HosenmatzThemenstarter158 Beiträge · seit 201810. Nov. 2018 · #1
Hallo Zusammen, wir sind wohlbehalten aus Namibia zurück. Es war sehr schön, ein ganz toller Urlaub. Wie versprochen werde ich einen kleinen Reisebericht schreiben, weil ich hier im Forum vorab einige sehr gute Tipps und Hinweise erhalten habe. Damit schließe ich ausdrücklich auch die kritischen Äußerungen ein, da sie mir ebenfalls geholfen haben, Vorort richtig zu reagieren.
Wir haben bewusst möglichst viel in die zwei Wochen gepackt und sind ca. 4.800 Kilometer gefahren. Alleine in Etosha waren es ca. 850 Kilometer!
Für uns wars super … ein / zwei Tage mehr währen aber gut gewesen. Ich schreibe weiter unten, wo ich, wenn ich es noch einmal planen würde, noch zusätzlich einen Tag reinpacken würden bzw. was ich anders machen würde.
Bevor es losgeht noch die Ausgangslage:
Direktflug von Frankfurt nach Namibia mit Air Namibia am 23.10.2018 Rückflug am 07.11.2018 mit Condor. Air Namibia ist eine sympathische Airline und der Flug hat uns besser gefallen als der mit Condor. Hinwärts hatten wir eine Dreiereihe für uns alleine, auf dem Rückflug zwei Zweierreihen. Hierdurch war der Flug schon mal angenehm.
Mietwagen: Renault Duster bei Tempest Car Hire / Europcar => Ein kleineres Fahrzeug würde ich für diese oder eine Ähnliche Tour definitiv nicht empfehlen!
Unterkünfte: Bewertung 1 bis 10 Sterne (10 am besten)
- Tourmaline Guest House in Windhoek (1 Nacht - 9 Sterne) - Kalahari Auob Camp in der Kalahari (1 Nacht im Zelt - 10 Sterne) - Fish River Lodge am Fish River Canyon (2 Nächte - 9 Sterne) - The Cormorant House in Lüderitz (1 Nacht - 9 Sterne) => Hier würde ich evtl. Zwischen Aus und Sesriem eine weitere Nacht einplanen - Desert Camp bei Sesriem(1 Nacht) - Gondwana Namib Desert Lodge zwischen Sesriem und Solitaire (1 Nacht - 9 Sterne) - Swakopmund Luxury Suites in Swakopmund (2 Nächte - 10 Sterne) => Hier entweder eine weitere Nacht bei Twyfelfontein z.B. in der Twyfelfontein Country Lodge oder, wenn man nur eine Nacht planen möchte, dann auf jeden Fall bei Twyfelfontein übernachten. Die Strecke bis zur Vingerklip Lodge ist grenzwertig! - Vingerklip Lodge zwischen Outjo & Khorigas (1 Nacht - 10 Sterne) - Gondwana Etosha Safari Lodge Etosha Village kurz vor dem Anderson Gate (2 Nächte - 7 Sterne) - Gabus Game Ranch Mokuti Etosha Lodge kurz vor dem Lindequist Gate (1 Nacht - 9 Sterne) - Windhoek Hilton (1 Nacht - 6 Sterne)
Tag 1 - Windhoek
Pünktliche Ankunft am Flughafen nach einer einigermaßen geruhsamen Nacht mit Air Namibia. Wir haben uns an Bord wohl gefühlt, das Personal war nett und schnell. Nachdem die Einreiseformalitäten abgeschlossen waren, haben wir bei Europcar unseren Duster abgeholt. Man bekommt ein kurzes Video zu sehen mit Hinweisen, wie man auf Schotter am besten fahren sollte. Danach kam die Übernahme des Fahrzeugs. Die Kofferraumabdeckung fehlte, was aber schnell behoben war. Das Thema Reifen wurde leider abgeschmettert … trotz Beschwerde, dass drei der vier Reifen aussahen, als wäre man damit über Rasierklingen gefahren, gab es nur Abwinken … die sind noch gut und bei Problemen sollten wir einfach die Hotline anrufen und schließlich sieht der Reservereifen ja noch super aus! Naja … der Duster selbst hatte knapp 30.000 Kilomter drauf und machte soweit einen guten Eindruck. Wir sind dann nach Windhoek gefahren und haben uns erst einmal in unserem Gästehaus einquartiert. Das Zimmer war bereits frei und so konnten wir duschen und noch zwei Stunden dösen. Das Tourmaline Guest House kann ich wirklich empfehlen. Ganz nette Gastgeber, verhältnismäßig gutes Frühstück und man kann den Mietwagen auf dem absperrbaren Grundstück parken. Es ist zwar etwas von der Innenstadt entfernt, dafür aber in einer sicher wirkenden Gegen und nur 10 Minuten zu Fuß von Joe’s Beerhouse entfert! Nach dem kurzen Schläfchen sind wir in die Innenstadt gefahren und haben diese zu Fuß erkundet, was meiner Meinung nach der beste Weg ist. Man kann quasi alles Sehenswerte ablaufen. Am späten Nachmittag ging es dann zurück in unsere Unterkunft und danach weiter in Joe’s Beerhouse, wo wir einen schönen Abend verbracht haben.
Zufrieden darüber, dass alles bisher sehr gut geklappt hat haben wir bei einem Gläschen Rotwein vor dem Zimmer den Tag ausklingen lassen.
Tipps nach dem ersten Tag: - Geld am besten nicht umtuschen sondern mit der Kreditkarte am Automaten abheben (im Flughafen gibt es Automaten), so bekommt man immer den tagesaktuellen Kurs. - Es gibt Kreditkarten, bei denen keine Gebühr fürs Abheben im Ausland anfallen, z.B. Barclaycard. - Ein Navi ist empfehlenswert vor allem um Adressen in Windhoek zu finden aber auch um bei langen Fahrten ungefähr die Zeit zu sehen, die man noch benötigt.
Fortsetzung folgt …
HosenmatzThemenstarter158 Beiträge · seit 201810. Nov. 2018 · #2
Tag 2 - Kalahari
Am nächsten Tag gab es ein sehr gutes Frühstück und eine etwas ärgerliche Überraschung. Unser, von Deutschland mitgebrachtes und gebraucht erworbenes Navi verweigerte den Dienst und ließ sich einfach nicht mehr einschalten. Alle Bemühungen halfen nichts, das Navi war hinüber. Dank Google haben wir einen Elektromarkt in der Umgebung ausgemacht. Ca. 130 EUR ärmer aber mit einem schönen neuen Garmin Navi ausgerüstet ging es anschließend noch mal in eine kleine Einkaufsoase, die meine Freundin unbedingt besuchen wollte. Dort gab es zwar nicht viel aber ein nettes Weinlokal, in dem wir eine gute Flasche Rotwein für die Weiterreise mitgenommen haben. Nach der Rückkehr zum Auto erwartete uns die nächste Überraschung. Der vordere linke Reifen sah aus, als wäre zu wenig Luft enthalten. An der Tankstelle wurde das bestätigt … nur noch 1,5 bar. Da wir nicht 100% sicher waren, ob das nicht schon bei Übergabe so aussah, haben wir den Reifen aufgepumpt und beschlossen, das Ganze zu beobachten. Gut gelaunt ging es Richtung Süden ca. 200 Kilometer bis Kalkrand. Die Straße ist gut ausgebaut in sehr gutem Zustand. Die erlaubte Geschwindigkeit von 120 km/h war sehr angenehm und erlaubte ein flottes Vorankommen, sodaß wir in weiniger als zwei Stunden an der der Abzweigung auf unsere erste Schotterstraße standen. Umgeschaltet auf Auto (also Allrad, wenn nötig) und los. Die Schotterstraße war in gutem Zustand und das Fahren darauf machte Spaß. Wir genossen das Farbenspiel der Kalahari und erreichten gegen 12:30 das Kalahari Auob Camp. Hierbei handelt es sich um ein privat geführtes Camp mit 4 Wohneinheiten direkt am Haupthaus und drei Zelten einige Kilometer entfernt. Wir waren froh, dass wir nicht die Zimmer gebucht hatten, da diese paarweise sich gegenüber aufgebaut waren. Auch nicht schlecht, mit Sitzgelegenheit und Grill in der Mitte aber nicht das, was wir gesucht hatten. Nach kurzer Begrüßung zeigte man uns die Richtung, in der wir fahren sollten um an die Zelte zu gelangen. Wir durften uns eins der beiden vorbereiteten Zelte aussuchen. Nach kurzer Fahrt erreichten wir das erste Zelt … schön … aber das Zweite gefiel uns etwas besser und zudem stand ein Baum davor, unter dem wir es uns in der Mittagshitze bequem machen konnten. Das Zelt war super, genau das, was wir uns vorgestellt hatten. Wir verbrachten hier relativ faul den Nachmittag, unternahmen ein paar kurze Spaziergänge und genossen ansonsten die Ruhe bei unserer Flasche Wein.
Gegen 18 Uhr sind wir dann zum Haupthaus zurückgefahren. Mittlerweile war die Eigentümerin sowie alle Gäste anwesend. Als kleine Überraschung gab es noch eine Fahrt über das große Grundstück was ganz nett war da uns einige Tierchen über den Weg liefen 🙂
Kurz nach Sonnenuntergang kamen wir zum Essen zurück. Das Abendessen war sehr gut … mit nur einer Sorte Fleisch (Wild) aber dafür reichlich davon und hervorragend zubereitet. Nach dem Essen verabschiedeten wir uns von der Gruppe, da wir ja noch den Abend an unserer Feuerstelle unter Sternenhimmel genießen wollten. Das war dann auch, dank guter Vorbereitung (Holz / Anzünder vorhanden) ein tolles Erlebnis.
Ohne Blitz sehen die Nacht-Bilder besser aus aber dort ist meine Freundin mit drauf und sie will nicht ins Forum 😉
Das Duschwasser wurde durch einen Boiler erhitzt, der ebenfalls mit Feuer betrieben wurde. Frisch geduscht und mit jeder Menge Tierstimmen um uns herum schliefen wir in unserm Zelt nach diesem schönen Tag langsam ein.
Tipps nach dem zweiten Tag: - Im Kalahari Auob Camp auf jeden Fall ein Zelt buchen. - Man kommt dort locker auch mit einem kleinen Auto ohne Allrad hin - Vor der Fahrt auf Schotterstraßen sollte man den Druck in den Reifen af ca. 1,9 Bar absenken um die Reifen zu schonen.
Fortsetzung folgt …
HosenmatzThemenstarter158 Beiträge · seit 201810. Nov. 2018 · #3
Ich habe eine Angabe im ersten Beitrag korrigiert. Wir sind im Etosha nicht 1.400 sondern nur ca. 850 Kilometer gefahren in 2,5 Tagen.
HosenmatzThemenstarter158 Beiträge · seit 201810. Nov. 2018 · #4
Tag 3 und 4 - Fish River Canyon
Nachdem uns die ersten Sonnenstrahlen in unserem Zelt geweckt haben und wir uns langsam abreisefertig gemacht haben, sind wir wieder zum Haupthaus gefahren und haben, zusammen mit den anderen Gästen hervorragend gefrühstückt. Noch eine Runde über das Anwesen gelaufen, ein paar Worte mit der Eigentümerin gewechselt und dann gegen 8:30 Uhr ausgecheckt, da wir heute ein sehr lange Strecke vor uns hatten. Über 500 Kilometer über Keetmanshoop in die Fish River Lodge. Na dann los ... bis Keetmanshoop ging es schon mal gut voran … immer geradeaus auf der gut ausgebauten B1.
Keetmanshoop ist ein kleines Nest … wir haben dort getankt, im Supermarkt Getränke und Knappersachen eingekauft und haben dann den Abstecher zum Köcherbaumwald
und zum Spielplatz der Giganten gemacht
(ca. 17 Kilometer von Keetmanshoop auf Schotter entfernt) Beides war sehenswert, wurde von uns, bei >30 Grad abgelaufen und für gut befunden. Wir kamen kurz vor einem Reisebus an und konnten beide Attraktionen jedoch abschließen, bevor die Massen ausgeschwärmt sind 😉 Weiter gings auf der B4 auf Asphalt bis zur Abzweigung auf die D463. Ab dann 104 Kilometer Schotter bis zur Lodge. Also los … 80 Kilometer waren soweit gut zu bewältigen … die letzten 20 Kilometer hatten es dann in sich und mussten teilweise in Schrittgeschwindigkeit gefahren werden.
War aber trotzdem eine coole Erfahrung und wäre auch mit einem normalen Auto ohne Allrad möglich gewesen. Aber insgesamt ist das nicht sehr sinnvoll … ich habe ab und zu mal den Allrad abgeschaltet und da wurde das Fahrverhalten auf Schotter deutlich unruhiger. Gegen 16 Uhr kamen wir an der Lodge an, bei brütender Hitze.
Die Lodge ist der Hammer! Eine überwältigende Aussicht von jeder Wohneinheit. Infinity Pool am Haupthaus … einfach grandios!
Uns wurde Haus 7 auf der linken Seite zugewiesen. Gigantisch … heiß … und keine Klimaanlage! Das ist auch der einzige Grund, warum ich keine volle Punktzahl gebe … Lichtblick für alle zukünftigen Besucher … ab nächstes Jahrs soll es Klimaanlagen geben … das Solarfeld ist gerade fertig geworden! Die Häuser sind ausgestattet mit zwei Duschen, einer Innen und eine Außendusche. Vor dem Haus gibt es eine kleine Plattform, auf die man eine Matratze legen und dann die Nacht im Freien verbringen kann, was wir in der zweiten Nacht auch getan haben!
Aktivitäten gibt es wie folgt: Sun Downer Tour mit dem Jeep, Halbtagesausflug in den Canyon, Wanderungen auf eigene Faust an zwei Aussichtspunkte rechts und links von der Lodge. Da der Guide durch die Blume eigentlich von der Tour in den Canyon abgeraten hat, weils einfach zu heiß war und dort unten nicht viel zu sehen gibt, haben wir am ersten Tag zum Sonnenuntergang die rechte Tour
und am zweiten Tag die linke Tour abgewandert. Am Abend gab es ein hervorragendes Abendessen, kein Buffet sondern ein 3 Gänge Menü, was sehr lecker war. Das ganze wurde versüßt durch eine Gesangseinlage der Angestellten … SUPER!
Der nächste Tag war dann geprägt von Faulenzen am Pool.
Es handelt sich um einen salzhaltigen Infinity Pool der groß genug war, um ordentlich darin zu schwimmen, was wir ausgiebig getan haben. Mit Cocktails und Snacks haben wir uns dann den Tag versüßt, bevor wir spät Nachmittag zur Sun Downer Wanderung an den linken Aussichtspunkt aufgebrochen sind.
Nach Rückkehr erneut Abendessen und dann ab auf die Matratze im Freien und Sterne genießen. Unter freiem Himmel ließen sich dann auch die Temperaturen besser ertragen!
So ging der zweite Tag an diesem fantastischen Ort zu Ende …
ein großartiges Fleckchen Erde und die Lodge ist eine Empfehlung für alle, die etwas Besonderes erleben wollen.
Tipps aus Tag 3 und 4 - Eine Matratze nach außen legen und dort zumindest einen Teil der Nacht verbringen - Auf jeden Fall im Freien duschen mit Blick auf den Canyon - Geführte Sundowner Tour für ca. 20 EUR mitmachen, da ein weitere Ort angefahren wird, an den man nicht zu Fuß kommt.
Fortsetzung folgt ...
marimari2'240 Beiträge · seit 201110. Nov. 2018 · #5
Hosenmatz schrieb:Hallo Zusammen, wir sind wohlbehalten aus Namibia zurück. Es war sehr schön, ein ganz toller Urlaub. Wie versprochen werde ich einen kleinen Reisebericht schreiben, weil ich hier im Forum vorab einige sehr gute Tipps und Hinweise erhalten habe. Damit schließe ich ausdrücklich auch die kritischen Äußerungen ein, da sie mir ebenfalls geholfen haben, Vorort richtig zu reagieren.…
Hallo, schön, dass Ihr einen tollen Urlaub hattet u. dass Du die kritischen Äusserungen bez. Lüderitz u. Vingerklip hier erwähnst/bestätigst...nächstes Mal weisst Du ja, wie damit umzugehen 😉 . Vielleicht schon vor Reiseantritt... 😄
Bin dann mal gespannt wie lange die beiden Strecken tatsächlich gedauert haben (Lüderitz- Sesriem, Swakop-Vingerklip). 7-8 Stunden auf Schotter, ist eine staubige Angelegenheit 🙄 Gruss u. danke für den Bericht. Mari
HosenmatzThemenstarter158 Beiträge · seit 201811. Nov. 2018 · #6
Hallo Mari, ja, dank der Hinweise hier war ich vorgewarnt 🙂 Die Fahrt zwischen Lüderitz und Sesriem ging sogar noch, auch weil da die Schotterpiste in einem guten Zustand war ... aber Swakopmund - Vingerklip ... wow ... da war ich echt geschafft und wir kamen gerade noch rechtzeitig für den Sundowner und das Dinner auf dem Eagle Nest ... aber dazu später mehr Details 😉
HosenmatzThemenstarter158 Beiträge · seit 201811. Nov. 2018 · #7
Tag 5 – Lüderitz mit Kolmannskuppe
Nach einer Nacht unter freiem Himmel, einem Frühstück mit Ausblick in den Fish River Canyon und einem letzten Kaffee vor dem Pool, ging es wieder 104 Kilometer Schotterpiste zurück auf die B4 und von dort noch gemütliche 240 Kilometer bis Lüderitz. Die Landschaft änderte sich auf dieser Strecke oft und schnell, was sehr beeindruckend war.
Unterwegs machten wir in der kleinen Ortschaft AUS Halt, ca. 100 Kilometer vor Lüderitz. Hierhin mussten wir am nächsten Tag zurück, weil dort die Abzweigung nach Sesriem lag. Die, mit großen Lettern beworbene Touristeninformation hatte geschlossen. In der kleinen Ortschaft gibt es eine Tankstelle mit kleinem Supermarkt und ein nettes Cafe. Wir machten schnell an der Tankstelle Halt, weil wir vor 13 Uhr an Kolmanskuppe sein mussten, da die Geisterstadt nur bis dahin geöffnet hatte. An der Tankstelle habe ich den Reifendruck geprüft, aufgrund des. etwas unruhigen Fahrverhaltens, an diesem Tag. Der Reifen sah gar nicht so platt aus, jedoch war vorne links - wir erinnern uns, der Reifen, dem in Windhoek bereits etwas die Luft ausging - nur noch 0,5 Bar enthalten. Ok, aufgepumpt und weiter nach Kolmanskuppe, wo wir um 12:30 ankamen. Sehr interessant, was man hier vor 100 Jahren in die Wüste gebaut hatte!
Ein netter Ausflug in die Vergangenheit. Danach noch 10 Kilometer weiter nach Lüderitz.
Was für ein verschlafenes kleines Nest! Ok, es war Sonntag und alle Geschäfte hatten geschlossen … trotzdem ist das ein ganz schöne abgelegenes Örtchen. Mir gefiel die Atmosphäre trotzdem irgendwie. Wir checkten in unser Apartment direkt am Meer ein
und machten uns dann Richtung Agate Beach auf. Auf dem Weg dahin sind wir an einer Flamingo Kolonie vorbeigekommen, das war klasse.
Am Strand machten wir dann einen ausgiebigen Spaziergang, meine Freundin hat jede Menge Muscheln gesammelt und ich mich mit einem Windhoek Lager eine Weile in den Sand gesetzt.
Irgendwann ging es dann zurück zur Unterkunft. Da ich mit einem schleichenden Platten nicht nach Sesriem fahren wollte, habe ich die Hotline von Europcar angerufen und den Fall geschildert. Relativ unkompliziert hat mir der Mitarbeiter dann gesagt, ich solle morgenfrüh zu einem bestimmten Reifenwechsler in Lüderitz fahren und der sollte sich dann wieder melden. Ich hoffte nur, dass die Aktion nicht so lange dauern würde, weil wir 500 Kilometer vor der Brust hatten, fast 400 davon auf Schotterstraße. Viel Auswahl für das Abendessen gab es nicht, daher ging es in das Hotel Nest wo wir einen netten Abend verbrachten. Mit dem Rauschen des Meeres ging es dann ins Bett und ich bereitete mich geistig auf die morgige Schotterpistenfahrt nach Sesriem vor!
Tipps aus Tag 5 - Einen Stopp in Aus machen und dort ein Bier oder einen Kaffee im Lokal neben der Tankstelle trinken. - In der Tankstelle befindet sich ein kleiner Laden in dem man sich mit Wasser, Bier, Wein und Knappersachen eindecken kann. Es gibt sogar eine kleine Souvenirecke. - Nach Lüderitz nicht unbedingt am Sonntag fahren, weil da fast alle Geschäfte und sogar einige Restaurants geschlossen haben.
HosenmatzThemenstarter158 Beiträge · seit 201814. Nov. 2018 · #8
Tag 6 – Von Lüderitz nach Sesriem
Am nächsten Tag ging es gegen 8 Uhr raus aus den Federn Koffer ins Auto und ohne Frühstück - war dieses Mal nicht in der Übernachtung enthalten – auf zum Reifenwechsler. Nach kurzer Suche auch gefunden, am Rand von Lüderitz, wurde der Reifen erst mal ins Wasserbad getaucht und wirklich, ein leichtes Blubbern zeigte ein winziges Loch! Leider hat es somit den neuesten aller vier Reifen erwischt … Flicken war keine Option, da das Loch an der Flanke des Reifens lag und nicht auf der Lauffläche… zudem lässt Europcar generell keine Reifen flicken sondern nur wechseln.
Das grüne Licht von Europcar kam dann auch relativ schnell und somit gab es einen brandneuen Pirelli …
zusammen mit zwei ziemlich mitgenommen Contis und einem No-Name Reifen hatten wir nun insgesamt drei Hersteller auf vier Achsen! Jetzt noch schnell Geld abgehoben und zum zweiten Mal vollgetankt und los ging es Richtung AUS. Kurz vor AUS auf der linken Seite ging es zu einem Unterstand an dem man Wildpferde beobachten konnte.
Das war richtig klasse … ein Kommen und Gehen mehrer Herden … super.
Anschließend weiter nach AUS - Touri-Info immer noch geschlossen – noch mal Wasser- und Biervorräte aufgefüllt und dann, kurz nach 12:00 Uhr, ab auf die Schotterpiste. Knapp 380 Kilometer … aber es ging gut voran … am Anfang etwas sandig und zerfurcht aber dann wurde es schön glatt und breit. Wir sind C13 -> C14 -> C19 -> D826 gefahren.
Die C27 soll wohl landschaftlich attraktiver sein aber mir hat die schnurgerade, etwas längere Strecke an diesem Tag mehr zugesagt. Außerdem wollte meine Freundin an der Hammerstein Lodge vorbei, in der sie vor 10 Jahren schon mal übernachtet hat … diese hat sich aber wohl so stark verändert, dass sie diese kaum mehr wiedererkannt hat. Mir hat diese Lodge, in der wir gegen 15:30 angekommen sind, jedenfalls nicht allzu gut gefallen. Zudem war sie noch ein ganzes Stück von Sesriem entfernt. Nach einem Rundgang und einem Cocktail ging es weiter noch ca. 70 Kilometer bis zum Desert Camp an dem wir kurz vor 17 Uhr ankamen. Die letzten 10 Kilometer der Schotterpiste waren wirklich schlecht und gaben mir einen Vorgeschmack darauf, was uns in den nächsten zwei Tagen bis Swakopmund noch erwartet. Aber jetzt wurde erst einmal eingecheckt und die Aussicht in die Pampa genossen.
Später ging es dann zum Sundowner und Abendessen in die benachbarte Lodge.
Danach sind wir auf der kurzen Strecke zwischen der Lodge und unserem Camp stehen geblieben und haben noch den genialen Sternenhimmel bewundert, bevor es ab ins Bett ging, weil wir am nächsten Tag pünktlich um 6 Uhr am Eingang nach Sossusvlei sein wollten.
Tipps aus Tag 6:
- Wildpferde in der Nähe von AUS beobachten - Eventuell eine weitere Nacht zwischen Aus und Sesriem einplanen - Wenn möglich, das Desert Quiver Camp buchen. Die beiden Camps liegen quasi direkt nebeneinander aber das Desert Quiver Camp hat uns von außen besser gefallen zudem kam dort länger die Sonne hin!
Fortsetzung folgt …
HosenmatzThemenstarter158 Beiträge · seit 201815. Nov. 2018 · #9
Tag 7 – Sossusvlei
Heute ging es nach Sossusvlei. Dafür sind wir um 5:30 aufgestanden, haben unsere Sachen gepackt und sind rüber in die Sossusvlei Lodge zum frühstücken. Der Eingang nach Sossusvlei liegt direkt vor den Toren der Sossusvlei Lodge. Dort gibt es auch eine Tankstelle und da die Tore kurz nach 6 Uhr eh noch geschlossen waren, haben wir noch kurz den Duster mit Diesel befüllt und uns dann in die Schlange eingereiht. Ca. 20 Minuten nach 6 kam dann einer vorbei, der sich unsere Kennzeichen notierte und uns eine Nummer mitteilte. Bezahlt wird beim Rausfahren. Somit setzte sich die Karawane dann langsam in Bewegung und es ging los auf der, weit und breit einzigen, bestens asphaltierten Straße die 60 Kilometer bis hinter zu Big Mama und Big Daddy.
Asphaltiert wurde die Strecke deswegen weil der, von den vielen Fahrzeugen aufgewirbelte Sand, sonst die roten Dünen verfärben würde. Die letzten 3 Kilometer durfte man nur mit Allrad weiterfahren. Gut, also los. Nach der Hälfte wurde der Sand sehr tief … zudem war vor uns ein recht gemütliches Sammeltaxi, welches mich ausbremste. Nachdem ich zweimal den Bodenkontakt verloren habe und gerade so über den Tiefsang geschlittert bin, entschied ich, auch im Sinne meiner Freundin, die etwas gestresst wirkte … anzuhalten und umzudrehen. Netterweise hat ein Sammeltaxi angehalten und der Guide darin wies uns an, den Duster am Rand zu parken und auf das nächste Sammeltaxi zu warten. Das war sehr nett und im nächsten Sammeltaxi waren auch noch zwei Plätze frei! Wir wurden dann bis hinter vor Big Mama gefahren wo die Gruppe aus dem Fahrzeug rausgelassen wurde. Wir duften dann ein paar Eulen bewundern,
bevor der Guide uns wieder ein Stück nach vorne vor Big Daddy fuhr. Barfuss haben wir dann Big Daddy bestiegen …
was für eine geniale Aussicht und was für eine schöne Erfahrung da am Grad hochzuwandern!
Großartig war dann auch der Abstieg an der Flanke von Big Daddy bzw. das Hinunterrennen!
Super.
Weiter ging es zurück über die Lehmebene an den verdorrten Bäumen vorbei
zurück zu den Sammeltaxis.
Auf halben Weg zurück haben wir uns lachend vom Guide verabschiedet und unseren Duster wieder in Empfang genommen.
Wir waren nicht alleine 😉
Unsere nächste Übernachtung haben wir in der Gondwana Namib Desert Lodge nur ca. 50 Kilometer von Sesriem Richtung Norden entfern gebucht. Daher haben wir auf dem Weg dorthin noch kurz im Sesriem Canyon vorbeigeschaut.
Wir sind zwar runtergestiegen, jedoch nicht weit gekommen, weil Wasser darin stand.
Schön wars trotzdem.
Anschließend ging es, nach einem kühlen Bier im Biergarten der Sossusvlei Lodge,
in die Gondwana Namib Desert Lodge … kurz davor ist uns dann der rechte vordere Reifen geplatzt.
Naja … besser heute als an einem anderen Tag. Also Reservereifen drauf und weiter in die sehr schöne Lodge, wo wir den Nachmittag und Abend gemütlich verbracht haben.
Davor habe ich noch Europcar angerufen, die mir mitteilten, dass ich zurück nach Sesriem muß, um den Reifen zu wechseln … Naja .. lasse ich meine Freundin einfach am nächsten Tag am Pool und fahre die 50 Kilometer zurück … gibt Schlimmeres!
War es die lange Anfahrt wert hierher zu kommen? Ein ganz klares … JA mit Sicherheit!
Tipps aus Tag 7: - Gleich ganz früh nach Sossusvlei fahren, kurz nach 6 am Gate sein! - Barfuss auf Big Daddy bis ganz rauf!
Fortsetzung folgt!
holgiduke291 Beiträge · seit 201416. Nov. 2018 · #10
Hosenmatz schrieb: in die Gondwana Namib Desert Lodge … kurz davor ist uns dann der rechte vordere Reifen geplatzt.
Und dabei auch gleich die Felge geschrottet. Da musst du ja einen schönen Felsen getroffen haben. Ich hoffe mal, das war dann ohne Tempomat. 😉
VG Holger
HosenmatzThemenstarter158 Beiträge · seit 201816. Nov. 2018 · #11
Bei ca. 70 km/h auf Wellblech-Schotterpiste geplatzt. Der Reifen sah aber bereits bei Übergabe des Fahrzeugs ziemlich fertig aus. Die Schramme an der Felge war nicht weiter dramatisch und wurde nicht mal bei Rückgabe beanstandet, wenn auch bemerkt 🙂 Wenigstens hatte ich danach zwei neue Vorderreifen, die dann auch en Rest der Reise ohne Probleme durchgehalten haben 😎
holgiduke291 Beiträge · seit 201416. Nov. 2018 · #12
Der ist aber nicht ohne Grund so einfach geplatzt. 😉
So wie es auf dem Bild aussieht, ist der Reifen im Bereich der beschädigten Felge gerissen und das sieht für mich so aus, als hättest du die Felge und auch den Reifen seitlich an einem großen Stein beschädigt, woraufhin der Reifen dann später geplatzt ist.
Aber ist ja gut, dass nichts weiter passiert ist.
VG Holger
HosenmatzThemenstarter158 Beiträge · seit 201816. Nov. 2018 · #13
Ich bin davor nirgends merkbar hängengeblieben und die Felge sieht kurz vor dem Plattfuß auch noch unbeschädigt aus => Bild weiter oben im Beitrag. Werde heute Abend mal das hochaufgelöste Bild betrachten. Aber zu 99% rührt die Beschädigung vom Aufprall der Felge auf dem, ziemlich unebenen, Boden her. Hat auch einen ordentlichen Schlag getan. Möchte hier darüber aber jetzt keine Diskussion losbrechen ... können wir ja evtl. im Tempomat-Thread tun... Dieser Thread soll schwerpunktmäßig ein Reisebericht für alle interessierten User hier werden 🙂
HosenmatzThemenstarter158 Beiträge · seit 201817. Nov. 2018 · #14
Tag 8 + 9 Von Sesriem über Solitaire und Walvis Bay nach Swakopmund
Nach einem herzhaften Frühstück habe ich mich von meiner Freundin verabschiedet und bin zurück nach Sesriem zur Tankstelle gefahren, um mir einen neuen Reifen zu holen. Der Kollege dort hat einen relativ sicheren Job 😁 Er erzählte mir, dass da am Tag zig Auto vorbeikommen, teils nur noch auf der Felge! Während ich dort auf die Bestätigung von Europcar wartete, kam zwischenzeitlich ein weiterer Plattfuß an. Zwei Ehepaare in einem größeren Fahrzeug aus Südafrika. Der Mann war sehr froh, als ich ihm sagte, dass es nach Sossusvlei geteert weitergeht! Sie hatten wohl schon mehrere Reifenpannen und wollten noch bis Swakopmund auf Gravel weiterfahren und von dort dann nur noch auf geteerten Straßen! Naja, nachdem die Genehmigung kam und ich einen neuen Reifen aufgezogen bekommen habe, gings zurück zur Lodge. Habe mich dann nachmal kurz zusammen mit meiner Freundin and den Pool gelegt und einen Morgen-Cocktail genossen. Anschließend ging es zurück auf die Piste nach Solitaire.
Nettes kleines Touristen-Nest.
Nach Apfelkuchen und Kaffee
durften wir dann erfahren, was Wellblech in Namibia bedeutet. Die nächsten 150 Kilometer, mehr oder weniger durchgängig, war die Geräuschkulisse im Duster … sagen wir mal … etwas erhöht 😉
Ca. 80 Kilometer vor Walvis Bay gabs dann wieder Asphalt. Walvis Bay selbst ist ein kleines Hafenkaff mit jeder Menge neu gebauten Häusern für die bessere Gesellschaft hier in Namibia. Wir haben dort die Flamingos beobachtet,
bevor es, nach einem Tankstopp, die letzten 30 Kilometer weiter nach Swakopmund ging. Wir haben dort sehr zentral eine Unterkunft gebucht, die wir uneingeschränkt empfehlen können. Die Swakopmund Luxury Suits.
Sehr schöne Apartments in perfekter Lage mit öffentlichem aber bewachtem Parkplatz. Nachdem wir uns einquartiert und frisch gemacht haben, ging es erst mal in die Innenstadt. Die meisten Geschäfte hatten bereits geschlossen, daher haben wir direkt den Ocean Basket angesteuert. Seit Südafrika unsere Anlaufstelle für Seafood. Zwar kein Schnickschnack und eine Kette aber uns schmeckt es dort!
Den restlichen Abend haben wir im Brauhaus verbracht. Unglaublich, wie viele Deutsche dort rumlaufen!
Am nächsten Tag haben wir in einem der Cafes der Umgebung gefrühstückt. Statt Frühstück in der Unterkunft gab es Gutschiene, mit denen man aus mehreren Cafes in der Umgebung eins raussuchen kann. Das war super! Wir waren im Cordes & Co., welches wir uneingeschränkt empfehlen können. Vor allem das frisch gebackene Schoko-Hörnchen hat es uns angetan!
Danach ist meine Freundin zum Shopping
während ich es mir an der Strandpromenade bequem gemacht habe.
Am Nachmittag dann Strandspaziergang, Kaffe an der Uferpromenade, Abklappern mehrerer Craft-Shops sowie Besichtigung des Edelsteinmuseums.
Dann gleiches Abendprogramm wie am Tag davor. Ocean Basket + Brauhaus. Swakopmund ist eine saubere, ziemlich deutsch geprägte Stadt mit Charme und vielen Shoppingmöglichkeiten. Es hat uns dort sehr gut gefallen, zwei Nächte kann man dort locker einplanen!
Tipps aus Tag 8 + 9: - Die Seafood Platte für 2 im Ocean Basket probieren - Gin Tonic im Brauhaus mit dem namibischen Stillhouse Gin trinken
Fortsetzung folgt!
HosenmatzThemenstarter158 Beiträge · seit 201821. Nov. 2018 · #15
Tag 10 Von Swakopmund über Twyfelfontein in die Vingerklip Lodge
Heute ging es noch mal gut frühstücken. Anschließend wollte meine Freundin noch zwei Läden abklappern, die sie am Abend davor im Internet gefunden hatte. Gegen 9:30 Uhr ging es los. Richtung Norden ca. 60 Kilometer an der Küste entlang
und hinter Henties Bay dann rechts Richtung Landesinnere.
Die Seelöwen an Cape Cross haben wir ausgelassen, erstens haben wir so was schon gesehen und zweitens hatten wir heute einen Monsterritt von 500 Kilometern vor uns und wir waren schon spät dran! Die Schotterstraße war zuerst ganz ok, teilweise gerade frisch glatt gezogen, zumindest bis hinter Uis. Die Ortschaft war nichts besonderes … wir sind mal kurz durchgefahren, sahen aber nichts Interessantes, weshalb wir nicht anhielten. Vor und nach Uis gibt es jede Mange Straßenhändler mit jeder Menge Steine im Angebot 🙂
Nach Uis wurde die Straße langsam schlechter.
Nachdem wir dann auf die D2612 abgebogen sind, wurde es recht ruppig und die letzten 20 Kilometer bis Twyfelfontein waren dann richtig übel.
Bevor wir uns die Buschmannmalerei angesehen haben, gabs einen Stopp in der Twyfelfontein County Lodge auf einen Gin-Tonic.
Eine richtig gute Lodge schön in die Felslandschaft integriert. Wir haben kurz überlegt, ob wir dort übernachten statt in der Vingerklip Lodge … hätten wir das mal gemacht, wäre stressfreier gewesen. Naja, nach der Pause in der Lodge, ging es dann noch die paar Kilometer weiter bis nach Twyfelfontein. Die Besichtigung lief nur mit Guide ab …
das Ganze war zwar interessant aber ob man dafür unbedingt einen großen Umweg fahren muß?
Naja, nach der Besichtigung ging’s direkt weiter, weil wir noch den versteinerten Wald besichtigen wollten. Als wir dort ankamen, war es jedoch schon so spät, dass wir entschieden, die Besichtigung nicht zu machen, vor allem, da diese wieder nur mit Guide machbar gewesen wäre.
Also wieder auf die Piste … wir haben dann noch einen der Guides bis Khorixas mitgenommen, weil denen dort der Sprit ausgegangen ist 😄 … um danach noch die restlichen 60 Kilometer bis in die Vingerklip Lodge zu fahren.
Dort kamen wir gegen 18 Uhr an
und mussten dann, nach dem Einchecken,
gleich die Kletterpartie Richtung Eagle Nest startet, um den Sonnenuntergang rechtzeitig mitzunehmen.
Das war der einzige Tag, der wirklich stressig war und den ich so nicht empfehlen kann. Für die Strecke sollten zwei Nächte eingeplant werden, eine Nacht in der Twyfelfontein County Lodge und eine Nacht in der Vingerklip Lodge wären perfekt für uns gewesen. So wars leider eine Hetzerei und wir konnten nicht mal das vorgenommene Minimalprogramm abspulen. Naja, wenigstens sind wir noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang am Eagle Nest angekommen und das war wirklich grandios und absolut empfehlenswert.
Danach gab es Abendessen im Eagle Nest, was ich auch nur jedem empfehlen kann.
Jedoch unbedingt vorher reservieren, weil die Plätze dort oben begrenzt sind! Nach dem Abendessen mit Gesangseinlage, sind wir noch in die Bar für einen Absacker, bevor wir dann, doch recht müde von diesem Tag, ins Bett gefallen sind.
Das einzig Gute an der weiten Fahrerei war, dass es am nächsten Tag nur noch ein Katzensprung in den Etosha Park war und wir so dort recht früh ankommen würden!
Tipps aus Tag 10: - Für die Strecke zwischen Swakopmund und Etosha mindestens 2 Nächte einplanen. - Wenn nur eine Nacht möglich ist, nicht zu weit fahren sondern in der nähe von Twyfelfontein übernachten - Die Twyfelfontein Country Lodge hat einen sehr guten Eindruck gemacht - Wer in der Vingerklip Lodge übernachtet, unbedingt im Eagle Nest zu Abend essen und Reservierung Tags davor nicht vergessen!
Fortsetzung folgt!
HosenmatzThemenstarter158 Beiträge · seit 201824. Nov. 2018 · #16
Tag 11 Von der Vingerklip Lodge über Outjo nach Etosha
Heute haben wir erst mal schön ausgeschlafen und dann gemütlich gefrühstückt. Da der Etosha nicht allzu weit entfernt war und über gut geteerte Straßen erreichbar ist, hatten wir es nicht eilig mit dem Aufbruch.
Wir haben die Lodge mit ihren zwei Pools noch etwas erkundet
und sind dann langsam aufgebrochen. Unweit der Lodge, ich glaube sogar auf dem Grundstück, steht dann auch die Fingerklippe.
Die haben wir natürlich noch mitgenommen. Einmal rauf und außenrum gewandert, tolle Aussicht genossen 😎
und dann letztlich los Richtung Etosha an jeder Menge Termitenhügel vorbei ... dieses Mal in weiß 😛
In Outjo haben wir noch mal getankt und eingekauft. Dort gibt es einen netten Souvenirladen und einen kleinen Schmuckladen (SWA Gemstones). Wegen dem Laden musste ich am vorletzten Tag noch mal in die Ortschaft zurückfahren, weil meine Freundin unbedingt noch eine Kette und ein Armband kaufen wollte! Die Qualität passt aber … ich fand die Ware dort besser als Vergleichbares in Windhoek.
Nun gut … jetzt aber auf nach Etosha! Die 90 Kilometer waren ruckzuck abgespult
und schon standen wir vor dem Anderson Gate.
Unsere Unterkunft lag direkt davor, das Etosha Village. Wir haben noch kurz eingecheckt und dann ging es am frühen Nachmittag los mit der Foto-Safari! Wir haben uns ein Drei-Tages-Permit geholt …kostet ungefähr 30 EUR. Gezahlt haben wir im Okaukuejo Camp, das ca. 16 Kilometer vom Anderson Gate entfernt liegt. Bis dahin führte noch eine geteerte Straße, danach geht es mit Schotterstraßen los. Die paar Stunden bis 18 Uhr vergingen wie im Flug und es war allererste Klasse! Toll, viele Tiere … wir waren begeistert!
Also los, hier eine kleine Auswahl an Fotos von diesem Tag ... wer findet das tote, aufgeblähte Zebra? 🤩
An diesem ersten Tag haben wir uns eher südöstlich des Okaukuejo Camps aufgehalten und sind dort kreuz und quer herumgefahren. Das Wasserloch in Okaukuejo ist ganz nett 😉
das Camp selber hat uns überhaupt nicht gefallen … ein typisches Durchgangscamp, unpersönlich, ungemütlich … hier hätte ich nicht übernachten wollen.
Gegen 18 Uhr sind wir dann wieder rausgefahren, weil wir uns die Gondwana Etosha Safari Lodge ansehen wollen. In die wollten wir eigentlich ursprünglich, haben uns aufgrund des günstigeren Preises und der besseren Bewertungen für das Etosha Village entschieden.
Was für ein Fehler!!!
Die Gondwana Etosha Safari Lodge ist ein Traum … hautsächlich aufgrund des Ausblicks. Wahnsinn!
Auch die Aussicht der einzelnen Häuser war super.
Einzig die Gäste dort waren teilweise etwas abgehoben … das scheint eine Lodge zu sein, die für die bessere Gesellschaft gerade noch so über der „Das ist uns schon fast zu billig“- Grenze liegt aber eben geil genug ist (Aussicht / Exklusivität), um damit nicht von den vermögenden Freunden bemitleidet zu werden 😉 Trotzdem war das Personal total freundlich und offenherzig und das, obwohl wir keine Übernachtungsgäste waren und das auch gesagt haben. Im Etosha Village hingegen steckt man mitten im Bush … die Häuser sind zwar groß aber unpersönlich eingerichtet … eigentlich ist da gar nichts eingerichtet … Bett, Kühlschrank, Sofa, das wars … halt, doch, das Bad hatte einige Holzvertäfelungen! Auch der Aufenthaltsbereich war ziemlich dunkel, weil er zugewuchert und zusätzlich noch überdacht war. Das ist nötig, weil es halt nur einen Außenbereich gibt und der muß dann eben auch überdacht sein. Naja … grundsätzlich ist das Etosha Viallge schon auch nicht schlecht, auch das Essen war ganz ok … aber in Bezug auf Lage und Flair und Personal liegen hier Welten zwischen dem Etosha Viallage und der Etosha Safari Lodge, die den Preisunterschied schon wert gewesen wäre.
Nun gut, wir hatten ja trotzdem eine gute Zeit in der Etosha Safari Lodge und der Sundowner dort war ein Highlight!
Danach haben wir in unserem Village noch zu Abend gegessen und sind dann, mit vielen Eindrücken bald ins Bett um am nächsten Tag fit fürs frühe Aufstehen und einen kompletten Tag Tierbesichtigung zu sein!
Tipps aus Tag 11: - Wenn man über Outjo fährt darauf achten, dass am Samstag die Souvenirläden gegen 13 Uhr schließen. - Die Gondwana Etosha Safari Lodge ist zwar teuer aber aufgrund der Lage (Aussicht / Nähe zum Anderson Gate / Personal) sehr empfehlenswert.
Fortsetzung folgt!
HosenmatzThemenstarter158 Beiträge · seit 201826. Nov. 2018 · #17
Tag 12 Etosha … einfach nur Etosha!
Ringa ding ding … kurz vor 6 im Etosha Village … und der Wecker haut uns gnadenlos aus dem Bett. Aber wir waren relativ schnell wach, weil wir ja heute einen kompletten Tag Etosha vor uns hatten. Nach dem Frühstück ... hier sieht man, wie zugewuchert es im Etosha Village aussieht ...
standen wir um 6:30 am Andersson Gate mit zwei Fahrzeugen vor uns, die aber relativ schnell ihren Permit abholten und weiterfuhren.
Unser erster Weg führte uns zu unserem toten aufgeblähten Zebra, das meine Freundin am Tag davor sehr gut, durch ziemlich viel Gestrüpp erspäht hatte. Wie erwartet, waren heute jede Menge Geier am Buffet und ein Schakal, der sich aber vom Acker machte, sobald er uns hörte. Aufgebläht war es heute nicht mehr, dafür, bis auf die Außenhaut, bereits relativ weit aufgefuttert 🤩
Nachdem wir den Geiern eine Weile zugesehen hatten und ein paar weitere Fahrzeuge zu uns gefunden hatten, sind wir weitergefahren zum Okaukuejo Camp. Dort sind wir nur durchgefahren und dann ging es weiter in den Norden zum Okondeka Wasserloch. Auf dem Weg dahin, viel kahle Steppe und jede Menge vereinzelte Tiere.
Am Okondeka wurden wir auch nicht enttäuscht und bekamen unsere ersten Löwen für heute zu Gesicht. Die männlichen Löwen waren mit ihrer Beute relativ weit weg, sodaß wir sie kaum mehr sehen konnten bzw. nur mit Fernglas.
Aber die Löwinnen waren auch ganz interessant und die waren näher bei uns. 😄
Besonders hungrig waren die wohl nicht, so nah, wie da potentielle Beute vorbeigelaufen ist 😉
Danach ging es weiter Richtung Adamax und dann die Runde wieder zurück nach Okaukuejo. Auf dem Rundweg sahen wir zwar so einige Tiere aber nicht in dem Maße, wie am Tag davor unterhalb des Camps.
Also weiter südöstlich Richtung Olifabtsbad. Auf dem Weg dahin entdeckten wir einen Leoparden unter einem Baum. Wow, das war super. Er lag da einfach und schaute in die andere Richtung … warum nur?
Kurz darauf wussten wir es,
weil da eine Elefantenherde ankam um knapp an ihm und uns vorbeizulaufen … super!
Die Elefanten waren friedlich, weil wir nicht in deren Weg rumstanden und der Leopard war danach auch noch da und schaute, zu Feier des Tages dann auch direkt in unsere Richtung …
anscheinend stellten wir aber weder Gefahr noch Beute für Ihn dar, was er uns auch zeigte … 😄
Nachdem wir ihn noch eine zeitlang beobachteten und mittlerweile von Fahrzeugen umringt waren … bahnten wir uns unseren Weg durch die Menge und fuhren weiter zum Wasserloch.
Dort badete auch gerade eine größere Gruppe Elefanten, denen wir eine Weile zusahen.
Danach fahren wir weiter langsam im großen Kreis
wieder zurück auf die C38, da wir heute bis Halali fahren wollten.
Nunja, das erwies sich als nicht so eine gute Idee. Die Straße war in sehr schlechtem Zustand … übelstes Wellblech … und da wir am nächsten Tag eh durch den kompletten Park fahren musste, wollte ich mir das heute nicht antun … wir machten Kehrt und fuhren zurück Richtung Okaukuejo.
Dort machten wir quasi Mittagspause am Wasserloch bei Bier und Kartoffelchips. Den Nachmittag verbrachten wir in der Umgebung des Camps und wurden dort mit vielen Tiersichtungen belohnt, bei ziemlich hohen Temperaturen.
Eine echt schöne Gegend dort und jede Menge Tiere.
Wieder mal faule Löwen 😁
Dann haben wir unseren Leoparden nochmal gesehen ... aber nur von hinten 😣
Die Tiere am Wasserloch haben ihn auch gesehen und waren danach recht alarmiert 🙂
Gibt es eigentlich einen Grund dafür, daß Löwen immer nur faul in der Gegend rumliegen? 😉
Gegen 18 Uhr machten wir uns langsam wieder auf Richtung Anderson Gate vorbei an ... dieses Mal schwarzen Termitenhügeln
Dann noch die letzten Sichtungen für heute
Kurz vor dem Anderson Gate sahen wir noch ein Fahrzeug mit einer Gruppe inklusive Guide ... offenbar haben sie Rhinozerosse gesehen aber relativ weit weg und deren Bus war wesentlich höher als unser Duster. Von daher fuhren wir weiter, ohne eine Sichtung zu versuchen ... schade, im Nachhinein hätten wir es versuchen sollen, weil Rhinos haben wir leider am nächsten Tag keine mehr gesehen 😐
Nun gut, wir beendeten unsere Etosha Tour für heute und fuhren wieder in die Gondwana Etosha Safari Lodge … gleiches Programm wie am Tag davor.
Dieses Mal sind wir nach dem Sundoner noch etwas geblieben und warteten, bis die Sterne am Himmel erschienen. Nochmal … tolle Lodge!
Das nächste Mal werden wir dort übernachten, mit Sicherheit!
Auf dem Weg zurück … mittlerweile war es dunkel … ist uns noch ein Schockerlebnis passiert. Auf der geteerten C38 auf dem kurzen Weg zwischen der Gondwana Lodge und unserem Etosha Village liegt plötzlich etwas auf der Straße, auf der ich da mit 100 Sachen unterwegs war … ich denke noch irgendein Tier aber nein … es war ein Mensch, der da mitten auf der linken Seite der Straße lag!!!! 🤩 Shit … meine Freundin bekam die Krise … dachte, der war vielleicht schon tot! Ein Kilometer weiter, beim Einfahren in unser Camp informierten wir den Wärter… Achselzucken … ja, den habe er schon vorbeitorkeln sehen. Und … was machen wir jetzt? Jemanden anrufen helfen … ähm … nö … wir machen da gar nichts … zu gefährlich und der Typ ist schließlich selber schuld, wenn er sich da auf die Straße legt. Das brachte mir schlagartig ins Bewusstsein zurück, dass wir uns hier doch in einem Land befinden, in dem ein Menschenleben nicht so viel wert ist … 😕
Naja … zur Beruhigung … am nächsten Tag war der Mann nicht mehr dort und auch kein Blut oder Ähnliches…. Wir gingen noch zum Abendessen - hier ein Bild von der fahlen Ausleuchtung durch schlechte Energiesparlampen -
und danach mit etwas gemischten Gefühlen aufgrund des Erlebnisses am Schluß dieses Tages ins Bett.
Tipps aus Tag 12: - Etosha ist im Bereich um Okaukuejo wirklich schön. Zumindest bei uns gabs da viele Tiere. Es ist nicht nötig, bis Halali zu fahren. Im Gegenteil => Dazu mehr im nächsten Abschnitt
Fortsetzung folgt!
HosenmatzThemenstarter158 Beiträge · seit 201801. Dez. 2018 · #18
Hallo zusammen, für die letzten drei Tage benötige ich noch etwas Zeit, weil ich gerade viel zu tun habe 🤩
Ich hoffe, euch gefällt mein Bericht bisher ... gerne dürft ihr mich, auch über PN anschreiben, falls ihr zu bestimmten Tagen Fragen habt!
Ansonsten bis bald mit musikalischen Grüßen aus der Fish River Lodge 🙂
Auf diese Etappe deines Berichts war ich besonders gespannt, weil du so wie wir es auch vorhaben die lange Etappe vo der Kalahari bis hierher bewältigt hast. Wir freuen uns schon auf die tolle Fishriver Lodge und darauf auf der Terasse unter freiem Himmel zu schlafen 🙂
Na, so überlaufen wie ich befürchtet hatte sieht es um Big Daddy und im Sossousvlei ja gar nicht aus! Oder habt ihr nur geschickt Fotos gemacht und die Leute versteckt? 😉