Nach der Reise ist vor der Reise, und so kam nach Südafrika im Mai 2018 noch eine 3-Wochentour im September/Oktober 2018 dazu. Man hat ja 30 Tage Urlaub im Jahr 😄
Die Reise in der Übersicht: 24.9. Flug Air Namibia Frankfurt-Windhoek 25.9. Mietwagen von Avis, ein Hilux 2,4l Diesel Automatik, Übernachten Windhoek Palmquell Lodge 26.9. Neuras Wine & Wildlife Estate (eine N/a´an ku sê Lodge) 28.9. Wolwedans Dune Camp 1.10. Kanaan (noch eine N/a´an ku sê Lodge) 4.10. Fish River Lodge 6.10. Alte Kalköfen Lodge 7.10. Kalahari Tented Camp 9.10. Nossob Camp 11.10. Twee Rivieren Camp 13.10. Mata Mata Camp 14.10. Red Dunes Lodge 16.10. Rückflug Air Namibia nach Frankfurt
Die Route auf Google Earth
Prolog: Lange gab es die Idee, nochmal Wolwedans zu besuchen. Auch die Idee mal in den KTP zu gehen wurde durch diverse RBs hier immer konkreter, auch wenn das bedeutet, dass wir uns selbst versorgen müssen. Bisher sind wir klassische Lodgehopper und genießen das luxuriöse Leben mit drei und mehr Gängen sehr.
Wir haben dann Mitte 2017 mit unserem Reisebüro zusammen die Route skizziert und es kam die obige Runde zusammen.
Nachdem der Termin festgelegt war, wollten wir die Flüge wie üblich bei Swiss oder Lufthansa buchen, aber die haben Mondpreise verlangt. Irgendwann kamen wir auf die SAA und dort gab es normale Preise. Flug gebucht, Reise gebucht. Alles gut?
Nein, SAA hat beschlossen, unsere geplanten Flüge Johannesburg-Windhoek und zurück an unseren Reisetagen aus dem Programm zu nehmen. Nach einigem Hin und Her haben wir dann zum ersten Mal Air Namibia gebucht und uns dann auf die Südafrika Tour im Mai gefreut.
Und hier ein paar Fotos zur Einstimmung:
Neuras Gepard
Kanaan
Fish River
Nossob Adlerflugschule - hier ein junger Bateleur
LG Andreas
Teil 223. Okt. 2018
24. und 25. September, Die Anreise
Da wir ja ab Frankfurt, und nicht wie sonst ab Stuttgart, fliegen wollten, hat sich uns die Frage gestellt, wie kommen wir nach Frankfurt? Es gab die Möglichkeit Rail&Fly zu buchen, selbst einen Zug zum Flug zu suchen, oder mit dem Auto? Am Ende hat die Anreise mit dem Auto gewonnen. Es scheint die flexibelste und am Ende preiswerteste Version zu sein.
Parken am Flughafen Frankfurt ist verglichen zu Stuttgart günstig. Wir haben den Parkplatz vorgebucht und dafür eine E-Mail mit einem Barcode bzw. einer Wallet-Datei bekommen. Einfach Handy ans Lesegerät und schwups hat man einen Parkplatz. Klang gut und nachdem alles in drei große Koffer und zwei Fotorucksäcke verpackt war, fuhren wir am Montag gegen 14:45 Uhr los.
Nach knapp zwei Stunden angekommen, fanden wir das Parkhaus problemlos. Der Barcode öffnete auch eine Schranke, hinter der grünes Licht einen freien Parkplatz andeutete. Der war leider so eng, dass zwar das Auto reinging, aber weder der Nebenmann noch wir die Türen öffnen konnten. Also wieder raus. Barcode öffnet die Schranke. Einmal im Kreis, diesmal eine Ebene tiefer mit Sicht auf einen schönen großen Parkplatz. Handy an das Lesegerät und „das Ticket ist abgelaufen“. Hmm, wir haben für drei Wochen bezahlt und stehen nun vor der Schranke? Nach einem Telefonat mit der „Notfallnummer“ und einer Suchhilfe, wo der Sprechknopf am Lesegerät ist (ganz unten rechts, vom Autofenster aus weder seh- noch bedienbar) kam die Anweisung, ein neues Ticket aus dem Automaten zu ziehen und bei der Ausfahrt dieses Ticket nicht zu bezahlen, sondern an der Schanke die Bestellnummer anzugeben, dann würden wir wieder rausgelassen! Man darf gespannt sein.
Koffer abgeben und dann ging es zur Lounge. Air Namibia hat natürlich keine eigene, sondern verteilt Gutscheine für die Prestige Lounge (Air Korea und so). Nun ja es war ruhig, es gab bequeme Stühle und etwas zu knabbern. Die Zeit verging schnell bis zu m Boarding. Alles war pünktlich und wir durften in den Flieger.
Air Namibia Flieger in Frankfurt
Hier die Überraschung, dass Reihe 4 direkt nach dem Eingang kommt und nicht wie auf der Grafik bei der Buchung die Reihe 3 die Ausgangsreihe ist. Es wird viel über Air Namibia geschumpfen, dass der Service schecht sei, dass die Unterhaltungstechnik an Bord nicht läuft etc. Das Essen war OK, der Service auch, nichts Besonderes. Business Class kann Air Namibia zwar nicht richtig, aber eigentlich wollten wir nur schlafen.
Die Sitze konnte man ganz flachlegen, Schlafen ging trotzdem nicht gut. Nach einem kurzen ruhigen Flug kamen wir 45 Minuten zu früh in Windhoek an.
Stockfinster bei der Ankunft, oder kurz vor 6 am Hosea International
Wir hatten die Immigration Formulare schon zuhause ausgefüllt und so hatten wir das Glück, als 5. und 6. am Schalter zu sein. Das Gepäck kam auch recht zügig, so dass wir unter den ersten waren, die raus konnten. Tja und hier kam es dann zum ersten Mal vor, dass wir zur Gepäcknachkontrolle mussten. Man schaut sich doch die Bilder an, wenn man das Gepäck nochmal durch einen Scanner schickt. Aber auch die Prozedur ging schnell vorbei, denn wir haben nichts dabei, was man nicht mitbringen hätte dürfen.
Bei Avis war es wie immer so, dass man trotz Reservierung den ganzen Vertrag sehr langsam nochmal bearbeiten muss. In Europa kommt man hin, es wird ein Umschlag mit Autoschlüssel rausgezogen und man geht zum Parkhaus. Keine 3 Minuten nachdem man an der Reihe war. In Windhoek dauert es 20 Minuten, und wir waren die ersten heute….
Das Auto ist ein Toyota Hilux 2.4 Diesel mit Automatik! Unser erster Hilux mit Automatik.
Hilux bei Avis am Flughafen
Wie immer wurde uns gesagt, unbedingt mit Reifendruck 2,0 zu fahren. Und wie immer waren die Reifen nicht auf diesen Druck eingestellt, sondern auf 1,7. Allerdings zum ersten Mal hatten alle Reifen den gleichen Druck….
Den Druck haben wir dann gleich mal angepasst. Unser alter VW SUV-Kompressor, den wir mitgenommen haben, funktioniert immer noch sehr gut. Avis liefert ja keinerlei brauchbares Werkzeug mit. Und ein sehr gut aussehendes Ersatzrad war diesmal auch drin, nicht selbstverständlich bei AVIS Namibia. Avis hat in die Ladefläche eine Aufnahme reingedübelt, nun liegt das Ersatzrad auf der Ladefläche, verkleinert diese gewaltig und man muss es hochheben, statt mit einer Kette abzulassen. Eine fantastische Verschlimmbesserung.
In der Palmquell Lodge waren wir als „early arrival“ ab 9 Uhr gebucht. Dank des insgesamt doch recht zügigen Ablaufes und der frühen Ankunft, waren aber viel zu früh um kurz vor 8 Uhr da. Aber alles kein Problem, erst mal frühstücken, danach ist das Zimmer fertig. Und so geschah es!
Es gab ein gutes Frühstück und nach einem kleinen Schläfchen zogen wir los zur Maerua Mall zum Shopping und für einen lunch nach DownTown. Cooler, Holzkohle, Streichhölzer, der obligatorische Wasservorrat und einiges mehr für unsere Selbstversorgerwoche sind nun im Hilux verstaut.
Im Garten der Lodge hüpfen viel Vögel herum, diesen hier hatten wir noch nie gesehen
White-backed Mousebird
Die Temperatur hat die 30 Grad überschritten. Wir sind in Namibia angekommen. Abendessen gab es im Restaurant der Lodge. Nichts besonderes, aber ausreichend viel und gut.
LG Andreas
Teil 324. Okt. 2018
26. September: Spreetshoogste, Solitaire, Neuras
Nach einem leckeren Frühstück im Palmengarten ging es gegen 9:00 Uhr los Richtung Solitaire über den Spreetshoogste Pass. Der Verkehr in Windhoek wird immer mehr, und so war es eine Wohltat, nach wenigen Minuten aus der Stadt raus zu sein und auf Gravelpads C26 und später D1261 und D1275 zu sein
An der C26
Immer noch die C26
Die Strecke wurde immer einsamer und landschaftlich sehr nett.
An der D1261
Durch die Fotostopps aufgehalten kamen wir mit etwas „Verspätung“ gegenüber der Tourplanung zum Spreethoogste Pass. Den sollen zwar nur Autos ohne Trailer befahren, aber interessieren tut das Verbot keinen.
Das Gesamtaufkommen an Fahrzeugen ist jedoch sehr überschaubar. Die Sicht ist ein bisschen diesig, aber ausgesprochen schön.
Aussicht
Blick zurück
Anschließend kurzer Stopp in Solitaire, um endlich mal den Apple Pie zu essen. Nunja berühmt ist er, nochmal brauche ich ihn nicht (zu viel, zu mehlig und insgesamt ein sehr bushaltestellenartiges Ambiente).
Dann ging es auf den Rumpelstraßen weiter, gefühlt wurden sie immer schlechter, je näher Sossusvlei/Sesriem kam, eine wunderschöne Landschaft, vorbei am Eingang zum Naukluft Mountain Zebra Park, in den wir vor langer Zeit einen Abstecher gemacht haben und fuhren dann noch 10 km besonders rumpeliger Straße (D850) bis zum Weingut Neuras, unserer Unterkunft für die nächsten beiden Nächte.
Unser Zimmer auf Neuras, da wo die Nase des Autos hinzeigt
Es gibt eine Art Streichelzoo (mit lauten Gänsen) und als wir einen Blick reinwarfen waren gerade 3 Gäste da. Erdmänchen! Völlig frei, aber gerade bei den Gänsen und nicht scheu.
Besuch der Erdmännchen im Streichelzoo
So nah kommt man nicht oft
Familiar Chat, oder Rotschwanzschmätzer, der am Haus Insekten fing. (Danke fotomatte)
Freiwillig angeboten wurde uns der Sundowner nicht, aber wir konnten es bewerkstelligen, mit einer fünfköpfigen Familie mitzufahren. Der erste Stopp war bei einer Fledermaushöhle, in die man über eine Leiter absteigen konnte. Die eigentliche Höhle ist durch ein ca. 80 cm großes Loch erreichbar und schrecklich heiss.
Hier ist das Loch
Abstieg
Blick von unten
Der Sundowner fand an einer anderen Stelle des Hügelzuges statt, einer kleinen Anhöhe mit 360° Blick. Unser Guide wußte einiges Wissenswertes zu berichten, ein recht gelungener Sundowner.
Sundowner
Mit einigen Moskitos im Schlepptau gingen wir zu Bett und wurden um ein paar Stiche reicher.
LG Andreas
Teil 426. Okt. 2018
27. September: Neuras 4x4 Selfdrive und Cheetah Feeding
Wir haben ein Rustic Chalet gehabt, wie sich das von Luxus unterscheidet weiss ich nicht, ich fand die Lage auf dem Gelände von unserem Chalet verglichen zu den Luxuschalets besser. Das Essen ist gut, das Personal war etwas reserviert am Anfang, aber seit klar ist, dass wir hier übernachten, ist alles besser.
Es gibt einen 4x4 Selfdrive und Geparden, die in einer Umzäunung leben und die man zur Fütterung am Abend besuchen kann. Und genau das haben wir uns als Tagesprogramm ausgesucht.
Nach dem Frühstück haben wir die Einweisung und ein Funkgerät bekommen „Falls wir Hilfe brauchen“. Dann ging es los zum 4x4 Self-Drive, der anfangs die gleiche Strecke wie der gestrige Sundowner war.
Nach wenig anspruchsvoller Fahrt kam rechts eine schöne Aussicht und wir haben das Auto mitten auf der Spur abgestellt, es war ja ausser uns niemand in der Nähe. Wir sind vor an die Kante und haben die staubtrockene Landschaft genossen.
Auf dem Rückweg zum Auto hat es sich fotogen gezeigt. Wie man sieht, keine Wolke am Himmel und lauschige 24 Grad.
Ein paar Ecken weiter gab es dann Korkenzieherbäume, die sich an die Geländekante schmiegen. Einfach zum hinlaufen. Da es kein Nationalpark ist, darf man das Auto verlassen; besonders viele Tiere gibt es auch nicht. Ausser ein paar Pferden und einem Steinböckchen war nichts weiter zu sehen. Auf dem weitläufigen Gelände sind an entlegenen Stellen foto traps verteilt, die immer mal Leoparden – mit und ohne Collar – aufnehmen.
Nachdem wir auf der Straße zurück waren, sind wir noch zu einem Aussichtspunkt gefahren.
Die Sicht war gut, aber spannender waren die winzigen Blütenstände der „Hakendorn“ Akazie (es gibt für uns nur zwei Sorten Akazien, Akazie-pieks-mich und die anderen).
Mit dem Pol-Filter ist das Auto plötzlich sauber und strahlend weiss.
Nach dem Lunch haben wir uns ausgeruht. Dabei ist das 360-Grad Panorma vor unserem Zimmer entstanden.
Insekten jagen ist stark beliebt
Gegen 17 Uhr sind wir zum Cheetah-Feeding aufgebrochen. Nachdem wir ja vor Jahren auf der Bagatelle Lodge ein unangenehmes Ereignis bei so einer Aktion hatten, sind wir mit etwas gemischten Gefühlen los.
Aber hier war es eine komplett andere Geschichte. Die sieben Geparden wurden als wenige Monate alte Waisen alle zur selben Zeit hier in ein 35 ha Gelände eingesetzt. Dadurch, dass sie von Menschen gefüttert werden, können sie nie mehr in die Natur zurück, da sie die Nähe des Menschen suchen. Und das ist tödlich für sie.
Uns wurde erklärt, dass wir auf eine Plattform gehen, und von dort die Tiere gefüttert werden. Sollte ein Tier auf uns zu gehen, stehen bleiben und „No“ rufen. Die Mitarbeiterin der Lodge, Elzeene hat uns das sehr gut erklärt.
Die Geparden haben uns am Tor erwartet und sind dann elegant neben dem Auto hergerannt. Leider ist kein einziges Foto was geworden, da die Kamera verstellt war….
Etwas langsamer, und schon klappt es mit dem Foto
Auf die Plattform gingen 3 Stufen hoch, links davon ging die Plattform bis kurz über den Boden, rechts waren es ca. 1,5m. Der Zaun bestand aus wenigen Holzstäben. Die Geparden könnten also bequem auf die Plattform kommen!
Interessanterweise haben die Geparden Abstand gehalten, bis wir auf der Plattform waren.
Kaum aber waren wir und der Eimer mit Fleisch auf der Plattform, waren die Tiere auch schon da, und der frechste davon wollte auch auf die Plattform. Was Elzeene mit einem energischen No und einem bösem Blick verhinderte! Der Gepard quittierte das mit diesem netten Gesichtsausdruck:
Nach der Fütterung waren die Tiere deutlich entspannter und für einen gab es noch einen Nachschlag, den er dann vor unseren Augen (ca. 2m vom niedrigen Ende der Plattform) verspeiste.
Obwohl wir kaum 1m von den Tieren weg waren, gab es nie eine Szene, in der man „Angst“ haben musste. Augenkontakt, „No“ und gut. Keine Ahnung, warum das damals auf Bagatelle nicht genau so gut ging.
In der schönen Abendstimmung hat dann ein Gepard noch ein wenig geposed und der Tag ging wunderschön zu Ende:
LG Andreas
Teil 528. Okt. 2018
28. September: Elim Dune und Ankunft Wolwedans
Heute geht es nach Wolwedans ins Namib Rand Schutzgebiet. Da die Strecke nicht allzu weit ist, haben wir uns gedacht, ein kleiner Ausflug auf die Elim Dune müsste doch drin sein.
Nach dem Frühstück haben wir nicht sehr lange gebraucht, bis wir unterwegs waren. Die Straßen haben sich von ihrer schlechtesten Seite gezeigt. Es war wahnsinnig rumpelig und der Grader war hier schon sehr lange nicht mehr. Nach ca. einer Stunde Schüttelei waren wir am Eingang des Sossusvlei NP angekommen. Nachdem wir die Eintrittsgebühr beglichen haben, sind wir 4km weiter zum Parkplatz der Elim-Düne gefahren. Hier waren wir ganz allein. Da es schon deutlich nach 10 Uhr war, war die Temperatur schon auf über lauschige 25 Grad angestiegen. Ganz so flott waren wir also irgendwie doch nicht unterwegs.
Mit etwas Wasser haben wir uns auf die Düne gewagt. Es war viel anstrengender als gedacht und da es keinerlei Schatten gab, mussten wir deutlich vor dem Gipfel aufgeben und wieder umdrehen.
Von unten
Aussicht unterwegs
Aussicht am höchsten erreichten Punkt
Zurück am Auto, holten wir unser kleines Falttischchen heraus und verspeisten unter dem großen Baum unsere lunch packs im Schatten. Mit einigen Dutzend sehr interessierten Siedelweebern zusammen…..
Die Weiterfahrt nach Wolwedans war unspektakulär.
An der C27
Gegenüber der Einfahrt nach Wolwedans
Nach 20km kommt man am Parkplatz an. Dort wird man von seinem Guide in Empfang genommen. Nach ein paar einführenden Worten und einem kühlen Wasser wird das Gepäck umgeladen und es geht zum Dune Camp. Das Haupthaus ist gewachsen, die Schlafzelte sind immer noch wie vor vier Jahren, und wir haben wieder Nummer 1 bekommen. Wolwedans, wir sind wieder da und fühlen uns sofort wieder wohl!
Um 17:45 Uhr sind wir zum Sundower gestartet, den wir mit einer sehr schönen Aussicht genossen haben. Unser Guide erzählte ein wenig, wo er schon gearbeitet hat, er ist einer der glücklichen, die für die Heimfahrt nur wenige Stunden benötigen, viele sind einige Tage unterwegs, so dass die 2 Wochen off duty freie Zeit nicht nur Vergnügen darstellen. Auffallend war, dass es sehr wenig Oryx gab.
Zurück am Haupthaus, stand die lange Tafel allerschönst gedeckt im Freien, bis wir vom Zelt zurück zum Feuer kamen, war sie schon hineingeräumt worden, weil ein starker Wind aufgekommen war.
Ja, ab hier sollte der Wind uns begleiten, was wir noch nicht wussten, wie heftig es werden würde.
Ausser uns sassen ein holländisches Paar und 6 Travel agents sowie Stefan Brückner, der Eigentümer von Wolwedans am Tisch. Und neben uns saß Hella, die wir beim Jubiläum unseres Reisebüro knapp 2 Wochen zuvor in Kürten getroffen haben. Sie hat dort für Walking Safaris in Sambia geworben. So trifft man sich wieder. Die Travel Agents waren eine von 8 Gruppen, die einige Zeit mehrere afrikanische Staaten bereist haben und sich abschließend in Kapstadt zu einer Konferenz trafen. Es gibt weißlich Schlimmeres an Jobs. 🤩
Das Abendessen war eine Wucht, die Stimmung ausgelassen aber irgendwann nach zwei Amarula musste man dann doch ins Bett
Der Wind wurde in der Nacht nicht weniger, im Gegenteil. 😮
Es fühlte sich so an, als ob das ganze Zelt abheben könnte. Es knattert, es quietschte, ja das Zelt quietschte, ab einer bestimmten Windgeschwindigkeit und die hatten wir 2/3 der Nacht.
Schlaflos in Wolwedans trotz Ohrstöpsel.
LG Andreas
Teil 601. Nov. 2018
29. September: Sandsturm in Wolwedans
Der nächste Morgen war immer noch sehr windig. Und wir reichlich unausgeschlafen. 🤨
Frühstück dank des Windes wieder inside. Das Wolwedans Healthy Breakfast ist nicht leicht auf der Karte zu verstehen, aber sehr gut. Ausreichend gestärkt ging der anschließende Morning Drive los.
Offensichtlich wissen nicht alle Guides, wie sie fahren sollen 😈
Trotz viel Sand, wächst recht viel
Er sollte 4 Stunden dauern, ging in den nördlichen Teil des Gebietes und in Richtung der C27. Ein Dung-Beetle (Mistkäfer) ist bekannt als Bulldozer, da er zwei mal am Tag eine Höhle ausgräbt und das sehr imposant aussieht.
Dung Beetle, baut zweimal am Tag eine Höhle, darum auch Bulldozer genannt
Am Anfang war es zwar windig, aber zwischen den Dünen nicht besonders stark. Wir bekamen zahlreiche Oryx zu sehen, die im Gegensatz zu unserem Aufenthalt vor 4 Jahren nicht mehr in größeren Gruppen um die Zelte verteilt grasen. Das kommt daher, dass es durch die Dürre der letzten Jahre einen Verlust von ca. 75% der Tiere gab. Von über 4000 leben nur noch etwa 1000 und die haben es auch nur ganz knapp geschafft.
Da es vor zwei Monaten 60 mm an zwei Tag geregnet hat (entspricht der halben Jahresmenge), ist das Gras saftig und grün, ein sehr ungewöhnlicher Anblick für die Jahreszeit und sehr gut für die vielen jungen Oryx.
Kaum waren wir aus den Dünen raus und auf einer Ebene angekommen wuchs der Wind zu einem ausdauernden heftigen Sandsturm an. Das war im offenen Auto so schlimm, dass unser Guide sichtlich froh war, als wir sagten er solle ein windgeschützteres Plätzchen suchen. Oryx und Zebra hin oder her.
Man kann im Hintergrund die Staubfahnen der C27 und hinter den Hufen den 10-12m weit fliegen Sand sehen, die Oryx sind ganz langsam gelaufen!
Vor dem Auto ist die Fahrspur….. Hier gab es einen Kaffee, aber so richtig gemütlich war es nicht.
Ziemlich durchgeblasen kamen wir zum Lunch an. Danach gab es Siesta und für jeden von uns eine Busch-Massage vor dem Zelt. Das wäre ein Modell für zuhause, leider hat es da nicht so oft 30 Grad.
Nachdem die Truppe von Travel Agents abgereist war, waren nur noch 4 Gäste im Dune Camp, der Wind hatte stark nachgelassen, das Abendessen fand draussen statt. Wir hatten geglaubt, der Sturm sei vorbei.
Bis um 22 Uhr war das auch der Fall, dann kam wieder der Sturmwind. Nicht so stark wie die Nacht zuvor, aber auch reichlich heftig. 😗
LG Andreas
Teil 702. Nov. 2018
30. September: Wolwedans, Nach dem Sturm
Nach einer weiteren Sturmnacht, nicht ganz so schlimm wie die Nacht zuvor, konnte das leckere Frühstück die Laune kräftig heben. Allerdings mussten wir zuerst beichten, dass wir nur das Mückengitter in der Nacht geschlossen hatten (nicht die dicke Plane) und so der Sand bis vors Bett geweht ist 😗 😗 😣 😊
Um 9:00 Uhr trafen wir uns mit 2 Buschmännern zu einem „educational walk“ und liefen etwa eine Stunde durch die Dünen direkt beim Camp. Das war auch völlig ausreichend, denn es war überraschend windstill und schon lustige 32 Grad warm.
Wir fanden einen Yellow Burrowing Skorpion unter einem Stein 1m neben dem Hauptgebäude, einen Hasen in seinem Nest, einen Barking Gecko in einem tiefen Tunnel und einen Maulwurf (Blind Mole), die beiden letzteren ausgegraben von den Bushmännern, so dass es auch Fotos davon gibt.
Yellow Burrowing Skorpion
Man muss schon genau hinsehen!
Das kleine Ding, macht Abends den Krach! Barking Gecko, Männchen
Gelber Hals = Männchen
Nochmal der Größenvergleich
Tok Tokki
Blind Mole
Den Nachmittag verdösten wir auf dem Deck im Schatten, um vier ging es zu einer letzten Rundfahrt mit Sundowner. Die Runde machten wir zusammen mit einem Schweizer Ehepaar, da deren vorgesehener Guide durch einen Skorpionstich ausser Gefecht gesetzt war. Das Gegengift ist wie überall auch in Wolwedans verfügbar, aber für ein paar Tage ist in so einem Fall Ruhe angesagt.
Es ging über die große untere Ebene, den ältesten Teil der Namib. Hier waren ein Greater Kestrel , Ground Squirrels, Rüppel’s Korhaan mit Kücken und ein paar Zebras zu sehen.
Greater Kestrel (Unser Guide meinte Rock Kestrel, aber da passen m.E. die Farben nicht)
Rüppel's Korhaan, gut getarnt
Immer wieder nett, die Ground Squirrels
Das eigentliche Highlight ist die Landschaft, aber die ist dank des harten Lichtes schwer in Bilder zu fassen.
Ein letzter Sundowner auf Wolwedans, 😮 😵
Nach der Rückkehr noch ein letztes 5-Gänge Dinner in Wolwedans, dann sind wir früh ins Bett, da wir einerseits durch den wenigen Schlaf der letzten beiden Nächte, anderseits durch die jetzt bestätigte Heissluftballon Fahrt am nächsten Morgen sehr früh raus mussten.
LG Andreas
Teil 804. Nov. 2018
1. Oktober: Heissluftballon und Kanaan
3 Uhr 55 klingelt der Wecker, 4 Uhr 15 Abholung durch unseren Guide David und dann Fahrt zum Auto. Dort noch mit einer total verschlafenen Angestellten die Rechnung beglichen und gegen 4 Uhr 45 ging es los.
Man weiss ja, bei Nacht fahren ist gefährlich. Also sehr bedächtig mit Fernlicht unterwegs gewesen. Es Standen Zebras und Oryx auf der Straße und ein Zebra kam von Links angerannt und wollte unbedingt vor dem Kühler über die Straße…. Alles in allem war es sehr anstrengend und freiwillig mache ich das nicht nochmal.
Wir waren 1 Stunde später am Abhol-Treffpunkt, dem „Mirage“, von dem es zum nahegelegenen Sky Namib Gelände ging, wo schon 2 Ballons aufgeblasen und startbereit warteten. Diesmal wurden die Passagiere namentlich auf die beiden Ballons verteilt, so dass es nicht so turbulent beim Einsteigen zuging wie bei unserer letzten Ballonfahrt.
Wir waren eine gute Stunde in der Luft, dann landeten wir etwa 200m vom Trailer entfernt und wurden von fleißigen Helfern auf den Trailer gezogen.
Hier unsere beiden Piloten beim Vorbeimarsch am 2. Ballon
Im Anschluss erfolgte das pompöse Sektfrühstück einschließlich Öffnen der Sektflaschen mit Machete, was in einem Fall gut, im anderen mit einer halbierten Flasche und recht feuchten Klamotten des Hauptdarstellers endete. Da wir diesen Teil der Ballonfahrt nicht unbedingt brauchen, habe ich auf Detailbilder verzichtet. Da wir im Nationalpark gelandet sind, könnten wir uns einen Zettel geben lassen, mit dem wir später wieder in den Park dürften, ohne nochmal Eintritt zu bezahlen. Aber das wollten wir dann doch nicht.
Wir sind diesmal sehr entfernt vom Startpunkt im Sossusvlei gelandet, deswegen dauerte die Rückfahrt ins „Mirage“ entsprechend lang.
Wir machten uns auf die Weiterfahrt auf, hatten aber relativ bald einen Stopp, als wir an einem Fahrzeug mit Reifenpanne vorbeikamen. Ein anderes Fahrzeug mit 2 jüngeren Fahrern stand bereits dort und alle Beteiligten mühten sich mit dem Ansatzpunkt für den Wagenheber am Ford ab, was ich dank einschlägiger Erfahrung dann aber rasch erledigen konnte. Nach ein wenig Geplausche über die Fahrtrouten stellte sich heraus, das Heidi und Günther auch nach Kanaan Retreat unterwegs waren. So verabredeten wir uns für das Abendessen.
Die Zufahrt zur Lodge war ein bisschen schwierig, wenn man sich nicht an die Anleitung des Reisebüros hält. Die Einfahrt ist beschildert, aber nicht zwingend so, dass man das Schild versteht, wenn das Navi sagt noch 12km weiter zu fahren. Nach diesen 12km steht dann eindeutig, dass dies nicht die Zufahrt nach Kanaan ist, sondern nördlich davon. Also genau da, wo wir noch geglaubt haben, dass es falsch ist.
Schließlich gelangten wir zur Rezeption und nahmen unsere Schlüssel entgegen. Die 8 luxury tents liegen oben am Hang zusammen mit einem Restaurant, sozusagen die Schaltzentrale für alles, Aktivitäten buchen, essen, Wäsche abgeben etc.
Die Landschaft ist traumhaft schön, die Küche fantasievoll und sehr gut, das Personal aufmerksam und freundlich. Hier kann man es aushalten.
Da wir ja sehr früh aufgestanden sind, war der Rest des Tages nur noch ausruhen.
LG Andreas
Teil 905. Nov. 2018
2. Oktober: Kanaan, eine N/a´an ku sê Lodge
Es gibt hier eine „photographic“ Aktivität, die leider schlecht beschrieben ist. Und dann wurde sie mir auch noch schlecht erklärt, so schlecht, dass ich es nicht kapiert habe und gesagt, wir machen das anders. Im Nachhinein ein Fehler, da es mit Sicherheit noch besser gewesen wäre.
Die zweite interessante Aussage „We have Wifi here. But with sattelite and it is not working well, if there is wind“ Nun denn, ich brauche wahrscheinlich nicht zu betonen, dass das Wifi nicht nutzbar war, weil es ständig Wind hatte.
Wir hatten zwei volle Tage hier, also entschieden uns, den diesen Morgen gemütlich ohne frühes Aufstehen zu beginnen – also ohne Sunrise Tour. Trotzdem waren wir zum Sonnenaufgang wach. Das Licht ist erst noch fahl und dann steht der Mond als dünne Sichel am Himmel.
Ground Armored Cricket
Danach frühstückten wir deshalb ganz gemütlich, gingen noch auf einen der beiden Aussichtshügel und trafen um 11 Uhr zur Abfahrt zu einem scenic Drive zu den (neuen) Dünen ein. Warum neue Dünen? Weil die sich gerade erst bilden und monatlich größer werden.
Die Fahrt war relativ eintönig bis zu den Dünen. Deren Sand ist irre heiss. Es ist interessant anzusehen, wie die Bäume langsam im Sand versinken.
Danach ging es zu Lunch zurück, und es war Siesta angesagt.
Warum die einen Käfig haben, haben wir nicht verstanden, aber sie könnten auch weg
Bis es zur Sundowner Tour um 5 Uhr losging. Erst ging es zu den „Stars“ der Landschaft, den toten Akazien. Angeregt durch Bilder im Restaurant sind die meisten davon monochrom gehalten.
Der obligatorische Gin and Tonic zum Sundowner wurde heute an einer sehr exponierten Stelle gereicht.
Kanaan hat eine großartige Landschaft und sehr viel Gras. Leider sind durch Dürre und Jagd auf den Farmen in der Nähe die Tiere sehr sehr scheu und sehr wenige.
Damit wir nicht zu lange im Bett bleiben können, haben wir eine Sunrise Dünentour gebucht. Um zum Sunrise auf den Dünen zu sein, muss man gut eine Stunde vor Sonnenaufgang losfahren. Die Sonne geht um 6 Uhr 38 auf, hat aber wegen Bergen am Horizont etwas Verspätung. Der Sonnenaufgang ist ohne Wolken leider wenig spektakulär: https://youtu.be/-m76bcnkPQg
Wenn man sich das so anschaut, stellt sich die Frage, warum eigentlich Sossusvlei? Das hier ist ein sehr schöner Sonnenaufgang im roten Dünensand. Und solange man den geniesst und fotographiert, baut David einen Tisch mit Tee, Kaffee und ein paar Leckereien auf.
Danach geht es entspannt zum Frühstück.
Da es ja zwei Aussichtshügel gibt sind wir auf den anderen hoch. Auch von hier sieht die Lodge sehr schön aus.
Eine 360 Grad Umschau sieht in einem Bild komisch aus, darum sind drei geworden:
MIttags gibt es eine kleine Karte. Der Mighty Burger musste probiert werden:
Wirklich mächtig, und genaugenommen zu viel. Aber als Schwabe "Lieber den Magen verrenkt, als dem Wirt was geschenkt"
Damit der Stress nicht allzu groß wird, haben wir uns für heute nur noch die Cheetah Feeding Tour vorgenommen. Leider war das, verglichen zu Neuras, langweilig, keinerlei Bewegungswille der beiden Hauptdarstellerinnen, nach Annahme des Fleischbollens.
Abends sind wir noch die 40 Höhenmeter auf den Aussichtshügel den Sonnenuntergang bestaunen. Auch ohne Alkohol ganz erträglich.
Das Abendessen war ein Gedicht, vor allem die Nachspeise: Himbeer-Thymian-Gelee mit Pana Cotta. Warum mein Handy die strahlend weisse Pana Cotta braun darstellt? Ich habe keine Ahnung. Aber die tolle Schichtung ist trotzdem sichtbar. Die Küche war wirklich sehr gut.
LG Andreas
Teil 1109. Nov. 2018
4. Oktober: Fish River Lodge
Am Morgen beim Frühstück gibt es ein Feedbackformular. Wir durften Zeuge einer Bewertung zwei Tage vorher werden, die uns zum Fremdschämen gebracht hat. Frau „I had to give you one star less“ Angestellte „Why?“ „Because of the sweet bread. You know, we Germans don’t like sweet bread“ Wir haben die volle Punktzahl für die Küche auf Kanaan gegeben. Was hier geleistet wurde ist toll. Natürlich schmeckt nicht immer alles, aber das liegt ja auch an uns.
Die neue Rezeption von Kanaan
Der Tag war als ganz gemütlicher Fahrtag geplant. Eigentlich wollten wir nicht die B4 nehmen, sondern über C13 und dann die D463 zur Fish River Lodge. Wir kamen aber kaum voran. Was einerseits an meinem Schnupfen lag, der mich seit zwei Tagen plagt, andererseits auch vom vielen Landschaft anschauen. Also sind wir doch die B4 bis zur D462 gefahren, haben der Alten Kalöfen Lodge schonmal Hallo gesagt, dort werden wir nach der Fish River Lodge nächtigen.
An der D707
Und dann waren wir gegen 15 Uhr 30 an der Fish River Lodge angekommen. Die letzten Kilometer sind eine recht spartanische Two Spor Strecke.
Was für eine Aussicht! 🤩 🤩 🤩
Gut, der Empfang war nüchtern und geschäftsmäßig, keinerlei Willkommensgefühl. Aber die Aussicht! Wir bekamen Room No. 20, ganz am Ende der Reihe. Danach nur noch Natur und den Wanderweg zum Aussichtspunkt haben sie auch vom Haus weg verlegt, so dass man nur einen Nachbarn und sonst nichts hat.
Die Fish River Lodge ist die einzige, die direkt am Canyonrand gebaut ist und wo man von allen Zimmern und dem Haupthaus eine ungestörte Sicht in den Canyon hat. Der Fish River Canyon ist der zweitgrößte Canyon (nach dem Grand Canyon, USA) der Erde.
Da wir durch Hitze, frühes Aufstehen, stürmische Nächte und eine Erkältung etwas Schlafdefizit hatten, sind wir früh ins Bett und haben sehr gut geschlafen. Aber nicht ohne den Zeitraffer aufzubauen:
Der gute Schlaf ging natürlich nur bis kurz vor Sonnenaufgang. Die Sonne geht auf der gegenüberliegenden Canyonseite auf. Also praktisch auf der Terrasse. Das muss man doch versuchen zu fotographieren, ausserdem musste das Zeitrafferequipment wieder heimgeholt werden von der nächtlichen Aktion.
Sonnenaufgang
Nach dem Frühstück sind wir mit leichtem Gepäck, aber ohne 360 Grad Ausrüstung zu einem Morgenspaziergang zum Aussichtspunkt gestartet.
Nach der Rückkehr das Fotoequipment getauscht und wieder ein paar hundert Meter auf den ersten Hügel. Hier gibt es dann diese zwei Panoramen:
Am Nachmittag gesellen sich ein paar Siedelweber und Glanzstare um die Hütte
Die Sundownertour stellte sich als super Entscheidung heraus, mit dabei war ein älteres Ehepaar mit ihrem Piloten, dem Bruder von Friedhelm von Seydlitz (wir waren zweimal auf der Gäste- und Jagdfarm „Immenhof“ bei Omaruru). Also gleich ein bisschen ausgetauscht über Freddie und Familie. Wir sind 2 wunderschöne Aussichtspunkte angefahren, schon das hat die Tour lohnenswert gemacht.
Der Abstieg in den Canyon, nur mit Guide erlaubt und nichts für schwache Nerven
Hier endet auch der landschaftliche Schwerpunkt der Reise. Die nächsten zwei Tage sind eigentlich nur dafür da, an die südafrikanische Grenze zu fahren und vorher Vorräte für die Selbstversorgung zu beschaffen.
6. Oktober Alte Kalköfen Lodge Die Fahrt zur alten Kalköfen Lodge ist mit knapp 100 km sehr kurz. Von daher war es ein extrem gemütlicher Tag, was der Erkältung sehr guttat.
Leider musste uns Frikkie mitteilen, dass er ein Moskito Problem auf dem Lodge Gelände hat. Und wir haben es nicht geschafft alle Fenster richtig zu schliessen. 🤢 Nachts kamen sehr viele Moskitos ins Zimmer, so viele haben wir noch nie an einem Ort gesehen und es gab kein Netz. Der einzige Trost, die Gegend gilt als malariafrei. Die Anzahl der Stiche war nicht zu zählen, da die Mistviecher so lange warten bis Peaceful Sleep nicht mehr wirkt… 😵
Vor den Moskitos gab es noch einmal die Sterne über der Lodge.
7. Oktober: Fahrtag in den KTP
Sonnenaufgang
Nach einem sehr guten Frühstück und einer sehr herzlichen Verabschiedung packten wir unser bestelltes Fleisch ein und fuhren die B4 nach Keetmanshoop zum Einkaufen, Tanken und Bargeld holen. Wir wären gerne im Spar einkaufen gegangen, wußten aber bereits aus dem Forum, dass dieser am Sonntag, einen Tag vor unserer Abreise, abgebrannt war. Also stürmten wir den Shoprite.
Nach weiteren 3 Stunden Fahrt kamen wir im KTP am Grenzübergang Mata Mata an und erledigten dort die Formalitäten und die Registrierung für den Parkaufenthalt in Rekordzeit. Wir waren ja die Einzigen, die in diesem Moment Ein- oder Ausreisen wollten.
Anschließend bezogen wir das Kalahari Tented Camp ca. 4 km weiter. Unit No. 5, frisch renoviert! Leider war Unit No. 6 die nächste, die renoviert wird, und es herrschte tagsüber ein beträchtlicher Lärmepegel, egal, ob die Maschinen gerade angestellt waren oder die Arbeiter sich miteinander unterhielten.
Das Camp ist super gelegen, nur 15 units mit recht großem Abstand und die Angestellten an der Reception unheimlich freundlich. Abends machten wir einen kurzen Game Drive, bei dem wir auch unsere ersten selbst entdeckten zwei Eulen (Spotted Eagle Owl) gesichtet haben. Leider war kein Foto von den zweien hinzubekommen. Das sollte erst einige Tage später klappen.
Southern Pale Chanting Goshawk
Secretray Bird am Boden
Secretray Bird auf dem Nest
Wir sind im KTP angekommen!
LG Andreas
Teil 1411. Nov. 2018
8. Oktober KTP Auob Tal
Kurz vor 6 Uhr 30 ging es auf zum Morgen Game Drive. Erstmal war es sehr ruhig. Kurz nach 7 kamen wir zum Craig Lockard Waterhole. Schon von Weitem sah man die Autoansammlung, es war klar, hier gibt es was. Aber zuerst sahen wir nichts, die Nachfrage am hintersten Auto der Schlange (noch an der Hauptstraße) brachte eine Erklärung, was wir sehen können. Eine Leopardin sprang von einem Baum zum anderen, einmal hoch, einmal runter, dann hoch zu einem Nest, das aber leer war, und wieder runter etc.
Wir hatten den Verdacht, sie würde zum Wasserloch gehen, und haben uns an allen parkenden Autos vorbei bis zum Wasserloch durchgeschlängelt. Überraschender Weise gab es einen Stellplatz, mit freier Sicht zum Wasserloch.
Die Leopardin tat uns den Gefallen, und kam zur Wasserstelle.
Sie trank ein wenig und lief dann direkt auf unser Auto zu. Auf gerader Linie. Als sie noch etwa 10m weg war, haben wir die Scheiben geschlossen und die Kamera weggelegt und nur noch geschaut.
Sie lief direkt vor unserem Kühler zwischen die wild geparkten Fahrzeuge, nahm ein Rad als Deckung und verzog sich auf die andere Seite in ein dichtes Gebüsch und war dann nicht mehr gesehen. 🤩 🤩
Was konnte jetzt noch besser werden?
Es kamen Springböcke, Gnu, Schakal. Am Himmel ein Bateleur und ein Weissrückengeier. Und dann kamen wir an „unserem“ Eulenbaum vorbei und siehe da, von den beiden Eulen, die wir am gestrigen Abend gesehen hatten (die man nicht fotografieren konnte), war eine noch im Nachbarbaum zu sehen und konnte auch fotografiert werden.
Augur Buzzard?
Cape Eagle-Owl oder Spotted Eagle-Owl? Cape kommt laut Sasol im KTP nicht vor, das Bild dazu passt aber besser?
Um die Mittagszeit ein paar Bilder des „Zeltes“:
Extrem Nachhaltig, Kühlschrank mit Gas Antrieb 🤢
Ausruhen, duschen und dann ab zum späten Nachmittags Gamedrive. Ein frecher Rabe flog auf unser Auto und setzte sich längere Zeit auf die Motorhaube.
Wir konnten auch Jungadler bei ihren Flugstunden beobachten.
Tawny Eagle
Namaqua Dove
White-Browed Sparrow-Weaver
Tawny Eagle? beim Fliegen lernen
Und zum Abschluss noch Erdmännchen
Was für ein Tag! Und Morgen geht es nach Nossob.
LG Andreas
Teil 1513. Nov. 2018
9. Oktober: Fahrt Mata-Mata Nossob, oder Katzenparade
Unser zweiter voller Tag im KTP sollte uns nach Nossob führen. Das sind ca. 160km und mit den erlaubten 50km/h plus ein paar Foto müsste das locker in 4h zu schaffen sein. Dann können wir ein spätes Mittagessen machen und den Nachmittag mit Erkundungen rund um Nossob starten. Soweit der Plan.
Damit wir uns nicht vorwerfen müssen, die Morgenstunden nicht genutzt zu haben starten wir kurz nach 7 Uhr.
Wir kamen nicht weit, da standen zwei Autos am Wegesrand, und wir haben mal wieder nichts gesehen. Ein kleiner Hinweis auf zwei Eulen da im Baum. Danke, ich sehe aber nur eine? Die sitzen hintereinander, fahre 5m zurück, dann siehst Du es.
Eine Eule?
Nein Zwei! Western Barn Owl
Kurz darauf steht der freundliche Wagen schon wieder, diesmal war es leicht. Zwei kleine Katzen im Flussbett. Wir dachten zuerst, es wären Servale aber es sind African Wildcats. Die zweite Erstsichtung heute!
Striped Kingfisher
Bei Craig Lockard dann wieder Autos, Leopard faul im Baum. Die Sicht war beschränkt, der Leo faul. Die Bilder gestern sowieso besser.
Nach ein paar Minuten sind wir weiter. Es waren ja doch noch sehr viele Kilometer, haben wir ja bis hierher (15km) schon über eine Stunde gebraucht.
Aber kaum in Dalkeith angekommen, steht unser Nachbar am Rand und meint nur trocken Lions. Die lagen auch schon faulst im Schatten, und auch hier nur ein Beweisfoto. Erst zuhause haben wir bemerkt, dass es drei waren. Die ganze Zeit haben wir geglaubt es sind nur zwei.
Es gibt sehr junge Springböcke (so wackelig, wie manche unterwegs waren, waren die nur wenige Tage, wenn nicht Stunden alt).
Eine Schlange lag auf der Straße und hätte sich überfahren lassen. Als ich sie dann fotografieren wollte, hat sie sich schnell verzogen.
Ist das eine Mole Snake? (Danke @Flash2010 / Laura)
Kurz vor Urikaruus stoppt ein entgegenkommendes Auto und erklärt uns, wo Cheetahs zu finden sind. Ganz verstanden haben wir es nicht, aber als wir an der falschen Stelle gesucht haben, hielt das nächste Auto und sagte uns wo wir hin müssen. Nach dem Abzweig nach Urikaruus runter ins Flusstal, dann noch etwa 500m. Und da standen dann die Autos. Und keine Cheetahs. Irgendwann haben wir sie dann am anderen Ende der Autoschlange gesehen, sind an allen vorbei gefahren, auch den Katzen, und haben durch das Hintertürfenster unsere Bilder gemacht.
Die Cheetah Mama mit ihren beiden Cubs lag direkt am Straßenrand, bis es ihr doch etwas zu viele Fahrzeuge und Kamerageräusche wurden und sie gemächlich mit ihrem Nachwuchs einen Platz weiter weg von der Straße suchte.
Circa 30 km vor Nossob lag eine Löwin schlafend auf der Straße, ab und zu wurden die Fliegen mit dem Schwanz verscheucht, ansonsten machte sie keinen Muckser und hatte noch gerade soviel Platz gelassen, dass man an ihr vorbeifahren konnte.
Auf dem Mari se Gat Loop gab es viele Geier, Suthern Pale Chanting Goshhawks und ein Forktailed Bee Eater zu sehen.
In Nossob bezogen wir unser Riverfront Chalet – wurden nach 2015 gebaut, 20 an der Zahl, wir waren ganz hinten untergebracht , so dass die Tiere, die zum Wasserloch des Camps zogen, erst bei uns vorbeikamen, quasi an den großen Schlafzimmerfenstern und der riesigen Aussenterrasse vorbeischauen mussten. Ein sehr schönes Chalet, nur den Fernseher mit Sat-Antenne braucht man nicht…
Wir hatten die Idee einen geführten Drive zu machen und uns den Morning Drive ausgesucht. Damit fing der Tag früh an, Abfahrt war 5 Uhr 30. Zuerst mit Scheinwerfer, dann mit Sonnenlicht. Aber viel zu sehen gab es nicht. Eine spotted Hyena (Tüpfelhyäne), ein paar Kudu auf der Düne, ein Hase und das war es auch fast schon.
Tüpfelhyäne
2 Kudo auf der Düne
Das Beste waren Gnus, die aus lauter Übermut Fangen gespielt haben. Das hat gestaubt wie wild, und die ziemlich einfältig aussehenden Tiere haben eine völlig neue Seite gezeigt.
Bezeichnend war die Aussage des Guides (er stand neben uns als wir die Tour am Vorabend gebucht hatten), es wäre besser gewesen, wenn wir die Sundowner Tour gebucht hätten, aber konnte uns das gestern nicht sagen, da der Gast ja immer recht hat 😵
Nach der Rückkehr haben wir uns eine Weile in den Hide am Wasserloch begeben. Es war Vogeltrinkzeit. Der Hauptteilnehmer, ein relativ kleiner unscheinbarer Vogel mit rotem Schnabel. Ein Red-billed Quelea? Weil er so klein ist, kommt er immer mit seinen Verwandten und das sind in Summe mehrere Tausend.
Wenn die alle starten, wird es dunkel und laut, sehr laut. Dazu noch die Namaqua Sand Grouse, die saugen ihr Brustgefieder voll mit Wasser, um es den Nestlingen zu bringen. Auch sie kommen immer in Gruppen mit vielen Dutzend Vögeln. Dazu noch zweierlei Tauben in größeren Mengen. Und noch ein Schakal, der Hunger auf die etwas größeren Sand Grouse hatte und gelegentlich ein Greifvogel, der nie etwas erwischt hat, da er sich nicht auf ein Opfer in dem Gewimmel konzentrieren kann.
Es ist ein ohrenbetäubendes Konzert, ein Spektakel. Wer Hitchcocks „Vögel“ gruselig findet, wird hier Angstzustände haben.
Später am Tag sind wir Richtung Norden los und haben wenig gesehen, nur einen Sekretär, der nicht mit einem Gnu gleichzeitig Wasser trinken konnte.
White-Browed Scrub Robin
Als wir wieder am Cubitje Quap Wasserloch ankamen, stand ein Auto direkt am Wasserloch, also sind wir gegenüber ans Flussufer. Im Baum saßen viele Geier, die alle auf einmal losgeflogen sind. In einem anderen Baum ein junger Bateleur.
Am eigentlichen Wasserloch jede Menge Bateleure. Es waren viele Bateleure. Was für ein Schauspiel, meist 3 oder 4 am Wasserloch, der Rest in der Luft. Jungvögel beim Fliegen lernen. Wer die Vögel nicht mag muss jetzt ganz tapfer nach unten scrollen.
Später gab es noch eine veritable Sandhose und einen Schakal, der vor unserer Terrasse den Sand nach Leckerbissen durchsucht hat.
Blick zur Straße nach Norden
Blick Richtung Wasserloch
Das Lieblingstier
Damit ist ein verhältnismäßig ereignisarmer Tag am Nossob zu Ende.
LG Andreas
Teil 1717. Nov. 2018
11. Oktober: Fahrt Nossob nach Twee Riveren
Es steht wieder ein langer (160 km) Fahrtag nach Twee Rivieren an. Vorher noch kurz in den Hide, heute mit 3 Gnus und ein paar tausend Vögeln.
Man sieht die drei Gnus vor lauter Vögel fast nicht!
Ein Baum voller Red Billed Quelea
Gnus mögen wohl keine Vögel
Geschafft
Die Strecke ist gut zu fahren, aber leider war die Sichtungsfee heute mit anderen beschäftigt. Es ging ganz gut los, ein Löwe. Faul unterm Baum. Die Sicht dorthin bescheiden, der beste „Schauplatz“ belegt. Nach 15 Minuten immer noch keine Änderung, also Weiterfahrt. Wir werden ja hoffentlich noch einen Kalahari Löwen von vorn sehen….
Vergrößerter Auschnitt von oben
Danach hatte die Fee Pause.
Ein paar Adler in der Flugschule sowie gelegentlich Springböcke und Oryx.
Tawny Eagle?
Southern Pale Chantig Goshwing?
Black Korhan
Und dann Ankunft im Space Zentrum. Die „Rezeption“ in Twee Rivieren enthält auch den Grenzposten nach Botswana und die Einreise nach Südafrika. Der Park ist ja sozusagen Niemandsland, wir sind aus Namibia ausgereist, aber nie nach Südafrika eingereist. Will man weiter nach Süden, muss man hier offiziell einreisen.
Das Gebäude ist neu und so modern, es passt überhaupt nicht hierher. Wir haben unseren Zimmerschlüssel bekommen und sind zu der Hütte hin. Sah von aussen gar nicht schlecht aus, von innen nunja. Ein Geruch nach irgendeiner Chemikalie, 2 Betten neben der Kochzeile. Zum Glück ist das ein Familycottage, und wir haben noch ein extra Schlafzimmer. Vom Standard her eindeutig der Tiefpunkt im Park.
Von der Fahrt ermüdet, haben wir das Programm am Nachmittag auf Erholen gesetzt und sind abends in das Restaurant des Camps. Eigentlich alles ganz OK, nur unsere Bedienung hatte keine Lust zu arbeiten, das war etwas beschwerlich.
White-Browed Sparrow-Weaver (Danke Konni!) oder Bettelvogel.
Die Nachbarn hatten wohl auch keine Lust lange wach zu bleiben, und so war es sehr schnell sehr ruhig.
LG Andreas
Teil 1818. Nov. 2018
12. Oktober: Twee Rivieren
Twee Rivieren heisst so, weil hier der Zusammenfluss des Auob und Nossob stattfindet. Der Begriff Zusammenfluss stimmt trotz der Staubtrockenheit der Flussbetten, da der Auob alle 10 bis 20 Jahre fliesst, der Nossob nur alle 100 Jahre (das letzte Mal in den 1960ern), aber im Untergrund sind beide Flüsse aktiv, darum sind die Flusstäler auch verhältnismässig grün.
Schon zum Frühstück hatten wir Besuch einer Yellow Mongoose.
Wir sind am Morgen erstmal dem Nossob gefolgt. Beim Samevloeiing waren dann doch zwei Oryx da.
Was ist das?
Bei Leeuwdril dann endlich mal mehrere Tiere auf einmal:
Gnuringkampf mit Schiedsrichter. Die Gnus im KTP sind deutlich witziger als anderswo 😏
Auch zwei Spotted Eagle Owls, wobei die eine gut sichtbar auf dem Ast sass, die andere rechts davon so im Dickicht, dass sie leider nie scharf wurde.
Bei Rooiputs gab es viele Springböcke
Kurz danach ein paar Erdmännchen
Weiter bis Kij Kij (leer) und dann quer über die permanent dunes bis Kij Games. Hier fanden wir einen Black Shouldered Kite, ein klasse Vogel mit diesen roten Augen
Vorbei am Abzweig nach Kieliekrankie und ins Auob-Tal. Im Auobtal befindet sich ein kleines Museum mit dem schönen Namen Auchterlonie, in dem das Farmleben um den ersten Weltkrieg dargestellt ist. Kein Vergleich zu heute, das war wirklich ein hartes Leben. Hier dann die zweite Yeollow Mongoose und ein kleines Vögelechen am Museum.
Familiar Chat (Danke Konni!)
In Summe ist ein ca. 100 km langer Loop und als „Morning Drive“ sehr ausgiebig.
Auf Bildern im Camp sieht man hier riesige Herden Oryx, Elands und Springböcke, wir sehen aber nur kleine Gruppen und gar keine Elands.
Am Abend haben wir dann nochmal den Nossob bis Leeuwdrill abgefahren.
Martial Eagle mit Kill bei Samevloeiing
Southern Pale Chanting Goshawk
Cape Cobra in Orange-Gelb
Social Weaver Hochhaus
Springböcke mit Kitz
Martial Eagle / Kampfadler mit Rückenwind
Zum Dinner gab es ein kleines braai. In den Nachbarunterkünften ist eine deutsche Busgruppe untergekommen. Die haben nicht mitbekommen, dass wir sie verstehen. Deren größtes Problem war, dass wir „zwischen“ ihnen gewohnt haben. Dabei waren die so laut, dass selbst die frechen Social Weavers wegblieben. Irgendwann wurde es doch ruhig und die letzte Nacht im Twee Rivieren Camp war irgendwie anders, denn es zogen dunkle Wolken auf.
LG Andreas
Teil 1918. Nov. 2018
13. Oktober: Fahrt Twee Riveren nach Mata Mata
Heute ist der letzte ganze Tag im Park und wir fahren zum Ausgangspunkt zurück. Bis auf ca. 20 km alles bekannte Strecken, und die letzten 50 km haben sich bei der Herfahrt als Katzengegend gezeigt.
Mal sehen was heute so zu sehen ist. Zuerst einmal: REGEN! 🤨
Ja, es hat zugezogen und es tröpfelt. Es wurde teilweise pechschwarz am Himmel und wir fürchtenden Schlimmes, was den Straßenzustand angehen könnte.
Sonne bitte! 😵
Die ersten Kilometer über die permanent Dünen war wie immer extrem tierarm, ein Black Korhan, ein paar Oryx und das wars.
Es wird heller, doch wirklich! 🤩
Als wir dann ins Auob Tal kamen war das erste Wasserloch Houmoed immer noch „temporalily out of water“. Erdmännchen haben wir beim Skorpionfangen beobachten können und ein junger Kampfadler sass im Baum.
und bei Auchterlonie Gnus und eine schöne Cape Eagle Owl.
Auf der Weiterfahrt wie so oft, Adler, Oryx und Springböcke. Ein Paar weisse Vögel scheinen so völlig fehl am Platz, es sind Western Cattle Egrets und die hätten wir am Wasser im Norden vermutet, nicht hier in der Wüste.
Ein Strauß mit zwei Lanner Falcons
Springbock Kindergarten
Die Fahrt näherte sich der Stelle, an der wir auf der Hinfahrt die Gepardin mit ihren beiden Jungtieren gesehen haben. Und plötzlich stehen wieder viele Autos wild auf der Straße. „What can we see here?“ „Over there, two Cheetaaaaahs!“ Auf der anderen Talseite (ca. 200m) lagen zwei Geparden gemütlich im Schatten. Im Fernglas und dem großen Tele gut sichtbar, aber nicht so schön, wie bei der Hinfahrt.
Etwa 500m weiter schon wieder Autos. „Have you seen the Cheetahs?“ „No?“ „There on the other side“ – Aha, Fernglas raus und siehe da, zwei Geparden, die sich an einem Springbock abarbeiten.
Das entschädigt für die wenigen Sichtungen im Nossobteil doch ziemlich gut.
Nach ein paar dutzend Fotos, und nachdem ein Gepard sich schon in den Schatten gelegt hat, ging es weiter. Das nächste Wasserloch, keine Tiere.
Noch ein paar hundert Meter weiter, wieder ein Auto am Straßenrand, das wir schon gut kannten. Kurzer Handzeig, dort unterm Baum. Und was sehen wir da? Die Gepardin mit ihren zwei Kleinen. Keine 2km von der Stelle, an der wir sie vor 4 Tagen gesehen haben. Und das Beste, 7 verschiedene Geparden in weniger als einer Stunde. Wow!
Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Kalahari Löwe in Fotopose. Ob wir so viel Glück haben dürfen?
Die nächsten 20km wieder die üblichen Verdächtigen, dann die Anfahrt zum 13. Wasserloch (Dertiende Boorgat). Am 13. Oktober am 13. Wasserloch. Da stehen Autos, kreuz und quer. Da muss eine Katze sein. Tatsächlich, da schläft eine Löwin auf der Straße, und rechts neben ihr, ein Löwe! Super.
Leider ist unser Standplatz suboptimal, und als ein Auto wegfährt, ändere ich die Position, und es „taucht“ noch eine weitere Löwin auf.
Nach ein paar Minuten dann, fängt der Löwe sich an zu kratzen und zu schlecken, um schliesslich aufzustehen und sich perfekt für unseren Standplatz in Pose zu setzen.
Mr. Kalahari Lion
Nach 10 Katzen sind wir zufrieden nach Mata Mata weitergefahren. Es gab noch eine Straßensperre durch ein Springbockkitz, das trinken musste, ein paar Vögel und Giraffen.
Unsere zwei ersten Eulen, kurz vor dem Tended Camp
Nach der Ankunft in Mata Mata haben wir unser Cottage No. 2 bezogen, das für 6 Leute Platz bietet, alt aber gut gepflegt ist. Wunderbar!
Am Abend noch einmal Grillen, ein kleiner Sandsturm und Wetterleuchten. Aber keinen Regen mehr. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, eine Sundowner Tour mitzumachen, aber die fiel heute wegen Sturm aus. Also Savanna Dry für den Hals und etwas Sand in die Augen.
Was für ein Tag!
LG Andreas
Teil 2020. Nov. 2018
Fazit KTP
Die Unterkünfte:
Kalahari Tended Camp: Neu renoviertes Zelt, schön gelegen, leider kein Solarstrom sondern Gas-Kühlschrank, ansonsten alles Tip Top: 4 Sterne
Nossob Riverfront Chalet: recht neu, gut gepflegt, top gelegen: 5 Sterne, Das Camp positiv Shop mit frischem Brot, klasse Hide
Twee Rivieren Family Chalet: Klein, Eng, Stinkt, Lampen defekt: 2 Sterne, positiv großes Angebot im Shop und Restaurant
Mata Mata Family Chalet: alt aber gepflegt, riesig (für 6 Personen) 4 Sterne, das Camp positiv Shop mit begrenzter Auswahl
Die Landschaft
Auob Tal: wirkt enger, grüner und irgendwie angenehmer als das Nossob Tal
Nossob Tal: weit, karg, harte Landschaft
Die permanenten Dünen: langweilig
Die Tiere
Auob Tal zwischen Tented Camp und Urikaruus hohe Katzenkonzetration, hier auch mehr Antilopen
Nossob Camp, Nossob Tal verhältnismässig wenig vierbeinige Tiere, dafür sehr viele Adler, Geier und Goshwaks
Viele Eulen, Jungadler beim Fliegen lernen, Nossob Bird Hide, ein Wahnsinn mit Flügeln.
Insgesamt wirkte die Gegend tierärmer als aus Bildern und den Gesprächen mit Guides, Ranger etc. rüberkam.
Würde ich wiederkommen? Auf jeden Fall, aber ev. nur das Auob-Tal und dafür 5 oder mehr Tage.