist das Gebiet um Campsite 11. Das ist ganz im Westen, zwischen Spitzkoppe und Sugarloaf. Hier sieht man die schönsten Sonnenuntergänge des Gebietes. Wir haben schon Sorgen, ob wir überhaupt eine nette Campsite finden, da es echt voll ist. Doch wir haben Glück und finden einen für unseren Geschmack perfekten Stellplatz.

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Direkt hinter unserem Stellplatz befindet sich ein kleinerer Felsen, den ich am späten Nachmittag noch erklimmen will. Vor dem letzten Aufschwung streiche ich aber die Segel. Hier in der Wildnis will ich keinen Absturz riskieren.

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Die Dassies sind da wesentlich besser unterwegs. Wenn sie sich nicht gerade die Sonne auf den Pelz scheinen lassen, beeindrucken Sie mich mit Ihren Kletterkünsten.

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Über eine Stunde lang müssen wir vor Sonnenuntergang das schrille Summen einer Drohne ertragen. Ich bin ja gar nicht so intolerant, dass ich Drohnen komplett aus der Umwelt verbannen will. Auch finde ich die Luftaufnahmen welche mit Hilfe der Drohnen entstehen meist sehr beeindruckend und habe mir auch schon das eine oder andere Mal solch ein Hilfsmittel gewünscht. Ich würde mir von den Piloten aber soviel Rücksichtnahme wünschen, dass nur kurz geflogen wird. Muss die Drohne minutenlang auf der Stelle in der Luft verharren, anstelle zwischenzulanden. Schön wäre es, wenn die Piloten nur schnell die Fotos machen würden und dann wieder landen. Wer um des Fliegens wegen mit der Drohe unterwegs ist, soll das dort machen, wo er niemanden stört. Gerade in Namibia sollte es dafür reichlich Platz geben.

Der Sonnenuntergang hält, was wir uns von unserer Campsite versprochen haben. Dabei versinkt die Sonne nicht hinter dem Horizont, sondern im Küstennebel.

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Es ist überraschend kühl für die Jahreszeit. Schon bevor die Sonne untergegangen ist, muss ich mir eine dünne Fleecejacke überziehen und nach dem Abendessen rücken wir immer näher ans Feuer.

Zum Abendessen grillen wir Rumpsteaks. Das Fleisch von Manfred ist klasse. Dazu brate ich Zwiebeln und Champignons.

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Nach wie vor ist das Gebiet um die Spitzkoppe für mich einer der schönsten Campingplätze Namibias. Hier haben wir bereits bei unserer ersten Namibiareise vor über 20 Jahren übernachtet und sind seitdem viele Male zurückgekehrt.
Teil 1501. Apr. 2019
Die ganzen Tierliebhaber unter Euch muss ich noch ein wenig um Geduld bitten. Die nächsten 12 Tage geht es durch Damaraland und Kaokovelt. Dort gibt es zwar schon die eine oder andere Tierbegegnung, aber die Landschaft steht ganz klar im Vordergrund. Doch danach geht es in den Etosha Nationalpark und ab da verschieben sich die Schwerpunkte und die Tiere stehen für die restliche Reise ganz klar an erster Stelle.

13.Tag (Mi. 02.01.2019)
Spitzkoppe – Twyfelfontein
225km

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Der Preis für einen schönen Sundownerplatz ist ja häufig, dass man vom Sonnenaufgang nichts mitbekommt. So auch an unserem Stellplatz. Trotzdem sind wir natürlich bei Tagesanbruch auf den Beinen und heißen den Tag beim Frühstück willkommen.

Ich glaube die Longdrop-Toiletten, welche zwischen den Stellplätzen verteilt auf dem Areal stehen sind auch neu. Machen zumindest einen guten Eindruck.

Unser erstes Ziel ist der Rock-Arch. Durch eine kleine Schlucht läuft man vom Parkplatz nur 5min. und schon steht man unter diesem Naturdenkmal.

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Wir haben großes Glück und können diesen Platz ganz für uns allein genießen. Das kommt wohl nicht so häufig vor.

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Danach geht es weiter zum Rockpool. Über eine flach ansteigende Platte geht es zu dieser kleinen Wasserstelle in den Felsen. Sie ist nur noch schwach gefüllt.

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Ich würde mich gerne noch ein wenig bewegen und vom Pool aus kann ich eine Linie erkennen, auf der ich hoffe, den Gipfel des Felsmassives oberhalb des Rockpools zu erreichen. Kathrin begleitet mich noch eine Weile, aber als es steiler wird verzichtet Sie und geht schon einmal zum Auto zurück.
Was Ihr Sorgen macht ist der Rückweg, denn steile Platten sind im Aufstieg immer noch einfacher als im Abstieg.

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Es folgt dann eine ca. 45° steile Rinne, was aber gut geht, da man sie ausspreizen kann. Nach einem deutlich flacheren Stück kommt dann eine ca. 3m hohe senkrechte Passage. Das ist ganz klar die Schlüsselstelle. Danach scheint der restliche Weg bis zum Gipfel nur noch über flach ansteigende Platten zu führen. Was tun? Ich will da hoch, aber auch kein unnötiges Risiko eingehen. Ich schaue mich gründlich um, denn die Steilstufe ist ca. 50m breit und da muss es doch Möglichkeiten geben. Schon bald finde ich einen Wandbereich mit Griffen, die für den Aufstieg reichen sollten. Abklettern würde ich daran aber nicht wollen. Nach einiger Zeit habe ich aber auch dafür eine Lösung gefunden. An einer Stelle ich die Steilstufe zwar stark überhängend, dafür aber nur 2m hoch und der Boden darunter ist eben. Hier kann ich runter springen. Das machen die Dassies auch so.

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Die Wand lässt sich dann so gut erklettern wie erhofft und der restliche Weg zum Gipfel ist so einfach wie erwartet.

Belohnt werde ich mit einer fantastischen Aussicht. Direkt unter mir ist der Parkplatz, wo Kathrin an unserem Auto steht.

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Ich fotografiere Kathrin mit dem Tele…
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…und Kathrin fotografiert mich mit dem Weitwinkel
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Danach widme ich mich dem Ausblick auf die Spitzkoppe und die Pontoks.

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Der Abstieg funktioniert dann auch wie geplant. Da zur Zeit hier im Forum wieder Diskussionen über das beste Schuhwerk für Namibia laufen, möchte ich darauf hinweisen, dass ich auch bei dieser Tour meinen geliebten Crocs treu geblieben bin. 😗

Bei den Duschen an der Rezeption gibt es auch einen Schlauch. Wir nutzen die Gelegenheit, um unseren Wassertank wieder aufzufüllen und dann geht es auf direktem Weg nach Uis. Dort tanken wir noch einmal voll und ergänzen unsere Vorräte. Unsere Kartoffel-Notreserve, die wir gleich zu Beginn der Reise gekauft haben ist vergammelt (eklige Sauerei 🤢 ) und Feuerholz brauchen wir ebenfalls.

Weiter zum Brandberg und zur Brandberg White Lady Lodge.

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Dort fahren wir in den Ugab Richtung Westen. Unser Plan ist es, ca. 15km im Flussbett zu fahren und dann nach Norden in Richtung Twyfelfontein abzubiegen. Der Ugab zeigt sich sehr abwechslungsreich. Mal breit und flach, mit großen Bäumen und dann wieder schmaler, dicht mit Schilf bewachsen und Wasserdurchfahrten.

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Genau in einer solchen Passage trafen wir dann den ersten Elefanten des Urlaubs. Schlecht sichtbar hinter einer Kurve stand er direkt neben dem Weg im hohen Schilf und lies es sich schmecken. Eine Umfahrung des Dickhäuters war nicht möglich und so dicht wollte ich auf keinen Fall an Ihm vorbei fahren. Also hieß es warten, aber nachdem das Tier sich in einer halben Stunde kaum vom Fleck gerührt hatte, musste Plan B her. Wir drehten und fuhren bis zur Brandberg White Lady Lodge zurück und dort auf einen Track, welcher nördlich des Ugab nach Westen zu den „Abandoned Damara Huts“ führt und dort dann auf unsere ursprünglich geplante Route trifft.

Hier gab es tolle Aussichtspunkte auf das Brandbergmassiv.

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Richtung Norden führte der Track entlang einer Grenze, wo flache rote Dünen auf schwarze Felsen treffen. Auf dem Satellitenbild ist das gut zu erkennen. Das Geläuf ist hier zum Teil schon sehr rau und am Pass zum Goantagab musste ich erstmals auf dieser Reise auf L4 schalten; dass dann aber auch gleich für längere Passagen.

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Blöderweise erwische ich dann die Piste, die im Flussbett des Goantagab verläuft, anstatt wie geplant die Piste parallel zum Flussbett. Weshalb blöderweise? Weil das Fluss hier aus sehr tiefem Splitt besteht, das dem Landcruiser noch mehr Wiederstand entgegensetzt als tiefer Sand. Der Wagen muss ordentlich ackern und es riecht nach heißem Gummi von der starken Reibung der Reifen im Splitt.

Ich bin froh, als wir den Fluss nach Norden verlassen können.

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Wenige Kilometer östlich von Mowani überqueren wir den Aba Huab und erreichen die D2612.

Die Strecke war sehr abwechslungsreich. Fels, Schotter sowie Tiefsand in Dünen und Flusstälern. Karge Hochebenen, weite Grasebenen, Trockenflussbetten und Berge. Dabei über weite Strecken das Brandberg-Massiv im Blick. Es wurde nie langweilig. An Tieren haben wir allerdings nur Paviane gesehen.

Um 18:00Uhr kommen wir in Mowani an. Wir bekommen Campsite Nr.5. Feuerholz gibt es nicht zu kaufen.

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Die Campsites hier lassen keinerlei Wünsche offen; die Campnachbarn dagegen sehr wohl. Über uns in den Felsen läuft Musik und es wird laut dazu gesungen. Untermalt wird das ganze vom Summen einer Drohne, die lange Zeit über den Campsites schwebt. Wer es schafft, einen Drohnenantrieb ohne diese penetrante Geräuschkulisse zu entwickeln, wird sehr reich werden.

Bevor die Sonne untergeht stromere ich auch erst einmal ein wenig durch die Felsen hinter der Campsite.

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Mit dem Sonnenuntergang wird es dann erst einmal ruhig. Tolle Stimmung am Himmel und man kann den Sundowner direkt auf der Campsite erleben.

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Auch heute weht wieder ein kühler Wind und ich brauche meine Fleecejacke. Hätte ich zu dieser Jahreszeit nicht mit gerechnet.

Zum Abendessen grille ich Kalb und dazu gibt es kurzgebratenes Gemüse.

Leider setzt später noch einmal für einige Zeit die Musik von der Nachbarcampsite ein.
Teil 1602. Apr. 2019
14.Tag (Do. 03.01.2019)
Twyfelfontein – Gai-As
205km

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Heute Vormittag war Elefantensafari angesagt. Wir gingen auf die Suche nach Wüstenelefanten und fuhren kurz nach Sonnenaufgang ohne zu frühstücken los. Von einem Guide der Mowani Mountain Lodge hatten wir die Info erhalten, dass wir am ehesten im Huab westlich von de Riet fündig werden.

Wir wählten den Track südlich des Aba Huab, entlang des Airstrips der Twyfelfontein Country Lodge. Unterwegs machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Dam, da sich hier häufig Tiere zum Trinken einfinden. Außer einem Schwarm Flughühner, die sich mit Wasser beluden war aber tote Hose, so dass wir schon bald weiterfuhren.

Bei De Riet fuhren wir ins Flussbett des Huab und 10km weiter westlich wurden wir fündig. Ein stattlicher Bulle lag an der Uferböschung und weitere Elefanten standen weiter hinten in den Büschen.

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Die Elefanten im Hintergrund verschwanden schon bald aus unserem Blickfeld, aber der Bulle blieb liegen. Er wackelte nur hin und wieder mit den Ohren oder bewegte ein wenig den Rüssel. Erwachsene Elefanten legen sich nur für kurze Zeit hin. Normal sind rund 15min., aber nicht länger als 30min. Das wollte ich nutzen und schöne Fotos von einem sich erhebenden Elefanten schießen. Nach 45min. lag der Elefant noch immer und wir begannen uns Sorgen zu machen. Zwischendurch hatte sogar ein Safariwagen 3m neben dem Elefanten angehalten, aber auch dass hatte zu keiner größeren Reaktion des Dickhäuters geführt. War dies nun ein besonders müder Elefant, oder hatte er sich hier hingelegt, um zu sterben?
Die Zeit war schon recht fortgeschritten und wir hatten noch einiges an Strecke vor uns. Wir mussten weiter, beschlossen aber am nächsten Tag unsere Strecke zu ändern und noch einmal hier vorbei zu fahren, um zu sehen, was mit dem Elefanten los war.

Auf dem gleichen Weg wie bei der Hinfahrt ging es zurück nach Twyfelfontein. Wir steuerten noch kurz die Tankstelle der Twyfelfontein Country Lodge an, um unseren Tank wieder randvoll zu machen. Die Tankstelle liegt nicht bei der Lodge, sondern mehrere Kilometer davon entfernt beim Airstrip.

Danach ging es vorbei an der meistüberschätzen Sehenswürdigkeit Namibias, dem Burned Mountain, in Richtung Doros Crater.

Dabei kamen wir an dieser Felsformation vorbei, die wie ein natürlicher Kultplatz für Fruchtbarkeitsrituale aussah.
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Diesmal wollten wir für den Weg zum Ugab eine neue, uns unbekannte Strecke ausprobieren, den Divorce Pass. Der Doros Crater kam schon bald in Sicht. Wir fuhren östlich von Ihm entlang in Richtung Süden.

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Bevor es zum Pass ging machten wir Mittagspause unter einem Schattenbaum. Der knurrende Magen forderte sein Recht.

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Zunächst sah es für lange Zeit nicht so aus, als würde der Pass seinem bedeutungsschwangerem Namen gerecht werden. Das Geläuf war zwar sehr holperig und man hatte den Eindruck der Weg sei mit Ziegelsteinen geschotterte worden, aber das allein macht noch keine anspruchsvolle Strecke aus.

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Die letzten 5 Kilometer bis zum Ugab hatten es dann aber in sich. Das Geröll wurde noch größer, wenn es nicht gleich über große Stufen im gewachsenen Fels ging. Dazu kamen steile Auf- und Abfahrten, bevor es dann als dramatischen Höhepunkt extrem steil hinunter in den Ugab ging. Kurz vor dem Ugab standen wir noch an einem Aussichtspunkt 200m über dem Talgrund und fragten uns wie wir wohl von hier hinunter zum Fluss kommen. Die Frage wurde dann gleich hinter der nächsten Kurve beantwortet und lautete: „In direkter Linie“. Nur wenige hundert Meter Fahrstrecke weiter standen wir schon im Flussbett. Von Vorteil war dabei, dass der Track eine Rinne entlang führt und deshalb keine Absturzgefahr besteht.

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Hier sieht man gut, weshalb auch in solch einem Gelände ein niedriger Luftdruck von Vorteil ist.
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Jetzt kennen wir auch diese Verbindungsstrecke zwischen Ugab und Huab. Wenn man nicht gerade ein 4x4-Enthusiast auf der Suche nach Herausforderungen ist, gibt es keinerlei Grund diese Strecke zu fahren. Die Alternativstrecken über das Save the Rhino Camp oder den Zebracanyon sind schneller, einfacher und landschaftlich schöner. Ich wüsste jedenfalls derzeit keinen Grund den Divorce Pass noch einmal zu fahren.

Die Strecke durch den Ugab bis zum Save the Rhino Camp entpuppt sich dann zu unserer Überraschung als landschaftliches Highlight. Weshalb habe ich noch nirgends gehört und gelesen, wie schön die Fahrt durch den Ugab hier ist. Dabei ist er auch noch ganz einfach zu befahren. Easy going mit einem Geländewagen.

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Beim Save the Rhino Camp biegen wir dann wieder nach Norden ab, um durch die Schlucht mit der Quelle zurück auf die Hochebene zu fahren. Die Sonne steht inzwischen schon tief, so dass die Schlucht komplett im Schatten liegt und sich deshalb keine schönen Fotomotive mehr finden lassen.

Unser Tagesziel, die natürliche Wasserstelle von Gai-As, erreichen wir erst kurz vor Sonnenuntergang. Die Elefantensafari und der Divorce Pass haben mehr Zeit in Anspruch genommen, als geplant. Bei unserem Eintreffen flieht eine kleine Herde Bergzebras. Es verwundert uns nicht, dass die Tiere so scheu sind, denn unweit der Wasserstelle liegt ein relativ frischer Zebrakadaver. Hier waren Löwen oder Hyänen vor nicht allzu langer Zeit erfolgreich.

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Da ich an dem einzigen Wasserloch weit und breit einiges an nächtlichen Aktivitäten erwarte installiere ich unsere Wildtierkamera direkt an der Tränke.

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Nach Installation der Wildtierkamera ziehen wir uns ein paar hundert Meter bis zu den Ruinen zurück, da wir die Tiere nicht durch unsere Anwesenheit vom Besuch des Wasserlochs abhalten wollen. Hier genießen wir den Sundowner und schlagen unser Camp auf.

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Was nach Sonnenuntergang folgt ist die kälteste Nacht dieser Reise. Von der nahe gelegenen Küste weht ein kräftiger, kalter Wind und bläst den Seenebel ins Landesinnere. Es ist dann auch stockfinster. Mond und Sterne werden vom Nebel verschuckt. Ich hätte nicht gedacht, auf dieser Reise mit langer Hose und Windstopper am Lagerfeuer zu sitzen. Es gibt wieder Kalbfleisch, diesmal aber mit Ratatouille.

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Teil 1704. Apr. 2019
15.Tag (Fr. 04.01.2019)
Gai-As - Hoada
270km


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Als wir aufstehen ist es windstill, dafür stehen wir aber im dichten Nebel. Wir frühstücken trotzdem vor Ort und noch währenddessen beginnt der Nebel aufzureißen und die Sonne kommt heraus. Bevor wir starten sammle ich die Wildtierkamera ein. Das Wasserloch hatte diese Nacht Besuch von mehreren Hyänen und einem Schakal.

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Unser erstes Ziel ist Klein Gai-As. Auch hier soll es angeblich eine Wasserstelle geben, die wir aber nicht finden können. Dafür ist das hier eine sehr schöne, geschützte und anscheinend auch beliebte Örtlichkeit zum campen.

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Wir wollen sehen, was aus dem Elefanten von gestern geworden ist. Deshalb fahren wir nicht auf direktem Weg nach Norden zum Huab, sondern zunächst wieder zurück bis zur Kreuzung, an der der Weg nach Süden zum Save the Rhino Camp abzweigt und an der wir nach Norden zum Huab abbiegen. Herrlich diese Strecke zu fahren. Für mich einer der landschaftlichen Höhepunkte im Damaraland. Der schönste Weg vom Ugab zum Huab.

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Der Elefant ist nicht mehr da. War wohl nur ganz besonders müde. Ein wenig ärgere mich allerdings auch, denn ich hab die ganze Zeit vergeblich mit Kamera im Anschlag gesessen und wahrscheinlich ist er sofort aufgestanden, sowie wir losgefahren waren.

Ganz in der Nähe steht ein Steinböckchen im Flussbett.

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Von hier aus wollen wir jetzt im Huab weiter nach Westen fahren, bis wir wieder auf die Piste von Gai-As zur C39 stoßen.

Nach einigen Kilometern stoßen wir auf eine Gruppe Elefanten, die beiderseits der Fahrspur stehen. Wir zählen über 10 Tiere. Da ist erst einmal kein Durchkommen. Als dann auch noch die Leitkuh einen aufdringlichen Bullen in seine Schranken weißt, ist für uns klar, dass wir hier nicht weiterfahren können. Wir möchten es nicht mit einem frustrierten und schlecht gelaunten Bullen zu tun bekommen, der seine Wut an uns auslässt.

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Wir drehen um und suchen eine Umfahrung. Nach ein paar Kilometern findet sich ein Weg, der diesen Flussabschnitt südlich umgeht.

Kurz vor den Huabsümpfen erreichen wir wieder den Fluss. Der Weg führt am Ufer entlang. Es geht durch dichtes Gebüsch und auf dem Track befinden sich jede Menge Elefantenspuren. Hier möchte ich den Dickhäutern nicht begegnen, denn man bemerkt sie wahrscheinlich erst ein paar Meter bevor man in sie rein fährt. Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht und schnell zurücksetzen ist auch so gut wie unmöglich. So ziemlich die ungünstigste Stelle die man sich denken kann, um einem Elefanten zu begegnen. Wir haben aber Glück und treffen keinen.

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Danach wird das Flussbett so schmal, dass der Weg noch einmal für kurze Zeit ins Hinterland führt, bevor es über einen kleinen steilen Pass zurück zum Fluss und zur Furt geht.

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Hier an der Furt kommt uns eine Motorradgruppe von Gravel-Travel entgegen. Ralf führt die Gruppe persönlich. Die Welt ist echt klein, dass wir uns ausgerechnet hier treffen. Ich selbst bin die Motorradtour durch Damaraland und Kaokovelt auch schon zweimal mit Ralf gefahren. Leider können wir nur kurz klönen, denn er muss sich um seine Schützlinge kümmern.

Einige Kilometer hinter der Furt führt ein kurzer Abstecher nach Süden zu einem Aussichtspunkt, den wir für eine verspätete Mittagspause nutzen.

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Die Strecke bis zur C39 zieht sich dann ganz schön hin. Der Track ist einfach, aber nicht schnell zu befahren. Es geht auf weiten Strecken durch rote Fels- und Gerölllandschaften. Man könnte denken, sich auf dem Mars zu befinden.

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Dazwischen zeigen sich aber immer wieder auch Pflanzen, die es schaffen, mit diesen widrigen Lebendbedingungen fertig zu werden.

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Endlich erreichen wir die C39, welche sich genau wie die sich anschließende C40 sehr zügig fahren lässt. Erst als es zum Grootbergpass hoch geht, wird die Piste holperig. Auf diesen Pistenabschnitt ist schon lange kein Grader mehr gefahren.

Hier bekommen wir dann auch das erste Mal etwas von der Regenzeit mit. Direkt nördlich der Piste ist der Himmel pechschwarz und es regnet dort heftig.

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Bei uns bleibt es zwar trocken, aber wir wollen morgen weiter nach Norden und sind gespannt, was uns da erwartet.

Kurz vor Hoada werden wir von einem schwer bewaffneten Polizei-Roadblock aufgehalten. Diese afrikanische Krankheit scheint sich jetzt auch in Namibia auszubreiten. Bislang kannte ich das nur an den Ausfallstraßen von Windhoek, aber diesmal hatten wir das bereits zwischen Walvis Bay und Swakopmund und jetzt schon wieder. Ich frage mich immer, was sich die Polizei von diesen Roadblocks verspricht.

Um 19:00Uhr erreichen wir die Hoada Campsite. Wir bekommen Stellplatz Nr.1, den wahrscheinlich schlechtesten Stellplatz der Campsite. Nicht inmitten der Felsen, sondern am Rande in Sichtweite auf das Staffcamp und in Hörweite des Generators.
Die Sanitäranlagen sind allerdings erste Sahne. Jeder Stellplatz hat seinen eigenen Sanitärbereich und der ist mit viel Liebe zum Detail in die Felsen integriert. Auch Feuerstelle und Spülplatz sind top.
Ich verkrümle mich erst einmal und kraxle im letzten Licht des Tages auf den Felsen umher. Das ist echt nett hier.

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Den ganzen Tag über hatte sich beim Starten immer mal wieder die Batteriewarner gemeldet. Ich habe die Befürchtung, dass wir einen heimlichen Verbraucher haben, der an der Starterbatterie saugt. Aus Sorge, dass der Wagen morgen nicht anspringt, klemme ich die Batterie ab. So kann sie sich zumindest nicht entleeren.

In der Dunkelheit wimmelt es dann von Heuschrecken und Käfern, die sich leider sehr zu uns hingezogen fühlen.
Teil 1805. Apr. 2019
16.Tag (Sa. 05.01.2019)
Hoada – Khowarib
190km


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Wir frühstücken auf der Campsite. Danach räumen wir zusammen und ich klemme die Starterbatterie an. Der Wagen startet dann auch problemlos, aber gleichzeitig gibt der Batteriewächter einen penetranten Dauerton von sich, der auch nicht wieder aufhört. Ich versuche alles Mögliche, aber Elektrik ist ganz klar nicht meine Stärke. Die Handyverbindung ist hier auch so schlecht, dass eine Abstimmung mit Bushlore scheitert. Zwischenzeitlich bin ich soweit, das Kabel zum Batteriewächter zu kappen, traue mich dann aber doch nicht, da ich nicht abschätzen kann, was das für Folgen hätte.

Wir beschließen die legendäre Falkenberg-Garage in Kamanjab aufzusuchen, in der Hoffnung dort schnell und unkompliziert Hilfe zu bekommen. Die Fahrt nach Kamanjab ist die Hölle. Fast eine Stunde lautstarker Tinitus.

Die Falkenberg-Garage hält, was ihr Ruf verspricht. Die Ursache des Problems ist ruckzuck gefunden. Das Relais, welche die 3 Batterien untereinander steuert und eigentlich dafür sorgen soll, dass die Starterbatterie geschont wird, ist durchgebrannt. Dadurch ist es anscheinend zu einer Regelung gekommen, bei der die Starterbatterie als erstes verbraucht wird. Ein passendes Ersatzteil hat Falkenberg nicht auf Lager und ist auch der Meinung, dass die Teile nichts taugen. Als Lösung für unser Problem überbrückt er das Relais. Jetzt sind die 3 Batterien so miteinander verbunden, als wären sie eine große Batterie. Solange wir jeden Tag fahren, sollte das kein Problem sein, wenn das Auto längere Zeit steht, sollen wir nachts den Kühlschrank runterdrehen. Mit 200N$ lies sich der Defekt günstig beheben.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen wir die Werkstatt. Zum einen sind wir natürlich froh, dass uns das Batterieproblem nicht sehr lange aufgehalten hat, zum anderen ist es natürlich sehr schade, dass wir jetzt unsere Tour durch das Kaokovelt umstellen müssen. Ich kann noch nicht abschätzen, wie das jetzt mit der neuen Schaltung der Batterien läuft. Damit ist es mir zu riskant gleich in den nächsten Tagen in den äußersten Nordwesten des Kaokovelts zu fahren und dort wild zu campen. Ich möchte nicht im Hartmannstal stehen und der Wagen springt morgens nicht an. Aus diesem Grund canceln wir das Hartmannstal, bleiben einen Tag länger in Purros und bauen die Epupafälle in unsere Tour mit ein.

Jetzt im Nachhinein bin ich natürlich schlauer und weiß, dass die 3 Batterien so großzügig dimensioniert sind, dass wir problemlos ins Hartmannstal hätten fahren können. Ja, ja, hinterher ist man immer schlauer, aber so haben wir auch für die nächsten Reisen noch Ziele.

Die Planungen für den heutigen Tag wurden durch die Reparatur und den Umweg über Kamanjab natürlich auch über den Haufen geworfen. Eigentlich wollten wir den Otjitheka 4wd Trail fahren, aber dafür ist es uns jetzt zu spät. Vor allem, da wir auch nicht wissen, wie sich die gestrigen Regenfälle auf die Strecke ausgewirkt haben. Somit bleibt auch diese Strecke ein Ziel für zukünftige Reisen.

Wir beschließen, über Kamdescha zum Khowarib 4wd Trail zu fahren und über diesen dann zu unserem heutigen Tagesziel, der Khowarib Lodge.

Vorher tanken wir noch voll. Dabei erkläre ich einem Nuss-Schnitzer erst einmal, dass ich ein höflicher Mensch bin und mich selbstverständlich mit Namen vorstelle, wenn sich mein Gegenüber mir ebenfalls mit Namen vorgestellt hat. Diese Höflichkeit dazu auszunutzen, mir eine Nuss mit meinem Namen aufdrängen zu wollen ist nicht in Ordnung. Dem hat er nichts entgegenzusetzen und wir klönen noch nett, bis der Tank voll ist.

Zuerst sind einige Kilometer Aspalt angesagt und auch danach ist die Piste bis zum Veterinär Gate in Kamdescha ganz passabel. Das Veterinär Gate passieren wir unkontrolliert, denn in unserer Richtung gibt es keine Restriktionen.

Der Khowarib 4wd Trail führt überwiegend durch das Revier des gleichnamigen Flusses. Dieser ist anscheinend nach den letzten Regenfällen gelaufen und am Beginn des Trails sind noch keine Fahrzeugspuren im teilweise schlammigen Flussbett zu sehen. Ich werde ganz sicher nicht das erste Fahrzeug sein, dass den Trail wiedereröffnet und entscheide mich deshalb für die Alternativstrecke durch die Berge und die Serengeti Plains nach Umumbaaitjie am Beginn der Khowarib-Schlucht.

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Die Strecke ist totlangweilig. Es geht die ganze Zeit durch öden Mopanebusch. Hin und wieder kommen wir an kleinen Farmen vorbei. Wovon das Vieh hier lebt ist mir ein Rätsel. Es ist kein einziger Grashalm zu sehen.

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Wenn ich da an die schönen Bilder von Bele, Matthias und den Eulenmuckels vom Otjitheka 4wd Trail denke, ist es schon sehr schaden, dass wir den nicht fahren konnten. Auch die Serengeti Plains werden ihrem Namen nicht gerecht. Zu dieser Jahreszeit ist das nur eine große öde Sandfläche.

Ein Problem stellt die Orientierung dar, denn der Regen hat vielfach die ohnehin nur schwach erkennbaren Spuren verwischt. An anderen Stellen befindet man sich dann in einem Spurenwirrwarr und weiß nicht so recht, welche man nehmen soll.
…und dann ist da noch der Bulldust. Immer wieder kommt man durch Felder dieses puderfeinen Lehms. Da heißt es dann so schnell wie möglich die Fenster hoch und die Belüftung auf Umluft, ansonsten ziert den Innenraum ruckzuck eine dicke Staubschicht. An einer Stelle ist der Bulldust so tief verspurt, dass ich aufsitze. Mit gesperrten Differentialen vorne und hinten gelingt es mir aber zum Glück, den Wagen rauszuschaukeln. Ich darf gar nicht dran denken, wie es wohl ist, seinen Wagen aus Bulldust auszugraben. Danach hat man bestimmt einen Lungenschaden.

Am Beginn der Khowarib-Schlucht stehen wir an einem Hoanib, der ebenfalls vor kurzem gelaufen ist. Ich erkunde den Fluss zu Fuß und stelle fest, dass die noch feuchte und extrem glitschige Lehmschicht an den meisten Stellen nur wenige Zentimeter dick ist und sich darunter fester trockener Sand befindet. Auf T4A können wir erkennen, dass es zwei verschiedene Strecken durch die Schlucht gibt. Die eine Strecke führt durch das Flussbett und die andere am Ufer, quer aber den Fluss häufig.

Wir entscheiden und für die Uferstrecke. Die nächsten Kilometer bin ich dann ordentlich zu Fuß unterwegs. Zum einen kann man bei den Querungen oftmals nicht erkennen, wo der Track am anderen Ufer das Flussbett wieder verlässt und zum anderen will ich die optimale Streckenführung erkunden, um nicht in einem verstecken Schlammloch festzustecken.

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Der Lehm ist nicht nur sehr glitschig, sondern auch extrem klebrig. Nach jedem Erkundungsgang wiegen die Crocs 1kg und der Wagen ist sicher auch um mindestens einen Zentner schwerer geworden.

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Die Querungen muss ich alle mit Schwung fahren, da in dem glitschigen Lehm die Gefahr besteht ansonsten nicht wieder los zu kommen, wenn man erst einmal steht. Die Ausfahrten sind vielfach eng, steil und steinig. Bei einer Ausfahrt hätte der Wagen nicht einen Zentimeter länger oder breiter sein dürfen.

Die Schlucht ist wirklich ein landschaftliches Highlight, vor allem der Ostteil. Da ist die langweilige Zufahrt schnell vergessen. Je weiter man nach Westen kommt, umso seltener werden die Flussquerungen. Dafür fließt hier aber auch noch Wasser.

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Im Westteil der Schucht gibt es dann auch wieder vermehrt Bulldust-Felder und tiefe Spurrinnen. Darin kommt es teilweise zu so starken Verschränkungen, dass ein Rad in der Luft ist.

Am Nachmittag erreichen wir die Khowarib Lodge. Die Campsite liegt im lockeren Mopanebusch oberhalb des Flusses. Man kann sich seinen Stellplatz selbst aussuchen. Wir entscheiden uns für die Nr.4. Jeder Stellplatz hat Wasseranschluss und Strom. Auch das Waschhaus ist top, nur leider geht das kalte Wasser nicht. Warum passiert das nur im Sommer?

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Vor ein paar Tagen hatten wir extra in der Lodge angerufen und uns zum Dinner für den heutigen Abend angemeldet. Jetzt will angeblich niemand mehr etwas davon wissen. Für mich macht es eher den Eindruck, dass man nur für uns nicht kochen will, denn in der Lodge selbst sind derzeit keine Gäste, und die anderen Camper versorgen sich wahrscheinlich selbst. Wir lernen daraus, uns zukünftig immer den Namen der Person geben zu lassen, mit der wir telefonisch etwas vereinbaren.

Ein bisschen peinlich ist der Lodge die Nummer mit dem Dinner schon, denn da wir uns heute selbst verpflegen müssen, bekommen wir dafür kostenlos reichlich Feuerholz gestellt.

Einen wirklichen Sonnenuntergang erlebt man hier in der Schlucht nicht. Die untergehende Sonne zaubert aber ein warmes Licht auf die Felsen.

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Zum Glück haben wir reichlich Grillfleisch dabei und auch beim Gemüse stellt sich noch kein Engpass ein. Wir grillen Rumpsteak und Rinderfilet. Dazu mache ich mal wieder Ratatouille.
Teil 1908. Apr. 2019
17.Tag (So. 06.01.2019)
Khowarib – Palmwag
148km


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Heute hatten wir nicht viel auf dem Programm und ließen uns viel Zeit. Aufgestanden sind wir trotzdem kurz vor Sonnenaufgang. Die Tage sind viel zu kostbar, um sie zu verschlafen.

Die Strecke nach Palmwag ist dann schnell gefahren. Die C43 präsentiert sich in einem super Zustand und nach nur einer Stunde sind wir am Ziel.

Wir checken auf der Campsite der Lodge ein und bekommen zunächst Stellplatz Nr.2 zugewiesen. Der gefällt uns nicht so sehr, da er keinerlei Aussicht hat, was aber gerade heute sehr schön wäre, da wir den größten Teil des Tages auf der Campsite verbringen werden. Ich schaue mich daraufhin ein wenig auf dem Campingplatz um und sehe, dass Stellplatz Nr.5 gerade geräumt wird. Wir Fragen bei der Rezeption ob wir dorthin wechseln können und bekommen das OK. Dieser Stellplatz hat eine eigene Lapa, von der aus man einen weiten Blick in die Natur hat.

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Etliche Stunden verbringen wir hier; lesen oder schauen einfach nur in die Landschaft. Zwischendurch versuche ich mich ein wenig darin Vögel abzulichten. Die wollen aber alle nicht still halten. Besonders lange bin ich hinter einem Paar Bokmakiris her, die permanent in Bewegung sind. Dabei zeigt sich, dass der Autofocus der neuen Kamera tatsächlich so extrem schnell ist, wie behauptet. Nur leider bedeutet das nicht zwingend, dass er auch auf den Vogel fokussiert. Meist ist irgendetwas direkt neben den Vogel scharf.

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Bei den noch kleineren und noch flinkeren Vögeln habe ich an diesem Tag überhaupt keinen Erfolg.

Der Elefant, welcher regelmäßig das Flussbett vor der Campsite besucht, lässt sich während unseres Aufenthalts leider nicht blicken.

Zwischendurch kommt auch ein Mitarbeiter der Lodge vorbei und bietet an, für 100N$ unseren Wagen zu waschen. Mit seiner Patina aus Schlamm und Bulldust ist er in der Tat sehr schmutzig. An und für sich ist mir die Optik erst einmal egal, aber man saut sich ständig selbst ein, wenn man am Auto hantiert. Aus diesem Grund nehmen wir das Angebot gerne an, und es dauert dann auch über eine Stunde, bist der Wagen sauber ist. So sauber war der Wagen letztmals, als wir ihn übernommen haben.

Um 14:00Uhr brechen wir auf in die „Day use Area“ der Palmwag Concession. Unser erstes Ziel ist die van Zyls Gat, eine tief eingeschnittene Klamm, bei der man den Wagen verlassen und ein wenig laufen kann. Hier befinden sich auch permanente Wasserstellen. Wenn hier nach einem starken Regen das Wasser fließt, muss das sehr spektakulär sein. Wir sind aber auch schon im trockenen Zustand sehr zufrieden.

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Unser nächstes Ziel war dann der Aub-Canyon. Auf dem Weg dorthin hielten wir nach Tieren Ausschau. In der Palmwag Concession gehen wir nicht auf die Pirsch nach bestimmten Tierarten, sondern sind froh über jedes Tier, dass wir überhaupt entdecken können. Die Lebensbedingungen sind hier so hart, dass es nicht die Tiermassen mancher Nationalparks zu sehen gibt. Am häufigsten begegnen wir Giraffen.

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Darüber hinaus sehen wir noch Strauße, Springböcke und einen Oryx.

Den Aub-Canyon steuern wir nicht wegen irgendwelcher Tiere, sondern wegen seiner landschaftlichen Schönheit an. Doch genau hier erleben wir unser heutiges Tier-Highlight. Direkt beim Parkplatz stehen zwei Elefanten im hohen Gras. Als sie weiterziehen entdeckt Kathrin, dass sie ein sehr kleines Elefantenbaby mit sich führen, welches vorher komplett im hohen Gras verborgen war. Ich schätze das Kleintier auf maximal eine Woche, was mir ein später hinzukommender Safari-Guide der Lodge bestätigt.

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Die Wege in der Concession sind nur langsam befahrbar und wir haben uns auch ansonsten reichlich Zeit gelassen. Die Sonne steht inzwischen schon tief und wir müssen uns auf den Weg machen. Wegen der Elefanten hatte ich fast vergessen ein Foto vom Aub-Canyon zu machen.

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Wir fahren zum nördlichen Gate, wo wir die Concession auf die C43 verlassen.

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Kurz vor Sonnenuntergang sind wir zurück auf der Campsite.

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Unseren Sundowner gönnen wir uns heute an der Bar mit ihrer schönen Aussichtsterrasse.

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Hier in Palmwag hat die Reservierung zum Dinner geklappt, so dass wir unseren faulen Tag auch beim Abendessen fortsetzen können. Da dass Essen ausgesprochen lecker und reichlich ist, kommt was kommen muss. Ich esse viel zu viel, bis absolut nichts mehr reinpasst. Da spannt der Bauch.

Später kommt auch hier ein kühler Wind auf, was dazu führt, dass erneut der Windstopper zum Einsatz kommt.
Teil 2010. Apr. 2019
18.Tag (Mo. 07.01.2019)
Palmwag – Ganamub
167km


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Beim Frühstück genießen wir den Ausblick von der Lapa. Leider lässt sich der Hauselefant auch heute nicht blicken. Dafür jede Menge Vögel, die aber alle nicht still halten.

Nach dem Frühstück tanken wir den Wagen noch einmal voll und los geht es in die Palmwag Concession.

Wie gestern sehen wir nur sporadisch Tiere.

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Je weiter wir auf dem Crowthers Trail nach Westen gelangen, umso trockener wird die Landschaft und umso seltener werden die Tiere. Zu Anfang sehen wir noch viele Elefantenspuren auf dem Track, von den Verursachern jedoch keine Spur.

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Hin und wieder kommen wir an Quellen vorbei, die mit ihrem frisch grünen Pflanzenbewuchs deutlich ins Auge fallen.

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Obwohl wir uns der Küste nähern, wird es recht schnell sehr heiß. Die Luft ist am flimmern und wenn man jetzt in größerer Entfernung Tiere entdeckt, hilft einem auch ein gutes Tele nicht weiter, da durch die flimmernde Luft keine scharfen Aufnahmen möglich sind.

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In Mitten einer völlig vegetationslosen Schotterebene treffen wir auf eine Giraffe mit Jungtier. Da fragt man sich, was die hier machen.

Dort wo sich der Weg nach Norden wendet, befindet sich ein exzellenter Aussichtshügel neben dem Weg. Wir fahren die steile Auffahrt zu einer kurzen Pause hoch und genießen den Blick in die Ferne.

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Bald darauf treffen wir auf eine große Gruppe Strauße. Erstaunlich wo noch überall Tiere leben können.

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Dann verschwindet auch das letzte bisschen Vegetation. Wir erleben Wüste pur.

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Über uns kreisen die Geier. Ob die hoffen, dass unser Auto schlapp macht?

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Auch hier ist die Qualität des Fotos grenzwertig. Durch die flimmernde Luft ist einfach kein wirklich scharfes Foto möglich.

Insgesamt habe ich den Eindruck, der Crowthers Trail hat an Beliebtheit gewonnen. Uns kommen an diesem Tag insgesamt 4 Fahrzeuge entgegen. Auch das Wellblech hat zugenommen und die steilen Auffahrten sind wesentlich ausgefahrener als ich es in Erinnerung hatte.

Als wir den Einzugsbereich des Mudorib erreichen wird es wieder grüner und wir machen erst einmal eine späte Mittagspause.

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Im Unterlauf des Mudorib halten sich wie immer viele Giraffen auf.

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Das Wasserloch an der Einmündung in den Hoanib ist dagegen verwaist.

Auch dieses Mal hat mir der Crowthers Trail wieder sehr gut gefallen. Die Strecke ist zwar recht einsam und sehr abseits gelegen, stellt fahrerisch und hinsichtlich der Orientierung aber keine großen Anforderungen. Gerade letzteres ist durch die vor kurzen erneuerte Beschilderung noch einfacher geworden. Nicht nur in der day visitors area, sondern auch im Rest der Concession.

Kaum sind wir im Hoanib, entdecken wir auf dem nördlichen Hochufer einen stattlichen Elefantenbullen. Da er oben auf dem Steilufer steht können wir sehr Dicht an Ihn heranfahren, ohne das er uns gefährlich werden kann. Das gibt ungewohnte Bilder aus der Froschperspektive. Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass der Bulle ein wenig verstimmt ist, uns nicht scheuchen zu können.

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Der Hoanib präsentiert sich so schön wie eh und je. Mit seinen großen, häufig solitär stehenden, Bäumen wirkt es fast wie eine Parklandschaft.

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Tiere sehen wir allerdings kaum. Erst kurz vor de Port treffen wir wieder auf eine Gruppe Elefanten. Die sind sehr entspannt und so können wir schon bald im breiten Flussbett die kleine Herde passieren.

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Hinsichtlich der Elefantensichtungen in den Trockenflüssen können wir uns diesmal wirklich nicht beschweren. Wir haben fast den Eindruck, die Dickhäuter sind die am häufigsten vorkommenden Tiere im Nordwesten Namibias.

Gleich nach den Felsenengpass von de Port biegen wir nach norden in den Ganamub ab.

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Hier finden wir schon bald den perfekten Übernachtungsplatz. Für mich einer der schönsten Übernachtungsplätze in Namibia überhaupt. Die an einen Berghang angewehte Düne mit einem kleinen Plateau ist perfekt, um hier die Nacht zu verbringen. Von hier aus hat man einen weiten Panoramablick über die Mündung des Ganamub in den Hoanib. Als Untergrund gibt es warmen weichen Sand. Keine dornigen Planzen oder scharfkantigen Steine weit und breit. Meine Schuhe bleiben hier die ganze Zeit im Auto.

Bevor ich es mir gemütlich mache, kümmere ich mich noch um das Solarpaneel. Das ist vom Staub und Dreck der letzten Tage ziemlich verdreckt und in der Leistung eingeschränkt. Da ist putzen angesagt.

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Bis zum Sonnenuntergang genießen wir einfach nur die Weite, Stille und Einsamkeit dieses einmaligen Ortes.
Mit Beginn der Dämmerung entzünde ich dann das Lagerfeuer und beginne mit der Zubereitung des Abendessens. Es gibt Gamefilet mit Gemüsereis. Kochen und Grillen ist meine Aufgabe. Danach habe ich dann Feierabend und kann mich meinem Reisetagebuch widmen, währen sich Kathrin um den Abwasch kümmert. Über die Jahrzehnte sind Kathrin und ich ein beim Camping perfekt aufeinander abgestimmtes Team geworden.

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In einem anderen Reisebericht ging es ja vor kurzem auch um die beste Konfiguration der Campsite in der Wildnis. Auf diesem Foto könnt Ihr unseren bevorzugten Campaufbau erkennen. So hat man den Wagen im Rücken. Küche, Kühlschrank und Licht jederzeit zur Hand und einen schönen Blick auf das Lagerfeuer, welches die nähere Umgebung beleuchtet.

Dies wird die erste Nacht ohne externen Strom, nach der Reparatur. Somit gehen wir mit dem ungewissen Gefühl zu Bett, ob der Wagen am nächsten Morgen anspringt.

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