wir sind gestern morgen von einer fantastischen Reise durch den Süden Namibias und den KTP zurückgekehrt. Obwohl es unsere 8. Reise war, haben wir doch wieder viel Neues, nur Schönes und Wunderbares erleben dürfen. Ich weiß ja, dass ich schon vor langem mein Herz dort verloren habe, aber das Heimkommen ist trotzdem jedes Mal wieder schlimm, denn nun beginnt das Warten auf das nächste Mal... Andererseits fängt jetzt die spannende Arbeit des Fotosortierens und Albumerstellens an, das liebe ich, denn so kann man die Reise ja nochmal in Ruhe Revuepassieren lassen. Da es hier inzwischen wahnsinnig viele Berichte gibt, werde ich keinen ausführlichen Report unserer Reise einstellen, sondern lediglich kurz zusammenfassen, was wie gelaufen ist und wie ich die Campsites und Unterkünfte bewerte.
Die Eckdaten sind wie folgt: Abflug am 7.12. mit Air Namibia Auto Hilux 4x4 Automatik mit Campingausstattung von Safari Car Rental 8.12. Windhoek Mountain Lodge 9.-11.12. Camp Gecko 11.12. Namib Dune Star 12.12. Tsauchab Camp 13.12.-15.12. Namibrand Family Hideout (Venus Campsite) 15.12. Kanaan Desert Retreat 16.12. Namtib Camp 17.-20.12. Eagles Nest (Klein Aus Vista) 21.12. Mesosaurus Fossil Camp 21.12.-1.1 KTP (Urikaruus, Polentswa, Gharagab, Grootkolk, Kielikrankie) 1.1. Anib Lodge Campsite 2.1. Voigtland Guestfarm (+ Tageszimmer? 3.1. Abflug
Wir sind 3.748 k. gefahren.
Gerne beantworte ich auch Fragen zu Strecken, Campsites etc!
Liebe Grüße von Tanja
Teil 206. Jan. 2019
So, dann geht es mal los. Wie gesagt, es wird kein richtig ausführlicher Reisebericht im klassischen Sinne...
Unsere Anreise mit der Bahn von Montabauer nach Frankfurt am 7.12. verlief glücklicherweise planmäßig, so waren wir sogar "überpünktlich" am Flughafen, denn wir hatten großzügig kalkuliert - der Air Namibia-Schalter hatte noch nicht mal geöffnet. Wir waren dann auch mit die ersten, die einchecken bzw. das Gepäck aufgeben konnten (online-check-in hatten wir schon am Vorabend gemacht, was auch tatsächlich funktioniert hat). Unser Flugzeug ist pünktlich gestartet, die Crew war freundlich, der Flieger nur zu ca. 60-70% gefüllt. Mein vorbestelltes vergetarisches Essen kam und schmeckte (allerdings beinhaltete das Frühstück am nächsten Morgen Wurst etc., was für mich aber auch kein Problem war, denn ich bin kein Vegetarier). Die Boardunterhaltung funktionierte auch - daher gebe ich für den Hinflug die höchstmögliche Punktzahl.
Die Einreisebeamtin war gewohnt unfreundlich und trug mir den 16.01.2018 als Aufenthaltsende ein. Zum Glück habe ich direkt nachgeschaut, den Fehler mit der falschen Jahreszahl moniert und es wurde korrigiert. Auf Zuruf schaute mein Mann am Nebenschalter auch schnell nach und siehe da, bei ihm war auch 2018 eingetragen. Sicher betraf das sämtliche andere Reisende, die dadurch hoffentlich bei der Abreise keine Probleme bekommen haben 😕
In der Zeit, in der mein Mann aufs Gepäck wartete, besorgte ich schon mal Bargeld: der 1. Schalter in der Halle spuckte die Karte aus, aber kein Geld, der eine Schalter draußen wollte nur 2.000 N$ geben, aber am 3. (von der FNB) konnte ich erfolgreich je 4.000 N$ pro Person abheben, was auch für die ganze Reise reichte. Noch schnell eine SIM-Karte gekauft (und direkt aktivieren lassen) und den lieben Hendrik von Safari Car Rental begrüßt, der schon auf uns wartete. Wir kannten uns noch vom letzten Mal. Er ist ein sehr liebenswerter Mitarbeiter, der uns mit zwei weiteren Paaren (Hallo Nadja 🤪 ) sicher zu Kappsfarm brachte, wo SCR seinen Sitz hat.
Teil 308. Jan. 2019
Weiter gehts mit der Fahrzeugübernahme bei Safari Car Rental. Wir hatten schon sehr früh gebucht und daher einen tollen Frühbucherrrabatt bekommen. Und das Auto war allererste Sahne! Ein Toyota Hilux DC - Neuwagen mit nur 59 km auf dem Kilometerstandsanzeiger (!), Automatik, brandneue Reifen und eine super Campingausstattung: alles in sehr gepflegtem Zustand, mit zusätzlicher Matratze, die das Schlafen sehr komfortabel machte. Wir hatten noch einen Potjie dazugebucht, ansonsten war alles dabei (gutes Bettzeug, Handtücher, Tischdecke, eine zusätzliche Box für Lebensmittel, Pannengedöns, Handfeger etc.). Es war eine Freude, dieses Auto zu fahren.
Die Einweisung erfolgte gründlich (in der Zwischenzeit wurde das in der Windhoek Schlachterei vorbestelle Fleisch geliefert) und gegen 10 Uhr rollten wir zufrieden Richtung City vom Hof.
Das ist er:
Teil 410. Jan. 2019
So, nun geht es auf Pad. Vom Autovermieter sind wir erst mal zu unserer 1. Station gefahren, der Windhoek Mountain Lodge nahe der B1 südlich von Windhoek, um dort unser Gepäck abzuladen und in Ruhe einkaufen zu können. Unser Zimmer (sauber, groß und mit Sofa) war schon bezugsfertig. Also abladen und wieder los, damit wir auch noch Alkoholika bekommen - es war ja schließlich Samstag mittag. Im Bottle Store neben dem Superspar Wein, Bier, Savanna, Gin, Appletizer, Tonic und Wasser, Wasser, Wasser besorgt und danach unsere riesige Einkaufsliste abgearbeitet: zwei Einkaufswagen voll von Salz & Pfeffer über Kartoffeln, Zwiebeln, Butternut und Duschzeug/Bodylotion bis zu Kerze, Servietten und Müllbeuteln. Puh, geschafft, danach wieder die paar Kilometer zurück Lodge und erst mal ein leckeres Stück Kuchen mit Kaffee/Tee genossen. Das Gelände der Lodge ist recht klein, wir haben uns im Schatten beim Pool aufgehalten, uns vom Flug erholt und erste Vogelbeobachtungen gemacht. So haben wir uns sehr über einen Scarlet-chested sunbird gefreut (leider kein Foto). Abends wurde gegrillt: Rind, Hühnerschenkel, Boerewurst, Maiskolben, dazu Kartoffeln und 4 verschiedene Salate. Es war ganz lecker, wobei der Nachtisch (Vanilleeis) etwas einfallslos war. Ich habe ihn mit einem doppelten Amarula gepimpt 🙂 Das Frühstück war auch gut, es gab für uns beide riesige Rührei-Portionen, und natürlich Brot, Müsli, Obst, so fühlten wir uns gut gestärkt, um Richtung Spreetshoogte loszudüsen, wo wir im Camp Gecko unsere ersten Campingnächte hatten. Fazit Windhoek Mountain Lodge: günstig gelegen kurz außerhalb Windhoeks, Essen und Unterkunft gut, recht preisgünstig, daher durchaus zu empfehlen.
Teil 512. Jan. 2019
9.12. Auf zu Camp Gecko! Über wenig befahrene Schotterstraßen und den aussichtsreichen Spreetshoogte Pass fuhren wir bei strahlend blauem Himmel Richtung Südwesten und erreichten am frühen Nachmittag das Camp Gecko. René empfing uns freundlich und freute sich über den aus Deutschland mitgebrachten Tabak. Wir hatten das Eagle Camp gebucht, was wunderbar an einem Hügel mit weitem Blick auf die Ebene liegt. Wir waren begeistert von der Aussicht, der Freilufttoilette und -dusche und dem Schattendach, unter dem es sich gut aushalten liess. Wir waren die einzigen Gäste, konnten uns so auch die beiden anderen Plätze mal anschauen und nach einem kurzen Spaziergang zum Farmhaus, wo wir uns länger als gedacht mit René verquatscht hatten, war dann das 1. Feuerchen des Urlaubs angesagt. Wir grillten die Elandsteaks (super zart) und den Butternut (super hart). Wir hätten ja eigentlich vorgewarnt sein müssen - schließlich haben wir nicht zum ersten Mal Butternut verarbeitet, aber irgendwie waren wir doch zu blauäugig, was die Garzeit anbelangt. Nun ja, wir haben ihn dann sozusagen als Nachtisch gegessen. (Er liess sich nicht erweichen, zu erweichen, wie mein Mann dazu treffenderweise in unser Reisetagebuch schrieb). Es war windstill und warm, als wir in unser Dachzelt krabbelten und uns auf die erste Campingnacht freuten...
Teil 617. Jan. 2019
Diese 1. Nacht wurde jedoch ab ca. 4 Uhr von einem heftigen Sturm jäh unterbrochen. Es rüttelte am Zelt, das Überzelt flappte lautstark und die klappernde Leiter wurde von den Böen immer wieder angehoben. An Schlafen war also überhaupt nicht mehr zu denken. Als es anfing zu dämmern, krochen wir aus dem Zelt und befanden, dass wir erst mal "Schutz" im Auto suchen. Wir vertrieben uns die Zeit damit, immer mal wieder die Ebene abzuglasen (heißt das wirklich so? Ich finde das Wort so toll 😁 ). Was für ein Glück - wir konnten es kaum fassen, als wir außer ein paar Springböcken ein Tier sahen, dass sich eindeutig wie eine Raubkatze bewegte und durch die Ebene ging. Kann das sein??? Und tatsächlich - es war ein Gepard! Besser gesagt, eine Gepardin, denn sie hatte, wie wir dann noch begeisterter feststellten, sogar zwei Junge im Schlepptau, die ganz verspielt hinter ihr her tapsten!
Als wir René am Vormittag von unserer Sichtung erzählten, war er Feuer und Flamme und ganz aufgeregt: in all den Jahren, die sie nun auf Camp Gecko sind, haben er und Heidi wohl erst 4x einen Geparden gesehen 😮
Was uns am Camp Gecko außerdem noch gut gefallen hat: die Elefantenspitzmaus, die während des Frühstücks zwischen den Steinen herumsprang, die schönen und interessanten Gespräche mit René und die Sundownerfahrt mit ihm (viele Zebras!), die liebenswerten Hunde, der Sternenhimmel, die Sitzgelegenheit und natürlich die Außendusche. Ich würde jederzeit wieder hinfahren!
Teil 721. Jan. 2019
Nach zwei Nächten im Camp Gecko zieht es uns weiter in den Süden zum Dune Star Camp. Natürlich machen wir den obligatorischen Stop an der Tankstelle in Solitaire, die in den letzten Jahren immer größer geworden ist. Trotzdem freuen wir uns immer über die schönen alten Autos und ein herzhafter Snack in der mittlerweile recht großen Bäckerei ist auch drin.
Teil 821. Jan. 2019
Da unsere Etappe nicht weit ist, kommen wir schon am frühen Nachmittag auf der Namib Desert Lodge an, von der aus man per Shuttle zum Dune Star Camp gebracht wird. Wir genießen es, ein paar Stunden am Pool zu entspannen, zu lesen und Vögel zu beobachten.
Gegen 17 Uhr werden wir zusammen mit einem südafrikanischen Paar zum Camp gefahren. Klasse, wir sind die einzigen Gäste, also nur eine kleine Gruppe, wie schön. Unser noch sehr junger Guide Manus ist leider wenig enthusiastisch, redselig oder aufgeweckt. Man könnte ihn durchaus als Trantüte bezeichnen. Aber wir unterhalten uns nett mit den Südafrikanern und sind schon sehr angetan von der Aussicht während der Fahrt. Am Camp angekommen, sind wir echt begeisert von der Lage der Häuschen in den Dünen. Wir haben das 2. Haus nahe des Haupthauses. Nach einem Willkommensdrink auf der Hauptterrasse geht es auch direkt schon los auf einen Dünenspaziergang, bei dem Manus uns einiges erklärt. Die Aussicht ist fantastisch. Beim Oryxköttelweitspucken passen wir, der Südafrikaner verliert knapp gegen Manus.
Teil 921. Jan. 2019
Noch ein paar mehr Bilder, weil es so schön war:
Das leckere Abendessen haben wir zusammen am großen Tisch eingenommen und sehr angeregte Gespräche mit den Südafrikanern geführt.
Danach wollte uns Manus noch einen Skorpion zeigen, daher ging es im Dunkeln nochmal in die Dünen. Er wurde allerdings nicht fündig. Für uns hieß es nun, das Bett auf die Terrasse zu rollen, den Sternenhimmel zu genießen und dann sanft in einen erholsamen Schlaf unterm Sternenzelt zu fallen. Die Versuche der Sternenfotografie sind leider nicht vorzeigbar.
Teil 1024. Jan. 2019
Leider war der nächste Morgen im Dune Star Camp alles andere als entspannt. Manus hatte uns am Vorabend gesagt, es würde um 7 zurückgehen und wir könnten dann in der Namib Desert Lodge frühstücken. Da hätte ich eigentlich schon reagieren müssen und fragen, ob man das nicht ein klein wenig nach hinten schieben kann, wenn die Südafrikaner einverstanden sind. So gab es um 6 Uhr heißes Wasser ins Häuschen zum gemütlichen Kaffee-/Teetrinken im Bett. Ich war natürlich schon vorher wach, um den Sonnenaufgang und das Morgenlicht fürs Fotografieren zu nutzen. Wenn man aber in Ruhe den Tee trinken möchte, sich ja auch noch anziehen und waschen muss, reicht die Zeit bis zur Abfahrt irgendwie so gar nicht 🤢 Auch noch überpünktlich wurden wir eingesammelt und meine Frage, ob wir nicht noch ein bisschen länger bleiben könnten, wurde mit Nein beantwortet, das wäre so mit der Lodge abgesprochen... Ich äußerte meinen Unmut über dieses unnötige Hetzen, auch später noch gegenüber der Managerin der NDL, die diesen engen Terminplan auch nicht nachvollziehen konnte, zumal wir ja nur 2 Gästeparteien waren, und es noch länger Frühstück gab. Ich fände es noch schöner, man würde das Frühstück noch im Dune Star Camp einnehmen, ansonsten ist die dort zur (freien) Verfügung stehende Zeit leider wirklich arg begrenzt. Daher ist mein Fazit nicht uneingeschränkt positiv: Lage, Essen, Häuschen top. Mit dem Guide hatten wir wahrscheinlich einfach nur Pech, und man sollte am besten abends schon fragen, ob nicht eine Abreise eine Stunde später auch geht, wenn die anderen Gäste auch damit einverstanden sind... Es ist ja nun nicht gerade günstig, da fände ich einen entspannteren Morgen schon gut. Trotzdem würde ich es wieder buchen 🙂
Nun ja, es gab leckeres Frühstück und gut gestärkt dank Rührei und einem Mega-Omelett fuhren wir erst mal zum Sesriem Canyon, den wir vor 15 Jahren das letzte Mal besucht haben. Die Pad war abwechselnd ok bis wellblechig. Vom Canyon waren wir sehr beeindruckt, vor allem war ich überrascht, dass in einem Seitenarm noch Pfützen standen, davon eine sogar recht groß. Die Steinwände hallten wider vom Gegurre der Tauben und da außer uns nur noch zwei weitere Touri-"Gruppen" unterwegs waren, war es ein schönes Erlebnis.
Teil 1126. Jan. 2019
Vom Sesriem Canyon fuhren wir bei wieder mal sehr heißen Temperaturen die recht kurze Strecke zum Tsauchab River Camp. Empfangen wurden wir von einem sehr freundlichen und redseligen Ehepaar aus Maltahöhe, das eigentlich schon in Rente ist, jedoch als Urlaubsvertretung den Managerjob in umliegenden Unterkünften übernimmt. Wir bekamen die Campsite "Drongo" zugewiesen. Sie liegt recht nahe des Haupthauses, so dass wir von unserem Platz zu Fuß dorthin gehen konnten, um eine Abkühlung im kleinen Pool zu nehmen und ein kühles Getränk zu genießen. Außer uns waren keine anderen Gäste da. Später kamen noch 4 Südafrikaner, die sich jedoch für einen Platz auf der anderen Straßenseite entschieden. Wir waren also völlig für uns und genossen das schöne Plätzchen sehr. Über das Gelände der Lodge sind unzählige witzige Skulpturen aus Metall verteilt, die alle mit sehr viel Liebe zum Detail gebastelt sind.
Abends bereiteten wir uns (nachdem wir etwas Wäsche gewaschen hatten - sogar eine Wäscheleine ist am Platz vorhanden) ein Wildfleisch-Potjie zu und freuten uns u.a. über folgende Tiere: Go-away-birds über uns im Baum, 3 Südliche Weißgesichtseulen, auf die wir von den aufgeregten Bülbüls aufmerksam gemacht wurden und einen Skorpion.
Weiß jemand, was für eine Art Skorpion das ist?
Das Besondere an "Drongo" ist übrigens das Waschhäuschen, was einen Feigenbaum integriert hat:
Wir mochten den Platz sehr und fanden es schade, nach einer Nacht schon weiter zu müssen.
Teil 1205. Feb. 2019
So, nach einer etwas längeren Pause geht es nun endlich weiter!
Am 13.12. mussten wir Tsauchab Auf Wiedersehen sagen. Zunächst machten wir einen kleinen Umweg über Neuras, das nur wenige Kilometer östlich von Tsauchab liegt. Wir waren neugierig auf das Weingut und hätten auch nix gegen den Kauf von ein paar Flaschen Wein gehabt. Jedoch war der Hauswein ausgetrunken, und der einzig verfügbare Rotwein war nach einem Probiergläschen bei meinem Mann (bei uns für den Roten zuständig) für den veranschlagten Preis durchgefallen - also sind wir ohne Weinnachschub weiter. Wir hatten aber auch eigentlich noch genug Vorräte aus Windhoek an Bord. Heute ging es zu einem Ziel, auf das ich mich besonders gefreut hatte: die Campsite Venus des Namibrand Family Hideouts. Schon der Weg dorthin war so toll, dass wir sehr oft für Fotostopps anhalten mussten.
Auf dem Weg vorbei am "Haupthaus" trafen wir auf Andrew, den sehr aufgeweckten und superfreundlichen Guide, der uns den Weg zur Campsite wies und unser Self-drive-Permit für die 4x4-Strecke bestätigte. Er wollte später noch bei uns vorbeischauen. Wir haben uns dann erst mal nur provisorisch häuslich eingerichtet, da wir folgenden Plan hatten: ehe wir das Dachzelt aufbauen, um es am nächsten Morgen für den Drive wieder ab- und danach wieder aufzubauen, machen wir doch bei der Hitze am späten Nachmittag den Drive und sparen uns einige schweißtreibende Handgriffe. Also ging es gegen 17.30 Uhr los. Das Licht war wunderschön, die Landschaft ebenso. Wirklich ein Traum!
Leider war dann an der letzten Düne erst mal Schluss, denn wir fuhren uns fest. Es war wohl nicht so schlau, nachmittags im (von SCR als Dauerbetrieb empfohlenen) Ecomodus die Düne mit dem superweichen Sand erklimmen zu wollen. Nun ja, nach kurzem Buddeln und etwas Hin und Her konnten wir aber glücklicherweise unsere Fahrt fortsetzen. An unserer Campsite angekommen, wollten wir 1. das Zelt aufbauen 2. zum Sundowner auf die "Hausdüne" 3. unsere Potjie-Reste vom Vortag vertilgen 4. duschen Und das war der Moment, als Andrew kam, um nach dem rechten zu sehen 🤪 Alle Aktivitäten etwas nach hinten verschoben, nett mit ihm gequatscht, und einen wunderbaren Abend genossen. Die Temperaturen kühlten kaum ab. Auf der Düne direkt nebenan entdeckten wir dann tatsächlich auch einen Skorpion der supergiftigen Sorte, der dort fleißig auf der Suche nach Insekten rumwuselte. Blöderweise habe ich kein Bild gemacht, das wollte ich am nächsten Abend machen, aber da liess er sich nicht blicken. Schade oder Gottseidank?!
Teil 1308. Feb. 2019
Um 10 vor 5 am nächsten Morgen krabbele ich nach einer sehr erholsamen Nacht aus dem Dachzelt, schnappe mir die Kamera und gehe in die Dünen. Etwas später kommt Uwe auch nach und wir staunen über das wunderbare Licht und die noch wunderbarere Einsamkeit.
1. Bild des Tages:
Teil 1408. Feb. 2019
Auch an diesem Tag ist es wieder sehr heiß: wir messen 40 Grad im Schatten. So sind nur leichte Tätigkeiten drin 😉 Lesen, Kartenspielen, Tagebuchschreiben, Abendessen vorbereiten (Couscous-Salat mit Feta und Tomate, Sprinbockfilets marinieren), mit Andrew quatschen (wir haben, weil wir ihn so mochten, für den Abreisetag noch einen Morningdrive mit ihm verabredet), und trinken, trinken, trinken. Und fotografieren. Und trinken...
Dank eines aufkommenden Windes wurde unser Feuer bald zu veritabler Glut und der Springbock war superzart - ein Gedicht! Leider war ja an diesem Abend der Skorpion nicht auf Beute aus, dafür waren wir begeistert, einen Gerbil zu entdecken, der unter unserem Auto rumwuselte und gaaanz niedlich war. Für ein Foto wars leider zu dunkel.
Um den Sternenhimmel mal ohne das "störende" Mondlicht zu genießen, hatte ich den Handywecker auf 2.30 Uhr gestellt. Rausgeschaut - Sternschnuppe - weiterschlafen 🤪
Um 5:30 Uhr klingelte er dann schon wieder, denn der Morning Drive sollte um 6 Uhr starten. Nach einer Tasse Tee und Rusks fuhren wir mit Andrew auf eine schöne zweistündige Tour, bei der wir viel Landschaft (heute mit Wolken extra hübsch), 2 Eulen, Springböcke, Oryx, Strauße und einen Löffelhund vor die Linse bekamen.
Teil 1508. Feb. 2019
Ich lasse mal noch ein paar Bilder sprechen:
Nach der Rückkehr wurde ausgiebig gefrühstückt, der ganze Krempel eingepackt und nachdem Andrew unseren Reifendruck wieder von 1,5 auf 1,8 bar aufgepumpt hatte, fuhren wir weiter: über Betta (tanken und Getränke kaufen - der Shop ist erweitert und echt gut) auf die D707.
Fazit Namibrand Family Hideout: wahrlich kein Schnäppchen, aber ich finde, das Geld ist gut angelegt. Ein sehr einsamer, gut gepflegter Platz, landschaftlich eh ein Traum, Andrew ist ein toller Guide und daher 11 von 10 Punkten!
Teil 1612. Feb. 2019
Auf nach Kanaan!
Da auch die Etappe vom Namibrand Family Hideout in die Tirasberge nicht allzu weit war, kamen wir trotz einiger kurzer Fotostopps um 14 Uhr auf Kanaan an - und waren tatsächlich die einzigen Gäste! Ursprünglich wollten wir hier 2 Nächte bleiben, dies war uns bei näherer Betrachtung der Preise aber dann doch zu teuer und so hatten wir uns entschieden, nur eine Nacht Kanaan zu buchen (inkl. Sunset- und Dünentour) und die 2. Nacht zu den Nachbarn zu fahren und auf Namtib zu campen. Gute Entscheidung, kann ich im Nachhinein sagen. Zur Begrüßung gabs ein Erfrischungsgetränk, die Koffer wurden ans Zelt getragen, es wirkte alles recht gut durchorganisiert. Das Zelt/Zimmer gefiel uns echt gut - schlicht, aber stylisch, mit einer kleinen Terrasse davor und einem weiten Blick auf die Ebene.
Unser Häuschen ganz rechts:
Der Blick:
Blick auf das Wasserloch und dahinter das Gepardengehege:
Nachdem wir uns in der luftighellen Lapa noch ein wenig mit der Angestellten Sharon unterhalten , den letzten Tagebucheintrag nachgeholt und ein paar Postkarten geschrieben haben, ging es um 17.30 zum - vorgebuchten - Sunsetdrive mit Malan. Es war immer noch seeehr heiß! Als erstes fuhren wir zu einem Hügel mit schönen Köcherbäumen.
Und danach zur "berühmten" Walzing Mathilda. Allerdings war dem Guide dieser Name gar nicht geläufig 😁
Teil 1716. Feb. 2019
Nachdem wir Walzing Mathilda und ihre Nachbarn ausgiebig fotografiert hatten, fuhr uns Malan zu einem schönen Platz, um den Sundowner einzunehmen. Er erzählte einiges über seine Familie und was er bisher so gemacht hat und wir freuten uns schon darauf, am nächsten Morgen mit ihm die Dünenfahrt machen zu können, denn die Chemie zwischen uns stimmte 🙂
So erlebten wir den Sonnenuntergang:
Kaum zurück von dieser schönen Fahrt gab es auch schon Dinner. Es gab Biltong Salat (Salat, Fetawürfel, Biltong, leider ohne Dressing und daher seeehr trocken), Chicken-Kebab mit Couscous und Grillgemüse (lecker!) und als Nachtisch Curros mit Lemoncurd (hätte ich drauf verzichten können). Dazu wurde ein lauwarmer Weißwein gereicht, den wir mit Hilfe einiger Eiswürfel aber auf eine trinkbare Temperatur bringen konnten 🤩
Da am nächsten Tag um 4.30 Uhr die Nacht zu Ende sein sollte, verschwanden wir nach dem Essen flugs im - wirklich sehr gemütlichen - Bett. Trotz der Hitze schliefen wir sehr gut.
Teil 1818. Feb. 2019
Am nächsten Morgen klingelte uns der Wecker unerbittlich um 4.30 Uhr raus. Start der Dünenfahrt, die wir auch alleine mit Malan erleben durften, war um 5. Wir fuhren schnurstracks zu einer Düne, auf der wir den Sonnenaufgang genossen, und das sogar recht luxuriös: Malan hatte für jeden von uns eine Decke mitgebracht und kredenzte uns Tee (mit Milch und Zucker) sowie Rusks. Natürlich zog es uns noch weiter die Düne entlang, und schon da nervte die eine oder andere Biene, die uns um die Beine flog. Das war aber nix im Vergleich zu den Massen, die sich bei unserer Rückkehr in unseren Tassen befanden 😣 Als wir loswollten, hat der arme Malan todesmutig und sehr vorsichtig diese Bienenknubbel in den Sand ausgeschüttet und das war uns allen nicht einerlei. Ich habe noch nie so eine Menge an Bienen auf einem Haufen gesehen und ich glaube, wir konnten echt froh sein, dass wir nicht gestochen wurden. Die Bienen verfolgten uns sogar noch, als wir schon abgefahren waren und ich atmete hörbar auf, als wir endlich auch die letzte abgehängt hatten.
So zeigte sich uns dieser Morgen auf Kanaan:
Teil 1918. Feb. 2019
Malan zeigte uns noch eine weitere schöne Stelle, ehe wir zurück zur Lodge gebracht wurden.
In der Lapa erwartete uns ein üppiges Frühstück, vor allem Uwes Omelett hätte wieder mal für eine Großfamilie gereicht! Da wir kein Brot mehr hatten, fragte ich nach, ob ich den Rest des leckeren Brotes vom Frühstücksbuffet kaufen könnte, was möglich war (und letztendlich bekamen wir es geschenkt, "da die nächsten Gäste sowieso erst Tage später eintreffen würden"). Beim Auschecken erfuhren wir noch ein bisschen was über das Praktikantentum auf Kanaan bzw. N/a'ankuse und dann kam die kürzeste Etappe unserer Reise: rund 30 km bis Namtib 😁
Teil 2019. Feb. 2019
Die Strecke nach Namtib war kurz, teils sehr sandig, aber auch schön.
Gegen 12 kamen wir an - wir hatten extra vorher angefragt, ob eine Ankunft während der Mittagsruhe ok wäre und bekamen grünes Licht 😁
Thorsten begüßte uns in seiner sehr einladenden Oase, verkaufte uns noch einen Sack Feuerholz und sagte uns, wir könnten uns im großen und ganzen einen Platz aussuchen. Die Campsites liegen quasi am Fuße eines großen Hügels und teilen sich ein Waschhaus. Wir suchten uns einen schönen Platz mit Schatten unter einem alten Kameldornbaum aus, guckten mal wieder viel in die Landschaft und relaxten ausgiebig. Natürlich kam auch wieder das Fotografieren nicht zu kurz.
Unser Platz:
Da es zum Abendessen nur Brot mit Pesto und Feta sowie die Reste des Couscous-Salates gab, mussten wir kaum was vorbereiten. Es war wieder mal sehr heiß, aber es ging auch ein starker Wind und hinter dem Hügel kamen Wolken zum Vorschein. Kurz vor dem Sonnenuntergang sind wir ein wenig den Hügel hinaufgeklettert - von dort war die Aussicht im sanften Licht und die rot leuchtenden Boulders wunderschön.