Reisebericht

"Nix als Wüste" – Going Down South

von Applegreen · begonnen 10. März 2018 · 24 Teile

Teil 110. März 2018
"Nix als Wüste – Going Down South"

Namibias Süden Februar 2018
k-P1130435.JPG
Liebe Fomis,

Jaja, eigentlich habe ich mich ja schon dahingehend geäußert, dass dem Forum dieses Mal ein weiterer „kuscheliger“ Reisebericht erspart bleibt 😗. Aber so ganz ohne geht es dann doch auch irgendwie nicht 😛.

Auch wenn es bei unserer diesjährigen Tour im Februar weder von Unregelmäßigkeiten oder auch nur ansatzweise „abenteuerlichen“ Geschichten zu erzählen gibt und wir auch mehr oder weniger sprichwörtlich auf „ausgetretenen“ Touristenpfaden unterwegs waren, könnte es ja dennoch sein, dass einige unserer Erlebnisse und Stationen für den ein oder anderen von Interesse sind.

Ich werde mich aber diesmal definitiv bemühen, nicht zu weit auszuholen und viele Fotos wird es diesmal auch nicht geben – ich musste nämlich arg mit meiner neuen Kamera kämpfen 😵. Die hat bisweilen doch ein komisches Eigenleben entwickelt 🤢.

Und für die Tier- und Vogelliebhaber unter der geneigten Leserschaft kann bereits im Vorspann angedeutet werden – bei dieser Reise ging es uns um ganz viel Landschaft, Stille, Weite und magische Momente in den Wüstenregionen Namibias. Was aber nicht bedeuten soll, dass wir gar nix an tierischen Bewohnern zu sehen bekommen hätten. Speziell dafür habe ich ein paar „Schnuppertage“ im KTP eingeplant, ob das dann bei meiner extravaganten KTP-Planung allerdings so ergiebig war bleibt für Euch genauso abzuwarten, wie für uns im „echten“ Leben. Und manchmal kann es auch ganz hilfreich sein, die Realitäten eben so darzustellen wie sie nun mal sind – und die Erwartungshaltung von Anfang an nicht zu weit nach oben zu schrauben 😎.

Die Idee für diese Reise ist schon vor sehr langer Zeit entstanden – auch ich bin ja begeisterte Reiseberichtsleserin und je mehr man liest, umso mehr Flöhe wachsen auch in den Ohren 😮. Armin und ich waren 2015 erstmals auf unserer Ersttätertour im Land unterwegs und insbesondere die Gegend entlang der D707 hat es uns damals besonders angetan. Dieser Teil Namibias schrie förmlich nach einer ausführlicheren Erkundung.

Daher ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die fleißigen Reiseberichtschreiber, die mir die Auswahl der Unterkünfte und Aktivitäten somit quasi auf dem Silbertablett serviert haben 😘

Die Planung und Buchung war vor unserem Botswana Bushadventure bereits final abgeschlossen – und was soll ich sagen? Wir haben ehrlich gesagt das Camperleben mehr als einmal schmerzlich vermisst 🤪.

Neben viel Wüstenromantik, mehrtägigen Wanderungen durch eben diese, Reisen in längst vergangene Zeiten, ein paar Tagen am Meer und der Stippvisite im KTP konnten wir uns dieses Mal auch darauf freuen, ein paar liebgewonnene Freunde und Bekannte in Namibia zu treffen.

Und an diesen Stationen haben wir uns dieses Mal also rumgetrieben:

07.02. Flug mit AN nach Windhuk
08.02. Eagle Rock Guestfarm
09.02. Cornerstone Guesthouse
10.02. Cornerstone Guesthouse
11.02. Desert Homesteadt
12.02. Desert Homesteadt
13.02. TokTokkie Trail
14.02. TokTokkie Trail
15.02. Kanaan
16.02. Kanaan
17.02. Lüderitz "Nest Hotel“ (ursprünglich gebucht war eigentlich „Kairos Cottage“)
18.02. Lüderitz - Kolmanskop
19.02. Lüderitz - Pomona Bogenfelstour
20.02. Alte Kalkoefen Lodge
21.02. Torgos Lodge
22.02. Torgos Lodge
23.02. Torgos Lodge
24.02. Torgos Lodge
25.02. Kalahari Kalahari Red Dunes Lodge
26.02. Kalahari Kalahari Red Dunes - Trans Kalahari Walk
27.02. Kalahari Kalahari Red Dunes Lodge
28.02. Rückflug mit AN nach Frankfurt

Noch sind nicht alle (ehrlich gesagt eigentlich noch gar keine 😗) Fotos gesichtet und sortiert – aber ein bisschen Druck muss ich mir immer selber aufbauen – sonst wird das nämlich zeitnah nix 😣! Der Anfang ist hiermit also gemacht!

Und zur Einstimmung folgen hier noch ein paar "Häppchen":
k-P1100966.JPGk-P1110062.JPGk-P1110162.JPGk-P1110310.JPGk-P1110560.JPGk-P1110626.JPGk-P1110903.JPGk-P1120058.JPGk-P1120232.JPGk-P1120419(2).JPGk-P1120616(2).JPGk-P1130104.JPG
Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende!

Liebe Grüße
Sabine
Teil 211. März 2018
07. + 08. Februar 2018 – Anreise / Ankommen

Es geht los! Fliegen ist für uns ein notwendiges Übel. Der Transport von A nach B ist für uns das Wesentliche, also verschlafen wir meistens den längsten Teil des Flugs.

Am frühen Morgen werden wir von der Sonne Afrikas gebührend begrüßt. Die meisten von Euch kennen ja dieses Glücksgefühl – das hat etwas von Heimkommen – ein doch recht unerklärliches Symptom.
IMG_1347.JPG
Wir landen überpünktlich in Windhuk und sind erfolgreich bemüht, auf diverse Empfehlungen im Forum hin, bei den Ersten an den Pulten der Immigration zu sein. Die Begrüßung seitens der Namibischen Beamten fällt gewohnt missgelaunt aus – ein Ehepaar vor uns (offensichtlich Ersttäter) wird erst mal gebührend rüde auf die „Benimmregeln“ am Schalter hingewiesen. Wir kennen das Spiel ja schon und begrüßen die mürrische Beamtin mit einem fröhlichen „How are you“ und werden etwas weniger mürrisch, ohne Zurechtweisung und zügig durchgewunken.

Auf unseren Abholer müssen wir noch ein Weilchen warten und vertreiben uns die Zeit derweil mit der Bargeldversorgung für die nächsten Tage.

Der Transfer zu Desert Car Hire in Olympia führt uns durch wohlbekannte Viertel. In Klein-Windhuk fühlen wir uns irgendwie Daheim, viele Plätze oder Gebäude verbinden auch wir mit Erinnerungen.

Unser gebrauchter Hilux erwartet uns ohne nennenswerte Mängel. Die Übergabe erfolgt zügig – wir lassen uns die wesentlichen Dinge zeigen, Reserveräder, Werkzeug, Verbandskasten, Engel-Fridge, prüfen nochmal den Zustand der Kupplung und Reifen und werfen einen Blick in den Motorraum. Das sieht soweit alles tiptop gepflegt und in Ordnung aus, stellen aber fest, dass der bestellte Kompressor und Navi nicht an Bord sind. Beides wird unverzüglich nachgereicht und schon sind wir auf dem Weg Richtung Pionierspark.

Dort wartet unser Permit für die permitpflichtigen Strecken zur Blutkuppe und Mirabib im Büro von Carsten Möhle auf uns. Wir haben das Permit vorab bei Carsten bestellt – kostet zwar etwas Aufpreis – für uns aber die ideale Lösung, da wir keine Lust auf übellaunigen Behördenkram direkt nach der Ankunft hatten.

Für alle die unsere vorherigen Berichte nicht kennen - wir (insbesondere ich) haben schon so viele Tage in Windhuk verbracht, dass es für den Rest unseres Lebens eigentlich reicht. Unser erklärtes Ziel war dieses Mal “einfach nur schnell raus aus der Stadt“.

Die Permitabholung ging fix, Manuela erklärt uns noch wo wir tanken und einkaufen können. Das können wir sehr passend direkt ein paar hundert Meter weiter erledigen, ebenso wie den kleineren Einkauf im gemütlichen und gut sortierten Westlane Spar.

Der weitere Weg führt uns nun direkt auf die C28, die nach wenigen Kilometern von Teer in Gravel wechselt. Endlich wieder Gravel unter den Rädern! Die Landschaft zeigt sich lieblich zart-grün, das Khomas Hochland ist einfach eine schöne Gegend.

Schon bald kommt der frisch gegradete Abzweig zur Eagle Rock Guestfarm und wie der Wind rollen wir am Haupthaus vor.
k-P1100943(2).jpg
Begrüßt werden wir zunächst von Mr. Right – ich bin ein großer Ridgeback-Fan und ich freue mich immer, wenn wir diese schönen Hunde treffen. Mr. Right ist ein stattlicher Mix aus Ridge und Dogge, ein wunderschöner und lieber Kerl ist er allemal. Wir werden sofort Freunde!
IMG_1363.JPG
Da Ariane selbst auf Reisen ist, werden wir von einem sehr lieben deutschen Ehepaar begrüßt. Die beiden verbringen – wie auch zwei weitere Paare - ihren wohlverdienten Ruhestand überwiegend hier in einem eigenen Häuschen und helfen aus, wenn einmal Not am Mann ist.

Die Guestfarm bietet alles was das Herz begehrt, wir haben uns hier sehr wohl gefühlt. Die Zimmer sind mehr als geräumig und sauber, der Garten sehr gepflegt und hier geht alles etwas familiärer zu.

Wir waren an diesem Tag die einzigen „echten“ Touris auf der Farm.

Armin legt sich erst mal ein bisschen hin, während ich mir unvernünftigerweise beim Herumstrolchen im Garten ohne hohen Sonnenschutz schon mal ordentlich den Pelz verbrenne 🤢. Hier zwitschern so viele Vögelchen in den Bäumen, die sich allerdings bestens getarnt im Grün verstecken, dass ich glatt die Zeit vergessen habe.
k-P1100928.JPGk-P1100931.JPG
Es folgt der erste Vogelbilder-Testlauf mit der „Neuen“:

Drongo
k-P1100926(2).jpg
Southern Masked-Weaver
k-P1100936(2).jpgk-P1100937(2).JPG
Das dazugehörige Nest
k-P1100932(2).JPG
Groundscraper Trush
k-P1100944(2).JPG
African Red-eyed Bulbul
k-P1100947(2).JPG
Ein paar Pflanzen müssen ebenfalls als Testobjekte herhalten, bis es mir sprichwörtlich zu „bunt“ wird und ich mich im Pool erst mal abkühle.
k-P1100923(2).JPGk-P1100933(2).jpgk-P1100951.JPG
Am Nachmittag zieht es sich rundherum zu – wusste ich doch, dass ich wieder mal der Regenbringer für das Land sein werde 😉. Also es grummelt, blitzt und donnert mächtig in der Ferne und einen kurzen Regenschauer bekommen wir hier ebenfalls ab. Dicke schwere Tropfen benetzen die staubtrockene Erde – das aber ist in der Tat nur der „Tropfen auf den heißen Stein“.

Gegen Abend geht es dann zum ersten Sundowner zum Haupthaus, wo wir sämtliche Farmbewohner auf einen interessanten Plausch treffen.

Zum Dinner gibt es super-leckere Oryxrouladen mit Kartoffeln und Rotkohl. Wer Game gerne mag, is(s)t hier genau richtig. Das Fleisch kommt täglich frisch von einer benachbarten Farm.

Und schon ist unser erster Tag wie im Flug vergangen. Wir lauschen den nächtlichen Geräuschen und schlafen ziemlich bald ein.

Morgen erwartet uns nicht nur eine landschaftliche schöne Strecke, sondern auch das Wiedersehen mit ein paar lieben Freunden in Swakopmund.
Teil 312. März 2018
09. Februar 2018 – Über den Boshua Pass ans Meer

Das Frühstück lassen wir uns schmecken, auch hier ist die Auswahl mehr als gut und reichlich. Wir verabschieden uns von allen „Langzeitbewohnern“ und Mr. Right (ich hätte ihn am liebsten direkt eingepackt :P) und machen uns auf Richtung Boshua Pass.
k-P1100966-2.JPG
Die sehr gut präparierte Pad schlängelt sich durch das Hochland, und je weiter wir fahren, desto trockener wird es.
k-P1100974.JPG
Auf der gesamten Strecke begegnet uns insgesamt tatsächlich ein Auto 🤩

In der Ferne entdecken wir Geier, Greife, Baboons und dann sind wir uns nicht wirklich sicher – aber es müsste ein Honigdachs gewesen sein, der blitzschnell am Straßenrand auf- und wieder abgetaucht ist. Vereinzelt begegnen wir wohlgenährten Kühen mit ihrem Nachwuchs am Straßenrand. Fotos der Tierbegegnungen gibt es keine – entweder war ich zu langsam oder hatte keine Lust. Manchmal möchte ich einfach nur die Landschaft und die Fahrt ohne Blick durch den Sucher genießen 😗.

Nach vielen verzückten Ausrufen die Gegend betreffend erreichen wir trotz einiger Stopps schneller als uns lieb ist die Ebene, wo uns nunmehr karge Wüste erwartet.
k-P1100976.JPG
Das Hochland haben wir längst hinter uns gelassen, als wir diese interessante Wolkenformation im Rückspiegel entdecken - hoffentlich wird sie reichlich Regen bringen.
k-P1100988.JPG
Kurz darauf können wir schemenhaft die Umrisse der Blutkuppe mit dem Langen Heinrich im Hintergrund erspähen.

An der Blutkuppe wollen wir eine kurze Rast mit Picknick einlegen. Leider haben wir keine Zeit für den Rock Sculpture Trail, denn wir haben in Swakop ja eine, nein zwei Verabredungen 😉.
k-P1110003.JPGk-P1110002.JPG
An der Campsite angekommen entdecken wir gut versteckt – vermutlich am schönsten Plätzchen – tatsächlich einen Camper. Auch wir suchen uns ein nettes Plätzchen und stärken uns für die verbleibende Tagesetappe.
k-P1100991.JPGk-P1100992.JPG
Die wahre Magie dieses Ortes zeigt sich leider nicht am helllichten Mittag bei harschem Sonnenlicht. Hier muss man übernachten und das schöne Morgen- oder Abendlicht genießen, das die Felsformation in blutroten Farbnuancen erstrahlen lässt. Wir können dieses Schauspiel nur erahnen.
k-P1100996.JPGk-P1100997.JPG
Trotzdem gefällt und der Platz ausnehmend gut und ist für künftige (Camper-)Reisen notiert.
k-P1110005.JPG
Und so langsam wird es dann auch schon wieder Zeit für die Weiterfahrt.
k-P1110009.JPGk-P1110010.JPG
Am frühen Nachmittag erreichen wir dann das Städtchen Swakopmund. Hier herrscht mittlerweile rege Bautätigkeit. Straßen werden verbreitert, vergrößert, asphaltiert – Industrieareale ausgeweitet und zugebaut 😣.

Unsere Unterkunft, das Cornerstone Guesthouse, haben wir auch aus der Erinnerung schnell gefunden – hier haben wir vor 3 Jahren schon mal eingecheckt. Wir dürfen ein sehr geräumiges Apartment beziehen, sogar eine Küche und ein Wohnzimmer hats. Der hübsch angelegte Garten lädt förmlich zum Verweilen ein.

Jetzt freuen wir uns aber riesig auf unser Wiedersehen mit Matte und Eva 😘!

Eine schnelle Dusche und schon steht Eva mit den beiden Hunden vor der Tür. Wir machen es uns im Garten gemütlich - es gibt ja ganz viel zu erzählen. Kurze Zeit später trudelt dann auch schon Matte ein – wir sind natürlich ganz gespannt, was er in den vergangenen Wochen so alles erlebt hat.

Der Nachmittag vergeht bei einzwei Savanna wie im Flug – der Gesprächsstoff geht uns selbstredend nicht aus – und ehe wir uns versehen, ist es auch schon Zeit für das Abendessen. Eva hat sich zwischendurch mal kurz verabschiedet um Thomas abzuholen.

Für uns fünf ist heute Abend im Western Saloon bei Christian reserviert.

Ein super schöner Abend bei sehr leckerem Essen begleitet von lebhaften Gesprächen und Erzählungen geht natürlich viel zu schnell vorbei und für afrikanische Verhältnisse kommen wir erst ziemlich spät ins Bett.

Dieses Selfie wurde speziell und im Besonderen für Bele aufgenommen – es erreichte mich kurz vorher nämlich die Nachricht: „Mach mal ein Foto von euch heute Abend bidddäääää“ 😛 😘
k-CC49CABF-9A18-4EE4-8388-B730CD07343C.JPG
Für die Veröffentlichungen der Fotos dieses und des morgigen Tages, auf denen Matthias zu sehen ist, habe ich selbstverständlich vorher die Freigabe von Matte erhalten 😎

Morgen erwartet uns eine ganz besondere Tour – denn Georg Erb wird uns in „seine“ Wüste entführen
Teil 414. März 2018
10. Februar 2018 – Lehrstunde in und um den "Klipspringer Canyon"

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Guesthouse machen wir uns gemeinsam mit Matte auf einen zweiten Kaffee auf ins Village Cafe. Für uns alle DIE ideale Location, um den Tag herrlich entspannt zu beginnen 🙂.

Anschließend „schlumpeln“ wir drei gemütlich durch Swakop. Matte zeigt uns noch einige Orte, für die es bei unserem ersten Besuch zeitlich einfach nicht gereicht hat.

Also machen wir uns erstmal auf zur Jetty – weiter geht es entlang der Promenade und dann Richtung Woermannhaus. Hier genießen wir bei einem leckeren Eis von Raith’s die Kühle des Innenhofs und bestaunen die aufwändige Architektur.
k-FotoJet.jpg
Gegen 14.00 Uhr werden wir dann auch schon von Georg mit seinem Landy am Guesthouse erwartet. Eva ist ebenfalls mit von der Partie – und somit haben wir als private Gruppe die maximale „Auslastung“ für Georgs Touren erreicht 😛.

Kurz noch paar Worte zu Georgs „Hintergrund“. Georg ist nicht nur Fotograf und Touroperator, sondern auch ein echter „Swakopmunder“ mit deutschen Wurzeln. Schon als kleiner Knirps hat er sich mit dem Fahrrad auf den Weg in seine geliebte Wüste gemacht und dort auch gerne mal die ein oder andere Nacht verbracht 😮. Von Kindesbeinen an hat ihn die Faszination Wüste nicht mehr losgelassen. Georg führt alle Touren höchstpersönlich und wird uns nun in „seinen“ Sandkasten entführen.

Zunächst verlassen wir auf der Teerpad das Küstenstädtchen – nach gut und gerne mindestens 50 Kilometern steuert Georg den Landy dann irgendwo im Nirgendwo endlich „Offroad“. Unser weiterer Weg führt nun in und durch das versteckte Hinterland, auf den ersten Blick leere, wilde Ödnis, vereinzelt durchbrochen von zerklüfteten und verwitterten Gesteinsformationen.
k-P1110017(1).jpgk-P1110018.JPG
Man spürt förmlich Georgs Liebe und Begeisterung für diesen unwirtlichen Lebensraum und er versteht es vortrefflich, uns die kleinen und großen Wunder der Wüste nahe zu bringen.
k-P1110019.JPG
Buschmannkerze
k-P1110014(1).jpgk-P1110016(1).jpg
Georg hat so seine eigenen und zum Teil sehr wissenschaftlichen Theorien 😗 – ich als völliger Laie steige bisweilen ehrlich gesagt gedanklich aus 😵 - ich hoffe Matte hat davon etwas mehr aufgesaugt und wird diese Abhandlung in seinem Bericht dann auch etwas ausführlicher erläutern 😎.
k-P1110024.JPG
Georg referiert über geowissenschaftliche Aspekte, vor wie vielen Millionen Jahren welches Ereignis stattgefunden hat und dadurch das Gebiet und die Gesteinsformationen gebildet wurden. Fachgespräche mit Wissenschaftlern erweitern Georgs fundiertes Wissen stetig und die neuesten Erkenntnisse bringen dann auch offensichtlich immer wieder neue Ansätze hervor. Ich wage zu vermuten, dass Georg auf alle wüstenspezifischen Fragen in Sachen Botanik, Ethnologie, Geologie, Ökologie, Zoologie, etc. sicher eine Antwort hat.

Die Landschaft ist geprägt von unterschiedlichen Gesteinsarten und Mineralien. Manche liegen schwarz glitzernd und schimmernd direkt an der Oberfläche, wir entdecken sogar kleine Stückchen von glänzendem Rosenquarz aber auch Marmor, Dolerit, Granit und Basaltgestein sind hier zu finden.
k-P1110020.JPG
Die bizarren Landschaftsformationen wurden bereits vor über 460 Millionen Jahren von Wind und Wasser modelliert. Durch das Auseinanderbrechen von „Gondwana“ ist Magma aufgestiegen, aus der dann abstrakten Gesteinsformationen gebildet wurden.
Kleinste Pflanzen werden bewundert und auch ein Wüstenbewohner zeigt sich.

Leider habe ich kamerakampftechnisch nicht aufmerksam zugehört, daher habe ich weder eine Ahnung mit welcher Pflanze, noch welcher Echse wir es hier zu tun haben 😐 ?

Common Namib Day Gecko (Danke Matte&Konni)
k-P1110011(2).jpgk-P1110012(2).jpg
Lithops oder "Lebender Stein"
k-P1110022.JPG
Georg kann sich folgende Anmerkung nicht verkneifen: „Ich buddle keine Tiere aus, dafür sind andere zuständig“ 😛. An einer Stelle, an der eine Hornviper leben soll finden wir heute leider nur noch vertrocknete Überreste.

Sehr interessant finde ich Georgs Ausführungen zu nachgewiesenen Spuren von Elefanten, die bis vor circa 100 Jahren noch in dieser Gegend gelebt haben sollen – sichere Anzeichen dafür sind wohl entsprechende „glatt-geschubberte“ Felsen.
@ Matte: bitte korrigiere mich, falls ich hier Nonsens erzähle 🤪

Nicht minder spannend sind Georgs fotografischen Belege, wie sich im „System“ Wüste weder die Landschaft selbst noch die Pflanzen über Jahrzehnte, ja sogar ein Jahrhundert nur minimal verändern. Auf Basis uralter Fotografien hat Georg die abgebildeten Orte gesucht und auch gefunden. Zum Teil handelt es sich um Fotos die mittlerweile knapp 100 Jahre alt sind. Nun können wir eben diese Fotos mit den von ihm aufgenommenen aktuellen Fotos der exakt gleichen Stelle vergleichen.

Erstaunlich 😮! Am Beispiel eines Busches – abgelichtet vor sagen wir 70 Jahren und heute wird deutlich, dass sich in der Zwischenzeit so gut wie nix verändert hat. Bei einem „Finde den Fehler“- Suchbild würde man kaum mehr als eine Handvoll minimalste Abweichungen finden. Eben jener Busch hatte vor Jahrzehnten vielleicht noch ein Ästchelchen mehr oder weniger – aber er seht exakt an der gleichen Stelle und hat sich augenscheinlich weder verändert noch ist er gewachsen.

Nach diesem Exkurs geht es nun weiter hinab in den Canyon und schon bald gleiten wir durch die Schluchten des Khan und Swakop Riviers.
k-P1110025.JPGk-P1110027.JPG
Uns eröffnet sich nun eine grandiose canyonartige Landschaft mit doch einigen grünen Fleckchen.
k-P1110031.JPGk-P1110043(1).jpgk-P1110043(2).JPGk-P1110036.JPG
Rüppell`s Korhaan gut getarnt
k-P1110026(1).jpg
Mit etwas Glück trifft man hier auf Strauße, Bergzebras und Klippspringer – uns gibt sich tatsächlich eine Klippspringer-Familie die Ehre.
k-P1110041.JPGk-P1110038.JPGk-P1110042(1).jpg
Bald erreichen wir eine beeindruckende Felsformation. Unter diesem Bogenfelsen hat Georg ein lauschiges Plätzchen, mit Tisch, Strom, einem Grill und natürlicher Baumsitzgelegenheit eingerichtet. Quasi sein „Wohnzimmer“ in der Wüste.
k-P1110044(1).JPG
Leider ist auch dieses Plätzchen nicht mehr so wirklich geheim. Wir „erwischen“ eine Gruppe Südafrikaner – die machen sich aber grade schon auf die Weiterfahrt.

Hier legen wir nun eine kurze Rast ein. Es gibt frisch gebrühten Kaffee, Tee und Kekse.
k-P1110044(2).JPG
Felsenratten fühlen sich hier sicher recht wohl und es dauert nicht lange, bis eine ebensolche unerschrocken und vorwitzig ihren Anteil einfordert. Und hier ein weiterer Untermieter - Cape Bunting (Danke Matte).
k-P1110051.JPG
Georg bietet auf Anfrage in dieser „Höhle“ übrigens auch Übernachtungen an - das wäre ja so ganz nach meinem Geschmack und ist fürs nächste Mal auch notiert.
k-P1110044(3).JPG
Weiter geht es nun Richtung Oase Goanikontes und zurück in die Zivilisation - „oben“ wieder angekommen erreichen wir nun den Aussichtspunkt hinab in die atemberaubende Mondlandschaft oder auch „Mondtal“ genannt.
k-P1110062-2.JPG
Dieser Anblick ist gigantisch und berührt auf eine ganz besondere Art und Weise.
k-P1110052.JPGk-P1110055.JPGk-P1110057.JPG
Andächtig bestaunen wir diesen grandiosen Anblick.
k-P1110054(1).jpgk-P1110056.JPGk-P1110063.JPG
Leider müssen wir uns schon bald wieder losreißen......
k-P1110058.JPGk-P1110061.JPGk-P1110065.JPG
...., es wird langsam dunkel und wir erreichen nach Sonnenuntergang wieder die Stadt.

Georg hat es mit seiner spürbaren Begeisterung und seinem immensen Fachwissen verstanden, uns die großen und kleinen Wunder der Wüste näher zu bringen.

Bei allen wirklich überaus positiven Eindrücken und interessant-fundierten Informationen gibt es zu dieser Tour leider einen Kritikpunkt in dem wir alle übereinstimmen: Die Tour ist mit NAD 1200 pro Person nicht grade ein Schnäppchen und da hätten für unseren Geschmack dann doch schon mal einzwei Gin-Tonic dabei sein dürfen 😣 😗

Nach diesem wirklich eindrucksvollen Nachmittag verbringen wir den nun auch schon letzten verbleibenden Abend in Swakop gemeinsam mit Eva und Matte bei einem leckeren Abendessen im Hotel Europahof. Da heute Samstag ist und wir nicht vorreserviert haben, wurden die „einschlägigen“ Restaurationen erst gar nicht angesteuert. Das Essen war gut und - für uns ganz wichtig - es war vor allem ruhig 😉.

Während Eva sich direkt im Anschluss nach Hause verabschiedet, wird auch dieser Abend für Matte und uns noch ein bisschen ausgedehnter. Wie an anderer Stelle schon erwähnt, geht uns der Gesprächsstoff noch lange nicht aus 🙂. Matte versorgt uns außerdem mit ein paar wertvollen Tipps - aber es hilft Alles nichts: Auch wir müssen irgendwann „Auf Wiedersehen“ sagen. Für Matte geht es nun wieder zurück Richtung Windhuk und wir haben glücklicherweise noch ein paar mehr Tage vor uns 😛.

Puah – und jetzt habe ich doch viel, viel mehr als ursprünglich geplant geschrieben. Ich hoffe, ich schaffe es wie versprochen, mich künftig kürzer zu fassen 😣

Morgen haben wir einen langen Fahrtag in Richtung Sesriem vor uns - geplant ist, den großen Schlenker über Gobabeb und Mirabib zu fahren.
Teil 516. März 2018
11.Februar 2018 – A long Way Down South

Ein früher Start `gen Süden ist heute angesagt – es liegt ein ziemlicher „Ritt“ vor uns.

Wir nehmen den Weg „hinter den Dünen“ – der aktuell aber gar nicht schön zu fahren ist, da eine Großbaustelle zwecks Straßenausbau auf dieser Strecke eingerichtet ist.

An dem Abzweig zur C14 wollen wir eigentlich auf die D1983 Richtung Roibank - laut Karte wäre dies quasi einmal schräg über die Pad. Hier ist aber weit und breit kein Abzweig zu sehen und in Sichtweite bereits ein großes Industrieareal rechter Hand so dass wir uns sehr zweifelnd dann entscheiden links abzubiegen. Im Nachhinein schade und richtig doof, da wir so vermutlich den Beschreibungen von Matthias zufolge eine richtig schöne Strecke verpasst haben 🤢.

Wir passieren den Vogelfederberg an dem sich einige Overlander tummeln – für uns geht’s ab hier weiter auf der D 2186 Richtung Gobabeb.
k-P1110073.JPG
Uns gefällt dieser Streckenabschnitt richtig gut – gut präpariert und kein Auto weit und breit. Auch hier wähnt man sich in einer Mondlandschaft – ziemlich viel herrliches „Nichts“ weit und breit.
k-P1110066.JPGk-P1110068.JPGk-P1110069.JPG
Irgendwann sind auch die roten Dünen wieder in Sichtweite.
k-P1110077.JPG
Kurz vor Gobabeb folgen wir nun links der Pad weiter Richtung Mirabib.
k-P1110074.JPG
Auch hier gähnende Leere auf der gesamten Strecke. Um uns herum viel Trockenheit und (fast) keine Anzeichen von Leben.

Allgegenwärtig - Rüppell`s Korhaan
k-P1110078.JPG
In weiter Ferne sind vereinzelt Bergzebras und Strauße zu vermuten, ein paar einsame Pferde haben sich hier auch verstreut und für ein schönes Vogelpärchen bin ich fototechnisch mal wieder zu langsam. Das hat mich richtig geärgert – wir waren nämlich ausnahmsweise mal schön nah dran 😣.

Bald können wir den Granit-Inselberg „Mirabib“ vor uns liegen sehen.
k-P1110083.JPG
Ziemlich genau ab dem „Wendekreis des Steinbocks“ verwandelt sich auch die Pad in ein Folter-Martyrium 😈.
k-P1110085.JPG
Wir fahren - nein rütteln – ab jetzt auf blankem Stein. Links und rechts der eigentlichen Pad wurde schon eine zweite Fahrspur angelegt – die ist aber auch nicht wesentlich komfortabler. Durchschnittsgeschwindigkeit für die nächsten unendlichen paar Kilometer: 10-20 kmh 😣 .

Auf Höhe des Abzweigs „Zebra Pan“ können wir tatsächlich schemenhaft und seehr weit entfernt ein Bergzebra entdecken.
k-P1110088.JPG
Und irgendwann wird die Pad dann endlich auch wieder besser - die Berge am Horizont sind ein sicheres Indiz, dass die C14 nicht mehr weit sein kann.
k-P1110089.JPG
Gut geschüttelt und gerührt liegen kurze Zeit später auch schon die sanften Windungen des Kuiseb-Passes vor uns.
k-P1110093.JPG
Und welch Freude! Im Kuiseb hat‘s Wasser 🙂 !
k-P1110094.JPG
Heute scheinen wir irgendwie die falsche Brille aufzuhaben 😵 – eigentlich wollten wir zumindest zum Aussichtspunkt vom Henno Martin Shelter – aber den Abzweig dorthin finden wir schlicht und ergreifend nicht. Blind, Blöd 😣?? Vielleicht erhellt mich ja noch jemand für’s nächste Mal.

Die Aussicht ist trotzdem wunderbar und genau an dieser Stelle machen wir Mittagspause.
k-P1110095.JPG
Nun folgt ein wunderschöner Streckenabschnitt immer der C14 entlang. Die Landschaft, die sich vor uns ausbreitet ist ein Traum – leider ein sehr trockener und staubiger Traum 😕.

Die Luft gefüllt mit flimmernden Staubpartikeln, das grelle, mittägliche Sonnenlicht und das verhältnismäßig hohe Verkehrsaufkommen für die weitere Vernebelung des Sands sorgend, verleiden jegliche fotografische Ambition. Das Vergnügen wird durch die ungewöhnlich vielen Fahrzeuge nebst vereinzelten Rasern merklich getrübt – wir fühlen uns fast wie daheim auf der A5 🙄.

In den Zäunen hängend sehen wir sehr viele Kadaver von verendeten Oryxantilopen 🙁 – wahrscheinlich liegen die dort schon konserviert über Jahre. Auf unserer ersten Reise ist uns das überhaupt nicht aufgefallen. Kein schöner Anblick, vor allem nicht in dieser Häufigkeit. Den traurigen Anblick fotografisch zu dokumentieren erspare ich uns und Euch.

Eine Gruppe verschwommene Bergzebras hellt die doch leicht „getrübte“ Stimmung etwas auf.
k-P1110097.JPG
Und lebendige Oryx bekommen wir glücklicherweise auch zu Gesicht.

Mal laufend....
k-P1110099.JPG
mal gemütlich knabbernd....
k-P1110103(1).jpg
mal neugierig guckend....
k-P1110104(2).jpg
Besonders freuen wir über unsere Erstsichtung von „Youngster“-Oryx 😘
k-P1110105.JPGk-P1110108(2).JPG
Vereinzelt sehen wir auch ein paar Springböckchen, überwiegend aber auf eingezäuntem Farmgelände.

Und nochmal Oryx - diesmal Mutter mit Kind (oder "Kid"🤩 ?)
k-P1110111.JPG
Solitär und Sesriem, wo das Verkehrsaufkommen insbesondere von Reisebussen und Overlandern nochmal deutlich zunimmt, lassen wir direkt rechts liegen.

Die Strecke zieht sich ab der C19 irgendwann endlos wie Kaugummi – das hatten wir so gar nicht in Erinnerung. Und langsam werden wir der Fahrerei echt überdrüssig 🙁.

Diese beiden kamen zwar nicht aus dem Nichts - schrecken uns aber mächtig auf 😗 – ähnliche Situationen, jedoch weniger vorhersehbar hatten wir auf dieser Reise noch so einige.
k-P1110114(2).JPGk-P1110115.JPG
ENDLICH 😗 kommen wir an unserem Ziel, der Desert Homestead Lodge, an. Es war mir sehr bewusst, dass diese Lodge zu den „größeren“ Unterkünfte gehört und wir haben uns mental auf entsprechend „Hummeldumm“ eingestellt.

Positiv überraschend ist hier gar nicht viel los – ich würde schätzen, die Lodge war nicht einmal zur Hälfte und ausschließlich von Individualreisenden belegt.

Gewählt habe ich diese Unterkunft wegen der gut bewerteten Reitmöglichkeiten. Die Lodge selbst als auch die Ställe nebst Pferden machen auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Ein exklusiverer und entsprechend hochpreisiger Ableger der Lodge ist „Desert Homestead Outpost“ – den ich in der Hochsaison mit Vollbelegung sicher bevorzugen würde.

Mein morgiger Ausritt wurde bereits im Vorfeld angefragt und gebucht – da ich aus der unangenehmen letztjährigen Erfahrungen in SA unbedingt vermeiden wollte, mit blutigen Anfängern unterwegs zu sein. Also steht für mich morgen ein „privater“ Sunrise-Ausritt in die Wüste – ein lang gehegter Traum – auf dem Programm.

Wir checken in den zweckmäßigen aber dennoch originell eingerichteten Bungalow ein und genehmigen uns erst mal einen GT.
Vom Aussichtsdeck der Lodge beobachten wir eine Reitergruppe, die sich auf zum Sundowner-Ausritt macht. Und schon bestätigt sich meine wohl überlegte Planung und Vermutung 😣.

Kleine Bemerkung am Rande 😉 Es erschließt sich mir nicht, warum man sich ausgerechnet auf Reisen als ungeübter Reiter oder sogar ohne jegliche Reiterfahrung dem Risiko eines Reitunfalls aussetzen muss. Sicher sind die Guides und Pferde auf Anfänger eingestellt, dennoch bin ich aufgrund jahrzehntelanger Pferdeerfahrung dieser Art von „Urlaubsvergnügungen“ gegenüber eher kritisch eingestellt.

Von unserem Bungalow aus haben wir einen schönen Blick auf das leider nicht allzu gut besuchte Wasserloch. Gut im ersten Bild zu sehen, die weit sichtbaren „Staubfahnen“ entlang der naheliegenden C-Straße.
k-P1110124.JPGk-P1110129.JPG
Nach einem durchaus schmackhaften Dinner haben wir die nötige Bettschwere erreicht. Die ewig lange Fahrerei hat uns ziemlich geplättet.

Ein mächtiges Gewitter in den nahegelegenen Bergen hält uns für kurze Zeit noch auf den Beinen. Erste Versuche, solch ein nächtliches Spektakel vernünftig fotografisch festzuhalten scheitern leider kläglich 🤢. Wir beobachten das Schauspiel noch eine ganze Weile von unserer Veranda aus.

Hoffentlich bringt das Gewitter auch den lang ersehnten Regen!

Morgen steht für mich in aller Herrgottsfrühe ein Wüstenritt auf dem Programm. Danach werden wir ein wenig das „Hinterland“ erkunden und außerdem bereiten wir unsere Körperchen so allmählich auf die bevorstehenden Strapazen vor.
Teil 618. März 2018
12. Februar 2018 – Ein Wüstenritt und eine Fahrt ins Blaue

An der Rezeption erwartet mich ein junger Bursche, stilecht bekleidet mit Chaps und Stetson. Fix werden die „Indemnity“-Formalitäten erledigt – kurz meine Reiterfahrung abgefragt und an den Koppeln angekommen erwartet mich bereits der gesattelte Wallach „Black Jack“.

Willie, der junge Bursche, fackelt nicht lange und es geht direkt los in einem flotten Trab. Die Lodge lassen wir schnell hinter uns bald finden wir uns inmitten von großen Oryx- und Springbockherden wieder. Alle Herden haben reichlich Nachwuchs im Schlepptau.

Zwischen kürzeren Schrittphasen legen wir den größten Teil der Strecke im zügigen Galopp zurück. In der Zwischenzeit ist die Sonne längst aufgegangen und es wird auch direkt mächtig warm.

Ein unbeschreiblich und fast unwirkliches Gefühl, in dieser Kulisse umringt von Gems- und Springböcken auf dem Rücken eines Pferdes unterwegs sein zu dürfen. Wir wechseln die Gangart in unregelmäßigen Abständen – meisten jedoch legt Willie einen doch strammen Galopp vor – wie fliegen förmlich über den Wüstenboden 🤩. Black Jack ist offensichtlich gesund und munter und vor allem sehr trittsicher.

Als der Outpost in Sichtweite kommt, drehen wir auf den „Runway“ des Airstrip ab und Willie legt nochmal einen Zahn zu – er nutzt die wohl eher seltene Gelegenheit mal nicht nur im Schaukelschritt durch die Pampa eiern zu müssen 😗. In diesem Tempo erreichen wir dann auch die Lodge, vorbei an den Bungalows zurück zum Paddock – Langschläfer werden spätestens jetzt von dem donnernden Hufgetrappel geweckt.

Insgesamt waren wir gut 2 ½ Stunden unterwegs – ich bin mehr als zufrieden und treffe mich mit meinem Mann mit einem breiten Grinsen im Gesicht zum Frühstück.

Viele Worte und kein Foto sind der Tatsache geschuldet, dass ich alle Hände voll zu tun hatte. Somit bleibt die Beschreibung in blumigen Worten und die Erinnerung im Herzen 😘.

Für diejenigen die es trotzdem genauer wissen wollen, verweise ich auf den Imagefilm der Lodge, wo es auch ein paar Sequenzen der Ausritte zu sehen gibt.
********************************************************************************
Während wir nach einem späten Frühstück das Auto für unsere geplante Landpartie startklar machen stelle ich fest, dass der Beifahrerfußraum ziemlich abgesoffen ist – der Teppich ist völlig durchnässt 🤢. Wir suchen nach möglichen Ursachen - es bleibt zunächst ein Rätsel – und werden uns später darum kümmern.

Wir tuckern nun gemütlich entlang der D 854 Richtung Bullsport.
k-P1110143.JPG
Tatsächlich hat es hier wohl in der vergangenen Nacht geregnet, die Pad ist leicht angefeuchtet und es gibt sogar eine Wasserdurchfahrt (die ich vorher selbstverständlich zunächst abschreite B)).
k-P1110148.JPG
In Bullsport geht es dann weiter auf der C14 so dass wir quasi den Naukluft Mountain Zebra Park umrunden.
k-P1110151.JPGk-P1110152.JPG
Nach jeder Kurve eröffnen sich neue Ansichten – die Pad ist bestens präpariert und außer zwei Farmern begegnet uns hier kein Mensch.
k-P1110153.JPGk-P1110154.JPG
An einem trockenen Flussbett machen wir eine kurze Rast.
k-P1110157.JPGk-P1110156.JPG
Wir nehmen dann die D1261 bis zur Passhöhe des Remhoogte – eine sehr schöne Strecke.
k-P1110160.JPG
Hinter der Passhöhe drehen wir dann wieder um – weiterzufahren scheint uns ein zu großer Schlenker nach der gestrigen Vielfahrerei.
k-P1110161(1).jpgk-P1110162-2.JPG
Weiter geht es nun Richtung Sesriem.
k-P1110166.JPG
Unterwegs sehen wir einige Oryx. Wir können beobachten, wie sich ein doch recht stattliches Tier blitzschnell UNTER einem Farmzaun hindurchschlängelt 😮. Erstaunlich – aber möglicherweise auch Ursache für die vielen Kadaver im Zaun 🙁.

In Sesriem an der Tanke steppt der Touribär 😈. Nach erfolgreicher Füllung des Tanks und Geldbeutels, sehen wir zu, dass wir uns ganz schnell wieder aus dem Staub machen.

Plötzlich springen zwei Springböckchen panisch auf die Pad! Glücklicherweise sind wir gemütlich unterwegs und können rechtzeitig bremsen. Jetzt heißt es geduldig abwarten, bis die beiden Kerlchen sich wieder beruhigen – aber sie sind sichtlich in Panik und es braucht eine Weile, bis wir übervorsichtig passieren können.
k-P1110171.JPG
Die Wasserlache in meinem Fußraum breitet sich übrigens weiter aus 😐. Zurück auf der Lodge heißt es erst einmal Ursachenforschung betreiben. Armin ist technisch glücklicherweise nicht ganz ungeschickt – jahrelange Hobbybastelei zahlt sich aus - und identifiziert einen abgerissenen Ablaufschlauch der Klimaanlage als Übeltäter. Mit einem Kabelbinder ist das Dilemma schnell repariert.

Am späten Nachmittag beschließen wir unseren Kreislauf auch „in Motion“ an das heiße Wüstenklima zu gewöhnen – zum Sundowner ruft nun der Hausberg – quasi als Testlauf für die nächsten Tage!

Zwar haben wir zu Hause fleißig für den Tok Tokkie „trainiert“ 😛 – aber im vergangenen halben Jahr waren die klimatischen Bedingungen im südlichen Afrika für uns in Deutschland eher schwer zu simulieren 🤪 .

Der Hausberg sieht von unten mächtiger aus als er in der Tat ist. Die „Bezwingung“ gestaltete sich recht einfach und schnell haben wir den Gipfel ohne Ausfallerscheinungen erreicht.
k-P1110173(1).JPG
Der Ausblick auf die Lodge und Umgebung von hier oben ist traumhaft schön.
k-P1110173.JPGk-P1110177(2).JPG
Eine interessante Pflanze weckt mein Interesse - was könnte das wohl sein?
k-P1110178(2).JPG
In dieser Ebene war ich heute Morgen mit Black Jack unterwegs.
k-P1110181.JPG
Beim Abstieg beobachten wir einen Oryx, der die Wasserstelle besucht.
k-P1110180.JPGk-P1110183.JPGk-P1110185(1).jpg
Zurück in der Lodge wird es auch schon bald wieder Zeit für das Dinner. Vorher genehmigen wir uns den obligatorischen GT und verplaudern uns mit einem sehr netten kanadischen Paar.

Auch heute Nacht ist in weiter Ferne ein Gewitter in den Bergen zu sehen.

Und morgen ist unser großer Tag! Der Tok Tokkie ruft – und wir haben mächtig Respekt vor dem, was uns da wohl erwarten mag.
Teil 719. März 2018
13. Februar 2018 – Ein Meer aus Sand und Sternen

Da wir nur eine recht kurze Anfahrt haben, schlafen wir für afrikanische Verhältnisse aus und lassen uns auch beim Frühstück ziemlich viel Zeit.

Auf dem weiteren Weg gibt es nicht „tierisch“ viel zu sehen, landschaftlich ist diese Gegend ohnehin ein Traum.
k-P1110192.JPGk-P1110193.JPG
Sehr früh erreichen wir die Einfahrt des Farmgeländes und das Begrüßungskomitee ist schon zur Stelle.
k-P1110195.JPGk-P1110196.JPG
Hier an der Grenze des Namib-Rand-Naturreservats, zusammengefasst aus ehemaligen Farmen (Gorrasis, Die Duine, Stellarine und Wolwedans, später hinzugekommen sind Springbokvlakte und Saffier), mit einer Fläche von mittlerweile 202.200 Hektar befinden wir uns nun in einem der größten privaten Naturschutzgebiete Afrikas.
k-P1110197.JPG
Nach weiteren 11 Kilometern doch recht tiefsandiger Abschnitte erreichen wir das „Die Duine“ Farmhaus, wo wir schon von unserem Guide Sebastian erwartet werden.

Unser Hilux wird für die nächsten Tage unter einem Schattendach geparkt. Schon auf den ersten Metern zum Farmhaus weht uns ein heißer Wüstenwind entgegen, das Thermometer zeigt weit über 40° 🙄.

Es beschleicht mich ein ungutes Gefühl, ob ich nicht doch sehr optimistisch war, gleich zu Saisonbeginn in der noch heißesten Zeit den Trail einzuplanen 😗. Außerdem habe ich mir gestern entweder beim ungewohnten Frühsport oder der eigentlich leichten Bergbesteigung einen Muskel in der Wade gezerrt. Jeder Schritt wird mit einem schmerzhaften Stich quittiert 🤢. Das sind doch allerbeste Voraussetzungen für eine sorgenfreie Wanderung 😣 !

Obwohl wir sehr früh sind, ist bereits alles für die heutigen und ersten Gäste der Saison vorbereitet. Auf der schattigen und luftigen Veranda steht für uns leckerer und eiskalter hausgemachter Eistee, Kaffee, Tee und Wasser bereit. Sebastian, wie auch die anderen Angestellten, leben während der Saison hier im alten Farmhaus.

„Die Duine“ war in früheren Zeiten eine Karakulfarm. Aufgrund einer großen Dürre in den 80er-Jahren und aufgrund des allgemeinen Rückgangs der Nachfrage nach Pelzen stand in den 90er Jahren die Karakulzucht - das „schwarze Gold“ Namibias – vor dem Kollaps.
Während wir hier sitzen, schaue ich in die weite, trockene Wüste die uns umgibt. Unvorstellbar, wie hier intensive Viehwirtschaft betrieben werden konnte – und die Familien hier draußen weit ab jeglicher Zivilisation ihr Leben gestaltet haben. Das hatte ganz sicher nichts von Wüstenromantik! Der Alltag der Farmer hier draußen muss auch heute noch ein hartes und entbehrungsreiches Leben sein.

Wir plaudern mit Sebastian über dies und das - die Zeit vergeht wie im Flug und die nächsten Gäste trudeln ein. Lea und Stefan aus der Schweiz sind auf Hochzeitsreise und zum ersten Mal in Namibia. Nun fehlt nur noch ein weiterer Gast, der sich offensichtlich verspätet. Während wir unser vorbestelltes Light Lunch schmecken lassen, kommt dann auch Björn ziemlich abgekämpft und außer Atem an – er hatte einen schleichenden Platten und musste seinen Duster auf der Farmzufahrt erst noch mal ausbuddeln. Nun sind wir also vollzählig.

Sebastian hält ein kurzes Briefing, was uns streckentechnisch in den nächsten Tagen erwartet und erläutert ein paar grundsätzliche Dinge wie Notfallversorgung, organisatorische Dinge und was wir im Tagesgepäck dabeihaben sollten. Wir alle richten nun unser Gepäck für den Trail und stellen die Taschen für den Transport ins Camp bereit.

Für uns geht es zunächst mit dem offenen Fahrzeug zur „Umweltschule“ in den Dünen „Namib Desert Enviromental Education Trust (NaDEET)“.
k-P1110198(1).JPG
Ich verlinke hier mal die Homepage mit weiterführenden Informationen: http://www.nadeet.org/about-us

Im NaDEET-Camp angekommen treffen wir Elizabeth, zwei Volontäre und eine Schulklasse im Camp. Elizabeth erklärt uns auf mitreißend-engagierte Weise, wie den Kindern – aber auch anderen interessierten Gruppen- während ihres Aufenthalts im Wüstencamp die Themen Wasser- und Energiesparen, Müllvermeidung und -recycling nähergebracht werden. Auch wir lernen hier schon mal die Eimerdusche sowie die Kompost-Toiletten kennen, die wir in unseren Camps während des Trails wiederfinden werden. Ein weiterer wichtiger Baustein - die Tier- und Pflanzenarten der Wüste kennenzulernen und zu schützen. Auch das Projekt „Cooking with the Sun“ – Kochen im Solarkocher wird uns von Elizabeth auf sympathische Art erläutert.

Leider wurden NaDEET gerade wohl europäische Fördergelder gestrichen – so dass sich der Verein über jede Spende freut und auch darauf angewiesen ist. Ich persönlich halte dieses Projekt für mehr als unterstützenswert – denn es wird bei den Jüngsten begonnen, nachhaltig Umweltbewusstein durch Bildung zu vermitteln und zu fördern.

Während es nun im offenen Geländewagen zum Startpunkt unserer Wanderung geht werden meine Zweifel immer größer, ob wir diesen Trail bei diesen Temperaturen tatsächlich so ganz problemlos schaffen werden 😗.

Unter einem Baum in der Nähe eines Wasserreservoirs werden wir quasi „ausgesetzt“ – dabei vertreiben wir einige Gemsböcke von der Wasserstelle.
k-P1110200.JPG
Unter dem schattenspendenden Akazienbaum gibt uns Sebastian letzte Instruktionen und spricht uns Mut zu 😵 Er wird ein vernünftiges Tempo vorgeben – immer von einem Schatten zum nächsten laufen („Shade-Hopping“) und überhaupt haben wir heute ja nur eine „kurze“ Etappe vor uns.
k-P1110201.JPG
Die nächsten zwei Stunden geht es nun "shade-hoppend" Düne auf und Düne ab – immer in kleinen Schritten und ohne Eile. Wir gewöhnen uns allmählich an das Laufen auf weichem Dünensand. Meine Wade schmerzt zwar weiterhin, es hält sich aber im Rahmen des Erträglichen.

Ein Blick zurück zu unserem Startpunkt.
k-P1110213.JPG
Obwohl die Sonne erbarmungslos vom Himmel brennt lässt es sich in diesem Tempo erstaunlich gut marschieren. Wir finden alle schnell den richtigen Rhythmus und der Wüstenwind ist eine willkommene Brise.
k-P1110217.JPG
Bei jedem "Schattenstop" erklärt uns Sebastian Wissenswertes über Fauna und Flora und erläutert die Spuren der Wüstenbewohner im Sand.
k-P1110216.JPG
Auch hier sind Oryxantilopen ....
k-P1110198.JPGk-P1110199.JPG
......und Bergzebras zahlreich vertreten.
k-P1110203.JPG
Ein beliebtes Thema ist ja immer die Schlangenfrage 🙄. In diesem Zusammenhang erfahren wir von Sebastian, dass es früher in diesem Gebiet regelmäßig Sichtungen von Kapkobras gab – diese aber auf unerklärliche Weise so gut wie verschwunden sind. Was auch zur Folge hat, dass die Jäger (Greifvögel) seit einiger Zeit so gut wie nicht mehr zu anzutreffen sind.

Wir wandern durch eine völlig unberührte und endlos scheinende Dünenlandschaft.
k-P1110223.JPGk-P1110226.JPGk-P1110225.JPGk-P1110227.JPG
Nach 4,3 Kilometern, 6.256 Schritten und 14 Stockwerken erreichen wir unser Camp. Diese Angaben klingen sicher banal – unter den gegebenen Bedingungen aber nicht zu vergleichen mit einem heimischen Spaziergang 😛.
k-P1110227(1).JPG
Im Camp am Fuße des „Horseshoe“ erwarten uns bereits Willie und Theresa. Willie ist unser stets gut gelaunter Camp-Assistent, zuständig für Betten, Toiletten, Duschen und alles andere Handwerkliche. Theresa ist unser bezaubernder Chef de Cuisine, die so manche Leckerei für uns zaubern wird.

Das liebevoll dekorierte Open Air-Restaurant...
k-P1110228.JPG
Unser „Room with a View“...
k-P1110229.JPG
Das „Bad“...
k-P1110229(1).JPG
Toilettenhäuschen in der Einsamkeit ....
k-P1110227(2).JPG
Nachdem wir unsere „Zimmer“ bezogen haben – diese sind unter Einhaltung einer angemessenen Entfernung zur Einhaltung der Privatsphäre „eingerichtet“, machen wir es uns zunächst an der „Bar“ bei einzweidrei GinTonic gemütlich.
k-P1110230.JPG
Langsam geht die Sonne hinter dem Horseshoe unter und wir genießen die wunderschöne Abendstimmung.
k-P1110235.JPGk-P1110237.JPG
Ich teste nach Sonnenuntergang noch schnell die Eimerdusche mit einem wunderbaren Blick in die offene Dünenlandschaft– Willie hat tatsächlich eine angenehme Temperatur des Wassers „eingestellt“ - es duscht sich ganz phantastisch! Erstaunlich mit wie wenig Wasser eine erfrischende Dusche möglich ist. Ich schätze, ich habe den Eimer nicht mal zur Hälfte geleert.

Mit Einbruch der Dunkelheit wird nun zu Tisch gebeten. Sebastian bittet uns vorausschauend, festes Schuhwerk zu tragen. Es kommt ein kräftiger Wind auf und dann sind Skorpione sehr aktiv. Kurze Zeit später lassen sich dann auch die ersten Exemplare blicken 😮. Sebastian fängt eines im Glas und erklärt, dass es sich hier um ein nicht giftiges Exemplar handelt. Erkennbar an starken Greifwerkzeugen und einem schwach ausgeprägten Stachel. Sehr beruhigend!

Theresa und Willie tragen nun die Speisenfolge vor. Theresa in Englisch und Willie in der Klicksprache der Khoisan. Das ist eine höchst amüsante Angelegenheit. Dazu muss man wissen, dass es in Khoisan kein spezielles Wort (z.B. Oryxfilet) gibt, sondern es wird mit ausschweifender Gestik und Mimik erläutert: Wie das Tier aussieht, wie man es gefangen hat und wie man es zubereitet hat. Der Ausdruck „ShabShab“ = Schneiden/Zerlegen mit entsprechenden Handbewegungen wird zum Running Gag der nächsten Tage.

Theresa unsere liebenswerte Meisterköchin kredenzt am heutigen Abend hervorragende Oryxfilets, Quiche, Kartoffeln, Gemüse und zum Dessert einen Cremepudding.

Zwischenzeitlich erstrahlt über uns das Himmelszelt in seiner vollen Pracht. Das Namib-Rand-Gebiet ist eines von vier Internationalen „Dark-Sky“-Reservaten weltweit, und somit eine der besten Regionen, um den nächtlichen Sternenhimmel zu beobachten.

Bei einer „Stargazing-Session“ erläutert Sebastian zur Veranschaulichung mit Hilfe eines Laserpointers einige Sternenbilder. Wir entdecken und bestaunen das Kreuz des Südens, Rigel Centaurus, Sirius, Kastor und Pollux und einige Sternenbilder deren Namen ich mir allerdings nicht gemerkt habe und die alles überstrahlende Milchstraße.

Ein langer Tag neigt sich dem Ende zu und es wird Zeit uns unter dem Himmelszelt zu betten. Aus letztjähriger Erfahrung bei Minusgraden in der Ntwetwe-Pan, habe ich vorausschauend direkt bei Ankunft das Innenleben der Bedrolls gründlich inspiziert 🤪

Und bald ist absolute Ruhe im Camp eingekehrt. Diese unglaubliche Stille, die glitzernden und funkelnden Sterne am Firmament zum Greifen nah, die Milchstraße so hell, dass man meinen könnte sie würde Schatten werfen.

Das ist so unfassbar schön und berührend, dass ich mich weigere die Augen zu schließen, um jede Sekunde dieses magischen Moments zu genießen!

DAS ist weder mit Worten noch mit Bildern zu beschreiben!
Teil 821. März 2018
14. Februar 2018 – Berge, Feen und Sternenstaub

Im ersten Dämmerlicht werde ich von frischem Kaffeeduft geweckt. Sebastian streckt mir grinsend eine dampfende Tasse Kaffee am Wüstenbett entgegen 🙂! Welch ein wunderbarer Start in den Wüstenmorgen! Uns hält nichts mehr in den durchaus gemütlichen Bedrolls (dieses Mal habe ich nicht frieren müssen 😄 ) …..
k-P1110242.JPG
…. gefolgt von einer schnellen Katzenwäsche in unserem Ensuite-„Bad“.
k-P1110243.JPG
Fast andächtig bestaunen wir die atemberaubende Aussicht auf die Dünen und das langsame Erwachen der Wüste.
k-P1110241.JPGk-P1110245.JPGk-P1110247.JPG
Das Frühstück lässt wie erwartet keine Wünsche offen. Theresa kredenzt Porridge, Jogurt, Müsli, Obst und selbstgebackenes Brot.

In der Kühle des frühen Morgens stapfen wir nun durch die Horseshoe-Wilderness Area. Heute gilt es den Bergsattel des Horseshoe zu queren.
k-P1110259.JPGk-P1110262.JPG
Meine Wade hat glücklicherweise Ruhe gegeben, dennoch blicke ich dieser Etappe mit einem durchaus mulmigen Gefühl entgegen 🤢.

Wir befinden uns hier ganz offensichtlich in Leopardengebiet – frische Spuren sind ein untrügliches Zeichen dafür. Die gefleckte Katze selbst bleibt uns leider verborgen.

Dafür entdeckt Sebastian einen Kleinstbewohner der Wüste - Red Velvet Mite (Rote Samtmilbe).
k-P1110266.JPG
Wir folgen auch heute wieder dem Prinzip des „Shade-Hoppings“. Von Baum zu Baum marschieren wir in der mittlerweile gleißenden Sonne in Richtung Horseshoe.
k-P1110272.JPG
Schon bald folgt der nicht allzu steile Anstieg des Bergsattels immer entlang eines alten Zebrapfades. Es lohnt sich durchaus die Umgebung sorgfältig abzuscannen.
k-P1110272(1).JPG
Im Tal entdecken wir tatsächlich Bergzebras und ein Oryx.
k-P1110277.JPGk-P1110280.JPG
Nun ändert sich das Terrain – statt lockeren Wüstensand finden wir loses Geröll und Steine vor. Erstaunlich schnell und fast mühelos haben wir bald den Sattel erreicht – hier oben weht sogar ein angenehmes Lüftchen.
k-P1110285.JPG
Bei leckeren Muffins und Kaffee genießen wir die Aussicht in die unendlichen Weiten.
k-P1110283.JPG
Wir sind alle froh, den vermeintlich schwierigsten Teil des heutigen Tages gemeistert zu haben.

Der Abstieg allerdings erweist sich als eine doch leicht unterschätzte Herausforderung 😮. Loses Geröll und die zunehmende Hitze erschweren die nun folgende Etappe 😵.
k-P1110287.JPG
Der Zebrapfad endet schließlich in einem langgezogenen Tal auf der anderen Seite des Horseshoe. Der Marsch durch das Tal über Lavagestein zwischen zwei Berghängen ohne auch nur einen einzigen Windhauch unter der mittlerweile unerbittlich brennenden Sonne zieht sich gewaltig.

Meine Hände und Finger schwellen auf die doppelte Größe an – ich registriere erschrocken die überdimensionierten „Wurstfinger“ 😮 – ob mit mir wohl irgendetwas nicht stimmt 😵?!

Sebastian erklärt mir lachend, das sei völlig normal. Als „Gegenmittel“ empfiehlt er, die Hände in die zu Luft strecken und ein wenig „Fingergymnastik“– diese Maßnahme verschafft tatsächlich etwas Linderung. Es folgen weitere unangenehme Reaktionen auf die ungewohnte Belastung – trockene Lippen und Nasenschleimhäute begleitet von leichtem Nasenbluten. Unseren Wasserverbrauch kann ich zwischenzeitlich nicht mehr abschätzen – die Flaschen leeren sich im Minutentakt. Glücklicherweise habe ich feuchte „Einmalwaschlappen“ griffbereit – die hervorragend zu Abkühlung und Erfrischung während der Wegstrecke dienen.

Jedwede unnötige Bewegung wird vermieden – es fällt sogar schwer, die Kamera für ein Foto anzuheben. Sebastian feuert uns zum Endspurt an und kündigt die baldige Ankunft im Mittagscamp an.

Und tatsächlich – bald erspähen wir das heiß ersehnte Zwischenziel in greifbarer Nähe!
k-P1110288.JPG
Die Aussicht auf Schatten und kühle Getränke lässt uns alle die letzten Reserven mobilisieren – am Schattenplatz angekommen lassen wir uns erschöpft in die Liegestühle plumpsen und entledigen uns der Schuhe – welch‘ Wohltat!
k-P1110291.JPG
Im Camp steht ein Campingwaschbecken mit kühlem Wasser bereit und in der Lunchbox warten Sandwiches, Obst und kalte Getränke auf uns. Den extrem heißen Nachmittag verbringen wir bei bester Unterhaltung – Sebastian zieht sich bald für ein Nickerchen hinter dem Baum zurück. Auch mir fallen nach einer Weile tatsächlich die Augen zu. Nach gut drei Stunden machen wir uns wieder zum Aufbruch bereit.

Die Sonne brennt immer noch unbarmherzig und vor uns liegt eine weitere Etappe bergauf und bergab durch eine unendlich scheinende Dünen- und Wüstenlandschaft.
k-P1110292.JPGk-P1110296.JPGk-P1110297.JPG
Die Karawane zieht weiter – ohne Sebastian wären wir völlig orientierungslos in diesem endlosen "Nichts".
k-P1110300.JPGk-P1110301.JPG
Bald liegen die ersten Feenkreise zu unseren Füßen. Wir sind nun angekommen im Land der Feen 😉 .
k-P1110304.JPGk-P1110306.JPG
Diese zu zählen wäre wahrlich eine Herausforderung – wissenschaftlich ist deren Entstehung nach wie vor ein Rätsel. Schnell sind die Anstrengungen des Tages vergessen.
k-P1110307.JPGk-P1110308.JPG
Da wir auch den Pfaden der Wildtiere folgen, können wir in dieser unendlichen Wüste tatsächlich einige Tiere entdecken. Wir nähern uns einer dekorativ platzierten Oryxantilope.
k-P1110313.JPGk-P1110310-2.JPGk-P1110309.JPG
Der Pfad führt uns im weiteren Verlauf in das nächste Dünental übersät mit den rätselhaften, wie mit dem Zirkel gezogenen, vegetationslosen Kreisen.
k-P1110316.JPGk-P1110318.JPG
Sebastian lenkt unsere Aufmerksamkeit auf diese Baum-Zwillinge – die er Kastor und Pollux getauft hat.
k-P1110320.JPG
Die nun tiefer stehende Sonne ist ein sicheres Zeichen für unsere baldige Ankunft im Camp.
k-P1110321.JPG
Wir mobilisieren ein letztes Mal unsere mittlerweile doch schwindenden Kräfte und erreichen unser heutiges Tagesziel.

Nach 14,4 Kilometern – 20.195 Schritten und 12 Stockwerken haben wir es tatsächlich geschafft!

Auch das zweite Camp liegt gut versteckt inmitten einer wunderbaren roten Dünenlandschaft.
k-P1110322.JPGk-P1110323.JPG
Wir werden von Willie und Theresa bereits erwartet und freudig begrüßt. Die Bar ist eröffnet und Theresa hat den Tisch besonders liebevoll dekoriert – es ist Valentines Day!
k-P1110328.JPGk-P1110329.JPGk-P1110330.JPG
Stefan fühlt sich leider gar nicht gut und zieht sich bald zurück. Vermutlich hat er einen leichten Sonnenstich und wir versorgen ihn mit schwarzem Tee mit Salz. Sebastian hat zwar einen Notfallkoffer dabei, aber wir versuchen es zunächst mit altbewährten Hausmittelchen. Es wird ihm schon bald wieder besser gehen.

Die Buschdusche mit Aussicht bietet nicht nur eine herrlich willkommene Erfrischung, sondern auch einen grandiosen Ausblick.
k-P1110325.JPG
Nachdem die Sonne leider viel zu schnell hinter den Bergen versunken ist bittet uns Theresa für das wieder sehr schmackhaft Dinner zu Tisch. Es folgt das gleiche Ritual wie am gestrigen Abend. Heute genießen wir Gurkenkaltschale, Kudukebap, Polenta, Bohnen mit Speck und Salat. Zum Dessert versüßen uns leckere frisch gebackene Donuts mit Eis den Abend.

Nach einer angeregten, bis in den späten Abend anhaltenden sehr netten Plauderrunde unter dem glitzernden Sternenzelt verabschieden wir uns bald in unsere Himmelbettchen.

Auch heute starre ich wie hypnotisiert in den magisch funkelnden Sternenhimmel.

Wie gerne würde ich hier noch einige Tage und Sternennächte verbringen! Der klare Nachthimmel, das Leuchten von Abermillionen Sternen und die funkelnde Milchstraße über uns – Sehnsuchtsort Wüste.
„Wer in die Wüste geht und wiederkehrt, ist nicht mehr derselbe!"
Lawrence von Arabien
Teil 922. März 2018
15. Februar 2018 – Further Down South

Auch heute Morgen werde ich mit frischem Kaffee geweckt. Wir genießen ein letztes Mal, und diesmal ohne Kamera vor der Nase 😗, die wunderschöne Morgenstimmung.

Nach dem Frühstück liegt nun ein kurzer Morning Walk zurück zum Farmhaus vor uns. Nachdem wir uns von Willie und Theresa verabschiedet haben, machen wir uns auf den kurzen Weg. Ein paar letzte Impressionen.
k-P1110337.JPGk-P1110336(1).jpgk-P1110345.JPG
Obgleich wir sehr früh den Rückweg antreten, steigen die Temperaturen doch wieder recht schnell. Wir wandern überwiegend auf „ausgetretenen“ und wenig hügeligen Pfaden, daher ist die heute Strecke eher ein „Klacks“.

Unterwegs entdecken wir Spuren einer Hornviper und das Nest einer Dancing White Lady. Sebastian öffnet den „Deckel“ des Spinnenbaus und belässt es dann dabei. Früher hat er die Tiere auch ausgegraben – das macht er heute glücklicherweise nicht mehr, denn für die Spinne wäre es wohl eine tagelange Arbeit, das Nest wieder neu zu bauen. Auch die emsigen „Harvester Ants“ können wir entdecken.

Für Ornis sicher ein „Leckerbissen“ – Sebastian entdeckt eine seltene Dünenlerche – leider ebenfalls ohne „Fotobeweis“.

Nach lockeren 8,4 Kilometern, 11.595 Schritten und 8 Stockwerken erreichen wir am späten Vormittag das Farmhaus.

Dort schälen wir uns aus den völlig verschwitzten Klamotten und machen uns frisch. Der bevorstehende Abschied wird uns mit einem selbstgebackenen Gemüsekuchen, Kaffee, Tee und Eistee versüßt.

Irgendwann heißt es dann endgültig unseren mehr als sympathischen Wegbegleitern „Adieu“ zu sagen. Mit den allerbesten Wünschen verabschieden wir uns von Sebastian, den beiden Flitterwöchnern aus der Schweiz und dem alleinreisenden Belgier. Für Lea und Stefan geht es heute weiter nach Desert Homestead und Björns Wege führen weiter in den Süden nach Aus.

Etwas wehmütig lassen wir das Farmhaus hinter uns und erreichen bald die Gravelroad, der wir nun gemütlich weiter Richtung Süden folgen.

Entlang der Pad läuft uns kurz darauf eine Löffelhundfamilie quasi direkt vor die Räder 🤩 – wir freuen und wie Bolle, denn diese putzigen Kerlchen sind für uns eine Erstsichtung 😘 !
k-P1110352.JPGk-P1110353.JPGk-P1110357.JPGk-P1110358.JPG
Und da es in diesem Bericht ohnehin recht „tierarm“ zugeht, müsst Ihr von diesen niedlichen Kerlchen überproportional viele Fotos ertragen 😛.
k-P1110359.JPGk-P1110361.JPGk-P1110362.JPGk-P1110365.JPGk-P1110366.JPG
Und nochmal Löffelhund an Oryx 😎
k-P1110363.JPGk-P1110364.JPG
Irgendwann verschwindet die Bande dann hinter den Oryx (und dem Oryxkadaver 🤢 ) in die Savanne. Wir sind total begeistert – mit so einer Zufallsbegegnung entlang der Pad hätten wir gar nicht gerechnet!
k-P1110368.JPG
Auch auf dem weiteren Weg begegnet uns leider auch immer wieder das traurige Bild vieler Oryxkadaver entlang der Farmzäune. Die Landschaft um uns herum ist allerdings einmalig schön.
k-P1110374.JPG
Zu unserer großen Überraschung entdecken wir im weiteren Verlauf ungewohnte Farbtupfer 😮. Das gelbgetupfte Grün ist doch ein sehr ungewohnter Anblick. Wir freuen uns, dass es hier offensichtlich ein wenig Regen gegeben hat.
k-P1110375.JPGk-P1110380.JPG
Die ungewohnte Farbgebung und Vegetation wird im weiteren Streckenverlauf noch intensiver. Zeitweise sind wir von einem Meer aus gelben Blüten umgeben.
k-P1110381.JPG
Millionen Samen warten oft Jahrzehnte geduldig unter der Oberfläche bis der erste Regen fällt. Die Wüste lebt!
k-P1110378.JPG
Auf Schloss Duwisib wollten wir eigentlich bei einer Tasse Kaffee den schon häufiger gelobten Apfelkuchen testen - Armin gefällt es hier aber gar nicht 😗 und es bleibt bei einem Foto des skurrilen Bauwerks in der Wüste.
k-P1110384.JPG
Etwas erstaunt sind wir über die gut ausgebaute Gravelroad auf dem ersten Abschnitt der D707 – wir hatten diese Strecke irgendwie rot-sandig in Erinnerung – aber vielleicht ist die Erinnerung nur sehr verblasst 😕.

Die grün-gelbe Farbenpracht haben wir längst hinter uns gelassen. Wir erleben die Gegend entlang der legendären D707 als die trockenste und staubigste Region unserer Tour.
k-P1110385.JPG
Kurz vor Kanaan geht die Pad dann endlich über von Gravel auf Sand und kurze Zeit später erreichen wir auch schon das unscheinbare Farmtor.
k-P1110386.JPG
Wir befinden uns nun in dem 33.000 Hektar großen Gebiet der ehemaligen Farm Kanaan am Rande des Namib Naukluft Parks. Seit dem Besitzerwechsel der Farm und dem dazugehörigen Land werden hier weitere Anstrengungen unternommen, das Land zu renaturieren. Dazu gehört aktuell die aufwändige Entfernung sämtlicher Farmzäune und die Sperrung nicht mehr benötigter Farmwege.

Wir fahren nun einige Kilometer durch weites, unwirtliches Land – wie der frühere Besitzer Hermi Strauss einen Farmbetrieb in dieser Gegend aufrechterhalten konnte ist für uns beim Anblick dieser sandigen und vegetationslosen Umgebung nur schwer vorstellbar. Kanaan war - wenn ich richtig informiert bin - eine der letzten Farmen in dieser Gegend, auf der noch Karakulschafe gezüchtet und Viehhaltung betrieben wurden.
k-P1110387.JPG
Wir erreichen das neu errichtete „Empfangshäuschen“ am Fuße des Berges. In einem sehr modernen Ambiente werden wir von dem Managerehepaar Marlize und Kai begrüßt. Die Beiden sind uns auf Anhieb sympathisch und wir besprechen unseren „Terminplan“ für die kommenden Tage. Wir haben relativ kurz entschlossen die „Photographic Safari“ im Gesamtpaket gebucht. Daher erwartet uns – aber erst ab morgen - ein recht gefülltes Programm auf Kanaan.

Nachdem wir die recht steile Anfahrt auf den Berg gemeistert haben, installieren wir uns in unserem Zelt Nummer 4 (Dank an Ingrid & Hartwig für die Empfehlung 😘).
k-P1110389.JPG
Auch wenn das von den neuen Besitzern durchgeführte „Upgrade“ durch den Bau der Stelzenzelte sicherlich polarisiert – die Zelte sind zurückhaltend-schlicht, ohne Firlefanz und Schnickschnack, wenn auch sehr modern gehalten.
k-P1110910.JPG
Auch der Restaurantbereich hat eher das Ambiente eines modern aus Glas und Holz mit vielen Designermöbeln gestalteten privaten Wohn- und Esszimmers.

Kanaan zählt nun offensichtlich zu den Luxusherbergen entlang der D707 – auch Angelina Jolie war im Juni letzten Jahres mit ihren Kindern hier zu Gast. Ein Eintrag im Gästebuch als auch ein riesiges Foto im Rezeptionsgebäude machen uns auf diesen prominenten Besuch erst aufmerksam.

Später begeben wir uns auf den doch recht steilen Anstieg zu dem am Berg befindlichen Restaurantbereich. Dort erwartet uns ein Welcome-Drink vor atemberaubender Kulisse.
k-P1110912.JPGk-P1110911.JPG
Während unseres gesamten Aufenthaltes werden wir übrigens die einzigen Gäste bleiben. Darauf stoßen wir erst einmal an - Cheers 😄!
k-P1110913.JPG
Später machen wir es uns auf unserer Zeltveranda gemütlich und behalten das – leider während unseres gesamten Aufenthaltes ziemlich verwaiste – Wasserloch im Auge.
k-P1110394.JPGk-P1110395.JPG
Gegen Abend marschieren wir erneut bergauf Richtung Restaurant, wo uns ein vorzügliches Dinner erwartet. Die Küchenchefin „Beauty“ zaubert phantastische Kreationen – rückblickend mit Abstand die beste Küche auf dieser Tour!
k-P1110914.JPG
Unser Lob nimmt sie nur allzu gerne entgegen und wir verplaudern uns sehr nett.

Hier oben weht heute Abend ein kräftiger Wind und bewaffnet mit einer Kanne heißem Wasser und unseren Stirnlampen machen wir uns auf den steilen und windigen Abstieg in unser Zelt.

Ein bisschen wehmütig denken wir an die letzten Tage und Nächte zurück - besonders vermissen wir den Blick in die Sterne und unsere gemütlichen Bedrolls unter freiem Himmel.

Morgen früh haben wir eine nicht ganz alltägliche Verabredung – was diese mit der Romanfigur Hannibal Lecter zu tun hat, erfahrt Ihr dann im nächsten (sehr) bilderreichen Kapitelchen.
Teil 1023. März 2018
16. Februar 2018 – Gepardengeschichten

Geparden in Namibia haben es nicht leicht: Sie werden gejagt und getötet. Oft bleiben verwaiste Junge zurück. Manchmal haben sie Glück im Unglück und eine Auffangstation nimmt sie auf und wildert sie später wieder aus. Geparden sind nicht selten Vertriebene und Gejagte in ihrer eigenen Heimat.

Hannabella alias "Hannibal Lecter" und KFC alias "Kanaan’s Finest Cheetah" sind Waisen, deren Mutter von einem Farmer erschossen wurde. Leider mussten wir auf dieser Reise noch häufiger erfahren, dass Farmer gegenüber Katzen egal welcher Art auf ihrem Farmgelände weder Mitgefühl noch Mitleid kennen. Katzen sind für sie zumeist wilde, unberechenbare Bestien, die es schnellstmöglich zu „Entsorgen“ gilt.

Auf N/a'an ku se wurden die halbwilden Jungspunte im Alter von 4 Monaten aufgenommen und leben nun in einem gut 8 Hektar großen Wildgehege auf Kanaan. Eine Auswilderung der beiden Cheeta-Damen ist nicht mehr möglich, sie gelten als „Halbwild“. In den ersten vier Monaten noch geprägt von der Mutter in freier Natur und seit der „Adoption“ an Menschen gewöhnt. Eine Auswilderung würde den sicheren Tod für die Beiden bedeuten. Kai erläutert, dass sie durchaus in der Lage sind, eigene Nahrung zu jagen und zu erlegen – kein Tier, das sich in das Gehege verirrte wurde je wieder lebend gesehen. Würde man sie in die Wildnis entlassen, ginge für die beiden die größte Gefahr von den Menschen aus, denen gegenüber sie keinerlei Scheu zeigen.

Bevor sich die gut gesicherte Tür zu den bereits wartenden Katzendamen öffnet, erhalten wir eine kurze Einweisung in die Verhaltensregeln. Der von jedem mitgeführte Holzstab dient nicht etwa als Verteidigungsinstrument, sondern vielmehr der Einhaltung und Anzeige des angemessenen „Sicherheitsabstands“ zwischen uns und den Tieren. Kai hat einen Eimer mit Fleischstückchen dabei und selbstverständlich warten die Ladies auf ihre „Leckerlies“.
k-P1110399.JPGk-P1110401.JPG
Schon in den ersten Minuten zeigt die wohl häufiger übellaunige und auf Krawall gebürstete Hannabella (deren Alias sicher kein Zufall ist 🤢) eine deutliche Abneigung mir gegenüber - und zwar überdeutlich 😮 🤢!
k-P1110403.JPG
Ehrlich gesagt, rutscht mir in diesem Moment das Herz ziemlich weit in die Hose – die Signale sind respekteinflößend, so dass ich mich erst einmal sammeln muss. Und ich bin normalerweise kein Hosenscheißer 😣.

Diese negative Grundhaltung meiner Person gegenüber wird sich während der gesamten gemeinsamen Zeit mit den Cheeta-Damen nicht mehr ändern. Kai muss Hannabella häufiger in die Schranken weisen und auch ich behalte sie argwöhnisch im Auge 😕.
Kai und Lucas geben mir das Gefühl, die Situation hier sicher und professionell im Griff haben zu – wenngleich Kai selbst von der Aggressivität der Krawallschachtel mir gegenüber doch erstaunt ist 🤨. Ich hole tief Luft, nehme all meinen Mut zusammen und es kann weitergehen.
k-P1110413.JPGk-P1110414.JPGk-P1110427.JPGk-P1110448.JPGk-P1110459.JPG
Während Kai insbesondere Hannabella nicht aus den Augen lässt erklimmen wir nun gemeinsam mit den Cheetas langsam den Dünenkamm.
k-P1110426.JPGk-P1110421.JPGk-P1110437.JPG
Nun aber genug der vielen Worte - und entschuldigt bitte die nun folgende Bilderflut (Unmengen habe ich aussortiert und unter den hier gezeigten konnte ich mich irgendwann nicht mehr entscheiden 😖).
k-P1110454.JPGk-P1110456.JPGk-P1110464.JPGk-P1110467.JPGk-P1110468.JPGk-P1110479.JPGk-P1110486.JPGk-P1110489.JPGk-P1110491.JPG
Die Cheetas vor dieser unglaublichen Landschaft gefallen mir besonders gut 😘
k-P1110493.JPGk-P1110495.JPGk-P1110503.JPGk-P1110505.JPGk-P1110506.JPGk-P1110509.JPGk-P1110510.JPGk-P1110511.JPGk-P1110512.JPGk-P1110514.JPG
Buddeln im Sand....
k-P1110507.JPGk-P1110508.JPGk-P1110517.JPG
„Action“ auf dem Dünenkamm.....
k-P1110525.JPGk-P1110526.JPGk-P1110531.JPGk-P1110532.JPG
Kleine Pause.....
k-P1110540.JPGk-P1110542.JPG
Wettrennen um die letzten Häppchen ......
k-P1110547(1).jpgk-P1110551(1).jpgk-P1110555(1).jpgk-P1110557.JPG
und das Finale.....
k-P1110560-2.JPG
Langsam begeben wir uns nun wieder Richtung Ausgang – die Katzen folgen uns auf leisen Pfoten – wahrscheinlich aber nicht aus Sympathie, sondern eher in der Hoffnung auf ein weiteres Fleischbröckchen 😗. Hannabella und ich werden in diesem Leben sicher keine Freunde mehr 😮 - aber ich bin hier unversehrt wieder rausgekommen 😛.

Am Nachmittag werden wir die Beiden noch einmal von unserer Veranda aus in weiter Ferne hoch oben auf dem Dünenkamm entdecken - ein schöner Anblick.

Ich weiß, es gibt durchaus kritische Stimmen gegenüber N/a'an ku sê und dieser Art der Vermarktung der angefütterten „Viecher“ 😎 Auch wir hätten den „Sunrise with Cheeta“ vermutlich als Einzelerlebnis eher nicht „extra“ gebucht – dies war im Gesamtpaket enthalten.

Unsere anfänglichen Bedenken – die wir durchaus hatten – haben sich zwar nicht in Luft aufgelöst aber relativiert. Die Tiere leben hier nicht in einem zooähnlichen „Gehege“, sondern können sich in einem riesigen Areal mit mehr als ausreichenden Rückzugsmöglichkeiten frei und in natürlicher Umgebung bewegen. Da hatten wir bei CCF vor drei Jahren einen anderen Eindruck gewonnen.

Kanaan’s Finest Cheetah und Hannabella sind Botschafter für den Schutz ihrer Art und derjenigen, die sich für eine Lösung des Mensch-Tier-Konflikts und dem Erhalt der Geparden als Bestandteil eines natürlichen Ökosystems einsetzen. Dazu dienen hoffentlich auch die Einnahmen des Lodgebetriebes – das ist zumindest unserer Hoffnung. Wir haben Kai und seine Mitarbeiter als äußerst engagiert und offen - mit Begeisterung für die "Sache" und großem Sachverstand erlebt.

Dazu hier noch eine kurze Geschichte am Rande:

Kai zeigt uns ein weiteres „Gehege“ - das aktuell wirklich als solches zu bezeichnen ist, wenn auch riesig groß - in dem derzeit ein dritter Gepard aufgrund von Behördenversagen seit neun Monaten leben MUSS. Dieser Gepard wurde Kais Erzählungen nach von einem benachbarten Farmer als „Hauskatze“ gehalten, mit Katzenfutter gefüttert und fast zu Tode „gestreichelt“. Kai wurde von diesem Farmer selbst zu Hilfe gerufen, da der Kater aufgrund der völlig falschen Ernährung bis auf die Knochen abgemagert und erkrankt war. Nach einem heftigen Disput und vielen Beschimpfungen hat Kai sich durchgesetzt, die arme Kreatur in seine Obhut nehmen zu können. Nun muss man wissen, dass in Namibia der Transport eines Wildtieres nur nach vorheriger Genehmigung seitens der zuständigen Behörden legal durchgeführt werden darf. Von Nachbar zu Nachbar war dies wohl nur ein kleineres Problem. Dieser Gepard müsste aber dringend schon längst in Windhuk in der Auffangstation von N/a'an ku sê sein, da dort eine wesentlich bessere Versorgung und Betreuung sichergestellt werden könnte - Kai wartet nun immer noch neun Monate seit Antragstellung auf das Permit für den Transport nach Windhuk. Unglaublich!

Für uns geht es am späten Nachmittag weiter mit einer Farmrundfahrt und auch der spätere Abend hält für mich noch eine Lehrstunde bereit.
Teil 1125. März 2018
16. Februar 2018 – Gelobtes Land, Faszination Bäume und ein Kill

Nachdem wir den Mittag bei einem kleinen Snack und ansonsten erfolglos Richtung Wasserloch stierend verbracht haben, werden wir um 17.30 Uhr pünktlichst von Lucas in dem nigelnagelneuen Landcruiser abgeholt.

Nun geht es durch das weitläufige Farmgelände Richtung „Sunset“. Endlos scheinende, tiefsandige Farmwege liegen vor uns. Immer wieder fragen wir uns, wie hier ein Farmbetrieb möglich gewesen ist.
k-2-2-3-4.JPG
Wenn es geregnet hat – und das ist schon lange her – steht hier tatsächlich kniehohes Gras. Kanaan liegt in einem für Regen recht schwierigen Korridor erfahren wir von Lucas. Wir kennen das als „Wetterschneise“. Drumherum regnet es – aber Kanaan sieht meist leider keinen Tropfen.

An den Köcherbäumen ist unser erster Halt und wir streunen ein wenig durch die Gegend.
k-P1110599.JPGk-P1110607.JPGk-P1110622.JPGk-P1110635.JPGk-P1110638.JPG
Den Aloen setzt die anhaltende Dürre offensichtlich zu. Auch diese majestätischen Bäume werden dauerhaft unter diesen Bedingungen wohl nicht überleben.
k-P1110626-2.JPGk-P1110632.JPGk-P1110641.JPG
Auf der Weiterfahrt durch eine endlos scheinende Sandwüste können wir in weiter Ferne Oryxantilopen ausmachen. Ein Wunder, wie die Tiere in dieser trockenen Wüste überleben können.
k-P1110687.JPG
Nach einer Weile erreichen wir uralte, knorrige Bäume, die dekorativ in der sandigen Landschaft stehen.
k-P1110701.JPGk-P1110709.JPG
Hier haben Webervögel ein stattliches Heim gebaut – von den Vögeln selbst leider keine Spur und kein Piep.
k-P1110715.JPG
Während die Schatten immer länger werden erreichen wir allmählich das Gebiet der toten Bäume.....
k-P1110739.JPGk-P1110724.JPGk-P1110726.JPG
und der Heimat des Stars von Kanaan – „Waltzing Mathilda“.
k-P1110732.JPGk-P1110735.JPG
Der Diva können wir zunächst jedoch noch nicht die gebührende Aufmerksamkeit schenken. Lucas hat ein Skorpion entdeckt, das wir beim Graben seines Erdlochs beobachten.
k-P1110797.JPG
Wir halten vorsorglich gebührenden Abstand und sind froh, feste Schuhe an den Füßen zu haben.

Falls jemand sachdienliche Hinweise zur Bestimmung geben kann?? - Bitte gerne!!

Wir vergessen während der Skorpionbeobachtung vollkommen die Zeit – besser gesagt den richtigen Zeitpunkt 😣.

Die Sonne ist schon fast hinter den Bergen versunken und ich habe noch kein gebührendes Foto der Hauptattraktion im Kasten 🤢.
k-P1110762.JPG
Nun muss ich mich ganz schön sputen, die Zeit drängt und in der Tat ist das schönste Licht schon verpasst.
k-P1110740.JPGk-P1110759.JPGk-P1110766.JPG
Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen – Mathilda wird uns heute noch einmal Model stehen. Auf die letzte Minute gelingen mir ein paar Fotos im schwindenden Licht.
k-P1110773.JPGk-P1110777.JPGk-P1110790.JPG
Ich habe kaum Zeit, mich über mein schlechtes Zeitmanagement zu ärgern 😈, da ruft mich Lucas aufgeregt zurück 🤩.

Ich schaffe es gerade noch zur rechten Zeit, denn nun geht alles ziemlich schnell. Der Skorpion steuert sein Abendessen an ....
k-P1110804.JPGk-P1110807.JPGk-P1110809.JPG
..... nähert sich und setzt zum tödlichen Stich an.
k-P1110819.JPG
Dass Skorpione Kannibalen sind, war uns bis dahin gar nicht bekannt 😮.

Nun wird das Opfer zur Höhle geschleppt, vermutlich um es dort genüsslich zu verspeisen. Guten Appetit!
k-P1110843.JPG
Dieser Skorpion hat heute Abend Mathilda quasi die Show gestohlen – aber wir werden noch Gelegenheit haben, sie gebührend würdigen.

An der Lodge angekommen ist es nach einem Gin Tonic dann schon wieder Zeit für das Abendessen. Beauty übertrifft sich heute nochmal selbst.
k-P1110845.JPG
Pünktlich nach dem Dessert sehen wir Lichter den Berg erklimmen. Wir sind mit Kai zum „Stargazing“ verabredet – allerdings sind wir ziemlich verpeilt, denn es war uns gar nicht bewusst, dass wir Mathilda einen weiteren Besuch abstatten und dort den Nachthimmel fotografieren werden 😗.

Vorsichtig vorwarnend mache ich Kai darauf aufmerksam, dass dies möglicherweise vergebene Liebesmüh sein könnte 😕. Da ich keine Ahnung von Nachtaufnahmen habe und mit dem Manuellen Modus der Kamera auch noch gar nicht vertraut bin möchte ich mich natürlich nicht blamieren 😗.

Kai erklärt sich sofort bereit, mir bei den Einstellungen zu helfen und mir eine kleine Lehrstunde in Sachen Sternen- und Nachtfotografie zu erteilen. Schnell packen wir noch das Stativ ein und es geht los in die sternenklare dunkle Nacht.

Da Kai einen Scheinwerfer dabei hat, können wir einen flinken Meister Lampe durch die Nacht huschen sehen und entdecken außerdem noch einen Schakal auf Futtersuche.

Nach einer doch recht frischen Fahrt erreichen wir nun zum zweiten Mal an diesem Tag die „Grand Dame“ in der Dunkelheit. Es dauert eine Weile, bis wir die richtigen Einstellungen im Manuellen Modus gefunden haben und starten die ersten Versuche. Armin macht sich als „Beleuchter“ nützlich.

Und hier nun das Ergebnis meiner ersten Versuche – „Waltzing Mathilda“ an Sternenhimmel.
k-P1110861.JPGk-P1110862.JPGk-P1110864.JPGk-P1110865.JPGk-P1110867.JPG
Da es in der Nacht hier draußen empfindlich kalt wird und noch dazu ein kräftiger Wind weht, beschließen wir schon bald den Rückweg anzutreten.

Mein ganz großer Dank gilt Kai für die Einführung in die Sternenfotografie 😘. Leider gab es auf dieser Tour nur noch ein einziges Mal eine gute Gelegenheit mich damit weiter zu beschäftigen. Daher hoffe ich jetzt auf schöne sternenklare Nächte im Januar 2019 im Kaokoveld 😎

Bevor wir morgen Kanaan nun leider schon wieder verlassen müssen, werden wir morgen früh den Sonnenaufgang in den roten Dünen auf der anderen Seite der D707 erleben.
Teil 1227. März 2018
17. Februar 2018 – Vom Dünenmeer in den Duft einer „Meeresbrise“

Um halb sechs werden wir von Lucas abgeholt. Auf dem Weg sammeln wir im Stockdunkeln noch ein englisches Ehepaar an der Campsite auf. Es ist richtig kalt und die Fahrt im offenen Landcruiser zu den Dünen auf der gegenüberliegenden Seite der D707 zieht sich.

Die Morgendämmerung hat zwar schon eingesetzt, bis zum Sonnenaufgang werden wir uns aber noch eine Weile gedulden müssen.
k-P1110868.JPG
Die Sandstrukturen werden bisweilen durch vereinzelte Grasbüschel oder -halme unterbrochen.
k-P1110883.JPGk-P1110884.JPGk-P1110896.JPG
Dann steigt die Sonne hinter den Dünen empor …..
k-P1110886.JPGk-P1110891.JPGk-P1110892.JPG
……. und taucht den Sandteppich in ein kupfergüldenes Rot………
k-P1110900(1).jpgk-P1110893.JPGk-P1110895.JPGk-P1110898.JPG
.... so schön kann "Nix als Wüste" sein ....
k-P1110902.JPGk-P1110903-2.JPGk-P1110904.JPGk-P1110907.JPGk-P1110908.JPG
Umgeben vom roten Dünenmeer verplaudern wir uns noch eine Weile mit den beiden sehr netten Engländern mit einer Tasse Kaffee in der Hand bevor wir zum „richtigen“ Frühstück zur Lodge zurückfahren.

Später packen wir unsere Siebensachen, verabschieden uns herzlichst von Marlize und Kai und sind kurz darauf für die nächsten Stunden „On the Road again“.
k-P1110936.JPG
Entlang der C13 zeigen sich seit einer gefühlten Ewigkeit die ersten gefiederten Freunde.

Variationen von Southern Pale Chanting Goshawk.
k-P1110950(1).jpgk-P1110961(1).jpgk-P1110967.JPG
Steppe Buzzard Falcon (Danke Matte 😘 )
k-P1110964(1).jpg
In Aus füllen wir Tank und Reifen – ab hier folgen wir der endlose Teerstraße Richtung Lüderitz. Bei Garub begegnen uns tatsächlich ein paar Wüstenpferde – die armen Tiere sehen kläglich abgemagert und extrem geschwächt aus. Ein Bild des Elends 🙁.

Wir fahren nun eine gefühlte Ewigkeit begleitet von einer gräulichen Dunstglocke durch karges Wüstenland. Unsere Erwartungen und Vorahnungen in Lüderitz eher kühles, grau-nebliges Wetter vorzufinden werden heute durchaus bestätigt.

Die trübselige Stimmung erreicht ihren Höhepunkt nachdem wir unsere Unterkunft für die nächsten drei Nächte erreichen 🤢. Gebucht ist das B&B „Kairos Cottage“ – auf den Fotos der Homepage sieht die Unterkunft recht nett aus und wurde auf dieser Basis ausgewählt.

Wir werden von einer ziemlich überdreht wirkenden Gastgeberin empfangen, die offensichtlich etwas „durch den Wind“ ist – das Wort „Irre“ wäre vielleicht auch zutreffend 😈. Bei Ihren Worten zur Begrüßung „Ihr Zimmer hat auch einen Blick aufs Meer“ schwant mir schon nix Gutes 😗. Wir werden dann auch tatsächlich nicht zu den Zimmern mit Balkon im ersten Stock geführt, sondern ein Stockwerk tiefer Richtung Straße.

Sie öffnet für uns die Tür, drückt uns den Schlüssel wortlos in die Hand und ist ruckzuck wieder verschwunden 😠. Da stehen wir nun in einem lieblosen, dunklen mit einem Wirrwarr aus zusammengewürfelten Möbeln und drei unterschiedlich bezogenen Pritschen ausgestatteten Appartement mit Kitchenette. Der betont angekündigte Meerblick ist nur bei geöffneten Vorhängen aus einem nicht geputzten Fenster möglich. Dieser bietet vorübergehenden Passanten allerdings auch einen wunderbaren Einblick in Richtung der Feldbetten. Das alles wäre ja durchaus noch erträglich.

Viel schlimmer für uns sind die unzähligen Risse in den Fliesen des Badezimmers, die klebrig „babbischen“ Oberflächen sämtlicher Möbelstücke und das ALLERSCHLIMMSTE: ES STINKT NACH KLOSTEIN 😵 🤢!!!!

Armin und ich sind beide ziemlich wortlos fassungslos – schauen uns wie zwei begossene Pudel ziemlich hilflos an und um.
Nachdem wir uns wieder gesammelt haben, ist der Übeltäter für den durchdringend widerlichen Klosteingeruch schnell gefunden – ein vergammelter und leicht feuchter Pappkarton mit der Aufschrift „Seabreeze“ gefüllt mit einer blauen undefinierbaren Substanz.

Den beißend-ätzenden Geruch eines WC-„Duftsteins“ mit dem Begriff „Meeresbrise“ zu bewerben gehört per se schon von Gesetzes wegen untersagt 😠. Und außerdem sollen Klosteine in der Regel eine gute Hygiene bei schlecht gereinigten Toiletten vortäuschen 🤢. Das gilt hier wohl eher für das insgesamt schlecht gereinigte Etablissement 😈.

Bevor wir ziemlich frustriert beschließen, die Koffer auf gar keinen Fall zu öffnen geschweige denn auszupacken (sonst würden unsere Klamotten möglicherweise den KLOSTEINGERUCH annehmen) versuche ich Frau Flodder ausfindig zu machen und sie um ein anderes Zimmer zu bitten.

Die hat sich vorsorglich schon mal aus dem Staub gemacht und das Weite gesucht 😈. Diese Kröte müssen wir nun wohl oder übel zumindest für diese Nacht schlucken 😣. Für uns steht fest, dass wir auf keinen Fall drei Nächte in dieser versifften Bude – auch nicht NUR zum Schlafen - bleiben werden!

Unsere Stimmung hat sich mittlerweile dem trübseligen Himmel über Lüderitz angepasst. Überhaupt macht das ganze Städtchen heute für uns einen recht trostlosen Eindruck.

Also machen wir uns auf den Weg zum Diaz-Point. Das kleine Café am Aussichtspunkt reiht sich in die Reihe der unerquicklichen Eindrücke ein. Es scheint zwar geöffnet aber wenig einladend und Gäste hats dort auch keine.

Die eingestürzte Brücke zum Aussichtspunkt ist zwar ebenfalls marode – aber bei diesem Anblick könnte man zumindest noch von einem gewissen morbiden Charme sprechen.
k-P1110969.JPGk-P1110971.JPGk-P1110974.JPGk-P1110975.JPG
Es ist Ebbe und wir erreichen die Kopie des Originalkreuzes von Bartolomeu Dias trockenen Fußes.
k-P1110980.JPG
Sonst gibt es hier nicht viel zu sehen. Ein paar Robben liegen faul auf einem Felsen, Einheimische angeln oder suchen nach Muscheln oder Crayfish - einziger Farbtupfer an diesem Nachmittag ist der einsame African Black Oystercatcher.
k-P1110982.JPG
Die Umgebung hier reißt uns überhaupt nicht vom Hocker. Alles wirkt ziemlich abgewrackt und trostlos – halt ganz passend zu unserer Stimmung 😐.
k-P1110986.JPGk-P1110987.JPG
Lustlos machen wir uns auf die Suche nach einem netten Restaurant. Samstags ist in Lüderitz die Auswahl allerdings nicht groß – das Barrels hat zu, alles andere sah für uns wenig einladend aus – also machen wir uns auf den Weg zum Nest Hotel.

Das recht große Hotel soll eine sehr gute Küche haben und wurde mir wärmstens empfohlen. Während wir im Restaurant auf unser Essen warten schießt mir ein Gedanke durch den Kopf 🤩! Ein so großer Kasten kann derzeit unmöglich ausgebucht sein und sollte der Preis auch nur annähernd im Rahmen liegen könnte das die Lösung für unser Klosteinzimmerproblem sein.

Wir fackeln auch gar nicht lange – noch bevor das Essen serviert wird bin ich an der Rezeption. Die Aussicht auf eine echte und wohlriechende „Meeresbrise“ ist doch sehr verlockend. Die gute Nachricht zuerst: Zimmer sind noch frei 🙂. Die schlechte Nachricht: Der aufgerufene Preis ist wahrlich kein Schnäppchen 😣. Eine kurze Verhandlung nach dem Motto Nebensaison und drei Nächte am Stück führt zu einem schnellen Erfolg. Man gewährt einen ordentlichen Nachlass - vorausgesetzt wir zahlen sofort. Vorsichtshalber lasse ich mir vor dem Deal noch das Zimmer zeigen - bei „reduzierter“ Ware sollte man vielleicht genauer hinschauen 😗. Nach weiterer Verhandlung konnte ich dann tatsächlich ein Zimmer direkt neben dem Aufzug und ohne Balkon gegen eines mit kleinem Balkon, tollem Meerblick und weit entfernt von einem Aufzug verhandeln 😁.

Das Gepäck haben wir nach dem Dinner ruckzuck umgezogen und so findet auch dieser Tag noch ein positives Ende.

Morgen erkunden wir die einst blühende Stadt aus einer anderen Zeit und die großen und kleinen Buchten rund um Lüderitz.
Teil 1329. März 2018
18. Februar 2018 – Mauern, die Geschichte atmen

Am heutigen morgen sieht die Welt schon gleich ganz anders aus 🙂. Wir haben wunderbar ohne Geruchsbelästigung zum Rauschen des Meeres geschlafen, das Frühstück ist hervorragend und die Sonne lugt aus den Wolken hervor!

Nach dem Frühstück fahren wir notgedrungen und widerwillig nochmal zur „Butze“, um den Schlüssel zum Klosteinzimmer abzugeben 🤢. Kurz und bündig teile ich Frau Flodder mit, dass wir bereits gestern Abend abgereist sind. Sie gibt sich aufgesetzt bestürzt – ist uns aber egal – die Agentur wird ohnehin informiert 😛.

Von hier geht es Richtung Kolmanskop. Vor uns haben Camper offensichtlich das gleiche Ziel. Ein umgebauter IVECO-LKW an der Tete, gefolgt von einem knallroten Feuerwehrauto mit Schweizer Kennzeichen und einem Hilux mit Womo-Aufbau. Auf dem Parkplatz kommen mit den sehr netten Campern direkt ins Gespräch. Der IVECO geht mit seinen deutsch-namibischen Besitzern auf 7-jährige Weltreise, das Feuerwehrauto beherbergt eine junge Familie mit zwei Kindern auf einjähriger Tour durch das südliche Afrika und ein Paar aus Mainz sind „normale“ Urlauber genau wie wir 😉.
k-P1120109.JPG
Die Führung beginnt pünktlich um 10.00 Uhr und wir lauschen nun gespannt den Ausführungen von Gisela. Wir beginnen in einem der wenigen noch sehr gut erhaltenen und möblierten Wohnhäuser.
k-P1110993.JPG
Der neueste Stand der Technik jener Zeit – natürlich deutsche Qualitätsarbeit - hat in den Küchen Einzug gehalten.
k-Küche.jpg
Die Eisfabrik und ehemalige Metzgerei sind unser nächstes Ziel. Hier wurden für jeden Haushalt täglich Eisblöcke produziert und nebenbei die Wurstwaren mittels ausgeklügelter Technik gekühlt.
k-P1120117.JPGk-P1120120.JPG
Weiter geht es in die Kegelbahn mit holzgetäfelter Bar. Die Tour endet im riesigen Kasino, das heute einem Museum ähnelt. Hier beeindruckt ein für damalige Zeiten hochmoderner Großküchen-Herd.
k-P1120002.JPG
Der Elektriker von Kolmanskop war sicher gut beschäftigt.
k-Elektro.jpg
Gisela erläutert, dass die Diamantengesellschaft leider keinerlei Interesse an dem Erhalt der Gebäude hat und diese daher auch weiter dem Verfall preisgegeben sind. Einige Restaurierungsversuche der letzten Jahre haben sind kläglich gescheitert. So wurden zum Beispiel aufwändige Wandmalereien einfach überstrichen. Wie lange die verfallenen Häuser überhaupt noch zu besichtigen sind, kann niemand sagen. Jedoch sind bereits heute einige aufgrund massiver Einsturzgefahr komplett gesperrt.
k-P1120008.JPG
Die Geschichte über den blühenden Aufstieg und Verfall der deutschen Stadt ist schnell erzählt. Im Diamantenrausch wurde 1910 die Stadt aus dem Wüstenboden gestampft.
k-P1120006.JPG
Der größte Teil der Baumaterialien und die moderne Technik wurden aus Deutschland eingeschifft. In der Blütezeit fehlte es den Bewohnern in der Wüste an Nichts. Die hochmoderne Villensiedlung mit Eisfabrik, Schule, Bäckerei, Schlachterei, Elektrizitätswerk, dem Kegelklub "Gut Holz", einer Eisenbahn für den Transport von Wasser, Eis und einkaufswilligen Damen und sogar einem Schwimmbad ermöglichte den Bewohnern ein sicher überaus angenehmes Leben – und das inmitten der von Sandstürmen und Naturgewalten heimgesuchten Wüste.
k-P1120111.JPG
Nach dem Rückgang des Diamantenvorkommens in diesem Gebiet gab man die Stadt ab dem Jahr 1931 allmählich auf, die letzten Bewohner verließen Kolmanskop im Jahr 1956 ohne auch nur ein Möbelstück mitzunehmen, manche ließen Fenster und Türen einfach geöffnet. Seitdem versinkt die Stadt nun wieder im Sand – irgendwann wird hier nichts mehr übrig sein.
k-P1120011(1).JPG
Kolmanskop – auch „Geisterstadt“ genannt. Eine Stadt voller Geschichten und Träume. Aufstieg und Fall innerhalb eines Wimpernschlags in der Zeitrechnung. Die modernste Stadt im südlichen Afrika wurde nicht einmal 50 Jahre alt.
k-P1120007.JPG
Die Führung beendet Gisela mit den Worten, wir dürften nun die innerhalb des Zauns liegenden verfallenen Häuser zwar besichtigen, dies jedoch auf eigene Gefahr. Alle Häuser sind einsturzgefährdet, von Schlangen und Skorpionen bewohnt und die oberen Stockwerke sollten besser nicht betreten werden – mit diesen Worten werden wir mehr als mahnend vor allen möglichen in und um den Häusern lauernden Gefahren gewarnt.

Zwei Reisegruppen werden diese Möglichkeit erst gar nicht wahrnehmen können – die Tourguides mahnen zur Eile. Noch ein paar schnelle Fotos vom Krankenhaus und schon brausen die Busse davon. Wir begeben uns trotz Giselas Warnung in dieser schaurig-schönen Kulisse auf Entdeckungstour und zwar „gegen den Strom“ – so bin ich meist vollkommen alleine in den altehrwürdigen Gemäuern – denn auch Armin ist mir immer ein Haus voraus.

Hinweise auf den Berufsstand der ehemaligen Bewohner sind fast überall zu finden.
k-P1120021.JPGk-P1120032.JPGk-P1120035.JPGk-P1120058-2.JPGk-P1120067.JPG
Während ich mich von Haus zu Haus vorsichtig vorantaste ist mir bisweilen fast unheimlich – der Wind rüttelt an den maroden Dächern - es knarzt und ächzt in jeder Ecke …. 😮
k-P1120046.JPGk-P1120054(2).JPGk-P1120096.JPG
Die Fußböden sind häufig brüchig oder gar nicht mehr vorhanden, so dass man über einzelne Holzbalken balancieren muss ….
k-P1120077.JPGk-P1120069.JPG
Schön geschwungenen Treppen führen selten tatsächlich noch nach oben …
k-P1120045(1).JPGk-P1120045.JPGk-P1120042.JPG
Der Sand hoch aufgetürmt kriecht durch alle Ritzen ….
k-P1120030.JPGk-P1120031.JPGk-P1120031(1).JPGk-P1120072.JPGk-P1120092.JPGk-P1120066.JPG
Flure und Zimmertüren enden unverhofft in einer Sackgasse ….
k-P1120027.JPGk-P1120029.JPGk-P1120063.JPGk-P1120073.JPG
Die Sonne zaubert interessante Schatten ….
k-P1120010.JPGk-P1120054(1).JPGk-P1120054.JPGk-P1120055.JPGk-P1120107.JPG
Freistehende Badewannen nun mit Sand gefüllt ….
k-P1120065(1).JPGk-P1120065.JPG
Verblichene Wandmalereien lassen den einstigen Wohlstand erahnen ….
k-P1120014.JPGk-P1120041.JPGk-P1120064.JPGk-P1120015.JPG
Einblicke und Ausblicke durch Fenster …
k-P1120104.JPGk-P1120071.JPGk-P1120011.JPG
... und Türen …
k-Türen.jpg
Welche Menschen wohl in diesen Mauern gelebt haben und welche Geschichten sie wohl zu erzählen hätten? Freud und Leid, Kinderlachen, Freundschaften, Streitereien, Familienfeiern – wie schön es doch wäre, wenn diese alten Mauern die Geschichten ihrer Bewohner erzählen könnten.

Im riesigen Krankenhaus riecht es in einigen Räumen tatsächlich noch schwach nach „Krankenhaus“. Alles nur Einbildung 😊?!
k-P1120079(1).JPGk-P1120095.JPG
Hier kann man sich durchaus verlaufen…
k-P1120084.JPGk-P1120086.JPG
Der kleinen Toilette zufolge müsste es sogar eine Kinderstation gegeben haben ….
k-P1120097.JPG
Vorbei an den Häusern der „Arbeiter“, die nur schlecht oder gar nicht mehr zugänglich sind, begebe ich mich langsam und seltsam berührt auf den Rückweg.

An diesem Ort wird einem die Vergänglichkeit überdeutlich vor Augen geführt.

Am Parkplatz treffe ich meinem Mann und die „Camperfraktion“ wieder. Bei kühlen Getränken und Biltong plaudern wir bis zur Schließung des Gates und dann wir müssen weiter.
***
Von Kolmanskop fahren wir entlang der Second Lagoon zunächst durch das karge und der Mondlandschaft ähnelnde Hinterland.
k-P1120127.JPG
Mit Glück soll man hier Springbock, Schakale, Braune Hyäne und andere Tiere finden. Wir haben leider keinen guten Deal mit der Sichtungsfee – eine Braune Hyäne würde ich zu gerne mal sehen. Wir „arbeiten“ uns von der Großen Bucht über die vielen kleinen Buchten Richtung Diaz Point.
k-1(11).JPGk-P1120124.JPG
Hier scheint ein Paradies für Offroad-Fahrer zu sein, es gibt unzählige und verwirrende Fahrspuren - wir verirren uns an einem Abzweig zum „Kleinen Fjord“, der uns ziemlich ins Schwitzen bringt 😣. Eine steile, enge Abfahrt führt uns über große Gesteinsbrocken – hier können wir definitiv nicht weiterfahren und mein armer Mann muss den Hilux geradeaus rückwärts aus der Engstelle entlang von scharfkantigen Felsen in Millimeterarbeit wieder herausmanövrieren 😗 .

An der Guano Bay angekommen liegt vor uns die Insel Halifax.
k-P1120139.JPG
Diese Bucht ist bekannt für gute Möglichkeiten Flamingos zu beobachten. Diese Jungspunte sind aber noch scheu und mögen sich nicht zeigen.
k-P1120129.JPG
Eine Truppe Greater Flamingos stolziert hoch erhobenen Hauptes am Strand entlang.
k-P1120133.JPGk-P1120134.JPG
Wer kann zu der graugefiederten Spezies im Vordergrund Bestimmungshilfe leisten? Stinknormale Möwen laut Matte 😗
k-P1120136.JPGk-P1120135.JPG
White-fronted Plover an Greater Flamingos (Danke Matte für den Plover)
k-P1120140.JPG
Nun machen wir uns auf den Weg Richtung Achat-Strand – auch Agate Strand genannt – dort angekommen drehen wir allerdings ziemlich enttäuscht wieder um. Der Strand ist zugebaut mit unzähligen „Braai-Häuschen“ und am Sonntag ist hier auch richtig was los.

Alternativ schauen wir uns die Felsenkirche und Umgebung an.
k-P1120154.JPGk-P1120157.JPGk-P1120155.JPGk-P1120159.JPG
Den späten Nachmittag genießen wir bei Kaffee und Kuchen auf der Terrasse unseres Hotels – auch von hier hat man einen schönen Blick auf die Felsenkirche (hier der Blick von der Felsenkirche auf das Nest Hotel).
k-P1120153.JPG
Vor unserem Fenster turtelt in der Abendsonne ein Oystercatcher-Pärchen.
k-P1120167.JPG
Bei diesem schönen Sonnenuntergang allzu verständlich.
k-P1120168.JPG
Morgen geht es für uns märchenhaft weiter – wir werden entführt in ein Märchental, das Grillenthal und einen Hexenkessel.
Teil 1431. März 2018
19. Februar 2018 – Ein hochkarätiges Märchen am Ende der Welt

Bereits im Hotel treffen wir unsere einzigen Begleiter für die heutige Tour ins Diamantensperrgebiet – ein sehr nettes junges Paar aus Deutschland nebst zweijährigem, extrem wohlerzogenem Töchterlein.

Unser sympathischer Guide Erik erwartet uns bereits und es geht nun für die nächsten 30 Kilometer entlang der B4. Während der Fahrt erfahren wir von Erik, dass sich Coastways Tours noch in diesem Jahr neu um die Konzession für Touristenfahrten in das Sperrgebiet bewerben muss. Es kursieren wohl aber auch Gerüchte, dass es Überlegungen seitens der Minengesellschaft gibt, das Sperrgebiet für Touristen überhaupt nicht mehr zugänglich zu machen.

Es ist die Zeit der Veränderungen – auch die Elizabeth Bay Mine wird Ende 2018 geschlossen. Man spricht von rund 2.000 Arbeitsplätzen, die zukünftig verloren gehen. Das Minengeschäft verlagert sich in die Tiefen der Gewässer des Atlantiks - Dort unten liegt die Zukunft der Diamantförderung.

Am Rotkop Gate muss Erik unsere bereits Monate im Voraus beantragten Genehmigungen und Passkopien vorzeigen. Hier befindet sich auch der Hochsicherheitstrakt in dem alle ein- und ausfahrenden Arbeiter kontrolliert und durchleuchtet werden. Plötzlich taucht hinter uns ein weiteres Auto auf 😕. Zwei hochoffiziell aussehende Herren bitten um unsere Pässe und beäugen diese kritisch. Es herrscht einige Minuten eine leicht angespannte Stimmung. Dann die erlösenden Worte – wir dürfen passieren. DAS hat Erik noch nie erlebt – und er fährt diese Tour schon ziemlich lange.

Vor uns liegt schon bald unser erstes Ziel. Der Versorgungsposten und Pumpstation „Grillenthal“.
k-P1120173.JPG
Heute dient ein noch recht gut erhaltenes Gebäude als Stützpunkt des „Brown Hyena Research Projects“ und ist daher nicht zugänglich.
k-P1120184.JPG
Grillental bestand aus einem Wohnhaus, dem Pumpenhaus sowie zwei weiteren Brunnen.
k-P1120175.JPGk-P1120180.JPGk-P1120181.JPG
Ursprünglich wurde auch hier Diamanten gefunden – aber auch Wasser – in der Wüste wertvoller als Diamanten. Das Wasser von Grillental versorgte in früheren Zeiten sowohl die Stadt Pomona als auch die Diamantenwaschanlage. Hier findet sich noch allerlei Werkzeug aus vergangenen Tagen.
k-P1120182.JPGk-P1120186.JPG
Die Diamantenwaschanlage ist unser nächstes Ziel. Die manchmal von Wanderdünen blockierte Piste führt uns nun durch eine endlos scheinende Wüstenlandschaft. Auf einer Anhöhe angekommen erscheint der Ozean am Horizont.
k-P1120189.JPGk-P1120192.JPG
Nun passieren wir eine weitere Pumpstation mit Überresten von Unterkünften der ehemaligen Arbeiter. Ein weiterer Außenposten im Nirgendwo.
k-P1120196bx.jpg
Die Wellblechkonstruktionen zerfallen zusehends – der stete unerbittliche Wind und der scharfkörnige Sand werden eines Tages nichts als Staub zurücklassen.
k-P1120194.JPGk-P1120198.JPG
Aber auch hier gibt es Anzeichen von Leben.
k-P1120201.JPGk-P1120206.JPG
Bald erreichen wir das Pomonatal – hier bietet sich uns ein skurriler Anblick. Der Boden ähnelt einem Schachbrett, auf dessen Feldern jeweils ein Häufchen Sand aufgetürmt wurde. In diesem Tal wurde jeder Quadratzentimeter akribisch von Hand durchsiebt. Auf diesem Wüstenboden lagen die Edelsteine einfach herum – und zwar Millionenfach!
k-P1120207.JPG
Die nun nicht mehr weit entfernte Stadt Pomona – ursprünglich „Pomonapforte“ genannt – galt in den Anfängen des Diamantenbooms als „Eingang“ zu diesen Diamantenfeldern – auch „Claims“ genannt.

Ein gewisser August Stauch entdeckte zusammen mit Robert Scheibe aus Berlin diese Gegend im Januar 1909. Stauch selbst benannte später die Täler nach den Namen seiner Familie: Idatal (das frühere „Märchental“), Barbaratal, Mariannental und Stauchslager. Die „Claims“ wurden mittels aufgehäufter Steine abgesteckt – diese waren in der Regel 1200 x 1200 Meter groß.

Die „Waschanlage“ von Pomona mitten in der Wüste bietet reichlich Fotomotive.
k-P1120211.JPG
Die unzähligen – früher handbetriebenen – Trommelsiebe wurden wie alle anderen Gerätschaften und Produktionshallen einfach hier zurückgelassen.
k-P1120209.JPG
Auch andere Kreaturen finden hier ihre letzte Ruhestätte.
k-P1120215.JPG
Die zerfallene Gesteinsmühle, unzählige verrostete Waschtrommeln und die eingestürzten und mit Sand zugewehten Gebäude sind letzte Zeugen der einst hochkarätigen Geschäftigkeit.
k-P1120215ax.jpgk-P1120215bx.jpgk-P1120215fx.jpgk-P1120228.JPG
Bänder, Zahnriemen, Waschtrommeln der damaligen Produktionslinie rosten langsam vor sich hin.
k-P1120216ax.jpgk-P1120217.JPGk-P1120218.JPGk-P1120222a.JPGk-P1120222x.jpgk-P1120223x.jpgk-P1120224x.jpg
Das Holz hält sich erstaunlich gut.
k-P1120229.JPGk-P1120227x.jpg
Antriebsräder sandgestrahlt.
k-P1120231.JPGk-P1120232-2.JPGk-P1120233.JPG
Auch hier sorgte eine Schmalspureisenbahn für den An- und Abtransport von Sand, Diamanten aber auch Wasser.
k-P1120239.JPGk-P1120242.JPGk-P1120241.JPG
Eine kurze Weiterfahrt vorbei an völlig zerfallenen Arbeiterunterkünften, erreichen wir schließlich die auf einem windigen Hügel gelegene Geisterstadt Pomona. Während Erik unser Lunch im ehemaligen Schulhaus zubereitet begeben wir uns auf Entdeckungstour.
k-P1120243.JPG
Eine Kegelbahn gehörte natürlich zur standesgemäßen Ausstattung und auf der öffentlichen Toilette herrschte noch Zucht und Ordnung.
k-P1120252.JPGk-P1120250.JPG
Das leider nicht zugängliche, jedoch noch gut erhaltene ehemalige Arzthaus mit einem dekorativen Köcherbaum wurde am 30.8.1912 errichtet und dient auch heute noch als Stützpunkt für Mitarbeiter der Minengesellschaft aber auch Forschungsteams.
k-P1120244.JPGk-P1120246.JPGk-P1120247.JPG
Hier sind die Häuser im Gegensatz zu Kolmanskop weiter verstreut. 1935 haben die letzten Familien Pomona verlassen. Auch hier haben die Sanddünen einige Häuser mittlerweile unter sich begraben. Die meisten Dächer sind nicht mehr intakt – hier rüttelt an 365 Tagen der Sturm an den altehrwürdigen Gebäuden.
k-P1120251.JPG
Der Wind trägt zu einer schaurig-schönen Geräuschkulisse bei. An jedem Gebäude, in jedem Raum nagt der Zahn der Zeit. Der feine Sand kriecht in die Gebäude durch jede Öffnung und wie in Kolmanskop auch zeigen sich Überreste von hübschen Farben und Mustern.
k-P1120254.JPGk-P1120260.JPGk-P1120263.JPG
Manchmal ist der Fußboden komplett eingebrochen – Fenster und Türen aus den Angeln gehoben – überall zersplittertes Glas.
k-P1120255x.jpgk-P1120262.JPG
Über einer Tür ist die Inschrift „Wohnzimmer“ immer noch gut zu erkennen.
k-P1120269.JPGk-P1120271.JPG
Welche Menschen hier wohl ein- und ausgegangen sind? Auch hier würde ich nur allzu gerne die Geschichten der Bewohner dieses Wüstenstädtchens hören.
k-P1120274x.jpgk-P1120279x.jpg
Nun ist es aber Zeit für eine kleine Stärkung. Im alten Schulhaus serviert Erik gut bürgerlich Deutsche Küche: Paniertes Schnitzel mit Kartoffelsalat 😛.

Bevor wir Pomona wieder verlassen besuchen wir noch den kleinen Friedhof mit Aussicht.
k-P1120286x.jpg
Irgendwo meine ich gehört zu haben, dass sich jener Polizeiwachtmeister Dohndorf im Städtchen Pomona nicht allzu beliebt gemacht hat 😗 – ich kann mich aber nicht mehr genau erinnern 😕.
k-P1120285x.jpg
Während der Weiterfahrt tauchen wir nun nochmals in die märchenhafte Geschichte ein. Denn für uns geht es nun in das berühmte Märchental und den Hexenkessel und was es mit diesen Namen auf sich hat, werden wir nun erfahren.

Dazu nochmal zurück zu August Stauch und seiner unglaublichen Lebensgeschichte. Stauch und Scheib hielten sich oft monatelang in der Wüste auf und schlugen ihr Lager auf. In einer mondhellen Nacht glitzernden die umherliegenden Diamanten im Licht des Mondes und Stauch wurde quasi über Nacht zu einem der reichsten Männer Deutsch-Südwestafrikas.

Professor Scheibe taufte dieses Tal in jener Nacht fasziniert von dem glitzernden Diamantenmeer im Mondschein „Märchental“ auch unter „Fairytale Valley“ bekannt. Tatsächlich wurden in diesem Tal innerhalb der darauf folgenden zwei Jahre über 1 Million Karat Diamanten gefunden! Steine bis zu 50 Karat waren keine Seltenheit.

Wir erreichen nun auch das Märchental – jedoch zeigt sich uns „Nix als Wüste“ – inmitten von grauweißem Sand und Steinen können wir so gar nichts Märchenhaftes finden 😮. Auch der „Hexenkessel“ beherbergt keine Märchenfiguren – das Tal verdankt seinen Namen der Lage in einer Senke in der kein Lüftchen weht und die Hitze für die Diamantengräber unerträglich gewesen sein muss.

Der märchenhafte Reichtum und die Geschichte von August Stauch endet leider auch ohne Happy End. Herr Stauch wurde STEINreich und lebte mit seiner Familie noch lange Jahre in Südwest, verlor aber in der Weltwirtschaftskrise in den 30iger Jahren sein ganzes Vermögen. Er starb im Jahre 1954 völlig verarmt in Thüringen.

Nach dem Besuch der Originalschauplätze dieses (wahren) Märchens erreichen wir das blaue Meer und den majestätischen Bogenfelsen, der einer Pforte zum Atlantik ähnelt.
k-P1120288.JPGk-P1120289.JPGk-P1120290.JPG
Ein schmaler, steiler Pfad führt hinab zum Wasser.
k-P1120293x.jpgk-P1120298x.jpg
Entlang der Küste ist eine weiterer kleiner Felsenbogen zu sehen.
k-P1120314.JPGk-P1120316.JPGk-P1120322x.jpg
Für uns geht es vom Fuße des Bogenfelsens noch hoch hinauf in schwindelerregende 55 Meter Höhe. Von hier hat man einen phantastischen Ausblick in die Umgebung – aber auch durch ein kleines Loch im Bogenfelsen hinunter zum Meer.
k-P1120317.JPGk-P1120318.JPG
Über Bogenfels-„Town“ – eine Ansammlung von verfallenen Holzhütten – machen wir uns am späten Nachmittag auf den langen Rückweg nach Lüderitz. Immer entlang der „Hauptstraße“, die von der Elizabeth Bay Mine bis zum Rotkopf Gate führt.

Zurück am Gate muss Erik uns ordnungsgemäß abmelden und sich einem Alkoholtest unterziehen. Uns bleibt eine weitere Kontrolle oder gar Leibesvisitation erspart und kurze Zeit später sind wir zurück im Hotel und genießen unseren letzten Abend am Meer.

Morgen erwartet uns ein reiner Fahrtag entlang einer schönen Nebenstrecke und ein ziemlich „schrottiges“ Vergnügen.
Teil 1501. Apr. 2018
20. Februar 2018 - “Old Lime Kiln”

Auf Wiedersehen Lüderitz, Diamantenmärchen und Meer!

Bevor wir Lüderitz verlassen stocken wir noch unsere Getränkevorräte auf. Vor uns liegt heute eine längere Strecke, die ich noch um einen geplanten Schlenker verlängert habe. Wir mögen die B-Straßen in Namibia gar nicht, daher suche ich immer nach Umfahrungen.

Entlang der B4 treffen wir kurz vor Aus wieder auf fünf Wüstenpferde, die ebenso erbärmlich aussehen, wie die auf der Hinfahrt. Glücklicherweise scheint es nach unserer Rückkehr in der Gegend geregnet zu haben und es gab neulich gute Nachrichten zu der Versorgungslage der Wildpferde. Es bleibt zu hoffen, dass die armen Tiere jetzt erst mal ausreichend Nahrung finden.

Am Abzweig auf die D446 hinter Aus nehmen wir nun die Gravel durch das Gebiet „Schakals-Kuppe“ und „Kyk-in-die-pot“.
Kaum auf Gravel müssen wir erst einmal voll in die Eisen steigen, damit ein lebensmüdes Hörnchen den heutigen Tag überleben wird 😣. Die Strecke hier ist ausgesprochen gut präpariert und landschaftlich durchaus ansprechend. Entlang der Pad alles Farmland und wir begegnen entsprechenden Nutztieren.
k-P1120322.JPGk-P1120330.JPG
Wir kreuzen einige grün-gesäumte Flussbetten.
k-P1120323.JPGk-P1120325.JPG
Hier zeigen sich auch die ersten Ausläufer vom Canyon-Land.
k-P1120326.JPGk-P1120328.JPG
Es gilt eine kleine Passhöhe zu erklimmen, von der man einen wunderbaren Blick in den „Pot“ hat – daher stammt wohl auch der Name des folgenden Streckenabschnittes.
k-P1120334.JPG
Am Aussichtspunkt "Kyken" wir erst mal in den Pot 😛
k-P1120335.JPGk-P1120335ax.jpg
Ab hier folgen wir der Gravel Richtung Goageb wo wir später wieder auf die B4 gelangen. Hier oben läuft uns ein einsamer Klippspringer über den Weg – die Kamera war leider grade nicht zur Hand.

Früher als erwartet erreichen wir dann auch unser heutiges Tagesziel, die Alte Kalköfen Lodge. Wir sind mehr als gespannt auf diese Unterkunft – haben wir doch schon so viel Positives gehört und gelesen.

Kurz vor uns ist eine Overlandergruppe eingetroffen, die glücklicherweise nicht weiter negativ auffallen wird – ich bin da seit Botswana etwas traumatisiert und habe zugegebenermaßen entsprechend Vorurteile 🙄.

Eine nette Dame empfängt uns herzlich mit einem sehr leckerem selbst gemachten Eistee. Hilde und Frikkie werden erst gegen Abend aus Kapstadt zurückkommen. Unser „Zimmer“ „Moringa“ liegt ziemlich am Ende des weitläufigen Lodgegeländes und als wir die Tür öffnen staunen wir nicht schlecht.
k-P1120339.JPGk-P1120340.JPGk-P1120342.JPGk-P1120344.JPGk-P1120348.JPGk-P1120361.JPGk-P1120349.JPG
Eigentlich habe ich mir ja fest vorgenommen in meinen Berichten keine oder nur wenige Fotos von Unterkünften einzustellen. Bei besonderen Highlights mache ich aber gerne eine Ausnahme.
k-P1120341.JPGk-P1120364x.jpg
Die Küche und die Sanitärobjekte sind ebenfalls sehenswert.
k-P1120362x.jpgk-P1120343x.jpgk-P1120345x.jpgk-P1120346.JPGk-P1120351x.jpg
Wir werden später von Frikkie und Hilde erfahren, dass viele der über sämtliche Räumlichkeiten der Lodge verteilten und zweckentfremdeten Deko-Objekte von Frikkie nach Übernahme der Farm Sandverhaar mitsamt Tankstelle und Werkstatt eigenhändig aufgesammelt wurden.
k-P1120365a.jpg
Hilde und Frikkie haben alten Schüsseln, Haken, Schrauben und vielen anderen Dingen ein dekoratives neues Leben eingehaucht.
k-P1120366a.jpg
Der Außenbereich unseres Häuschens kann sich ebenfalls sehen lassen.
k-P1120354.JPGk-P1120356x.jpgk-P1120359.JPGk-P1120370a.jpgk-P1120357x.jpg
Room with a View.
k-P1120404.JPG
Wir sind schlicht begeistert. Leider habe ich hier viel zu wenig Fotos gemacht – im Restaurant dient zum Beispiel eine alte riesige Drehbank als Bar. In jedem Winkel gibt es hier Kurioses und Dekoratives zu entdecken.

Im Nachhinein ärgere ich mich außerdem, dass wir keinen Spaziergang über das Farmgelände gemacht haben und überhaupt wären wir hier gerne mindestens eine weitere Nacht geblieben.

Die riesige und einzigartige Sammlung von Lithops und Sukkulenten haben wir uns auch nicht angesehen – nur diese kleine Sammlung direkt am Haupthaus.
k-P1120443.JPGk-P1120442.JPGk-P1120441.JPG
Die alte Tankstelle war bis zum Bau der B-Straße die einzige weit und breit - früher verlief die damalige Hauptverkehrsstraße direkt durch das Farmgelände.
k-P1120410a.JPGk-P1120410ac.JPGk-P1120410dx.jpg
Hauptattraktion sind sicher die beiden ältesten Kalköfen Namibias, erbaut 1906 von einem deutschen Schutztruppler. Aus den hier produzierten Steinen wurden zum Teil auch die Häuser in Kolmanskop und Lüderitz gebaut.
k-P1120407.JPG
Ich verbringe den Nachmittag zwischen Außendusche und Terrasse – es ist nämlich brüllend heiß!

Eine meiner ersten Amtshandlungen war es, die beiden Natur-Vogeltränken zu füllen in der Hoffnung ein paar Piepmätze vor die Linse zu bekommen. Schon bald zeigen sich die üblichen Verdächtigen.
k-P1120375a.jpgk-P1120378a.jpgk-P1120390a.jpg
Yellow Canary (Danke Bele 😘 )
k-P1120381.JPG
Etwas weiter entfernt ist vor der Eisenbahnbrücke das kleine Wasserloch zu sehen, an dem sich auch ein paar Springböckchen zeigen.
Dieses ungleiche Paar sind allerbeste und unzertrennliche Freunde – mit der Flasche aufgezogen und entsprechend zutraulich.
k-P1120408.JPG
Gegen Abend wird es Zeit für einen Sundowner im liebevoll angelegten Garten.
k-P1120412.JPG
Hilde und Frikkie sind zwischenzeitlich auch eingetroffen. Sie begrüßen uns ganz herzlich und bei der Gelegenheit übergeben wir dann auch das „Mitbringsel“ von Löffels, über das sich die beiden riesig freuen!

Das Abendessen wird heute wegen der großen Overlandergruppe ausnahmsweise in Buffetform serviert. Wir werden (glücklicherweise) etwas Abseits platziert und unsere Vor- und Nachspeise wird auch am Tisch serviert. Während des ausgezeichneten Essens unterhalten wir uns mit den beiden Besitzern und einer weiteren Angestellten. Den Kaffee und das Dessert nehmen wir in dieser lauen Sommernacht auf der Veranda ein - hier geht es auch etwas ruhiger zu.

Nach dem Dinner machen wir uns noch einmal auf Richtung Kalkofen – meine frisch erworbenen Kenntnisse in Sachen Sternenfotografie möchte ich gerne noch etwas vertiefen oder besser gesagt einfach ein wenig experimentieren. Armin übernimmt den Job des Beleuchters.
k-P1120422.JPG
Und dann knipse ich drauf los – die Beleuchtung mal hier mal da verteilt.
k-P1120419(2)-2.JPGk-P1120420.JPGk-P1120425.JPG
Das Experiment setze ich noch auf der Veranda unseres Bungalows fort.
k-P1120426.JPGk-P1120427.JPGk-P1120437.JPG
Dann fallen wir ziemlich erschlagen von der Hitze in unser Bett. Auch in der Nacht gibt es kaum Abkühlung. Wusstet Ihr das die Gegend um Keetmanshoop zu den heißesten in ganz Namibia gehört?!

Leider müssen wir morgen schon wieder weiter. Die Alte Kalköfen Lodge hat es ganz weit oben auf unsere TOP 10-Unterkünfte in Namibia geschafft und sollte es uns mal wieder in diese Gegend verschlagen, sind zwei Übernachtungen hier gesetzt!

Morgen geht es dann auch schon Richtung KTP – jetzt kommt die Geschichte mit der suboptimalen Planung 😗
Teil 1602. Apr. 2018
21. Februar 2018 – Achterbahnfahrt in die Kalahari

Leider müssen wir dieses kleine, liebevoll geführte Paradies schon wieder verlassen. Für alle Camper noch die Information, dass es seit einiger Zeit nun auch Campsites auf dem Gelände gibt.

Entlang der B4 Richtung Keetmanshoop queren wir den Fish River, der auch ein wenig Wasser führt. In Keetmanshoop füllen wir den Tank und lassen bereits ein wenig Luft ab. Dann geht es weiter entlang der C17 Richtung Koes. Wir passieren den Köcherbaumwald, Giants‘ Playground und Mesosaurus ohne einen Foto- oder Zwischenstopp. Die Gegend hier macht uns nicht sonderlich an 🤢 – die Strecke führt durch eine ziemliche Einöde.
k-P1120444.JPG
In Koes hoffte ich einen kleinen Supermarkt zu finden, um noch Kleinigkeiten einzukaufen. Der kleine Laden hat aber nicht viel zu bieten außer Grundnahrungsmittel in riesigen Säcken und landwirtschaftlichen Bedarf 😣.

Entlang der Pad sind nun schon die roten Dünen der Kalahari in der Ferne zu sehen.
k-P1120445.JPG
Von hier geht es nun weiter immer noch entlang der C17 bis wir an den Abzweig zur D511 kommen. Ab hier windet sich die Pad nun gleich einer Achterbahn auf und ab durch die roten Dünen der Kalahari.
k-P1120446.JPG
Leider ist hier ein sicherer Fotostopp so gut wie unmöglich – die Kuppen sind ausnahmslos unübersichtlich und vor jeder Kuppe stehen warnende Schilder, die Spur nicht zu verlassen. Landschaftlich ist dieser Streckenabschnitt ein Highlight, den wir aus Vorsichtsgründen leider nur suboptimal fotografisch festhalten können.
k-P1120447.JPG
Bald erreichen wir die C15 auf der wir nun Richtung Südafrika abbiegen. Dieses auf der Karte so kleine Stück zieht sich wie Kaugummi 🙄. Am frühen Mittag erreichen wir die Torgos Lodge etwa 5 km vom Grenzposten Mata-Mata entfernt wunderschön gelegen im Aobtal.
3x.jpg4x.jpg
Wir werden von Danie, dem Manager begrüßt und die Chemie zwischen uns stimmt auf Anhieb. Auch Danies Vorfahren kamen mit den ersten Siedlern aus Deutschland nach Südwestafrika und er freut sich immer über Gäste aus Deutschland. Für die nächsten zwei Tage sind wir auch hier die einzigen Gäste. Am dritten Tag erhalten wir zwar Zuwachs – der bleibt aber quasi in der Familie 😎.

Wir installieren uns fix in dem sehr einfachen aber auch sehr sauberen und gepflegten Steinbungalow mit Aussicht.
1x.jpgk-P1120448.JPGk-P1120451.JPG2x.jpg
Später machen wir uns auf den Weg zur wunderschönen Veranda mit Blick auf das kleine Wasserloch.
k-P1120490.JPG
Bei Danie und Evelyn mit ihrem dicken Dackel „Tinky“ fühlen wir uns sofort wie bei Freunden.
k-0FEC60BA-D121-4E18-9C7D-977B60832066.JPG
(Das Foto ist von einem anderen Tag - passt aber hier nunmal besser hin 😛 )

Ich streune vor dem Dinner noch ein wenig durch das Gelände und muss auch gar nicht lange suchen.

Golden Tailed Woodpecker 😕
k-P1120480.JPGk-P1120481.JPG
Crimson-breasted shrike
k-P1120454.JPG
White-browed Sparrow-Weaver 😕
k-P1120459.JPG
Abendliche Kuschelstunde bei den Ground-Squirrels.
k-P1120482.JPGk-P1120484.JPGk-P1120486.JPG
Auch ein Falter zeigt sich kooperativ – Matte kann den sicher auch benamsen (klar kann Matte 😎. Ein abgeflogener Brown-veined White 😉.
k-P1120467.JPG
Diese Echse versteckt sich im Feuerholz.
k-P1120470.JPG
Blühender Kaktus an Federvieh 😛
k-P1120492.JPG
Am künstlichen Wasserloch versammeln sich hauptsächlich Springböckchen und Gnus. Abends schaltet Danie die Beleuchtung am Wasserloch und entlang der Wege ein. Aus diesem Grund bekommen wir an jedem Abend von ein paar Löffelhunden Besuch – sehr clevere Kerlchen, denn hier werden die Insekten im Lampenschein auf dem Silbertablett serviert 😛.

An zwei Abenden können wir sogar eine Verraux’s Eagle-Owl im Lichterschein am Wasserloch beobachten – wenn man sich allerdings vorsichtig versucht zu nähern, fliegt sie mit mächtigen Schwingenschlägen auf und davon 🙁. Aber auch ohne Fotobeweis ein sehr eindrückliches Erlebnis!

Evelyn ist übrigens eine mehr als ausgezeichnete Köchin! Jeden Abend wird ein 3-Gänge-Menu serviert - typische „Burenkost“ – überwiegend Game und Lamm in allerbester Qualität.

Um uns herum zieht heute Abend ein Gewitter auf – wir sehen hier allerdings keinen Tropfen.

Nach dem Abendessen sitzen wir noch lange mit Danie, Evelyn und Tinky auf der Veranda und lauschen Danies Erzählungen aus seinem Leben als Farmerskind, Lehrer und Soldat im Unabhängigkeitskampf an der angolanischen Grenze. Wir kleben förmlich an seinen Lippen.

Danie wird uns auch in den folgenden Tagen noch einige Geschichten erzählen, die unseren Blick auf dieses Land durchaus verändert haben. Im Einzelnen möchte ich darauf nicht eingehen – das würde definitiv den Rahmen sprengen. Solche Gespräche und Einblicke sind für uns genauso interessant wie schöne Landschaften, Tiere und Sehenswürdigkeiten. Wir möchten diese Begegnungen und Gespräche nicht missen, auch wenn sie mitunter durchaus nachdenklich stimmen.

Auf den morgigen Tag freuen wir uns ganz besonders - und zwar aus zweierlei Gründen.

Wir werden unsere Freunde und Tourguides Adrian & Rentia in Mata-Mata nach einem halben Jahr wiedersehen und sind natürlich gespannt, ob der KTP dann auch hält, was die meisten Reiseberichte im Forum so versprechen 😕
Teil 1705. Apr. 2018
22. Februar 2018 – "Pas des Deux" der Langhälse

Nach einem hervorragenden Frühstück und einer erholsamen Nacht stehen wir pünktlich um 8.00 Uhr am Grenzposten Mata-Mata.

Die Freundlichkeit der Grenzer auf der namibischen Seite ist an Stoffeligkeit wieder nicht zu überbieten 😣. Man macht uns im Kommandoton unmissverständlich klar, dass wir spätestens um 16.00 Uhr hier zur Ausreise nach Namibia wieder zu erscheinen haben 😠. Da gucke ich zwar erst mal ziemlich dumm aus der Wäsche – ich hatte überall was von 16.30 Uhr gelesen – aber hier ist Widerstand definitiv zwecklos 🤢. Mit den mürrischen und bocklosen namibischen Beamten ist definitiv nicht zu spaßen 😈.

Der Grenzübertritt und die Formalitäten im SAN-Park Office hingegen verlaufen überaus professionell und freundlich. Der südafrikanische Grenzbeamte wird uns morgen schon mit Handschlag begrüßen 😛.

Auf der Campsite treffen wir Adrian & Rentia mit denen wir heute verabredet sind – die Wiedersehensfreude ist riesig 😘! Besonders freuen sich die beiden über unser Geschenk. Ein Fotobuch unseres gemeinsamen Botswana-Bush Adventures.
k-07C5E9AB-26DE-4EB3-AD0B-D3BC697E251A.JPG
Das Treffen mit den beiden haben wir quasi unserer nächsten gemeinsamen Tourplanung zu verdanken 🤪. Im Januar 2019 geht es für uns und unsere Freunde gemeinsam ins Kaokoveld und die beiden werden nach drei gemeinsamen Tagen im KTP dann zwecks Feinjustierung der Tour weiter Richtung Nordwesten fahren.

Auf den ersten Metern im Park erfreuen wir uns zunächst an Federvieh. Hier benötige ich wieder fachornithologische 😛 Unterstützung – mit Eulen, Greif & Co. Stehe ich auf Kriegsfuß 😗 . Da werde ich immer ganz wirr, wenn ich in meinem Newman’s nachschlage 🙄. Ich hoffe, ich liege mit meinen vorsichtigen Bestimmungsversuchen nicht total daneben.

Der Lanner Falcon ( 😕?) scheint mit irgendetwas angestrengt beschäftigt – wir können das Objekt seiner Begierde allerdings nicht ausmachen.
k-P1120497.JPGk-P1120501.JPGk-P1120502.JPG
Armin hat sich als "Adlerauge" erwiesen - in einem Baum entdeckt er tatsächlich zwei Eulen 🤩.

Spotted Eagle-Owl ( 😕?)
k-P1120504.JPGk-P1120505.JPG
Im gleichen Baum nur ein Stockwerk tiefer – ich vermute eine African Scops Owl ( 😕?)
Wohl eher auch eine Spotted Eagle Owl - Danke Matte!
k-P1120503.JPGk-P1120506.JPG
Kurz darauf ein Chanting Goshawk ziemlich exponiert und nicht zu übersehen 😉
k-P1120508.JPG
Springböckchen und Gnus sind heute auch reichlich unterwegs.
k-P1120512.JPGk-P1120515.JPG
Eine Laune der Natur – wir fragen uns, ob das arme Ding wohl Schmerzen hat 😮.
k-P1120517.JPG
Bei diesem hier bin etwas ratlos 😐 - Danke Matthias! Ein junger Singhabicht.
k-P1120520.JPGk-P1120525.JPG
Gefolgt von einem mutmaßlichem Gabar Ghoshawk ( 😕?)
k-P1120528.JPG
Am Himmel ist auch was los.

Black-Chested Snake-Eagle ( 😕?)
k-P1120534.JPGk-P1120543.JPG
Immaturer Snake-Eagle ( 😕?)
k-P1120553.JPG
Wir verbringen die meiste Zeit in diesen Positionen und scannen die Umgebung ab.
2.jpg
Die ersten Giraffen zeigen sich dekorativ auf den Dünen und längs der Pad.
k-P1120529.JPGk-P1120563.JPG
Springböckchen erfreuen sich am grünen Gras.
k-P1120567.JPGk-P1120568.JPG
Gegen Mittag steuern wir den Picknickplatz Höhe Kamqua an (der sicher auch einen Namen hat - aber wir als KTP-Rookies kennen uns da nicht so gut aus 😗).
k-IMG_1413.JPGk-IMG_1414.JPG
Auf der Rückfahrt nach Mata-Mata werden wir Zeuge einer eindrucksvollen Darbietung zweier junger Giraffen-Bullen.

Bei YouTube ansehen ↗



Für diejenigen, die keine Videos schauen folgen ein paar Fotos des "Pas des Deux" der beiden Langhälse.
k-P1120582.JPGk-P1120581.JPGk-P1120586.JPGk-P1120587.JPGk-P1120588.JPGk-P1120593.JPG
Wir sind mit den beiden Kerlen ganz alleine und sind nicht sicher, was es mit diesem Verhalten auf sich hat.
k-P1120601.JPGk-P1120607.JPGk-P1120610.JPGk-P1120616(2)-2.JPG
Möglicherweise ein spielerisches Kräftemessen zur Vorbereitung auf zukünftige „echte“ Kämpfe.
k-P1120618.JPGk-P1120620.JPGk-P1120622.JPGk-P1120623.JPGk-P1120624.JPGk-P1120625.JPGk-P1120628.JPG
Da die Zeit drängt und müssen wir leider weiter 🤨.

Familie Strauß mit reichlich Nachwuchs im Schatten eines Baumes.
k-P1120632.JPG
Diese schwer gezeichnete Giraffe hatte offensichtlich Glück 😮.
k-P1120634a.jpg
Herr und Frau Sekretär geben sich ebenfalls die Ehre. Das sieht nach einer Meinungsverschiedenheit aus.
k-P1120636.JPGk-P1120635.JPGk-P1120638.JPG
Ein weiteres Straußenpaar kreuzt unseren Weg.
k-P1120640.JPGk-P1120641.JPG
Gut versteckt und zunächst gar nicht kooperativ - eine African Wildcat (felis silvestris cafra) zeigt zunächst nicht ihr Gesicht. Mit etwas Zuspruch können wir sie dazu bewegen, ihr hübsches Köpfchen in unsere Richtung zu drehen.
k-P1120643.JPG
Den Ruf des KTP als Katzenpark hat sie als Vertreterin ihrer Art zumindest würdig verteidigt 😛.
k-P1120660.JPG
Zum Abschluss des Tages entdecken wir wieder Federvieh.

Black-winged Kite
k-P1120665.JPG
Mutmaßlich Steppe Buzzard Tawny Eagle allerdings weit entfernt.
k-P1120666.JPG
Wie gewünscht, sind heute auch ein paar der „Fotokampfbilder“ im Bericht enthalten. Das Geheimnis scharfer Aufnahmen insbesondere für entfernte Flugobjekte konnte ich der FZ bislang noch nicht entlocken 😣.

Wieder in Mata-Mata angekommen trinken wir gemeinsam mit Adi und Rentia noch einen Tee bevor wir uns verabschieden. Morgen früh gehen wir wieder gemeinsam auf Pirsch.

Punkt 16.00 Uhr befinden wir uns wieder auf namibischem Boden – während wir vom südafrikanischen Grenzbeamten mit einem freundlichen „See you tomorrow“ verabschiedet werden, winken uns die Kollegen des Nachbarlandes bereits im Schatten auf den Feierabend hockend gelangweilt und grußlos durch 😵.

Zurück auf Torgos werden wir von Danie bereits erwartet und genehmigen uns erst einmal einen GT. Den restlichen Nachmittag und Abend verbringen in trauter Runde mit unseren Gastgebern. Unter anderem berichtet Danie von den Problemen mit dem südafrikanischen direkten Nachbarn SAN-Parks. Die Zäune, die direkt entlang des Farmgeländes verlaufen sind häufig in einem desolaten Zustand und so ist es schon einmal vorgekommen, dass sich ein Löwe aus dem KTP in die Lodge verirrt hat 🤩.

Und auch morgen gehen wir erneut auf Pirsch entlang des grünen Aob-Tals - mal sehen, was der Park morgen für uns bereit halten wird.
Teil 1806. Apr. 2018
23. Februar 2018 – Ein Kessel Buntes

Heute Morgen sind wir die Ersten – nämlich bereits 10 vor 8 😛 - am Grenzposten. Zu unserer Überraschung werden wir einfach so durchgewunken – da hatten die Oberbefehlshaber gestern wohl eine tolle Sause und entsprechend gute Laune 😮. Und vom südafrikanischen Kollegen werden wir tatsächlich mit Handschlag begrüßt, erledigen noch schnell den Papierkram im Office und kurze Zeit später sitzen wir wieder mit Adi und Rentia gemeinsam im Auto auf dem Weg ins Aobtal 🙂.

An einem Wasserloch (ich meine das 13th oder 14th Waterhole) entdecken wir ganz frische Spuren von einem Leo – die Katze selbst lässt sich allerdings nicht blicken. Wir warten eine ganze Weile vergeblich auf Katzenbesuch am kühlen Nass 🙁.

Dafür treffen wir eine Riesentrappe.
k-P1120668.JPG
Und auch wir halten für Gnus 😛
k-P1120670.JPGk-P1120672.JPG
Könnte dieser schöne Kerl ein juveniler Little Banded Goshawk (Shikra) sein?
Chanting Goshawk
k-P1120673.JPGk-P1120679.JPG
Ein Lanner Falcon zu Fuß unterwegs.
k-P1120682.JPG
Die Spotted Eagle Owl sitzt auch wieder an ihrem angestammten Platz. @ Matte, es ist der gestrige Baum 😵

Verreaux's Eagle-owl - Danke Konni!
k-P1120684.JPGk-P1120685.JPG
Ein Schakal rennt zunächst etwas planlos umher und beäugt dann kritisch unser Auto.
k-P1120695.JPG
Es grünt und blüht im Aobtal. Ein wunderschöner Anblick.
k-P1120699.JPGk-P1120700.JPG
Zwischen den Blümle streift ein Crowned Lapwing.
k-P1120702.JPGk-P1120701.JPG
Und auch die beiden langhalsigen Jungspunte üben wieder fleißig an ihrer Performance 🤪.
k-P1120706.JPGk-P1120710.JPGk-P1120712.JPGk-P1120714.JPGk-P1120716.JPG
War alles nur Show 😛
k-P1120723.JPG
Diese Giraffenfamilie geht den Morgen im Schatten eines Baumes etwas entspannter an.
k-P1120726.JPG
Überhaupt sehen wir wieder viele Giraffen im Park – aus unserer Sicht ist dies eher ein Giraffen- als Katzenpark 😛.
k-P1120727.JPGk-P1120728.JPGk-P1120729.JPG
Im Schatten eines Baumes findet gerade eine Springbock-Nursery-Vollersammlung statt.
k-P1120733.JPGk-P1120730.JPGk-P1120732.JPGk-P1120731.JPGk-P1120736.JPG
Martial Eagle (KAMPFAdlerbeweisbild 😊).
k-P1120737.JPG
Ein einsames Erdmännchen überwacht die Gegend.
k-P1120740.JPG
Hörnchen mit eingebautem Sonnenschirm.
k-P1120745.JPGk-P1120744.JPGk-P1120743.JPG
Wir erreichen nun die schöne Picknicksite am kleinen Museum „Auchterlonie“ derzeit umgeben von einem Blütenmeer.
k-P1120747.JPGk-P1120748.JPGk-P1120749.JPGk-P1120750.JPGk-P1120753.JPG
Unsere neu erworbene Ferienimmobilie im südlichen Afrika 🤩
k-P1120756.JPG
Nach einer längeren Picknickpause inklusive Besichtigung des kleinen Museums treten wir schon wieder den Rückweg Richtung Mata-Mata an.
k-P1120752.JPG
Auchterlonie dürfte die maximale Entfernung von Mata-Mata kommend für Tagesbesucher sein. Man will ja schließlich nicht durch den Park rasen.

Unterwegs begegnen wir Gnufamilien und Kuduböckchen.
k-P1120758.JPGk-P1120759.JPGk-P1120760.JPGk-P1120763.JPG
Auch eine Giraffenfamilie mit süßem Nachwuchs ist unterwegs.
k-P1120764.JPGk-P1120766.JPGk-P1120767.JPG
Die African Wildcat hat ihr offensichtliches Lieblingsplätzchen wieder aufgesucht – wir sagen nochmal kurz „Hallo“. Sie hat uns wiedererkannt und zeigt sich sehr kooperativ 😘.
k-P1120770.JPG
Bei dem hier muss ich passen – ich habe in meinem schlauen Newman’s nix gefunden. Ich tippe aber mal auf irgendwas juveniles, immatures, moulting oder was auch immer Tawny Eagle 😗 😕.
k-P1120774.JPG
Bei den Oryxantilopen ist auch was los.
k-P1120776.JPGk-P1120777.JPGk-P1120778.JPG
Für eine kurze Teatime auf der Campsite reicht die Zeit gerade noch so und Punkt 16.00 Uhr befinden wir uns ordnungsgemäß wieder auf namibischem Boden.

Den Abend verbringen wir in vertrauter Runde bei interessanten Gesprächen und einem zünftigen Braai.

Wir werden morgen früh spontan und nach einem Telefonat mit Adrian & Rentia entscheiden, ob wir noch einmal in den Park fahren oder doch lieber einen „Schlumpeltag“ einlegen. Schließlich liegt in den kommenden Tagen noch ein weiterer Wüstentrail vor uns 😉
Teil 1909. Apr. 2018
24. Februar 2018 – Champignons und Champions

Adrian & Rentia melden uns am Morgen telefonisch einen mehr als ereignislosen Early Morning Drive im Park 🙁.

Wir beschließen daher heute einen gemütlichen Tag hier auf der Lodge zu verbringen. In den nächsten Tagen haben wir wieder volles Aktiv-Programm und ein Ruhetag kommt uns nicht ganz ungelegen.

Bei einem Schwätzchen mit Danie vergeht der Vormittag ohnehin wie im Flug. Gegen Mittag trudeln dann auch Adrian & Rentia ein, sie haben sich für diese Nacht auch in der Lodge eingebucht.

Kurz darauf kommen die nächsten für heute erwarteten Gäste an – wir staunen nicht schlecht – es ist Thomas mit Gästen aus Deutschland. Die Überraschung ist mehr als gelungen 😄!

Wir verbringen den Tag eher faul im und um den Pool bei sehr netten Gesprächen.

Am späten Nachmittag wollen wir eine Lodge-Sundowner-Fahrt in die roten Dünen unternehmen und Thomas und seine Gäste schließen sich gerne an.

Auch wenn es auf dem Gelände einige Tiere hat, wird dieser Drive nicht unter dem Namen „Game“- sondern „Nature“-Drive geführt.

Die Fahrt durch die schönen roten Dünen ist ein Genuss 🙂
k-P1120780.JPGk-P1120787.JPGk-P1120788.JPG
Unterwegs erläutert Danie die Besonderheiten von Fauna und Flora.
k-P1120781.JPG
Ob das Dünengras wohl schmeckt 😕?
k-IMG_1421.JPG
Wir bewundern ein recht imposantes Webervogelnest – die Bewohner sind allerdings ausgeflogen.
k-P1120784.JPG
Hier ein besonders kreativ und dekorativ gebautes (Champignon :S)-Hochhaus 😛.
k-P1120785.JPGk-P1120786.JPG
Wir erreichen auch den Grenzzaun zum KTP und dort lassen sich auch die ersten Tiere blicken – die sind allerdings sehr scheu und blitzschnell wieder verschwunden 😮.
k-P1120790.JPG
Wir vermuten – dies ist aber wirklich nur eine Vermutung – dass auf dem Farmgelände hin und wieder zur Jagd geladen wird. Das würde zumindest die deutlichen Fluchtimpulse der Tiere erklären. Überwiegend treiben sich hier Springböckchen, Gnus, Kudus und Kuhantilopen herum. Mir sind leider nur wenige "Beweisfotos" gelungen - ich war einfach zu langsam 🤢 oder die Tiere zu schnell verschwunden 😵.
k-P1120791.JPGk-P1120799.JPG
Auch auf der Torgos Lodge wird die Tradition der „Bokdrol Spoeg“ Competition gelebt. Dies ist in der Tat ein echter Sport im südlichen Afrika – seit 1994 werden Weltmeisterschaften ausgetragen. Der Ursprung ist zwar nicht bekannt, vermutlich aber aus einer Partylaune unter enormen Alkoholkonsum entstanden 😄.

Die Regeln sind ziemlich simpel:

Wer am weitesten spuckt, hat gewonnen. Gemessen wird nicht der Punkt, an dem das Kügelchen am Boden auftrifft, sondern dort wo es tatsächlich zum Stillstand kommt. Es gibt keinerlei Vorgaben die „Performance“ betreffend, lediglich eine „Startlinie“ darf nicht übertreten werden.

Bezüglich der Eignung des „Drol“ gibt es gewisse Richtlinien: Sehr trocken und nicht bröselig (beim Zerbrechen im Mund würde ein übler Nachgeschmack bleiben) 😣. Kein Profi in dieser Sportart würde jemals frischen und somit feuchten Dung als Sportgerät nutzen – der Geschmack wäre wohl unerträglich 🤢. Daher werden die "Drols" vor der Zweckentfremdung gründlich untersucht.
k-P1120853.JPG
Üblich ist das „Befeuchten“ des „Drol“ mit Alkohol, dies dient nicht nur der Desinfektion, sondern auch der „Beschwerung“, was wiederum der Beschleunigung dient.

Es wird erzählt, dass sich bei der ersten Weltmeisterschaft 1994 sich der damalige Weltmeister „Slinger“ van der Merwe einer besonders effizienten Methode bediente – um zu vermeiden, dass seine „Dritten“ möglicherweise vor dem „Drol“ am Boden aufschlagen würden trat er ohne Zähne beim Wettkampf an 😄. Der Erfolg bestätigt seine Theorie 😎.

Nun treten unsere Herren zum Wettkampf an - die Damen halten sich vornehm zurück. Das Gefecht wird natürlich mit der nötigen Ernsthaftigkeit ausgetragen.
k-P1120812.JPGk-P1120815.JPGk-P1120824.JPG
Hier zur Veranschaulichung die unterschiedlichen Arten der Herangehensweise.
k-P1120825.JPGk-P1120837.JPGk-P1120852.JPG
Letztlich verteidigt Armin den in Botswana 2017 erworbenen "internen" Titel „King Kudu Kak Spoegter“ erneut 🤪. Knapp 10 Meter - allerdings auf abschüssigem Gelände 😛.
k-P1120842.JPG
Aktueller offizieller Weltrekord: 15,56 Meter / Shaun van Rensburg im Jahr 2006!

Na dann mal Prost!
k-P1120809.JPG
Und somit neigt sich unser letzter Abend in der Torgos Lodge dem Ende zu, den wir bei einem schönen Sonnenuntergang in den roten Dünen der Kalahari in vollen Zügen genießen.
k-P1120856.JPGk-P1120854.JPGk-P1120863.JPGk-P1120864.JPG
Morgen heißt es leider schon wieder Abschied nehmen von lieben Freunden. Wir nähern uns nun langsam aber sicher der letzten Etappe unserer Reise, auf der wir dann nochmal die Wanderschuhe auspacken.
Teil 2010. Apr. 2018
25. Februar 2018 – Kalahari Red Dunes

Wir lassen uns recht viel Zeit. Der Abschied von unseren Freunden fällt doch ziemlich schwer 🙁. Am liebsten würden wir mit den Beiden gemeinsam Richtung Kaokoveld fahren – aber unser Urlaub ist ja nun leider sehr begrenzt. Tröstlich, dass wir uns spätestens im Januar 2019 wiedersehen 🙂. Auch von Danie, Evelyn und Tinky verabschieden wir uns ganz herzlich! Das waren super liebe und herzliche Gastgeber.

Über die C15 geht es nun auf der D1033 entlang des Olifants – hier präsentiert sich ein buntes Blumenmeer.
k-P1120866.JPG
Etliche Schildkröten auf der Pad erfordern eine aufmerksame Fahrweise. Die Strecke ist schön zu fahren und auch anzuschauen – allerdings befürchten wir, dass es sich doch ordentlich bis Mariental ziehen wird 😕.
k-P1120868.JPG
Daher nehmen wir dann doch lieber die C18, die uns durch Gochas und entlang der Salzpfannen durch eine grauweiße Ödnis vorbei an einigen Farmen führt. Unterwegs begegnen uns Pferde, Esel und Eland-Antilopen.

Eine Warthogfamilie wird durch uns derart erschreckt, dass eines der Schweine panisch mehrfach gegen einen Busch rennt…. 🤩 Das ist lustig und dramatisch zugleich – wir mussten anhalten und warten, bis das arme Tier sich wieder beruhigt hat 😮.

Weiter geht es auf der D1065 und die M29 bis Mariental. In Mariental suchen wir einen ATM und eine Tankstelle zwecks Auffüllung des Bargeldbestands und Tanks. Wir finden das erste Objekt der Begierde in einer ziemlich verlassenen Gegend und da heute Sonntag ist, wirkt das Ganze noch verlassener als unter der Woche. Ganz geheuer ist mir der Ort zwar nicht – aber wir brauchen Bargeld 🤢. Den Security-Guard entdecke ich bei näherer Inspektion des Gebäudes gelangweilt auf dem Boden hockend, aber immerhin ist er anwesend.

Die Tankstelle liegt auch gleich um die Ecke – an der Kreuzung kommt uns von rechts ein Auto entgegen, das uns sehr bekannt vorkommt 😁. Es sind tatsächlich Rentia und Adrian, die eine andere Strecke genommen haben und zwischendurch noch einen angefahrenen Löffelhund bei der Polizei gemeldet haben. Das arme Tier wurde wohl von einem vorausfahrenden Wagen angefahren und liegt nun halbtot am Straßenrand 🙁.

Nach einem kurzen Schwätzchen ziehen wir alle weiter – unserer Weg führt uns entlang der B1 und schon bald ist die Einfahrt zur Kalahari Red Dunes Lodge zu sehen.

Der Manager humpelt uns am Haupthaus angekommen bereits entgegen – er hatte einen sehr schweren Unfall im vergangenen Jahr und läuft nun an Krücken. Er lässt es sich aber nicht nehmen, uns unsere Unterkunft für die nächsten Tage persönlich zu zeigen.

Wir residieren in Zimmer 5 „Springbok“. Was uns hier erwartet ist schlicht ein Traum und ein paar Fotos wert 🙂! Die Bungalows wurden in 2017 fast alle renoviert und zum Teil auch erweitert.

Die private Veranda mit Außendusche mit Blick auf das Wasserloch.
k-P1130002.JPGk-P1130003.JPG
Das Bett dürfte Schorschens Geschmack sicher treffen.
k-P1130004.JPGk-P1130005.JPG
Der Wohnbereich mit „Bush TV“.
k-P1130007.JPG
Man beachte die Duschanlage hinter dem „Sofa“ inmitten des Raums.
k-P1130008.JPGk-P1130009.JPG
Das weitläufige Bad nebst Dusche Nummer 3.
k-P1130010.JPGk-P1130011.JPGk-P1130012.JPG
Der Manager (ich habe leider seinen Namen vergessen) erzählt uns, dass die wertvollen Tiere auf der Lodge derzeit extrem unter der langanhaltenden Trockenheit leiden. Aktuell wird für 1 Mio. (!) NAD pro Monat Heu für die Tiere zugekauft. Zwischenzeitlich sollte sich die Lage dort hoffentlich entspannt haben.

Auch diese Lodge mit nur 7 Gästen nur schwach gebucht – und auf dem Trans Kalahari Walk werden wir morgen alleine sein. Der Walk ist ohnehin auf maximal vier Teilnehmer begrenzt.

Hier gibt es außerdem einige Rund-Wanderwege, die auf eigene Faust erkundet werden können (Baum-Weg, Dünen-Weg, Nyala Walk, Red Dam Walk) und neben den üblichen Gamedrive-Fahrten stehen für aktive Gäste Fatbikes kostenlos zur Erkundung des weitläufigen Geländes zur Verfügung.

Unser Bungalow mit seiner privaten Veranda ist ein kleines Paradies und das wollen wir zunächst einfach nur genießen. Wir haben von hier einen schönen Ausblick auf das Wasserloch an dem auch immer etwas los ist. Zwischendurch laufen wir zum Haupthaus, das mit einem schönen Restaurantbereich, einer Lounge und einem kleinen Pool ausgestattet ist. Nachmittags stehen Softdrinks, Kaffee, Tee und Kuchen für die Gäste bereit.

Zurück im Bungalow müssen wir entscheiden, welche der drei Duschen wir nun benutzen wollen 🤪 Ich bin ja ein großer Fan von Außenduschen 😎.

Später beobachten wir Familie Gnu und Familie Eland beim Abendessen.
k-P1130013.JPGk-P1130016.JPGk-P1130022.JPG
Mutter und Kind – ich finde das Kleineschen hat einen leicht irren Gesichtsausdruck.
k-P1130037.JPGk-P1130038.JPGk-P1130039.JPGk-P1130040.JPGk-P1130041.JPG
Beide wieder glücklich vereint.
k-P1130044.JPG
Ein Crowned Lapwing inspiziert die Lage.
k-P1130035.JPG
Später werden wir von einem kleinen Besucher abgelenkt. Timon ist der würdige Nachfolger seines Vorgängers Toffee und stromert am Abend vor unserem Häuschen herum. Er ist allerdings übereifrig mit dem Ausgraben von Insekten beschäftig und schenkt uns keinerlei Beachtung.
k-TIMON.JPG
Nach dem ausgezeichneten 5-Gänge-Dinner werden wir am Abend von unserem Guide Frankie begrüßt, der uns über den Ablauf der nächsten beiden Tage informiert. Ein netter junger Bursche, kaum älter als unser Sohn.

Timon ist übrigens zuverlässig abends im Restaurant anzutreffen, wo er manchmal auch Streicheleinheiten sucht. Dazu aber mehr in einem weiteren Kapitel. Er wird allerdings wie sein Vorgänger Toffee alsbald in seinen natürlichen Lebensraum zwangsentlassen und irgendwann dann auch abtauchen – spätestens wenn er eine passende Lebensgefährtin gefunden hat wird er verschwinden.

Sobald die Erdmännchen geschlechtsreif werden, sind sie nur noch schwer erträglich im Haus zu halten. Während unseres Aufenthaltes durfte er noch im Bett des Managerehepaars schlafen und wartet jeden „Feierabend“ todmüde vor dem Hauptgebäude auf einen Transport nach Hause.
k-P1130405.JPGk-P1130407.JPG
Der Rausschmiss stand während unserem Aufenthalt jedoch kurz bevor – also bitte nicht damit rechnen, dass er auch künftig noch in der KRD anzutreffen ist.

Um 6.00 Uhr in der Früh‘ marschieren wir morgen los – wir sind schon sehr gespannt auf den „Trans Kalahari Walk“

Zur Diskussion mit allen 314 Beiträgen