Zurück von einer tollen ersten Reise nach Ostafrika, möchte ich Euch an meiner Urlaubsnachlese teilhaben lassen. Die Koffertaschen sind jetzt frisch gewaschen, denn der Begriff „Staub“ bekam auf dieser Reise eine neue Dimension. Es sollte zwar die „kleine Regenzeit“ sein, die fiel aber weitestgehend aus oder war bereits zu Ende.
Es mussten über 50 Jahre vergehen, bis ich meinen Kindheitstraum von Daktari, Serengeti, Tierwanderung (wie das damals noch hieß) und Achim Reichels „Sansibar“ (der scheint aber nie dort gewesen zu sein), erfüllen konnte. Da meine bessere Hälfte einen besonderen Geburtstag zu feiern hatte, wurde er schnell überzeugt, dass diese Reise dem Anlass entsprechend eine ganz besondere werden sollte… 🙂
Schon recht oft in Südafrika, auch in Namibia und Botswana, als Selbstfahrer unterwegs, hatten wir zuviel Respekt vor dem Unbekannten, um ohne Guide zu fahren. Auch fand ich, im Gegensatz zu anderen Destinationen, keine detaillierten Wegekarten der Nationalparks. Außerdem reizten mich die großen Safari-Autos mit „Steh-Ausblick“. Von guten Erfahrungen hier im Forum profitierend, lies ich mir von zwei Reisebüros ein Angebot - mit Driverguide - erstellen und entschied mich für das spezialisierte Berliner Reisebüro.
Im Vorfeld hatte ich viel über Tsetsefliegen gelesen, wollte ich uns so weit wie möglich schützen, die schmerzhaften Stiche/ Bisse oder deren Entzündungen wollten wir unbedingt vermeiden. Also wurden „NosiLife“- Hemd/ Hose /Socken gekauft - und Nobite Spray (für Haut & Kleidung), Mosi Guard (sehr angenehm, auch im Geruch) mitgenommen, ebenso geruchloses Kristall-Deo - sehr empfehlenswert- und verwendet. Auch Fliegenklatschen und Fliegenfänger flogen mit. Malaria Prophylaxe ebenso und vorsichtshalber auch eine „Flying Doctor“ -Versicherung abgeschlossen. Ich kann schon jetzt sagen, dass die Investitionen Anti-Tsetse sich absolut ausgezahlt haben, kein einziger Stich konnte gelandet werden. Die altmodischen Fliegenfänger zogen zwar nur wenige Fliegen an, aber die mit kurzem Schlag betäubten landeten dort und konnten uns so nichts mehr antun.
Nun musste nur noch viel Zeit vergehen - und endlich war er da, der Tag der Abreise!
Unsere Stationen waren folgende: - Flug via Amsterdam zum Kilimandscharo Airport - 2 Ü Arusha: Guesthouse Kiota (was „Nest“ bedeutet) - 2 Ü Tarangire NP: Sangaiwe Tented Lodge - 3 Ü Ndutu Area: Ndutu Safari Lodge - 2 Ü Serengeti Ndutu Kati Kati Tented Camp - 2 Ü Central Serengeti: Tortilis Camp - 2 Ü Ngorongoro NP: Ngorongoro Sopa Lodge
- Weiterflug ab Arusha Airport nach Sansibar - 4 Ü Sansibar: Hotel Breezes Beach
So, genug der Vorrede - Karibu!
Nach unspektakulärem Flug mit KLM in der Eco Comfort - mit freiem Mittelplatz - landeten wir gegen 20.00 Uhr am Kilimandscharo Airport. Dort stürmten wir, zusammen mit dem halben Flugzeug, den Visum-Schalter. Es war nur ein Schalter für die Allgemeinheit geöffnet, den zweiten hatten die großen Tourunternehmen in Beschlag genommen. Es dauerte recht lange, bis wir, je um 50 US$ erleichtert, endlich unser Visum hatten - und uns am Immigration-Schalter anstellen konnten. Meine Mundwinkel nahmen Merkelsche Ausmaße an- daher durfte ich gleich noch meine Fingerabdrücke vor Ort lassen. Endlich - nach einer guten Stunde, konnten wir unsere Koffertaschen greifen, die nochmals durch die Durchleuchtung liefen. Dann standen wir einer Wand von „Abholschildern“ gegenüber - und saßen kurze Zeit später im Van in Richtung Arusha, Guesthouse Kiota.
Dort begrüßten uns Barbara und Flora, die Seele des Hauses, auf das Herzlichste. Sie hatten eine Tomaten-Suppe und einen Salat als Nachtmahl vorbereitet. Mit der ersten Malarone-Tablette und dem wohligen Gefühl, in Afrika zu sein, schliefen wir ein.
Wir waren die einzigen Gäste, ganz allein im liebevoll gestalteten, großen „Nest“. Nach ganz wunderbarem Frühstück mit herrlich starkem Kaffee kam um 9.00 Uhr unser Tages-Fahrer, der mit uns in den nahen Arusha Nationalpark, am Fuße des Mt.Meru, fuhr. Der zeigte sich zumindest halb, so dass wir seine Höhe von fast 4.500 m immerhin erahnen konnten.
Der Arusha NP ist der zweitkleinste Park in Tanzania, jedoch landschaftlich sehr schön durch seinen kleinen Bergwald-Anteil und die sieben Momella Seen. Leider blieb der Kilimandscharo die ganze Zeit gut hinter Wolken getarnt, versteckt. Wir sollten ihn auch später nicht mehr zu Gesicht bekommen (das schreit nach neuem Versuch!) Daher hier ein Foto aus dem Netz- von Chris73
Es war eine kleine Safari zum Angewöhnen - bis auf die hübschen Diadem-Meerkatzen und die schwarz-weißen Colobus Monkeys gab es keine Besonderheiten.
Teil 217. Feb. 2018
Ich kämpfte noch mit meinem neuen Objektiv, als wir die Blue Monkeys entdeckten,
dann hörten wir sie zuerst (so müssen Brüllaffen klingen) - dann sah ich sie: die Black-White Colobus Monkey. Leider verhielten sie sich nicht sehr kooperativ - aber etwas konnten wir erhaschen.
Vom Viewpoint aus hatte man einen schönen Überblick
In den Momella Seen konnten wir auch auch die Flamingos entdecken, die hier allerdings nicht so richtig pink erschienen.
Zur Lunchzeit machten wir Picnic oberhalb der Seen, mit schönem Ausblick - und den Köstlichkeiten aus Floras Picnic-Korb.
Viele Wasserböcke, Zebras, Dik Diks, ein Albino Pavian, Büffel und Giraffen haben wir entdeckt - und uns auf Mehr in den nächsten zwei Wochen gefreut.
Zum Abschluss wollten wir eigentlich gern in die legendäre Hatari-Lodge. Aber schon Barbara hatte am Morgen Bedenken angemeldet, letztlich war es nicht möglich, aus dem Gate zu fahren, um die Lodge zu besuchen. Warum - haben wir nicht so richtig verstanden….. 🙁 So blieb uns nur ein Foto von der ehemaligen Momella-Farm, die heute dem Verfall preisgegeben ist.
Gegen 16.00 Uhr ging es zurück ins „Nest“ - Flora hatte frischen Kuchen bereit gestellt, das Daybett war im lichten Schatten im Garten gerichtet, herrlich!
Zum Dinner gab es Beef Stew mit gut gewürztem afrikanischem Reis, dazu Salat mit Mango als Vorspeise - und Flora vergaß auch nicht, dass Bushbaby zu füttern, an dem wir später im Garten unsere Freude hatten. Dazu ein kühles Kilimanjaro Bier…. wir freuten uns auf den nächsten Tag! Und waren sehr gespannt, mit wem wir unsere Reise fortsetzen würden!
Lala Salama!
Teil 318. Feb. 2018
Wieder schliefen wir herrlich - und hätten eigentlich um 8.00 Uhr abfahrtbereit sein sollen. Ooch nee; wir beschlossen, das liebevolle Frühstück, mit frischem Brot und Brötchen, tollem Käse und Barbaras Erzählungen aus ihrem aufregenden Leben noch etwas zu genießen. Als ich mit letztem Gepäck aus dem Zimmer kam, saß bei einer Tasse dann Emanuel, unser Guide für die nächsten 12 Tage! „Nice to meet you“ - begrüßte ich ihn - und er antwortete: „ja, schön Dich zu sehen!“ Ups, wir hatten einen englisch sprachigen Guide bestellt - Emanuel konnte fast fehlerfrei deutsch sprechen (und schreiben). Woher? - durch Euch Touristen, war seine Antwort. So, das Eis war gebrochen, der junge Mann war mir, uns, nicht unsympathisch - auf geht’s! „Pole-Pole …. Ihr habt Urlaub!“ Wir verabschiedeten uns ganz herzlich von Flora, Barbara und ihrem Nest - ein wunderbares, liebevoll geführtes, kleines Guesthouse zum Ankommen! Danke auch an Marina und Karsten für den Tip!
Nachdem wir es uns in unserem Landcruiser - 6 Sitzer und Engel-Kühlschrank - gemütlich gemacht hatten, baten wir Emanuel, zunächst zu einem Supermarkt und ATM zu fahren. Vom Kiota Nest (bei Moshi) fuhren wir durch Usa River und kamen nach ca. 30 km in Arusha an. Die Fahrt war schon ein Erlebnis - es gab sooo viel zu sehen. Die Teerstraße war gut, leider konnte Emanuel zügig fahren, trotzdem konnte ich ein paar Schnappschüsse machen.
Diese "Bettengeschäfte" beeindruckten uns wirklich!
In Arusha angekommen, wühlten wir uns im Schritttempo durch einen örtlichen Markt - um zum Supermarkt Nakumat zu gelangen - der jedoch wie ausgestorben da lag - geschlossen! So fuhr Emanuel zu einem kleinen Getränkeshop - für einen sehr warmen Orangensaft wollte die Lady 4 US$, für einen warmen Spier-Weißwein 15 US$ haben. Nein, das war uns zuviel! Ich hatte vorab auf Maps eine Mall am Ortsende von Arusha, neben dem Culture Centre gemarkert, dort baten wir Emanuel zu halten. Die AIM-Mall war ein kleiner Konsum-Tempel a la Dubai, Edelstahl, glitzernder Marmor; uns interessierten nur zwei sehr korrekt wirkende Wechselschalter und ein sehr sauberer, sehr gut sortierter Supermarkt. Für 100 € bekam ich 270.000 TZS. Und guten Saft für umgerechnet 2,50€, Wein für 8-10 €. Für Emanuel brachten wir eine Fanta Orange mit - ein Süßer also! Nachdem alles gut im Kühlschrank verstaut war, reichlich Wasser war vorhanden, konnte es also endlich losgehen! „Gemma“, wie Emanuel in Kaisermanier sagte. 🙂
Wir fuhren aus der Stadt, an der Arusha Coffee Lodge, deren Kaffeeplantage und dem kleinen Arusha Airport vorbei. Überall wuchsen die großen Sisal Agaven, die früher ua. für die Seilherstellung benötigt wurden. Heute werden nur noch Teppiche und Korbwaren daraus hergestellt - die Massai nutzen die Pflanzen als Einfriedung ihrer Kraals.
Die Landschaft war schön, die gute Teerstraße auch und es gab viele Büsche am Straßenrand, die ich noch nie gesehen hatte. Aber unser Guide kannte die Bezeichnung nicht…. hm, das war also ausbaufähig! Wir erfuhren, dass er bis vor einigen Jahren als Sharpa an die 20x auf den Kilimandscharo gekraxelt war, dann als Guide seine Ausbildung von Leopard Tours erhielt und dort seit fünf Jahren als Guide arbeitet.
(Oscher, Fettblattbaum (Calotropis)
(Abgasnorm erfüllt? .... 😄 )
Dann schaltete er sein Funkgerät ein, das ständig vor sich hin schnarrte, knatterte und rauschte… In dem Moment dachte ich: „wehret den Anfängen“- und fragte, ob er das Ding benötigte! Damit schaltete Emanuel den Knatterkasten sofort ab - und während der ganzen Reise nur ein einziges Mal wieder an!
Teil 418. Feb. 2018
Es war eine schöne Fahrt durch ein landschaftliches schönes Land, unterwegs begegneten wir Massai Jung-Kriegern, (ca. 14 Jahre) die sich nach ihrer Beschneidung in schwarzem Gewand und weißer Gesichtsbemalung allein für einige Wochen durchschlagen mussten.
Gegen 13.00 Uhr erreichten wir den Tarangire Nationalpark - ein wunderschöner, grüner Baobab begrüßte uns. Zunächst wurden unsere Autoreifen (incl.der verpackten Reserveräder) am Parkeingang besprüht - Anti-Tsetse. Denn die sollte es hier reichlich geben….
Anschließend „parkte“ uns Emanuel auf dem Picnic-Platz, wo wir unsere Lunchboxes leerten. Naja, im Vergleich zu Barbaras Leckereien fiel dies merklich ab. Emanuel traf sich mit seinen Fahrer-Kollegen. Beim anschließenden Rundgang auf dem frei zugänglichen Gelände des Maingates hielt mein Mann seinen Apfel in der Hand …. aber nicht lange! 🙂
Emanuel kam zurück mit den Worten „Pack mer’s“ - und los ging es in einen landschaftlich wunderschönen Park, 2.600 km² groß, entspricht der Größe Luxemburgs. Der Regen zuvor hatte das Gras grün angemalt, der Tarangire-Fluss führte reichlich Wasser, die Dämme waren gut gefüllt. Familie Pumba begrüßte uns, dann der erste Elefant - von ca. 40.000, die es im „Elefantenpark“ Tarangire geben soll.
Plötzlich hielt Emanuel an - und bat um unser Fernglas. Seins wurde ihm vor Kurzem gestohlen. "Ja - da liegt er!" Ich konnte nichts erkennen, nicht mal mit Teleobjektiv! Aber dann…
Da der Pascha keinerlei Anstalten machte, sich groß zu bewegen - er drehte uns lediglich ein Mal huldvoll den Kopf zu - fuhren wir weiter, genossen die außergewöhnlich schöne Landschaft,
den Longtailed Shrike ? Magpie Shrike -Elsterwürger, Dank an Konni! (hier bemerkte ich, dass die Belichtung von Vögeln optimierungswürdig ist!) und freuten uns an Fauna und Flora.
Und plötzlich rasten andere Autos an uns vorbei, Emanuels Handy machte Pling-Pling! Am ersten Tag habe ich noch gefragt, was es denn zu sehen gäbe, dann aber habe ich bemerkt, dass es ihm eine große Freude war, uns eine Überraschung zu präsentieren. So antwortete er nur “Hakuna Matata“ 🙂
Dass es zwei Youngster waren, sahen wir hier noch nicht. Muttern lag etwas abseits, aber unser Driver suchte so lange die passende Position, bis wir sie fast perfekt sahen.
(ich habe meine Schwester früher auch so lange genervt, bis sie mit mir gespielt hat...)
Inzwischen ging es auf 15.30 Uhr zu und ich bat Emanuel, ganz langsam den Weg zur Lodge zu nehmen. Wir fuhren also an großen Elefantenherden vorbei,
wollten dann eigentlich den Fluss überqueren - der Zugang war abgesperrt! So mussten wir einen großen Umweg fahren - und kamen genau um 17.55 Uhr am Gate an! Nach einer Linkskurve erreichten wir unsere Unterkunft: die Sangaiwe Tented Lodge.
Teil 519. Feb. 2018
So, also Ankunft Sangaiwe Tented Lodge, gleich hinter dem Sangaiwe Gate, Tarangire NP. Das Camp besteht aus 14 Zelthäusern, alle auf recht hohen Stelzen, dadurch ist ein schöner Ausblick auf den Burunge Lake garantiert. Die Tents sind geräumig und komfortabel eingerichtet, mit viel Stau- und Ablageflächen im hinteren Bereich, Strom zum Aufladen war vorhanden, ein Fön durfte nicht benutzt werden.
Ziemlich erschöpft - besonders vom letzten Teil der Rumpelei über die ausgewaschenen Wege - nahmen wir unseren Schlüssel zu Tent 1 mit View auf den See in Empfang. Normalerweise hätte ich versucht, das Zimmer zu tauschen; es lag nämlich am dichtesten an Küche und Restaurant - aber ich war einfach zu platt zum Diskutieren.
Die belebende Dusche bewirkte Wunder - um 19.30 Uhr gingen wir zum Abendessen. Dieses war der Auftakt zum immer gleichen Muster: Gemüsesuppe - Fleisch oder Fisch (aus Schüsseln angereicht), Kartoffeln oder Reis, verschiedene bissfest gekochte Gemüse - Dessert. Es waren stets sehr gut gewürzte Gerichte. Keine kulinarischen Highlights, aber wir waren positiv überrascht. Den Absacker nahmen wir auf unserer Balkonterrasse, über dem See ging ein heftiges Gewitter nieder.
Der nächste Morgen begann für mich gegen 5.00 Uhr, ab dann hörte ich Geräusche aus Küche und Restaurant. Ich hatte es befürchtet…. Wir gingen um 7.00 Uhr zum Frühstück - auch hier keine Besonderheiten, keine Klagen! Die Eier kamen schnell, das Obst köstlich, der Kaffee gut und kräftig. Abfahrt 8.00 Uhr, Guide pünktlich. Wieder die Formalitäten bei der Einfahrt ins Gate - was macht man in Tanzania mit den ganzen ausgefüllten Papieren….? - dann fuhren wir die gestrige Strecke teilweise zurück.
In der Nacht hatte es tüchtig geregnet, wir hatten einige Wasserdurchfahrten. Dann Begegnungen mit Zebras, Elefanten, einigen kleinen und großen Federtieren - und vielen Testses! Konnten die nerven! Irgendwann hatten wir gelernt, sie einfach mit zwei Fingern zu fangen und sie an unseren Fliegerfänger zu patschen - das war wesentlich wirkungsvoller als der Versuch, sie mit der Fliegenklatsche zu killen.
Lesser striped Swallow, Kleine Streifenschwalbe -Dank an Konni
(ist das ein Grey Lourie?) Bare-faced Go away Bird, Nacktkehl Lärmvogel -Dank an Konni
Lilacbreastedt Roller, Gabelracke - mit sehr ungewöhnlichem Zuhause
juv. Martial Eagle, junger Kampfadler -Dank an Konni
Dann hielt Emanuel plötzlich an - erbat sich das Fernglas - und zeigte irgendwo ins Gebüsch...Ahhh, mit Tele konnte ich ihn dann auch sehen!
Hinter dem Busch links müsste das Frühstück liegen - aber auch mit Lupe konnte ich es nicht genau identifizieren. Auf jeden Fall war der Mister sehr müde, er gähnte unentwegt - und wartete wohl sehnlich darauf, sich an seine Beute zu machen. Und der junge Schakal wartete auch schon sehr sehnsüchtig.
Teil 619. Feb. 2018
Anschließend fuhren wir weiter an die Sumpf-Flächen des Tarangire. Unmengen an Wasservögeln, Störchen, Ibissen, Kronenkranichen beherrschten die Landschaft.
(Bee-Eater, blue-cheeked,Blauwangenspinte-Dank an Konni )
(Afr.Fish Eagle - Schreiseeadler)
Etwas mehr im Hinterland konnte ich mich an den wunderschönen Euphorbien gar nicht sattsehen, auch Blümchen aller Coleur.
Wenn es nach Emanuel gegangen wäre, hätten wir auf dem Picnic-Platz an den Swamps unsere Lunchpause gemacht - so hätte er wieder ausführlich mit seinem Handy spielen und seinen Kollegen palavern können… - aber wir baten um Weiterfahrt. Pinkelpausen sind überbewertet 🙂 und das Lunchpaket konnten wir auch im Auto essen. Hm, wir merkten ihm seine Enttäuschung an, aber Hunger hatte noch keiner! So fuhren wir also weiter - bis zum Roadblock Elefantenherde, die genüßlich in einer Mini- Pfütze an der Straße "badete" - der Fluss war keine 10 Meter weiter...:)
Langsam schlugen wir den Heimweg an - als wir erst diese Vögel sahen
(Knobbilled Duck,♂Comb Duck,Höckerente -Dank an Konni)
Woodpecker, Specht / Nubian Woodpecker - Dank an Konni)
... und plötzlich wieder unser "Golden Eye" anhielt - wir haben einige Minuten benötigt, um ihn mit Beschreibung, Tele und Fernglas, zu finden:
Da heute fast nur der Tag der "Kleinigkeiten" gewesen ist, schob sich final noch dieser Büffel ins Bild - damit wir dann schon mal die Big Four zusammen.
Müde und erschöpft, es war schwül geworden, fuhren wir in Richtung Camp. Dort wollte ich eigentlich eine Runde im Pool schwimmen - der war so gut frequentiert, dass ich dankend verzichtete, die Dusche allein tat es auch! Am Abend gewitterte es heftig, ansonsten - the same procedure! Und wir freuten uns auf morgen!
Lala Salama!
Teil 720. Feb. 2018
Der Weg ist das Ziel - an einem besonderen Tag!
Es hatte wieder heftig gewittert in der Nacht und der Himmel war noch bedeckt. Das Geburtstagskind mit vielen Glückwünschen bedacht, auch aus der Heimat, bekam seinen Geschenkgutschein - auf die Einlösung musste er aber noch zwei Tage warten! Wieder hatten wir mit Emanuel eine Abfahrtszeit von 8.00 Uhr vereinbart. Wir checkten nach dem Frühstück aus - es ging an den Melonen-Feldern der Kleinbauern über eine rumplige kleine Dorfstraße auf die Hauptstraße, die A104. Wir fuhren durch kleine Orte, oft wurden die Gemüse-Ernten am Straßenrand angeboten.
Beim Tankstop konnte ich diese drei Herren beobachten -
Pole-pole
Traditionell
Tres chic (das Jacket war aus knallrotem Samt, mit schwarzem Satin abgesetzt! Fuhr er so zur Arbeit, vielleicht eine Bewerbung?
Nach dem Abzweig in Richtung Ngorongoro / Serengeti hatte der Fluss ganze Arbeit geleistet - er hatte die Brücke komplett weggespült. Es war, glücklicherweise, bereits eine Behelfsstraße gebaut, so kamen wir unserem Ziel langsam näher.
Aber erst die Arbeit - dann das Vergnügen! Wir hielten am African Galleria - Gem & Craft, einem neu erbauten „Konsumtempel“ für Edelsteine, Skulpturen, Shirts und völlig überteuerte Massenware (aus China?) Ein kleiner Holz-Elefant sollte 15US$ kosten, 500g Arabica-Kaffee ebenfalls. Aber der Laden war gut temperiert - und die WCs konnten mit einem Sterne-Hotel mithalten. Big Mama bewachte alles - und ich sah mir immerhin die schönen Tanzanit-Steine an.
Nach der Pause ging es weiter, durch Karatu hindurch,
am Lake Manyara vorbei, (ganz schemenhaft am Horizont)
zum Gate der Ngorongoro Conservation Area (NCA).
Teil 820. Feb. 2018
Ngorongoro! Tor zur Serengeti! Es war der Geburtstag meines Mannes - aber für mich ging ein Traum in Erfüllung! Ich freute mich unglaublich! Durch lichten Regenwald schraubten wir uns immer höher - bis wir am Aussichtspunkt zum Ngorongoro Crater angekommen waren. (wie muss die Auffahrt in den 1950er Jahren gewesen sein?) Die Kraterebene, die Caldera, lag 600 Meter unter uns - wir konnten mit bloßem Auge die Herden von Büffeln und Zebras erkennen - sowie drei der letzten „Hörner“. Schade, dass die Menschen um uns herum so laut und mit ihren Selfis beschäftigt waren.
Es war gegen 11.00 Uhr und wir fuhren weiter, nachdem Emanuel sich ausführlich mit allen Fahrern ausgetauscht hatte, wer woher wohin…. Nach knapp 10 km erlebte ich den nächsten Gänsehaut-Moment - vor dem Grabstein von Michael Grzimek und dem Gedenkstein für seinen Vater. Beiden wird eine sehr tiefe Verehrung im Land entgegengebracht. Dieses so arme Land, dass ca. 25% seines Territoriums unter Naturschutz gestellt hat.
Wir fuhren an saftigen Weiden vorbei, auf denen einträglich die Rinder und Ziegen der Massai - zusammen mit Gnu und Zebraherden grasten.
Zum Lunch hielten wir an der anderen Seite des Kraters, hier gab es ein Gate in den Krater hinein.
(Die Zebras grasen gleich um die Ecke)
War ich hier noch hoffnungsfroh, dass wir bald ankommen würden, bereitete Emanuel uns schonend darauf vor, dass nun der Teil der „Serengeti Massage“ folgen würde. Es begann eine Steinpiste, die man wirklich nur „überfliegen“ konnte. Waren wir froh, hier nicht allein fahren zu müssen! Zudem herrschte reger Verkehr, bei jedem entgegenkommenden Auto mussten sofort die Fenster geschlossen werden. Langsam legte sich eine hellgraue Staubdecke über alles…. Aber die Landschaft entschädigte! Überall waren Massen von Zebras und Gnus, dazu erblühten die Weiden mit weißen Blümchen.
Nach zwei Stunden Fahrt fragte ich vorsichtig an, wie lange es noch dauern würde - „ähm, noch zwei Stunden…oder ich erhöhe das Tempo“! So wurde aus Pole-Pole mit 60kmh, „volle Pulle“ mit 80 kmh. Und tatsächlich, nach einer Stunde bogen wir ab (es gab kein Schild, kein Hinweis - Nichts! Ich fragte mich, woher unser Fahrer wusste, dass es hier irgendwo eine Lodge gab. Es gab nicht einmal Reifenspuren... Dann aber war ein erster Funkmast auszumachen - und wir erreichten die Ndutu Safari Lodge.
Nie war eine Dusche schöööööner! 🙂
Teil 921. Feb. 2018
Im Vorwege, bei der Planung fast genau ein Jahr zuvor, wurde mir hier zu fünf Tagen „Ndutu“ geraten. Hm, Ndutu - noch nie gehört. Man möge mir verzeihen! Also habe ich meine Planung auf drei Nächte dort umgeändert, ich war skeptisch…. Nun waren wir also im Ndutu Gebiet, im letzten Zipfel zwischen Serengeti im Norden und Ngorongoro Area im Süden, direkt am Lake Ndutu. Ndoto heißt „Traum“ - es sollte einer werden! (vielleicht weiß jemand, was "ndutu" bedeutet?)
Die Lodge, mit 34 Chalets recht groß, bereits 1968 errichtet, strahlte zwar den Charme der 70er Jahre aus, aber die Lage war toll - mit Blick auf den etwas entfernten Lake Ndutu, die Tiere kamen ungehindert auf die Anlage, die vielen Vögel wurden gut versorgt - und wir Gäste auch.
Ein liebevoll arrangiertes Dinner, sehr gutes Frühstück und sehr gutes Servicepersonal. Jaa, hier hätten wir es länger aushalten können. Und - für mich wirklich gut - ich konnte meine Mähne mit einem Fön bändigen (ohne hätten mich die Löwen fast adoptiert).
Wir ließen den langen Fahrtag (6 Stunden hatten wir ca. benötigt) nach dem Dinner noch lange auf unserer kleinen Terrasse ausklingen, gut geschützt gegen winzige Mücken. Wie die in die Haut kommen konnten, war mir ein Rätsel. Aber mehr Angst machten mir die Fledermäuse - und später die Hyäne, die hingebungsvoll heulte.
Am nächsten Morgen wurde ich früh geweckt - der Übertäter war schnell ausgemacht. Wie konnte ein so kleiner Federball sooo laut zwitschern?!
Schon mal wach, habe ich seine Kollegen auch gleich versucht!, zu fotografieren. (Ich bewundere alle Birder!)
White crowned Shrike (Weißscheitelwürger), Dank an Konni
Nach dem sehr guten Frühstück fuhren wir um 8.00 Uhr - mit Lunchpaket - los.
Zunächst am Lake Ndutu vorbei, trafen wir auf sie
Emanuel meinte, dies sei eine "Hochzeitsreise" - der Pascha wirkte aber recht schläfrig...
aber wir mussten nicht lange warten
- ausruhen - und Sie startete einen Flirtversuch
und Er erfüllte seine Pflicht.
Danach wieder Erholung
Dann bemerkte Sie wohl, dass sie Zuschauer hatten - und verließen die Bühne.
Wir fuhren weiter - und sahen jetzt auch das "Futter" für die Löwen
aber kurz danach fesselte uns wieder der König der Tiere:
Er probierte auch mal - aber seine Damen hatten keine Lust
Ein letzter Blick - und wir fuhren weiter. Die Zebras waren schon etwas älter, aber noch immer sehr süß!
Teil 1021. Feb. 2018
Wir waren noch keine zwei Stunden unterwegs, da sahen wir ein anderes Auto stehen. Emanuel wollte es eigentlich ignorieren - wir hatten schnell bemerkt, dass er seine Sichtungen allein machen wollte - um sie anschließend per Handy weiterzugeben. Aber ich bat ihn, doch mal „vorbeizufahren“. Es lohnte sich!
Der Gepard lag in der Sonne (von der anderen Seite hätte man ihn in der Senke gar nicht bemerkt) -und machte keine Anstalten, sich zu bewegen. Offensichtlich war es zu heiß, so fuhren wir nach einer Weile weiter. (Vielleicht interessant - wir standen mit insgesamt 4 Autos dort.) Eine Hyäne - entweder vollgefressen, satt -oder trächtig - lies den Geparden nicht aus den Augen. Und wir sie und ihre Familie nicht...
Wir hielten bei einer weißen Akazie, einer Pfeifen- oder Flöten-Akazie. Die Früchte werden von Ameisen angebohrt und wenn der Wind durch den Baum bläst, pfeift die Akazie.
Weiter ging es am Kori Bustard, der Riesentrappe, vorbei - die wir oft sahen.
Dann sah Emanuel über uns Eagle fliegen.... und vor uns saß der Grund - die Mahlzeit war aber leider gerade beendet! (sorry, es wird bilderlastig - ich konnte mich nicht entscheiden)
(vielleicht war die Antilope doch etwas zu viel...)
Mutter und ihre vier Jungen machten sich dann wortwörtlich vom Feld - andere übernahmen... ein Eagle (welcher?)
Tawny Eagle (Raubadler)
Nach soviel Schönem musste ich mich erstmal ins Gebüsch schlagen, man soll ja viel Wasser trinken bei der Wärme.... den Akazienstrauch ? musste Emanuel aber erstmal umfahren, bevor ich mich mutig zwischen die Dornen gequetscht habe! Dann gab es auch noch die vielen anderen Schönen des Gebietes
und wir machten unter einer großen Schirmakazie unsere Lunchtime.
Später, wir waren schon langsam auf dem Heimweg, sah Emanuel den "Geierbaum",
der sein Interesse weckte - und richtig - zwei Brüder:
Erstaunlich fanden wir die nahebei stehende Zebraherde.
Glücklich fuhren wir heimwärts, an der Ebene am Lake Ndutu vorbei
und damit der Tag auch richtig rund wurde -
Löwe #9 heute. Wir waren wirklich sehr zufrieden mit unserer "Sichtungsquote". Bei einer Tasse Tee, Auge in Auge mit vielen Piepmätzen - und später noch mit einer ganzen Zebraherde im Garten, ließen wir den Tag fast ausklingen.
Vielen Dank an Konni, die sich die Mühe macht, meine Vögel alle mit Namen zu versehen! 😘
Teil 1122. Feb. 2018
Nachdem wir, nach gutem Dinner, wieder lange (gut geschützt gegen die Mücken) draußen gesessen, ich habe meine Fotos gespeichert - und unser Equipment entstaubt. In der Nacht hörte ich ein Geräusch auf der Terrasse, glaubte an eine Fledermaus. Später hörte ich einen Löwen brüllen - und Emanuel berichtete später vom aktiven Löwen im Camp…. Hui, da war ich aber froh, dass ich zu müde war, um auf der Terrasse nachzusehen!
An diesem Morgen gingen wir bereits um 6.30 Uhr zum Frühstück, wir fuhren um 7.00 Uhr los - wollten wir doch zum Lunch zurück in der Lodge sein. Zunächst ging es zum Lake - der silbern im ersten Sonnenlicht lag. Die Flamingos konnte ich kaum im Gegenlicht erkennen.
Die stets neugierigen Zebras begrüßten uns, dann die Hartebeest.
Und dann waren die zwei Schwestern da
sie waren vermutlich auf dem Heimweg - wir waren uns nicht sicher, ob ihr Nachwuchs vielleicht irgendwo sicher versteckt wurde
dann liefen sie munter zwischen unseren fünf Autos hindurch, verloren sich auch mal aus den Augen
- kein Wunder bei den Fliegen -
(wie klein ihre Pfote gegen die männliche Pranke ist)
bis sie final im Schatten das richtige Plätzchen fanden - für uns das Signal zum Aufbruch.
Teil 1222. Feb. 2018
Es ging an Zebra und Gnu-Herden vorbei
da liefen die Beiden uns plötzlich vor die Linse - ahhh, das sah vielleicht nach Kill aus! Hatten wir noch nie gesehen, wir waren gespannt,, was passiert. Hier standen wir eine ganz Weile, bis drei Autos eintrafen. Die Fahrer achteten darauf, dass kein Auto im „Jagdweg“ stand, mit wirklich großem Abstand - alle warteten ….
Aber - das hatten sich die Geparden anders vorgestellt - nach kurzem, vergeblichen Sprint in die Menge wurden sie plötzlich von den Gnus „eingekesselt“. Die Gnus wichen nicht wie erwartet zurück, nein sie gingen im Halbkreis auf die Geparden zu.
Etwas bedröppelt und ratlos standen sie da.
Da half dann nur der gelangweilte majestätische Abgang! Die schmerzliche Niederlage musste erstmal überwunden werden!
Dabei warteten schon in der Nähe Schakal, Geier und Hyänen.
Die Zebras sahen sehr zufrieden aus - und die kleinen Jährlinge einfach entzückend.
Mit „Oma-Blick“ habe ich bei jeder trächtigen Stute hingesehen, ob sich vielleicht eine Geburt anbahnt…
So fuhren wir zügig weiter - und wurden durch ein anderes Auto aufmerksam - Emanuel war froh, konnte er doch wieder etwas plaudern und nachfragen, ob es vielleicht besondere Sichtungen gegeben habe. Er suchte noch immer für mich einen Leoparden - „aber vielleicht werden wir morgen sehen“! Mit Leoparden konnte er auch dieses Mal nicht dienen - es waren wieder zwei Geparden.
Wir fragten uns, ob es „unsere“ von eben sein könnten - nein, dann hätten sie im Sprint an uns vorbei gemusst. Die beiden waren etwas unkooperativ, so fuhren wir bald weiter. Es war ja bald Lunchtime....
Teil 1323. Feb. 2018
Wir fuhren am Lake Masek an den schönen, riedgrasbestandenen Swamps vorbei- Halt: Kronenkraniche!
Da kann sich das andere Federvieh doch mal ein Beispiel nehmen, langsam schreitend, fotogen in jeder Pose, der entzückende Fascinator sitzt immer - und kein aufgeregtes Gehüpfe und Geflatter! Ok, auch der Scared Sacred Ibis 😉 und der stolze Solitär machen was her - und sind gute Models.
Etwas weiter kurvt Emanuel plötzlich zielsicher um einen Baum herum, auf dem ein Geier saß…Mein erster Blick: Rippchen! Grrrr - mit einem viertel Zebra!
Dann unser suchende Blick:
Halbwegs satt und erschöpft langen die Beiden da. Aber eben nur halbwegs - als ich mein Fenster aufschob, um eine bessere Perspektive als von oben zu haben, fauchte mich die Löwin mächtig an. Und nicht nur ein Mal. Oha, zum ersten Mal hatte ich richtig Angst, nicht nur Respekt vor einem Löwen. Dabei wollte ich gar nichts abhaben vom Kill…
Löwin Nr. 2 ging dann vorsorglich unter den anderen Baum - zum Zebra - zurück, um ihre Besitzansprüche deutlich zu machen. Da auch „Nahrungsaufnahme“, auch wenn sie von niedlichen Tieren stammt, zur Tierwelt dazu gehört, habe ich die (recht unblutigen) Fotos mit eingesetzt.
Ein letzter wehmütiger Blick auf die Löwin (ausgerechnet heute hatten wir uns für den Lunch in der Lodge angemeldet) -
für uns war es längst Zeit - hoffentlich gab es nicht tatsächlich Spareribs - nur ein anderes Auto war inzwischen eingetroffen. Wir fuhren am Lake Ndutu vorbei zurück zur Lodge.
Es gab Burger! 🙂
Nach dem Essen saßen wir vor der Terrasse bei einer Tasse Tee und ich beobachtete die Vögel. Endlich saßen Gabelracke, Webervogel und Dreifarben-Glanzstar auch mal still, sie hatten sich wohl ein Beispiel an den Großen genommen...
Anschließend sicherte ich schon mal die Fotos, am Abend war wieder etwas Packen angesagt. Gegen 15.30 Uhr fuhren wir wieder weiter - und kamen nicht weit. Diese beiden Löwinnen hielten zunächst noch Siesta (wir glaubten, dass es nicht unsere „Lunchlöwinnen“ waren) - irgendwie sahen sie nicht glücklich aus. Es war allerdings recht schwül-warm geworden, Gewitterluft.
Und dieses Katzenpfötchen der einen Löwin extra für Kordula! 🙂
Teil 1423. Feb. 2018
Nach den Löwen, eine Giraffe, wie schön - hatten wir lange nicht mehr gesehen
und dann stand da auch noch der graue Riese. Der schlug sich zwar gleich in die Büsche - aber wir sollten ihn gleich wiedersehen.
Und als Tagesschluss - auf der Riverbank am Lake - eine einsame Löwin
Wehmütig saßen wir nach dem Dinner auf der Terrasse, allerdings nicht so lange wie an den Abenden zuvor: wir hatten doch zuviel Respekt vor den Löwen! Schade, voll Wehmut dachten wir an die Abreise am nächsten Morgen - aber freuten uns auch auf die Serengeti.
Teil 1524. Feb. 2018
Am nächsten Morgen wurde ich wieder früh von dem kleinen Kerlchen geweckt - die Phonestärke war unglaublich für so ein Federbällchen
- und nach dem Frühstück ging es zunächst um den Lake Ndutu herum. Huch- ich dachte, wir würden in die Serengeti Area fahren! Nein, so einfach kann man nicht zwischen Ngoronoro und Serengeti wechseln… (für uns alles unverständlich - wie soll man das alles als Alleinfahrer wissen?) Später erst verstand ich die 24h-Regel, dazu äußerte ich Emanuel allerdings nicht. Wenn wir sehr früh in die Region eingefahren wären, hätten wir auch früh wieder raus gemusst.
An der Riverbank entlang verabschiedeten sich die „üblichen Verdächtigen“,
Und endlich konnten wir auch Elands in Ruhe ansehen, bislang hatten sie stets im Galopp das Weite gesucht.
Die Herde von neun Giraffen hatte es allerdings eilig
dazu ein Long-crested Eagle (Schopfadler)
Dann sahen wir ein Auto an einer kleinen Anhöhe stehen, ein weiteres kam angesaust -
fünf Löwen lagen locker verstreut. Sie lagen fast bewegungslos - die Nacht muss wohl lang und anstrengend gewesen sein.
Damit ich noch besser sehen konnte, wollte ich Dummi dann tatsächlich einen Akazienzweig beiseite schieben…. Ein Dorn schob sich unter meinen Fingernagel, dass mir ganz schwindelig wurde. Wie kann man denn soooo dumm sein?! Emanuel war etwas besorgt, würden doch einige Bäume auch gern Vergiftungen hervorrufen. Sofort habe ich versucht, die Stelle ausbluten zu lassen und ständig am Finger gesaugt. Ich kam mir zwar etwas kleinkindhaft vor, aber nach zwei Tagen war der Vorfall ohne Entzündung vergessen.
Wir fuhren dann zum Airstrip, um uns in der Ndutu Region abzumelden, dann zurück zur Border Post Station, um uns in der Serengeti Area anzumelden.
Das Ganze dauerte fast 40 Minuten - wir haben wirklich die Uhr…. 🙂 Aber zwei Lovebirds vertrieben mir die Zeit, leider hatten sie sich wieder sehr weit oben im Baum ihr Nest gesucht:
Und endlich ging es in die südliche Serengeti - meine Erwartungen waren recht hoch! Ein Elefant begrüßte uns zunächst, dann zeigte er kein Interesse mehr
Wir fuhren eine ziemliche Anhöhe im Tiefsand hinauf - schon wieder waren wir froh, nicht allein fahren zu müssen. (falls man es noch nicht bemerkt hat, wir sind nicht sehr abenteuerlustig 🙂 )
Auf der Hochebene war ich zunächst etwas enttäuscht: das sollte die Serengeti sein ? Hm, die hatte ich mir ganz anders vorgestellt. Dies sah nach örtlicher Kuh-Weide aus, viele blühende (Un)Kräuter. Na gut, es mag ja noch anders werden….
Aber eine Giraffe und ein ganz frisches Kalb (bei Mama sieht man noch etwas Blut am linken Hinterteil) versöhnten mich.
Unter einer großen Akazie machten wir unsere Lunchpause (die Lunchpakete wurden jeweils von der Lodge gepackt und waren ca. 25x25 cm große Pappschachteln; gefüllt mit Wasser, Saft, Obst, Sandwich und oft gebratenem Huhn oa.)
(es geht gleich weiter, ich muss mich nur noch bei der nächsten Sichtung mit 101 Fotos für einige entscheiden... 😗 )
Teil 1624. Feb. 2018
Jeden Baum scannte ich sorgfältig ab - ein schöner Leopard fehlte mir noch. Wir fuhren weiter, auch Emanuel war auf der Suche nach dem „Tageshighlight“… Plötzlich fuhr er auf einen Baum zu - und neben uns lag ER. Und jetzt muss ich leider eine Foto-Story erzählen, es wird recht bilderlastig.
Neugierig blickte er auf, rollte sich dann fast um sich selbst, um seine Beute zu fixieren - Meins!
Müde gähnte er dann vor sich hin, die Dornen waren etwas störend, aber ich ignorierte sie geflissentlich! Emanuel wollte unsere Position ändern, aber wir hatten Angst, den Löwen damit zu vertreiben. Der Pascha kaute an dem Dornengesprüpp herum
und dann konnten wir auch sehen, warum er auf den Dornen kaute - ein Zahnarztbesuch wäre ratsam!
Plötzlich kam Bewegung in den Löwen, er setzte sich auf, packte kurzentschlossen seinen Kill, drehte sich um 90 Grad - und packte seine Mahlzeit außerhalb der Dornen aus!
Wir veränderten auch unsere Position - freie Auswahl hatten wir ja, wieder waren wir ganz allein! Tja, und dann begann die Vernichtung des Gnu-Jährlings….
Nach weit über einer Stunde überließen wir dem Löwen seinen Platz allein. Wie grausam Natur doch aussieht...
... ein paar Meter weiter: so dicht lagen Leid und Glück beieinander!
Ein paar knopfaugigen Mungus begegneten wir
und einem jungen Giraffenmädchen, das uns aber ignorierte.
Dann waren wir auch schon am Kati Kati Camp - nur leider dem falschen! Es gibt inzwischen wohl ein zweites. So kurvten wir durch viel tiefen, losen Sand - um endlich im Serengeti Ndutu Kati Kati Tented Camp (wow, was für ein Name!) mit gekühlten Tüchern und Saft empfangen zu werden. Das Camp besteht aus 12 mobilen Zelten (von Dezember bis März), die gut eingerichtet sind. Es gibt im hinteren Bereich ein festes Waschbecken mit fließend Wasser, abgeteilt davon ein separates WC und eine Dusche, als Bucket Shower.
Das Restaurant-Zelt ist in der Mitte angeordnet, hier gab es eine große Charging Station und einen Trinkwasserspender. Die Wasserbehälter vor dem Zelt dienten als „Waschküche“ - ein großer, abgedeckter Eimer voll sonnenwarmen Wasser und angehängtes Waschpulver konnten so genutzt werden.
Zum Abend wurden Petroleum-Leuchten entlang des Weges und vor jedem Zelt angezündet, ebenso ein großes Lagerfeuer in Front des Restaurants.
Nachdem wir geduscht und uns häuslich eingerichtet hatten, wusste ich dann auch endlich, WO wir eigentlich waren…. Direkt oberhalb des Lake Ndutu, die Ndutu Safari Lodge konnten wir abends erkennen.
Unseren Sundowner nahmen wir hier am Feuer ein, das die Mücken gut vertrieb.
Auch hier gab es ein sehr schmackhaftes Drei-Gang-Essen, alles wurde aus Schalen am Tisch serviert. Anschließend wurden wir von einem Massai zum Zelt zurück begleitet.
Die Lampen waren eigentlich nicht notwendig, ein „Supermond“ erhellte die Szenerie. Wir saßen nicht mehr lange vor dem Zelt, denn morgen mussten wir früh aufstehen!
Teil 1713. März 2018
Während der Nacht heulte ziemlich nah eine Hyäne, sie trug bei mir nicht zu einem tieferen Schlaf bei. Denn ich durfte nicht verschlafen - warum eigentlich ICH? Weil ich quasi der Verursacher war. Die Einlösung des Geburtstagsgutscheins war fällig … Herr Friedrich hatte alles im Vorfeld perfekt organisiert, die Agentur hatte auch Emanuel informiert, dass er bis zum Geburtstag keine Organisationsabsprachen treffen durfte.
Nun als sollte mein Mann um 5.40 Uhr im KatiKati Camp abgeholt werden. Ein Auto hörte ich schon um 4.30 Uhr - oh Schreck, hatte ich etwas falsch verstanden??? Um 5.30 Uhr hörte ich dann Schritte, Mann war gerade fertig im Bad - der Massai begleitete ihn zum Auto, das um 5.35 Uhr vorgefahren kam. Da soll noch einer sagen, die Afrikaner hätten die Zeit!!! 🙂
Ich konnte nicht wieder einschlafen, also „bewaffnete“ ich mich mit meiner Kamera und ging in den beginnenden Morgen - und kurze Zeit später sah ich ihn dann!
Ein paar Vogelbilder später ging ich zum Frühstück -
(diesen "Grünling" konnte ich absolut nicht finden) - ist ja auch eine Blauracke! Danke, Matthias! dann kam Emanuel hinzu und wir konnten uns aus einem liebevoll arrangierten Buffet unsere Lunchpakete selbst zusammenstellen und die Papp-Box befüllen.
Ich fuhr dann mit Emanuel eine größere Runde, bei der wir aber nichts Aufregendes sahen, die Reste der Geier holte sich später eine Hyäne. Ansonsten sahen wir Gnus, Gnus, Gnus - ab und an auch mal Zebras, dann wieder Gnus…
Auch eine Thomson Gazelle stand mal als Modell, ein Schakal und eine Hyäne hatten schon gefrühstückt.
Jetzt hoffe ich, dass ich die Grant Gazelle noch richtig zugeordnet habe.
Es war also auf der Erde recht ruhig, den Wolken ein Stück näher war es wohl interessanter. Wir hielten nämlich in gebührendem Abstand zu den Ballonfahrern - wollte ich doch meinen wieder in Empfang nehmen. Um 7.00 Uhr war der Ballon aufgestiegen, es ging ins Ndutu-Gebiet, wie man am Riedgras erkennen kann, wo der Ballon die Löwen aufschreckte.
Nach einer guten Stunde geht es sanft wieder abwärts, anschließend gibt es einen Champagner Tauf-Empfang. Dann wird im Konvoi zum opulenten Open-Air- Frühstück gefahren. Das Ganze endet dann mit eine Urkunde, gegen 10.00 Uhr. Wir luden also unseren glücklichen Ballonfahrer ein - er war beeindruckt und sehr zufrieden. Anschließend fuhren wir in Richtung Serengeti Gate - bis zum Abzweig (Thomas, das ist vermutlich der Weg, den Du meinst)
Vergebens suchte Emanuel die Ebene nach Geparden ab - nur die Gnus und Zebras gingen zuverlässig auf ihrem Weg, alle in eine Richtung. Dabei war es heiß geworden - nein, es ist kein See, was dort flirrt!
So fuhren wir zunächst in Richtung Camp zurück, dann nochmals an den Geiern vorbei - immer mit der Migration. Wohin wollten die Tiere so zielstrebig?
Gegen Mittag, ich war schon etwas „gelangweilt“ - vor allem hatte ich auf eine Geburt gehofft…. - sahen wir das Ziel der Herden: eine Swamp-Gebiet, ein leichter Talkessel, saftig grün und voller Tiere! Gnus und Zebras in Massen! Was für eine Geräuschkulisse. Und landschaftlich wunderschön! Emanuel suchte einen Lodgenplatz zum Picnic - dabei beobachteten wir zwei andere Autos, deren Insassen alle das Fahrzeug verließen….
Nachdem wir diese herrliche Aussicht genossen und aufgegessen hatten, unterhielt sich Emanuel noch mit einem Fahrer. „ Und, was gab es zu sehen“, fragte ich neugierig. „Augen zu“ - kam der Befehl von vorn!
Hah, manche Wünsche gehen doch wirklich in Erfüllung! Wir sahen den Beiden lange zu - bevor wir uns auf den Rückweg machten. Die Geier hatten inzwischen der Hyäne die Reste überlassen und eine hübsche Schildkröte war wohl auch auf dem Heimweg.
Im Camp angekommen, kochten wir uns unseren Tee, setzten uns vor unser Zelt und genossen den Tag im Rückblick - mit Blick auf den Lake Ndutu. Nachdem wir unser bestelltes Duschwasser und unser Zelt gegen unseren leicht verwirrten,schon recht betagten Nachbarn, standhaft verteidigt hatten 🤩 - genossen wir den Rest des Abends am Lagerfeuer mit einem Sundowner und später das Dinner. Dann hieß es wieder kurz zusammenpacken, am nächsten Tag sollte es jetzt wirklich in die "richtige" Serengeti gehen!
Teil 1824. März 2018
Central Serengeti
Um 6.30 Uhr gingen wir zum Frühstück, packten unsere Lunchbox, füllten die Staff-Box und fuhren mit einem weinenden Auge ab - das andere lachte und freute sich: Serengeti, wir kommen! Wieder fuhren wir den langen Weg durch die Ebene, in der Früh staubte es noch nicht so sehr. Aufregendes gab es nicht zu sehen. Und dann waren wir dem Ziel sehr nah: doch wo war das „richtige“ Serengeti-Schild? (Hier habe ich etwas geschummelt, dieses Gate sahen wir erst auf dem Rückweg, wir kamen jetzt ja aus der Ndutu -Ecke.)
Emanuel parkte uns am Gate, wir schlenderten in den kleinen Shop … und die Augen meines Mannes wurden immer größer: eine tolle Weinauswahl, ua. Kanonkop und Chocolate Block, für 30.000TS. Einige Flaschen wechselten den Besitzer. Dann endlich waren alle Papiere ausgetauscht und wir fuhren in die Serengeti. Emanuel fragte mich, was denn noch übrig sei von meinen Sichtungswünschen - oooch, mir fiel sofort etwas ein: 1. Löwen auf Kopje 2. Leopard im Baum 3. Löwe beim Kill Ohje, … vielleicht werden wir sehen!
Zunächst sahen wir: Gnus und Zebras, Zebras und Gnus.
Dann, nach ca. einem Kilometer fragte unser Fahrer: und wer sieht was? Nein, selbst mit Fernglas konnten wir ihn nicht entdecken, die Autos sausten auch an uns vorbei, aber so ein Löwe ist ja doch immer neugierig und sah zu uns, als wir stoppten- dieser hatte links neben sich ein Zebra liegen, das konnte ich aber nur später mit Lupe auf dem Bildschirm sehen.
Ein Sekretär begrüßte uns huldvoll
Weiter ging es durch wunderschöne Landschaft, nein, so hatte ich mir die Serengeti nicht vorgestellt. Ich hatte bisher geglaubt, es ist nur eine weite Ebene.
Ich konnte mich an den Kopjes, den wunderschönen, geschliffenen Steinfelsen und den grünen Oasen gar nicht sattsehen. Auch ohne Löwen fand ich sie grandios. Wir sahen Giraffen, Büffel, Elefanten, an einem Dam einige Hippos -
Und wir fuhren an einem Gebiet vorbei, an dem ein Private- Schild stand, hier lebten, gut bewacht, die Letzten der Big Five. Nur einem Auto begegneten wir hier, Smaltalk der Fahrer - und ich freute mich, denn soviel verstand ich schon von der Konversation….
Leider war der Leo nicht sehr kooperativ und sehr weit weg, aber immerhin!
Weiter ging es an vielen Kopjes vorbei, an einem Felsen machten wir halt.
Hier gab es einen „Signalstein"? (vielleicht weiß noch jemand, wie dieser "Konversations-Felsen" genannt wurde?) Und einen anderen Guide -da wollte unser Emanuel doch gleich Lunch machen… Nein, wir nicht. Es war noch zu früh -und so gemütlich sah der nackte Stein zum Sitzen auch nicht aus. Also fuhren wir weiter, auf eine kleine Anhöhe hinter dem Dam. Wir aßen unsere Lunchbox, Emanuel umrundete das Auto und wir fuhren ein kurzes Stück, bis ich auf der linken Seite malerisch einen Elefanten stehen sah.
Emanuel grinste und meinte, ich solle doch vielleicht lieber leise nach rechts sehen….
Eine Löwin, die sich ein kleines Warthog als Lunch auserwählt hatte und sich ganz langsam anpirschte. Ohh nein, ich wollte ja eigentlich einen Kill sehen, aber doch nicht den Winzling! Die Löwin duckte sich im hohen Gras, wir standen unmittelbar hinter ihr, sie bemerkte uns nicht - sondern schob sich Zentimeter für Zentimeter an die kleine Familie. Ich kämpfte - nicht nur mit meinem Gewissen - mit Mücken, meinem Sitz rittlings auf der Rückenlehne und gegen die Schwerkraft meines Objektivs. Schließlich entschied ich mich, nur noch zu beobachten.
(Der Mini liegt ganz rechts)
Nach genau 50 Minuten in sengender Mittagshitze sprintete die Löwin los, Vater Warthog kreuzte, Mutter stand im Weg, so dass die Löwin Haken schlagen musste ….
- und letztlich verlor und etwas bedröppelt da stand! Ich freute mich sehr für das Kleine! Das war ja schon mal ein toller Auftakt Die Löwin zog schließlich von dannen, genau in die Richtung, in der ein Versorgungs-LKW parkte. Wir fuhren kurz dorthin, um die Fahrer darauf aufmerksam zu machen, dass eine Löwin auf Futtersuche sei…. (Leider hatte ich in der Aufregung vergessen, meine Kamera auf Serienbild umzustellen. Und wenn ich nicht versucht hätte, gleichzeitig Jäger und Gejagtes im Sucher zu behalten, wären die Aufnahmen vielleicht auch brauchbarer geworden.)
Dann kam unsere Cool-Down-Phase,
eine Giraffenherde und eine große Elefantenherde, mit wirklich süßen Lütten.
Nach den Elefanten, die inzwischen von einigen Fahrzeugen flankiert wurden, fuhr Emanuel zu einem Baum auf der anderen Seite - und ich entdeckte sie auf Anhieb - und wieder hatten wir ihn / sie für uns ganz allein! Jetzt muss ich leider ziemlich viele Fotos zeigen - der Leo war nämlich ein wirkliches Modell, alle paar Minuten bot er eine neue Pose, eine andere Position, drehte und wendete sich! Allerdings war leider das Licht nicht sehr gut.
Wunderschön! Herrlich! Ich liebe Leoparden! Ich war total versunken - und, ich habe später gezählt - wir hatten 10 Autos um uns herum. Da wir die Pole-Position hatten, hat es uns überhaupt nicht gestört.:)
Dann machten wir uns an unsere Unterkunftssuche - die gestaltete sich schon schwieriger! Da schaltete Emanuel das einzige Mal sein Funkgerät an, denn wir fanden das Zeltcamp nicht. Und als wir endlich am Hinweis standen - nahmen wir prompt die falsche Wegseite (das Schild stand mittig auf einer Abzweigung) .
Irgendwann, ich glaubte schon, dass meine Blase es nicht mehr schafft….. erreichten wir das Tortillis Camp im Seronera Gebiet. (Acacia tortilis - Schirmakazie)
Hier wurden wir mit nassen Tüchern empfangen - und auch hier gab es eine Bucket-Shower. Zum Abendessen konnten wir allein gehen - zurück wurden wir begleitet. Das war wohl auch gut so, denn ganz in der Nähe brüllte ein Löwe die halbe Nacht. Ein aufregender Tag in der Serengeti ging zu Ende!
Teil 1925. März 2018
Obwohl der Löwe uns während der Nacht gut zu unterhalten versuchte, haben wir sehr gut geschlafen. Das Tortilis Camp besteht aus 10 neuen Zelten, mit einem kleinen Vorzelt mit hübschen Korbmöbeln. Strom für Licht, Handy und Kamera-Aufladung gibt es im Zelt, Laptops mussten im Mainzelt geladen werden. Auf dem Weg zum Frühstück begrüßte uns ein Shrike (laut „Sasol“ Longtailed, ich denke aber Magpie Shrike-Elsterwürger)
und hier kam dann die Ernüchterung -
nirgends gab es ein so schlechtes Frühstück wie in diesem Camp: Käsestiftchen wurden immer nur paarweise nachgelegt, der Joghurt war total körnig, ausgeflockt und abgesetzt, d.h. er ist nicht gekühlt worden, Rühreier mit viel Mehl gestreckt, der Kaffee farblich konnte gut mit dem Tee konkurrieren. Egal, der Hunger treibt es rein, wir fuhren los - zunächst mit geschlossenem Dach, da es im kleinen „Dschungel“ bis zur Hauptstraße massig Tsetses gab - auch weil dort viele Büffel standen.
Wieder faszinierte mich die Landschaft - auch ohne Tiere wunderschön. Aber sofort schoben sich die Impalas und Elefanten ins Bild!
Unser erstes Ziel war der Hippo Pool - und dort gab es gleich eine Attraktion: die junge Asiatin musste ich einfach fotografieren. Soviel zur Frage, was man für Afrika NICHT in den Koffer packen sollte!
Die Hippos ruhten in ihrem Planschbecken, verspätete Neuankömmlinge traten erbarmungslos auf die Schläfer
Achtung, Sonnenbrandgefahr!
- und alle hielten viel von Sauberkeit. (da bekommt das Wort "Klobürste" doch gleich eine andere Bedeutung 🤩 )
Anschließend fuhren wir zurück, machten einen Schlenker über die Brücke in Richtung Kenia (wären nur ca. 100 km) - um dort nochmals die Hippos mit mehr Platz am hübschen Flusslauf zu beobachten.
Dann ging es in einen Loop - zuerst lief ein Hornrabe vor uns davon
und dann entdeckte Emanuel die Löwen unter dem Baum.
Wieder waren wir allein und da sich nichts tat, drehte ich mich auf die andere Seite, um schlechte Fotos vom einzelnen Hippo zu machen, das wohl auf dem Weg zurück in den Fluss war.
Als ich mich wieder umdrehte, hatte der Pascha seine Position verändert, wir hatten die Hoffnung, dass er vielleicht seine Partnerin zum Hochzeitstanz auffordern würde.
Nix- er hatte ebenso wenig Lust wie unser Emanuel heute. Der war nämlich auch etwas wortkarg und tickerte unentwegt auf seinem Handy herum - wir glaubten, er bekam langsam Heimweh. So standen wir ca. eine Stunde bei den Löwen - und da absolut nichts passierte, fuhren wir los, in Richtung Lunchtime.
Zum Picnic-Platz am kleinen Grzimek-Museum. Die Giant Owl sah uns schon warnend an -
denn hier traf uns fast der Schlag: Der gesamte Parkplatz war voll, (wo kamen die ganzen Autos her?) , es waren gute 40 Grad in der Sonne und eine Ladung Asiatischer Birder mit wahnsinnigen Kanonenrohren und in voller Tarnmontur sprang auf dem Picnic-Platz umher. Die Klippschliefer, die hoffnungslos fett gefüttert wurden von den Gästen, waren der einzige Lichtblick. Ok, das Lunchpaket auch, es machte das Frühstück wieder wett.
Und dann erzählte uns Emanuel, dass sich, nach dem Essen, ein junger Mann bei uns melden würde, der mit uns in das Museum und eine Tour um das Gelände dort gehen würde. Auf meine Frage, wie lange das dauern würde, hörten wir ca. eine Stunde. Eigentlich wollten wir nur weg!
Nach dem Lunch kam dann der junge Mann, der ein grauenhaftes Englisch sprach. Ich musste ihm dann leider erklären, dass wir bei der Hitze, in prallem Sonnenschein kein Interesse an einem Rundgang hätten - wir hätten eh nichts verstanden. Er tat mir ja auch leid - aber so überfahren lassen wollten wir uns nicht.
So gingen wir in das schön kühle kleine Freiluftmuseum, lasen uns die gut beschriebenen Dokumentationen durch, begrüßten Herrn Grzimek und sein Flugzeug.
Anschließend suchte mein Mann unseren Fahrer - er war nicht ganz amused, dass es weitergehen sollte…. Aber es war schließlich unser letzter Tag in der Serengeti - und ich wollte doch sooo gern Löwen auf den Kopjes sehen!
Schon am Vormittag hatten wir einige Autos unter einem Baum stehen sehen - Emanuel jedoch wollte sich nicht einreihen- ein Leopard würde auf dem Baum liegen 🤩 und wir hätten doch gestern unseren Leo gesehen. Na, Leoparden kann ich nicht genug sehen - also sind wir doch hingefahren. Naja, unser Guide hatte recht - das Tier lag etwas unglücklich und wenig repräsentativ.
Schnell drehten wir also ab und fuhren die Kopjes ab, in der Hoffnung, dort Löwen zu sehen. Ein großer Elefant schritt langsam auf uns zu
und die Kopjes waren auch ohne Löwen zauberhaft anzusehen. Naja, meine Hoffnung lag auf morgen. Emanuel meinte wieder einmal: „Vielleicht werden wir morgen sehen…“
Auf dem Heimweg bestaunten wir dann noch einen Sekretär, der aus seinem Nest zu uns herunter sah.
Zur Teatime waren wir zurück im Camp und genossen nach einer Dusche den Tee vor unserem Zelt.
Der Sundowner schmeckte auch, ebenso wie das Dinner später. Schade, morgen mussten wir die Serengeti schon wieder verlassen.
Teil 2026. März 2018
Unser Safari-Urlaub neigte sich mit Macht dem Ende zu - mit Wehmut fuhren wir, wieder nach schlechtem Frühstück - ab. Bezeichnend hier vielleicht, dass der Manager der Lodge (ein Massai?), den wir stets nur auf seinem Laptop klimpernd angetroffen haben, sich sofort an die Leerung der Tipp-Box machte, als die Boys uns unser Gepäck zum Auto brachten! Wir fuhren also los - und zunächst begrüßte uns der Büffel,
auf der anderen Seite stand eine Herde Topis (Leierantilopen). Ich freute mich sehr, denn sie hatten wir bisher noch nicht gesehen.
Dann fuhren wir zur Tankstelle und anschließend ging es wieder, wie schon am Tag zuvor, in Richtung der Kopjes. Hm, wir fuhren fast zwei Stunden, ohne eine Sichtung - heul-schluchz. Wir mussten doch bald raus aus dem Serengeti-Gebiet, warum fuhren wir durch dieses „langweilige“ Gebiet…. Ein kurzer Lichtblick im weiten Nichts:
Kurz danach sah ich dann doch etwas Schönes - der Leberwurstbaum blühte!
Ich fragte Emanuel, warum wir hier entlang fahren, es sei doch etwas "still" - um nicht boring sagen zu müssen. Seine Antwort: Hakuna Matata... Keine fünf Minuten später: eine dösende Löwin im tiefen Gras
und dann : Löwen (fast) auf Kopjes! Der Termitenhügel ging als Ersatz bei mir durch. Mein Herz hüpfte vor Freude!
Ach wie schön! Ganz schnell bedankte ich mich bei unserem Fahrer! Welch gute Entscheidung.....
Nur einige Meter weiter entdeckte ich dann tatsächlich diese Drei - das Senderhalsband fand ich ja ziemlich eng.
Und genau drei Minuten später: kam diese Lioness ganz gelassen auf uns zu, umrundete unser Auto, ging dann hinter dem zweiten Auto herum und verschwand ganz langsam - mit ihrem „kupierten“Schwanz.
Wir wollten gerade weiterfahren, denn die Löwin hatte sich ins Gras verzogen, da zeigte uns ein Gast eines gerade eintreffenden dritten Autos - ihre Schwester oder Tochter auf der anderen Seite. Sie kam gemächlich auf uns zu, folgte der anderen Löwin. Diese hier hatte noch ihren Schwanz in ganzer Schönheit.
Nachdem sich dann die Löwen gemeinsam von uns verabschiedet hatten (wir standen hier übrigens mit zwei weiteren Autos), wollte dann auch die andere Antilopenart, das Hartebeest, nicht nachstehen,
der stolze Kori Bustard
ebenso wie Gnus und Zebras, unsere treuen Begleiter der letzten Tage!
Und während ich mich noch einmal an dem schönen Bild sattsehe, fällt mir ein Auto auf - und dann schossen mir die Tränen in die Augen! (es wird leider bilderlastig)
Insgesamt 9 Löwen lagen auf dem Felsen, teilweise recht versteckt! Mein großer Wunsch war in Erfüllung gegangen. Ganz tiefe Dankbarkeit ergriff mich; welch ein Geschenk. Was für ein krönender Abschluss!
Glücklich und zufrieden war auch Emanuel - der wiedermal sehr genau wusste, warum er den „langweiligen“ Weg genommen hatte.
Mit Gnus und Zebras hatte für uns die Serengeti begonnen, so endete sie dann auch.
Am Gate machten wir Lunchpause, dann beglückte ich einen jungen Mann aus Andorra, dessen Freund sich eine dicke Platzwunde geholt hatte - also: ich half ihm mit einigen Pflastern aus und er war sehr glücklich darüber! Im Shop war kein Pflaster zu bekommen. (Dank ans Lektoriat 😉 )
Beim Ausfahren aus der Serengeti noch schnell Bilder gemacht - bye-bye und asante sana.