Namibia "verkauft" sich an die Chinesen

82 Antworten · 13,0k Aufrufe · gestartet 08. Sept. 2018 von Strelitzie
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Themenstarter2'844 Beiträge · seit 201108. Sept. 2018 · #1
Hallo A-Wolf,

schon vor Tagen habe ich mich aufgeregt - wie kann man einen Kontinent so verkaufen...
Nicht nur Namibia nimmt bereitwillig 😈 - nach Afrika sollen 60 Milliarden US$ fließen.
"Investieren" man das dann:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/china-verspricht-afrika-60-milliarden-dollar-hilfe-und-investitionen-a-1226258.html

VG Strelitzie
zuletzt bearbeitet 08. Sept. 2018
454 Beiträge · seit 200608. Sept. 2018 · #2
ist doch alles nichts neues. das geht doch schon seit jahrzehnten so und die potentaten der afrikanischen laender bekommen das nicht mit bzw wollen es nicht mitbekommen, weil sie auch geld daran verdienen und geschmiert werden.
man muss sich nur einmal das buch der chinese von mankell anschauen. genauso laeuft es seit jahrzehnten ab. und mittlerweile ist es auch schon zu spaet um noch etwas zu aendern oder rueckgaengig zu machen. afrika ist mittlerweile in chinesischer hand....
33,1k Beiträge · seit 200608. Sept. 2018 · #3
Hi zusammen,

es ist doch ganz einfach (mal abgesehen von den Deals die so im Hintergrund laufen): China gibt 10 Mrd für um die 2,5% Zinsen.... welche andere Quelle würde Namibia (oder andere Staaten) denn für einen solchen Zinssatz haben? Ich sehe wenige, leider. Mir wäre auch eine Mischung von Kreditquellen lieber, wobei es da eben außer den großen Entwicklungsbanken wie AfDB (nehmen zur Zeit so um die 10% Zinsen), KfW etc wenig Quellen gibt. Und die Intentionen der Chinese als "Neukolonialisten" ist ja bekannt: Rohstoffe, Rohstoffe, Rohstoffe.

Das Uranbergwerk HUsab wurde eröffnet, als gerade Areva geschlossen wurde, Langer Heinrich hunderte entlassen musste und Rössing tief in den roten Zahlen steckte. Aber Husab gehört den Chinesen, die eben Uran für sich selber benötigen und deshalb die Weltmarktpreise umgehen können.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 08. Sept. 2018
33,1k Beiträge · seit 200608. Sept. 2018 · #4
Also die Baufirmen haben sicher eine Marge von ~30 – 40%.
die wenigen die die letzten 2 Jahren überlebt haben vielleicht...
Die Chinesen verwenden auch seeeehr gerne „chinesischen“ Zement um dort auch noch etwas zu verdienen.
seit 2012 darf, aufgrund der "Infant Industry Protection" (Aufbau Ohorongo-Zementwerk) kein ausländischer Zement mehr importiert werden. Dagegen hatte Jack Huang, ein politisch hier indirekt sehr involvierter 😉 Chinese geklagt, da er knapp 1/3 des namibischen Zementbedarfs durch China-Importe gedeckt hatte. Ein Urteil jagte das nächste...
Zur Hochzeit des Baubooms (vor 3 Jahre) wurden in Namibia 600.000 Tonnen Zement pro Jahr benötigt. Ohorongo alleine kann 1 Million produzieren, das neue Cheetah-Zementwerk bei Otjiwarongo soll 1,5 Mio produzieren können. Die Überproduktion geht/ging vor allem nach Südafrika, Botswana und Angola.

Viele Grüße
Christian
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260 Beiträge · seit 200708. Sept. 2018 · #5
Ihr redet hier aktuell nur von den wirtschaftlichen Aspekten, aber was sind die Umwelttechnischen Belange? Was ist damit dass man sich nun die "Poachers" quasi indirekt über solche Geschäfte noch vermehrt ins Land holt? Finde das Ganze mehr als nur gewöhnungsbedürftig.....hat einen echt schalen Beigeschmack 🤢
Ich bin ein Wildlife-Fotograf & Photo-Coach aus der ländlichen Ostschweiz im Dreiländereck CH/AT/DE. Mein Fokus liegt auf Wildtieren aus Afrika & dem südwesten der USA, mit dem Spezialgebiet Schlangen bzw. Reptilien
352 Beiträge · seit 201608. Sept. 2018 · #6
Was wollt ihr denn?? Hier in D-Land oder Europa läuft es nicht anders. Chinesen kaufen Firmen und Wissen und jeder schaut zu. Hier an der Uni gibts Yellowman ohne Ende die sich das Know How aneignen und wahrscheinlich auch noch schneller umsetzen. Vor 25 Jahren wäre das noch Hochverrat gewesen.... 😄
Die Zukunft wird ziemlich gelb....
517 Beiträge · seit 201808. Sept. 2018 · #7
Ja Monokelkobra... So sehe ich das auch und dann wird gejammert wenn die Wilderei steigt. Wenn ich die letzten 20 Jahre Rundu betrachte.... Kein Wunder das alles gewildert wird, bei so vielen Aufenthaltsgenehmigungen für Chinesen da...
Traurig traurig...
Aber sicher gibt es dann genügend Spender, NGOs und Organisationen, die sich dann um den Erhalt der Tierwelt kümmern... Schafft ja auch gut bezahlte Jobs.
Na was solls, hinfahren so lange es geht und es sich anschauen so lange es noch so existiert wie heute.
VG
284 Beiträge · seit 201408. Sept. 2018 · #8
Uiuiui die gelbe Gefahr, die unser Wissen klaut. Schlägt die dann zu bevor wir alle Islamisierung sind und uns abgeschafft haben, oder danach? Echt toll was man alles auf "die anderen" projizieren kann. Wenigstens passt gelb gut zu unserem braunen Sumpf... 🤢
An unseren Unis wird nichts geheimes geleert, das sonst keiner kennt. Und Insider-knowledge braucht sich auch keiner hier abholen, das liefert die Wirtschaft ganz freiwillig, wenn die Produktion minimal billiger ist.

Die Chinesen machen in Afrika nichts anderes als dem Beispiel der westlichen Welt zu folgen und die Entwicklungsländer über den Tisch zu ziehen. Wir geben Kredite und liefern Maschinen, die Chinesen bauen halt was. Aufregen darüber ist leicht (wenn auch nicht unberechtigt), aber was wären denn die Alternativen?
Wenn "uns" das nicht gefällt gäbe es ja die Option die Chinesen durch bessere Konditionen auszustechen, aber dann ginge bei uns ja gleich wieder das Geschrei los, dass das Geld gefälligst daheim zu bleiben hat.

Also, anstatt nur zu jammern wie blöd Namibia das macht, wie ging's denn besser?

Für Naturschutz auf Kohle zu verzichten wird nicht klappen, "wir" verlangen daß auch immer nur von anderen, während wir selbst für ein bisschen dreckige Braunkohle riesige uralte Wälder mit bedrohten Tierarten abholen, wir haben ja auch noch soll viel davon 😈
franzastische Reisen, Fotos und mehr - https://franzastisch.de
16,9k Beiträge · seit 201226. März 2021 · #9
Afrikanische Entwicklungsbank gewährt Namibia Darlehen in Milliardenhöhe https://www.az.com.na/nachrichten/afrikanische-entwicklungsbank-gewhrt-namibia-darlehen-in-milliardenhhe-2021-03-26/

Die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) hat Namibia ein Darlehen in Höhe von 100,27 Millionen US-Dollar (circa 1,5 Milliarden Namibia-Dollar) zur Unterstützung der Regierungsführung und des wirtschaftlichen Aufschwungs des Landes genehmigt....

LG
Logi
16,9k Beiträge · seit 201209. Juli 2021 · #10
Geingob: Chinas Ansatz folgen https://www.az.com.na/nachrichten/geingob-chinas-ansatz-folgen2021-07-09/

.....„Namibia möchte im Kampf gegen die Armut dem chinesischen Ansatz folgen und gezielte Maßnahmen ergreifen, die auf unsere lokalen Bedingungen eingehen“, sagte er und fügte hinzu: „Ich zweifele nicht daran, dass damit wir den Kampf gegen die Armut gewinnen können.“....

LG
Logi
123 Beiträge · seit 201909. Juli 2021 · #11
Wenn das Geld wenigstens dort ankommen würde wo es Sinn macht. Luciano von Bushlore hat mir während des Transfers lange erzählt, wie schlimm das mit dem ausverkauf ist. Das die Chinesen auch die eigenen leute maschinen und sogar rohstoffe mitbringen. Und das das geld in den Taschen der politiker versickert. So wie er würden viele hoffen das sich nach der wahl etwas ändern wird.
Aber grundsätzlich nichts anderes wie die Kolonialmächte früher.
letzte Reise: Roadtrip Uganda https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
zuletzt bearbeitet 09. Juli 2021
7'296 Beiträge · seit 200609. Juli 2021 · #12
Bluesbrother928 schrieb:
Aber grundsätzlich nichts anderes wie die Kolonialmächte früher.

… nur ohne physische Gewalt.
Mich wundert schon seit Jahren, dass nicht auch langsam immer mehr Unterkünfte in chinesischer Hand sind und chinesische Reisegruppen durchs südliche Afrika gekarrt werden.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Gast09. Juli 2021 · #13
Es greift mE zu kurz, das alles nur auf (nach unserem Selbstverständnis) regelwidrige und korrupte Praktiken der Chinesen zurückzuführen. Um dem gegenzuhalten, müsste „man“ eben auch so hart arbeiten wie die Chinesen und sein Heil nicht nur in Handelsregeln udgl. und Selbstbemitleidung suchen. Nachdem aber das chinesische Arbeitsethos bei uns nicht gesellschafts- und mehrheitsfähig ist, wird man sich in ein paar Jahrzehnten eben mit dem bescheiden müssen, was die Chinesen zugestehen.
Immer wieder interessant, wie wenig diese Möglichkeit gesehen wird
zuletzt bearbeitet 09. Juli 2021
7'296 Beiträge · seit 200609. Juli 2021 · #14
Da stimme ich mit Dir überein. Die Chinesen (als Volk, natürlich nicht jeder Einzelne) haben eine andere Kultur und andere Wertevorstellungen. Respekt gegenüber anderen Lebewesen (ob Mensch oder Tier) ist da nicht so ausgeprägt (wobei unsere Massentierhaltung sich da auch annähert) und Umweltschutz interessiert da auch nicht so sehr. Rodungen von Regenwald werden nicht als Problem gesehen. Man macht den halt platt, so lange er dort steht und man damit Geld verdienen kann. Die Folgen für das Weltklima interessieren dort niemanden.
In manchen afrikanischen Ländern oder z.B. auch in Surinam ist in Kleinstädten jeder dritte Laden in chinesischer Hand. Besitzer und Mitarbeiter habe ich niemals freundlich erlebt (außer in dem einen Restaurant aus dem Surinam-Bericht). Die haben oftmals nicht einmal gegrüßt.

Inder und Pakistanis sind weltweit genauso verbreitet. Auch in deren Hand sind viele Läden und die sind auch gut vernetzt. Die arbeiten auch hart, sind aber menschlich ganz anders. Die waren immer freundlich und auch sehr fair. Ich habe häufiger in solchen Läden und bei indischen Schneidern Geld getauscht. Die Wechselkurse waren meist besser als bei der Bank. Die Inder sind aber häufig nur Kleinunternehmer, während die Chinesen die dicken Fische an Land ziehen.

Und die USA? … die will in muslimischen Ländern (und dazu gehören viele in Afrika) doch niemand sehen wegen der ständig angezettelten Kriege.

Die kleinen europäischen Länder halten da schon wegen geringer Finanzkraft und personeller Ressourcen nicht mit. Die einheimischen Firmen kommen dagegen auch nicht an.

Früher sagte man doppeldeutig, Afrikas Zukunft sei schwarz. Das verschiebt sich dort gerade …

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Gast14. Juli 2021 · #16
Mohan, Giles; Lampert, Ben; Tan-Mullins, May and Chang, Daphne:
Chinese Migrants and Africa's Development: New Imperialists or Agents of Change?
Ist im www auffindbar
Das ist eine sozialwissenschaftlich/empirische Aufarbeitung der vielen Aspekte „der Chinesen“ in Afrika, vom Straßenhändler bis CEO, Kleingewerbe bis große Unternehmungen, ihrer Netzwerke und Lebensumstände und geschichtlichen Entwicklung seit den 1960er Jahren. Stützt sich stark auf Interviews vor Ort. Wie sehen die Chinesen die Afrikaner und umgekehrt?
Aus 2014, also nicht mehr ganz aktuell, aber bez. des Kernthemas wohl noch immer aussagekräftig
Grüße
zuletzt bearbeitet 14. Juli 2021
16,9k Beiträge · seit 201209. Sept. 2021 · #17
Chinesen sollen sich an das Arbeitsgesetz halten“ https://www.az.com.na/nachrichten/chinesen-sollen-sich-an-das-arbeitsgesetz-halten2021-09-09/

Die politische Partei Affirmative Repositioning (AR) hat sich gestern in einer Presseerklärung geäußert, nachdem diese am Montag die Eigentümer von Joe Construction, einer Glasmontagefirma in Windhoek-Nord, die angeblich chinesischen Staatsbürgern gehört, zwecks schlechter Arbeitsbedingungen konfrontierten. ...


LG
Logi
16,9k Beiträge · seit 201212. Nov. 2021 · #18
Willkommen in China“ bei Arandis https://www.az.com.na/nachrichten/willkommen-in-china-bei-arandis2021-11-12/

... eine merkwürdige Botschaft, zumal sie in Namibia zu sehen ist. Auf einem Bildschirm des neuen Straßensicherheitsprojekts neben der Fernstraße B2 bei Arandis haben verdutze Autofahrer am Mittwoch diese Botschaft gesehen. Während eine Erklärung dafür noch ausbleibt, hat das Geschriebene aber viele Fragezeichen aufgeworfen. ...

LG
Logi
352 Beiträge · seit 201612. Nov. 2021 · #19
Vielleicht war das Schild ursprünglich für eine Autobahn nach der chinesischen Mauer vorgesehen 🙂
1'111 Beiträge · seit 201612. Nov. 2021 · #20
Logi schrieb:Willkommen in China“ bei Arandis https://www.az.com.na/nachrichten/willkommen-in-china-bei-arandis2021-11-12/

... eine merkwürdige Botschaft, zumal sie in Namibia zu sehen ist. Auf einem Bildschirm des neuen Straßensicherheitsprojekts neben der Fernstraße B2 bei Arandis haben verdutze Autofahrer am Mittwoch diese Botschaft gesehen. Während eine Erklärung dafür noch ausbleibt, hat das Geschriebene aber viele Fragezeichen aufgeworfen. ...

LG
Logi
Wundert mich nicht, nachdem man dort ja kaum noch einen Fahrweg findet, der nicht verboten ist, ausser der Asphaltstrasse...
LG
Tanja
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