Namibia im Safarijeep

19 Antworten · 6'480 Aufrufe · gestartet 25. Jan. 2019 von Patoucha
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Themenstarter63 Beiträge · seit 201725. Jan. 2019 · #1
Liebes Forum,

Seit vielen Jahren wollte ich gerne einmal nach Namibia reisen, daher habe ich auch immer hier fleißig im Forum nachgelesen und euch alle sehr beneidet. Irgendetwas kam immer dazwischen, zugegeben es war auch zwei Mal Tansania, ein Mal in Kombination mit Kenia, da ich den Schwerpunkt für mich schon auf die Tiere lege.

Im Mai hatte ich kurzfristig Zeit – und nun sollte es unbedingt Namibia werden. Doch knapp drei Wochen vor dem geplanten Termin (der sich nicht verschieben ließ) noch eine Namibia-Reise zu organisieren, war fast unmöglich. Da ich immer alleine reise, nutze ich organisierte Rundreisen – alles andere wäre zu anstrengend und so kurzfristig auch nicht mehr möglich gewesen, noch zu organisieren. Neidisch lese ich oft hier die Berichte der tollen individuellen Reisen, auch wenn ich sagen muss, es hat auch schon einige Vorteile, wenn alles perfekt organisiert ist. Vielleicht ist es deshalb für viele auch einmal interessant zu hören, wie so eine organisierte Rundreise in Namibia verlaufen kann.

Doch so kurz vorher erst buchen? Das schien eine verrückte Idee zu sein. Namibia war zum einen gut gebucht, zum anderen hatten die meisten Anbieter ihre Reisen schon verplant oder die nicht genutzten Kontingente zurückgegeben. Obwohl die Reisen nicht gerade billig waren, war es den meisten Anbietern zu viel Arbeit, noch einmal tätig zu werden, die winkten gleich alle ab. Meine nette Dame im Reisebüro scheiterte trotz aller Mühe.

Also habe ich erneut ins Internet geschaut, bei einer Rundreisen-Webseite angerufen. Die Dame hat als erstes Mal schnell nach einem Flug geschaut – und überglücklich noch einen Direktflug ab Frankfurt blocken können…..damit wir da schon mal auf der sicheren Seite waren. Zwei Rundreisen schienen noch buchbar…... Bei der einen sagte der Anbieter auf Anfrage aber sofort ab, bei der anderen hatte man zwar auch die Kontinente schon zurückgegeben, versprach aber, alle verschiedenen Unterkünfte anzurufen und zu hören, was noch gehen würde. Zwei Tage später der erlösende Anruf „klappt alles, bis auf eine Unterkunft. Ob es okay wäre, wenn ich eine Nacht zehn Minuten von den anderen entfernt mit dem Guide zusammen in einer anderen Lodge nächtigen würde? Die wäre auch sehr schön.“ Meine Antwort: "Nur wenn, der jung ist und gut aussieht", kam zuerst nicht wirklich an .... bis man den Witz verstand und mir versicherte, dass der Guide und ich in der Lodge natürlich jeder ein Zimmer hätten 🙂. Statt des urigen Mushara Bush Camps war ich in der noblen, topmodernen Emanya Etosha Game Lodge untergebracht– das war für eine Nacht echt auszuhalten 😎.

Und so buchte ich genau zwei Wochen vor dem Abreisetermin diese Rundreise – ein Hoch auf die tollen Damen der Rundreisen-Webseite und den rührigen Reiseanbieter, der das noch auf die Beine gestellt hat. Bei beiden kann ich nur sagen – immer wieder gerne!!!

Und das war unsere geplante Route:
Tag 1: Abflug ab Frankfurt mit Air Namibia nach Windhoek
Tag 2: Ankunft in Windhoek, Stadtbesichtigung, Essen in Joe‘s Beerhouse. Übernachtung: Casa Piccolo Guesthouse.
Tag 3: Windhoek – Kalahari: Über Rehoboth in Richtung Mariental zur Bagatelle Kalahari Game Ranch (300 km)
Tag 4: Kalahari – Namib-Wüste: Fahrt nach Sesriem. Übernachtung: Elegant Desert Lodge (450 km)
Tag 5: Namib-Wüste: Fahrt ins Sossusvlei, weiter zum Sesriem-Canyon. Übernachtung: Rostock Ritz Desert Lodge (250 km)
Tag 6: Namib-Wüste – Swakopmund; Übernachtung: Swakopmund Guesthouse (250 km)
Tag 7: Swakopmund: freier Tag mit Ausflug mit dem Katamaran; Übernachtung: Swakopmund Guesthouse
Tag 8: Swakopmund – Erongo-Gebirge, Spitzkoppe und Gamedrive. Übernachtung Onduruquea Guestfarm (250 km)
Tag 9: Erongo-Gebirge – Damara-Land (Kamanjab): "Versteinerter Wald“, Twyfelfontein. Übernachtung: Huab-Lodge (500 km)
Tag 10: Freier Tag, nachmittags Gamedrive auf der Farm. Übernachtung: Huab Lodge
Tag 11: Damara-Land – Etosha-Nationalpark: Erster Gamedrive. Übernachtung: Okaukuejo Camp. (350 km)
Tag 12: Etosha-Nationalpark: Gamedrive. Übernachtung: Emanya Etosha Lodge (150 km)
Tag 13: Etosha – Waterberg: Otjikoto-See, Hoba-Meteorit, Gamedrive. Übernachtung: Waterberg Plateau Lodge (400 km)
Tag 14: Waterberg – Windhoek: über den Handwerkermarkt in Okahandja zum Flugplatz (300 km)
Tag 15: Ankunft in Frankfurt


Tag 1, 17. Mai 2018

Zwei Wochen später ging es also schon los. Mit dem Zug von Aachen zum Frankfurter Flugplatz und mit Air Namibia über Nacht nach Windhoek.


Tag 2, 18. Mai 2018

Noch nicht mal 6 Uhr morgens – wir landeten überraschend früh in Windhoek, müde und durchfroren ging es zur Passkontrolle, die zum Glück schnell ablief. Der Flugplatz ist sehr überschaubar, und so sah ich unseren Guide fast auf den ersten Blick. Ein sehr sympathischer Deutsch-Namibier namens Armin. Zur Gruppe gehörten zwei Paare, so dass wir zu Fünft plus fahrender Guide in dem Safarijeep waren.

Armin weiß natürlich, was man nach so einer langen Reise benötigt – einen Kaffee. Und so fuhren wir auf die Heja Game Lodge (danke an Logi, der zu Recht vermutete, dass es diese Lodge war. Ich hatte den Namen vergessen) unweit des Flughafens, schön an einem See gelegen, und frühstückten erst einmal in Ruhe. Weiter ging es nach Windhoek zum Casa Piccolo Guesthouse, wo uns der Chef der namibischen Agentur empfing und uns über unsere Reise und die Stationen informierte – lachend mit dem Hinweis, dass ich ihnen ja etwas zusätzliche Arbeit gemacht hätte und dass man sich sehr gefreut hätte, dass es noch geklappt hätte.

Ein paar Stunden dürfen wir ausruhen, ehe es nachmittags zur Stadtrundfahrt ging, auf der wir unter anderem die alte Feste mit Museum, die Christuskirche, den Tintenpalast und die ehemalige Kaiserstraße gesehen.
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Da wir genug Zeit hatten ist Armin – vorbei an den Townships, wo er nicht anhalten wollte - auch außerhalb der Stadt zu einem Aussichtspunkt gefahren, so dass wir einen tollen Überblick über Windhoek hatten.

Abends stand dann Joe‘s Beerhouse auf dem Programm, scheinbar der Ausgangspunkt der meisten Reisen ab Windhoek, denn das kennen wohl die meisten Namibia-Reisenden. Uns hat es in dem urigen Restaurant gut gefallen, die Ausstattung ist ja sicher alles andere als gewöhnlich. Zumal auch das Essen (und die Getränke 😛 ) sehr gut war. So bot sich am ersten Tag ausreichend Gelegenheit, sich in der Gruppe zu beschnuppern und kennenzulernen, schließlich würden wir in den nächsten zwei Wochen die meiste Zeit zusammen verbringen. Schnell war das Urteil gefällt: Wir hatten es gut getroffen, waren eine lustige Truppe mit einem (zu 99,9 Prozent 🙂 , dazu später mehr) kompetenten Guide.
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Kaum wieder in unseren Zimmern im Guesthouse zurück, fing es an richtig an zu regnen, nachdem es zuvor immer wieder einzelne Schauer gegeben hatte. Fast während der gesamten Nacht rauschte der Regen wirklich in Strömen – das war ja fast wie zu Hause in Aachen. In der Tat war es so eine große Regenfront, dass sogar in der Namib-Wüste ausgiebige Regenfälle niedergegangen waren. Wir haben die Pfützen dort Tage später noch gesehen – ein so ungewöhnlicher Anblick, dass selbst Armin Fotos gemacht hat…..
zuletzt bearbeitet 25. Jan. 2019
16,9k Beiträge · seit 201225. Jan. 2019 · #2
Patoucha schrieb:Armin weiß natürlich, was man nach so einer langen Reise benötigt – einen Kaffee. Und so fuhren wir auf eine Lodge (deren Namen ich vergessen habe) unweit des Flughafens, schön an einem See gelegen, und frühstückten erst einmal in Ruhe.
Wahrscheinlich die Heja Game Lodge: http://www.hejalodge.com/facilities.html

Und ich bin gespannt auf Dein Fazit zu Onduruquea 😗

LG
Logi
1'822 Beiträge · seit 201625. Jan. 2019 · #3
Hallo,
ich glaube wir haben uns vor einiger Zeit einmal beim gemütlichen Grillen bei Sasa kennen gelernt.
Gern verfolge ich deinen Erstbesucherbericht und bin gespannt, wie du Namibia empfunden hast.

LG
Sascha
Website: www.picturesgonewild.de SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
Themenstarter63 Beiträge · seit 201725. Jan. 2019 · #4
Hallo Logii,

ich glaube, Du hast Recht. Ich war vor dem Kaffee noch nicht so aufnahmefähig 😛 , aber wenn ich mir die Bilder des Restaurants ansehe, dann denke ich, dass wir da gefrühstückt haben.

Vielen Dank und LG

Helga
Themenstarter63 Beiträge · seit 201725. Jan. 2019 · #5
Hallo Sascha,

stimmt, wir haben uns bei Sandra getroffen. Das war ein sehr netter Nachmittag. Der Wunsch, nach Namibia zu reisen, wurde immer stärker. Und ich habe mich echt gefreut, dass es so kurzfristig im Mai noch geklappt hat. Gefallen hat es mir auf jeden Fall sehr gut.
Ich werde weiter berichten.

Gruß

Helga
Themenstarter63 Beiträge · seit 201726. Jan. 2019 · #6
Tag 3, 19. Mai 2018

Am Morgen erinnerten nur noch einige Pfützen an den rauschenden Regen der vergangenen Nacht, der Himmel war wieder blau, die Temperatur angenehm. Abfahrt vom Casa Picolo Guesthous (einem netten kleinen Haus mit Zimmern um einen Pool gruppiert) war um angenehmen 9 Uhr, so dass die Tour eher gemütlich startete. Genauso gemütlich machten wir eine letzte Runde durch Windhoek und deckten uns an einem großen Supermarkt mit Proviant und Getränken für die rund 300 Kilometer lange Fahrt ein.
Kurz nachdem wir die Stadt verlassen hatten, sichteten wir erfreut die ersten Tiere, darunter eine Leopard-Schildkröte mitten auf der Straße. Unser Guide hat sie schnell auf die andere Straßenseite getragen.
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Über Rehoboth , knapp 90 Kilometer von Windhoek entfernt, ging es in den Süden in Richtung Mariental. In Rehoboth machten wir einen kleinen Stopp. Armin hatte uns unterwegs schon von der Geschichte der Baster erzählt, der Nachkommen aus Mischehen zwischen einheimischen Nama-Frauen und burischen Einwanderern, die hier ab 1871 ihren Stammessitz hatten. Die Baster schlossen einen Vertrag mit der deutschen Schutzmacht und weigerten sich im Ersten Weltkrieg gegen Südafrika zu kämpfen, da sie nicht gegen Weiße kämpfen wollten. An Infotafeln konnte man die Geschichte der Baster mit Fotos aus der damaligen Zeit nachlesen.
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Weiter ging es: Mittagspause war an einem schön ausgebauten Infopunkt mit Restaurant, das - für mich immer wichtig 😎 -einen tollen Kaffee anbot. Wir saßen draußen, auf einmal hörten wir lautes, aufgeregtes Gerufe von innen und haben neugierig nachgeschaut – da saßen einige einheimische Frauen vor dem TV und verfolgten unter lautstarken Kommentar die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan im TV. Das war irgendwie lustig, wie interessiert, die das kommentierten. Nach einem Blick auf Harry mit der Frage Bart oder nicht Bart (das interessierte den Guide) und aufs Kleid (das interessierte die Frauen) ging es weiter.

Auf dem Weg Richtung Mariental, quasi das Tor in die Kalahari, haben wir noch an einer kleinen Kirche gestoppt. Sofort kamen die Frauen in Schürzen aus dem Haus und haben in der Kirche für uns gesungen. Das war wirklich sehr schön, auch weil es sich gut angehört hat. Mit den Spenden wird die kleine Kirche unterhalten und restauriert.
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Tagesziel war die Bagatelle Kalahari Game Ranch, die wie eine Oase am Rand der südlichen Kalahari inmitten der roten Sanddünen liegt. Die unendlich erscheinende Dünenlandschaft war ein herrlicher Anblick – und so haben drei von uns (ich sagt der Jeck war natürlich dabei) auch sofort den nachmittäglichen Gamedrive gebucht, während die beiden anderen lieber auf der schönen Ranch relaxt haben. Untergebracht waren wir in hübschen kleinen Häuschen, zu denen man durch den roten Sand stapfen mussten.
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Unser Guide brachte die Koffer mit dem Landrover durch den Sand zu den Häuschen
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Es folgte ein schöner Gamedrive, auch wenn die meisten Tiere leider meist Reißaus nahmen – ein Zeichen dafür, dass dort gejagt wird. Wenn man es aus der Serengeti und Masei Mara kennt, dass die wilden Tiere alle seelenruhig neben dem Safariwagen stehen oder liegen bleiben, war dieser Anblick doppelt traurig. Trotzdem war es eine tolle Fahrt durch eine – aufgrund der roten Farbe – fast unwirkliche Landschaft.
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Auch kleine Tiere machen Freude: ein Tausendfüßler
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Auf einer herrlichen roten Düne traf man sich dann zum Sundowner. Es folgte ein schöner Sonnenuntergang bei einem guten Glas Wein (wie man sieht, habe ich es genossen) – aber richtig frisch war es inzwischen auch geworden.
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Zurück auf Bagatelle blieb gerade noch genug Zeit für eine Dusche, ehe wir uns zum (leckeren) Essen trafen. Mit großem Hallo wurde ein besonderer Gast am Büffet begrüßt – ein junger Eland-Bulle, der auf der Farm großgezogen worden war und der ungeniert schaute, ob es auch für ihn ein paar Leckereien gab. Nachdem er einen Schüssel runtergeworfen hatte, wurde er verjagt, war aber nach ein paar Minuten ebenso wie einiges anderes Getier wieder da.
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zuletzt bearbeitet 26. Jan. 2019
Themenstarter63 Beiträge · seit 201727. Jan. 2019 · #7
Tag 4, 20. Mai 2018

Zu gerne hätte ich einen morgendlichen Ausritt über die Farm gemacht, habe es aber sein lassen, weil wir erst um 9.30 Uhr zurück gewesen wären und um 10 Uhr Abfahrt sein sollte. Ein Pärchen ist auf den „Bush-Walk“ zu den San, den Ur-Einwohnern, gegangen, der wohl auch sehr lohnenswert war – aber sie erschienen verspätet erst kurz vor 10 zum Frühstück und zogen sich den Zorn unseres bis dahin so netten Guides zu. Und als ich dann zu dem danach sichtlich geknickten Mitreisenden auch noch sagte, er solle sich nichts draus machen, wir anderen hätten kein Problem, ein bisschen zu warten, zog ich mir dann meinerseits Armins Zorn zu – nur er hätte über die Zeiten zu entscheiden….. Er erwartete wohl ausschließlich „gehorsame“ Gäste, eine Rolle, die mir nicht unbedingt gottgegeben ist, so dass er sich schließlich 5 gegen 1 sah und schnell einlenkte, schießlich hatten wir ja auch nur eine Transittag vor uns. Zudem waren wir kein kompletter Bus, der auf einen Bummler warten musste, sondern eher eine Privatreise. Aber der Unmut war schnell wieder verflogen…..wir ließen uns die bis dahin prächtige Urlaubsstimmung nicht vermiesen.

So verließen wir Bagatelle, da hätte man es gut noch einen Tag ausgehalten. Und zum Abschied schaute noch ein Strauß vorbei:
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Rund 110 Kilometer später legte Armin einem Stopp auf Maltahöhe ein - das hatte er gut im Griff, dass man sich immer wieder die Beine vertreten und - ganz wichtig 😎 - einen Kaffee trinken konnte. Maltahöhe ist eins der ältesten Landhotels in Namibia von 1907 mit einer urigen Bar, in der es viel zu sehen gab. Nach der Besichtigung haben wir schön draußen gesessen - und auch da gab es "wilde" Tiere.....
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„Der Weg ist das Ziel“ – das gilt für Namibia ganz besonders, wie wir an diesem (und an vielen folgenden Tagen) mal wieder feststellen mussten. Und in Namibia gibt es viel Weg, ganz viel Weg und noch mehr Weg. Und viel Landschaft und noch mehr Landschaft und Landschaft ohne Ende. Manchmal fand ich das doch recht eintönig, wenn auch die Landschaft öfters wechselte und durchaus sehenswert war. Wie etwa bei der Fahrt über den Tsaris-Pass.
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Und wieder in der Ebene angekommen, sah man am Wegesrand immer mal wieder wilde Tiere, bevorzugt Oryx und Zebras.
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Weiter geht es Richtung Westen nach Sesriem, wo Elegant Desert Lodge unser Tagesziel war. Sie ist Ausgangspunkt für Ausflüge zu den riesigen Wanderdünen des Sossusvlei in der Namib-Wüste. Da wir relativ zeitig da waren, konnten wir die schöne Lodge noch etwas genießen, spazieren gehen und relaxen. Und nach einem wirklich guten Abendessen in dem sehr schönen Restaurant ging es zeitig ins Bett, denn wir mussten um 5 Uhr wieder aufstehen. 😮
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zuletzt bearbeitet 27. Jan. 2019
Themenstarter63 Beiträge · seit 201728. Jan. 2019 · #8
Tag 5, 21. Mai 2018

5 Uhr: Es war kalt, es war dunkel, und es war sehr früh – alles schon alleine für sich nicht mein Ding und zusammengenommen..... 😠 Urlaub ist eben nicht immer nur Vergnügen..... Aber schließlich ist man nicht alle Tage in der Namib-Wüste, älteste Wüste der Welt. Entsprechend schweigsam verließ ich mein schönes kuscheliges Zimmer und erschien samt Gepäck zu einer Tasse Tee im Hauptgebäude der Lodge. Zum Glück waren die Mitreisenden um diese Zeit ebenfalls noch schweigsam.
Kurz darauf ging es schon los, da Armin zur Öffnung des Gatters in Richtung Sossusvlei vor Ort sein wollte. Es hatten sich schon einige Fahrzeuge eingefunden, die ebenfalls pünktlich zur Öffnung gegen 6.30 Uhr einfahren wollten, aber wir waren ziemlich bei den Ersten. Als das Gatter geöffnet wurde, fuhren wir gemütlich in einen schönen Sonnenaufgang,während andere Autos an uns vorbeirasten. Die Leute wollten wohl alle als Erste an den Dünen sein. Dabei war es ein toller Anblick, wie die ersten Dünen, die in der Ferne erschienen, langsam in der Sonne erstrahlten.
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Es war ein bisschen eine unwirkliche Stimmung: Die Sonne tauchte die Landschaft in viele Farben, die ständig wechselten, je höher sie stieg. Die Tiere wurden deutlich munterer, wir sahen unter anderem die ersten Oryx, viele Vögel und  kleine Hühner.
Mehrere Ballons waren in den Sonnenaufgang aufgestiegen – mein Neid war mit den Passagieren, denn aus Kappadokien und Kenia weiß ich, wie schön so eine Ballonfahrt ist (auch wenn sie sehr teuer ist). Von oben sieht die Landschaft sicher noch eindrucksvoller aus. Da Armin sich nie erklären konnte, wieso ich mit meiner vermeintlich kleinen Kamera (Canon Powershot) so gute Teleaufnahmen machen konnte, habe ich nur für ihn die Passagiere im Korb ganz nah herangeholt....
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Armin selbst war sehr beeindruckt von den oben schon erwähnten - schon bedeutend größeren - "Pfützen", die rechts und links der Straße zu sehen waren – ein auch für ihn als erfahrener Guide ein ungewohnter Anblick.
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Weiter ging es ins Sossuvlei hinein zu den berühmten roten Dünen der Namib. Weit von den anderen Autos parkte Armin unseren Landcriuser (danke Cruiser für die Korrektur 😉 ), und wir gingen zur Fuß der Düne. Armin klärte uns über die Entstehungsgeschichte auf, plastisch mit einer Zeichnung im Sand dargestellt.
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Und ich wäre so gerne auf die Düne gestiegen, aber ich musste verweigern, mein kaputtes Knie meckerte schon nach dem kurzen Fußweg im Sand (das kenne ich leider vom Strand auch so und hatte es daher befürchtet) und wurde sofort dick. So konnte ich leider nicht mit den anderen die rote Düne erklimmen. Aber ich habe sie mit der Kamera auf ihrem Weg verfolgt und bildlich festgehalten – und gemütlich auf einem Sandhügel sitzend auch so den Ausblick auf die Dünen und die Sonne genossen. Denn inzwischen war es schon wieder schön warm geworden.

(das Foto ist vom Handy, mit der Kamera habe ich es vergessen 🙁 )
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Die Mitreisenden hoch......
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.......Armin wieder runter.
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Leider habe ich so natürlich auch den Ausblick auf das Dead Vlei verpasst (das tolle Foto hat mir Sasa zum Trost geschickt, danke dafür)
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Nach einer Mittagspause mit einem leckeren Eis – und natürlich Kaffee – ging es weiter zum Sesriem-Canyon, den die anderen hinabkletternd erkundeten. Ich blieb – siehe oben – mit dickem Knie lieber in der Sonne sitzen und habe die Natur auch so genossen. Verpasst habe ich nicht viel – viele Steine und eine Schlucht halt, das wäre das Risiko mit meinem Knie nicht wert gewesen. Die anderen haben für mich Fotos zur Ansicht gemacht.

Ich von oben .......
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...... die anderen von unten.
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Der nächste Programmpunkt war dann wieder mehr nach meinem Geschmack – es gab endlich mal wieder einen guten Kaffee. Und dazu herrlichen, selbst gebackenen Apfelkuchen, für den „Moose McGregor‘s Desert Bakery“ berühmt ist. Percy „Moose“ McGregor hat den kleinen Flecken Solitaire, der fast nicht mehr als eine Straßenkreuzung mit einer Tankstelle, einem Laden und eben der Bäckerei ist, mit seinem Apfelkuchen berühmt gemacht. Selbst in Reiseführer wird die Apple Pie in Solitaire als „bester Apfelkuchen in Afrika“ gerühmt. Und so haben wir uns natürlich alle ein Stück gegönnt – und das war wirklich sehr lecker (auch wenn die Sahnemaschine kaputt war).
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Auch draußen gab es einiges zu entdecken: Alte Autos waren um die Tankstelle, Laden und Bäckerei gruppiert und gaben dem Versorgungspunkt im Namib-Naukluft-Park fast ein historisches Aussehen. Es ist übrigens die einzige Tankstelle und der einzige Lebensmittelladen zwischen Walvis Bay und Windhoek einerseits sowie zwischen Walvis Bay und Sossusvlei andererseits, so dass hier wohl die meisten Reisenden durch die Region vorbeikommen (und auch mal stoppen sollten, es lohnt sich).
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Unser Ziel war an dem Tag nach insgesamt rund 250 Tageskilometern die traumhaft inmitten purer Natur gelegene „Rostock Ritz Desert Lodge“. Untergebracht waren wir in urigen kleinen Rundhütten mit einem sagenhaften Blick über die Landschaft. Dort haben ich auf meiner Terrasse einen schönen Sonnenuntergang erlebt und dabei Zebras, Antilopen und Klippschliefer beobachtet. Nur Erdmännchen (Sasa hatte erzählt, dass da eine Kolonie lebt) haben wir keine gesehen, man sagte uns, dass diese ausgewildert worden seinen, sie aber ab und zu noch zu Besuch kämen.
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Ein wie immer gutes Essen rundete einen schönen Tag ab. So früh gehe ich zu Hause so gut wie nie ins Bett, aber hier sind wir nach einem oder zwei Gläschen Wein immer sofort in die Kissen gesunken.
zuletzt bearbeitet 29. Jan. 2019
2'530 Beiträge · seit 201129. Jan. 2019 · #9
Patoucha schrieb:
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Weit von den anderen Autos parkte Armin unseren Landrover, ...
So, so ... Land Rover!? 🤩

Trotzdem Danke für die vielen Bilder.

Wer hat den bei Rostock oben beim Weg zu den Chalets das Zelt aufgeschlagen? 🤨
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
zuletzt bearbeitet 29. Jan. 2019
Themenstarter63 Beiträge · seit 201729. Jan. 2019 · #10
Hallo Cruiser,

keine Ahnung, was das für ein Auto war. Für mich sind Landrover oder Jeep der Überbegriff für solche Autos. Kann es sein, dass es ein Toyota war? So was interessiert auch nur Männer.... 😎 😄 Ich werde mal sehen, ob ich die Marke auf anderen Fotos identifizieren kann.

LG Helga
2'530 Beiträge · seit 201129. Jan. 2019 · #11
Land Cruiser ! 😉
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
Themenstarter63 Beiträge · seit 201729. Jan. 2019 · #12
Tag 6, 22. Mai 2018
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Der morgendliche Ausblick von meiner Terrasse - herrlich. Um 9 Uhr, einer auch für mich erträglichen Uhrzeit, verließen wir nach einem ausgiebigen Frühstück (die anderen, ich selbst bin nicht so der große Frühstücker) die schöne Rostock Ritz Lodge wieder, in der wir gerne einen Tag länger geblieben wären, zumal man da auch diverse Ausflüge angeboten bekam.
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Und dann machten wir uns auf die rund 250 Kilometer lange Strecke in Richtung Swakopmund. Wie war das mit dem Weg….? Aber die Sonne schien schön, und so wurde die Fahrt nicht langweilig, da es viel zu sehen gab und Armin – das ist ein großes Plus einer organisierten Reise – uns immer mit Informationen und vielen Geschichten „fütterte“. Zu seiner großen Zufriedenheit war die Piste wohl kurz zuvor neu bearbeitet worden und ließ sich größtenteils gut fahren.

Wir hatten einen schönen Blick auf die Landschaft und die Strecke, die uns zum „Tropic of Capricorn“ (Wendekreis des Steinbocks), dem südlichen Wendekreis führte. (Da fällt sicher den meisten gleich das berühmte Buch „Wendekreis des Steinbocks“ von Henry Miller ein, eine Milieustudie der USA in der 1920er Jahren. Immer noch lesenswert.) Hier am 23. Breitengrad ist die südlichste Stelle auf der Erde, an dem die Sonne mittags im Zenit steht. Das nördliche Pendant dazu ist der „Wendekreis des Krebses".
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Weiter ging die Fahrt durch ein sehr reliefiertes Gelände mit vielen Kuppen, nach denen man immer wieder neue Ausblicke auf die grandiose Landschaft hatte. Zunehmend wurde die Umgebung bergiger, die Straße steiler. Wir fuhren über den Gaub.Pass und den Kuiseb-Pass. Hier ist die Landschaft anders als in der Ebene schroff und steinig.
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Danach wurde es dann aber – sorry – etwas langweilig, denn die schnurgerade Straße führt durch die karge Namib-Wüste, so dass wir froh sind, als wir nach rund eineinhalb weiteren Stunden in der Ferne Walvis Bay sichteten. Erste Dünen tauchten nun auf dem Weg am Straßenrand auf. In Walvis Bay, der drittgrößten Stadt Namibias und der einzige Tiefseehafen des Landes, machten wir einen Stopp in der Lagune, die durch die Sandbank Pelican Point geschützt ist, um die Flamingos, Pelikane und Damaraseeschwalben zu fotografieren. Doch leider war es dort ziemlich nebelig und grau, die Sonne hatte sich auf einmal verkrochen, und die schönen rosa Vögel machten nicht so viel her wie gewöhnlich.
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Der Nebel kam nicht von ungefähr, die kalte Luft des Atlantiks trifft hier auf die warme Lüft aus der Wüste. Östlich der Bucht beginnt mit Küstendünen wie der Dune 7 die Namib-Wüste. Rund 30 Kilometer waren es noch von hier aus bis nach Swakopmund, der „deutschen Stadt“. Wir fuhren eine wunderschöne Küstenstraße, teilweise von Palmen gesäumt, entlang, auf der einen Seite der Atlantik, auf der anderen die Dünen – und plötzlich war auch die Sonne wieder da und der Himmel wieder strahlend blau.

In Swakopmund angekommen, checkten wir im „Swakopmud Guesthouse“ ein. Wir hatten Glück und waren alle in einem Nebengebäude auf der anderen Straßenseite unterbracht, wo die modernen Zimmer sich um einen kleinen, idyllischen Innenhof scharen. Der Rest des Nachmittags war frei, der Abend eigentlich auch. Aber Armin hatte scheinbar Sorge, uns aus "seinen Klauen" zu entlassen und hatte für den Abend einen Tisch reserviert. Und dass, obwohl er in Swakopmund zu Hause und froh ist, zwei Nächte in seinem eigenen Bett schlafen zu können (und uns mal los zu sein).
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Nach einer kleinen Ruhepause erkundeten wir Swakopmund – individuell, was ich nach dem „Gruppenzwang“ immer ganz schön finde. Nicht, dass die anderen nicht nett und lustig wären, aber mal alleine zu bummeln, ist erholsam. Man merkte die deutsche Vergangenheit der Stadt, nicht nur an Häuser- und Straßennamen. Immer noch leben hier die Nachfahren ehemaliger Kolonisten und Staatsbeamter aus der deutschen Kolonialzeit. Deutsche Architektur wie der alte Staatsbahnhof, das alte Gerichtsgebäude und das Woermannhaus sind fotogene Zeugnisse dieser Epoche. Und überall hört man deutsche Sprache, auch wenn heute nur noch 5 Prozent der Einwohner (wie Armin) deutscher Abstammung sind. Interessant war auch die alte Buchhandlung, in deren Schaufenster dreiviertel der Bücher in deutscher Sprache waren.
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Nach einem ausgiebigen Rundgang leider war es zeitweise wieder ein bisschen diesig - zog es mich ins Café Anton. Schließlich wird in jedem Reiseführer der leckere deutsche Kuchen angepriesen und vor allem gibt es – ja ganz richtig – leckeren Kaffee. Das Café selbst ist kein architektonisches Kleinod, aber man sitzt draußen ganz nett mit Blick auf die Umgebung. Als ich da so saß und meinen – nein, nicht die berühmte Schwarzwälderkirschtorte – Käsekuchen genoss, kamen die ersten beiden Mitreisenden um die Ecke und fragten, ob sie sich zu mir setzen dürften. Kaum war deren Kuchen auf dem Tisch, kamen auch die beiden anderen, und so waren wir zum Schluss doch wieder gemütlich vereint und haben eine lustige Kaffeerunde gemacht.
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Abends ging es dann in „Kucki’s Pub“. Armin hatte für uns auf der ersten Etage einen runden Tisch in einem angrenzenden Raum reservieren lassen. Und wir haben fürstlich gegessen. Obwohl es irgendwie schon etwas pervers ist, dass man die Tiere tagsüber in freier Wildbahn bewundert und sie abends dann genüsslich verspeist. Aber das Carpaccio vom Springbock war wirklich sehr lecker….. und ich liebe Carpaccio so sehr. Ebenso ein Mitreisender, und nachdem wir an den folgenden Tagen auch Carpaccio vom Rind und vom Oryx probiert haben, waren wir beide der Meinung, dass das vom Springbock bei „Kucki“ das Beste war. Wir hatten einen echt tollen Abend mit leckerem Essen und viel Spaß.
zuletzt bearbeitet 30. Jan. 2019
Themenstarter63 Beiträge · seit 201729. Jan. 2019 · #13
okay, danke. Aber wenn mich ein Mann beim nächsten Mal um ein "Tempo" bittet, werde ich auch sagen, "sorry, ich habe nur ein ,Kokett' 😄 😎 😛 "

Nichts für ungut 😎
16,9k Beiträge · seit 201229. Jan. 2019 · #14
Patoucha schrieb:Das Pendant dazu bei uns im Norden ist der „Wendekreis des Krebses.
Soso. Ähem.... 😗

Oder wie sagte Loriot: ach was ?

LG
Logi
Themenstarter63 Beiträge · seit 201730. Jan. 2019 · #15
Hey Logi,

Du hast Recht, das ist missverständlich ausgedrückt. Ich habe es in den nördlichen Wendekreis geändert. "Bei uns" bezog sich auf Ägypten, meine "zweite Heimat", aber das weiß hier im Forum ja niemand.

Gute Nacht und liebe Grüße
Themenstarter63 Beiträge · seit 201730. Jan. 2019 · #16
Tag 7, 23. Mai 2018

Heute stand nach einem freien Vormittag eigentlich nur ein nachmittäglicher Ausflug nach Cape Cross zur dortigen Robben-Kolonie auf dem Plan. Das waren 115 Kilometer Fahrt (eine Strecke) bis zu diesem Reservat auf der Landspitze im Atlantik. Nach dem tollen Abend in „Kucki’s Pub“ waren wir uns aber ohne Diskussion einig, dass wir Armin einen freien Tag in Swakopmund gönnen und die insgesamt 230 Kilometer lange Fahrt ausfallen lassen würden. Das freute unseren Guide zwar, einen Tag ohne uns wollte er aber trotzdem nicht verbringen und überraschte uns damit, dass er auch für diesen, eigentlich freien, Abend schon längst wieder einen Tisch für uns alle reserviert hatte. Wir haben uns nicht gewehrt, da wir dachten, Armin wird schon eine gute Wahl getroffen haben – und wir wurden nicht enttäuscht.

Wir Fünf hatten uns alle entschieden, die (obligatorische) Katamaranfahrt (sagte ich schon, dass ich Wasser und Boot fahren liebe? 🙂 ) zu machen und wurden morgens von einer Agentur mit einem kleinen Bus im Guesthouse abgeholt. Erster Stopp war bei den Flamingos vom Tag zuvor in Walvis Bay, die diesmal im herrlichen Sonnenschein stolzierten.
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Weiter ging es zum Hafen, wo wir fünf das Oberdeck auf dem Katamaran eroberten. Kaum aus dem Hafen raus, kletterte eine junge Robbe an Bord und ließ sich füttern. Okay, aus Natursicht sicher fragwürdig, trotzdem natürlich für uns schön, das Tier zu beobachten, wie es an Bord rumstolzierte.
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Später haben wir hunderte seiner Verwandten auf einer Sandbank gesichtet, leider war es da aber ziemlich diesig zu dem Zeitpunkt, so dass die Fotos alle wie hinter einem Schleier aussehen. Auf der Rückfahrt gesellten sich einige Delphine zu uns, der Heaviside-Delphin, die mit ca. 1,70 Meter Länge zweitkleinste Art der Welt, die ausschließlich an der Küste von Namibia und der Westküste von Südafrika anzutreffen ist. Die munteren Gesellen hatten aber keine Lust auf Fotos. Für Wale war es die falsche Jahreszeit.
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Auf der Rückfahrt gab es obligatorisch Austern und Champagner auf dem Katamaran. Ich muss so glibbrige Dinger ja nicht haben und hatte die bisher immer bei Einladungen ausgeschlagen. Aber da Armin gesagt hatte, die namibischen Austern seien die besten der Welt, habe ich gesagt, ich probiere eine, damit das Thema Austern dann für alle Zeit vom Tisch ist. Tapfer habe ich sie in den Mund gesteckt, wollte automatisch drauf beißen, als der neben mir Mann (der lachend mein Smartphone genommen hatte, um ein Foto von mir zu machen) schnell sagte „nein, nur schlucken“. Das habe ich dann getan – es hat nur nach Meerwasser und Zitrone geschmeckt. Ich habe schnell mit Champagner hinterher gespült – und das Ganze überlebt!!! Nun kann ich allerdings noch weniger verstehen, was die Leute daran finden – und vor allem, warum sie so viel Geld dafür ausgeben. Meine Mitreisenden, die bis auf einen nicht so mutig waren, hatten jedenfalls ihren Spaß an meinem Gesicht, das Bände spricht…..
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Nach der Rückkehr war der Nachmittag somit frei, und nach einem bisschen Ausruhen, bin ich wieder durch Swakopmund, das diesmal in strahlendem Sonnenschein lag, gebummelt, habe ein paar Andenken und Geschenke gekauft, natürlich wieder einen leckeren Kaffee mit Kuchen im Café Anton getrunken bzw. gegessen. Bei dem schönen Wetter war die Architektur aus der Kolonialzeit besonders eindrucksvoll. Diesmal waren der Leuchtturm und die Mole auch nicht von Nebelschleiern umgeben. Auf dem Rückweg zum Guesthouse bin ich diesmal auch durch die neue Fußgängerzone gebummelt – sehr hübsch gemacht.
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Abends hat Armin uns dann am Guesthouse abgeholt und wir sind durch Swakopmund zum „The Tug“, einem Restaurant direkt an der Landungsbrücke mit tollem Meerblick, das um ein altes Schiff herumgebaut wurde. Man kann von hier wunderbar den Sonnenuntergang über dem Meer sehen. Eine herrliche Atmosphäre. Man hatte uns den Kapitänstisch oben reserviert – und wir haben wieder super (wie eigentlich fast immer in Namibia) gegessen. Diesmal gab es Carpaccio vom Rind – ich muss sagen, dass ich als Fleischesser in Namibia gut auf meine Kosten gekommen bin.
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zuletzt bearbeitet 30. Jan. 2019
Themenstarter63 Beiträge · seit 201701. Feb. 2019 · #17
Tag 8, 24. Mai 2018

Nach diesem eher faulen Tag machten wir uns am nächsten Morgen auf von der Atlantikküste in Richtung Erongo-Gebirge. Mal wieder lagen rund 250 Kilometer Fahrtstrecke vor uns. Zwischenstation war nach etwa 120 Kilometer natürlich am Granitberg Spitzkoppe, der schon von weitem in der Ebene zu sehen ist.
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Dort haben wir uns mit einem einheimischen Führer bei einem Spaziergang neben der Flora und Fauna (wie u.a. Stinkbaum und Wolfsmichgewächs) vor allem die jahrtausendealten Felsgravuren angesehen. Die bekannteste Fundstelle ist das Buschmann-Paradies, ein historisches Siedlungsgebiet mit Felsformationen und Höhlensystem. Leider sind diese Malereien durch Vandalismus größtenteils zerstört.
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Anschließend ging die gut eineinhalbstündige Fahrt weiter zur Onduruquea Guestfarm, 20 Kilometer südlich von Omaruru. Die 16000 Hektar große Farm, bis Ende 2017 unter dem Namen „Namib Guestfarm Onduruquea” bekannt, wird seither von einer niederländischen Familie betrieben. Wir wurden von dem Chef Marcel, der als Direktor im Export Stahlindustrie arbeitete und nach Namibia auswanderte, freundlich empfangen – und es gab erst mal einen Kaffee (und Kuchen). Somit war mir die Farm natürlich sofort sympathisch. Wir hatten jeder ein Häuschen auf der Farm, das Zimmer war fast ein kleiner Ballsaal.
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Danach ging es mit dem Besitzer Marcel persönlich zu einer Rundfahrt über die Farm, bei der wir viele Tiere wie Springböcke, Impalas, Oryx, Gnus, Kudus, Strauße sahen, aber auch Giraffen, die lässig unseren Weg kreuzten. Die waren deutlich entspannter, als auf Bagatelle. Der Farmer erklärte uns, dass man zwar auf der Farm auch Wildtiere jage, aber dass man sich mit den Besitzern der umliegenden Farmen geeinigt hätte, alle nur in einem entlegenen Gebiet zu jagen, so dass die Tiere um die Farmen herum entspannter daherkommen. Geparde und Leoparde sollen ebenfalls auf der Farm leben, leider haben wir aber kein Raubtier gesichtet.
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Es war eine herrliche Fahrt durch eine Landschaft, die mal wieder völlig anders daherkam, als in den Tagen zuvor. Kurz vor Sonnenuntergang sind wir dann zum „Kilimandscharo“ gefahren. So heißt der farmeigene Aussichtspunkt auf einem Hügel, wo man auch Barbeque machen kann. Hier nahmen wir unseren Sundowner, beobachten einen schönen Sonnenuntergang, bevor es wieder zurück zur Farm ging.
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Auf das Abendessen waren wir besonders gespannt, denn Marcels Schwiegersohn Ron hat schon in Sternerestaurants in den Niederlanden gekocht. Und sein Ziel ist es, auch selbst einen Stern in Namibia zu bekommen. Ron möchte traditionell afrikanische Küche mit der raffinierten französischen Küche kombinieren. Entsprechend ausgefallen war das Essen, alles sehr lecker, trotzdem war ich nicht so ganz begeistert. Es gab z.B. Carpaccio vom Oryx, das aber so von anderen Zutaten überlagert wurde, dass man das Fleisch kaum noch herausschmeckte. Was mir persönlich nicht so gut gefallen hat – einer Mitreisenden um so mehr, da sie eigentlich kein Carpaccio mag und froh war, dass es nicht wie solches schmeckt….aha. Ich finde zwar, der Sinn von Carpaccio sollte sein, auch wie solches zu schmecken, aber so unterschiedlich können die Ansichten sein. Das Essen war wirklich gut, mir aber etwas zu überkandidelt.
zuletzt bearbeitet 01. Feb. 2019
16,9k Beiträge · seit 201201. Feb. 2019 · #18
Patoucha schrieb:
Anschließend ging die gut eineinhalbstündige Fahrt weiter zur Onduruquea Guestfarm, 20 Kilometer südlich von Omaruru. Die 16000 Hektar große Farm, bis Ende 2017 unter dem Namen „Namib Guestfarm Onduruquea” bekannt, wird seither von einer niederländischen Familie betrieben.....

.... Der Farmer erklärte uns, dass man zwar auf der Farm auch Wildtiere jage, aber dass man sich mit den Besitzern der umliegenden Farmen geeinigt hätte, alle nur in einem entlegenen Gebiet zu jagen, so dass die Tiere um die Farmen herum entspannter daherkommen.
Das ist so nicht richtig. Onduruquea und die umliegenden Farmen haben insgesamt eine Fläche von +/- 16.000 Hektar und alle Farmen auf dem Gelände gehören einem Eigentümer. Es ist ein deutscher Unternehmer. Deswegen stehen ja auch überall seine Initialen: RL.

Die Farmen sind jeweils unterschiedlich verpachtet und man hat immer schon darauf geachtet, sich untereinander mit den Gästen nicht ins Gehege zu kommen.
Patoucha schrieb: Entsprechend ausgefallen war das Essen, alles sehr lecker, trotzdem war ich nicht so ganz begeistert. Es gab z.B. Carpaccio vom Oryx, das aber so von anderen Zutaten überlagert wurde, dass man das Fleisch kaum noch herausschmeckte....
.... Das Essen war wirklich gut, mir aber etwas zu überkandidelt.
Das ging uns allen so!
Für 3 Scheibchen auf dem Teller 8 verschiedene Zutaten war uns ebenfalls zuviel des Guten. Und Molekularküche mit Schäumchen und Gedöns muß man auch mögen. 😗

LG
Logi
Themenstarter63 Beiträge · seit 201713. Feb. 2019 · #19
Hallo Logi,

sorry, dass ich erst so spät antworte, eine Grippe hat mich flach gelegt.

Du wirst vermutlich Recht haben, ich habe nur das wiedergegeben, was Marcel uns gesagt hat, ohne es in Zweifel zu ziehen oder noch mal gegenzuchecken. Ich habe aber auch nicht geschrieben, dass er der Besitzer ist, sondern dass er die Farm betreibt. Die Größe von 16000 Hektar steht so allerdings auch auf der Webseite wie ich gerade noch einmal nachgeschaut habe.

Ja, das Essen war zwar lecker, aber ziemlich speziell......und ganz satt waren wir an dem Abend auch nicht 😉
16,9k Beiträge · seit 201213. Feb. 2019 · #20
Patoucha schrieb:Die Größe von 16000 Hektar steht so allerdings auch auf der Webseite wie ich gerade noch einmal nachgeschaut habe.
Ja, ich weiß. Man versucht so ein bisschen die genauen Verhältnisse nicht ganz so deutlich zu beleuchten, da es sich bei den Nachbarn um Jagdfarmer handelt - und man will da die Gäste von Onduruquea nicht mit so unbedeutenden Details verschrecken. 😉

LG
Logi