Delfine1Themenstarter30 Beiträge · seit 201711. Juli 2017 · #1
Hallo zusammen,
nach langer Vorfreude ist es am Freitag endlich soweit.
Trotzdem fliege ich dieses Mal mit einem leicht mulmigem Gefühl. Im Gegensatz zu anderen Reisen, die ich komplett selbst vorbereitet, geplant und gebucht und entsprechend gut informiert auch angetreten habe, haben wir uns dieses Mal in Ermangelung von Zeit schweren Herzens völlig auf ein Reisebüro verlassen, und so fehlt mir ein wenig das Gefühl für das Land, vor allem was Entfernungen etc. betrifft, obwohl ich hier in den letzten Monaten verstärkt im Forum gelesen habe.
Das Reisebüro hat z.B. geplant, dass wir an einem Tag von Swakopmund über Henties Bay zum Camp Kipwe fahren. Schaffen wir es auf dem Weg zum Camp Kipwe an einem Tag die Robbenkolonie und die Spitzkoppe zu besuchen und lohnt sich das oder wäre das eine einzige Hetze? Bevor wir am nächsten Tag weiterfahrender Vingerklip,Loge, würden wir uns gerne noch die Felsgravuren von Twyfelfontein und das Living Museum anschauen.
die Entfernungen, die Du angibst, sind im Grunde gut an einem Tag zu fahren.
Aber auf dem Weg von Swakopmund zum Camp Kipwe würde ich die Robbenkolonie auf keinen Fall besuchen, weil Du sicher in Swakopmund schon viele Robben sehen wirst, wenn Ihr eine Bootstour dort macht. Bei Cape Cross sind es vielleicht ein paar mehr, dafür lohnt aber meiner Meinung der Umweg nicht. Ihr könnt dort von einem Holzsteg aus auf die Robben schauen, sehr lange hält man es ohnehin wegen des Gestanks nicht aus. Ihr müsst von Henties Bay aus hin und wieder zurück, macht über eine Stunde mehr Fahrzeit.
Wenn Ihr über Hentiesbay fahrt, ist die Fahrt via Spitzkoppe mindestens eine Stunde mehr, als direkt zur Spitzkoppe zu fahren. Schon ohne Hentiesbay sind es laut Google 5 Stunden. Aber 6 Stunden über Henties Bay plus 1 Stunde zu Cape Cross, da bleibt dann definitiv keine Zeit mehr übrig, was in Ruhe anzuschauen. Beides geht gar nicht.
Camp Kipwe soll sehr schön sein, und wenn Ihr dort sehr spät ankommt und am nächsten Tag zeitig wieder los wollt, hätte ich mir die nicht ganz günstige Unterkunft gespart, nur so zum schlafen. Ich würde auf schnellstem Weg dort hin und den Nachmittag dort verbringen.
Am nächsten Tag habt Ihr eine kurze Etappe und könnt Twyfelfontein und das Living Museum gut einplanen.
Viele Grüße Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
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Gerd19425'538 Beiträge · seit 200811. Juli 2017 · #3
Hallo Delfine,
wie Karin schon gesagt hat, würde ich auf jeden Fall den direkten Weg von Swakop zum Camp Kipwe wählen. Das sind so bummelige 350 km = 4 - 5 Stunden reine Fahrzeit. Und das reicht. Auf dem Weg nach Henties Bay macht Ihr einen kurzen Stopp bei dem Wrack, das man von der Straße aus schon sehen kann und an Uis würde ich nicht vorbeifahren, sondern im Ort tanken und eine Kaffeepause einlegen.
Ab Uis fahrt Ihr am Brandberg entlang und ich schlage Euch vor, dass Ihr kurz hinter Uis den Abzweig (D 2359) zum Brandberg macht und die White Lady besucht. Mit ca. 90 - minütiger Wanderung dauert dieser Abstecher dann auch schon wieder zwei Stunden, aber Ihr fahrt nicht so viele Umweg-Kilometer und lernt Namibias berühmteste Frau, die White Lady, die eigentlich ein Mann ist, kennen. Auf der D 2359 geht es dann wieder zurück zur C 35 und dann über die D 2612 zum Camp.
Landschaftlich ist die Strecke sehr unterschiedlich. Von Swakop bis zum Abzweig zur C 35 geht es über die Salzstraße am Meer entlang, das man allerdings selten sieht. Richtig nah dran seid Ihr nur bei dem Wrack. Bei Nebel kann das Salz sehr glitschig - und wenn es mal geregnet haben sollte - auch weich sein. Dann fahrt Ihr bis Uis auf einer Sandpiste durch eine öde wirkende Wüste. Die Straße scheint gut ausgebaut und verlockt zum Schnellfahren. Aber Achtung - vom Sand bedeckte Schlaglöcher oder andere Unebenheiten können einem leicht das Steuer aus der Hand reißen. Und ab Uis fahrt Ihr durch eine einmalig schöne Landschaft und macht die Augen auf - manchmal laufen einem dort auch Wüstenelefanten über den Weg.
Ich wünsche Euch weiterhin eine schöne Planung und einen schönen Urlaub.
Liebe Grüße Gerd
Strelitzie2'844 Beiträge · seit 201111. Juli 2017 · #4
Hallo Delfine,
wir sind Deine Strecken vor einigen Jahren gefahren - allerdings immer mit mind. zwei Übernachtungen. Von Swakop über Cape Cross - an der Skelettküste entlang - haben wir für die 485 km genau 8 Stunden benötigt! Mit vielen Fotostopps. Wir hatten zuvor keine Robben gesehen und die Robbenkolonie hat mich entschieden mehr gereizt als ein Berg. 😉 Aber im Nachhinein haben wir uns geärgert, dass wir nicht nach Hentjes Henties 🙂 Bay zurück gefahren sind - die Strecke zog sich unendlich (eintönig). Ich stimme Karin zu - Camp Kipwe ist schön, da solltet ihr nicht erst zum Schlafen ankommen! Zur Vingerklip Lodge ist es dann kurz - und auf Teer - da könnt ihr vorab noch Twyvelfontein besuchen.
kurzes Update (Stand Anfang Juni 2017): Von Swakopmund bis Hentjes Bay wird eine Schnellstrasse gebaut. Im Juni ging diese bis "zum Wrack" etwa 14km vor Hentjes Bay und war aber auf dem restlichen Verlauf kräftig in Bau. Swakopmund - Hentjes Bay schrumpfte damit auf 45 Minuten (+ 15 Minuten "Wrack fotografieren") Hentjes Bay - Uis ca. 90 Minuten. Die Robbenkolonie ersparten wir uns (Gestankalarm!) und versumpften dann die "gewonnene Zeit" im Kaffee "Cactus & Coffee" in Uis bei schnellem Wifi, Latte & Cappuccino wie beim besten Italiener unserer Stadt und Pfannkuchen (Crepe) wie ich sie aus meiner Kindheit bei Oma in Erinnerung habe und ähnlichen Erlebnissen.
ich bekomme Augenschmerzen beim Lesen von Hentjes Bay. Da ist kein "j" in dem Namen zu finden... weder auf Englisch "Henties Bay", noch Afrikaans "Hentiesbaai" noch Deutsch "Hentiesbucht". 🙂 Der Ort wurde nach Henty van der Merwe benannt... auch ohne "j" 😉
Danke Euch und viele Grüße Crhistian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Delfine1Themenstarter30 Beiträge · seit 201711. Juli 2017 · #7
Vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten.
Normalerweise würde ich auf Cape Cross verzichten wollen, da wir aber unsere 9 jährige Tochter haben, die sich sicher sehr über die Robben freuen würde, denken wir darüber nach, doch auf die Spitzkoppe zu verzichten zugunsten von Cape Cross - wenn auch schweren Herzens....
Viele Grüße
Delfine (die in der Gegend auch noch gerne 1-2 Nächte länger geblieben wäre, aber wir haben insgesamt nur 25 Tagw inkl. Flüge und wollten unbedingt auch in den Caprivi und zu den Victoria Fällen)
YAyanjep1'014 Beiträge · seit 201611. Juli 2017 · #8
Ich fand die Robbenkolonie faszinierend. Die Tiere sind ganz nah am Gehsteig, große, kleine und Babies. Und Robben, so weit das Auge blickt. Für die Tochter bestimmt interessanter als ein Gebirgszug. Und sooo schlimm war das Gestank auch wieder nicht (vielleicht hatten wir auch nur Glück und der Wind stand günstig).
Yanjep
Delfine1Themenstarter30 Beiträge · seit 201711. Juli 2017 · #9
Was glaubst Du, woher denn der Gestank dort kommt?
YAyanjep1'014 Beiträge · seit 201611. Juli 2017 · #13
Ich habe keine toten Robben gesehen. Nebenbei: Würden da nicht wie bei anderen Kadavern auch sofort Aasfresser sich der Sache annehmen? (von denen habe ich auch keine gesehen) Den Geruch fand ich auch nicht typisch "totes Tier" also süßlich / wiederlich sondern eher den Muff von tausenden Viechern.
Die vielen Kadaver können die Aasfresser überhaupt nicht entsorgen, die da rumliegen.
Die adulten Tiere, insbesondere die Bullen, wälzen alles platt, was im Wege liegt. Viele der Jungtiere verhungern aber auch, weil sie ihre Mutter nicht mehr wieder finden. Auch auf dem Steg lagen tote Tiere, allerdings schon größere, die den Weg durch die Streben nicht mehr zurück gefunden hatten oder schlichtweg stecken geblieben sind.
LG Logi
Strelitzie2'844 Beiträge · seit 201111. Juli 2017 · #15
Hallo Delfine,
falls ihr zu den Robben fahrt, nimm "Wick" oder Eukalyptus-Öl mit. Etwas unter die Nase gerieben, übertönt es den Geruch. Bei den Massen der Tiere konnten wir nicht genau ausmachen, wer "für immer schläft". 🙁
Christian, vielen Dank für den Hinweis! Ist korrigiert! 😗
wenn du keine toten tiere gesehen hast wird auch der Kot der Tiere sein übriges dazu tun. 🤢
Grüsse
2x Australien, brunei, vietnam, 3x Indonesien, namibia, südafrika, mosambik, swaziland, chile, argentinien, mexiko, 2x kanada, Kalifornien, Florida, Singapur, nevada, ruanda, nepal, kambodscha, vietnam und brasilien sowie einmal durch südeuropa mit dem camper in der elternzeit
Delfine1Themenstarter30 Beiträge · seit 201711. Juli 2017 · #17
Ok, natürlich ist mir klar, dass bei einer großen Kolonie hier und da mal ein totes Tier darunter ist.
Die Frage ist, ob es für unsere Tochter ein überwiegend positives Erlebnis ist oder eher nicht?!
Danke, Strelitzie, für den Tipp mit dem Eukalyptusöl.
Delfine1 schrieb:Ok, natürlich ist mir klar, dass bei einer großen Kolonie hier und da mal ein totes Tier darunter ist.
Schau mal in Dein Postfach. 😎
LG Logi
YAyanjep1'014 Beiträge · seit 201611. Juli 2017 · #19
Vielleicht haben wir nur Glück gehabt, aber wir haben keine toten Robben gesehen, keine Aasfresser und auch keinen Leichengeruch gerochen. "Unsere" Robben waren allesamt putzmunter und lebendig.
Yanjep
Delfine1Themenstarter30 Beiträge · seit 201712. Juli 2017 · #20
Vielleicht ist es auch eine Frage der Jahreszeit, zu der man Cape Cross besucht? Im November/Dezemer scheint es am vollsten zu sein, habe ich gelesen. Die Jungtiere werden dann wohl geboren, von dominanten Männchen getötet oder verhungern.