Kaoko Bush Adventure Light – The Journey is the Destination
Der Bericht ist wie immer gesonnt, um Kommentare auszublenden
Liebe Fomis,
im Januar war es endlich wieder soweit! Eine zweite Auflage „Bush Adventure Light“ in altbewährter Besetzung – nach unserem ersten gemeinsamen Botswana Trip mit lieben Freunden soll es nun in den Nordwesten Namibias gehen.
Ganz nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ ging es primär um ganz viel Landschaft, Stille, Weite und Abenteuerfeeling „light“.
Die letzte Woche vor der Abreise hatte für uns noch ein paar mehr als unerfreuliche Nachrichten parat – es rumpelte gewaltig vor unserer Rumpeltour durch das Kaokoveld – dazu aber im nächsten Kapitel mehr.
Auch auf dieser Reise haben wir für Tier- und Vogelliebhaber wenig bis gar nix zu bieten – was uns aber weder überrascht noch enttäuscht hat. Die wenigen Begegnungen mit der Tierwelt im Norden Namibias die uns letztlich doch vergönnt waren, haben uns umso mehr berührt – vor allem aber meist ganz exklusiv ohne weitere Zaungäste.
Überhaupt waren wir überwiegend sehr einsam unterwegs, nur an wenigen Orten waren außer uns noch weitere Touristen anzutreffen. Sowohl für die Campsites als auch die Unterkünfte hatten wir meistens ein Abo auf Einsamkeit.
Die Begegnungen mit den Himba an allen möglichen und unmöglichen Orten haben wir sehr zwiespältig erlebt. Von freundlich-interessiert bis hin zu doch auch sehr befremdlichen Begegnungen haben wir so ziemlich alle Facetten erlebt. Vermutlich fahren doch nicht wenige Touristen nach dem Motto „Kamelle! Strüßjer!“ durch diese Gegenden.
Gefahren sind wir ziemlich genau 3.028 Kilometer mit Durchschnittsgeschwindigkeiten zwischen 21,5 km/h – 89,7 km/h. Einige Etappen hielten sehr lange Fahrtage für uns bereit – anstrengend oder gar langweilig wurde es aber nie.
Auf unserer Route durchqueren wir Riviere mal feucht mal trocken, sandige bis tiefsandige Passagen, Gravel mal besser mal schlechter, erklimmen Bergketten und Hochebenen vereinzelt gespickt mit steilen und ausgewaschenen Felsstufen, manövrieren entlang enger Fahrspuren mit scharfkantigen Steinen und wenn es gar nicht anders geht, nehmen wir hin und wieder auch mal Teer unter die Räder.
Die Temperaturen können durchaus als schwankend bezeichnet werden. Von kühlen, leicht frösteligen Abenden und Nächten, über sintflutartige Regenfälle, fein-staubigste Trockenheit bis zu schwül-subtropischer Wärme hielt der Wettergott so ziemlich alle Facetten für uns bereit.
Unsere Stationen im Überblick
14.01. Flug mit SAA über JBO nach Windhuk 15.01. Windhuk Olive Grove Guesthouse 16.01. Spitzkoppe Campsite 17.01. Messum Krater Wild Camp 18.01. Brandberg White Lady Lodge Campsite 19.01. Etosha Roadside Halt Campsite 20.01. Kunene River Lodge Campsite 21.01. Epupa Falls Omarunga Campsite 22.01. Epupa Falls Omarunga Campsite 23.01. Oromukandi Campsite (noch nicht ganz fertiggestellt) 24.01. Etambura 25.01. Camp Synchro Campsite 26.01 Hoarusib Wild Camp 27.01. Irgendwo zwischen Tsuxab River und Gainas Plains Wild Camp 28.01. Hoanib Valley Camp 29.01. Khowarib Lodge Campsite 30.01. Onjowewe Campsite 31.01. Okonjima African Villa 01.02. Erindi Camp Elephant 02.02. Rückflug SAA über JBO nach Frankfurt
Sodele - der Anfang ist gemacht und der Druck ist aufgebaut – ich habe mir ernsthaft vorgenommen, mich dieses Mal möglichst kurz und bündig zu halten 😗
Wenn Ihr also Lust habt, Euch unserem gut gelaunten Haufen anzuschließen, dann seid Ihr herzlich eingeladen uns auf unserem betreuten Abenteuer durch den Nordwesten zu begleiten.
Stellt Euch auf staubige und rumpelige Tage ein - Plagegeister in Form von lästigen Mopane-Fliegen oder Moskitos gilt es vereinzelt zu ertragen.
Für üppige, leckere Mahlzeiten sowie reichlich flüssige Nahrung in Form von Softs, Bier, GT, einem kleinen Weinsortiment, Amarula und Jägermeister sorgen die wechselnden Chefs und Barkeeper.
KAREPO NAUA!
Sabine
Teil 206. Feb. 2019
Prolog – Ein rumpeliger Start ins Abenteuer
Im August 2017 – direkt nach der Rückkehr von unserem Botswana Bush Adventure stand die Entscheidung fest! Wir wollen gemeinsam mit Adi & Rentia ins Kaokoveld 🤩!
Adi überlassen wir überwiegend die Planung der Tour – ein klein wenig Input meinerseits gab bei unserem Treffen im KTP im Februar letzten Jahres. Von dort aus sind die beiden kurz nach unserem Treffen zur Erkundungstour in den Nordwesten gestartet und haben die ein oder andere Strecke sowie Campsites und Unterkünfte genaustens inspiziert und ausgewählt.
Die daraus entstandene Routenplanung wurde für gut befunden und wir hatten eigentlich nichts mehr weiter zu tun, als uns der Vorfreude zu widmen und unseren Menuplan für je 3 Abendessen pro Paar auszuarbeiten 😗.
Leider gab es kurz vor der Abreise für uns unerfreuliche Nachrichten zu verkraften 🙁.
Eine Woche vor unserem Abflug mussten unsere Freunde Katja & Alex die Reise aus gesundheitlichen Gründen absagen. In Gedanken sind die beiden mit uns gereist und wir hoffen sehr, dass sie beim nächsten Mal wieder dabei sein können. Alle Daumen sind feste gedrückt 😘 !
Dann vier Tage vor unserem geplanten Abflug erreicht uns die Nachricht des geplanten Streiks des Sicherheitspersonals am Flughafen Frankfurt 😈. Leicht beunruhigt schmieden wir schon mal Plan A, B und C. Dank Verdi und Fraukes besonders gutem Draht zu SAA durften wir tatsächlich einen Tag früher als geplant in den Flieger steigen 🙄.
Glück im Unglück, dennoch hat dieser Umstand aufgrund der sehr kurzfristigen Vorverlegung zu einem recht turbulenten Wochenende und ziemlich stressigen montäglichen Arbeitstag beigetragen. Sonntags wurde vorsorglich schon alles gepackt und am Montagmorgen gegen 10.00 Uhr haben wir dann das OK für den Abflug am gleichen Abend erhalten.
Ziemlich atemlos und erschöpft hetzen wir nach pflichtbewusst verrichtetem Dienst Richtung Flughafen, nachdem ich noch eben schnell zwei Zimmer im Olive Grove Guesthouse für die ungeplante Nacht ohne Dachzelt in Windhuk klar gemacht habe.
All's Well That Ends Well!
Etwas desolat, jedoch überglücklich landen wir also einen Tag früher als geplant in Windhuk und installieren uns im Olive Grove.
Um die Lebensmitteleinkäufe müssen wir uns glücklicherweise nicht kümmern. Das haben Adi & Rentia für uns bereits alles erledigt 😘. Da auch wir dieses Mal den Potjielöffel schwingen, wurde eine entsprechende Zutatenliste im Vorfeld an den Versorgungstrupp geschickt. Sämtliche Fleischwaren wurden auf meine Empfehlung hin bei der Klein Windhoek Schlachterei bestellt. Unsere südafrikanischen Freunde waren für diesen Tipp sehr dankbar, denn aufgrund der Maul- und Klauenseuche hätten sie nicht ein Fitzelchen Fleisch über die Grenze aus SA kommend einführen können. Soviel schon vorab: Die Qualität, der Service und die Preise sind 5 Sterne wert!
Gegen 18.00 Uhr ist es dann endlich soweit – große Wiedersehensfreude 🤩! Gemeinsam machen uns auf den kurzen Weg ins Joe’s. Dort ist es herrlich ruhig und das Abendessen schmeckt hervorragend. Wir haben natürlich viel zu erzählen und so vergeht dieser erste Tag wie im Flug.
Cheers!
Morgen übernehmen wir nach dem Frühstück die Autos und dann geht es endlich auf Pad 🤩 !
KAREPO NAUA!
Sabine
Teil 307. Feb. 2019
The Adventure Begins
Nach einem hervorragenden Frühstück geht es direkt zu Safari Car Rental, wo wir bereits erwartet werden.
Es folgt eine ausführliche Einweisung in unsere beiden Toyota Hilux Expedition 2.8TD beides 2018er Modelle.
Parallel läuft das Verstauen von Lebensmitteln und allem was man sonst so braucht.
(Foto: Adi)
Getränke sind noch nicht an Bord – die besorgen wir später in Okahandja.
Begrüßungsgeschenke von Adi & Rentia 😘 :
Inklusive persönlicher "Bedienungsanleitung" 😛
Pickepacke-vollgepackt verlassen wir den Hof. Auf Empfehlung des Chefs von Safari Car Hire nehmen wir die Gravel „hintenrum“ Richtung Okhandja. Am Wegesrand erblicken wir sattes Grün und die ersten Vierbeiner hinter den Zäunen der Farmen. So richtig in Fotografierlaune sind wir offensichtlich alle noch nicht – daher gibt es von mir 0 Fotos und von Frauke 1 Handyfoto 🙄.
(Foto: Frauke)
Einmal einen Abzweig verpasst kommen noch ein paar Extrakilometer auf die Uhr 😵. Wir passieren die Kivo-Lodge - sieht großartig aus – war da schon mal jemand?? Und irgendwo im Nirgendwo stoppen wir irgendwann zum Lunch am Straßenrand im Schatten eines Baumes.
Angekommen in Okahandja erledigen wir den Getränkegroßeinkauf – die Mitarbeiter im Bottleshop machen große Augen 🤩 – etliche Paletten wandern über die Ladentheke auf unsere Ladeflächen 🤪.
Weiter geht es auf der B2 Richtung Karibib/Usakos – hinter und neben uns braut sich ein gewaltiges Unwetter zusammen und kurze Zeit später öffnet der Himmel seine Schleusen 😮.
(Foto: Frauke)
(Foto: Frauke)
Armin beäugt unsere ganz leicht mitschwingende Motorhaube kritisch 😕 - nach flüchtiger Inspektion stellen wir den leicht gelockerten Kühlergrill provisorisch mit einem Holzstöckchen ruhig 😮.
Kurz vor dem Abzweig zur Spitzkoppe versucht uns ein gestrandeter Autofahrer zu stoppen, womöglich eine Panne, oder doch nicht? Aufgrund der jüngsten Ereignisse bezüglich vorgetäuschter Pannen entscheiden wir uns zu passieren. Wenn dieser Pechvogel keine bösen Absichten hatte, dann tut es uns aufrichtig leid dafür 😐.
Anfahrt zur Spitzkoppe – den Wolkenbruch haben wir zwischenzeitlich hinter uns gelassen.
Die Granitformation ist mehr als imposant....
... und lädt zu einem Fotoshooting ein 😛
Was die Wahl der Campsites betrifft, haben wir die Qual der Wahl 🤪. Nur drei sind belegt und aufgrund des kühlen Windes von der Küste kommend suchen wir uns ein windgeschütztes Plätzchen mit schöner Aussicht. Die 11B wird es werden – wie wir finden ein schönes Plätzchen.
Die Campsite erreichen wir gerade noch rechtzeitig für ein paar Fotos im schönen Abendlicht.
Bald zeigt sich der Mond am Abendhimmel.
Der Schlenker „hintenrum“ hat doch mehr Zeit gekostet als gedacht und für eine Klettertour ist es leider schon zu spät.
Nach Sonnenuntergang wird es empfindlich ungemütlich. Es ist kalt, ziemlich windig und vereinzelte Regentropfen stören uns beim Kochen 😵.
Die Küche verlagern wir kurzerhand in einen geschützten Bereich in einem Felsspalt. Rechtzeitig zum Abendessen hört zwar das Getröpfel auf aber der Wind macht das Ganze doch recht ungemütlich 🤢, so dass wir auch unser Esszimmer zwischen Auto und Felsen verlagern.
In der Küche waren Adi&Rentia „on Duty“ und kredenzen herrlich leckere Spareribs mit Süßkartoffeln und Salat. Als Dessert wird Schokomousse gereicht.
Unsere Fahrstatistik des heutigen Streckenabschnittes:
Durch den zusätzlich gewonnenen Tag hat Adi für uns morgen einen Schlenker über Henties Bay mit Ziel Brandberg Elephant Camp anvisiert – das wird sich noch als eine wichtige und richtige Entscheidung herausstellen 😗.
Teil 408. Feb. 2019
Höhen und Tiefen
Nach einem schnellen Kaffee mit Rusks machen wir uns auf, die uns umgebende Felsformation zu erklimmen. Fast schon einen Tick zu spät – die Sonne brennt unbarmherzig und das Licht ist für schöne Aufnahmen schon viel zu harsch.
Der Aufstieg sieht leichter aus, als gedacht – festes Schuhwerk ist dringend empfohlen.
Dafür werden wir mit grandiosen Aussichten belohnt.
Foto: Adi
Wer findet die Campsite?
Ein interessantes Fundstück – Krokodile an der Spitzkoppe 😗
Während Adi, Frauke und Gerald noch den Sattel erklimmen, mache ich mit gemeinsam mit Armin und Rentia wieder an den Abstieg.
Für meinen Geschmack sind wir schon ziemlich weit oben angelangt und das Klettern erfordert Aufmerksamkeit.
Bevor wir zur Weiterfahrt aufbrechen, genehmigen wir uns ein 2. Frühstück mit zutraulichen Zaungästen. Dankbare Ground Squirrel versorgen wir mit Nüssen und Wasser. Dann packen wir unsere Siebensachen und rollen weiter in einen noch ziemlich aufregenden Tag.
An einer Kreuzung im Nirgendwo …..
Nach einem kurzen Stopp mit Tanzeinlage an der Grenze zum Dorob Nationalpark erreichen wir dann Heinties Bay.
Foto: Adi
Dort füllen wir die Wasserkanister randvoll, besorgen reichlich Feuerholz und noch ein paar Getränke und fahren die Tankstelle an. Die Doppeltanks werden ebenfalls randvoll aufgefüllt und Armin möchte die immer noch leicht schwebende Motorhaube etwas genauer inspizieren 😗.
Diese lässt sich zunächst auch mit Hilfe der Tankwarte nicht öffnen – ein Passant scheint das Problem zu kennen und es gelingt einen Blick unter die Motorhaube zu werfen.
Ganz offensichtlich ist die Halterung ebendieser zwei Stockwerke tiefer gelandet und baumelt nun funktionslos hinter dem Kühlergrill 🤢. Schöne Sch….. 😈 – so können wir in keinem Fall weiterfahren.
Während wir noch ziemlich fassungslos in die Tiefen des Motorraumes blicken, fällt uns aus dem Augenwinkel auf, dass der zweite Wagen nach dem Tanken eine Inkontinenz aufweist 😵.
Die beiden Mietwagen benötigen also dringendst eine Werkstatt. Ein kurzes Telefonat mit dem Vermieter – Glück im Unglück: die Werkstatt ist genau auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Wir rollen also auf kurzem Weg auf den Hof und der Chef kommt persönlich angefahren, um sich das Desaster näher anzuschauen.
Nach kurzer Inspektion stellt sich heraus, dass sämtliche Schrauben der Motorhaubenhalterung spurlos verschwunden sind und außerdem eine Plastikhalterung komplett zerstört ist 😣. Da wir noch keine wirklich ruppigen Strecken gefahren sind, ist es nahezu unerklärlich, wie das passieren konnte. Die echten Herausforderungen haben die Wagen ja erst noch vor sich.
Wie auch immer weiß man sich hier zu helfen und nach kurzer Zeit ist das Teil wieder fest. Nicht auszumalen, was alles passieren hätte können, wenn uns das Ding während der Fahrt plötzlich entgegengekommen wäre 😮.
Nachdem Wagen 1 wieder straßentauglich ist, folgt die nächste Hiobsbotschaft: am zweiten Wagen ist tatsächlich die Benzinleitung leck 😈.
Insgesamt ziehen sich die Operationen gewaltig, zwischendurch überdenken wir schon mal Plan B und C – eine Übernachtung in Hentiesbay wollen wir nur im absoluten Notfall überhaupt in Erwägung ziehen 😠.
Rentia und ich nutzen die Zeit und Schmieren Brötchen in der Hoffnung, dass wir heute hier dann doch noch irgendwie weiterkommen.
Ob und wie es für uns heute noch weitergeht, erfahrt Ihr dann im nächsten Kapitelchen. Stay tuned!
Teil 509. Feb. 2019
Just like the Moon
*Immer noch Tag 2*
Nach zweimaligem Kürzen der Benzinleitung und einigem an Benzinverlust – der arme Mechaniker hat eine ganze Ladung Diesel abbekommen 😣 - ist aber auch diese wieder dicht.
Nach gut zweistündigem Delay können wir glücklicherweise dann doch endlich die Salzpad grobe Richtung Cape Cross unter die Räder nehmen.
Die Robbenkolonie steuern wir aus diversen Gründen nicht an, primär sitzt uns aber die Zeit im Nacken.
Kurz nach dem Abzweig Richtung Messum Krater läuft die Pad entlang einem Feld voller interessanter und ökologisch hochsensibler Flechten.
Foto: Adi
Daher bitte niemals die Piste verlassen und schauen wohin man tritt !!
Kurz darauf gilt es noch die riesigen und unzähligen Welwitschia Mirabilis am Wegesrand zu bestaunen.
Die Pad ist richtig mies – übelstes Wellblech 🙄 – wir kommen nur sehr langsam voran und beschließen daher, die Nacht irgendwo im Krater zu verbringen.
Bis zum Brandberg Elephant Camp ist es noch weit und zäh – Nachtfahrten sind weder erlaubt noch von uns gewünscht. So in etwa könnte es auf dem Mond aussehen. Warum also ins Weltall schweifen…. 😗
In der Kargheit der Landschaft machen wir in sehr, sehr weiter Ferne einen einsamen Schakal aus – keine Ahnung, von was der arme Kerl sich hier ernährt 😮.
Wir passieren den Aussichtspunkt in den Krater und machen uns bald auf die Suche nach einem geeigneten Plätzchen, um unser Camp aufzuschlagen.
Frauke erkundet derweil als Spähtrupp die Gegend schon mal zu Fuß 😄.
Ganz so einfach gestaltet sich dieses Unterfangen nicht - wir müssen ziemlich lange suchen.
Tatsächlich gibt es hier rund um eine Erhebung gleich mehrere Stellen, die als wilde Campsite geeignet und in den einschlägigen Navigationssystemen als solche markiert sind.
Und auf der Suche nach einem möglichst windgeschützten Ort stoßen wir hier doch tatsächlich auf einen einsamen einzelnen Camper im Bodenzelt.
Auch wir finden bald eine geeignete Stelle für unser Nachtlager. Gleich hier um die Ecke werden wir uns installieren.
Gar nicht so übel unser Plätzchen in der Mondlandschaft 😎.
Die Aussicht und die Abgeschiedenheit zumindest sind grandios.
Allerdings alles andere als windgeschützt und nachdem die Sonne untergegangen ist, wird es empfindlich kalt 🤢. Glücklicherweise haben wir unsere Winterjacken dabei 😗.
Der Küstenwind bläst unerbittlich und dreht im Minutentakt 😵 - demzufolge spät wird es mit dem unter widrigen Umständen Aufbau des Camps und zubereiteten Nachtmahls.
Frauke und Gerald zaubern unter schwersten Bedingungen ganz ausgezeichnete Schweinekoteletts mit Zitronen-Kartoffelpüree und Salat. Marshmallows aus dem wärmenden Feuer versüßen den kalt-ungemütlichen Abend.
Dennoch harren wir noch eine ganze Weile am wärmenden Lagerfeuer aus.
Genießen die Stille und die unwirkliche Umgebung.
In dieser völlig offenen und unwirklichen Szenerie wird mir schon ein wenig mulmig, als wir dann ziemlich spät ins Dachzelt krabbeln 😕. Zumal der stetige Wind kräftig an unserem Canvas zerrt und merkwürdige Geräusche die Stille durchbrechen 😮. Ich werde das Gefühl nicht los, dass es sich mehrere Rock-Dassies auf unserem Zelt gemütlich machen. Irgendwann bin ich zu müde, um meinen Phantasien weiter freien Lauf zu lassen und schlafe über das Kruschpeln an - oder doch auf - unserem Zelt ein.
Unsere Fahrstatistik des heutigen Streckenabschnittes:
Morgen verlassen wir den Messum Krater mit dem Ziel „Mount Messum“
Teil 610. Feb. 2019
Die Wüste lebt! Vom Messum Krater zum Brandbergmassiv
Morgenstund hat Gold im Mund und Frühsport ist angesagt.
Foto: Adi
Mangels sanitärer Anlagen gibt es vor der körperlichen Betätigung eine Katzenwäsche inklusive Freilufttoilette. Man beachte hierbei, dass keinerlei Spuren derselbigen Aktivitäten späteren Besuchern des Ortes ins Auge fallen 😛
Die kleine Anhöhe im Rücken der Campsite ist schnell erklommen. Leider ist es heute küstenneblig-trüb - dennoch sind die Aussichten wunderbar.
Unsere Campsite von oben – mit etwas körperlicher Betätigung gelingen solche Aufnahmen auch ohne Drohneneinsatz 😛.
Und es finden sich Zeichen von Leben in einer augenscheinlich lebensfeindlichen Umgebung.
Auch hier hat es interessante Felsformationen, die in schönem Licht sicher schöne Motive abgeben würden.
Auch am Fuße der Anhöhe findet sich so allerlei botanisch Interessantes.
Welwitschia
Ein gelb-blühender Blütenteppich (Zygophyllum simplex - Danke Maddy) scheint mehr als unwirklich in der kargen Wüstenlandschaft.
Citrullus ecirrhosus - Namib Tsamma (Danke Simone und Maddy)
Dann verlassen wir diesen unwirklichen, magischen Ort. Aber nicht ohne noch einmal die kleine Erhebung, die uns als Übernachtungsplatz gedient hat, zu umrunden.
Foto: Adi
Foto: Adi
Unterwegs finden wir zwar Spuren von Leben – jedoch zeigt sich nur eine Gruppe Rüppell's Korhaan – und diese aufgrund ihrer exzellenten Tarnung nur äußerst schwer zu erkennen und noch schwerer abzulichten 🤢.
Unser Weg führt uns durch endlose Weiten und unterschiedlichstes Terrain.
Wir umrunden das Brandbergmassiv mit dem höchsten Berg Namibias quasi ½ - mal und finden uns nach einer ziemlich ereignislosen Fahrt recht früh an der White Lady Lodge CS ein.
Auch hier ist absolut nichts los und wer die Wahl hat, hat die Qual 😎. Es dauert eine Weile, bis wir die „richtige“ Campsite für uns ausgewählt haben und uns installieren.
Hier herrscht reger Nutztierverkehr – überwiegend Kühe streifen durch das Gelände und auf dem Weg von den Ablutions zurück zur Campsite sollte man keine Angst vor Hornträgern haben 😗.
Den kleinen Sichtungstrunk von Konni und Silke leeren wir in guter Hoffnung auf Wüstenelefanten, die sich hier in der Gegend ja rumtreiben sollen 😄
Für heute war dieser Gelbschnabeltoko der einzige Sichtungserfolg.
Gegen lästige Mopane-Fliegen soll dieses Outfit helfen 🤩 – noch wird es aber nicht benötigt 😗.
Armin und ich schwingen heute den Kochlöffel und haben alle Hände voll zu tun. Butternut will ausgehöhlt und mit allerlei frischen Zutaten gefüllt werden. Das Feuer wird entfacht für ein zünftiges Braai.
Foto: Adi
Wir versuchen uns an Rinderfilet mit gefülltem Butternut. Zum Dessert sind Schokobananen geplant.
Der Tisch ist schon mal gedeckt.
Magische Abendstimmung im Camp - die untergehende Sonne färbt den Abendhimmel blutrot.
Rechtzeitig zum Abendessen frischt der Wind wieder auf und es folgt ein weiteres stürmisches Dinner 😈 . Aber pünktlich nach dem Abendessen verabschiedet sich der Wind und wir lassen den Tag am Feuer Revue passieren.
Zu später Stunde gesellen sich die Angestellten der Lodge zu uns und untermalen die Lagerfeuerromantik mit sehr eigenen und witzigen Interpretationen von Damara-Gesängen.
Unsere Fahrstatistik des heutigen Streckenabschnittes:
Wir sind schon sehr gespannt, was der morgige Tag für uns bereithalten wird. Noch vor Sonnenaufgang wollen wir im Ugab River den Spuren der Wüstenelefanten folgen – auch wenn sie zu dieser Zeit eigentlich schon weiter nördlich unterwegs sein sollen.
Teil 711. Feb. 2019
Nichts als Haut und Knochen
Noch vor Sonnenaufgang klettern wir aus den Zelten.
Und mit der aufgehenden Sonne verlassen wir das Camp in das Ugab River.
Foto: Frauke
Wir hoffen, Spuren von Wüstenelefanten zu finden und im besten Falle auch auf eben diese zu treffen.
Schon bald werden wir fündig – ein Friedhof von Haut und imposanten Knochen.
Wir setzen unsere Fahrt durch den Ugab fort und stoßen auf eine Art Wehr, das es zu umfahren gilt. Die Umfahrung ist relativ schmal und steinig. Die Fotos wurden noch vor der leicht kniffligen Stelle aufgenommen.
Foto: Frauke
Direkt danach finden wir uns plötzlich in einem unwirklich grünen Gelände wieder und vereinzelt sind sogar lilienartige Blüten entdecken.
Nachdem wir den Ugab verlassen haben, folgt eine mehr als eintönig langweilige Fahrt auf der gut geschobenen C35. Selbst mir als Fahrer drohen mehr als einmal die Augen zuzufallen 🤨.
Ein Brunch mit Tee und Kaffee am Straßenrand erweckt die Lebensgeister. Ein gutes Stück vor Kamanjab vermeldet Adi über Funk, dass einer seiner Reifen drastisch Druck verliert und es folgt eine weitere Zwangspause auf der der Pad in glühender Hitze 🤢.
Foto: Frauke
Während Adi und die Männer mit der Reparatur des Reifens beschäftigt sind, nähert sich aus dem Nichts ein junger Mann, der uns irgendwie sonderbar vorkommt 😕. Er beobachtet uns verstohlen aus der Ferne und tippselt auf seinem Handy herum – vielleicht ja um seine Kumpels zu aktivieren 😵? Ja, die Berichte hier im Forum lassen uns – vielleicht ungerechtfertigt – misstrauisch werden. Doch noch bevor es zu einem Zusammentreffen kommt, ist der Reifen wieder fahrbereit und wir ziehen weiter.
Wir erreichen das kleine Örtchen Kamanjab. Glücklicherweise gibt es hier eine Reifenreparaturwerkstatt und ein sehr nettes Kaffee direkt nebenan. Während wir bei Brigitte im Schatten der schönen Veranda Kaffee und Tee genießen, lässt Adi seinen Reifen prüfen. Eine weitere Reparatur ist nicht notwendig – daher kann es auch zügig weitergehen.
An einer kleineren Tankstelle um die Ecke in Kamanjab nutzen wir die schnelle Gelegenheit unsere Reifen mit Luft aufzufüllen, denn für die nächsten Tage geht es weiter auf Teer. Da es an der Tankstelle wesentlich schneller geht als mit dem Kompressor bietet sich dieser kurze Pit-Stop an.
Allerdings lungern um diese Tankstelle extrem viele und nervige Souvenirverkäufer herum. Ein „Nein“ wird nur nach etlichen Versuchen – wenn überhaupt – akzeptiert. Nicht, dass man mich jetzt falsch versteht: Ich habe selbstverständlich nichts dagegen, dass die Leute mit redlicher Arbeit versuchen ihr Geld zu verdienen – das ist allemal besser als Betteln (was uns auf dieser Reise ungewohnt häufig vorgekommen ist) oder gar kriminelle Energie zu entwickeln. Aber ein höfliches „Nein Danke“ sollte dann auch irgendwann einmal akzeptiert werden.
Weiter geht es auf der nun geteerten C35 und schon bald erreichen wir den Zaun um den Etosha NP. Dieser ist in einem erbärmlichen Zustand 😗 – das viele Geld für die Errichtung des Zauns hätte man entweder besser investieren können oder aber es sollte für die Instandhaltung dann eben auch Sorge getragen werden.
Wir biegen ein zum Etosha Roadside Halt (vormals Hobatere) und werden gebührend von einer Giraffe begrüßt.
Foto: Gerald
Am Tor werden wir freundlich empfangen – außer uns ist niemand da – und auch hier haben wir freie Platzwahl.
Es hat nur wenige Schattenplätze – und die mit Schatten sind für uns etwas zu klein – daher wählen wir einen schönen großen Platz in der Nähe des seit einem Jahr nicht fertigstellten Pools nebst Grundmauern für ein zukünftiges Restaurant. Der Vorteil dieses Platzes ist ein recht kurzer Fußweg zur Aussichtsplattform hinter den Felsen mit Blick auf ein kleines Wasserloch.
Noch bevor wir uns installieren machen wir uns auch auf den Weg dorthin. Ein Dach spendet Schatten und es geht ein herrliches Lüftchen. Aber da unten sind in der mittäglichen Hitze nur die Affen los.
Also bauen wir dann doch in der Gluthitze erst einmal unser Camp auf. Den extrem heißen Nachmittag verbringen wir unter dem Schattendach, bedeckt mit nassen Tüchern oder Klamotten, das kühlt ungemein! Beim Aufbau unsers Zelts verbrenne ich mir fast die Finger an der extrem aufgeheizten Aluleiter 🤢.
Bisher einzige Attraktion - eine Euphorbia virosa in voller Blüte.
Und eine Felsagame dekorativ positioniert.
Foto: Adi
Gegen späten Nachmittag trudeln noch zwei Bobo-Camper ein. Sie verschwinden aber alsbald wieder und erst am nächsten Morgen stellen wir fest, dass die beiden auch hier übernachtet haben.
Zur kühleren Stunde checken wir noch mal das Wasserloch. Neben der Affenbande entdecken wir einen Klippspringer und eine Giraffe.
Foto: Gerald
Foto: Gerald
Das Wasserloch ist heute nicht sonderlich ergiebig, aber aufgrund der Regenfälle vor ein paar Wochen finden die Tiere nach Aussage der wirklich netten Campassistants auch sonst ausreichend Wasser.
Noch vieeel weiter oben auf den Anhöhen der umgebenden Felsen zeigen sich weitere Giraffen und Bergzebras. Mit der Kamera aber nicht einzufangen. Wie auch immer - die Aussicht ist auch sehr schön 😎 .
Und die Baboons liefern eine dolle Show – insbesondere während sie sich in den Baumwipfeln für die Nacht einrichten – leider auch sehr weit entfernt aber trotzdem ein Foto wert.
Auch hier ist es gegen Abend recht zugig und es kühlt ordentlich ab. Um uns herum braut sich ein Gewitter zusammen.
Zum Dinner verwöhnen uns Adi&Rentia mit einem Chicken Braai und die Reste unseres Butternut finden weitere Verwendung.
Die Nacht ist recht stürmisch und es regnet ganz leicht.
Unsere Fahrstatistik des heutigen Streckenabschnittes:
Morgen erhalten wir eine Lehrstunde, warum eine Reise in Afrika und deren Planung mit den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort sich bisweilen völlig gegensätzlich entwickeln können 😗 .
Teil 812. Feb. 2019
Down by the River
Nach einem späten Frühstück starten wir gen Norden. Die Teerstraße Richtung Ruacana ist stark von Nutztieren frequentiert, die uns zu einer vorsichtigen Fahrweise zwingen.
Erster Ausblick Richtung Angola und dem Staudamm des Wasserkraftwerks.
Ruacana ist für uns ein zentraler Benzin-Versorgungspunkt – hier können wir letztmalig für die nächsten 7 Tage unsere Tanks füllen – eigentlich für die nächsten 10 Tage, wenn man Puros als Tankmöglichkeit nicht einkalkuliert.
An der Tankstelle angekommen gucken wir ziemlich ins Leere bzw. in die Röhre 🙄 – die freundliche Tankwartin teilt uns mit, dass es derzeit keine Stromversorgung gibt und ergo die Zapfsäulen nicht funktionieren 😣. Direkt nebenan wird an einem Umspannwerk gearbeitet und die Arbeiter können uns zumindest schon mal eine grobe Zeitspanne für die Fertigstellung der Arbeiten nennen – zwischen 2-4 Stunden afrikanischer Zeit wird es wohl noch dauern 😣. Adi gibt der Tankwartin seine Mobilnummer und bittet Sie, uns anzurufen sobald der Strom wieder da ist. Wir schließen Wetten ab, ob das wohl funktionieren wird 😛.
Wir müssen definitiv HIER tanken – also nutzen wir die Zeit für eine ausgedehnte Lunchpause auf der Hippo Pool Community Campsite. Vorher wollen wir aber mal nachsehen, ob die Ruacana Falls vielleicht ein bisschen Wasser führen.
Leider nein – also weiter zur Campsite. Die ist bis auf ein paar sonntäglich feiernde Locals menschenleer und auch diese ziehen bald grölend und hupend von dannen 🙄.
Wir machen es uns so gemütlich wie möglich und schon bald gesellen sich ein paar Streuner zu uns – sehr dankbare Abnehmer für Hundefutter und Wasser.
Der Platz wirkt insgesamt nicht sonderlich gepflegt - dafür sind wir schön einsam.
Nach gut zwei Stunden meldet sich tatsächlich die nette Angestellte der Tankstelle 🤩 und wir packen eilig zusammen. Hatten wir doch schon wieder Plan B und C ausbaldovert, für den Fall, dass wir hier heute nicht wegkommen. An der Tanke angekommen sind wir natürlich nicht die einzigen und es dauert eine ganze Weile, bis auch wir endlich die Tanks inklusive Ersatzkanister randvoll befüllen können.
Kurz hinter Ruacana heißt es dann wieder Luftablassen – für die nächsten Wochen.
Es folgt eine sanft-wellige Fahrt immer entlang des Kunene.
Ein paar Handyfotos während der Fahrt durch schmutzige Scheibe 😛 .
Die grüne Oase der Kunene River Lodge erreichen wir am späten Nachmittag.
Auch hier ist außer uns nur noch ein südafrikanisches Paar. Die beiden warten wohl schon länger auf Ersatzteile für Ihren Wagen, der steht nämlich hochgebockt auf Steinen. Die komplette Hinterachse inklusive Getriebe sind ausgebaut 😣.
Wir nehmen die Nummer 7 direkt am Fluss mit eigenem Anlegesteg.
Und gleich nach unserer Ankunft gesellt sich ein kuscheliges Haustier zu uns 🤪 .
Der einladende Pool – eine wunderbare Erfrischung inmitten eines tropischen Gartens.
Die schattenspendenden grünen Bäume und farbenprächtigen Pflanzen sind eine Wohltat für Augen und Seele.
Die Temperaturen sind hier oben schon eher schwül-subtropisch. Hier hats auch WIFI und wir funken die Daheimgebliebenen an. Dabei tauscht man sich dann auch schon mal mit lieben Fomis aus 😄.
Auf meinem Spaziergang auf der Suche nach den zwitschernden Piepmätzen hoch oben in den Baumwipfeln stolpere ich fast über diesen Woodland Kingfisher, der sich ein schönes Plätzchen auf einer Stromleitung ausgesucht hat.
Rock-Agame an Baumstamm
Laughing Dove
Und während ich noch suchend aber nichts weiter findend in der Anlage herumstreune bereiten Adi&Rentia ein leckeres Lamm- und Chickenbraai, Kartoffelgemüse mit Bohnen und Kohl für das Abendessen vor.
Zum Nachtisch gibt es heute einen besonderen Leckerbissen: frisch gebackenes Brot aus dem Potjie mit Nutella 😁!
Zwischenzeitlich geht die Sonne hinter den Bergen stimmungsvoll unter und taucht den Kunene auf der anderen Seite in ein schön-kitschiges Abendlicht.
Auch heute – wie soll es auch anders sein – zieht rechtzeitig zum Abendessen ein Sturm auf. Über den Bergen auf der anderen Seite in Angola blitzt es gewaltig.
Dieser Falter wird den Genuss von Windhuk Lager leider nicht überleben 🙁. Der Alkohol lässt ihn in die Dose stürzen und sämtliche Rettungsversuche unsererseits scheitern kläglich.
Einige Zeit später schiebt sich der Mond langsam zwischen den Wolken hervor und zaubert eine magische Stimmung über den Fluss.
Zur akustischen Untermalung von Frosch- und Fledermausgesang schlafen wir bald ein. Zum ersten Mal kühlt es in der Nacht kaum merklich ab.
Unsere Fahrstatistik des heutigen Streckenabschnittes:
Der morgige Tag hält unter anderem interessante Einblicke in die abenteuerliche Geschichte der „Dorsland“-Trekker aber auch eine landschaftlich reizvolle Achterbahnfahrt für uns bereit.
Teil 912. Feb. 2019
Immer den Palmen nach den Kunene entlang
Bevor wir heute unsere Weiterfahrt Richtung Epupa Falls antreten, beschließen wir hier an diesem schönen Plätzchen zunächst ein ausgiebiges Frühstück zu uns zu nehmen.
Während die Männer freudig Küchendienst schieben steige ich einem Zitronenfalter (?) nach und muss unweigerlich an Matte denken 😛.
Diese Mantide hatte sich in der Abdeckung unseres Dachzelts auf unserer Motorhaube ein Nachtlager eingerichtet - und da muss ich wiederum unweigerlich an Konni und Silke denken 😄.
Wie Ihr seht, habe ich häufiger an liebe Fomis denken müssen 🤩.
Aber jetzt geht es geht weiter Richtung Epupa - zuerst statten wir dem „Thirstland Monument“ einen Besuch ab.
Aus der Erinnerung kurz erzählt: Der auch sogenannte „Dorsland Trek" ist ein Sammelbegriff für eine Reihe von Treks der Südafrikaner überwiegend aus dem damaligen Orange Free State und Transvaal in den Norden. Der erste Trek fand 1874 statt, weitere Gruppen folgten später auf verschiedenen Routen. Mensch und Tier mussten Hunger, Durst und Malaria trotzen und nur wenige überlebten diese unmenschlichen Anstrengungen durch unwirtliche Gegenden. Ein Großteil starb auf dem Weg in den Norden. Erzählungen zufolge machten sich in der größten Gruppe 500 Männer mit ihren Frauen und Kindern mit 128 Ochsenwagen, 7000 Rindern, 500 Pferden, 1000 Schafen und 200 Hunden auf den beschwerlichen Weg in ein vermeintlich besseres Land. Ochsen stürzten sich verdurstend auf die in der Sonne wie Wasser glitzernden Metallräder der Ochsenwagen – die Menschen wiederum tranken das Blut verdünnt mit Essig der verendeten Tiere. Eine beeindruckende Geschichte, die bei uns viele Fragen hinterlässt, insbesondere warum wir Menschen häufig immer auf der Suche nach irgendetwas vermeintlich Besserem sind.
Ab Swartboisdrift versuchen wir es zunächst entlang der „alten“ Straße. Wir passieren die hübsch angemalten "Zebraberge".
Foto: Gerald
Eine Gruppe Namaqua Sand Grouse gut getarnt am Straßenrand.
Adi möchte uns gerne den Beweis für die Existenz von Kroks erbringen und steuert zielstrebig eine vermeintliche Sandbank an. Jedoch hat sich die Gegend seit letztem Jahr komplett verändert – wo im letzten Jahr noch ein recht passierbarer Streckenabschnitt war, sieht es heute nach den Überflutungen im letzten Jahr doch ziemlich anders aus 🙄.
Sollen wir – oder lieber doch nicht 🤢?!
Foto: Gerald
Foto: Gerald
Alles halb so wild - das sieht dramatischer aus, als es tatsächlich ist 😎
Aber hier geht es nicht definitiv nicht mehr weiter 😊.
Also pflügen wir unseren Weg wieder zurück Richtung „Hauptstraße“.
Diese windet sich leider nicht mehr ganz so nah am Fluss - dafür aber als herrliche Achterbahn 🤪
….. die hin und wieder nach steileren Abfahrten auch kleinere Wasserpfützen bereithält.
Es geht weiter - immer bergauf und bergab.
Ein Blick auf den Kunene rückwärts – extra für Bele 😘 !
Diese abgestorbenen Palmen mit „Zapfhähnen“ sollen angeblich die „Bierbrauereien“ der Himba sein. Davon sehen wir fast mehr tote als lebendige Palmen. Ich meine mich aber zu erinnern, hier im Forum mal gelesen zu haben, das wäre ein Märchen – also, dass die Palmen auf diese Weise zum Brauen eines starken alkoholischen Getränks genutzt werden?! Vielleicht kann mich ja jemand diesbezüglich erhellen 😕 ?!
In diesem Flussbett pausieren wir zum Lunch.
Hier hat Adi vor einem Jahr einen Fischer getroffen und versprochen, in diesem Jahr Angelhaken vorbeizubringen. Leider lässt sich der Fischer nicht blicken – aber im Busch funktioniert die Zustellung von Bestellungen auch so. Adi hängt die Angelhaken einfach markiert mit einer Coladose in einen Baum – in der Hoffnung, dass der Fischer sie in den nächsten Tagen und Wochen dann auch findet 😄.
Es folgt letzte Etappe eines relativ kurzen Fahrtages.
Hier sieht man noch die Verwüstungen des letzten Hochwassers.
Ein letzter Blick zurück 😉
Mittlerweile haben wir 38 °C – also mollig warme Außentemperatur und wir erreichen die Omarunga CS – unser zu Hause für die nächsten 2 Tage.
Wir installieren uns auf der Nummer 5.
Auch hier sind wir wieder die einzigen Camper und Gäste überhaupt 😛. Auf der CS der Epupa Falls Lodge direkt nebenan ist es dafür rappelvoll und ungemütlich rummelig 😄.
Hier haben wir unsere Ruhe und es hat einen netten Pool – allerdings liegt der in der prallen Sonne, so dass ich nach einem erfrischenden Sprung ins kühle Nass dann lieber die Herkunft des Gezwitschers in den Bäumen über uns näher untersuchen werde. Es hat hier viele Rüppel's Parrot und Lovebirds – allerdings so hoch oben in den Baumwipfeln und im gleisenden Gegenlicht, dass es keinen Spaß macht, diesen weiter nachzusteigen 😈.
Ersatzweise bieten sich diese Modelle an - bei denen ich mir aber mal wieder ziemlich unsicher bin 😕.
African Pied Wagtail 😐
Rufus-tailed Palm Trush (Danke maddy 😘)
Und ein weiterer treuer Begleiter namens "Tessa", die uns ab sofort nicht mehr von der Seite weicht 😘.
Frauke und Gerald schwingen heute den Kochlöffel und kredenzen leckere Spaghetti Bolognese.
Gegen Abend wird es wieder ziemlich windig und der Mond taucht auch hier den Fluss in silbriges Licht.
Und weil die Fahrt so schön war gibt es auch noch ein kleines Video 😎
Und zum Abschluss unsere Fahrstatistik des heutigen Streckenabschnittes:
Nach den langen Fahrtagen und guter Verpflegung sollten wir uns morgen vielleicht mal wieder ein wenig Bewegung gönnen 😛
Teil 1014. Feb. 2019
Epupa Falls - Fallendes Wasser
Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der Epupa Fälle. Das Donnern des Wassers ist Tag und Nacht präsent.
Wir werden heute die Umgebung der Fälle erwandern - und der höchste Punkt der Fälle ist schnell erklommen.
Foto: Adi
Hier stürzt der Kunene etwa 40 Meter ins Tal.
Aktuell führt der Fluss nicht wirklich viel Wasser, aber er führt zumindest ganzjährig Wasser und ist somit Lebensader für Mensch, Tier und Pflanzen.
Von hier marschieren wir langsam abwärts.
Foto: Gerald
Besonders beeindruckend sind die Baobabs, die sich förmlich in die Felsen klammern. Ein Wunder der Natur.
Ein mächtiger Elefantenfuß am Wegesrand.
Unterwegs treffen wir zwar nicht auf weitere Wanderer - dafür auf jede Menge Ziegen 🤪
Und bald können wir auch die Nebenfälle sehen - der Kunene bahnt sich seinen Weg.
Unser Ziel liegt aber noch ein gutes Stück und etliche Kraxelei entfernt.
Tessa begleitet uns wie selbstverständlich auf der kurzen Wanderung zu einem kleinen „Strand“. Beim Erreichen der Sanddüne ist Tessa nicht mehr zu bremsen – und stürzt sich ins kühle Nass.
Ich habe große Bedenken wegen der Kroks 😗 – die scheint es hier aber wohl nicht zu geben 😕.
Der Kunene mit Blick flussauf- und -abwärts.
Foto: Gerald Foto: Gerald
Rentia erwartet uns schon am Zielpunkt. Ob es hier wirklich keine Krokodile gibt 🤢?!
Ich bin da ja eher skeptisch 😎.
Adi ist da noch etwas mutiger und taucht einmal kurz ins kühle Nass 🙄.
Der Rückweg ist in der mittäglichen Hitze dann schon etwas beschwerlich. Und zurück auf der Campsite genehmigen wir uns ein stärkendes Lunch und halten eine kurze Siesta.
Zwischendurch schauen zwei Frauen aus der nahen Ansiedlung vorbei und fragen nach Wäsche. Sie verdienen sich damit eine Kleinigkeit und wir geben eine Tüte mit. Allerdings wird hier mit dem sedimentreichen und doch recht braunen Flusswasser gewaschen – ob die Wäschestücke nachher wirklich sauber sind, wage ich zu bezweifeln 😉.
Dieser aufgeweckte Kerl sucht hartnäckig nach einer Möglichkeit an Leckerbissen zu geraten.
Wieder entdecke ich einige Papageien hoch oben in den Bäumen – für mich leider wieder nicht vorzeigbar abbildbar – dafür zeigt sich ein Glossy Starling gewohnt kooperativ.
Zwischenzeitlich wechselt Adi seinen Reifen – das Flickwerk hat die letzten Streckenabschnitte doch nicht so gut ausgehalten.
Nach dieser Operation genehmigen uns dann noch einen Rock Shandy an der Bar der Epupa Falls Lodge nebenan. Dort herrscht immer noch ziemlicher Trubel. Die Lodge und Campsites werden aus- und umgebaut. Es wird konstruiert und gewerkelt – wir sind ganz froh nebenan zu „wohnen“. Auch wenn wir dort nicht den schönen Blick direkt auf die Fälle haben.
Zum Dinner dürfen Armin und ich wieder ran. Heute wird es Boerewors (die extra dicken 🤪 ), Grüne Bohnen im Speckmantel und Sweet Potatoes geben. Zum Dessert sind Apfelpfannkuchen vorgesehen.
In diesem Kapitel gibt es weder ein abendliches Foto noch eine Wanderstatistik.
Aber das Motto des morgigen Vormittags kann ich schon mal verraten - „Moro Moro!“
Karepo Naua!
Teil 1115. Feb. 2019
"Moro Moro – Perivi – Perinaua"
Am frühen Morgen erwartet uns Joao bereits am Tor – er wird uns zu einem Himba-Dorf in der Nähe begleiten. Zurück wird er laufen oder eine Mitfahrgelegenheit finden.
Schon kurze Fahrt später erreichen wir das Dorf am Rande der Pad. Vorher bestaunen wir noch dieses beeindruckende Gebirgsmassiv.
Joao kennt die Bewohner und hat deren Vertrauen. Vor unserem Besuch erhalten wir von Joao zunächst einen kleinen Einblick in die Traditionen und Kultur der Himba, er beantwortet all unsere Fragen geduldig und erklärt gleichzeitig Do’s and Dont’s.
Bei dieser Gelegenheit lernen wir auch ein paar Worte, der uns völlig fremden Sprache. Dieser Mini-Wortschatz Otjihimba - ein Dialekt der Herero-Sprache - wird sich auch im Verlauf der weiteren Reise noch als nützlich erweisen.
Moro Moro = Guten Morgen Perivi = Wie geht es Dir? Perinaua = Mir geht es gut Okohepa = Danke Okonene Okohepa = Vielen Dank Karepo Naua = Auf Wiedersehen
Ob der korrekten Orthographie übernehme ich keinerlei Gewähr 😗. Bei der Begrüßung ergibt sich daraus dann folgende Konversation: Die erste Person grüßt „Moro“, man erwidert „Perivi“ und die erste Person antwortet wiederum mit „Perinaua“.
Wir haben uns übrigens zu keiner Zeit gefühlt, als würden wir gegen Bezahlung durch das Wohnzimmer der Himba "trampeln" oder an einer Folkloreveranstaltung teilnehmen. Ich gebe aber zu, dass ich dem Besuch eines Himba-Dorfes gegenüber vorher durchaus skeptisch eingestellt war.
Mangels fehlender „echter“ Kommunikationsmöglichkeiten können wir diese Begegnung sicher nicht realistisch bewerten – aber ohne Joao oder einen anderen ortsansässigen Guide hätten wir sicher nicht einfach so ein Himba-Dorf besucht.
Die beiden jungen Männer hingegen hielten sich in der Tat sehr im Hintergrund und beobachteten unseren Besuch gefühlt doch eher skeptisch.
Die Himba tragen traditionellen Schmuck wie Messingringe, Muschelketten, Leder und Federn. Haartracht, Schmuck und Kleidung haben jeweils eine sehr komplexe soziale Bedeutung und Symbolkraft, auf die ich im Einzelnen aber nicht eingehen werde. Auch die sozialen Strukturen und Bräuche folgen uralten und strengen Regeln, die auch heute noch unverändert Gültigkeit haben. Bei Interesse hilft hier das WWW oder einschlägige Literatur.
Auf mich wirken die Frauen und jungen Männer stolz, ja fast königlich. Ich lasse hier einfach mal Bilder sprechen.
Etwas Abseits
Eine junge Mutter
Nach anfänglicher Zurückhaltung....
.....haben die Kinder dann doch ganz offensichtlich Spaß an unserem Besuch.
Neugierig werden unsere weißen Hände und Fingernägel untersucht, aber auch meine rosa Crogs finden großen Anklang und werden von allen Kindern einmal anprobiert 😄. Und natürlich darf ein Blick auf meine Aufnahmen in der Kamera nicht fehlen.
Foto: Gerald
Joao hat Fotoausdrucke eines früheren Besuchs dabei - diese werden mit großem Interesse bestaunt.
Zum Abschied überreichen wir unsere Gastgeschenke: Maismehl, Öl und Zucker und kaufen von den Frauen selbst hergestellte Schmuckstücke und andere Mitbringsel.
Foto: Gerald
Von Joao und den Dorfbewohnern verabschieden wir uns ganz herzlich – es wird Zeit für die lange vor uns liegende Etappe.
Foto: Gerald
Ab jetzt verlassen wir die „Komfortzone“ und stürzen uns in unser nächstes Abenteuer "light". Das geplante heutige Tagesziel ist die Van Zyl’s Community Campsite.
Teil 1216. Feb. 2019
Dieser Weg wird kein leichter sein
* Immer noch Tag 8*
Von der Himba-Siedlung geht es nun weiter entlang der D 3700 bis Okangwati. Auf dieser gut gegradeten Gravel treffen wir immer wieder auf Himba am Straßenrand, die nicht selten beim Vorbeifahren mit Handzeichen nach Geld oder Süßigkeiten verlangen 😐. Das irritiert mich doch sehr – fahren die Touristen hier denn Geldschein- und Süßigkeiten werfend durch die Gegend 😣? Wir halten natürlich weder an, noch werfen wir mit Süßigkeiten oder Geld um uns, was wiederum teilweise mit erbosten Gesten quittiert wird 🤨.
Aber es gibt auch durchaus ganz unaufgeregte Begegnungen am Straßenrand.
In Okangwati angekommen kaufen wir in einem recht gut bestückten Shop an der Hauptstraße schnell noch ein paar Kleinigkeiten ein.
Foto: Frauke
Auf der Suche nach Duschgel werden wir leider enttäuscht. Es gibt nur jede Menge riesiger Flaschen Badeschaum – wozu braucht man hier Badeschaum 😕? Oder anders gefragt – wer hat hier wohl so viele Badewannen 😗? Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt dieses Rätsel lösen 😛
Nachdem wir Okangwati-City verlassen haben, passieren wir kurz darauf das dürftige Rinnsal der Otjijandjasemo Hot Springs. Hier ist heute großer Waschtag und wir treffen auf drei junge Himba.
Foto: Frauke
Wir befinden uns nun auf dem 4x4 Track Namens „Rocky&Sandy“ – aber immer noch mit der offiziellen Straßenbezeichnung D3703. Im weiteren Verlauf ist dies der Einstieg zum berühmt berüchtigten Van Zyl’s.
Wir sind nunmehr sehr gespannt, was uns auf diesem Streckenabschnitt – der ja keine besondere Berühmtheit erlangt hat – erwarten wird. „Rocky&Sandy“ klingt schon mal recht abenteuerlich.
Ruppiger als auf den bisherigen Strecken zeigt sich der erste Abschnitt schon. Wir bewegen uns nun auf einem Terrain, das uns überwiegend nur sehr langsam vorwärtskommen lässt. Außerdem ist die Gegend ziemlich zugebuscht, so dass auch landschaftlich oder tiersichtungstechnisch nicht viel zu erwarten ist.
Gut eine Stunde nach Passieren der Hotsprings genehmigen wir uns eine Lunchpause unter schattenspendenden Bäumen in einem Flussbett. Allerdings quälen uns die nervigen Mopane-Fliegen sehr 😈.
Unterwegs begegnen uns in dieser unwirtlichen und unzugänglichen Gegend vereinzelt Himba und einsame Esel.
Ich würde sagen nach ca. 49 Kilometern, für die wir mit Pause gut 3 Stunden gebraucht haben, erwartet uns die finale Herausforderung. Es liegen noch gut 40 Kilometer bis zum eigentlichen Ziel vor uns. Etangwa und Okauwa haben wir zwischenzeitlich passiert.
Ich hatte an den nun folgenden kniffligen Passagen keine Möglichkeit überhaupt nur zu erahnen, wie es kurz vor der Motorhaube aussieht 🙄. Armin ist direkt freiwillig ausgestiegen – und zwar nicht nur um das Ganze fotografisch festzuhalten – er wäre neben mir als Beifahrer wahrscheinlich ungemütlich unruhig geworden 😗.
Die nun folgenden Fotos spiegeln den Schwierigkeitsgrad des folgenden Abschnitts nicht einmal ansatzweise wieder!
Da muss und will ich jetzt durch 🤩 – Adi erteilt letzte Anweisungen.
Ich hole tief Luft und folge konzentriert und so genau wie möglich Adis Anweisungen. Den Blick immer fest nach vorn auf Adi gerichtet – woanders hinschauen ist sinnlos.
Nachdem wir diese erste Hürde alle gut gemeistert haben, wird es aber nicht wirklich besser 🤢.
Auch das letzte sehr schmale Stückchen abwärts müssen wir uns vorsichtig, hochkonzentriert und mit mehrfacher Einweisung fortbewegen.
Foto: Adi
Foto: Adi
Foto: Adi
Die Reifen beim Workout 😄
Foto: Adi
Und es geht immer weiter 😗
Foto: Adi
Foto: Frauke
Foto: Frauke
Der Anfang des nachfolgenden Videos zeigt zuerst Auszüge des einfachen Teils der Strecke in x-facher Geschwindigkeit und dann folgenden Sequenzen in Normalgeschwindigkeit, die den Abstieg auch in bewegten Bildern zeigen.
Für uns war das einer der spannendsten und aufregendsten Streckenabschnitte überhaupt 🤩 – aber wir sind ja auch 4x4-Anfänger – für die erfahrenen „Offroadfahrer“ ist das sicherlich ein „Klacks“ 😎.
Da Adi nicht wirklich einschätzen konnte, wie problemlos und schnell wir dieses letzte schwierige Stück meistern würden, hatte er eigentlich eine Übernachtung am Fuße des Van Zyl’s eingeplant. Da wir glücklicherweise ohne besondere Vorkommnisse und zügig die schwierige Passage gemeistert haben, beschließen wir heute doch noch ein Stückchen weiter Richtung Süden zu fahren.
Wir folgen also weiter der der D3703 nach einer kurzen und dringend nötigen Erholungspause.
Kurz vor der Etanga Junction traue ich meinen Augen nicht. Hier ist Wasser – und zwar viel Wasser 🤩. Ein Damm, an dem sich Unmengen von Ziegen und Kühen tummeln.
Springböckchen
Kurz danach entdecken wir eher zufällig dieses Hinweisschild.
Und gelangen an eine noch nicht ganz fertig gestellte neue Campsite nebst einem netten jungen Mann, der uns die Erlaubnis gibt, dort unser Nachtlager aufzuschlagen.
Diese Campsite liegt kurz oberhalb der alten „Etanga“ Campsite, die wohl aufgrund von Problemen mit den dort lebenden Himba geschlossen werden musste.
Dies ist ein schöner Platz an einem Flussbett - an den Ablutions und Wasserversorgung wird aktuell noch gearbeitet – scheint aber demnächst alles fertiggestellt zu sein. Die Jungs waren fleißig an der Arbeit.
Rechtzeitig vor Sonnenuntergang haben wir uns eingerichtet.
Und die Buschdusche wird noch schnell installiert.
Foto: Frauke
Rumpsteaks so groß wie Wagenräder haben wir uns heute redlich verdient 😛.
Dazu gibt es Kohl-Kürbis-Gemüse.
Während des Abendessens wird die Stille von einer Männerstimme aus dem Dunkeln durchbrochen 😮. Kurz darauf ertönt eine resolute Frauenstimme aus der Dunkelheit, die den Mann zurückzurufen scheint 😐.
Wir erkennen nun schemenhaft einen alten Mann, der sich nicht weiter nähert und wir beginnen eine einfache Konversation:
Und schon verschwindet er wieder in der Dunkelheit – woher auch immer er gekommen war 😗.
Den als durchaus aufregenden und erlebnisreichen zu bezeichnenden Tag lassen wir am Feuer nochmals Revue passieren.
Ziemlich müde fallen alle bald ins Bett, während ich mich noch an Sternen versuche.
Viel Geduld und Ausdauer habe ich dann doch nicht und krabble ebenfalls zügig in unser Zelt.
Die Fahrstatistik des heutigen Tages:
In den heiligen Ebenen von Onjava wartet morgen ein entspannter Tag und ein „richtiges“ Bett 😄 auf uns.
Teil 1318. Feb. 2019
Room with a View
Am Morgen werden wir von Vogelgezwitscher geweckt und die beiden Arbeiter auf der Campsite sind auch schon am Werk.
Und auch heute Morgen werden wir aus der Ferne von einer Himba beobachtet.
Wir verlassen die Campsite Richtung Onjava Plains. Die Fahrt heute ist im Vergleich zu gestern erholsam – aber dennoch recht ruppig.
Dekorativer „Bottle Bush“ zwischen Marmorstein.
Und wir entdecken kurze Zeit später tatsächlich unseren ersten Lone Men – Nr. 27.
Die Message lautet: „Hope to meet“.
Um diese „Steinmännchen“ ranken sich zahlreiche Mythen. Gefunden wurden bislang soweit uns bekannt ist, immer noch nicht alle.
Bald erreichen eine Ebene – die leicht tiefsandige Strecke führt streckenweise zwischen dichtem Mopane entlang.
Allgegenwärtige Springböckchen
Adi warnt uns in einem unübersichtlich zugebuschten Abschnitt per Funk, dass uns ein Wagen mit rasanter Geschwindigkeit entgegenkommt 😮. Wir tasten uns also in Schrittgeschwindigkeit voran. Diese blöden Idioten kommen uns in Hochgeschwindigkeit aus dem Buschwerk frontal entgegen – Armin kann grade noch so bremsen – deren Wagen schiebt sich im Sand trotz Vollbremsung auf uns zu 😈 😈. Das wäre dann um eine wortwörtliche Haaresbreite beinahe eine ziemlich blöde Geschichte geworden. Es waren Touristen, die offensichtlich der Meinung waren, hier im Tiefsand mal so richtig auf die Tube drücken zu können 🤢. Ohne Entschuldigung brausen sie von dannen 😈.
Schon kurze Zeit später entdecken wir das Hinweisschild: Etambura!
Dieser Name klingt doch schon irgendwie verheißungsvoll und aus Berichten einiger Fomis weiß ich, was uns erwartet 😁.
Oben am Berg angekommen werden wir bereits von dem liebenswerten Henry erwartet.
Die frohe Botschaft: Auch hier werden wir die einzigen Gäste sein und haben bei der Zimmerwahl die freie Auswahl.
Wir installieren uns in den einfachen aber schönen Zimmern – Room with a View – sogar vom Außenbad hat man eine herrliche Aussicht.
Und erst das Aussichtsdeck! Das hier ist einfach nur schön!
Etambura ist eine Selbstversorgerunterkunft. Das bedeutet, man bringt seine Lebensmittel mit und kocht auch selbst. Gegen einen kleinen Obulus würde auch Henry kochen und den Abwasch übernehmen. Wir kochen aber lieber selbst – genießen aber den Luxus den Abwasch nicht selbst machen zu müssen 😎.
Den Nachmittag vertreiben wir uns mit Müßiggang und einem ausgiebigen Lunch. Zwischendurch genießen wir die Aussicht, schreiben Tagebuch, durchblättern die interessanten Bücher in der kleinen Bibliothek und streunen über das Areal.
Foto: Adi
Zum Sundowner genehmigen wir uns einen doppelten GT und bestaunen die uns umgebende Kulisse.
Adi & Rentia sind zwischenzeitlich in der Freiluftküche beschäftigt. Es gibt heute ein herrlich leckeres Thai Chicken Curry.
Wir laden Henry ein, mit uns gemeinsam zu Abend zu essen. Das Angebot nimmt er freudestrahlend und gerne an. Während des Essens erfahren wir, dass auch er stolzer Besitzer von nach eigener Aussage nur wenigen Ziegen und Kühen ist. Seine drei Kinder gehen alle zur Schule. Wir verbringen gemeinsam einen wirklich netten und unterhaltsamen Abend.
Nach dem schönen gemeinsamen Abendessen genießen wir die sternenklare Nacht unter dem Himmelszelt.
Die Sterne sind heute Nacht so klar und zahlreich wie an noch keinem Abend dieser Tour. Die Milchstraße zum Greifen nah!
Und auch Adi liebt die Taschenlampenmalerei 🤪 Allerdings nicht in der Perfektion wie die Eulenmuckels 😛
Die Fahrstatistik des heutigen Tages:
Morgen schmeißen wir unsere bisherige Planung etwas über den Haufen und es gilt eine weitere Herausforderung zu meistern 😉
Teil 1419. Feb. 2019
Über Pässe und Täler wieder zurück an den Kunene
Heute Morgen schlafen wir für unsere Verhältnisse erst einmal aus und gehen den Tag auch sonst ziemlich entspannt an. Vor allem die schöne Aussicht genießen wir noch einmal in vollen Zügen.
Dann packen wir unsere Siebensachen, verabschieden uns aufs Herzlichste von Henry und unser erster kurzer Weg führt uns zur verlassenen Marble Mine gleich um die Ecke.
Auf der Campsite unterhalb des „House on the Hill“ entsorgen wir Reste des schmutzigen Kunene Wassers aus unseren Brauchwassertanks und füllen diese mit „sauberem“ Wasser randvoll auf.
Den „Joubert’s“ oder eindeutiger bekannt unter „Rooidrom – Pass“ gilt es nun zu überqueren. Die spitzen, scharfkantigen und ziemlich losen Steine erfordern erneut sehr konzentriertes Fahren. Besonders einige sehr enge Stellen lassen doch zeitweilig unseren Atem stocken.
Auch hier habe ich ein kurzes Video zusammengestellt. Die einzelnen Sequenzen sind in unterschiedlichen Geschwindigkeiten beschleunigt, damit das Ganze nicht zu langatmig wird 😉 .
Nachdem wir den Joubert’s hinter uns gelassen haben, erreichen wir die Rote Tonne. Ein ideales Plätzchen für eine kurze Rast.
Das findet auch ein kleines Himba-Mädchen, die uns auf Ihrem Weg beim Wasserholen entdeckt. Sie steht eine Weile und beobachtet uns schüchtern aber beharrlich. Nach der gewohnten Begrüßung überlegen wir, ob wir Ihr wohl nicht doch etwas anbieten könnten. Wasser hat sie bereits reichlich – Zucker und Süßigkeiten finden wir persönlich nicht wirklich gut. Wir zeigen ihr Äpfel und nach einiger Zeit hat sie unsere Gestiken verstanden, dass man die runden Dinger essen kann 😁.
Ich entdecke hier noch dieses UFO – wer könnte den wohl benamsen? Wie ich hörte, soll Matte ja wieder zurück sein - insofern hoffe ich doch sehr auf Bestimmungshilfe 😗 (auch für die Ufo's in einem früheren Kapitel mit Fragezeichen 😉 ). Danke Matte 😘 - ein Familiar Chat 😗
An der roten Tonne stellt Adi den weiteren Routenverlauf zur Diskussion. Eigentlich war für heute bereits die Weiterfahrt Richtung Hoarusib geplant. Da wir aber auch heute pannenfrei und zügig vorangekommen sind, haben wir nun die Option eine nicht geplante Nacht oben in Camp Syncro einzubauen. Dafür würde uns dann morgen ein extrem langer Fahrtag bevorstehen. Einstimmig entscheiden wir uns für Camp Syncro und machen uns auf gen Norden.
Wir tauchen nun ein in eine völlige andere Landschaft – und im Sand macht die rumpelfreie Fahrt richtig Freude 😁.
Leider hat es hier so viele Fahrspuren wie auf einer achtspurigen Autobahn 😵 – warum man die Landschaft so zerpflügen muss, erschließt sich mir nicht 😕.
Schon nach den ersten Kilometern bereuen wir unsere Entscheidung nicht – im Gegenteil hätten wir doch eine großartige Kulisse und Fahrt verpasst.
Foto: Adi Foto: Adi
Foto: Gerald
Wir passieren interessante Gebirgsformationen und den Heiligen Berg der Himba lassen wir irgendwann rechts liegen.
Foto: Gerald
Diese Weite lässt den Atem stocken – eine Gegend von unbeschreiblicher Schönheit!
Foto: Adi
Irgendwann nach einer kurzweiligen Fahrt erreichen wir Camp Syncro und müssen leider erfahren, dass Sarah & Ryan schon seit August wieder in der Schweiz sind. Interimsweise bis ein Käufer gefunden ist, wird das Camp nun vertretungsweise am Leben erhalten.
Außer uns sind noch zwei weitere Camper auf dem Platz. Wir nehmen die Nummer 4.
Das kleine Paradies von Sarah und Ryan sieht wohl nicht mehr ganz so gepflegt aus, wie noch vor einem Jahr - so zumindest die Aussage von Adi & Rentia. Die Gemüsebeete und der Garten wirken vertrocknet, die Gewächshäuser sind geplündert und nichts Neues angepflanzt, die Abflüsse der Duschen sind verstopft und Zäune fallen auseinander. Es bleibt zu hoffen, dass sich bald jemand findet, der diesen schönen Ort wieder hegt und pflegt.
Nachdem wir uns installiert haben beobachte ich einige White-fronted Bee-eater Blue-cheeked Bee-eater in den Bäumen am Fluss – die halten leider gar nicht still 🤢.
Ein Red-eyed Bulbul ist da wesentlich kooperativer.
Außerdem gesellt sich eine sehr zutrauliche Hündin zu uns. Sie wirkt ungepflegt und auf dem eine Auge scheint sie blind zu sein. Kann mir jemand einen Hinweis geben, ob sie früher vielleicht zu Sarah & Ryan gehört hat? Sie kennt die gängigen Grundkommandos und wirkt nicht wie ein Streuner?! Könnte es sein, dass Sarah & Ryan aus welchen Gründen auch immer doch ihre Hunde zurücklassen mussten??
Rechtzeitig vor Sonnenuntergang marschieren wir zum „Sundowner-Hill“ oberhalb des Camps. Auf dem Weg entdecke ich diesen kleinen Gecko Sand Lizard.
Nur einen Katzensprung entfernt liegt Angola gegenüber zum Greifen nah.
Natürlich darf der obligatorische GT nicht fehlen 😛 .
Zum Dinner sind Frauke & Gerald „on duty“ und servieren sehr leckere Schweinelende und Hühnerbeine mit Gemsquash. Zum Dessert gibt es warmen Applecrumble aus dem Feuer.
Im Dunkeln machen wir mit unseren Taschen- und Stirnlampen riesige Krokodile im Fluss und auf der Sandbank aus. Zum ersten Mal sehen wir am Kunene tatsächlich Krokodile 🤩
Und hier noch die Fahrstatistik des heutigen Tages:
Den morgigen Tag verbringen wir überwiegen auf Pad – uns steht ein langer Fahrtag mit Ansage bevor.
Teil 1520. Feb. 2019
A long way down South – Von Tonnen, Steinmännchen und Landschaften – Teil 1
Noch im Dunkeln packen wir zusammen und nehmen ein zeitiges Frühstück ein. Wir verlassen Camp Syncro mit dem ersten Tageslicht.
Armin und ich beschließen bereits langsam Richtung Marienfluss vorzufahren, während der Rest der Gruppe noch einen Blick auf die Community Campsite werfen wollen.
Dabei entdecken wir unseren ersten „Lone Men“ des Tages mit der Nummer 25 und der Botschaft „Heading for 15“.
Von den anderen ist immer noch nichts zu sehen und wir fahren langsam und gemütlich weiter.
An irgendeinem Punkt müssen wir den falschen Abzweig genommen haben 🤢. Wir sind schon gut eine halbe Stunde unterwegs aber der Rest der Gruppe bleibt spurlos verschwunden 😗. Auch das Funksignal wird immer schwächer. Ich schalte das Navi ein und wir sind ganz klar auf der falschen Spur unterwegs 😣 Zwischen uns liegt nun das augenscheinlich undurchdringliche Flussbett und in weiter Ferne entdecke ich zwei weiße Punkte - die Autos unserer Begleiter 🤪
Wir müssen also umkehren – glücklicherweise haben wir unseren Fehler rechtzeitig gemerkt – so dass wir bald wieder aufschließen.
Quasi als Entschädigung entdecken wir einen Rüppell's Korhaan.
Unsere Freunde nutzen die Wartezeit für ein paar schöne Fotos und Frühstück mitten auf der Pad.
Weiter geht es nun wieder Richtung „Red Drum“ durch die wunderschöne Landschaft des Marienflusstals.
Auch hier haben wir eine kurze Sequenz bewegter Bilder mitgebracht.
Beim Erstellen des Videos habe ich unweigerlich ganz arg Fernweh und Sehnsucht nach dieser Gegend bekommen 🙄 .
Von der roten Tonne geht es schnurstracks weiter Richtung „Blue Drum“.
Auf dem Weg dorthin entdecken wir den zweiten „Lone Men“ des Tages – dieser hat aber weder eine Nummer noch eine Botschaft für uns.
Die „Orange Drum“ steht einsam und verlassen in einer unwirtlichen Gegend. Die Kühlbox ist leider auch leer 🤪.
Wir passieren die Hartmannberge – leider nicht im allerbesten Licht.
Die Landschaft wird nun zunehmend karger – kein Baum und kein Strauch – aber Zeichen von Leben können wir in weiter Ferne ausmachen.
An der „Green Drum“ tragen wir uns ins „Logbuch“ ein und von dort geht es weiter in ein gefühltes riesengroßes NICHTS.
Auf den Bildern kaum zu erkennen – mit dem bloßen Auge aus der Entfernung auch nicht.....
….hier tauchen wir ein in das riesige Flussbett des Grometum (?) wo wir eine Lunchpause einlegen.
Und hier pausieren wir nun auch im virtuellen Leben – die heute noch folgenden Eindrücke werden größtenteils dann etwas anders sein – daher sage ich an dieser Stelle mit Guggus Worten: „Stay tuned“
Teil 1622. Feb. 2019
A long way down South – durch Wüstenlandschaften zum Hoarusib - Teil 2
Weiter geht es nun immer entlang des Randgebiets zum Skeleton Coast NP....
…. wo wir den dritten „Lone Men“ des heutigen Tages finden.
Es ist die Nr. 19 und wieder gibt es keine Botschaft für uns 😐.
Auf unserem weiteren endlosen Weg verändern sich die Aussichten und Landschaften stetig.
Von Steinwüste über Sandwüste, imposanten Gebirgszügen, Flussbetten mit leichtem Bewuchs ….
... und etwas mehr Tiere hat es hier auch 🙂
Dann erreichen wir die „Metropole“ Orupembe 🤪.
Der Shop No.1 hat zwar nicht allzu große Auswahl – aber wir werden trotzdem fündig.
Die junge Frau ist mit unserer kleinen Bestellung von ein paar wenigen Getränken und Streichhölzern völlig überfordert. Das Rechnen mit Taschenrechner fällt ihr offensichtlich schwer – so dass sie sich zu unseren Gunsten verrechnet. Also rechnen wir ihr das Ganze einfach nochmal vor und zahlen selbstverständlich den korrekten Betrag.
Von hier aus geht es weiter durch eine karge Wüstenlandschaft immer oberhalb des Khumib entlang.
Eine Herde Bergzebras zeigt sich selten kooperativ und fotogen.
Ohrengeier auf der Lauer.
Wir ziehen weiter durch endlosen Weiten.
Irgendwo hinter diesem Gebirgsmassiv liegt unser Ziel.
Und da liegt er nun vor uns zum Greifen nah! Mt. Himba Sphinx – im schönsten Abendlicht!
Die schmale Fahrspur führt geradewegs auf den beeindruckenden Berg zu.
Und tatsächlich entdecken wir hier den vierten „Lone Men“ des heutigen Tages 🤩.
Auch hier wurde die Platte mit der Nummer und Botschaft leider entwendet 😕.
Foto: Frauke
Auch von dieser Etappe habe ich eine kurze Videosequenz gebastelt.
Nur ein kurzes Stück müssen wir noch entlang des Fußes von Mt. Himba Sphinx meistern und gegen 19.00 Uhr erreichen wir den westlichen Teil des Hoarusib. An einer geeigneten Stelle installieren wir unser Camp.
Foto: Adi
Ein langer und sehr staubiger - aber beeindruckender Fahrtag liegt hinter uns. Rückblickend fragt man sich sicher, warum wir uns für diesen Streckenabschnitt nicht mehr Zeit genommen haben und die Gegenden nicht ausgiebiger erkundet haben. Nun des Rätsels Lösung verbirgt sich zum einen in unserem ungeplanten Abstecher hoch nach Camp Syncro aber auch in einem kleinen Geheimnis, das nur unsere südafrikanischen Freunde und ich kennen 😗. Wenn man nur wenige Urlaubstage zur Verfügung hat, muss man leider Kompromisse eingehen 🤢.
Armin und ich sind zu später Stunde noch mit der Zubereitung unseres Dinners beschäftigt. Glücklicherweise ist heute ein einfaches Gericht geplant - Spaghetti Carbonara und davon mehr als reichlich.
Wieder nicht sonderlich motiviert knipse ich noch ein „Gute-Nacht-Foto“.
Und schon bald krabbeln wir müde aber glücklich in unsere Zelte.
Die Fahrstatistik des heutigen Tages:
Unsere morgige Sonntagsausfahrt führt durch grüne Schluchten, zu einem Schloss aus Stein weiter in Richtung Gainas Plains.
Teil 1724. Feb. 2019
Von Flusstälern und Schluchten über ein Schloss aus Lehm in die Plains – Teil 1
Während des Frühstücks bemerken wir Kinder die ganz in der Nähe mit ihren Hunden im Sand spielen. Sie scheinen tief in das Spiel versunken – verstohlen und ohne bemerkt werden zu wollen werfen sie aber immer wieder interessierte Blicke in unsere Richtung. Einige Zeit später hören wir von einem nahen gelegenen Hügel eine männliche Stimme laut und offensichtlich verärgert rufen. Ein älterer Mann kommt in eiligen Schritten auf uns und/oder die Kinder zu. Flugs spurten die Kinder zu einer nahen gelegenen Wasserstelle.
Der Vater grüßt „Moro Moro“ und da wir uns ja rudimentär verständigen können grüßen wir „Moro Perivi“ was von ihm wiederum mit „Perinaua Perivi“ beantwortet wird. Mit diesen wenigen Worten ist der Bann gebrochen. Armin bietet ihm Tabak für seine Pfeife an.
Die Kinder – mittlerweile mit gefüllten Kanistern zurück - gesellen sich nun auch zu uns.
Für die Hunde haben wir unsere Reste Hundefutter parat – den Rest übergeben wir dem Vater, der sichtlich verwundert schaut. Wir kramen auch sonst noch einiges aus unseren Vorräten, was wir entbehren können. Die Kinder bekommen Äpfel, Eier, Brot, eine Flasche Öl und eine alte Tupperdose wird ebenfalls dankbar angenommen. Für diese Familie ist der heutige Sonntag möglicherweise so etwas wie ein Glückstag.
Die kleine Familie war anfänglich sehr zurückhaltend und es wurde nicht nach Süßigkeiten oder Geld oder überhaupt irgendetwas gefragt – da sind wir gerne von unseren Prinzipien abgewichen „einfach so“ etwas zu verschenken. Quasi als Gegenleistung dürfen wir alle fotografieren. Bald wird es Zeit sich zu verabschieden. Die Kinder bedanken sich artig mit den Worten „Okonene Okohepa“ - wir erwidern gekonnt „Karepo Naua“!
Die drei ziehen von Dannen und auch wir packen unsere Siebensachen. Wir manövrieren weiter durch den leicht grün angehauchten Hoarusib.
Wir erfreuen uns an der Vogelwelt – viele sind uns bislang ja noch nicht vor die Linse gehüpft oder geflogen 😗.
Foto: Gerald
Direkt hinter einer Biegung machen wir eine mehr als erfreuliche Entdeckung – unsere ersten Wüstenelefanten 🤩!
So plötzlich wie sie aufgetaucht sind – so plötzlichen waren sie im dichten Buschwerk auch wieder verschwunden.
Auch hier zeigt sich wieder: Zur rechten Zeit am rechten Ort! Die Dickhäuter waren keine fünf Minuten zu sehen. Die Tiere sind definitiv in der Nähe – meist sehen wir sie nur nicht.
Exakt an dieser Stelle sollten wir eigentlich schon vorgestern übernachtet haben – Adi & Rentia haben diesen Ort im letzten Jahr „Rentias Bushcamp“ getauft.
Foto: Gerald
Wir stimmen überein, dass dies zwar auch ein schönes Plätzchen ist – uns unser gestriger Platz jedoch etwas besser gefallen hat, denn der „Emergency Exit“ aus dem Flussbett heraus war für den Fall der Fälle wesentlich näher 😗.
Noch ein Stückchen folgen wir dem Hoarusib, bis wir das eigentliche Flussbett verlassen, aber immer wieder kreuzen.
Die Landschaft seitlich und oberhalb bietet schöne Einblicke hinab in das vereinzelt auch mit Palmen gespickte grüne Band des Hoarusib.
Die Spur schlängelt sich sanft durch die beeindruckende Landschaft.
Auf der anderen Seite türmen sich die Felsformationen gen Himmel, der sich heute leider etwas bedeckt zeigt.
In einer Senke treffen wir ganz unverhofft auf eine kleine Giraffenfamilie, die sich mehr als unbeeindruckt von uns zeigt.
Foto: Gerald
Erste Zeichen der nahen Zivilisation.
Foto: Gerald
Und kurz darauf erreichen wir die nächste „Metropole“ Puros 😎.
Foto: Gerald
Doch etwas größer als Orupembe und am Heiligen Sonntag scheinen alle Bewohner unter einem Baum in Festtagskleidung versammelt. Wir fragen nach der Hütte, wo es Benzin – also Diesel – gibt.
Dort angekommen erwartet uns eine herausgeputzte Herero-Dame. Der „Chef“ sei bereits unterwegs um unsere Tanks aufzufüllen. Wir müssen nicht lange warten und das Betanken kann starten.
Tanken in Puros ist nicht nur ein wenig abenteuerlich, sondern auch doppelt so teuer wie andernorts. Aber die Nachfrage reguliert den Markt. Wir brauchen nur etwa 20 Liter pro Wagen – quasi als eiserne Reserve für den Fall der Fälle. Nach eigenen Berechnungen sollte unser Sprit bis Sesfontain gut reichen.
Nachdem wir alle drei Autos betankt haben – was ein Weilchen gedauert hat - geht es zurück zum Zentrum von Puros. Dem „Dieselchef“ geben wir einen kurzen Lift zum „Zentrum“ unterm Baum.
Im „Manchester United Trading Shop“ füllen wir ein paar Getränke auf - die Läden hier oben sind immer recht interessant.
Foto: Gerald
Foto: Frauke Foto: Frauke
Kurz hinter Puros - etwas außerhalb - halten wir unter einem Schattenbaum zum Lunch. Bei näherer Erkundung der Umgebung stellen wir fest, dass sich genau hier unter dem Baum und innerhalb eines riesigen Buschwerks offensichtlich das Schlachthaus von Puros befindet 😣. Riesige Schlachterhaken im Baum und einige Überreste im Inneren des Busches lassen diesen Rückschluss zu 😗. Ein bisschen unappetitlich, aber zum Zeitpunkt dieser Feststellung waren wir bereits satt 😄
Und für den Rest des Sonntags gibt es dann ein gesondertes Kapitelchen – also auch die geneigte Leserschaft ist quasi zur Lunchpause im „Open-Air“-Schlachthaus verdammt 😛.
Die Wartezeit verkürzt Euch bei Interesse das kurze Filmchen der bisherigen Etappe bis nach Puros:
Weiter geht es dann im nächsten Teil durch den Puros Canyon grobe Richtung Ganias Plains.
Teil 1826. Feb. 2019
Von Flusstälern und Schluchten über ein Schloss aus Lehm in die Plains – Teil 2
Von Puros aus machen wir uns nun auf den Weiterweg dem grünen Hoarusib Richtung Küste folgend.
Foto: Adi
Foto: Gerald
Hier hat’s etliche Kühe und die Umgebung erinnert ein wenig an unser Alpenvorland 🤪.
Foto: Adi
Es hat auch ein wenig Wasser - aber wir hätten ehrlich gesagt mehr erwartet.
In der Schlucht machen wir kurz Halt und bestaunen die Felsformation - sicherlich mehr als imposant, wenn sich hier das Wasser durch die Engstelle schiebt.
Einziger Vertreter der Vogelwelt - Three Banded Plover.
Nachdem wir den Canyon verlassen haben biegen wir Richtung Süden auf einen 4x4 Track. Irgendwo in dieser Gegend verlassen wir die Pad.
Und hinter diesem kleinen Hügel verbirgt sich völlig unverhofft dieses Wunder der Natur 😘.
Um den Hoarusib befinden sich einige dieser sogenannten „Clay Castles“. Die meisten davon befinden sich jedoch innerhalb des Skeleton Coast NP. Diese über zehntausend Jahre alten Formationen, geformt aus Sand uns Wasser, verbergen sich versteckt in schmalen Schluchten.
Eigentlich wäre dies ein idealer Platz, um länger herumzustreunen, aber wir wollen heute noch so weit wie möglich Richtung Süden fahren, denn wir haben morgen einen wichtigen Termin 😗.
Unser weiterer Weg führt uns nun durch diese endlose Weite.
Bald wird es aber wirklich Zeit, ein Plätzchen für die Nacht zu finden 😗. Die Sonne wird bald untergehen. Die Platzsuche gestaltet sich in dieser Gegend allerdings als nicht so einfach 😵.
Irgendwo zwischen Tsuxub und Amspoort Gorge finden wir auf einem kleinen Hügel ein nettes Plätzchen. Ich habe leider keine Ahnung, wo genau wir hier unser Camp aufgeschlagen haben 😣.
Einzige Schwierigkeit wird es sein, die Autos so zu „leveln“, dass sie halbwegs geradestehen. Wir beratschlagen eine Weile, bis die idealen Stellplätze gefunden werden.
Es braucht ein paar Steine unter den Rädern und die kräftige und kühle Seeluft von der nahen Küste muss auch bestmöglich abgeschirmt werden.
Es dauert also eine ganze Weile, bis wir uns hier installiert haben.
Trotz der kleinen Herausforderungen sind wir völlig begeistert von diesem Platz in dieser unendlichen Weite.
Rechtzeitig zum Sundowner können wir die Szenerie und den Sonnenuntergang würdig zelebrieren.
Foto: Gerald
Foto: Gerald
Nach Sonnenuntergang wird es dann aber sehr empfindlich kalt und windig 😮. Wir sind wieder froh für unsere Daunenjacken und das wärmende Feuer.
Zum Abendessen servieren Adi & Rentia Lamb Chops, Hackfleisch, Folienkartoffeln und Ratatouille. Zum Dessert verarbeiten wir unser restliches Obst.
In der sternenklaren und kalten Nacht sitzen wir noch lange am Feuer und lauschen der Stille, die uns umgibt.
Und die Zusammenfassung in Form eines Videos gibt es auch von dieser Etappe. Und nein, wir sind nicht mit diesen Geschwindigkeiten durch die Landschaft gerast 😛 – die bewegten Sequenzen wurden in der Geschwindigkeit verdoppelt, damit das Ganze nicht zu langatmig wird 😎.
Am folgenden Tag gilt es ein "Juwel" zu finden – und ein gut gehütetes Geheimnis wird endlich gelüftet
Teil 1901. März 2019
Fahrt ins menschenleere Hoanib-Tal
Am nächsten Morgen erzählt uns Adi, der schon mit Sonnenaufgang die Gegend erkundet hat, dass er zwei Geparden am Fuße unseres Hügels gesehen hat 🤩. Der frühe Vogel fängt den Wurm – da haben wir „Langschläfer“ wohl Pech gehabt 😗.
Wir genießen noch für ein Weilchen die schöne Aussicht und dann wird es Zeit für die Weiterreise.
Wir verwischen wir sämtliche Spuren und hinterlassen den Platz so wie wir ihn vorgefunden haben.
Weiter geht es in südliche Richtung – die Gegend gleicht einem Meer aus Sand und Felsen.
Ein größere Gruppe Namaqua Sandgrouse tummelt sich am Wegesrand – hier nur ein paar davon 😗.
Die Fahrspur wird sandiger und breiter.
Und bald erreichen den Einstieg in den Hoanib.
Foto: Gerald
Foto: Gerald
Unter einem schattenspendenden Baum legen wir eine Pause zum sehr zeitigen Lunch ein.
Am Rande der Fahrspur erheben sich kleinere Sanddünen, aus denen verwitterte Felsen ragen. Zu gerne würde ich da ein wenig herumspazieren, ich reibe beim Käsereiben allerdings nicht nur Parmesan sondern auch meinen Daumen 🤢 und die doch größere Verletzung will fachmännisch versorgt werden.
Foto: Gerald
Deshalb kann ich hier nur Fotos von Gerald zeigen, der die Gegend ein wenig zu Fuß erkundet hat.
Foto: Gerald
Foto: Gerald
Foto: Gerald
Auf der Weiterfahrt durch den Hoanib zeugen umgeknickte Bäume und frische Hinterlassenschaften von der Anwesenheit der Wüstenelefanten, die sich hier in großer Zahl aufhalten sollen.
Zunächst zeigen sich aber die nicht weniger interessanten und schönen Wappentiere Namibias.
Aus Gründen der Übersichtlichkeit muss ich diesen Tag leider etwas zerpflücken und in mehrere Kapitel aufteilen 😗.
Die Weiterfahrt im Hoanib hält noch so einige Überraschungen bereit.
Teil 2003. März 2019
Elefantös Pompös
Der Hoanib gilt als eines der letzten Siedlungsgebiete der Wüstenelefanten und es sollte durchaus als wahrscheinlich gelten, den grauen Riesen hier zu begegnen.
Und tatsächlich dauert es nicht lange, bis uns eine Herde der Dickhäuter an der Weiterfahrt hindert.
Ein Bulle hat uns sofort entdeckt und bewegt sich bis auf wenige Meter auf uns zu. Er checkt wohl die Lage und befindet unsere Anwesenheit als keine Bedrohung.
Diese Herde scheint tiefenentspannt und völlig unaufgeregt. Wir schalten die Motoren aus und beobachten die sanften Riesen.
Der Bulle sorgt für Nachschub an frischem Grün.
Er knuspert genüsslich an seiner Beute.
Der Rest der hungrigen Familie lässt aber nicht lange auf sich warten und das Grünzeug ist schnell vertilgt.
Woraufhin der Bulle den nächsten Baum bearbeitet.
Irgendwann nutzen wir die Gelegenheit und passieren die Herde ohne Zwischenfälle.
Schon bald entdecken wir eine Elefantenmama mit ihrem Baby 😘 - wir werden später erfahren, dass dieses Baby erst vor zwei Wochen das Licht der Welt erblickt hat.
Wir können gerade noch sehen, wie das Kleine bei der Mutter trinkt – leider im allerschlechtesten Licht und auf den allerletzten Drücker – aber dennoch ein paar Fotos wert.
Auf der Weiterfahrt reckt ganz in der Nähe eine Giraffe ihren Hals.
Und zieht elegant und majestätisch ihres Weges. Mal mit, mal ohne Oryx im Hintergrund.
Strauße sind hier ebenfalls sehr zahlreich unterwegs.
Und eine Flussbiegung später erhalten wir per Funk erneut die Meldung eines elefantösen Roadblocks.
Auch diese Dickhäuter nehmen von unserer Anwesenheit quasi keine Notiz und lassen sich nicht weiter stören.
Das Flussbett ist an manchen Stellen nicht besonders breit und Fluchtwege gibt es nur im Rückwärtsgang – so dass ich immer erleichtert aufatme, wenn wir ohne Probleme passieren können 😗.
Quasi alle paar Meter folgen nun Meldungen von elefantösen Roadblocks, die uns an der Weiterfahrt hindern 😛.
Bald fahren wir auf eine beeindruckende Gebirgsformation zu.
Hier irgendwo soll sich laut Adi ein Juwel verbergen und ist auch als solches in den gängigen Karten eingezeichnet 😗.
Und noch ein Stückchen weiter meldet Adi per Funk einen toten Elefanten – der war aber gar nicht tot – er hat nur im Liegen geschlafen 🙂. Bis wir den vermeintlich toten Bullen allerdings erreichen, steht er längst auf allen vier Füßen und blinzelt uns verschlafen entgegen.
Dieses Phänomen kann man hier im Hoanib wohl besonders häufig beobachten, denn die sanfte Böschung bietet den Elefanten ein bequemes Lager und das Aufstehen fällt nicht so schwer.
Bis zur Auflösung unserer Schatzsuche sind wir nur noch wenige Kilometer...
….und eine riesige Straußenherde entfernt.
Leider ist der Großteil der Herde beim Druck auf den Auslöser schon über den Berg verschwunden – das waren unglaublich viele Tiere 🤩.
Bis Adrian nun endlich das Rätsel um das versteckte Juwel auflösen und unsere heutige Schatzsuche beenden wird, dauert es nur noch bis zum nächsten Kapitel 😛