Reisebericht

"Unter Eulen und anderen Käuzen-- die O S T 2017"

von fotomatte · begonnen 04. Sept. 2017 · 41 Teile

Teil 104. Sept. 2017
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Hallo,

nun bin ich, besser sind wir, seit bald zwei Wochen wieder zurück von unserer Tour durch das Kaokoveld, den Caprivistrip und das Okavango-Delta. Aber um ehrlich zu sein, ich bin noch gar nicht wirklich zurück, im Geiste bin ich immer noch in den tiefen Schluchten des Hoarusib, wo ich mich durch tiefen Sand mahle, oder auf einem Boot auf dem Okavango, mit einem fetten Grinsen im Gesicht, abwechselnd das Fernglas und die Kamera hebend. Oder .... 😗 🙄 😐

Es gab so viele schöne Momente, die wir zusammen erleben durften, dass es sehr schwer fällt, eine "Best of"-Liste aufzustellen.


Wie kam es überhaupt zu dieser Tour?
Es ist ja kein Geheimnis, dass ich mich für Vögel interessiere, das habe ich in meinen alten Berichten oft genug betont und die Tierchen in mehr oder weniger gelungenen Bildchen vorgestellt.
Und es ist ebenso wenig ein Geheimnis, dass Ruth und Uwe, kurz die "Eulenmuckels", ebenso eine Neigung in diese Richtung verspüren. Allerdings sind ihre Fotos, auch die Ausrüstung dazu, wesentlich umfangreicher und deswegen natürlich professioneller.
Und auch die "Queen of Reisebericht"-Bele hat sich im Laufe ihrer Afrikakarriere immer mehr auch den Federträgern zugewandt, so dass sich aus ein paar flapsigen Bemerkungen à la "wir sollten mal zusammen eine Tour fahren" relativ schnell heraus kristallisiert hat, dass diese Bemerkungen nicht nur flapsig waren, sondern durchaus eine ernst gemeinte Option sein könnten.

Ursprünglich wurde dann, mit zeitlich riesigem Vorlauf, der Sommer 2018 angepeilt, weil Bele eigentlich dieses Jahr schon als Reisekompagnon vergeben war, aber diese Tour mit ihrer Kollegin Rennade hat sich zerschlagen, und so waren wir uns schnell einig, dass die drei Wochen, in denen sich die Ferien von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg überschneiden, die perfekte Zeit für unsere Reise darstellen.

Nun also konnten wir an die Planung gehen. Innerhalb von zwei, drei hin und her gehenden Mails war klar, dass sowohl Kaokoveld wie auch Caprivi und die Gegend um Savuti und Moremi dabei sein müssen. Schon bald hat uns Uwe, ganz der Profi am Rechner, die Tour als pdf zukommen lassen. Dass diese Runde, in drei Wochen gefahren, nicht wirklich Urlaub im Sinne von Erholung und relaxt-die-Füsse-hochlegen sein würde, war von Anfang an klar. Es würde ein paar knackige Transfer-Tage geben, die man so eigentlich niemandem Fremdes empfehlen würde, und auch die Verweildauer vor Ort mit zwei Übernachtungen liess sich nur selten realisieren. Aber wir sind ja allesamt keine ganz blutigen Rookies mehr, und mit der entsprechenden Disziplin sollte die auch auf einer Karte recht hübsch anzuschauende Runde doch zu fahren sein.

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Nachdem wir uns also innert kürzester Zeit über das "Wohin" einig waren, galt es, die verschiedenen "To dos" zu verteilen. Uwe hat dank seiner guten Kontakte zu "Savanna Car Hire" ein allradgängiges Auto für Bele und mich angefragt, die diversen Camps, die wir unbedingt haben wollten, haben wir angesichts der absehbar riesigen Nachfrage für diesen Sommer vorgebucht, ebenso die Bootstouren auf dem Okavango und dem Sambesi. Zu guter Letzt haben wir dank Casimodos Tipp unser Wildfleisch für die Braai-Abende in der Klein-Windhoek-Schlachterei vorbestellt. Das Alles, also die Planung und Bucherei, ging so problemlos und effizient über die Bühne, dass schon bald unser grösstes Problem vor uns lag: es dauerte noch so unendlich lange, bis es los gehen würde. Warten ist angesagt, und warten ist nicht meine Stärke. 😕

So habe ich ganz schnell noch eine kleine Runde Namibia im Januar und Februar ( "Just birds" ) dieses Jahres dazwischen gebaut, auch damit die OST eine Jubiläumstour sein würde. Meine zehnte Reise ins südliche Afrika. Das musste ja einfach gut werden. 🙂

Wenn mir übrigens vor, sagen wir mal, fünf Jahren Jemand gesagt hätte, dass ich mit Leuten zusammen eine Tour fahren würde, die ich quasi virtuell, nämlich durch dieses Forum, kennen gelernt habe, ich hätte ihm den sprichwörtlichen Vogel gezeigt.

Und doch, genau so ist es gekommen. 😎


Also, mein Tourbericht startet mit einem kleinen Rückblick. Den 2016er Bericht habe ich beendet mit folgenden Worten:

"Das also war der Bericht meiner diesjährigen Afrika-Orni-Tour, die mir, ich glaube man konnte es herauslesen, mehr als nur Gefallen hat. Nein, ich war begeistert.
Und der Ausblick? Mit ein paar sehr bekannten und ebenso vogelnärrischen Fomis zeichnet sich eine Orni-Special-Tour für den Sommer 2017 ab. Und das ist gleichzeitig der Haken daran. Denn ich spreche von unserem Sommer, also der kalten Jahreszeit, und nicht meiner so geliebten Regenzeit. Nun, wir werden sehen. Ich freue mich jedenfalls sehr auf diese schöne Runde durch Namibia und Botswana."


Ich freue mich, den Bericht zu schreiben, denn dadurch kann ich den einen oder anderen Moment nochmals nacherleben, und ich freue mich genau so, wenn sich der Eine oder Andere ein paar Tipps rausziehen kann. Mindestens genauso freue ich mich aber über den Austausch mit euch.

Also, bis bald,
Matthias


Ich möchte nicht versäumen, auf den gewohnt herrlich geschriebenen Bericht von Bele hinzuweisen. Aber den kennt ihr ja eh schon alle. 😎
Teil 212. Sept. 2017
Montag 31. Juli :

Endlich ist der Tag gekommen, das Warten hat ein Ende.
Am Vormittag packe ich meine Klamotten, das Zelt, die Isomatte und den Schlafsack in den Duffle-Bag. Das ganze Technikgeraffel wie Navi, Foto, Handy ( ich tu mir sehr schwer mit diesem idiotischen, weil falschen neudeutschen Begriff ), Ladegeräte, aber auch Fernglas, Birdguide, Reiseführer und Dokumente kommen in den Daypack.
Gegen 13.00 verlasse ich mit dem Zug den heimischen Bahnhof, und drei Stunden später bin ich planmässig am Flughafen. Nun das lange Stück bis ins Terminal 1 gelaufen, dort nach oben zum Skytrain und weiter zum Terminal 2.
Beim Air Namibia-Schalter hat das Einchecken schon begonnen, und eine freudig strahlende Bele steht in der Pole-Position. Perfekt. Wir geben unser Gepäck auf und gehen anschliessend beim Italiener Spaghetti essen.
Dann vertreiben wir uns die Zeit mit Leute beobachten, wer denn sonst noch so Alles nach Namibia fährt. Erstaunlich viele Familien mit Kleinkindern sind dabei. Auffällig sind natürlich die Vertreter der grünen Zunft, von denen manche ausschauen, als würden sie ins nächste "Desert Storm"-Manöver einziehen.

Endlich können wir den Flieger entern. Das "In-flight-Entertainment"-Täfelchen lässt sich nicht zum Leben erwecken.
Schon bald bekommen wir einen ersten Drink. Mit einem etwas sehr Ginlastigen Gin-Tonic stossen wir auf die bevorstehende Reise an, bald gibt es das Abendessen, und nach einem Tafel Lager versuche ich etwas zu ruhen. Schlafen kann ich wie gewöhnlich nicht.


Dienstag 01. August :

Wir landen überpünktlich, der Tag ist noch ganz frisch. Frisch ist auch die Temperatur, ich meine, es waren so sieben Grad. Relativ wenige Insekten liegen unter den Lampen, das ist im Januar anders. Aber die Palmsegler sind zuverlässig zur Stelle, ganz niedrig düsen sie übers Rollfeld.
Recht zügig erhalten wir unsere Stempel in den Pass, die Kontrolle der eingetragenen Aufenthaltstage verläuft positiv, dann müssen wir aufs Gepäck warten. Draussen werden wir schon erwartet, ein Mitarbeiter von Savanna hält ein Schildchen hoch, da stehen nur wir Zwei drauf. Also können wir sofort durchstarten und müssen nicht auf weitere Reisende warten. Noch schnell einem ATM fünftausend Dollar entlockt, und wir fahren in die Stadt. Noch nie habe ich so viele Paviane auf den vierzig Kilometern gesehen wie diesmal, überall hocken die Affen auf und neben der Fahrbahn.
Gegen sieben Uhr sind wir bei Savanna, nun flugs die Papiere unterschrieben, die Restsumme bezahlt, dann wird auch schon unser Auto vorgefahren. Wir lassen uns den zweieinhalb Jahre alten Hilux zeigen, kontrollieren den Camperaufbau und die Ausrüstung. Bele ist nicht ganz mit den Vorderreifen einverstanden, aber ich bin der Meinung, dass sie gut genug sind. Schliesslich sind es Mud-Tires. Die Schlappen hinten sehen neu aus, allerdings haben wir vier verschiedene Fabrikate auf den Felgen.
Zwischenzeitlich wird unser Fleisch von der Klein-Windkoek-Schlachterei angeliefert, und nachdem unser Gepäck im Aufbau verschwunden ist, rollen wir vom Hof.
Wir fahren zurück nach Klein-Windhoek, um einzukaufen. Zwei grosse Wägen voll gepackt mit allem, was man halt so fürs Überleben im Busch braucht, und dann hält uns nichts mehr in der Metropole. Wir wollen raus, wir wollen in die Natur.

Auf direktem Weg geht es auf die A 1 Richtung Norden, und nach fünfzig Kilometern ziehen wir links raus zur Teufelsbach-Farm. Endlich wieder da, für mich schon zum vierten Mal.
Bele übt sich nun im Öffnen und Schliessen von Farmtoren. Bruno ist nicht zuhause, so fahren wir gleich weiter auf die River Campsite.
Hier laden wir das Auto richtig ein, befüllen den riesigen Fridge und ich stelle gleich noch das Zelt auf. Bele widmet sich schon den Vögeln, ich brauche erst noch etwas Zeit zum Ankommen.
Dann rumpeln wir zurück, um unseren Braaikorb zu holen. Bruno lädt uns auf ein Gläschen auf die Terrasse ein, Irmela ist unterwegs mit Kunden. Bele möchte nur Wasser trinken, das lässt Bruno aber nicht gelten, denn er fürchtet um seinen Ruf. "Was würden wohl Silke und Konni sagen, wenn sie das hören?" 🙄 😗 😛
Nachdem wir uns über die letzte Regensaison und über unsere bevor stehende Tour unterhalten haben, fahren wir zurück ins Camp. Dort machen wir erstmal Feuer für unsere Grillglut, später befeuere ich noch den Donkey.

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Während das Feuer brennt, erkunden wir das Flussbett vom Teufelsbach.

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Die schon tief stehende Sonne taucht den Busch in ein goldenes Licht, wir hören den Vögeln zu und atmen die würzige Luft. Endlich sind wir da, unsere so lange herbei gesehnte Tour kann starten.
Nachdem das Feuer runter gebrannt ist, grillen wir unsere Oryx-Steaks mit Folienkartoffeln, dazu stossen wir mit einem ersten Savanna an.

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Nachdem die Sonne theatralisch hinterm Waterberg verschwunden ist, gehe ich noch duschen.
Dann ist der Abend auch rum für uns, wir sind beide müde nach der Nacht im Flugzeug, und morgen haben wir ja gleich einen längeren Fahrtag zu absolvieren.
Lautstark haben sich die Perlhühner und die Frankoline abgemeldet, dafür meldet sich der hiesige Perlkauz zum Dienst.


Kosten: Teufelsbach River Camp: 130.-Nam$ pP


Viele Grüsse,
Matthias
Teil 314. Sept. 2017
Mittwoch, 02. August : Ein langer Fahrtag bis nach Hoada

Die Nacht war lang, rund elf Stunden habe ich wunderbar im Schlafsack eingemummelt zugebracht. Ein paar Mal bin ich aufgewacht, habe durch das Moskitonetz nach den Sternen geschielt. Dabei habe ich neben dem schon erwähnten Perlkauz auch eine Schleiereule sowie eine Weissgesichtsohreule rufen gehört.
Normalerweise stehe ich mit dem ersten Licht auf, aber heute Morgen warte ich bis kurz vor Sonnenaufgang, denn es ist deutlich frischer als gestern Morgen, es hat sicher nur knapp vier Grad.
Das Wasserkochen auf unserem Gasherd dauert ziemlich lange, offensichtlich hat die Gasflasche kaum noch Druck, und so reaktiviere ich die Glut. So kann man auch gleich noch paar Weckle aufbacken. Mit einem Heissgetränk stellen wir uns ins Flussbett, wo die Sonne schon hinscheint, und geniessen die ersten wärmenden Strahlen.

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Überall erwacht das Leben im Busch, lautstark melden sich die Hühner zurück, dazu gackeln die Tokos, und die Mahalis sind auch on duty.
Nach einem noch recht unorganisierten Frühstück, das wir dauernd unterbrechen müssen, weil permanent irgendwelche Vögel zu entdecken sind, packen wir zusammen.
Während ich die Endkontrolle des Platzes abnehme, singt plötzlich der Perlkauz direkt zwei Bäume weiter. Bele war schon reisefertig und steigt nochmals aus, und wir pirschen den kleinen Kerl an. Er sitzt ganz oben in der wärmenden Morgensonne, argwöhnisch von einigen Mahaliwebern beäugt.

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Dann aber verlassen wir den schön gelegenen River Camp und fahren zurück zu Bruno, der sich eine spöttische Bemerkung nicht verkneifen kann, denn unsere eigentlich avisierte Abfahrtszeit ist schon eine Weile überschritten.
Wir bezahlen, und dann geht es zurück auf die B 1 das kurze Stück bis nach Okahandja. Dort kaufe ich bei Closwa Biltong ebensolches ein, und den Doppeltank machen wir auch gleich voll.

Pünktlich zur Mittagszeit sind wir in Otjiwarongo, und im hiesigen Superspar kaufen wir den ganzen Rest ein, was wir entweder vergessen haben, oder wir gestern nicht gefunden hatten. Nun steuern wir noch den Cymot an, um die Gasflasche aufzufüllen, was einige Zeit braucht.

Endlich können wir unsere Fahrt fortsetzen, und relativ schnörkellos cruisen wir auf der Teerpad über Outjo nach Kamanjab. Wild ist selten zu sehen, einzig Warzenschweine, meistens Bachen mit Frischlingen, stehen öfters am Rand und wühlen nach Fraß. Einmal sehen wir zwei Schwarzbrust-Schlangenadler, die je auf einem Masten aufgeblockt haben. Sonst sind selten einmal Greife in der Luft auszumachen.

In Kamanjab überlegen wir kurz, ob wir schon wieder tanken sollen, aber die Sonne neigt sich schon dem Horizont zu, wir haben noch etwa eine knappe Stunde Gravel vor uns, und die Muckels warten auch schon auf uns. Ach was, wir fahren zu und gedenken dann morgen in Palmwag den Tank zu füllen.

Kurz vor Sonnenuntergang schaffen wir es nach Hoada auf die schön gelegene Campsite der Grootberg Lodge. Wir sind auf der Nr. 2 gebucht, einer von den drei ursprünglichen Sites, mit denen das Camp gestartet ist. Mittlerweile gibt es acht Sites und ich glaube drei Chalets.

Wir freuen uns riesig, dass wir endlich komplett sind, und trinken erst mal ein kaltes Savanna miteinander.
Dabei lassen wir uns von Ruth und Uwe erzählen, was sie denn schon Alles erlebt haben in den vergangenen knapp drei Wochen.

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Während wir Spätankömmlinge unsere Schlafstätten herrichten, startet Uwe schon das Feuer und Ruth bereitet das Abendessen vor.
Zu einem gemischten Salat probieren wir gleich mal unsere Fleischpakete. Da die Portionen eher für Einheimische gerechnet sind, landen nur drei Steaks für uns vier Leutle auf dem Grill.

Zwischendurch gehen wir, so lange noch etwas Licht ist, duschen, dann können wir uns dem ersten gemeinsamen Abendmahl widmen.
Dazu mixe ich einen ersten Gin-Tonic, das soll von nun an eine schöne Regel werden. Passend zur gelösten Stimmung fliegt eine Schleiereule durch die Szene, und einige Bell-Geckos geben laut. Später unterhält uns noch ein Ziegenmelker mit seinem schnurrenden Gesang.

Da uns die Gegend mit den Riesenmurmeln inspiriert, versuchen wir uns vor dem Zubettgehen noch an ein paar Langzeitbelichtungen, aber eigentlich ist der Dreiviertel-Mond zu hell. Ich bin sehr gespannt auf Uwe´s Startrails.

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Deutlich später als gestern, so gegen 22.30 Uhr verkriechen wir uns in unsere jeweiligen Schlafstätten.


Kosten: Hoada Campsite 195.- Nam$ pP


Viele Grüsse,
Matthias
Teil 417. Sept. 2017
Donnerstag 03. August : Otjitheka 4x4 Trail :

Die Nacht war sehr angenehm und deutlich milder als die Vorige, und so stehe ich mit dem ersten Licht auf und klettere etwas in den Felsen oberhalb unserer Site rum, um einen netten Spot für den Sonnenaufgang zu finden.

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Während des Frühstücks besprechen wir den Plan für den Tag, und da wir gestern Abend schon fest gestellt haben, dass wir gar nicht nach Palmwag kommen werden, wie es ursprünglich mal angedacht war ( und auch auf der gezeigten Tourmap so dargestellt war ), müssen wir uns wegen des Tankens etwas überlegen. Eine Option wäre, dass wir uns trennen, kaum dass wir uns gefunden haben, wir von der Südfraktion auf den 4x4-Trail verzichten und doch über Palmwag fahren, um uns dann irgendwo im Verlauf der C 43 wieder zu treffen.
Die andere Möglichkeit wäre herauszufinden, ob es in Sesfontein, wo die nächste Nacht angedacht ist, auch sicher Diesel gibt, denn das scheint öfters mal ein Problem zu sein. Ich finde die Telefon-Nummer der Lodge in meinem Reiseführer und rufe an. Die Verbindung ist mehr als schlecht, aber als Quintessenz des Gesprächs meine ich sicher vernommen zu haben. dass erst gestern Diesel geliefert worden ist. Wir sollten also keine diesbezüglichen Probleme erfahren.

Wir packen zusammen, und es ist schon 9.00 Uhr durch, als wir die schöne Campsite verlassen, um zunächst ein kurzes Stück zurück Richtung Kamanjab bis ins nächste Dorf zu fahren. Ab hier verlassen wir uns voll aufs Navi, denn der Trail ist nicht ausgeschildert.

Bald schon kommen wir an ein Vet Fence Gate, das hätte jeder innerdeutschen Grenzstation problemlos Konkurrenz machen können. Dabei ist die Pad schon jetzt nur eine staubige, schottrige einfache Fahrspur. Viel Verkehr jedenfalls kann es hier nicht geben.

Bald nach dem Gate wird die Spur wilder, es geht über Stock und Stein.

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Die Landschaft aber begeistert mich. Bald schon kommen wir über eine Kuppe, und linkerhand stehen viele Makalani-Palmen an einem wasserführenden Bachlauf. Wir hören Papageien quietschen, und zahllose Schwalben und dreierlei Arten Segler düsen hier übers Wasser.
Also aussteigen, Fotostopp.

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Der schöne Yellow Pansy will seine attraktive Flügeloberseite nicht zeigen, es ist schon zu warm und er klappt sofort, kaum dass er gelandet ist, die Flügel zusammen.

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Wie eine Oase liegt der kleine Bach inmitten der sonst trockenen Berglandschaft.

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Selten habe ich so viele Rosenköpfchen gesehen wie im Verlauf dieses Tages, die Palmen waren voll davon.

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Nur schwer können wir uns hier losreissen, aber wir sind noch nicht weit gefahren, wir haben noch einiges an Wegstrecke vor uns, und eigentlich würden wir gerne so zur Mittagszeit in unserem nächsten Camp ankommen. "Mittags an der Campsite.", das wird ab sofort zum running gag. Selten genug haben wir es hinbekommen. Heute schon gar nicht, das wird uns schnell klar.

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Die Spur folgt in etwa dem Bach, diesen immer wieder kreuzend.

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Landschaftlich ist dieses Stück absolut grandios, auch wenn die Piste einiges an Aufmerksamkeit verlangt. Kurz nachdem uns ein mit Arbeitern ( woher, wohin? ) voll beladener Bakkie entgegen gekommen ist, zeigt uns die Piste zum ersten Mal die Zähne.

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Während wir uns im nachfolgenden Wagen diesem Dreibandregenpfeifer widmen, fährt Uwe sich fest. Er sitzt mit dem Federbein auf einem runden Felsen auf.

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Wir bocken den Wagen auf, unterlegen das Hinterrad mit Steinen und sichern den Wagen zusätzlich, dass er ja nicht rückwärts rollt. Die Befreiung gelingt auf Anhieb, kostet aber halt etwas Zeit.

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Immer öfter folgen jetzt, nachdem wir das Bachbett endgültig verlassen haben, ruppige Passagen, die sich nicht auf Anhieb erschliessen, wie sie am Besten zu fahren sind. Also steigen wir aus, palavern, schleppen Steine und betätigen uns als Strassenbauer. Wir wollen ja unsere fahrbaren Untersätze nicht unnötig strapazieren. Klappt alles auch wunderbar ( auf den Fotos sieht das alles sowieso unspektakulär aus ), kostet aber halt weitere Zeit. Mittags auf der Campsite, hah, bekommt erstmals einen Beigeschmack.

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Aber die Szenerie! Wir sind angetan von der rauen Gebirgslandschaft.

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Und dann, endlich, das erste Großwild für uns. Giraffen, die im Zeitlupentempo über den Berghang wechseln und hier und da ein paar Blätter zupfen.

Es ist nun schon Mittag durch, und wir realisieren, dass wir schwerlich unser angepeiltes Ziel Sesfontein heute noch werden erreichen können. Die Strecke ist aber zu interessant, um hier einfach möglichst schnell durch zu kommen.

Der zweite Teil des Otjitheka-Trails folgt in Bälde, bis dahin.

Viele Grüsse,
Matthias
Teil 519. Sept. 2017
weiter auf dem Otjitheka-Trail :

Die Spur geht weiter bergauf, bergab, die Landschaft ist äusserst abwechslungsreich, aber richtig voran kommen wir nicht. Es zieht sich.

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Hin und wieder stehen ein paar Giraffen dekorativ im Gelände verteilt, weiteres Wild aber sehen wir zunächst nicht. Keine Oryx, keine Springböcke.

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An einer netten Stelle im Trockenflussbett halten wir und machen eine Mittagspause. Dazu klappen wir erstmals, und auch letztmalig, unsere Markise aus, denn Schatten ist sonst Mangelware. Es ist mächtig warm geworden, hier im nördlichen Namibia scheinen wir temperaturmässig ganz gut weg zu kommen, von Winter keine Spur.

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Immer wieder passieren wir solche Staubwannen, wo sich Bergzebras gewälzt haben.

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Mittlerweile steht die Sonne tiefer, das Licht wird immer besser, und so müssen wir einfach regelmässig halten, um Fotos zu machen.

Bald zeigt uns das Navi an, dass wir ein Trockenflussbett kreuzen sollen,hier gibt es aber nirgends eine Pad. Also folgen wir unserer Spur und fahren laut Karte durch "weisses Gebiet". Die grobe Richtung aber stimmt, immer nach Westen, irgendwann sollten wir wieder auf die C 43 kommen, die uns weiter nach Sesfontein führen wird.

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In dieser in diversen Brauntönen gehaltenen Landschaft macht sich das Muckelsche Vehikel recht fotogen.

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Viel kann es hier nicht geregnet haben in der letzten Saison, es gibt nahezu kein Gras.

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Endlich zeigt das Navi die Gravelpad voraus an, von nun an sollten wir etwas flotter rollen können.

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Ein Stopp für eine im schönsten Abendlicht stolzierende Ludwigstrappe geht sich aber natürlich aus.

Wir kommen nach Khowarib, die Sonne ist kurz vorm Untergehen, und wir sind uns alle einig, hier ist für heute Schluß. Wir steuern direkt eine ausgewiesene Community-Campsite an. Zunächst wirkt sie verlassen, aber dann kommt der Keeper angerannt, er hat wohl nicht mehr damit gerechnet, dass heute noch Gäste auftauchen. Er freut sich sichtlich über die unerwartete Kundschaft, zeigt uns die Ablutions und feuert gleich den Donkey an.
Wir stellen die Autos ab und gehen zum Sundowner runter an den Hoanib.

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Und dann ist die Sonne auch weg. Gerade eben so geschafft, puuh.

Wir richten uns ein, ich stelle mein Zelt abseits auf, wo ich einen freien Blick auf den Himmel haben werde.
Während wir das Abendessen vorbereiten, gehen Muckels und ich noch duschen, was nicht ganz einfach ist. Das Wasser ist brüllheiss, aber es ist relativ wenig Druck da, und so funktioniert das Beimischen von kaltem Wasser nicht so ganz richtig. Bele verzichtet daraufhin auf diese Erfahrung. Dazu kommt, dass die LED-Beleuchtung einen Hau hat und flackert wie in einer Disco. Als ich raus komme, fühlt es sich an, als hätte ich schon einen Drink intus. Ha, gutes Stichwort. Es gibt erst mal eine Runde Gin-Tonic.
Dann grillen wir wieder ein ansprechendes Assortment an Steaks.
Die ganze Zeit schon singt im Tal eine African Scops Owl. Die habe ich zwar schonmal gehört, aber noch nie gesehen. Als sie dann ganz in der Nähe singt, gibt es kein Halten, und wir ziehen mit Lampen und Kameras bewaffnet los, um die winzige Eule zu finden.
Das funzt erstaunlich gut, und der Sänger ist auch nicht sonderlich scheu und lässt uns auf günstige Entfernung ran.

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Zunächst sitzt sie noch relativ hoch über uns, so müssen wir praktisch senkrecht hoch fotografieren. Aber dankenswerterweise setzt sie sich ein paar Mal um, sodass wir verschiedene Positionen ausprobieren können.

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Hier sitzt sie schon deutlich niedriger und im Profil, aber noch stört ein Ästle.

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Ich habe knapp hundert Fotos von der Kleineule gemacht, ich bin selig. Sie stand bis dato ganz oben auf meiner "Most-wanted-Liste".

Im Anschluss sitzen wir noch eine Weile am Feuer, trinken einen Wein und lassen den spannenden Tag Revue passieren.
Die Eule übrigens hat fast die ganze Nacht durchgesungen, was hier, vor der Felswand in der Hoanibschlucht, schön hallt. Ein herrliches Konzert.


Kosten: 80.- Nam$ pP für die Campsite.


Viele Grüsse,
Matthias
Teil 626. Sept. 2017
Freitag 04. August : Abwärts durchs Hoanib-Rivier

Eine komische Nacht war das, denn es ist nach Sonnenuntergang immer wärmer geworden. Durch die Khowaribschlucht bläst ein warmer Föhnwind aus Osten, das Thermometer klettert auf 27 Grad.

Wir frühstücken gemütlich, dann packen wir zusammen und verlassen das Camp. Der Caretaker winkt uns nach. Gleich nach dem Camp queren wir den Hoanib.

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Bald erreichen wir den Abdreh zu den Ongongo Hot Springs, die wollen wir uns ansehen. Eine ziemlich ruppige Piste führt fünf, sechs Kilometer in die Berge. Rechts und links stehen einige windschiefe Hütten, aus denen sofort, sobald sie die Motoren hören, Kinder angerannt kommen und bettelnd die Hände aufhalten. Einige rufen "Sweets, sweets" dazu.

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Ein paar Vögel finden wir während der Anfahrt, wie diesen Wiedehopf. Leider war ich noch nie schnell genug, um ihn mit aufgestellter Haube zu erwischen.

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Leider nur ein Beweisbild, aber anhand dessen konnte ich ihn nun auch auf die Liste setzen: der Brubruwürger.

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Sabota-Lerche

Bei den Hot Springs parken wir unsere Autos im Schatten, bezahlen die Day-use-fee von, ich meine, fünfzig Nam$ und schlendern dann zu dem nett gelegenen Pool, der von einem kleinen Wasserfall gespeist wird. Das Wasser ist glasklar.

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Zunächst sitzen wir am Ufer und lassen die Füsse ins Wasser baumeln, aber das reicht mir bald nicht mehr. Ich muss da rein.
Ich hole meine Badehose, und dann schwimme ich zu dem Wasserfall und lasse mir von dem Wasserstrahl den Rücken massieren. Das tut gut, und Ruth und Uwe finden nun auch Gefallen an der Idee. Sie kommen ebenfalls ins Wasser.
Rechts vom Wasserfall gibt es einen Überhang, wenn man da hindurch schwimmt, öffnet sich eine Höhle, und im Halbdunkel sehe ich einige Fledermäuse an der Decke hängen, während weitere niedrige Jagdflüge nach Insekten durchführen. Eine Kröte sitzt am Ufer.

Aus dem Boden steigt tatsächlich warmes Wasser auf.
Nachdem ich gut eingeweicht bin, widme ich mich noch der Insektenwelt, denn hier fliegen einige Libellen rum.

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Feuerlibelle

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Sieht aus wie eine Azurjungfer.

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Dann, endlich, reissen wir uns los, denn es ist schon Mittag durch, und wir wollen ja noch ein ganzes Stück fahren heute. Ursprünglich war mal Puros als Ziel geplant.
Wir rumpeln die Strecke zurück und fahren das Stück bis Sesfontein. Hier fahren wir die Tanke an und füllen problemlos unsere diversen Haupt- und Nebentanks, sogar das Muckelsche Mobil lässt sich bereitwillig volllaufen. Nachdem also dieses Problem gelöst ist, fahren wir aus dem Ort raus, um schon bald in das breite Hoanibtal abzubiegen.

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Hier lassen wir erst mal Dampf ab, wir reduzieren den Druck in den Reifen auf 1,5 bar, denn ab sofort ist Sandschwimmen angesagt.

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Auf den ersten Kilometern lasse ich Uwe voraus fahren, auch ohne Funkgeräte ist trotzdem klar, wo er sich befindet, denn der extrem feine Bull-dust steigt senkrecht in die Höhe.

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Schon bald sind unsere Vehikel fein gepudert.

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Der Hoanib hat sich hier ein breites Bett zwischen die Berge gegraben.

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Immer wieder müssen wir anhalten, um Fotos zu machen, die Landschaft weiss uns zu begeistern.

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Wir erreichen den Control Point, hier müssen wir einen Obulus entrichten. Zwei südafrikanische Paare kommen uns entgegen, ganz standesgemäß mit Campinghängern und erzählen uns von einer Herde Wüstenelefanten in vier, fünf Kilometern Entfernung.

Ob wir die Elis gefunden haben, gibt es im nächsten Teil zu lesen.

Bis dahin,
Matthias
Teil 730. Sept. 2017
Das Obias Rivier aufwärts :

Nach dem Gate kommt bald eine Passage, wo es immer wieder stehendes Wasser gibt, und passend dazu grössere Schilf- und Tamariskendickichte, die praktisch die ganze Talbreite einnehmen. Die Fahrspur geht mitten durch den Schilfdschungel.

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Mountain Wheatear, oder Bergschmätzer gibt es einige hier.

In einer besonders dichten Passage riecht es intensiv nach Elefanten, aber sehen können wir in dem dichten Schilfwald nichts.
Dann führt die Spur rechtwinklig eine Sandböschung hoch.

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Bald wird das Tal wieder offener, und auf der guten Sandspur lässt sich gut fahren.

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Kleinere Furten reizen das Kind im Manne, Uwe hat sichtlich Spass.

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Allmählich wird das Hoanib Rivier enger, die Szenerie wird schluchtartiger.

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An den im Rivier stehenden grossen Kameldornbäumen Anabäumen ( Danke, lilytrotter ) haben sich grosse Häufen Treibgut angesammelt, man kann erahnen, wie hier zur Regenzeit das Wasser durch geschossen sein muss.

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Immer wieder müssen wir für Fotostopps anhalten, aber nicht nur die Landschaft weiss zu gefallen, es gibt auch Leben hier, wie diese "Südwester Edelweiß".

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Oder eine Gruppe Paviane, die im Treibgut nach Fressbarem graben.

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Das Licht wird immer schöner, das bedeutet aber auch, dass wir mal wieder unserem Tagesplan deutlich hinterher sind.

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Schliesslich verlassen wir das Tal des Hoanib, um im spitzen Winkel nun dem Obias aufwärts zu folgen. Direkt am Abdreh finden wir diesen schon deutlich gezeichneten Foxy Emperor, ein grosser Falter aus der Gattung der Erdbeerbaumfalter.

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Nachdem wir im Hoanibtal schon zwei Felsenadler haben unfotografierbar hoch kreisen sehen, finden wir hier zwei Habichtsadler, leider
bekomme ich sie nicht zusammen aufs Bild.

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Es fällt mir schwer, mich hier loszureissen, aber Uwe gibt den Takt vor, wir haben noch eine Strecke vor uns bis zu unserem Übernachtungsspot.

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Ach egal, ich kann hier nicht einfach so durchfahren, es zerreisst mich schier.

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Das güldene Gras im Gegenlicht begeistert uns.

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Dann kommen wir um eine Biegung, und unvermittelt steht eine Giraffe vor uns. Linkerhand äsen noch zwei weitere Bullen.

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Auch diese stehen im Gegenlicht und bekommen so einen "Heiligenschein".

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Und dann, endlich, die ersten Oryx dieser Tour. Ich habe sie schon richtig vermisst, diese für mich so typisch namibische Antilope. ( OK, auf dem Foto kaum auszumachen, aber sie sind drauf, wirklich 🙄 ).

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Wir kommen über einen kleinen Sattel und sehen erstmals unser Tagesziel, den Signal Hill auf den Giribes Plains.
Für Ruth und Uwe gibt es kein Halten mehr, sie preschen vor.
Bele und ich müssen aber erstmal diese grosse, weite Fläche auf uns wirken lassen.

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Als wir endlich eintrudeln, haben die Muckels schon den Aussichtsposten bestiegen.

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Wir stellen schnell den Wagen ab und folgen auf den Hügel. Kurz vor dem Sonnenuntergang kommen wir oben an. Mal wieder gerade so geschafft. Der Blick geht zurück Richtung Obias Rivier, wo wir gerade hergekommen sind.

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Der Blick nach Norden, da geht es morgen weiter.

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Theatralisch versinkt die Sonne hinter den Bergen.

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Derweil versucht Ruth eine Verbindung nach Hause zu bekommen.... 😗 😊

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Die Sonne verabschiedet sich für heute, wir verlassen unseren Ausguck höchst zufrieden, das Programm war gut. Mit Einsetzen der Dämmerung beginnt ein Konzert der besonderen Art, wie ich es so noch nie vernommen habe. Die ganze Ebene ist erfüllt vom "Gesang" der Barking Geckos. Traumhaft schön.

Wir rangieren die Autos passend, ich stelle mein Zelt auf. Schnell wird das Feuer gestartet, was gar nicht so einfach ist, denn hier auf der Ebene bläst ein ordentlicher Wind.

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Es gibt mal wieder Wildsteaks, ich meine mich an Eland an ( Achtung: speziell für KarstenB 🤪 ) Folienkartoffeln zu erinnern, mit ein paar passenden Kaltgetränken. Untermalt von den ohne Pause singenden Geckos. Dieser Spot zählt mit Sicherheit zu den Top Ten in meinem gesamten Camperleben, wo ich jemals geschlafen habe.

Etwas später flackert etwas Unruhe auf, denn es sind die Scheinwerferkegel zweier Autos zu sehen. Kommen die näher, kommen die am Ende hier her und stören unsere grossartige Isoliertheit?
Irgendwann verschwinden die Kegel im Dunkel der Nacht, keine Störenfriede, kein Überfall, alles gut. 😎


Viele Grüsse,
Matthias
Teil 805. Okt. 2017
Samstag, 05. August ; ein Morgen am Signal Hill :

Der heftige Wind hat sich über Nacht gelegt, gegen Morgen verstummen auch die Bellgeckos, und mit dem ersten Licht krabbeln wir aus unseren Zelten.

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Wieder besteigen wir den Hügel, um auf die Sonne zu warten.

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In der Ebene ziehen Gemsböcke über die Prairie und fressen sich am gelben Gras satt.

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Dann ist es soweit, die Sonne leckt über die Berge im Osten, ein neuer, makelloser Tag kündigt sich an.

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Im Gegenlicht erstrahlt das Gras wieder goldfarben. Ruth und mich hält es nun nicht mehr im Camp, wir ziehen in verschiedenen Richtungen los, um die Stimmung einzufangen, was ja sowieso nicht zufrieden stellend gelingen kann. Trotzdem, es muß sein.

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In dieser Richtung liegt unser heutiges Etappenziel Puros.

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Die Ebene ist durchsetzt mit Feenkreisen.

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Die fruktifizierenden Gräser locken Schwärme von Vögeln an, hauptsächlich sind es Nonnenlerchen und wie hier Lerchenammern. Um an die Samen zu gelangen, fliegen die Leichtgewichte die Ähren an, bis diese sich unter dem Gewicht der Vögel zu Boden neigen. Nun hält die Ammer mit einem Beinchen den Grashalm fest, derweil sie flink die Samen abpickt. Dann nimmt sie sich den nächsten Halm vor.

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Lark-like Bunting, oder Lerchenammer.

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Nachdem ich im weiten Bogen den Signal Hill umrundet habe, wird es Zeit, ans Frühstück zu denken.

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An den sonnenexponierten Felsen kleben Day Geckos und wärmen sich nach der kühlen Nacht.

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Springböcke sind hier nur Einzelne zu sehen, während die Gemsböcke in Herden von dreissig, vierzig Tieren unterwegs waren.

In der Morgensonne geniessen wir ein ausgedehntes Frühstück, und da die heutige Etappe überschaubar ist, pflegen wir die Sichtungslisten nach und machen ein paar Notizen. Man könnte auch sagen, wir finden einige Vorwände, um den nahenden Abschied von diesem Fleckchen Erde hinauszuschieben.


Viele Grüsse,
Matthias
Teil 907. Okt. 2017
weiter der 05. August : on the road to Puros

Irgendwann eisen wir uns doch los, ich meine, es geht schon auf die Zehne zu, und wir nehmen die Fahrspur in nördlicher Richtung unter die Räder.

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Dieser junge Springbock besticht durch extra grosse Lauscher, mir scheinen sie etwas überdimensioniert, aber das wird schon seinen Grund haben.

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Bald erreichen wir die D 3707, die sich zunächst als recht ordentliche Sandpad präsentiert.

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Ein letzter Blick zurück auf die Giribes Plains, unser famoser Aussichtshügel ist nurmehr ein kleiner dunkler Haufen Stein im gelben Grasmeer.

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Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit ist weiterhin unterirdisch, denn immer wieder gibt es Fotostopps. Was hier so interessant war, weiss ich aber nicht mehr.

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Die Pad wechselt auf soliden Gravel, wir entern die Puros Conservancy und es wird hügeliger, später bergiger.

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Suchbild! Bele hat den Elternvogel gezeigt, aber die Beiden waren nicht alleine, sie hatten auch drei? kleine Federbälle dabei, die schon sehr flink unterwegs waren. Doppelband-Rennvogel-Nomen est Omen.

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Das Licht ist mittlerweile schon recht grell, die Landschaft gefällt uns weiter sehr gut.

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Diese Schilder sorgen für Erheiterung. Man könnte auch solche Schilder aufstellen mit "Next 50 Kilometers", man würde eine Menge Blech sparen, aber wahrscheinlich gibt es nur diese eine Version.

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Wir haben immerhin weitere fünf Kilometer hinter uns gebracht.

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Ab und an findet sich Wild. Da es mittlerweile wieder heiss geworden ist, halten sich die Tiere im Schatten von Bäumen auf. Lediglich ein paar Rinder sowie Esel und Ziegen aus den spärlichen Dörfern, die wir passieren, stehen stoisch in der Hitze.

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Bei einer kleinen Trinkpause glase ich die Umgebung ab, und weit hinten in einem Trockenrivier finde ich eine Gruppe Bergzebras.

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Double-banded Sandgrouse, oder Nachtflughuhn.

Wir erreichen die Campsite in Puros so gegen 14.00 Uhr geändert nach berechtigtem Einwand 13.00 Uhr, das lassen wir großzügig als "Mittags an der Campsite" durchgehen. Zum ersten Mal geschafft, halleluja.
Wir bekommen eine Site schön abseits zugewiesen, mit eigenen Ablutions, schön unter grossen Bäumen gelegen. Im feinen Sand stehen die frischen Abdrücke von Elefanten, die sind heute Nacht hier durch gezogen.
Wir stellen die Autos in den Schatten und bauen Tische und Stühle auf. Nach einem Mittagssnack begibt sich Bele in die Waagrechte, während ich etwas im Rivier herum stromere und ein paar Schmetterlinge finde, denen ich mich geraume Zeit widme.

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Topaz Arab, ein Gelbling.

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Derselbe Falter, nun mit geöffneten Flügeln gibt er etwas seiner Oberseitenzeichnung preis.

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Der Black-striped Hairtail ist ebenso neu für mich.

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Der Gelbschnabel-Toko checkt uns aus, ob da nicht irgendwas Fressbares zu holen sein könnte. Aber nein, wir sind Schwaben.

Wir sitzen am Tisch und tragen weiter unsere Listen nach. Plötzlich fegt ein Sandsturm durchs Rivier, schnell die Kameras in Sicherheit gebracht, aber zwischen den Zähnen knirscht es.
Als sich der Wind wieder gelegt hat, erkunden wir die Umgebung ums Camp, und finden nicht weit ein paar Giraffen beim Äsen.

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Zurück an der Campsite haben wir Besuch bekommen, ein Bare-cheeked Babbler versucht sein vermeintliches Gegenüber in unserem Seitenspiegel aus seinem Revier zu vertreiben. es dauert eine ganze Weile, bis er ablässt, und sich dekorativ in ein natürliches Setting setzt. Schön, eine neue Art für mich, die als Near-endemic nur hier im Kaokoveld sowie im südwestlichsten Zipfel Angolas vorkommt.

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Den Bäumen sieht man übrigens die zeitweise Anwesenheit der Elefanten an, einige sind ganz frisch malträtiert worden.

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Ein Paar Rotbauchwürger filzt im Unterholz herum, ständig in Bewegung. Oft verrät nur ihr an eine Autozentralverriegelung erinnernder Ruf, dass sie noch da sind.

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Derweil hat der Altvogel Babbler Besuch bekommen, ein Jungvogel holt sich ein paar Liebeseinheiten ab und lässt sich genüsslich die Parasiten aus den Federn picken.

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Bevor die Sonne hinter den Bergen verschwindet, ein letztes Bild vom im Abendlicht sitzenden Babbler, dann gehe ich duschen.
Als ich fertig bin, ist es schon dämmerig, Uwe hat das Feuer gestartet und wir bereiten unser Abendessen zu. Klar, eine weitere Portion Fleisch wandert auf den Grill, während in den Bäumen über uns die African Mourning Doves ein Konzert zum Besten geben.

Das war ein sehr entspannter Fahrtag heute, aber so wird es die beiden nächsten Tage nicht weiter gehen, das ist uns im Vorfeld schon klar. Denn es steht die Passage durch den oberen Hoarusib an, von der Uwe immer mit einer gewissen Ehrfurcht spricht. Na, schaun mer mal, sagt der Kaiser.

Bis dahin,
schönes Wochenende,
Matthias
Teil 1010. Okt. 2017
Sonntag 06. August ; Fahrspaß im oberen Hoarusib

Zu der bevorstehenden Tour durch das Hoarusib-Rivier muß ich vorab anmerken, daß keiner von uns die Strecke kennt. Uwe hat sich aber im Vorfeld kundig gemacht, unter anderem bei Claxens, die diese Strecke schon gefahren sind--an einem Tag! 🙄 😗
Da das wohl nicht wirklich entspannt war, haben wir natürlich generös zwei Tage für die Strecke bis nach Opuwo eingeplant. Wir sollten also alle Zeit der Welt haben, und so begrüsse ich diesen Sonntag, indem ich ein bisschen die Umgebung in Richtung Berge erkunde.

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Es ist noch ziemlich duster, aber es scheint wieder ein weiterer schöner Tag zu werden-Sonntag halt.

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Vor mir ziehen einige Tiere über die scheinbar bewuchsfreie Schotterfläche, wie diese Springböcke.

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In einem Busch hockt ein undefinierbarer Vogel, ich denke zunächst an einen Uhu, beim Näherkommen entpuppt er sich aber als Kampfadler.

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Gemsböcke gibt es ebenfalls.

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Über den Bergen Richtung Osten kündigt sich die Sonne an, und ich mache mich auf den Weg zurück ins Camp.

Hier frühstücken wir ganz in aller Ruhe, und da ja Sonntag ist, gibt es auch ein paar Spiegeleier. Nicht ganz der wahre Grund, denn die Eier sind auf der rappeligen Pad angebrochen und müssen deshalb weg.
So gegen 9.00 Uhr haben wir eingepackt und sind reisefertig, wir verlassen die schöne Campsite und folgen dem Fluß weit oberhalb aufwärts.

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Wir kommen nicht weit und halten schon bald das erste Mal.

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Irgendwo da hinten rechts in den Bäumen liegt die Campsite.

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Zehn Minuten später schon der nächste Fotohalt, ein schöner Blick zurück will verewigt werden.

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Immer wieder passieren wir scheinbar verlasse Hütten und Viehkrale.

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Die Fahrspur geht zurück ins Flussbett, und auf dem Sand lässt sich ganz ordentlich fahren.

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Das Wasser der letzten Regenzeit ist schon lange versickert und verdunstet, und der vertrocknete Lehm ist gerissen und hat sich aufgeworfen.

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Hier im Flussbett passieren wir immer wieder scheinbar herrenloses Vieh.

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Hoch oben in den Bergen zieht ein Hirte mit seinen Ziegen umher.

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Wasserstandsanzeige

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Voraus erhebt sich die "Himba Sphinx", irgendwo davor knickt der Fluss rechtwinklig ab in die Berge.

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Entlang des Flusses hat es immer wieder Makalani-Palmen, und ein paar Mal finden wir Strausse, die recht scheu sind.

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Nach zwei Stunden etwa haben wir den Abdreh erreicht, von nun an wird aus dem weitläufigen Flusstal eine eher enge Gebirgsschlucht.
Wollen wir wirklich? Na klar wollen wir, also los.

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Das ist die Pforte zum oberen Hoarusib, die Spur sieht doch ganz gut aus.

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Der Charakter ändert sich aber schnell, immer öfter müssen wir über Blockfelder mit Wackersteinen rumpeln.

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An manchen Stellen muss auch Wasser gequert werden, was nicht weiter tragisch ist, wenn der Sand darunter fest ist. Einige Male steigen wir aus, um nach der besten Stelle zu suchen, oder um uns überhaupt klar darüber zu werden, wo man am Besten weiter fahren kann.
So wird das natürlich nichts mit einem ordentlichen Schnitt, und mittags an der Campsite ( wo ist die überhaupt ? ) wird heute leider nicht klappen.

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Immer wieder passieren wir Stellen, wo es noch Wasser gibt, und da finden sich dann die hier typischen Vögel wie Dreibandregenpfeifer, oder eben Nilgänse.

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Die volle Konzentration fordernde Fahrerei ermüdet, und so gegen 14.00 Uhr brauchen wir eine Mittagspause. Im Schatten grosser Bäume lässt sich gut verweilen. Während unserer Pause kommt wieder eine Herde Ziegen vorbei, die am Wasser getrunken haben und dann von den Hirten wieder zurück in eine steile Felswand getrieben werden. Wo kommen die her, wo gehen sie hin? Gras gibt es jedenfalls praktisch keines hier.

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Die Landschaft aber begeistert mich.

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Schon bald kommt uns eine weitere, diesmal hirtenlose Herde Bokkies entgegen, die den Staub aufsteigen lassen, so eilig haben sie es, um ans Wasser zu kommen.

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Ohne Scheu stellen sie sich um uns und fangen ohne Zögern an zu Saufen.

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Hoffentlich bleibt noch Wasser übrig, denn der Gumpen wird von einer Vielzahl Fröschen bewohnt.

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Wir rumpeln weiter über Blockfelder, stellenweise müssen wir uns gegenseitig einweisen, um nicht den Unterboden zu ruinieren. Davon besitze ich allerdings kaum Fotos, ich hatte anderes zu tun.

Die restliche Strecke des Tages gibt es dann in einem neuen Kapitelchen, allerdings wird das erst frühestens Sonntagabend soweit sein.

Bis dahin,
viele Grüße,
Matthias
Teil 1116. Okt. 2017
Sandkastenspiele im Hoarusib

Seit der Imbisspause sind wir noch nicht lange wieder unterwegs, da kommen wir um eine Biegung des Riviers. Im Schatten eines Baumes sitzt eine Nomadenfamilie. Auf wen oder was sie hier warten, werden wir nicht erfahren. Allerdings habe ich auch keine Zeit, mir solche Fragen zu stellen, denn hier hoppeln wir über kopfgrosse Kiesel, und man muß schon genau schauen, wo man besser drüber fährt, und welche Steine man besser zwischen die Räder nimmt.

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Dann geht es eine Böschung hoch, und hier passiert etwas Seltsames: wir haben Gegenverkehr.
Eine südeuropäische Familie mit drei kleineren Kindern kommt uns in einem Hilux, ohne Campingausrüstung und mit Strassenbereifung, entgegen. Der Fahrer hält und fragt bei Uwe nach dem weiteren Routenverlauf und den Pistenverhältnissen, denn sie wollen heute noch bis nach Puros kommen. Hää? Wir haben fünfeinhalb Stunden bis hierher gebraucht, und auch wenn sie die Strecke flussab fahren und deshalb alle Böschungen, die wir uns mühsam hochgequält haben, einfach runter rutschen können, halten wir es für ausgeschlossen, daß sie ihr Ziel noch bei Tageslicht erreichen können.
Wir malen uns aus, wie wohl die Stimmung in der Familie sein mag. Der Fahrer im Stress wegen der noch zu fahrenden Strecke, die Frau voller Ärger über so ein blödsinniges Gehoppel, und die Kinder gefrustet den ganzen Tag ins Auto gefesselt, ohne eine Chance, um mal draussen etwas im schönsten Sandkasten zu spielen.
Bei uns ist die Stimmung gut, auch wenn wir nur langsam weiter kommen, denn alle zehn Minuten etwa, oder nach jeder neu bezwungenen Flußbiegung, gibt´s einen Fotostopp.

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Die Sandpassagen lassen sich in aller Regel recht gut befahren.

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Immer wieder aber gibt es Hoppelkiesel, und Ruth steigt öfter aus, um nach der besten Passage zu schauen und um Uwe den Weg zu weisen. Zu Fuß durch den Hoarusib steigert das Tempo natürlich nicht wesentlich.

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Vögelmässig ist dieser Teil der Strecke unergiebig, und so muss halt das Muckelsche Gefährt als Model herhalten.

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Das Licht wird immer intensiver, die Farben knallen, aber das sind untrügliche Zeichen, dass es so langsam Spätnachmittag geworden ist.
Die Strecke zieht sich, dabei kann man selten mal etwas flotter auf Sand fahren, schon bald kommt wieder eine fiese Hindernisstrecke, wo man geflissentlich höchste Konzentration aufbringen sollte.

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Eines der wenigen Bilder des Tages ohne Toyota.

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Mit "Bad Road" ist zwar die D 3707 gemeint, auf welche wir erst morgen wieder treffen werden, aber auch unsere aktuelle Strecke lässt sich so trefflich beschreiben.

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Die Schatten werden länger.

Wir müssen eine feinsandige Passage, die über zwei Absätze führt, aus dem Rivier hoch fahren, und meine Konzentration ist offensichtlich nicht mehr die Beste, jedenfalls habe ich mich in Nullkommanichts fest gefahren. Auch der Versuch, rückwärts wieder frei zu kommen, misslingt, und ich habe unseren Vehikel bis zur Achse eingegraben.

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Ich lasse den Druck in den Reifen noch weiter ab, und wir buddeln alle mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln den feinen Sand vor und hinter den Rädern weg, um dann mit Steinen und den drei Holzunterlegbrettern eine feste Spur zu legen. Dann schaufeln wir den ständig wieder nachrutschenden Sand unter dem Unterboden weg, bis dieser wieder frei liegt.
Uwe fährt den LandCruiser über eine festere Spur über die Schikane, dreht den Wagen, so daß wir Schnauze gegen Schnauze stehen, und dann hängen wir den Hilux ans Stahlseil der Winde. Nun noch den Cruiser mit Steinen blockiert, dass er nicht einfach nach vorne gezogen werden kann, und wir probieren unser Glück.
Der erste Anlauf misslingt, der Cruiser schiebt die Steine vor sich her. Wir müssen nachbessern.
Im zweien Versuch dann, trara, kommt der Hilux Stückchen für Stückchen aus dem Tiefsand frei und landet schlussendlich vor der Schnauze vom Cruiser.
Wir sind alle geschafft, verschwitzt, mit einer feinen Pannade aus Sandstaub versehen, und sind uns einig, hier ist für heute Schluss.
Das Auto hat uns einen feinen Rastplatz rausgesucht.

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Kaum haben wir das Lager errichtet und ein Savanna gezischt, kommt der fast volle Mond über die Berge gekrochen und legt unseren idyllischen Lagerplatz in ein magisches Licht.

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Wir sind uns einig, einen besseren Platz hätten wir nicht finden können.

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Das Foto vom Abendessen habe ich beschnitten, Ruth empfand sich nicht vorzeigbar. Was ich jetzt erst so richtig sehe: scheinbar hat man mir eine extra Portion Fleisch aufgelegt, wohl um Vorsorge zu treffen, damit mir bei der morgen anstehenden Tour die Konzentration nicht wieder vor der Zeit flöten geht. Danke, liebe Crew.

Nach dem Essen gehen wir im Licht des vollen Mondes noch ein Stück bis runter ans Wasser, und dort spüle ich mir noch den Sand von Armen und Beinen, danach ist schon bald jeder im Zelt verschwunden.

Ob es im weiteren Verlauf der Hoarusibbefahrung noch weitere Pannen gab, gibt es im nächsten Kapitel zu lesen.


Liebe Grüße,
Matthias
Teil 1218. Okt. 2017
Montag, 07. August : Hoppel, hoppel, Hoarusib

Kurz nach sechs Uhr graut der neue Tag, ich habe herrlich geschlafen, völlig ungestört von Eulen, Käuzen, Geckos oder Ziegenmelkern, lediglich der volle Mond hat mich mit seiner Helligkeit ab und an irritiert.

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Auch die Reisegefährten sind offensichtlich ausgeschlafen, und bevor wir weiter auf der Piste hoppeln, verteilen wir uns in Erwartung des Sonnenaufgangs im Rivier.

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Kurz vor Sieben Uhr ist es soweit, die Sonne strahlt die oberen Bergkuppen an.

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Kurz darauf glüht der ganze Berghang.

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Und dann erreicht sie auch das Flusstal.

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Die flachstehende Sonne nutze ich für ein paar Blumenbilder.

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In der Sesamblüte hat eine Wespe die Nacht geschützt zugebracht.

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In völliger Ruhe und Einsamkeit geniessen wir unser sonniges Frühstück, bevor wir zusammen packen und ziemlich pünktlich gegen 8.30 Uhr wieder den Track unter die Räder nehmen.
Kaum um die erste Flussbiegung rum, halten wir auch schon wieder. Hier gibt es viele Palmen, und in den Wedeln tummeln sich Rosenköpfchen und Weber. Da das Ganze im vollen Gegenlicht liegt, spare ich mir das Anpirschen und begnüge mich mit der Szenerie des morgendlichen Flusstals.

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Immer öfter müssen wir solche Kieselfelder passieren, die ziemlich nervig zu fahren sind, ausserdem verlieren wir immer wieder mal die Spur, denn in den Steinen sind Fahrrillen praktisch nicht auszumachen.
Im Laufe des Vormittags, die Muckels sind voraus gefahren, haben wir eine Passage Sand zwischendurch. Ich bleibe genau in Uwe´s Spur, und ganz fix stecke ich wieder fest. Heute stoppe ich sofort den Motor, wir buddeln die Fahrspur frei zurück bis auf soliden Grund. Dann packen wir wieder die drei Bretter unter die Räder, dazu noch ein paar Steine. Schliesslich probiere ich zurück zu fahren, Bele schiebt an der Motorhaube, was ihr eine feine Ganzkörperdusche mit feinstem Dust einbringt. Aber, wir kommen frei. Nachdem das Auto auf sicherem Boden steht, kommen Ruth und Uwe angetrabt, um zu schauen, wo wir bleiben. Hier wäre ein funktionierender Funk echt von Vorteil gewesen. Eigentlich könnten wir jetzt weiter fahren, nur noch die Bretter einsammeln. Die aber sind komplett unter Sand begraben, und wir schaffen es mit buddeln und sondieren nur, ein einziges Brett ans Licht zu befördern. Zwei Bretter also müssen wir dem Flussgott des Hoarusib als Opfer bringen.
Der Sand hier hatte übrigens am frühen Morgen eine dünne Kruste, und wenn man also eine jungfräuliche Spur zog, hat der Sand auch getragen. Da ich aber auf Uwe´s Spur gefahren bin, gab es keine Kruste mehr, und der Eieruhrensand hat die Räder unbarmherzig fest gehalten.

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Aber auch sonst hält der Hoarusib manche Herausforderung bereit, etwa die ein oder andere Ausfahrt aus dem tieferen Flusstal auf eine höher liegende Etage.

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Hier hat Uwe mit der Anhängerkupplung einen ordentlichen Wacker gestreift, wodurch die komplette Stoßstange nach oben geschoben wurde. Blöd nur, dass der Camperaufbau mit zwei Spannketten an der Stoßstange verzurrt ist, und die Ketten nun lose rumhängen.
Wir können aber dank Uwe´s Feldbesteck die Kettenspanner soweit anziehen, dass der Aufbau wieder fixiert ist.
Ich dafür habe diese Stelle nicht ganz bis nach oben geschafft, kurz vor der Kuppe bleibt der Hilux stecken. Also wieder zurück rollen lassen, und erst mal die zwei Fahrspuren ordentlich gepflastert, dann klappt es beim zweiten Versuch problemlos.
So vergeht Minute um Minute, ohne dass wir nennenswerte Strecken zurück legen.

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Die Landschaft aber, das will ich extra betonen, begeistert mich absolut, und da wir immer wieder halten müssen, um nach der besten Fahrspur zu suchen, drücke ich auch ein paar Mal auf den Auslöser.


Das Weitergehoppel gibt es in einem weiteren Kapitelchen, demnächst hier.
Bis dahin,
viele Grüße,
Matthias
Teil 1319. Okt. 2017
Grande Finale im Rivier, Diebstahl in Opuwo

Es dauert gar nicht lange, und uns erwartet die nächste Schikane. Vor uns eine feuchte, sandige Stelle, danach etwas Wasser und dann entweder rechtwinklig abknickend direkt eine Sanddüne hoch, oder die Düne weiter vorne, wo sie etwas flacher wird, anfahren. Danach kommt aber sofort ein unpassierbares Blockfeld, also muss man rückwärts zurück zickzacken, um dann die restliche sandige Steigung hoch zu fahren, allerdings immer noch nach rechts haltend. Wie wir aussteigen und beratschlagen, wie wir das Stück am Besten angehen, stellen wir zudem fest, daß die feuchte, sandige Stelle wie ein Schwingboden wackelt, also darf man hier nicht zu weit Richtung Wasser kommen und ja nicht stehen bleiben, sonst könnte der Boden nachgeben, das Auto einbrechen, und der nachfolgende Wagen käme auch nicht mehr vorbei. Puuh, was tun?

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Zum Nerven beruhigen erst mal ein paar völlig vertrocknete Pilze geknipst, bisschen ablenken, und dann voller Konzentration das Hindernis angehen. Ich probiere die Düne frontal anzufahren, aber da geht gar nichts. Also wieder rückwärts runter auf die Ausgangsposition, und dann doch über den Schwingboden probieren.

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Vor den Autos die feuchte Stelle mit Wackelpuddingboden.
Erstaunlicherweise klappt die Zickzack-Variante ohne Probleme, sieht man mal von einer weiteren Strassenbau-Einlage ab.

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Bald darauf die nächste Schikane. Eine Furt, in der sich unübersehbar ein Auto fett eingegraben hatte. Kurzes Beratschlagen, ob vor oder hinter der Stelle des Havaristen zu kreuzen ist, die Wassertiefe und die Konsistenz des Sandes geprüft, und ab dafür. Klappt problemlos.

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Die Schlucht wird immer enger, und Ruth betätigt sich immer öfter als Einweiserin.

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Einmal mehr aussteigen und abchecken.

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Da. Seit langem mal wieder ein Vogel. Suchbild, und auch Rätselbild.

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Wir kommen an einer Familie Hirten mit ihrem Vieh vorbei, und plötzlich treten die Berge wieder zurück, das Tal wird weiter.
Wir kreuzen noch ein paar Mal den Wasserlauf, und Punkt halbdrei Uhr erreichen wir die D 3707. Jetzt kann der Rest ja nur noch eine Spielerei sein. Denken wir.
Zuerst bringen wir unsere Reifen wieder auf Normaldruck, dann gibt´s eine kleine Erfrischung, und dann nehmen wir die D 3707 unter die Räder. Die präsentiert sich zunächst als ganz passabel, ein letztes Mal queren wir den Hoarusib, hier müssen wir sogar nochmals den Allrad einschalten.

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Hoarusib Adé.

Die Strecke wird aber bald immer lausiger, total ausgespült, an anderen Stellen bester, schneeweisser Bulldust, so daß wir in entsprechendem Abstand den Muckels folgen.

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Dann, endlich, nach langer Zeit mal wieder ein Greif in der Luft. Schnell den Wagen nach links ans Bankett gezogen, ein Blick durchs Glas bestätigt den Schlangenadler, und trara, sogar mit passender Beute. Er kreist mehrmals über uns, um Höhe zu gewinnen und dreht dann ab.

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Die karge Berglandschaft weicht zurück, es gibt mehr Vegetation hier, und sogar ein paar blühende Flaschenbäume ? finden sich. Immer wieder passieren wir kleine Siedlungen, und hin und wieder kommt uns in einer grossen Staubwolke ein Fahrzeug entgegen.

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Wir drücken jetzt etwas aufs Tempo, denn der Sonnenuntergang ist nicht mehr weit, Opuwo aber schon noch.
Aber bei dem Gelbschnabel-Madenhacker, den wir hier nicht erwartet hätten, stoppen wir für ein schnelles Foto.

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Wir fahren voraus, und ich lasse es laufen, so gut das auf der Strasse eben geht, bis mir auffällt, daß von den Muckels überhaupt nichts zu sehen ist, keine Scheinwerfer, nicht mal eine Staubfahne.
Also stoppen wir, und ich warte eine ganze Weile, bis endlich die Lichter vom Cruiser auftauchen, während die Sonne gerade noch an die oberen Berghänge reicht.

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Genau pünktlich zum Vollmondaufgang erreichen wir die auf einem Hügel liegende Opuwo Country Lodge, wo wir einen Zeltplatz gebucht haben.

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Das Einchecken zieht sich, weil eine italienische Gruppe wohl keinen Platz mehr bekommt und den ganzen Betrieb aufhält, so ist es nahezu dunkel, als wir unsere Site 1 erreichen und die Zelte aufschlagen. Die Mädels gehen derweil duschen und kommen mit der Botschaft zurück, daß hier gestern mehrere Fahrzeuge aufgebrochen wurden und wohl die Security involviert war. Jedenfalls ist eine neue Sicherheitsfirma beauftragt worden, und direkt bei unserem Platz, der unmittelbar am Zaun liegt, patroullieren auch zwei bewaffnete Männer.

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Und überhaupt, was ist mit dem Mond los, haben sie dem auch schon ein Stück geklaut?

Sicherheitshalber nehmen wir unsere Wertsachen mit, denn wir gehen in die Lodge essen, heute bleibt die Küche kalt.
Es gibt ein reichhaltiges Büffet--und WIFI. Ich denke, ich bin im falschen Film. Während ich esse, schieben, drücken und wischen meine Mitreisenden auf ihren Mobiles rum, nur mal eben checken, blabla, haha, hast du schon gesehen....
Ich wünsche mich zurück auf eine abgelegene Sandbank im Hoarusib.

Hier endet nun schon der erste Teil unserer OST, das Kaokoveld haben wir hinter uns, und morgen fahren wir ein langes Stück bis kurz vor Rundu.

Kosten : Buffet Opuwo C.L. 295.- Nam$ pP plus Getränke.


Viele Grüße,
Matthias
Teil 1424. Okt. 2017
Dienstag, 08. August; It´s a long way to Hakusembe

Wider Erwarten war nach dem Abendessen der geklaute Mond vollständig genesen zurück an seinem Platz, und auch die Nacht über kam es zu keinen weiteren kriminellen Handlungen bei unserer Campsite.

Obwohl man den Lärm wie anhaltendes Hundegebell sowie laute Musik aus dem tiefer liegenden Ort ziemlich gut hört, habe ich sehr gut geschlafen. Ich war wohl doch ziemlich erledigt nach der anstrengenden Fahrerei gestern.

Im ersten Morgengrauen packe ich das Zelt ein, brühe mir eine Kanne Tee auf, und mit Uwe wechseln wir schnell ein Vorderrad am Cruiser, das seit einer missglückten Reparatur in Swakop permanent schleichend Luft verliert. Heute haben wir knappe siebenhundert Kilometer bis zu unserem nächsten gebuchten Ziel, der Hakusembe River Lodge kurz vor Rundu am Okavango, zu absolvieren, und da ist ein intakter Reifen schon besser.

Um 7.15 Uhr sind wir reisefertig und wir verlassen den Hügel der Lodge und rollen runter ins Dorf, um erst mal die Autos voll zu tanken, was beim Cruiser wegen Erfolglosigkeit vorzeitig abgebrochen werden muß.

Das erste Stück ist noch hügelig, doch bald wird die Landschaft flach. Wir haben das Kaokoveld verlassen und fahren nun durch die 4 O-Region, das Ovamboland.

In Oshakati steuern wir eine Filiale einer Burgerkette an, um unser Frühstück in Form von gar nicht mal schlechten Pommes einzunehmen. Ansonsten versuchen wir uns mit getrockneten Mangos, Cashews und natürlich Biltong über Wasser zu halten.

Bis Ondangwa ist viel Verkehr auf der Strasse, hier muß man aufpassen. Doch bald danach wird es eintönig, und wir fahren nun nach Norden, gegen die Sonne. Hier muss ich einige Male gegen die aufkommende Müdigkeit ankämpfen, denn auch Bele ist langsam der Gesprächsstoff ausgegangen, die Landschaft wird eintönig, die Sonne ermüdet, aber wir müssen weiter.
Bele nickt einige Male ein, die CD der "African Vocals" kennen wir auch schon auswendig. Weiter Kilometer-fressen.

Langsam ändert sich das Landschaftsbild erneut, es gibt hier mehr Wald, immer wieder unterbrochen von kleinen Dörfern, die hinter stacheligen Krälen geschützt sind. Wir fahren nun unterhalb der angolanischen Grenze nach Osten, die Sonne steht nun im Rücken, das Licht ist deutlich angenehmer.

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Typisches Dorf mit mehreren Hütten hinter einem Schutz aus Pfählen.

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Scheinbar sind die Bewohner alle unterwegs, aber die Hütten sehen bewohnt aus.

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Hühner halten die Stellung.

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Gegen fünfzehn Uhr muss einfach mal eine Pause sein, dafür bietet sich einer dieser typischen und idyllischen Rastplätze an. 😗

Nun wird das Licht immer schöner, und wir freuen uns am prallen Leben, welches sich hier auf und neben der Strasse abspielt. Hirten treiben ihr Vieh nach Hause, Frauen bereiten das Abendessen zu oder holen Wasser, welches sie in grossen Behältern auf dem Kopf heim tragen, Kinder fahren mit dem Fahrrad oder spielen mit aus Draht geflochtenen Autos im Sand, während die Dorfjugend akrobatische Breakdance-Einlagen zum Besten geben.

Kurz vor Sonnenuntergang verlassen wir die Teerpad und rumpeln die letzten Kilometer über Sand bis zur Hakusembe Lodge. Nun schnell die Autos abgestellt und ans Wasser geeilt.

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Gerade noch rechtzeitig geschafft.

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Theatralisch schön versinkt die glutrote Sonne, und wir treffen Freunde der Muckels, die gerade auf dem Rückweg vom Caprivi zurück nach Windhoek sind. Wir verabreden uns für ein gemeinsames Abendessen in der Lodge, denn auf Kochen hat nach dem langen Tag niemand mehr Lust.

Dann checken wir für unsere Campsite ein, stellen die Zelte auf, und nach einer herrlichen Dusche gehen wir zurück zur Lodge, während über dem Fluß der orangefarbene Mond aufgeht.

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Wir geniessen das Buffetessen und haben uns jede Menge Geschichten zu erzählen.

Während wir im Licht des vollen Mondes zu unseren Zelten zurück gehen, höre ich zweierlei Nightjars singen. Einer, ich meine, es war der Square-tailed Nightjar, singt ganz in der Nähe, und Ruth und Uwe wollen endlich mal so einen Ziegenmelker zu Gesicht bekommen. Also bewaffnen wir uns mit unseren Lampen und versuchen den Sänger zu verorten. Das gelingt auch, allerdings ist der Vogel wenig kooperativ und fliegt mehrmals auf und davon, kaum daß ihn der Lichtstrahl getroffen hat. Ein Foto gelingt nicht, aber immerhin haben wir die Nachtschwalbe sitzen und fliegen gesehen.

Anschliessend nehmen wir noch einen Absacker am Lagerfeuer der Kölner Freunde der Muckels, wozu auch Bele nochmals aufsteht, denn sie war schon ins Bett geschlüpft gewesen. Nach einigen weiteren Räuberpistolen gehen wir dann auch ins Bett, der Tag war wieder lang.


Kosten: Buffet Hakusembe River Lodge 300.-Nam$


Viele Grüsse,
Matthias
Teil 1525. Okt. 2017
Mittwoch, 09. August; zum One-night-stand nach Botswana.

Heute fahren wir, für genau eine Nacht, nach Botswana, denn wir wollen zu Drotsky´s Cabin, da man dort herausragend schöne Bootstouren auf dem Okavango machen kann, praktisch mit der Garantie, die sonst eher seltene Pel´s Fishing Owl sehen zu können. 😣

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Gleich morgens sitzt über meinem Zelt eine Red-eyed Dove und singt ohne Unterbrechung ihr monotones Lied.

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Hier auf dieser sandigen Fahrspur haben wir letzte Nacht den Ziegenmelker sitzen gehabt.

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Den Sonnenaufgang möchte ich am Wasser erleben, also schlage ich mich etwas durchs Schilf.

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Kurz vor Sieben Uhr ist es soweit, die Sonne drückt durch den Galeriewald auf der angolanischen Seite.

Wir frühstücken ganz gemütlich in der Sonne, dann verabschieden wir uns von den Kölnern, die in die andere Richtung fahren werden, und dann machen wir uns auf den Weg weiter nach Osten.

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Auf dem Weg zurück zur Teerstrasse kommen uns diese Nguni-Rinder entgegen.

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Am Boden sucht eine Red-capped Lark nach Futter.

In Rundu versuchen Ruth und ich unseren Vorrat an Gemüse aufzufüllen, wirklich erfolgreich sind wir aber nicht. Bele und Uwe sind bei den Autos geblieben, und Uwe nutzt die Zeit, um sich mal die Verbindungen des Kabels von der Antenne zum Funkgerät anzuschauen, denn da, so haben wir gemutmaßt, muß irgendwo der Fehler liegen. Und tatsächlich findet Uwe eine durchgescheuerte und lausig geflickte Stelle, die er sogleich mit dem kleinen OP-Besteck wieder gesundet.
Dann tanken wir die Autos, und endlich können wir aus dem trubeligen Rundu raus zurück auf die B 8, alles geradeaus Richtung Osten.
Wir kommen gut voran, in Bagani biegen wir Richtung Süden ab, fahren durch den Mahango Park bis zum Grenzübergang Mohembo. Nach der Ausreise aus Namibia und der Einreise in Botswana fahren wir weiter bis zum Abdreh zu Drotsky´s Cabin, wo wir nicht ganz zur Mittagszeit ankommen, aber mit einer Zeit so gegen vierzehn Uhr liegen wir für unsere Verhältnisse prächtig .
Unsere eigentlich vorgesehene Campsite haben sich schon ein paar Südafrikaner unter den Nagel gerissen, und unsere für den Abend vorgesehene Bootstour soll auch nicht klappen. Angeblich "Fully booked". Wir sollen mal unsere Zelte aufbauen, und dann wird sich vielleicht etwas ergeben!? 😵 Der Empfang hier haut mich jetzt nicht gerade vom Hocker.
Um möglichst weit weg von der Wagenburg der Südafrikaner zu stehen, nehmen wir die hinterste Campsite, von der man wenigstens ein bisschen ans Wasser sieht und die herrlich grosse alte Bäume aufweist. Wir richten uns ein und gehen dann zurück zur Rezeption. Eine kleine Tour, leider erst ab 17.00 Uhr, für anderthalb Stunden soll machbar sein. Na gut, besser als Nichts. Und morgen früh? Da würden wir dann gerne aber länger unterwegs sein wollen, und möglichst mit einem Guide, der fit ist mit der lokalen Avifaunistik. Gut, das lässt sich machen.

Den Weg zurück ins Camp nutzen wir, um uns schon mal warm zu schiessen.

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Cardinal Woodpecker

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Green-winged Pytilia, oder Buntastrild. Das Weibchen.

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Das Männchen dazu. Von über dreissig Aufnahmen bleiben gerade mal drei, vier scharfe übrig, der Rest ist Schrott. Die Vögel so klein und flink, das Licht unter den Bäumen so schlecht.
Aber die Gesangskulisse der in den Bäumen sitzenden und flötenden Piepmätze weiss mir zu gefallen.

Von der abendlichen Bootstour erzählt dann das nächste Kapitelchen,
bis dahin.

Matthias
Teil 1629. Okt. 2017
"Quickie" auf´m Okavango

Schon vor Fünf Uhr stehen wir fertig gerichtet am Bootssteg, vielleicht geht es ja doch schon bissle früher los? Nein, pünktlich kommt der Chef, offensichtlich muß er selber ran. Wahrscheinlich, so mutmaßen wir, sind die Guides nicht herbeordert worden, weil Nichts los ist, denn die Boote liegen alle vertäut am Steg. Von wegen "fully booked".

Wir fahren flussaufwärts, und sogleich erwarten uns die ersten Tiere.

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Es geht aber nicht mit Vögeln los, sondern dem hier im Lodge-Bereich ansässigen Buschbock.

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Aber dann geht es Schlag auf Schlag. Black-eyed Bulbul.

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Pied Kingfisher vor der Brutwand.

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Reed Cormorant

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An ihr hier wären wir fast vorbei gefahren, nur mein Protest lässt uns umdrehen. So schön frei sieht man die Little Bittern, oder Zwergrohrdommel eher selten.

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Dann folgt ein hier wohl übliches Prozedere, das ich aber noch nicht kenne. Wir passieren einen Schreiseeadler auf einem Baum, und unser Guide halbiert einen Tigerfisch, steckt einen Papyrushalm durch diesen und schmeisst ihn ins Wasser. Ich stelle also auf den schwimmenden Leichnam scharf, bereit um im genau passenden Moment abzudrücken. 🤢 Der Adler lacht sich eins, holt sich den Fisch, und auf meinem Foto befinden sich genau an der richtigen Stelle--Wassertropfen.

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Mit der zweiten Hälfte des Fischs gibt es einen weiteren Versuch, ich nehme sehr viel weniger Tele--und bin wieder viel zu langsam.
Auch von meinen Tourbegleitern kommen dauernd Kommentare wie: "ääh, alles unscharf, zu spät abgedrückt, alles matschig, das Boot schaukelt, so kann ich nicht arbeiten... " Die Stimmung ist etwas unlocker, auf jeden Fall wird es morgen Verbesserungspotential geben.
Dabei ist der Ausflug sehr schön, das Licht ist gut, Vögel gibt es ohne Pause, aber das Gemeckere mag nicht aufhören. 😣 🙄

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Irgendwie sieht selbst der Malachite Kingfisher doof aus, irgendwie viel zu bunt.

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Little Bee-eater

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Schlangenhalsvogel und Riedscharbe trocknen einträchtig neben einander ihr Gefieder.

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Wir passieren einen weiteren Fish Eagle. Er muss sich allerdings sein Abendbrot selbst besorgen.

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Dann finden wir zwei ruhende Scherenschnäbel auf einer flachen Sandbank. Es fällt mir auf, daß der Guide sehr vorsichtig fährt, um möglichst keinen Wellenschlag zu verursachen und die Vögel nicht zu verscheuchen. Das gefällt mir sehr gut.

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Das schöne Abendlicht zaubert dann doch noch einen glücklichen Gesichtsausdruck ins Antlitz. 😎

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Ein weiterer Malachite sitzt im Schilf an, und nun mag mir auch die Farbzusammenstellung gefallen, dank der flacheren Sonne.

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Das Licht schwindet jetzt sehr schnell, die letzten Strahlen erreichen einen weiteren Darter.

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Und nochmals so ein Schwingentrockner, er will wohl nicht nass seinen Schlafplatz aufsuchen.

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Die Panzerechse liegt schon im tiefen Schatten, und so beenden wir den Teilbereich "Birding" der Tour. Bleibt noch der Bereich "Romantik". 🤪

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Sunset am Panhandle.

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Pünktlich nach eineinhalb Stunden sind wir zurück, und auch wenn nicht alle Motive zufrieden stellend abgelichtet wurden, bin ich mit der etwas aus der Not geborenen Cruise durchaus nicht unzufrieden.
Wir schlendern zurück auf unsere Site und bereiten unser mondänes Abendessen zu, ich glaube mich an Bele´s Couscous zu erinnern.
Da nun ein paar Tage nach Vollmond selbiger wieder später erscheint, versuche ich mal wieder ein paar Langzeitbelichtungen, allerdings ist das hier zwischen all den Bäumen gar nicht einfach.

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Nach einem geruhsamen Abend am Lagerfeuer freuen wir uns auf den morgendlichen Ausflug mit unserem Guide Otto.
Plötzlich platscht es laut direkt unterhalb meines Zeltes, wir leuchten Richtung Wasser, und ein Koloss von Hippo bricht durchs Schilf auf und davon.
Später schnarcht mal wieder eine Schleiereule, und ein Woodfords-Kauz singt ab und zu ein paar Strophen die ganze Nacht hindurch.


Viele Grüße,
Matthias
Teil 1701. Nov. 2017
Donnerstag, 10. August; ein morgendliches Feuerwerk auf dem Fluß

Zuerst waren wir ja etwas geknickt, daß unsere Boatcruise mit Otto erst um halbacht Uhr starten sollte, denn da ist die Sonne ja schon aufgegangen. Andererseits war es doch ganz schön kühl am Wasser, und so war es ganz gut, daß die Morgensonne schon etwas geheizt hat, als wir pünktlichst gestartet sind.

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Morgens um halbacht auf´m Okavango. Gerade voraus ist die Brutwand der Pied Kingfisher zu sehen, unser erstes Ziel.

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Und wie gestern auch sitzen sie zuverlässig auf ihrem Stengele, heute aber mit Sonne.

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Gleich drauf, wir sind noch keine zehn Minuten unterwegs, der erste Malachite Kingfisher, fast schon zu nah. Otto versteht es sehr gut, das Boot schön langsam und perfekt mit dem Licht ans Objekt zu steuern, das merken mir schnell. Und mit Vögeln kennt er sich sehr gut aus.

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Wir schiessen uns in einen wahren Rausch, selten sitzen diese bunten Fisher so dekorativ an.

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Der White-browed Robin-chat ( Heughlin´s Robin ) erfreut uns schon die ganze Zeit mit seinem schönen Gesang.

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Ein paar Zwergspinte wärmen sich aufgeplustert in der Sonne.

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Reed Cormorant

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Gleich drauf das nächste Highlight, eine ganze Schlafplatzgemeinschaft von White-fronted Bee-eaters. Im Vorfeld der Tourplanung gab es Stimmen, daß wir eigentlich zu früh dran sein werden, denn die Carmine Bee-eaters kommen erst bis in etwa zwei Wochen, die werden wir also verpassen. Daß aber die Weißstirnspinte ebenso grosse Brutkolonien bilden, war mir neu, bislang hatte ich sie immer nur paarweise oder in kleinen Trupps angetroffen. Nun also das nächste Farbfeuerwerk.

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Otto lässt uns alle Zeit, bis wir die bunten Vögel erschöpfend verpixelt haben. Es ist ja nicht so, daß sonst nicht noch weitere Arten in der Ufervegetation auf uns warten würden.

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Der Weber mit dem bösen Blick, Holub´s Golden Weaver.

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Crested Barbet, oder Haubenbartvogel. Das Nest gehört aber einem Webervogel.

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Der Grey Lourie lässt sich die Blütenkätzchen schmecken.

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Unser Guide Otto in vollem Ornat, die Fellmütze war vielleicht etwas übertrieben, denn meistens sind wir ja sehr langsam am Ufer längs getuckert. Nun aber gibt Otto Gas, denn auf seine Frage nach besonderen Wünschen habe ich natürlich die Pel´s Fishing Owl in den Ring geworfen, und dafür müssen wir ein ganzes Stück flussaufwärts fahren.

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Squacco Heron, oder Rallenreiher.

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Little Egret, oder Seidenreiher.

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Hamerkop.

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Yellow-billed Stork, oder Nimmersatt.

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Water Dikkop, oder Wassertriel.

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Lilytrotter-Jungvogel.

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Ein weiterer, sehr dekorativ auf einem Papyrushalm parkender Malachite Kf bleibt nicht undokumentiert, dann haben wir die grossen Bäume erreicht, wo die Fischeule normalerweise zu finden sei. Also, gestern, da war sie noch da. Heute nicht. Wir filzen mit den Ferngläsern alle potentiellen Ansitze, aber wir finden keine Eule. Und so gerne ich den Vogel einmal bei Tageslicht sehen würde, bin ich heimlich fast ein bisschen froh, daß es nicht klappt, denn wir sind ja nicht im Zoo. So habe ich einen guten Grund, nochmals wieder hier her zu fahren.

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Auf dem Rückweg, der nun deutlich flotter erfolgt, kommt wieder die Nummer mit dem Fish Eagle.

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Diesmal verzichte ich aufs Tele, und entsprechend klein ist der Adler auf den Bildern. Müssig zu erwähnen, daß ich den richtigen Moment wieder verpasse. Ich nehm´s olympisch, dabei sein ist Alles.

Leider sind die Skimmer heute nicht da, dafür finden wir unsere ersten Elefanten, leider ziemlich versteckt im Schilf und voll gegenlichtig. So verzichte ich auf Fotos, darauf vertrauend, daß wir noch mehr Elefanten finden werden.

Pünktlich nach zweieinhalb Stunden sind wir zurück, wir bedanken uns herzlich bei Otto, das war mal eine richtig dufte Birding-Cruise.


Den Rest des Tages gibt es demnächst hier, in diesem Theater. 😎

Bis dahin,
Matthias
Teil 1805. Nov. 2017
weiter der 10. August; Mahangu und Mahango

Auf unserer Campsite geniessen wir erstmal in aller Ruhe ein beschauliches Frühstück. Dann packen wir zusammen und fahren das kurze Stück zurück zum Grenzposten. Wir sind wieder alleine hier, und so geht das Prozedere sehr flott.

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Eine Lesser Striped Swallow baut, mit echtem Lehm, direkt am Eingang ins Zollgebäude an der Lampe ein Nest.

Es folgt eine kurze Fahrt durch das Mahango Game Reserve, und kurz darauf sind wir an der Reception der Mahangu Game Lodge. Hier bin ich schon öfters gewesen, für mich ist es wie heimkommen, und wir richten uns, pünktlichst zur Mittagszeit, auf unserem Stellplatz direkt am Wasser ein. Während wir uns einen kleinen Mittagsimbiß genehmigen, verschwinden wir abwechselnd immer wieder im Unterholz, denn hier wuseln die verschiedensten Vögel herum.

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Brown Firefinch, oder Grosser Pünktchenamarant

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Bei dem hier flippe ich schier aus, ich habe ihn nie zuvor gesehen und freue mich ganz besonders über die Beobachtung, auch wenn dies das einzige brauchbare Foto ist, das mir gelingt. Alle anderen sind komplett unscharf. Auch dieses würde natürlich bei Ruth durchfallen. 😐 Egal, der äusserst agile Heckenhopser hört auf den Namen Orange-breasted Bush-Shrike.

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Ganz sicher bin ich mir nicht, aber es ist wohl ein Marico Flycatcher.

Gegen fünfzehn Uhr starten wir, um eine Runde durch den nahe gelegenen Mahango Park, der mittlerweile im Bwabwata National Park aufgegangen ist, zu fahren.
Der Anfang ist etwas zäh, ausser den üblichen Verdächtigen wie Elefanten, Hippos, Zebras und Impalas ist zunächst nicht viel auszumachen, und da die Tiere eher weiter weg und zudem im Gegenlicht stehen, spare ich mir das Fotografieren und beschränke mich aufs Geniessen. Kommt ja manchmal zu kurz. 😎

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Das erste Mal drücke ich dann bei diesem noch nicht ganz ausgefärbten Fish Eagle ab.

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Viele Hippos liegen im niedrigen Wasser und dösen vor sich hin. Wieviele von ihnen wohl den aktuellen Anthrax-Ausbruch überlebt haben?

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Mehrfach finde ich diese rotblühenden Büsche. Ich steige aus, um ein paar Bilder zu machen, und passend findet sich ein Falter auf Nektarsuche ein. Ich vermute, er gehört zu den Bläulingen, irgend ein Copper könnte es sein, leider habe ich ihn in meinem Guide nicht gefunden. Anmerk.: nachdem ich den Falter ins lepiforum eingestellt habe, habe ich den Tipp bekommen, daß es sich um ein Weibchen von Black-tipped Scarlet handelt

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Klar, beim Giant Baobab gibt es auch einen Fotostopp. Von seinem Kompagnon, der vor ungefähr zwei Jahren bei einem Sturm gefällt wurde, ist mittlerweile fast Nichts mehr übrig geblieben.

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Wir fahren weiter auf dem Schlenker Richtung Süden und entdecken eine Gruppe Tsessebes, die unlängst ein Schlammbad genossen haben.

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Man sieht es ihnen nicht an, aber sie sind die schnellsten Antilopen.

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Beim nächsten Stopp Kwetchi, wo man schön über den Fluß spotten kann, steige ich aus. Während Bele sich nicht vom Auto weg traut und aus Verzweiflung sich um eine Gabelracke kümmert, steige ich etwas durchs Unterholz und finde diesen White-browed Coucal. Toll, den habe ich auch noch nicht auf der Liste.

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Aber auch landschaftlich ist es hier ganz apart.

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Es geht auf die Fünfe zu, das Licht wird auch immer schöner. Sollen wir noch den kurzen Schlenker bis zum Border Post fahren? Oder doch schon lieber den Heimweg antreten?

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Die Entscheidung fällt zugunsten Mohembo Border Post. Eine gute Entscheidung, denn kurz davor stehen im Omuramba Thinderevu zwei Sable-Bullen. Wir beobachten diese auffallend schönen Antilopen eine ganze Weile, bis sie im dichten Busch verschwinden.

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Wir fahren auf dem selben Weg wieder zurück, und plötzlich steht überall Wild, wo kurze Zeit zuvor gähnende Leere war.

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Auf der Pad steht ein Roan-Bulle und löst sich erst einmal völlig unbeeindruckt.

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Langsam wird Bele etwas quengelig, sie hat ständig die auf sechs Uhr vorrückende Borduhr im Blick, der Gate-closing-time. Aber bei diesem Greif, der zunächst im unteren Stockwerk rumturnt und sich langsam bis auf die Buschspitze hoch arbeitet, können wir doch nicht einfach vorbeifahren. Er entpuppt sich als noch nicht ganz ausgefärbter Martial Eagle, oder Kampfadler.

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Die Uhr tickt unaufhörlich, ja wir fahr´n ja gleich weiter, aber in dem schönen Licht fahre ich auch an einem Keiler nicht einfach vorbei. Der Zwergspint im Hintergrund bringt sogar etwas Farbe ins Bild.

Nun aber, endlich, fahren wir raus, es ist gleich Sechs Uhr. Nöö, doch nicht, denn zwei Elefantenbullen haben etwas gegen unsere Durchfahrt einzuwenden. Das geben sie durch lautstarkes Trompeten kund, einer steht rechts vor mir, der andere nähert sich von links hinten, wir können weder vor noch zurück, also Motor ausstellen und abwarten.

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Sie beruhigen sich wieder, und der von links kommende Bulle wechselt vor uns über die Pad, und zusammen verschwinden sie fressend im Busch.

Nun aber Gas. Wir kommen an die grosse Wiese kurz vorm Gate, und Bele muß nun plötzlich, ganz dringend, sogar ein Zebra, gut, mit Fohlen immerhin, verewigen, und dann spaziert wiederum ein Sablebulle über die Pläne. Dabei ist er nicht alleine, linkerhand steht eine ganze Herde in den Büschen.

Wie ich es schon öfter erlebt habe im Mahango Park, ist die letzte Stunde sehr oft überaus reich an Beobachtungen.

Wir fahren nun tatsächlich ans Gate, dieses ist schon geschlossen. Bele steigt aus, öffnet das Tor, ich fahre durch, und nachdem das Tor wieder verschlossen ist, nehmen wir das Reststück bis zur Mahangu Lodge unter die Räder.

Kurz nach uns kommen auch die Muckels zurück, und wir beschliessen, erstmal einen Sundowner auf dem Deck überm Fluß einzunehmen. Gegenüber auf der anderen Seite steht eine grosse Herde Elefanten an einer Salzlecke, während wir uns einen Gin-Tonic genehmigen. Das Licht schwindet, und mit Einsetzen der Dämmerung beginnen zwei Nachtschwalben mit ihrem monotonen Gesang.
Von der anderen Seite fangen bis zu vier Zwergohreulen gleichzeitig zu singen an, ach, was ist das Leben schön.

Wir gehen zurück an unsere Site und starten ein Feuer, denn heute soll es die legendäre Muckel-Busch-Pizza geben, da brauchen wir viel Glut. Leider taugt unser Holz nicht allzuviel, und so wird das Pizzabacken zum abendfüllenden Programm.

Von der anderen Flußseite beginnen die Elefanten zu tröten und trompeten, dazu grummeln sie unaufhörlich in diesen tiefen Bässen, die durch Mark und Bein gehen. Das Ganze hört sich an, als ob da eine ordentliche Rivalität zu klären wäre, oder gibt es gar eine Löwenattacke? Wir wissen es nicht, aber die Elefanten wollen sich gar nicht beruhigen, und so lauschen wir diesem archaischen Hörspiel, das die ganze Nacht hindurch immer mal wieder aufflackert. Dazu singen unaufhörlich die Eulen.


Und was hat es nun mit Mahango und Mahangu auf sich? Nun, Mahango ist eine Hirseart, die hier wächst und geerntet wird, und ein daraus hergestelltes Gericht heisst Mahangu.


Viele Grüße,
Matthias
Teil 1908. Nov. 2017
Freitag, 11. August; Abschied vom Okavango, Kurzbesuch in der Buffalo Core Area

Einmal mehr bewundere und geniesse ich den Morgenfrieden hier , leichter Nebel liegt über dem ruhig fliessenden Okavango, im Schilf zwitschern die Kleinvögel, die hier die Nacht zugebracht haben.

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Unablässig ziehen Trupps von Enten und Reihern über den Fluss.

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Eigentlich nichts Besonderes, nur mal wieder ein Sonnenaufgang.

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Wir sitzen schön in der Sonne und geniessen unser Frühstück, dann bauen wir in Ruhe das Camp ab, drehen noch eine Runde durchs Lodgegelände, besteigen den Aussichtsturm, danach zahlen wir unseren Deckel und verlassen die Mahangu Lodge. Schön war´s wieder mal.
In Divundu versuche ich mal wieder erfolglos frisches Gemüse zu bekommen, aber immerhin ein paar frische Weckle gibt´s. Währenddessen lassen die Muckels mal wieder ein paar Liter Diesel in ihren widerspenstigen Tank laufen, dann fahren wir über den Fluss. Bald darauf biegen wir von der B 8 nach rechts ab in die Buffalo Core Area.

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Wir sind nun auf der nordöstlichen Seite vom Okavango, für mich ist das alles Neuland hier.

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Noch bevor wir den Rangerposten erreichen, finden wir einen Bearded Woodpecker.

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Direkt nebenan sitzt ein Swallow-tailed Bee-eater auf seinem Ausguck.
Als wir zurück zum Auto kommen, hält ein Rangerfahrzeug und ein Ranger fragt uns, was wir hier machen, wir sollen zum Posten fahren und hier verschwinden. Der Gute war offensichtlich mit links aufgestanden.
Die Muckels sind voraus gefahren, und da wir bislang immer noch keinen Funktionstest unserer Funkgeräte durch geführt haben, wissen wir auch nicht, wo sie sich befinden.
Wir bezahlen unseren Obulus von 40.- Nam$ pP, und dann fahren wir an Militärruinen vorbei parallel zum Okavango. Selten hat man mal Sicht auf den Fluss und das Schwemmland, meistens geht der tiefsandige Track durch den Busch.

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Ein typischer Buschbewohner, die Emerald-spotted Wood Dove, oder Bronzeflecktaube.

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Dann erreichen wir einen Flecken direkt am Wasser, man kann hier weit schauen und findet jede Menge Wasservögel, aber auch die namensgebenden Büffel.

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In kleineren Gruppen stehen sie auf kleinen Schilfinseln oder käuen am Boden liegend wieder.

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Eine Gruppe Kudus steht in einem ehemaligen Militärgelände, nur ein paar Betonruinen und der fragmentarisch erhaltene Zaun zeugen davon.

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Endlich gelingen mir ein paar Bilder von einem Guineafowl-Falter, der am Boden Salze saugt.

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Dann entdecken wir einen Sable-Bullen, der ein Stück auf uns zukommt und sich dann mitten auf einer offenen Sandfläche hinlegt.

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Ein Gaukler schaukelt im typischen Flug über uns hinweg.

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Wir fahren bis zur ehemaligen Militärstation Nova, die heute als Rangerstation dient. Es geht auf Mittag zu, und wir beschliessen, umzudrehen, denn wir haben ja noch runde zweihundert Kilometer zu fahren bis zu unserem nächsten Camp am Kwando. Wo die Muckels sind, wissen wir nicht, der Funk ist ja nicht gecheckt, und per Telefon erreichen wir sie nicht.

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Beim Zurückfahren entdecken wir diesen Dark chanting Goshawk, oder Graubürzel-Singhabicht. Leider sitzt er etwas ungünstig im grellen Gegenlicht.

Kurz vor dem Rangerposten kreuzen zwei Elefanten vor uns die Pad, dann ist unser Kurzbesuch in der Buffalo Core Area Geschichte. Hat mir gut gefallen hier, ich werde ganz sicher wieder hier vorbei schauen.

Nun ist Kilometerfressen angesagt bis kurz vor Kongola.

Den Rest des Tages gibt es in einem weiteren Kapitel.

Bis dahin,
viele Grüße,
Matthias
Teil 2012. Nov. 2017
weiter Freitag, der 11. August; endlich wieder in Nambwa

Bei der Rangerstation "New Susuwe" checken wir ein. Beim obligatorischen Eintrag ins grosse Buch stellen wir fest, daß die Muckels nicht wie vermutet schon längst hier durch sind, also müssen sie noch hinter uns sein, und wir kündigen sie schonmal an, immerhin hat Uwe die Originaldokumente verwahrt.

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Die Karte vom Permit ist alt ( von meiner letzten Tour ), aber die gefahrenen Strecken sind quasi- bis auf die Verlegungen der Tracks im Bereich Horseshoe- identisch.

Hinter der Station geht es hoch in den Wald, und schon gleich wird die Strecke tiefsandig, also den Allrad rein, und langsam fahren wir durch den Wald mit seinen grossen Bäumen, den ich so sehr mag. Wir kommen über eine Kuppe, und vor uns steckt ein "normaler" Hilux mit abgefahrenen Strassenreifen im Sand fest. Eine deutsche Familie, das sieht man auf den ersten Blick, scheint schon etwas entnervt und verzweifelt zu sein, da schaffen sie es doch mithilfe der schiebenden Frau und der beiden Töchter, den Wagen etwas erhöht auf die Böschung mit etwas festerem Sand zu fahren.
Wir steigen aus, um die Lage zu sondieren, es stinkt nach verbrannter Kupplung.
Ich rate dem Familienvater, erst mal gehörig Luft aus den Reifen zu lassen, was ihn sehr verwundert, das habe ihm niemand gesagt beim Autoverleiher. Weiter rate ich ihm, dem Wagen erst mal eine Abkühlpause zu gönnen.
Wir werden voraus fahren, avisieren aber für den Notfall die Muckels. Und falls sie nicht in zwei Stunden in Nambwa eintreffen, werden wir ihnen entgegen fahren.
Dann fahren wir weiter, und beim ehemaligen Fort Doppies geniessen wir den weiten Blick über den Kwando. Ein paar Red Lechwes lassen sich ausmachen, am Ufer liegen ein paar sich sonnende Krokodile.

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Wir fahren weiter bis zum Campingplatz der Nambwa Lodge. Wir erhalten, sehr zu unserer Freude, den Platz Nr.2 ( eigentlich war die Nr.4 auf dem Permit, meine ich ), ein grosser Platz mit riesigen Bäumen und einer kleinen Plattform direkt über dem Kwando. Diesen Platz werde ich als Schlafplatz belegen, das melde ich gleich mal an.
Wir stellen Tisch und Stühle auf und richten uns ein, da passiert die Familie mit ihrem Auto unseren Platz. Wir winken uns zu, sie haben es also geschafft.

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Unter anderem steht ein riesiger Leberwurstbaum auf unserem Platz, der gerade blüht, und deshalb viele Vögel anzieht, die den Nektar aus den grossen Kelchblüten trinken. Ebenso scheinen nachts Fledermäuse sich daran zu ergötzen.

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Da im Camp erstmal nichts weiter zu erledigen ist, erkunde ich ein bisschen die Umgebung.

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Blick auf die Campsite Nr.1, ebenfalls direkt am Kwando gelegen.

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Ein einzelner Red Lechwe-Bock beobachtet mich interessiert.

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Ein einzelner Impala-Bock zieht mit seinem Harem hinaus in die Grasebene zum Äsen.

Dann kommen die Muckels angefahren, sie haben einfach etwas länger gebraucht in der Buffalo Core Area. 😎

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Im niedrigen Gestrüpp finden wir einen Three-streaked Tchagra, oder Damaratschagra. Der kleine Kerl ist äusserst agil und verschwindet immer wieder im hohen Gras, aber letztlich gelingen doch ein paar brauchbare Fotos.

Eigentlich wollten wir heute gar nicht mehr nochmals ins Auto sitzen, aber den herrlichen Abend könnte man doch auch am Horseshoe verbringen, ist ja nicht weit.
Also steigen wir doch ein und fahren los, wir kommen aber nur bis zur Long Lagoon. Hier steht seit Neuestem ein Hide auf Stelzen. Wir bleiben hier, steigen auf, und direkt geht das Spektakel los.

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Aus dem Busch kommen Elefant um Elefant angelaufen, um hier an der Lagune zu saufen. Zuerst ganz gemächlich, aber sobald sie in die Nähe des Wassers kommen, werden sie immer flotter. Zuletzt stürmen sie regelrecht das Ufer.

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Eine breeding Herd kommt aus dem Busch, mit dabei sind ein paar Kälber unterschiedlicher Grösse.
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Blick in die andere Richtung, die Lagune entlang. Was für ein schöner, friedlicher Abend.

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Direkt vor uns versammeln sich immer mehr Elis, um zu saufen. Wenn sie genug Wasser intus haben, gönnen sie sich noch die ein oder andere Dusche, bevor sie sich wieder aufmachen und zurück Richtung Wald ziehen.

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Pünktlich zum Sonnenuntergang kommen die Muckels noch angefahren, sie kommen aber nicht an den Elefanten vorbei, und beobachten das Spektakel aus dem Wagen.

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Die Sonne ist untergegangen, die einen Elis verschwinden, aber unaufhörlich kommen neue Gruppen aus dem Wald, um zu saufen.

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Die Muckels sind schon eine Weile wieder gefahren, und eigentlich würden wir auch gerne zurück Richtung Camp fahren, wir wollen aber die Elefanten nicht stören. Also warten wir ab. Kaum ist eine Gruppe im Abzug, kommen weitere Neuankömmlinge. Erst als es schon fast dunkel ist, finden wir eine Lücke und können durchwitschen.

Im Camp stelle ich schnell mein Zelt auf die Plattform, und während wir einen verspäteten Sundowner nehmen, startet Uwe das obligatorische Feuer, während ich mich heute mal ums Abendessen kümmere. Es gibt eine Riesenportion Spaghetti mit Tomaten-Rotwein-Sosse.

Die Freude ist groß, als mit beginnender Dunkelheit meine so geliebten Reed-Frogs anfangen, ihr melodisches Xylophon-Klick-Klack ertönen zu lassen. Dazu singt einmal mehr ein Nightjar sowie ein Perlkauz, später wiederum eine Zwergohreule. Ach, was ist das schön hier. Umso grösser die Freude, weil wir hier -endlich- einmal zwei Nächte verbringen werden.

Den morgigen Tag haben wir also Zeit, um die Kwando Core Area zu erkunden.

Viele Grüße,
Matthias

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