Liebe FoMis, ein paar Wochen sind wir nun wieder zu Hause nach unserem 3. Namibia-Familienabenteuer… Unsere beiden Jungs (mittlerweile 10) sind nun schon fast "Namibia-Reise-Profis"… 😗 Ein neues Familienmitglied (Freddie, ein Welsh Springer Spaniel) ist nun bei uns eingezogen und die Reisefotos wurden grob gesichtet… Eigentlich wollte ich keinen weiteren Reisebericht schreiben… Aber irgendwie ist es doch so schön, die Reise noch einmal nachzuvollziehen und sich die Erlebnisse, Begegnungen und Erfahrungen vor Augen zu führen, wenn einen der Alltag wieder voll im Griff hat. Es war doch wieder sooo zauberschön und diesmal würde Matthias am liebsten sofort für nächstes Jahr planen. 🤪 Definitiv haben wir neue Lieblingsorte entdeckt!
Unsere Reiseroute hatte ich hier im Vorfeld vorgestellt und es gab doch so einige kritische Stimmen… Entgegen vieler Meinungen haben wir entschieden, die geplante Route zu fahren. Manche Erfahrungen muss man halt selber machen, oder wie heißt das so schön? Ich möchte an dieser Stelle aber nicht zuviel vorwegnehmen… 😉
Hier also unser Reiseverlauf: Tag 1: Ankunft in Windhoek – Farm Krumhuk Tag 2: Fahrt via Spreegtshogte Pass zum Barchan Dune Retreat Tag 3: Fahrt zum Tsauchab River Camp Tag 4: Wanderung Tag 5: Fahrt via D707 zur Koiimasis Fest Inn Fels Farm Lodge Tag 6: Fahrt nach Lüderitz – Alte Loge Tag 7: Kolmannskuppe (mit Führung)/ Bootstour mit der Zeepaard/ Fahrt zum Diaz Point Tag 8: Lange Fahrt (mit "Wüstenpferde-Gucken") an den Oranje River zum Norotshama River Resort Tag 9: Einkaufen in Aussenkehr/ Entspannen und Spielen Tag 10: Fahrt zum Fish River Canyon mit Kaffeepause in Ai-Ais (Canyon Village) - Sundowner Tag 11: Langer Fahrtag zum Augrabies Rest Camp Tag 12: Erkundung der Wasserfälle und des Augrabies NP Tag 13: Fahrt Richtung KTP zum Kalahari Trails Bush Camp Tag 14: Spaziergang/ Ausflug Tag 15: Fahrt in den KTP zum Kalahari Tented Camp Tag 16: Tiere-Gucken im KTP Tag 17: Fahrt zum Nossob Camp Tag 18: Tiere-Gucken Tag 19: Verlassen des KTP durch Mata Mata Gate nach Namibia zur Kalahari Game Lodge Tag 20: Fahrt in die Kalahari zur Bagatelle Kalahari Game Ranch/ Cheetah-Feeding-Sundowner-Tour Tag 21: Wanderung/Sundowner zu Pferd Tag 22: Fahrt zum Flughafen
Standen im letzten Jahr für uns die Tiere am Okavango und die Vögel im Vordergrund, so waren es in diesem Jahr grandiose Landschaften in unglaublichen Farben. Im Kalahari Tented Camp wurden wir vom Regen überrascht und konnten über den leichten grünen Flaum, der immer wieder auftauchte, nur staunen... 😁
Vielleicht hat ja jemand Lust, uns auf unserem Abenteuer durch den Süden und den KTP zu begleiten! Ihr seid herzlich eingeladen!
Gruß Bianca
Teil 219. Aug. 2018
Am 30. Juni stehen wir pünktlich am Frankfurter Flughafen und warten auf unser Boarding:
Wir fliegen wieder mit Air Namibia und sind ganz glücklich, keine Zwischenlandung zu haben… Am Sonntag, morgens gegen 4 Uhr erfolgt der freundliche „Frühstücks-Weckruf“, auf den wir gut und gerne verzichten könnten. Gelandet wird pünktlich im noch dunklen Windhoek und die übliche Karawane bewegt sich Richtung Gepäckausgabe.
Unterwegs testen wir unser Oshivambo und wünschen den Herrschaften, die den Weg über das Rollfeld flankieren, damit sich auch kein Passagier verläuft: Mwalalapo! Guten Morgen! Nach der Gepäckausgabe werden wir von einem Mitarbeiter von Safari Car Rental erwartet. Wir müssen noch kurz warten, was uns ganz recht ist: Das übliche Prozedere wie Geldabheben will schließlich auch erledigt werden. Bei der Autovermietung bekommen wir neben unseren ausführlichen Reiseunterlagen von Namibia Click&Travel in einem sehr schönen Ledertäschchen auch eine Einweisung in unseren Hilux. Unter anderem erfahren wir, dass es zum Anlassen notwendig ist, die Kupplung ganz durchzudrücken. Aha! Wieder was gelernt! 😗 😛 Danach geht es endlich auf die Straße Richtung Süden. Die Farm Krumhuk ist unsere erste Anlaufstelle wie auch in den letzten beiden Jahren zuvor. Wir freuen uns sehr. Einziehen werden wir hier in das Stachelschweinhaus.
Mittlerweile haben wir in den letzten Jahren alle drei Gästehäuser durchprobiert. Ein viertes befindet sich gerade im Bau. Es fällt mir erst jetzt auf, dass es von unserem Gästehaus kein einziges Foto gibt… Bei Interesse müsstet ihr tatsächlich in einen meiner anderen Berichte schauen, dort sind ganz sicher Fotos. Wir sind wie immer ganz begeistert. Es ist so ein wenig wie „Nach- Hause-Kommen“. Man weiß, was einen erwartet, die Kinder kennen sich aus und erkunden selbstständig die nähere Umgebung und wir richten uns ein wenig ein. Dann fahren wir zum Einkaufen. Das erste Mal besuchen wir die Maerua Mall, bzw. den Super Spar davor. Nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen im wunderschönen Krumhuk-Garten. Es ist richtig viel los und fast alle Tische sind besetzt. Ist ein Kuchen weg, wird direkt ein neuer- möglichst anderer Geschmacksrichtung- wieder hingestellt… So probieren wir uns durch alle Sorten… Matthis chillt derweil in der Hängematte, er ist doch sehr müde nach dem Nachtflug. Lennard dagegen ist gar nicht müde und findet direkt ein paar Kinder, die mit ihm Fußball spielen. Groß und klein, Mädchen und Jungs, helle und dunkle Hautfarbe... Alles bunt durcheinander... 😁
Das ist einfach toll und genau das, was wir auch an Krumhuk so lieben… Irgendwie habe ich hier den Eindruck: Nichts muss, aber alles kann… Klingt jetzt vielleicht komisch, aber ich finde es hier einfach so herrlich unkompliziert und rundherum sympathisch. Dazu kommt der unschlagbare Übernachtungspreis von 70 Euro die Nacht für unseren Familienbungalow samt Kaminofen, Grill (samt Feuerholz und Anzünder) und Kücheneinrichtung. Da hüpft einfach mein Herz! Die Herzen unserer Jungs hüpfen irgendwann auch, denn sie haben festgestellt, dass das W-Lan auf der Farm für PokemonGo ausreicht… Direkt vor Abflug hatte ich den Jungs versprochen, sie dürften hin und wieder auf meinem Handy Pokemon fangen (Ein eigenes besitzen sie noch nicht, obwohl wir es wahrscheinlich nicht mehr lange verhindern können… Aber das ist ein anderes Thema… 😐 ). Jedenfalls sind wir in Afrika und jagen Pokemon! Dass es unsere letzte afrikanische Pokemonjagd sein würde, ahnen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht… 🤪
Nach unserer Stärkung vertreten wir uns ein wenig die Füße, sammeln Perlhuhnfedern und Stachelschweinstacheln, begegnen glücklichen Farmrindern
und bereiten den Grill vor. So klingt der erste Abend in Namibia glücklich und gemütlich am Feuer aus
und wir können kaum glauben, dass wir 24 Stunden zuvor noch auf unseren Flieger in Frankfurt gewartet haben...
Teil 322. Aug. 2018
Tag 2: Von Ostwind, Eis und Hobbithöhlen
Wir haben sehr gut geschlafen und die Jungs sind natürlich vor uns wach und wollen direkt nach draußen. Schlafanzug ausziehen und was wärmeres anziehen wird ja definitiv überbewertet, also geht es im Schlafzeug nach draußen. Allerdings nicht für lange… Wir hören nur ein: „Boah, ist das kalt!“ Und nun ziehen sich die beiden jungen Herren freiwillig ganz schnell an. Ich kann es kaum glauben… 😗 Matthias und ich werfen einen Blick nach draußen. Okay, frisch ist es morgens im Winter ja eigentlich immer. Eine Fleecejacke muss da schon sein. Schließlich fällt unser Blick auf unser Fahrzeug:
Es glitzert. Eine ordentliche Eisschicht ziert unseren Hilux. Tja, Nachtfrost in diesem Sinne hatten wir auf unseren bisherigen Namibia-Reisen noch nicht… Auf dem Weg zum Farmhaus begegnen uns wieder ein paar Kühe. Es ist das erste Mal, dass wir auf Krumhuk nicht auf der Terrasse frühstücken, sondern im Farmhaus. Draußen ist es einfach zu ungemütlich. Das tolle Frühstück mit den ganzen farmeigenen Leckereien genießen wir trotzdem sehr.
Im Anschluss unterhalten wir uns noch nett mit Verena, die wir vor zwei Jahren kennen gelernt haben. Sie verwaltet die Farm und kümmert sich auch um die Vermietung der Gästehäuser. Wie letztes Jahr haben wir einen kleinen Extra-Koffer mit Winterkleidung für die Krumhuk-Kinder mitgenommen. Danach wird schnell zusammengepackt und es geht Richtung Spreegtshoogte Pass. Der Plan ist, oben am Pass zu „picknicken“. Wir sind gegen 14 Uhr die einzigen vor Ort und freuen uns schon. Doch kaum haben wir die Tür geöffnet, wird der Plan schnell begraben… Es stürmt dermaßen stark, dass an ein „gemütliches Picknick“ nicht zu denken ist. Wir machen ein paar Fotos, können aber unser eigenes Wort kaum verstehen und tragen über den Fleecejacken mittlerweile zusätzlich die mitgenommenen Winterjacken.
Ein kleines Stück weiter unten gibt es einen weiteren kleinen Picknickplatz und ich möchte wissen, ob es hier windtechnisch eventuell etwas ruhiger ist. Pustekuchen! Wir werden im stehenden Fahrzeug komplett durchgeschüttelt. Jetzt wird die Aussicht eben durch die Autoscheibe genossen. Wir essen IM Auto. Etwa eine Stunde später müsste eigentlich unsere nächste Unterkunft Barchan Dune Retreat zu sehen sein, aber da ist nichts. 😐 Wir müssen uns verfahren haben. Plötzlich höre ich nur von den Jungs: „Doch! Da ist was!“ Komplett eingeschmiegt in die atemberaubende Landschaft liegt unsere nächste Unterkunft. Begrüßt werden wir von Hannetjie, die uns sehr herzlich willkommen heißt. Uns umfängt auf dem Weg zu unserem Zimmer eine atemberaubende Stille. Es scheint, als seien wir die einzigen Gäste hier.
Unter dieser Düne ist unser Zimmer untergebracht:
Als Lenni und Matthis die Umgebung sehen, lautet die erste Frage: „Bleiben wir hier zwei Nächte?“ Es gibt die erste Klettermöglichkeit unserer Reise… Und was für eine 🤩 :
Danach wird eine Runde UNO gespielt und geduscht. Um 19 Uhr sind wir mit unseren Gastgebern zum Abendessen verabredet. Das Feuer im Kamin brennt und zu einem phantastischen Essen (Hähnchenquiche, Springbocksteak mit Kartoffelgratin und Gemüse, Kuchen mit Vanillesoße) unterhalten wir uns sehr nett mit Hannetjie und Willem. Leider sind unsere Söhne total platt, so dass wir recht früh ins Bett gehen.
Teil 423. Aug. 2018
Tag 3: Vom Erdmännchen zur Kunst aus Schrott
(Teil 1) Recht früh verlassen wir unsere gemütliche „Hobbithöhle“, um die morgendliche Stimmung zu genießen und zu beobachten, wie sich langsam das Sonnenlicht ins Tal ergießt.
Matthis und Lennard wollen Fotos von Willi und Dadi, ihren beiden Kuscheltieren, machen. Tja, auch mit fast 10 Jahren sind die noch wichtig und müssen auf jede Reise mit… 😗
Der Frühstückstisch ist bereits gedeckt, als wir das Farmgebäude betreten.
Wir sind übrigens tatsächlich die einzigen Gäste, was wir kaum glauben können, denn diese Unterkunft ist einfach wunderschön. Leider haben wir keine Zeit mehr für eine Farmrundfahrt oder eine Wanderung. Wir müssen heute weiter zum Tsauchab River Camp. Unsere Jungs sind mit dem Essen natürlich mal wieder viel schneller fertig als wir und so macht Hannetjie den Vorschlag, sie könnten ja ein wenig „Roarie“ beobachten. Roarie ist ein Erdmännchen, das auf der Farm lebt und wohl gerade draußen herumtollt. Die Kinder lassen sich das natürlich nicht zwei Mal sagen und so kommen sie in den Genuss, früher vom Tisch aufzustehen. Matthias und ich können derweil in Ruhe noch eine weitere Tasse Kaffee trinken. 🙂
Irgendwann gesellt sich zu Roarie auch noch der Farmhund dazu und die Interaktion der beiden so nebeneinander ist doch teilweise zu komisch…
Leider müssen wir so langsam weiter…
Teil 524. Aug. 2018
Teil 2 Es geht also zurück zur Höhle…
und schnell werden alle Sachen zusammengeräumt. Danach verabschieden wir uns herzlich von Hannetjie und Willem. Weiter geht`s zum obligatorischen „Apfelkuchen-Zwischenstopp“ nach
Meine Jungs kümmern sich um die Schrottautos und ich mache ein paar Fotos…
Im Anschluss begegnen wir noch ein paar Pavianen, bevor wir recht zügig im Tsauchab River Camp ankommen. (Wir haben diese Übernachtungen hier eingeplant, weil wir ursprünglich noch einmal das Sossusvlei besuchen wollten und die Unterkünfte in der Nähe alle ausgebucht waren. Letztendlich haben wir auf den Ausflug in die Namibdünen verzichtet.) Bereits auf der Einfahrt sammeln sich Schrottfiguren aller Art…
Total spannend, hier eine kleine Entdeckungsreise zu unternehmen und sich die Dinge genau anzuschauen.
Nach einer netten Begrüßung und einer Einweisung in den Umgang mit zahmen Springböcken bekommen wir unseren Bungalow zugewiesen, der sich am Tsauchab Flussbett befindet.
Brrrrr, es weht ein eisiger Wind und nach dem Auspacken suchen wir uns ein windstilleres Eckchen im Flussbett zum Lesen . Die Jungs spielen Ball. Wir stellen fest, dass auch das Wasser aus der Dusche eisig ist… Uns wird erklärt, dass erst Feuer gemacht werden muss, damit das Wasser heiß wird. Okay, deswegen befindet sich außen eine Art Kamin am Bungalow. Hatten wir bisher noch nicht… Das nennt sich also Donkey, oder? Später beobachten wir, wie ein Lodgemitarbeiter mit dem Fahrrad durch das Tsauchab-Flussbett fährt, um die ganzen Donkeys „anzuheizen“. Nach dem vorzüglichen Essen (Butternutsuppe, Sprinbocksteak mit Pilzsoße und Gemüsereis, Zitronenkuchen mit Kokos) ist das Wasser aus der Dusche wunderbar heiß. Die Nacht ist dennoch recht kühl.
Teil 627. Aug. 2018
]Tag 4: Von Köcherbäumen, Panzerschrecken und Wein (Teil 1)
Die Nacht war wieder bitterkalt. Glücklicherweise ist das Wasser morgens warm. Auf dem Weg zum Frühstücksraum begegnen uns Knut und Svenja. So wurden die beiden hier ansässigen Springböcke von uns getauft. Lennard nimmt auch gleich Kontakt auf.
Beim Frühstück sind wir die einzigen Gäste. Es gibt Jogurt mit frischen Früchten und frisch zubereitete Eierspeisen.
Alles prima! Draußen vor dem Fenster wird uns ein kleines Schauspiel geboten: Knut gegen Katze… Leider habe ich kein Foto gemacht. Nach dem Frühstück lassen wir uns die unterschiedlichen Wandermöglichkeiten erläutern und erhalten verschiedene Karten mit Wanderwegen. Wir entscheiden uns gegen die 4x4-Strecken und einigen uns auf die „Köcherbaum-Route“, die an der Straße beginnt.
Der Weg ist mit gelben Pfeilen markiert. Wir sind fasziniert von dem rötlichen Gestein und die Jungs suchen nach Fossilien und Kristallen in den Steinen. Es geht bergauf und der Wind ist tierisch kalt. Glücklicherweise sind wir warm genug angezogen. Vereinzelt stehende Köcherbäume säumen unseren Weg.
Teil 727. Aug. 2018
Das Farbenspiel der Landschaft begeistert uns. 🤩
Irgendwann hören wir es am Boden laut vernehmlich zischen und nach einigem Suchen können beobachten, wie Sattelschrecken, die anscheinend die Sonnenstrahlen auf dem Weg genießen wollten, vor uns schimpfend reißaus nehmen und schnell in den Büschen verschwinden. Es sind ganz schön viele dieses Jahr… und wir werden noch mehr sehen…
Wir machen Halt an verschiedenen Aussichtspunkten.
Hinter einem Felsen weht der Wind nicht ganz so stark und wir packen unsere mitgebrachten Leckereien aus. Und danach verlieren wir tatsächlich die gelbe Wegmarkierung aus den Augen. 🤨 Kein Problem, denn von hier oben können wir immer noch unser Auto sehen… Also geht es am Zaun entlang bergab.
Etwas Blühendes gibt es hier auch noch:
Nach etwas weniger als 3 Stunden treffen wir wieder bei unserem Fahrzeug ein.
Teil 828. Aug. 2018
Unser persönliches Fazit zum Tsauchab River Camp:
Die Bungalows liegen schön mit Blick auf das Flussbett. Sie bieten ausreichend Platz, sind jedoch recht dunkel von innen. Es war kalt, was aber wohl nicht der Unterkunft zuzuschreiben ist… 😉
Die Mitarbeiter sind durchweg nett und sehr hilfsbereit.
Als Basisstation für Wanderer, 4x4-Liebhaber oder auch für den Besuch des Sossusvlei ist die Farm sicher gut geeignet. Uns liegt jedoch einfach diese Landschaft nicht so… dieses Karge, Dunkle mit dem Blick auf Tafelberge. Da geht es uns hier ähnlich wie mit der Region Fingerklippe. Es war interessant, dort gewesen zu sein und Neues zu entdecken, aber ich würde kein zweites Mal hinfahren. Das ist jedoch Geschmackssache und damit geht es wahrscheinlich jedem etwas anders.
Hier sind die verschiedenen Wandermöglichkeiten:
Teil 928. Aug. 2018
Tag 5: D 707 statt 007 – Über Betta nach Koiimasis
Nach einem gemütlichen Frühstück mit interessanter Lektüre (Ich lese aus dem archäologischen Reiseführer vor, den ich gestern entdeckt habe.) brechen wir auf Richtung Ranch Koiimasis.
Wir fahren auf der C27 und ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll. Die Landschaft und vor allem das zarte Farbenspiel, das sich ständig zu verändern scheint, sind einfach nur hinreißend.
Ein leichter Grünschimmer überzieht den Boden.
In Betta machen wir Halt. Es wird getankt und die Kids haben Hunger. Toiletten gibt es auch. Im Betta Camp entdecken wir einen Tresen mit Kuchen. Irgendwie wollen alle jetzt Zitronenkuchen , obwohl es auch Bratwurst gibt… Gut gelaunt und mit „Eragon“ in den Ohren (in diesem Jahr wird nur Hörbuch gehört, die Filme bleiben ungesehen) geht es weiter. Aus den roten Dünen werden schroffe Erhebungen und langes, silbrig schimmerndes Gras löst den leicht grünen Flaum ab.
Von der D707 aus sind es noch 20 km zur Koiimasis Farm Lodge "Fest Inn Fels". Der Weg ist teilweise tief sandig, so dass es einfacher ist, auf eine bereits vorhandene zweite Spur neben der eigentlichen Strecke auszuweichen.
Wir befinden uns in vollkommener Einsamkeit und die Landschaft ist einfach unwirklich schön. So empfinde ich es zumindest.
Teil 1031. Aug. 2018
Ein Tor muss noch geöffnet werden, bevor wir den Ausblick von unserer Terrasse genießen können:
Die einzelnen Bungalows sind perfekt in die Felsen gebaut.
Bereits bei unserer Ankunft ist eine Thermoskanne mit warmem Tee vorbereitet.
Innen gibt es genügend Ablageflächen für Gepäck und auch zusätzliche warme Decken.
Der Badbereich ist komplett offen gehalten.
Uns gefällt diese originelle Unterkunft sehr. Die Art der Felsen zeigt einige Parallelen zum von uns - und vor allen von den Jungs - so sehr geliebten Erongogebirge. So verlocken die riesigen Kullerkugeln direkt zum Klettern...
Teil 1131. Aug. 2018
Während Lenni und Matthis die Umgebung erklettern,
beobachten Matthias und ich die zig Klippschliefer, die neugierig zwischen den Felsen umhertollen.
Es sind auch Jungtiere mit dabei, die ein besonders niedliches Gesicht haben
Ich bin erstaunt, über die Pflanzen, die hier noch grün sind und teilweise auch blühen.:
Auf die Farmrundfahrt verzichten wir. Es ist auch mal schön, einfach so die Zeit zu genießen, ohne einen Termin oder einen Plan zu haben… 🙂 Das haben wir auf unserem diesjährigen Familienabenteuer häufiger getan als sonst. 😎 Man muss nicht immer alles gesehen oder mitgemacht haben.
Stattdessen nutzen wir die Zeit vor dem Abendessen zum UNO-Spielen. Wieder wird ein Menü am Tisch serviert. Leider habe ich nicht alles notiert, was es gibt… Auf jeden Fall steht „Zebra-Ragout“ auf dem Speiseplan und ich bin eher skeptisch, da ich vor 13 Jahren in Namibia „Zebra“ gekostet habe und es mir vom Geschmack her doch etwas zu streng und „wild“ erschien… Den Jungs sagen wir erst gar nicht, was auf ihrem Teller liegt... Und was soll ich sagen? Das Zebra-Gulasch schmeckt phantastisch! Es ist perfekt gewürzt und einfach nur lecker. Roland, der Inhaber der Lodge schaut noch kurz an den Tischen vorbei und fragt, ob alles in Ordnung ist. Der eigentliche Farmbetrieb findet nicht hier, sondern in der Nähe statt und hat mit dem Gästebetrieb wohl nichts zu tun. Eigentlich hätten wir doch gern eine Farmrundfahrt gemacht, aber dazu ist leider die Zeit zu knapp, denn wir müssen morgen schon weiter… Über die Pflanzenpracht erfahren wir, dass sie von späten Regenfällen Ende Mai her rührt. Hier im Süden regnet es auch im Winter, das war uns so gar nicht bewusst. Im Bungalow zurück, stellen wir fest, dass unsere Betten mit Hilfe von Wärmflaschen bereits vorgewärmt wurden. Toller Service!
Teil 1201. Sept. 2018
Tag 6: Aus und die Lust auf Meer Nach einer angenehmen Nacht genießen wir die Lichtstimmung am Morgen. Die Jungs sind mal wieder kaum zu halten und verschwinden direkt in den Felsen. Ein Klippspringer wird dort entdeckt. (Fotos gibt es leider nicht)
Es gibt ein gemütliches Frühstück und einen kleinen Plausch mit Roland. Wer Koiimasis besucht, sollte unbedingt in das im Restaurant ausliegende Fotoalbum zur Entstehung der Lodge schauen. Dieses ist wirklich interessant!
Wir beladen das Auto und verabschieden uns so langsam von diesem wundervollen Ort. Hier könnte ich bleiben…
Nein, wir müssen weiter… unser nächster Stopp wird die Alte Loge in Lüderitz sein und wir haben gute 3 Stunden Fahrt vor uns.
Zuvor jedoch ein kurzes Fazit zu Koiimasis: Eine wundervolle Unterkunft mit netten Mitarbeitern! Tolles Essen und super Service in einer atemberaubenden Landschaftskulisse! Zugebenermaßen eine unserer teuersten Unterkünfte 😗 , aber es hat sich definitiv gelohnt... Uneingeschränkt empfehlenswert! 🤩
Jetzt müsst ihr eine Flut aus Landschaftsbildern ertragen…
Teil 1301. Sept. 2018
Diesen recht großen Vogel konnte ich dank Bele als Ludwigstrappe identifizieren (Danke!) Es entstehen Schäfchenwolken... Und auch die Farbe der Pad ändert sich mal... Eine Oryxantilope lässt sich blicken... Zur Mittagszeit stranden wir in Aus und suchen das Bahnhof Hotel auf. Hier ein kleiner Teil der Speisekarte: Lennards Sandwich... und mein Burger: Wir essen hier recht günstig und wirklich lecker! 🙂 Danach wird praktisch nebenan noch getankt und in der Tanke, der gleichzeitig Shop ist, gestöbert...
Teil 1403. Sept. 2018
Wir nähern uns langsam der Küste. Und war es zuvor noch so frisch, dass wir unsere Fleecejacken nicht ausziehen mochten, so ist es nun derart heiß, dass wir es kaum erwarten können, uns kurze Hosen anzuziehen. Es herrschen Ostwind und in Lüderitz über 30 Grad… Das ist nun wahrlich nicht der Normalfall, aber uns auch nicht fremd, denn wir hatten im Juli 2016 bereits eine Begegnung mit starkem Ostwind in Swakopmund. Mir ist die Wärme ganz recht, muss ich gestehen… 😉 Die „Alte Loge“ ist gar nicht so leicht zu finden… und die Tatsache, dass das Haus nicht mit „Alte Loge“, sondern mit „Alte Villa“ beschriftet ist, macht es für uns nicht unbedingt leichter… 😗 Wir klingeln und stellen fest: Hier sind wir richtig. Zukünftig soll die Unterkunft wohl „Alte Villa“ heißen… Schnell zeigt sich: Hier wird gebaut. Uns wird auch gleich erklärt, dass für 2 Stunden das Wasser abgestellt werden muss. Kein Problem! Nach der Autofahrt wollten wir uns eh die Füße vertreten. Und so geht es Richtung Hafen. Die Jungs gehen an dem kleinen Strand mit Crocs an den Füßen ins Wasser. Hier liegt einiges an Scherben rum… Dennoch genießen wir unseren kleinen Ausflug ans Meer sehr und entdecken auch tatsächlich unseren Katamaran, mit dem es morgen zu den Pinguinen gehen soll. Vom Tsauchab River Camp aus hatte ich eine Mail an Nina von Namibia Click&Travel geschickt mit der Bitte, uns eine Bootstour zu organisieren. Wir bekamen ein paar Stunden später die Nachricht, dass wir eine Verabredung mit der „Zeepaard“ hätten. Jetzt ist auch gleich klar, wo wir morgen wohl ablegen werden.
Unser Zimmer ist sehr sauber, äußerst großzügig geschnitten und maritim eingerichtet. Am Abend essen wir im Diaz Coffee Shop. Die Location erinnert ein wenig an eine Garage, aber das Personal ist superfreundlich und das Essen echt lecker.
Teil 1517. Sept. 2018
Tag 7: Alles anders… Geisterstadt, Pinguine und Wüstenblumen
Heute fährt um 8 Uhr unser Katamaran am Bootssteg ab. Wir müssen also früh raus aus den Federn… Schnell wird alles für die Bootstour zusammengekramt: Kameras, Klamotten zum Überziehen und natürlich Sonnencreme, denn es ist heiß. Herrlich! 🤩 Ich find`s schön, Matthias ist es schon fast wieder zu warm… 😗
Da klopft es an unserer Tür. Wir erfahren, dass unsere Katamarantour verschoben wird. Der Ostwind ist zu stark, wird sich gegen Mittag aber wohl legen… (Tja, dasselbe hatten wir vorletztes Jahr in Swakopmund: Da wurde wegen Ostwind unsere Little Five Tour auf den Mittag verschoben…) 12 Uhr ist der neue Termin für unser „Leinen-Los-in-Lüderitz“… Hmmm… Der Plan war eigentlich: 8 Uhr Bootstour und danach Führung durch Kolmanskuppe… 🤨 Aber wir sind ja flexibel… und hungrig… 😁 Neuer Plan: Gaaaanz gemütlich frühstücken und danach Führung in Kolmanskuppe um 9.30 Uhr. Unser „Leinen-Los“ sollten wir um 12 Uhr irgendwie schaffen…
Der Frühstücksraum der Alten Loge ist urig mit viel Holz eingerichtet und wirkt dadurch sehr gemütlich.
Hier fühlen wir uns richtig wohl und freuen uns jetzt auch, mehr Zeit fürs Frühstück zu haben. Im Aufenthaltsraum liegen sehr viele Bücher aus
und wir entdecken nach einigem Schmökern einen Bildband über Kolmanskuppe mit vielen Eindrücken von früher. Zur Einstimmung wird munter gelesen und geschaut. Unglaublich, wie die Menschen vor hundert Jahren hier gelebt haben. Am meisten beeindruckt hat mich ein Bild von Diamantensuchern, die in langen Reihen auf dem Boden kauernd den Sand durchsuchen… 😮
Wir sind zeitig in Kolmanskuppe und können uns vor Ort schon ein wenig umschauen. So entdecken wir zuerst die Turnhalle
und einen alten Sicherungskasten.
Es wird eine englischsprachige und eine deutsche Führung geben. Gisela, eine in Lüderitz geborene, ältere Dame, wird uns durch die Geisterstadt führen. Zuerst wird uns aber erklärt, dass der letzte immer die Türen zu schließen hat. Der Sand erobert sich die Häuser sonst noch deutlich schneller…
Wir gehen zuerst ein Stück zurück und beginnen in einem Laden, wo uns Gisela den geschichtlichen Hintergrund des Ortes erläutert. Nebenbei können die Jungs spannende alte Gegenstände in einer Vitrine entdecken.
In Kolmanskuppe stand der erste Röntgenapparat des südlichen Afrika. Er wurde nicht nur medizinisch genutzt, sondern auch, um eventuell versteckte Diamanten zu entdecken…
Wir spazieren durch einzelne Häuser, entdecken Kühlschränke,
in die zur Kühlung genau ein halbes Stangeneis passte…
und schauen uns auch die übrigen Gerätschaften genau an...
Fortsetzung folgt...
Teil 1617. Sept. 2018
Eindrucksvoll sind die Erläuterungen Giselas zur Eisfabrik
und der daneben errichteten Schlachterei. So konnte für das Kühlhaus der Schlachterei praktischerweise die Eisfabrik mitgenutzt werden. Besonders spannend (aber auch ein wenig gruselig…) für Lennard und Matthis ist dann auch der Besuch des Kühlhauses, der in völliger Dunkelheit stattfindet. Hier ein kleiner Einblick:
Kurz vor Ende der Führung geht es schließlich auch in den wohl bekanntesten Raum, die Kegelbahn.
Hier funktionieren sogar noch die originalen Deckenleuchten…
Im Anschluss besuchen wir noch kurz gemeinsam die Ausstellungsräume mit den Bildtafeln und zusätzlichen Informationen. Der Schmuggelraum hat es meiner Familie besonders angetan…
Abschließend gibt uns Gisela ein paar Sicherheitshinweise mit auf den Weg, denn jetzt ist es Zeit, einzelne Häuser selbst zu erkunden. Vor den Häusern steht jeweils die Berufsbezeichnung der Bewohner. Laut Gisela gehörte das Haus des Lehrers aber keineswegs einer Pädagogenfamilie. Da lag wohl eine Fehlinformation vor… 😗 Wir spazieren also durch einzelne Häuser von Kolmanskuppe. Draußen werden die Hüte festgehalten. Es ist tierisch warm, aber der Wind bläst und der Sand ist überall…
Hier noch ein paar Impressionen:
Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Problem unserer veränderten Planung: Wir haben definitiv zu wenig Zeit, um selbst auf Entdeckungsreise in der Geisterstadt zu gehen… Unser Katamaran wartet (oder auch nicht?).
Teil 1719. Sept. 2018
Wir sind froh, den Weg zum Bootsanleger zu kennen (nicht, dass er kompliziert wäre, aber trotzdem…) So wird nach einem kurzen Blick zurück
und einer staubigen Fahrt
das Auto bei der Alten Villa geparkt und wir nehmen die Beine in die Hand… Auf dem Katamaran werden wir sehr herzlich von Heiko begrüßt. Wir müssen noch kurz auf weitere Gäste warten. Es kommen noch ein Pärchen und ein Vater mit seinem Sohn zu uns an Bord. Wir haben reichlich Platz. Dann heißt es „Leinen los!“ und wir schaukeln Richtung Halifax Island.
Zuerst kommen wir am Robbenfelsen vorbei, der sich vor der Diaz-Spitze mitsamt Leuchtturm befindet.
Die Kinder haben es sich mittlerweile gemütlich gemacht.
Wir genießen die Aussicht
und können erste Brillenpinguine im Wasser beobachten.
Teil 1819. Sept. 2018
Auf Halifax Island gibt`s noch mehr davon:
Hier gibt es auch Kormorane, Möwen und Flamingos. Es wird Pause gemacht.
Heiko erzählt so einiges über die Tiere und auch über den Guano-Abbau. Dazu gibt es warme Getränke: Kaffee, Tee oder auch Kakao. Auf dem Rückweg ändern die Jungs ihren Standort und (extra für mich! 😄 ) gibt es als Sahnehäubchen eine Gruppe Delfine! Mehrere tauchen direkt vor dem Katamaran... 🤩
Es ziehen langsam Wolken auf... Heiko spricht uns darauf an, dass wir unbedingt noch die die Diaz-Halbinsel mit dem Auto befahren müssten. Es gäbe durch den Regen blühende Blumen zur Zeit, was hier in der Region in 10 Jahren vielleicht ein Mal vorkäme... 😗 Puh... Strammes Programm... Eigentlich wollten wir es ganz entspannt angehen lassen... Aber so eine Gelegenheit...?
Teil 1920. Sept. 2018
Wieder an Land müssen wir auf dem Weg zur Alten Loge erstmal was essen. Es ist Samstag und überall ziemlich ruhig. Gegenüber von der Bank werden wir fündig. Ich hätte gern im Garden Cafè gegessen, aber irgendwie finden wir den Eingang nicht 🙁 und mit Suchen wollen wir uns nicht aufhalten. Schließlich haben wir noch was vor… 🤪 Und so geht es schnell Richtung Diaz Point. Ich halte Ausschau nach Blumen. Matthias und die Jungs wollen aber unbedingt noch zum Leuchtturm und das hat jetzt erstmal Vorrang, da sich mir die Blumenpracht nicht so unmittelbar präsentieren will…
Mittlerweile ändert sich die Lichtstimmung. Wir parken das Auto.
Meine Männer bewegen sich sofort Richtung Diaz Kreuz,
(Blick auf den Robbenfelsen:)
während ich die Farben und das Licht auf mich wirken lasse und einfach nur genieße… Es lässt sich nur schwer beschreiben, aber es ist plötzlich alles in ein ganz besonderes Licht getaucht.
In Bildern lassen sich diese Augenblicke schwer einfangen…
Ich bin begeistert von diesem Ort. Wir sind für eine halbe Stunde die einzigen Menschen hier. Die Brücke, die zum Felsen führt, ist komplett zerstört... und auch die Treppe wirkt nicht sehr vertrauenerweckend…
Teil 2020. Sept. 2018
Mir gefällt es sehr an diesem einsamen und irgendwie unwirklichen Ort… 😁 Hier noch ein paar Impressionen:
Hier erkennt man jetzt auch wieder den leichten grünen Überzug überall. Es ist einfach nur schön... 🤩 Und auf dem Rückweg entdecke ich auch die Blumen... Man muss halt schon die Augen offen halten und aufmerksam sein für die kleinen Dinge...
Schließlich verschwinden auch die letzten Sonnenstrahlen...
Unterwegs bestellen wir Pizza im "Ritzi`s", die Matthias abholt, während die Jungs sich fertig machen fürs Bett. Nun muss ich ehrlich sagen: Die Pizza ist jetzt nicht so der Hit. 😗 Lenni und Matthis sind einstimmig der Meinung: "Der Pizzaboden ist nicht wie Pizzaboden sondern eher wie Weißbrot... und es fehlt komplett die Tomatensoße unter dem Belag."