MaputoThemenstarter828 Beiträge · seit 201624. Feb. 2018 · #1
Eigentlich wollte ich hier nichts mehr posten, aber wenn es darum geht, Touristen zu warnen und sensibilisieren sollte man eine Ausnahme machen.
Ich verbringe einige Zeit pro Jahr in der Kapregion, bin auch in diversen WhatsApp Gruppen mit Südafrikanern aus der Gegend vernetzt. Die Tendenz und das Kredo sind eindeutig. Es wird immer schlimmer mit der Kriminalität in und um Kapstadt.
Und vor allem auch mit der Brutalität mit der die Angriffe stattfinden.
Die wenigsten Vorkommnisse schaffen es in die Presse. Ein schlichter Raubüberfall ohne Personenschaden gibt einen Polizeirapport der irgendwo verstaubt, wenn überhaupt.
Um den Tafelberg kommt es in letzter Zeit vermehrt zu Übergriffen. Es wird empfohlen nur noch in Gruppen zu wandern. Aber in letzter Zeit wurden auch schon Gruppen überfallen u.a. von falschen Rangern.
Um Nordhoek und Kalk Bay ist es in den letzen 3 Monaten zu so einigen unerfreulichen Ereignissen gekommen.
Mitte Januar gab es einen Überfall oberhalb von Nordhoek, im Wandergebiet der Silvermine. Eine Gruppe von 7 Wanderern wurde überfallen.Die ganze Gegend dort ist alles andere als sicher, so schön es dort auch ist, es kommt immer wieder zu Überfällen. Ende letzten Jahres wurde dort schon eine ganze Filmcrew überfallen und ausgeraubt...
Letzten Woche gab es an der wunderbaren Beach in Nordhoek schon wieder einen brutalen Überfall. Es ist der vierte in 3 Monaten. 3 Personen wurden bisher bei den Angriffen schwer verletzt, eine hat nur mit Glück überlebt. Für mich ist diese Beach ein No Go.
Dies nur als Information. Auf eine Diskussion, dass es auch in Europa Kriminalität gibt lasse ich mich nicht ein. Ich will nur informieren und jeder soll sich sein eigenes Bild mache und geeignete Massnahmen ergreifen.
Ich persönlich verzichte zukünftig entweder auf Wanderungen in der Kap Region oder ich bin mir ernsthaft am überlegen eine Waffe anzuschaffen. Dies scheint mir das einziger überzeugende Argument bei einem Messerangriff zu sein.
das ist gut, dass Du es nochmal erwähnst. Denn häufig wird die Aussage vieler Südafrikaner belächelt, dass Kapstadt das neue Johannesburg (auf die Kriminalität bezogen) ist. Denn es ist leider auf bestem Weg dahin. Und dabei sind eben die touristischen Anlaufpunkte, die in der Vergangenheit immer als "heißes Pflaster" galten (v.a. Longstreet) mittlerweile mit am sichersten (u.a. da alles Kameraüberwacht ist). V.a. die "entlegeneren" touristischen Anlaufpunkte (Strände an der Peninsula, Tafelberg, aber auch Lions Head) sind eher die Orte von gewaltsamen Überfällen.
Viele Grüße Christian
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ERErnst541'079 Beiträge · seit 201624. Feb. 2018 · #3
casimodo4'528 Beiträge · seit 200725. Feb. 2018 · #4
Hallo Maputo,
vielen Dank für den aus meiner Sicht sehr nützlichen Beitrag. Wir sind vor guten drei Wochen von unserer letzten Kapreise zurückgekommen. Von den Vorfällen hatte ich auch in den Nachrichten gelesen. Wir haben genau den gleichen Eindruck wie Du. Das Thema Kriminalität beherrscht die Gegend am Kap immer mehr. Etliche Gastgeber fangen ungefragt an, über das Thema und dessen Entwicklung zu reden. Im Hinterkopf fängt es mittlerweile an, mitzureisen 😕
In meinem bald beginnenden Reisebericht werde ich darüber berichten, auch wenn wir auch während unserer 19ten Reise wieder alles glatt gelaufen ist !
MaputoThemenstarter828 Beiträge · seit 201625. Feb. 2018 · #5
casimodo schrieb:
Das Thema Kriminalität beherrscht die Gegend am Kap immer mehr. Etliche Gastgeber fangen ungefragt an, über das Thema und dessen Entwicklung zu reden. Im Hinterkopf fängt es mittlerweile an, mitzureisen 😕
Hallo Carsten
Wie Du schreibst es beschäftigt die Locals. Die meissten Touristen bekommen nicht viel mit, ausser wenn sie einmal direkt betroffen sind. Im Touristen-Mainstream, Victoria Wharf, Camps Bay usw. bist Du ziemlich sicher. Sie lauern dir immer mehr an "einsamen" Orten auf, das Ganze scheint System zu haben.
SanParks will -wie Ernst schreibt- mehr Security einsetzen, aber es gibt unzählige Orte und die Gegend ist riesig, die können nicht alles kontrollieren...und wenn du immer im Hinterkopf hast, das gleich einer mit dem Messer auf dich losgehen könnte, macht auch die schönste Wanderung keinen Spass mehr.
lg Maputo
Cruiser2'530 Beiträge · seit 201126. Feb. 2018 · #6
Danke Maputo. Auch ich habe viele Freunde am Kap und es ist mittlerweile fester Bestandteil eines Gesprächs mit ihnen. Ich glaube wir aus Johannesburg waren schon viel früher sehr vorsichtig in und um Kapstadt unterwegs, da wir es ja hier notgedrungen lernen mußten.
Meiner Meinung nach sollte man mittlerweile überall in SA sehr vorsichtig sein. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Ich bin da sehr sehr pedantisch, vielleicht manchmal zu sehr wie mir Freunde unlängs in HH beim Stadtbummel, Mönkebergstraße, mitgeteilt haben. 🤪
Best Regards
Adolf
Conservation is our passion!
Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
Sponsor of Desert Elephant Conservation.
Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
MaputoThemenstarter828 Beiträge · seit 201626. Feb. 2018 · #7
Hallo Cruiser, ja eine "lästige" Angewohnheit immer das ganze Umfeld argwöhnisch zu "scannen" und zu antizipieren was alles passieren könnte und oft vergisst man die "Einstellungen" anzupassen... das kommt mir bekannt vor ... 😄
MaputoThemenstarter828 Beiträge · seit 201615. März 2018 · #8
Nachdem am Dienstag ein älterer Biker bei Fish Hoek erstochen wurde hat die Polizei 2 Verdächtige festgenommen...
Jedenfalls werden die Locals jetzt selbst aktiv und haben Helen Zillle (Premierministerin der Provinz Westkap) direkt kontaktiert. Nächsten Dienstag 20 März wird es in Fish Hoek ein Meeting geben wo Lösungen diskutiert werden um die ausufernde Gewalt in den Griff zu bekommen... ob es was bringt, bleibt offen aber es ist ein erster Schritt...
********** Important notice regarding the recent spate of violent crime in our valley
The recent spate of violent crime our valley has experienced has been horrific and our thoughts and prayers go to all who have unfortunately been involved.
A concerned group of men in the Valley have reached out to Premiere Helen Zillle and have requested a meeting to discuss ideas on how we can address these issues immediately and finally.
We are very pleased to advise that the Premiere, Alderman JP Smith, Mr Dan Plato and various heads of police in the Western Cape have graciously agreed to attend a meeting with the community to jointly discuss the issues and to come up with ideas to resolve them.
This is an excellent opportunity to engage with political and policing leadership and to provide them with any assistance they need.
The meeting will be held at Fish Hoek High School on Tuesday, 20 March at 6.30pm - please don’t be late.
At the meeting we will open up the floor for ideas to assist the situation and then discuss and debate them.
We will not tolerate any emotional outbursts as this is a proactive meeting and not a blame game. We would really appreciate it if everyone could come with ideas and think and pray deeply about the issues before hand
We look forward to seeing you there.
Remember - Evil will prosper when good people fail to act
ich nutze mal diesen Thread, auch wenn die heute vorgestellte Kriminalitätsstatistik in Südafrika natürlich weit über Kapstadt hinaus geht (und extrem erschreckend ist). "In Südafrika ist die Kriminalität, insbesondere Mord, weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Im Land würden jeden Tag fast 60 Menschen einen gewaltsamen Tod finden, heißt es im aktuellen Polizeibericht 2017/18. Im abgelaufenen Finanzjahr wurden mehr als 20.000 Personen in Südafrika ermordet. Dies entspräche einem Zuwachs von nahezu sieben Prozent. Insgesamt hat die sogenannte Kontaktkriminalität im Jahresvergleich um etwa einen Prozent auf knapp 602.000 Fälle abgenommen. Die Verantwortlichen von Polizei und Politik gestanden ein, dass es über diese Statistiken absolut nichts positives zu berichten gäbe. Südafrika ähnele einem Kriegsgebiet." (Quelle. Hitradio Namibia, 11.9.2018)
Viele Grüße aus Windhoek Christian
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ROron74324 Beiträge · seit 200811. Sept. 2018 · #10
Hi Christian,
ich freue mich schon darauf in zwei Wochen wieder ins "Kriegsgebiet" zu dürfen:-).
Die Zahlen sind natürlich nicht schön. Gerade bezüglich der Mordrate wird aber der Durchschnittstourist überhaupt nicht betroffen sein. Wenn man mal schaut, liegen zwar 7 von 10 Polizeistationen mit der höchsten Mordrate im Western Cape bzw. in Kapstadt. Sieht man sich aber einmal die Namen derjenigen Stationen an sollte jedem "Eingeweihten" klar sein, dass dort kein normaler Tourist freiwillig hingeht.
Wenn also Hitradio Namibia generell von kriegsähnlichen Zuständen in Südafrika spricht, ist dies einfach nur unseriöser "Journalismus".
SESeyko1'096 Beiträge · seit 200911. Sept. 2018 · #11
Keine Ahnung was daran unseriös sein soll. Es mag dir nicht schmecken aber es ist doch ein Bericht von Fakten und ein Zitat der Polizei. 20.000 Tote in einem Jahr ist nun wahrlich kein Zuckerschlecken und durchaus eine Grössenordnung die in Ländern mit grösseren Unruhen/beginnendem Bürgerkrieg passt.
Problematisch wird es für (selbstfahrende) Touristen, wenn sich Wachleute mit Komplizen zusammentun und quasi "die Seiten wechseln" und Überfälle ermöglichen. Wenn natürlich schon Regionen wie der Tafelberg betroffen sind, wird es unangenehm für alle, denn das betrifft "den Kopf" in Form von einem nicht mehr vorhandenen unbeschwerten Reiseerlebnis.
Wenn also Hitradio Namibia generell von kriegsähnlichen Zuständen in Südafrika spricht, ist dies einfach nur unseriöser "Journalismus".
so wortwörtlich im Polizeibericht, der heute vorgestellt wurde, genannt. Police Minister Bheki Cele: "It borders close to a war zone. "
Viele Grüße Christian
P.S. Ich gebe nur Zahlen der Polizei weiter... und werde auch dennoch meine 5-7x im Jahr in Kapstadt und Umgebung Urlaub etc machen 🙂
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ROron74324 Beiträge · seit 200811. Sept. 2018 · #13
Danke Christian, ich finde leider nichts dazu. Kannst Du mir sagen, wo ich eine unmittelbare Quelle finde? Hat er das tatsächlich auf ganz SA bezogen oder auf die üblichen Problemgebiete? VG Ron
steht auch in dem von Dir genannten Link auf News24.
Viele Grüße Christian
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camperfan235 Beiträge · seit 201611. Sept. 2018 · #15
Als selbstfahrender Tourist kennt man nur leider auch nicht immer die gerade gefährlichen Gegenden, denn darüber findet man leider im Vorfeld nur sehr wenig. So habe ich mir bei unserer letzten Reise einfach per Google ein Einkaufszentrum ausgesucht. Der Wohnmobilverleiher fragte dann, wo wir heute noch hin wollten und wir sagten ihm naja wir wollen dann dahin zum Einkaufen. Entsetztes Gesicht mit der klaren Ansage "don't go there you'll get shot!... Auch wenn man sich auf den Navi verlässt, kann man schon mal in etwas merkwürdige Gegenden geraten.... Und als Tourist weiß ich dann auch wiederum nicht wo ich da eigentlich gelandet bin. Wir hatten es bislang immer mit sehr freundlichen Menschen zu tun. Und eigentlich nie ein wirklich mulmiges Gefühl gehabt. Aber seit meinem Backpacker Zeiten vor über 20 Jahren hat sich die ganze Welt verändert und das nicht zum Guten. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind einfach viel zu gravierend, die Reichen Konzerne haben eine reine Bediener Mentalität gegenüber den Armen, und die Hemmschwelle der Armen, sich zu bedienen bzw sich mit üblem Mitteln ein Stück vom Kuchen zu holen, die wird immer geringer und auch die Mittel dazu immer übler. Wir standen vor vielleicht zwei Jahren mal voller Entsetzen neben einem Slum, wo Arbeiter eines Weltkonzerns ohne fliessend Wasser und Strom da sassen, in zusammengeflickten Hütten teils aus Pappe!!! - nicht mal Wellblech war vorhanden....sorry aber da gings den Leuten in den Townships ja früher besser. Und die Regierung schaut tatenlos zu, wie sich Konzerne durch billige Arbeitskräfte bereichern, aber nicht für diese angemessen mit ordentlicher Bezahlung sorgen. Wir kommen uns ziemlich schlecht vor, wenn wir jeweils kurz vor der Abreise alles verteilen, was wir zuhause nicht brauchen werden....Almosen aus dem Überfluss....und teils muss dies heimlich geschehen, weil die Angestellten eig nichts annehmen dürfen. Wir haben mal in Durban auf dem Campingplatz einer - illegal- Müll sammelnden Schwarzen älter und sichtlich abgerissenen - gefragt, ob sie Decken und Lebensmittel haben möchte. Sie wirkte sehr ängstlich, bejahte aber, und BAT DIES IM DUNKLEN ENTGEGENNEHMEN ZU DÜRFEN. Am nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden. Nachts war ein Sturm, es regnete in Strömen, wir rechneten nicht damit das die Frau käme....sie muss die halbe Nacht vor unserem Wohnmobil ausgeharrt haben....war völlig durchnässt und extrem dankbar über die Decken, zwei Regenjacken die wir noch schnell dazugepackt hatten und die restlichen Lebensmittel. Wir haben schon Töpfe abgegeben, einfache Grills oder Grillroste...kleine Lebensmittelmengen....und immer war die Armut gerade der Angestellten allgegenwärtig. Auf einer Campsite wollte ich wie üblich meine Kleidung waschen...eine schwarze Angestellte schaute mich recht entsetzt an....keine Arbeit für eine Weisse ???? Sie liess mich das nicht machen. Wollte aber auch kein Geld dafür!!!! In Gästehäusern zahlt man diese Dienstleistung- doch wer bekommt das Geld???? Solche Sachen machen doch sehr betroffen.
In Namibia ist mir das nie so extrem aufgefallen, eher die bettelnden Frauen entlang der Tourirouten am Wegrand, die für jedes Foto Geld wollen....( Und wo ich dann keine mache, denn ich gebe gern was ab, aber bei sowas habe ich kein gutes Gefühl)
FOFocus517 Beiträge · seit 201811. Sept. 2018 · #16
@camperfan, Deine Eindrücke und Gefühle die du über SA beschreibst treffen zu 100% auch meine. VG
ROron74324 Beiträge · seit 200823. Sept. 2018 · #17
Ein kurzer aktueller Eindruck aus dem "Kriegsgebiet".
Nachdem ich gestern Nachmittag wieder hier in CPT angekommen bin, sind wir trotz aller Warnungen mit Kind (!), Frau (!) und im Dunkeln (!) an die Waterfront gelaufen(!). Wir hatten unwahrscheinliches Glück, dass uns nichts passiert ist. Das änderte sich heute Früh: Wir wurden schon durch Hubschrauberlärm geweckt, von der Promenade aus rannte ein riesiger Mob durch die Straßen. Tausende, ach was sage ich, Zehntausende. Am Stadion wurden sie von einem Scharmacher zusätzlich aufgepeitscht. Die ganze Zeit kreisen Hubschrauber. Und der Mob ist so gut organisiert, die sind sogar durchnummeriert. Die Polizei hat völlig die Kontrolle verloren! Sie schreitet nicht einmal mehr ein, wenn direkt neben ihr jemand eine rote Fußgängerampel überquert!!! Das muss man sich mal vorstellen! Und das Schlimmste ist: Die ganzen Schwarzen, denen man auf der Straße begegnet, lachen einen an und sagen "Guten Morgen". Nach 6 Wochen Deutschland weiß man da gar nicht mehr so richtig, wie man darauf reagieren soll. Die führen doch bestimmt was im Schilde!?
😄 😄 😄
Einen schönen Sonntag aus dem schönsten "Kriegsgebiet" der Welt.
Ron
FOFocus517 Beiträge · seit 201823. Sept. 2018 · #18
Hi Ron, das klingt ja sehr gut. Ich plane auch wieder einmal Kapstadt. Du meinst ich kann mich dort bewegen wie in Deutschland? Taxi, Wandern, parken etc? Das ist ja prima. VG
ROron74324 Beiträge · seit 200823. Sept. 2018 · #19
Ja, definitiv! Kapstadt selbst ist nicht gefährlicher als jede Großstadt in D!
LG
PS: Wir haben heute schon wieder einen Spaziergang im Dunkeln überlebt. 😮 😮 😮 😮
MaputoThemenstarter828 Beiträge · seit 201623. Sept. 2018 · #20
ron74 schrieb:Ja, definitiv! Kapstadt selbst ist nicht gefährlicher als jede Großstadt in D!
LG
PS: Wir haben heute schon wieder einen Spaziergang im Dunkeln überlebt. 😮 😮 😮 😮
...User die solchen Unsinn posten, gehören eigentlich sofort gesperrt...