Reisebericht

Namibia ganz nah - 4 Wochen unterwegs im Camper

von Natur und weg · begonnen 07. Juli 2017 · 28 Teile

Teil 107. Juli 2017
Liebe Fomis,

lange haben wir von euren Erfahrungen hier im Forum profitiert. Dafür erst einmal ein ganz herzliches Dankeschön 🙂

Auch wenn wir im Großen und Ganzen von der Route her die "Anfängertour" gewählt haben, hoffen wir, euch mit unseren Erlebnissen und Fotos etwas Freude und Fernweh bereiten zu können und vielleicht hilft die ein oder andere Erfahrung auch manchem noch nicht so erfahrenen Leser hier im Forum weiter 😉

Aber nun erst einmal zu uns:
Wir - das sind mein Lebensgefährte Tom und ich. Wenn wir nicht im Büro sitzen, gehen wir unserer Leidenschaft - der Naturfotografie - nach und sind dementsprechend oft draußen unterwegs. Ich war insgesamt 7x in Afrika, davon 6x in Namibia oder Südafrika. Für Tom war unsere Namibiareise im Mai/Juni 2017 das allererste Mal und wie gehofft und erwartet, hat ihn der Afrikavirus sofort infiziert 🤩 Auch für mich hatte unsere Reise ein paar neue Erfahrungen parat, denn bisher war ich immer nur in Unterkünften untergebracht und hatte in der Regel maximal zwei Wochen Zeit. Zudem war ich immer nur im afrikanischen Sommer und in Namibia lediglich im Norden unterwegs. Dies sollte sich dieses Mal ändern.

Unterwegs waren wir in einem Bushcamper Ford Ranger 2.2 Automatik, Double Cab, gemietet bei Avis Safari Rentals und wir waren hochzufrieden mit unserem Auto. Es hat uns 4 Wochen und 5.000 Kilometer ohne ein Problem und ohne eine Panne durch Namibia begleitet und auch unsere Erfahrungen mit Avis Safari Rentals waren ausschließlich positiv.

Unsere Route sah wie folgt aus:

16.05. Daan Viljoen Campsite
18.05. Bagatelle Kalahari Ranch
20.05. Mesosaurus Fossil Camp
23.05. Canon Roadhouse Campsite
25.05. Desert Horse Inn – Klein Aus Vista
27.05. Sesriem Campsite
28.05. Büllsport (wegen Sandsturm in Sesriem)
29.05. Sesriem Campsite
31.05. Blutkoppe Campsite
01.06. Spitzkoppe
03.06. Madisa Campsite
04.06. Etosha – Olifantsrus
06.06. Etosha – Halali
08.06. Onguma Leadwood Campsite
10.06. Waterberg Plateau Campsite
13.06. Ondekaremba Campsite

Wir haben alles selbst geplant und gebucht (mit eurer Hilfe ;-)), was zwar etwas Zeit erforderte, aber auch superviel Spaß gemacht hat 😎

LG
Heike

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Teil 207. Juli 2017
Lange hatten wir uns auf diese Reise vorbereitet. 4 Wochen Namibia mit dem Bushcamper! Nach einigem Stress auf der Arbeit und mit dem Haus kamen wir nun doch in Urlaubsstimmung und freuten uns auf die Abreise. Nur eine Sorge war geblieben. Das Gewicht des Handgepäcks. Da wir beide als ambitionierte Hobbyfotografen nicht ohne einen Großteil unseres Equipments losziehen konnten, sprengten unsere beiden Rucksäcke deutlich den vorgegeben Rahmen von Condor.

Lachhafte 6 KG sollten wir nur mitnehmen dürfen. Das ging leider gar nicht. Mein Rucksack war mit 8 Kg noch annähernd akzeptabel. Toms Rucksack wog trotz des zurückgelassenen Standardobjektivs um die 11,5 Kg. Also hieß es leichtfüßig an den Check-in und sich das Gewicht nicht anmerken lassen. Gesagt getan. Bis uns der freundliche Mensch vom Check-in sagte: “Bitte jetzt das Handgepäck auf die Waage legen“. Urgs! Aber was blieb uns übrig? Tom wuchtete seinen Rucksack aufs Band, woraufhin der Mann 2x aufs Gewicht schauen musste. „11,5 kg? Das ist aber deutlich zu viel. Ab 12 kg muss das Gepäck in den Frachtraum.“ Wir schluckten und fingen an, kleinlaut auf den Mann einzureden. „Wir sind Fotografen und unser Equipment kann leider nicht in die Reisetasche, sonst hätten wir das natürlich getan.“ Schon auf das Schlimmste wartend kam seine überraschende Antwort. „Alles Fotoequipment? Na gut, dann nehmt bitte zum Start die Kamera aus der Tasche und hängt sie euch um.“ Sagte er und band jedem unserer Rucksäcke ein Cabin approved - max. 6 kg-Bändchen um. UFF! Glück gehabt. Total happy gingen wir noch eine Kleinigkeit Essen und dann zum Gate.

Unser Elektronik- und Fotokram - ist doch eigentlich fast nichts, oder? 🤪

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Ein paar Klamotten mussten natürlich auch noch mit...

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Das Boarding fand pünktlich statt und der Flug gestaltete sich dank unserer neu erworbenen Nackenkissen auch erträglich.  Morgens im Dunkeln um 5.15 Uhr kamen wir an. Die Einreiseformalitäten zogen sich länger hin, aber irgendwann war auch das vorbei und wir gingen zum Avis Schalter, um unseren Bushcamper bei Avis Safari Rental abzuholen.  Avis rief den Vermieter an und sagte, dass jemand in 40 Minuten da sei. Also hinhocken und warten und nach pünktlich 40 Minuten stand Ashley vor uns. Er fuhr uns zum Autoverleih nach Windhoek und zeigte uns alles, was wir wissen wollten. Da wir eine Fullcover-Insurance abgeschlossen hatten, mussten wir nur 10.000 statt 20.000 NDollar an Kaution zahlen. Das Geld wird abgebucht und nach Rückgabe des Campers abzüglich der Tax und Säuberungsgebühren wieder zurückerstattet. Uns wurde im Büro alles ausführlich erklärt,  aber wir hatten uns vorab bereits informiert und alle Angaben wurden genauso bestätigt. Ashley nahm sich dann alle Zeit der Welt und zeigte uns alles, was mit dem Bushcamper – einem Ford Ranger 2,2 Diesel - zu tun hatte. Wir hatten eine riesige Checkliste (die wir natürlich aus dem Forum mitgenommen hatten) mitgebracht, die wir durchgingen. Alle 4 Reifen waren top in Schuss und mit sehr viel Profil. Vielleicht war auch unser Glück, dass unser Vorgänger während seiner Reise alle vier Reifen geplättet hatte, wie uns Ashley erzählte 🤩 Das Ersatzrad ließen wir uns zeigen – es hatte weniger Profil, schien aber auch noch in Ordnung. Wir waren zufrieden und fuhren nach den Formalitäten ab zur Grove Mall zum Einkaufen.

In der Mall besuchten wir den Checkers und kauften ein, was der Checkers hergab. Brot, Nudeln, Nutella und alles, was das Herz begehrt. Vollbepackt fuhren wir weiter zum Daan Viljoen Game Reserve, in dem wir zwei Übernachtungen auf der Campsite gebucht hatten. Tom bewältigte das erste Mal links fahren prima, nur 1x musste ich ihn mehr oder weniger dezent darauf aufmerksam machen, dass er gerade in den Gegenverkehr abbog. Im Daan Viljoen erhielten wir die Campsite Nummer 5 und machten zum ersten Mal unseren Camper bezugsfertig. Die große Außenmarkise war superklasse und gab schön viel Schatten. Auch der Rest machte einen super Eindruck. Auf der Campsite gab es einen Stromanschluss, schöne große Duschen und Toiletten, wir waren ganz begeistert.  Natürlich gab es auch einen Platz zum Grillen und Wasseranschluss.

Wir machten das erste Bierchen auf und stießen auf unseren Urlaub an. In der Sonne sitzend bei ca. 23 Grad genossen wir das Zwitschern der vielen Vögel und holten erstmalig unsere Kameras raus. Richtig schön war es hier 😎 Abends versuchten wir zu grillen, allerdings wollten die dicken Holzscheite nicht so wie wir. Trotz Grillanzünder ging es einfach nicht richtig an 🙄 Da die Sonne im Winter schon um 5.15 Uhr untergeht, war es schon früh dunkel geworden. Und es wurde kühl. Nein, es wurde nicht kühl, es wurde KALT 😮 Und zwar so kalt, dass wir bald trotz unserer dicken Klamotten anfingen, wie die Schneider zu frieren. Da das mit dem Lagerfeuer und Grillen auch nicht funktionierte, hauten wir ein paar Würstchen in die Pfanne und schnippelten schnell einen Salat. Schnell rein in die Mägen und dann nichts wie ab ins warme Bett. Rein in den Bushcamper in unsere Schlafsackinletts und zwei Wolldecken drüber. Schlafen.

Dachten wir jedenfalls!
Es ging auch zunächst, bis ich nach einigen Stunden mit Eisfüßen bibbernd aufwachte und mir dachte, ich muss dringend aufs Klo. Tom war auch wach und fror erbärmlich. Zum Glück hatten wir noch zwei Decken, die wir nach dem Toilettengang über uns ausbreiten konnten. Es war - entschuldigung - arschkalt draußen. Mit den Decken wurde es ein bisschen besser und wir schliefen wieder ein.

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Die ersten Vögel und Hühnchen lassen sich blicken


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Teil 308. Juli 2017
17.05.
Am Morgen waren wir zwar nach sehr vielen Stunden im Bushcamper-Bett ausgeschlafen, konnten uns aber wirklich nicht vorstellen, zum Sonnenaufgang draußen herumzuwandern. Dafür waren wir einfach zu durchgefroren. Der Temperaturanzeiger zeigte morgens 2 Grad – wahrscheinlich war es nachts noch ein bisschen weniger. Wir standen auf, als die ersten Sonnenstrahlen auf die Campsite trafen und wärmten uns an diesen auf. Der heiße Kaffee dazu war ein Segen!

Klar war, dass wir uns noch ein paar Klamotten kaufen mussten, da wir dringend noch warme Unterwäsche und dicke Socken benötigten. Außerdem hatten wir bei unserem Einkauf ein paar essentielle Dinge wie Spüli, Schwamm und eine Tischdecke (kann man drüber diskutieren, ob das essentiell ist ;-)) vergessen. Wir fuhren nach einem ausgedehnten Frühstück mit viel heißem Kaffee deshalb wieder in die Grove Mall. Im Outdoor Laden und im Spar bekamen wir alles, was nötig war, um die nächsten Nächte besser zu überstehen. In der Mall wies uns die Security darauf hin, dass wir näher am Eingang parken sollen, damit sie ein Auge aufs Auto haben können. Wie wir hörten, gab es größere Probleme mit Autoeinbrüchen – gerade bei Bushcampern. (Update: Als wir aus dem Urlaub zurückkamen, lasen wir in der AZ, dass ein Pärchen in der Grove Mall geparkt hatte und dort seine gesamte Fotoausrüstung aus dem Camper geklaut wurde - die Armen).

Zurück im Daan Viljoen machten wir am frühen Nachmittag eine kleine Tour auf den ausgewiesenen Trails, bestaunten die Golden Orb Spiders, die in Vielzahl ihre Netze ausgespannt hatten, und Tom lief fast in ein Gnu, das seinen Missmut mit einem Grunzen zum Besten gab.

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In wunderschönem Abendlicht sahen und fotografierten wir Oryxe, das Gnu, Zebras und Kuhantilopen. Außerdem machte ich noch ein paar Pflanzenmakros.

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Ich gebe zu, ich bin ein Fan von Silhouetten.

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Ich denke, das hier ist ein Cinnamon breasted bunting. Korrigiert mich gerne, wenn ich falsch liege.
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Die Sonne ging unter, es wurde wieder kühl, dann kalt, dann eisig. Aber die neuen Klamotten machten sich bemerkbar und hielten uns warm. Die schöne lange Unterwäsche werden wir wohl immer mit dem Anfang unserer Namibiareise verbinden. Mit viiiiiel Grillanzünder (viel hilft viel, wie ihr sicher wisst 😄 ) und den neu gekauften Briketts und Holzspänen gelang uns diesmal wenigstens eine passable Glut, auf der wir grillten. Feuer war das allerdings auch wieder nicht. Hier hatten wir offenbar noch viel zu lernen 😗

Bei der Kälte und ohne richtiges Feuer machte uns draußen sitzen im Dunkeln und kaltes Bier trinken auf Dauer nicht so richtig viel Spaß, weshalb wir wieder früh zu Bett gingen. Komplett in warmer Unterwäsche, mit dicken Socken, insgesamt vier Decken und unseren dünnen Inletts ließ es sich aushalten. Waren wir eigentlich in Afrika oder am Südpol? Soooo kalt hatten wir es uns Mitte Mai noch nicht vorgestellt.

Den Bushcamper hatten wir vorher schon reisefertig gemacht, da wir zum Sonnenaufgang los wollten.
Teil 409. Juli 2017
18.05.
Ausgeschlafen nach 10 Stunden Schlaf (bekommen wir zuhause nie!) wachten wir um 5.30 Uhr auf. Tom überredete mich mit viel gutem Zureden zum Aufstehen und wir bereuten es nicht, als wir zum Sonnenaufgang über die schönen Hügel blicken konnten. Die Temperatur besagte 1 Grad, aber mit der Heizung im Bushcamper war das ok. Zudem heizten die ersten Sonnenstrahlen schon so, dass man langsam ein warmes Gefühl bekam 🙂

Wir fuhren nun die 4x4 Oneway Strecke, was viel Laune bereitete.  Wir sahen jede Menge Tiere,  darunter wieder Oryx-Antilopen, Zebras, Strauße und Warzenschweine. Und alle möglichen Vögel waren unterwegs. Die Strecke gehörte vielleicht mit zum anspruchsvollsten, was wir in diesem Urlaub gefahren waren, jedenfalls was starke Steigungen angeht sowie Gefälle, Balanceakte über große Steine sowie einige interessante Schräglagen 🤩

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In der Ferne liegt Windhoek unter leichtem Nebel
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Danach frühstückten wir genüsslich in der Sonne und checkten aus. Nun ging es zur Bagatelle Kalahari Game Lodge, auf der wir unsere nächste Campsite gebucht hatten. In Rehoboth legten wir nochmal einen kleinen Einkauf hin, da wir ein paar Kleinigkeiten für die nächsten Tage brauchten. Die Landschaft veränderte sich in gelbes Gras. In Windhoek und Umgebung fand ich es durch die Regenfälle der vorherigen Regenzeit sehr grün, Richtung Süden zeigte das Land das Gesicht, in das ich mich schon 2003 und 2012 verliebt hatte. Trocken, karg, gelb mit Ockertönen, eine raue weite Landschaft, die ihresgleichen sucht. Kilometerweit schaut das Auge über die Ebenen mit ihren Gräsern und Dornenbüschen. Wunderschön!

Wir bogen in die erste gravel Road ein und fuhren behutsam die ersten Kilometer, um zu testen, wie der Bushcamper mit seinem großen Aufbau reagiert. Der Ford Ranger ließ sich im Allgemeinen sehr gut fahren. Allerdings merkte man schnell die Grenzen, sobald man sich auf Schotter und Sand bewegte. Wir fahren allerdings sowieso eher nach dem Motto, lieber ein bisschen langsamer und dafür heil ankommen 😉

Bei der Einfahrt von Bagatelle angekommen, ging es über roten Sand bis zur Lodge. Die roten langgezogenen Dünen sahen wunderschön aus und wir bezogen Campsite 3. Jede Campsite hat eine eigene Toilette und Dusche und ist wunderbar abgelegen. Ziemlicher Luxus wie wir fanden. Der nächste Nachbar ist zwar in Sichtweite, aber trotzdem nicht nah dran. Man hat hier vollkommen seine Ruhe. Wir öffneten die Markise und tranken unseren ersten Gin Tonic, während eine Menge an Vögelchen um uns herumsausten.  

Abends unternahmen wir einen kleinen Ausflug zu Fuß in die Dünen, um den Sonnenuntergang zu fotografieren und zu genießen.

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Danach ging es ans Essen machen. Allerdings war das wieder leicht schwierig mit dem Feuerholz, das wir hatten, Trotz viel Grillanzünder, Holzspänen, Briketts, wollte es einfach nicht richtig brennen und auch nicht glühen. Wir hatten den Dreh einfach nicht raus. Frust machte sich breit 😠 Der Abend endete mit einer halb gegessenen Tütensuppe, viiiiieeel zu viel Gin, einem verbrannten Finger und einem „Ehekrach" im Bushcamper 🙄 Der Gin machte sich in der Nacht noch unrühmlich bemerkbar, woraufhin wir morgens beschlossen, so einen Abend definitiv nicht zu wiederholen.
Teil 511. Juli 2017
19.05.2017

Morgens stand ich auf, ließ Tom noch im Bett und machte einige Makrofotos von Käfern und Ameisen in der Morgensonne. Zahlreiche Vögel machten sich große Hoffnungen auf Essbares beziehungsweise vertilgten irgendwelche Reste und ließen sich wunderbar in aller Ruhe von mir ablichten. Tom stand zwischenzeitlich auch auf und da wir heute nichts vorhatten (zum Glück - nach dem Desaster vom Vortag 😗 ), ließen wir uns viel Zeit mit dem Frühstück.  Danach ging ich endlich mal meinen Reisebericht an, den ich immer auf dem aktuellsten Stand halten wollte.


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Rotstirn-Bartvogel (bitte immer korrigieren, wenn ich falsch liege)
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Ein schöner Rücken kann auch entzücken 😄 - Kalahariheckensänger
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Siedelwebervogel
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Glanzstar in voller Pracht
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Kapsperling
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Tom machte sich gegen Mittag auf den Weg zur Lodge, die ca. 1,2 km von der Campsite entfernt war. Mittels Funkgeräten hielten wir Kontakt und selbst über diese Entfernung hinweg war die Übertragung super. In der schön gestalteten Lodge trank Tom ein Bierchen und fand jede Menge Ground Squirrels, die sich auf den Bildern im roten Dünensand sehr gut machten.

Währenddessen duschte ich in dem komfortablen Sanitärbereich, den wir nur für uns zur Verfügung hatten. Dann wusch ich Wäsche, hing eben diese auch auf der Wäscheleine auf, dann spülte ich und dann würde ich sicher mal zum Lesen kommen, denn schließlich hatte ich meinen Kindle extra mit vielen neuen interessanten Büchern versehen.

Während ich mich also im Stuhl zurücklehnte und den Kindle zur Hand nahm, erschien Tom in der Ferne und mit ihm im Gepäck schöne Fotos von den Borstenhörnchen. Bei mir kam ein wenig Neid auf! Hörnchen auf rotem Sand und auch noch ganz nah 🤨 Der Will-auch-haben-Effekt setzte umgehend ein 🤩 Und so beschlossen wir, zum Sonnenuntergang wieder zur Lodge zu gehen, um ein paar Fotos von den Hörnchen im schönen Abendlicht machen zu können. Gesagt, getan! Wir packten unser Zeug und gingen zur Lodge. Dort angekommen, suchten wir die Gegend ab und fanden weit und breit Hörnchen... nicht 😮 Jetzt waren wir schon leicht enttäuscht. Aber dann sah ich etwas anderes - ERDMÄNNCHEN! Mein Herz schlug höher. Ich liebte diese possierlichen Wesen und ihre knuffigen Laute, mit denen sie die ganze Zeit untereinander kommunizieren.  Und je mehr wir schauten, umso mehr Erdmännchen sahen wir. Sie buddelten auf der Suche nach Fressbarem und fanden ab und zu eine leckere fette Made, die sie genüsslich verspeisten 🤢 Und das im schönen Licht der tief stehenden Sonne. Wir fotografierten, bis die Sensoren glühten, während die Kleinen fast zwischen unseren Füßen herumtollten. Plötzlich rannten alle zusammen in eine Richtung und waren weg. Wir sahen ein Stück weiter einen Menschen, der etwas auf den Boden ausstreute und uns war klar, dass die Tierchen hier gefüttert werden. Aber gut, wir hätten zwar noch Stunden mit den Erdmännchen verbringen können, aber für heute waren wir happy.

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Vielleicht doch zu tief gegraben?
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Tief zufrieden gönnten wir uns in der schönen Lodge noch etwas zu trinken und gingen dann zu unserem Camper zurück. Abends gab es Kartoffeln mit Quark und wir probierten uns an den ersten Sternenfotos. Im Dunkeln musste dann auch wieder schnell die lange Unterwäsche her. Tom fand allerdings seine neue blaue Hose nicht. Komisch. Zum Glück hatte er zwei gekauft und zog sich irgendwann die andere an. Wir wunderten uns, wo die eine Hose hin sein könnte...

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Der allabendliche Gast in der Lodge
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Beim Zähneputzen schaute ich in den Spiegel und sah auf einmal, dass ich eine blaue Hose anhatte. "Das ist aber nicht meine.", sagte ich verblüfft und uns dämmerte, dass ich Toms Hose anhatte. Da wir im Camper meistens nur das rote Licht anmachten, hatte ich die Farbe nicht sehen können und seine angezogen.  Ich hatte zwar bemerkt, dass meine Hose schön locker saß, nahm das aber eher wohlwollend zur Kenntnis (hätte ja auch sein können, dass ich ganz schnell abgenommen habe 🤩 ). Tom meinte, er würde jetzt jedes Mal, wenn ihm etwas an Kleidung fehlen würde, erst mal schauen, was ich eigentlich so anhabe...
Teil 616. Juli 2017
20.05.2017

Kurz vor Sonnenaufgang standen wir auf und gingen auf die Dünen. Dort gab es wieder wunderschöne Landschaft im Morgenlicht und einige Springböcke. Wir entdeckten noch ein Steinböckchen, allerdings schauten nur die großen Ohren und ein Gesichtchen aus dem hohen Gras. In aller Ruhe genossen wir das Licht und beobachteten die zwischenzeitlich hüpfenden Springböcke. In der Natur sein und Tiere beobachten ist einfach das Größte!

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Rotkopfamadine
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Steinböckchen
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Nach dem Frühstück machten wir uns gegen halb 10 Uhr auf den Weg über Mariental und Keetmanshoop zum Mesosaurus Fossil Camp, unserer nächsten Campsite. Wir hielten in Mariental und gingen einkaufen.  Einer von uns blieb sicherheitshalber im Auto sitzen, was sicher auch gar nicht so schlecht war, da einige komisch aussehende Personen ihre Runden über den Parkplatz drehten. Wir fuhren weiter, die Landschaft wurde zusehends karger und felsiger. In Keetmanshoop hielten wir nochmal an, weil wir festgestellt hatten, dass wir unser Ladekabel fürs ipad zuhause vergessen hatten. Außerdem gingen wir zur Bank und holten Geld. Beim ATM der FNB-Bank waren wir dann positiv überrascht, weil sich hier Wachpersonal aufhielt. Wir holten 2x 1000 NAD und fuhren zum MTC-Laden, der aber leider schon zu hatte (Samstag). Tom ging nochmal kurz in den Supermarkt,  weil wir Äpfel vergessen hatten. Dann ging es weiter und nach kurzer Teerstrecke auf einer Gravel Road zum Camp.

Dort angekommen war niemand an der Rezeption. Wir schauten ein wenig Hilfesuchend durch die Gegend. Auf einmal kam uns ein alter dürrer Mann mit Hut und Hund im Blaumann entgegen und versuchte, uns ohne Englischkenntnisse etwas mit Händen und Füßen klar zu machen. Wir kapierten: Keiner da! Wir sollten einfach zum Camp fahren, denn zumindest ein zahnloses "Busscamp" konnten wir verstehen 😁 Wie wir später erfuhren, waren wir gerade Simon begegnet. Er öffnete uns das Tor und wir fuhren den Weg - ein paar Kilometer lang zu den Campsites. Zwei der Stellplätze lagen direkt an großen Bäumen mit riesigen Webervogelnestern. Einer der Stellplätze war besetzt mit Campingstühlen und einem Tisch, so dass wir uns natürlich ganz schnell an den anderen Baum stellten. Die Fahrt unter dem Baum hindurch (nein, natürlich nicht unter dem Webervogelnest durch 😉 ) fand unser Dach leider nicht so angenehm.  Da war unsere Einschätzung, wie hoch der Bushcamper war, leider nicht ganz richtig gewesen. Zum Glück hatte weder der Baum noch unser Solarpanel etwas abbekommen 😗

Das Webervogelnest am Baum war ein ständiger Quell höchster Aktivität.  Es quietschte nur so und ständig flogen die Webervögel im Tiefflug mit Insekten oder Grashalmen rein oder raus. Herrlich 🤩 Wir nutzten die tief stehende Sonne wieder, um ein paar Ankunfts-Fotos zu machen. Auch ein paar der umliegenden Köcherbäume, für die wir hergekommen waren, machten sich gut im Sonnenuntergang. Die Vorfreude auf die nächsten Tage stieg minütlich 😎 Danach machten wir Feuer und durch die neu gekaufte Holzkohle ließ sich das auch endlich gut an, Maiskolben und Fleisch darauf, Zwiebel in die Glut und wir hatten nach einer halben Stunde ein leckeres Mahl zubereitet. Endlich war es auch abends etwas länger wärmer, so dass wir nicht so schnell einfroren. Trotzdem ging es wieder relativ früh ins Bett. Zum Sonnenaufgang wollten wir wieder unterwegs sein und Köcherbäume fotografieren 🙂

Unser Elektronikkrempel im Auto beim Aufladen

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Singhabicht
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Unser Platz im Mesosaurus Fossil Camp
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Die ersten Fotos der Köcherbäume

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Teil 717. Juli 2017
21.05.2017

Raus aus den Federn, rein in die robusten Klamotten und Wanderschuhe. Dann durch das Gras zu den Köcherbäumen und los ging es. Köcherbaum vorne und hinten - mit Sonnenaufgang und ohne. Alle möglichen Varianten wurden ausprobiert und zack war das gute Licht auch schon wieder weg. Zurück am Camper begann das liebgewonnene tägliche Frühstücksritual. Diesmal mit jeder Menge Protagonisten, die unseren Tisch und unser Brot belagerten. Webervogel auf dem Tisch, Webervogel auf der Kamera, vor nichts wurde haltgemacht 🤩 Erst als aufgegessen und nichts mehr zu holen war, hörte die Belagerung auf. Wir hatten unseren Tisch mit Blick auf das Nest positioniert, so dass wir die ganze Zeit mit Zugucken beschäftigt waren. Wie war das nochmal mit Buch lesen im Urlaub? Bei so tollen Dingen direkt vor unserer Nase blieb dafür wirklich keine Zeit 😄

Tom wollte die Vögel auch im Flug erwischen, was sich als relvativ schwierig herausstellte. Dann kam ihm die Idee, sein Weitwinkel aufs Stativ zu setzen und damit Aufnahmen zu machen.  Er legte sich neben das Stativ mit Blick auf die Nesteingänge und löste die Kamera mit dem Kabelauslöser aus. So konnte man sogar Bilder mit fliegenden Vögeln zwischen den Einflugslöchern machen, auch wenn Tom mit den Ergebnissen noch nicht wirklich zufrieden war. Wir entdeckten noch eine Wespenart am Nest, die sich an einigen Waben zu schaffen machte. Eventuell der Beginn eines Wespennests?

Zwischendurch hatten wir dann auch noch das Glück, den kleinen Zwergfalken zu entdecken, der auch in einem der Webervogelnester lebte. Sehr niedlich dieser Raubvogel in klein.


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Gegen halb 10 Uhr fuhren wir zur Rezeption und trafen dort Giel, den sehr netten Besitzer der Farm. Wir machten mit ihm aus, die Fossilientour am nächsten Morgen durchzuführen und fuhren wieder zurück zur Campsite. Dort gingen wir den 4x4 Trail zu Fuß und entdeckten immer wieder interessante Dinge in der schönen Natur. Blühende Pflanzen, kleine Echsen, die sich auf den Felsen sonnten. Ameisen, die auf hohen Blütenständen in den gelben Blüten unterwegs waren und einiges mehr. Zurück ging es für Tom erstmal unter die Dusche. Die versehentlich in die Haare geschmierte Body Milk war dann doch recht schwer wieder rauszuwaschen 🙄 Blöd wenn die Flasche wie die Shampooflasche aussieht.

Zum Sonnenuntergang ging es wieder in die Umgebung zum Fotografieren. Wir unterschätzten ein bisschen, dass die Sonne jeden Tag ein paar Minuten früher untergeht und schafften es nur noch mit Mühe an den Platz, den wir geplant hatten. Oben wurde ein Bierchen genossen und danach ging es zu Kartoffeln und Salat wieder an den Stellplatz. Später ging es nochmal raus in die Umgebung zum Sterne fotografieren. Uns war klar: So gute Bedingungen wie hier würden wir nicht so häufig haben. Mit der Stirnlampe unterwegs gelangten wir zu den Köcherbäumen und machten dort ausgiebig Fotos. Was für ein Tag 😎 Wir waren superglücklich mit den gemachten Bildern, tranken darauf noch ein Bierchen und gingen ins Bett.

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Teil 823. Juli 2017
22.05.2017

Ein neuer Sonnenaufgang bei den Köcherbäumen lockte uns rechtzeitig aus dem Bett 🤩  Diesmal trennten wir uns und machten an unterschiedlichen Orten wieder etliche Bilder. Dank der Funkgeräte konnten wir in dem zum Teil unübersichtlichen Terrain ständig Kontakt halten, was solche aufgetrennten Ausflüge viel entspannter macht. Ein zweites Hand-GPS kam allerdings auf die Nach-Namibia-Einkaufsliste, denn in dem Gelände konnte man sich schnell aus den Augen sowie selbst die Orientierung verlieren und dann helfen auch Funkgeräte nichts, denn selbst ein Treffpunkt ist in dem Gelände nur schlecht auszumachen.

Danach frühstücken mit zahlreichen Vögeln um uns herum 🙂 Wir hatten uns an die unablässig quietschenden Flattermänner total gewöhnt. Morgens zogen sie in mehreren Wellen los - wahrscheinlich um noch halbwegs bewegungsunfähige Insekten fangen zu können. Danach gingen sie bald dazu über, Halme und anderes Naturmaterial zur Ausbesserung und zum Ausbau des Nestes zu sammeln und im und am Nest zu positionieren. Einfach nur schön und interessant, dabei zusehen zu können. Das waren richtige kleine Künstler - immer eifrig dabei, ihr Zuhause zu verschönern. Hoffentlich hält das der Baum noch lange aus.


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Um 10 Uhr fuhren wir zur Rezeption und trafen Giel, der uns auf Deutsch begrüßte. Wir fuhren mit ihm zu den Stellen, an denen sein Sohn vor 27 Jahren beim Spielen das erste Fossil fand. Er erzählte uns interessante Details zu den Mesosaurus-Fossilien, die sich Paläontologen angesehen und bewertet hatten. Es müssen noch jede Menge Fossilien auf dem Farmgelände sein, aber er nimmt nur die Fossilien auf,  die sie einfach so geöffnet vorfinden. Schon unvorstellbar, wie diese trockene Erde hier vor 250 Millionen Jahren ausgesehen haben muss, in der der Mesosaurus im Wasser gelebt haben muss. Giel ließ uns nach der Tour alleine und bot uns an, dass wir jederzeit auch an diesen Ort herkommen dürften. Total nett! Allerdings hatten wir uns für heute Abend und morgen früh schon Stellen herausgesucht, die wir besuchen wollten. Auf dem Rückweg beobachteten wir noch einige Dassies, die waghalsig in den Bäumen kletterten, um an schöne grüne Blätter heranzukommen.

Nachmittags ging es dann wieder auf Tour zu den Köcherbäumen, diesmal den Hügel hinauf, um in die weite Ebene blicken zu können. Wir fotografierten und beschlossen, hier nachts zur Sternenfotografie wieder her zu kommen. Dann ging es erstmal zur Campsite und zum Essen machen. Nachts gingen wir wieder mit Stirnlampe bewaffnet zu den Köcherbäumen und erneut konnten wir schöne Bilder mit der Milchstraße machen 😎 Zufrieden ging es ins Bett im Bushcamper.


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Teil 930. Juli 2017
23.05.17

Heute verließen wir Mesosaurus und fuhren an den Fish River Canon zur Canon Road Lodge. Morgens der letzte Köcherbaumfotorausch und Abschied nehmen von den lieb gewonnenen Webervögeln 🙁 Wir waren sicher, wir würden nochmal irgendwann hierher zurückkehren.  Der Platz war einfach zu schön. Auch der Pygmäenfalke ließ sich ein letztes Mal ablichten.

Wir fuhren zunächst wieder nach Keetmanshoop zum Einkaufen im Shoprite und holten dort im MTC ohne Probleme ein Ladekabel für das ipad. Gerüstet für die nächsten Tage ging es über einsame Weiten und nicht endenwollende Geraden. Am frühen Nachmittag kamen wir zur Lodge und bekamen die Campsite 2 zugeteilt (mit Strom, Wasser und natürlich einem Grillplatz). Dort standen komischerweise schon Stühle und ein Tisch 🤨   Wir fragten noch einmal nach, ob wir auch wirklich die Campsite 2 hätten, was uns bestätigt wurde. Tom fand den Pool sehr einladend, zog die Badehose an und nahm ein Bad im eiskalten Wasser. Schaurig erfrischend kann man dazu wohl sagen! Um uns herum wieder etliche Vögel, die neugierig schauten, ob zwischendurch etwas Essbares für sie abfallen würde.

Wie wir uns schon dachten, kam nachmittags ein Camper mit zwei Schweizern, denen Tisch und Stühle gehörten. Irgendwas war schief gelaufen. die Campsite war offensichtlich versehentlich doppelt vergeben. Nicht so schlimm, weil es noch genug andere Plätze gab, die beiden schwätzten noch ein wenig mit uns und fuhren zu einem anderen Stellplatz.

Es gab große Duschen und Toiletten sowie eine große Stelle zum Wäsche waschen oder Spülen. Die Vögel waren wieder super neugierig und sehr schöne Fotomotive. Abends hatten wir uns einen Tisch zum Dinner im Roadhouse reserviert und gingen dort sehr lecker essen. Das Oryxfleisch war butterzart und auch das Springboksteak schmeckte sehr lecker. Für das Abendessen, zwei Vorspeisen und eine Flasche Wein sowie Wasser zahlten wir insgesamt um die 50 EUR. Danach waren wir pappsatt und schliefen recht schnell ein.

Der letzte Sonnenaufgang mit den Köcherbäumen
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Oase war hier sicherlich ein gelungener Name für eine Farm 😉
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Was vermisst der Deutsche am allermeisten in der Wüste? Apfelstrudel natürlich 😉 Scheint hier jedenfalls der Verkaufsschlager zu sein... am besten mit Biltong dazu 🤩 🤢
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Cool sein geht überall - auch in der Wildnis 😎 🤩
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Teil 1031. Juli 2017
24.05.17
Die Nacht war ziemlich warm und wir mussten endlich!! nicht mehr alle vier Decken benutzen, um uns warm zu halten 🤩 So ließ es sich wirklich gut aushalten!

Morgens frühstückten wir und amüsierten uns über die zahlreichen Vögel mit gelb gepudertem Gesichtchen, die ihren Schnabel offenbar nicht voll genug bekommen konnten 😉 Danach fuhren wir zum Fish River Canyon. Die Straße zu den Viewpoints war nur sehr schlecht zu befahren, aber wir fuhren zum nördlichsten Punkt und hatten einen wunderschönen Blick über den Canyon. Da wir erst später losgefahren waren, wurde der Canyon nun fast komplett von der Sonne ausgeleuchtet. Der Blick in die Tiefe ist wunderbar und angesichts der Weite des Canyons kommt Mensch sich doch sehr klein vor. Es muss ein tolles Gefühl sein, in den Canyon zu wandern und wir beneideten ein bisschen die Wandergruppe, die sich gerade den steilen Berg nach unten mühte. Sicher kein ganz unanstrengendes, aber bestimmt ein sehr interessantes und einmaliges Erlebnis.

Nun ging es zum Main Viewpoint, der die Schleife des Fish River sehr schön offenbarte. Und weiter die fiese Hubbelstraße entlang, immer den dicken und sehr spitzen Steinen ausweichend. Wir ließen uns Zeit, entschieden uns dann aber, nicht mehr alle Viewpoints zu befahren. Die Strecke dauerte lange, weil wir sie nicht besonders schnell fuhren. Tom hatte es sich nämlich fest in den Kopf gesetzt, die ganze Strecke durch Namibia ohne einen einzigen Platten zu fahren 😎

Dann kam uns plötzlich eine Idee 🤪   Da wir am nächsten Tag sowieso früh aufstehen wollten, um die Strecke nach Aus über Außenkehr und Rosh Pinah zu nehmen, entschlossen wir uns, frühmorgens nochmal zum Fish River Canyon zu fahren und dort zu frühstücken. Und zwar nicht am Main Viewpoint mit Absperrung sondern einfach ein paar Meter weiter mit herrlich "unverbautem" Blick über den Canyon. Wofür hatten wir denn so einen flexiblen Bushcamper? Wir freuten uns schon jetzt wie die kleinen Kinder auf den nächsten Tag 😁

Zurück am Camper fand Tom einige Rosenköpfchenpapageien und stellte ihnen mit seiner Kamera nach. Die Zeit verging wieder wie im Flug und abends gingen wir erneut im Roadhouse essen, einfach weil es sooo lecker war.


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Teil 1105. Aug. 2017
25.05.

Morgens hieß es wieder früh aus den Federn und ab zum Fish River Canyon. Da unser Permit 24 Stunden lang gültig war, brauchten wir kein neues kaufen.  Wir kamen kurz nach Sonnenaufgang an und genossen die ersten Sonnenstrahlen, die den Canyon erleuchteten.  Es waren nur zwei Autos am Mainviewpoint und wir hatten uns mit unserem Camper extra abseits dessen hingestellt, da dort auch kein fotografisch störender Zaun im Blickfeld war. Dort stellten wir unseren Tisch und die Stühle hin und frühstückten mit herrlichem Blick auf den Canyon 😎 Es war wahnsinnig ruhig, nur der Wind wehte ein bisschen und wir hatten diesen irrsinnigen Ausblick und beobachteten, wie sich Sonne und Schatten minütlich veränderten. Genussvolle Augenblicke voller Ruhe und tiefer Zufriedenheit, wie jeder sie in seinem Urlaub erleben sollte. Superschön und sicher eines der Highlights unserer Reise 🙂

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Danach ging es in den Süden zum Oranje. Die Strecke war landschaftlich richtig abwechslungsreich, die Straßen beim Oranje wurden zwar schlechter, aber dafür war es einfach superschön.  Ab und zu hielten wir an, stiegen aus und Tom ging wie immer ein bisschen auf den Steinen klettern, die oftmals zu sehen waren. Plötzlich wurde die karge Landschaft vom grünen Band des Oranje unterbrochen. Das Grün und das Wasser war richtig wohltuend für die Sinne. Immer wieder hielten wir an, um Fotos zu machen, um die rund gewaschenen Steine und die Potholes im Flussbett zu fotografieren oder einfach nur den Blick über die Landschaft gleiten zu lassen. Mittags hielten wir an einem Platz am Fluss an und aßen eine Kleinigkeit.

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Wir nahmen uns wieder viel Zeit und kamen erst kurz vor Sonnenuntergang in Klein Aus an. Es sah schön aus, aber der Campingplatz war, wie wir auch wussten, stark frequentiert und so bekamen wir einen Platz direkt neben einem Overlander 🤨 Ein richtiger Kulturschock nachdem wir in Mesosaurus und auch beim Canon Roadhouse recht einsam waren. Hier war alles voll mit Zelten und Radfahrern, die mit dem Overlander unterwegs waren. Naja, so war es dann halt.  Wir freuten uns auf unsere Bolognese, machten die Nudeln und futterten uns richtig satt. Da wir morgens eher ausschlafen wollten, also so bis halb 7 Uhr, stellten wir die Uhr entsprechend und verschwanden im Camper.

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Teil 1206. Aug. 2017
26.05.

Ritsch - Ratsch
Klapper!
Rumpel!

War wohl nix mit länger schlafen 😠 Der gesamte Overlander stand jetzt auf und machte sich fertig. Ok, wir dann wohl oder übel auch. Frühstücken und dann ab nach Kolmanskop, zur verlassenen Stadt. Zwischendurch einen Abstecher zu den Wildpferden, die wir zwar sahen, aber nicht aus der Nähe. Unsere Überlegungen, die Pferde noch einmal im schönen Licht zu fotografieren, verwarfen wir. Die Tiere sahen so aus als seien sie kurz vor dem Verhungern - sie taten uns einfach nur leid und ich wollte hiervon keine weiteren Fotos machen 😐 Das eine Beispielbild reichte mir. Wir hatten mitbekommen, dass die Tiere wohl ab und an gefüttert wurden und wir können nur hoffen, dass sich die Situation für die Wüstenpferde bald wieder dahingehend ändert, dass sie sich von der dortigen Vegetation wieder ernähren können.

Jetzt ging es weiter nach Kolmanskop. Der Wind nahm zu, aber wir konnten uns dort noch schön fotografisch austoben. Schon klasse, wie die einstige aus Diamanten geborene Stadt mit Schwimmbad und grünen Gärten heute aussah und wie sich die Natur innerhalb nicht allzulanger Zeit alles zurückholte. Jetzt nahm der Wind richtig zu und es war höchste Zeit,  die Kameras in den Rucksäcken zu verstauen, denn der Sand begann zu fliegen. 


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Nun ging es zum Einkaufen nach Lüderitz. Wir hofften auf eine bewachte Mall bzw. einen bewachten Parkplatz. Fanden wir aber nicht. Da gestern Feiertag und morgen Wochenende war, war die gesamte Stadt auf den Beinen und auch gefühlt alle einkaufen.  Es war ein einziges unübersichtliches Durcheinander von Leuten. Auch im Spar sah es nicht anders aus. Zudem hatte der Spar hier sehr viel weniger Auswahl als bisher in den Städten.  Ich kaufte ein, was ich fand und Tom ging danach noch Bier und Wein holen,  was ich nicht mehr tragen konnte. Da immer einer beim Auto bleiben sollte,  ging das Einkaufen leider recht langsam vonstatten.  Wir waren froh, als wir die Einkäufe hinter uns gebracht hatten und fuhren nach Klein Aus Vista zurück. 

Dort gingen wir zum Sonnenuntergang auf einen Hügel mit schönem Blick in die Ferne und taten das, was wir meistens tun 😄 - wir fotografierten bis die Sonne unterging und genossen die schöne Umgebung im tollen Licht. Zufrieden gestellt gingen wir ins Camp zurück und fachten die Holzkohle an. Irgendwann glühte es, aber es reichte noch nicht,  so dass wir noch einmal nachlegen mussten. Beim Luft zufächern ging dann leider eine unserer Essplatten zu Bruch 🤨 Zum Glück hatten wir noch drei. Am Ende klappte es aber ganz gut mit dem Grillen und danach kamen wir auch endlich hinter das Geheimnis der Feuerscheite 🤩   Einfach in die Glut legen,  dann brennen sie irgendwann. Mit einem schönen Feuer ging der Abend zu Ende.


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Teil 1310. Aug. 2017
27.05.

Wir wachten auf und hörten es rumpeln und heulen. Nachts hatte der Wind angefangen zu fetzen und an unserem Bushcamper zu zerren. Und kalt war es! Dabei hatten wir uns doch gerade so schön an die Wärme nachts gewöhnt 🙄 Wer unsere Gesichter sah, wusste, es bereitete uns heute definitiv kein Vergnügen, aus dem Bushcamper zu kriechen. Überall fetzte ein eisiger Wind und fand jede Ritze in unseren Klamotten. An Kaffee machen mit dem Gaskocher war gar nicht zu denken, was die Laune nicht unbedingt besser machte 😣 Wir fuhren deshalb los und hielten irgendwann auf dem Weg nach Sesriem an, um an einem geschützten Plätzchen schnell im Stehen zu frühstücken.

Die Laune steigerte sich zum Glück exponentiell zu jedem eingenommenen heißen Schluck Kaffee 😎 So, jetzt konnte es richtig losgehen! Die Landschaft war einfach wunderbar und wir nahmen den Abstecher über die D707 zwischen der Wüste und den Tirasbergen. Wieder hielten wir oft an, um die Landschaft zu bewundern und abzulichten. Immer wieder schöne Ausblicke auf unterschiedlich gefärbte Berge und Dünen. Und immer wieder viel Wind. Während es bei Klein Aus Vista noch um 6 Grad gewesen waren, nahmen die Temperaturen langsam zu und der Wind war zwar heftig, aber wenigstens warm.

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Nach etlichen Stunden erreichten wir Sesriem, der Wind hatte wieder abgenommen,  wir bekamen Campsite 3 und parkten unseren Camper. Es war viel los, wie schon angenommen und gegenüber stand wieder ein Overlander. Aber es war klar, dass es hier an diesem sehr frequentierten Ort wohl nicht besonders ruhig werden würde. Während wir Salat aßen, nahm der Wind schlagartig extrem zu. Wir packten gerade noch alles weg und dann fetzte es so richtig los. An draußen-sitzen war eigentlich nicht mehr zu denken, obwohl manche tatsächlich noch draußen ausharrten. Der Sand kroch in alle Löcher und Ritzen. Und so sah dann auch die Nacht aus... 😵
Teil 1410. Aug. 2017
28.05.

Es rüttelte und schüttelte den Bushcamper, überall schlugen Teile aufeinander, unsere Stäbe vom Regenschutz fielen ab und es stürmte. Nachts ging ich noch auf die Toilette und hatte sofort Sand überall. Es war klar, dass es mit unserer Ballonfahrt, die wir geschenkt bekommen und auf die wir uns sehr gefreut hatten , nichts werden konnte 😐 Da wir dachten, dass eventuell trotzdem jemand um 5 Uhr vorbei kommen würde, um Bescheid zu geben, hielt sich Tom morgens trotz Sandsturm am Meetingpoint von Sesriem auf, aber es erschien genau niemand. Also wieder ins Bett, aber schlafen konnte man bei dem Lärm auch nicht. Wir standen dann auf, um uns herum fetzte der Sand. So wollten wir nicht ins Vlei, wir hätten noch nicht mal unsere Kamera ausgepackt - aus Angst, sie würde versanden. Also erstmal Kaffee trinken im Restaurant. Von einigen Zelten des gegenüberliegenden Overlander-Trupps waren nur noch Zeltwandfetzen und ein paar Stangen vorhanden 😮 Ok, die hatte es definitiv schlechter getroffen als uns...

Wir konnten hier nun wenig unternehmen außer das Sossusvlei komplett mit dem Auto zu erkunden oder auf der Campsite im Bushcamper bleiben und beides wollten wir nicht. Also kam uns die Idee, für eine Nacht eine neue Bleibe zu suchen, da die Wetteraussichten für Sesriem auch für den heutigen Tag und die Nacht nicht besser waren. Zudem hatten wir für Sesriem und das Sossusvlei vier Nächte eingeplant, so dass wir auch noch einen Zeitpuffer hatten und nicht gezwungen waren, alles schnellstmöglich zu erkunden. Eine Nacht weniger ließ sich da ganz gut verschmerzen.

Wir riefen also im Rostock Ritz an, wo aber auch einiges an Wind herrschte und telefonierten anschließend mit BüllsPort. Dort hieß es, es gebe nicht viel Wind, weshalb wir uns entschlossen, dorthin auszuweichen. Dank des Bushcampers waren wir hier ja flexibel 🙂
Wir fuhren zur BüllsPort Farm, um den Staub und dem Sand aus Sesriem zu entgehen. Zwischendurch fuhren wir durch den Zebra Mountain Park und bewunderten die grünen Flächen, die auf den Bergen ins Braunrote übergingen. Oft sahen wir Pavianherden direkt an der Straße, die allerdings ziemlich scheu waren und recht schnell abhauten, sobald das Auto langsamer wurde. 

Nach einiger Zeit erreichten wir BüllsPort, ein Farmgelände direkt neben einigen Hügeln, fuhren dort hinein und fragten nach einer Campsite. Wir bezahlten und warteten auf Danny, der uns den Weg zur Campsite zeigen sollte. Eine Box mit Feuerholz, Anzünder, Schlüssel für Toilette und Dusche und eine Tüte für den Müll erhielten wir für 560 NDollar. Nicht ganz billig, aber man gönnt sich ja sonst nichts 😉

Dann kam Danny mit seinem Quad angepest und fuhr wieder raus aus dem Gelände auf die Straße. Ein Stück weit ging es dort entlang, bis auf der rechten Seite ein anderes Gate erschien. Bei dem jetzt folgenden Weg waren wir wieder einmal ganz froh über unseren Allradwagen, der uns über jedes Flussbett und größere Gestein brachte. Am Ende erreichten wir eine Campsite mit Dusche und Toilette einsam in den Hügeln gelegen (ok, die anderen Campsites waren in der Nähe, aber nicht besetzt), einem großen Tisch unter einem Dach und einer schönen großen Feuerstelle. Der Blick in die Landschaft war wunderschön. Danny zeigte uns noch den Donkey, der bereits mit Anzünder und Feuerholz versehen war und der die Dusche beheizen sollte und ließ uns dann alleine zurück.

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Wir waren alleine. Und zwar ganz alleine. Außer uns, den Tieren und der Landschaft war hier nichts und wir genossen das Ambiente ausgiebig in der warmen Sonne 😎 Tom war wieder nicht davon abzubringen, den nächsten größeren Hügel zu erkunden, während ich fleißig weiter an unserem Reisebericht rumdoktorte. Alle möglichen Vögel flatterten um uns herum und schauten sich die Neuankömmlinge an. Als Tom später zurückkam, entdeckte ich eine Art Ratte mit buschigem Schwanz, die sich ohne Scheu bei der Grillstelle aufhielt. Wir fotografierten, bis die Sonne hinter den Hügeln verschwand und genossen unseren Abend mit einem schönen Feuer und einem Tall horse Chardonnay. Nachts hörten wir verschiedentlich das Brüllen der Paviane. So schön kann Urlaub sein!

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Teil 1517. Aug. 2017
29.05.2017

Kurz nach Sonnenaufgang standen wir auf. Es war ziemlich frisch, weil nun auch ein bisschen Wind wehte. Wir hatten schätzungsweise um die 8 oder 9 Grad. Da die Sonne länger brauchen würde, um über die Hügel zu kommen, zogen wir uns dick an und frühstückten im Schatten. Wir waren sehr froh, dass wir diesen Ausflug zu Büllsport gemacht hatten. Die Gegend hatte uns sehr gut gefallen und die Campsite war wunderschön gelegen. Nach dem Frühstück brachten wir Box und Schlüssel zur Farm und fuhren Richtung Sesriem zurück. 

Da wir auf ein paar Baboons hoffen, hielten wir die Kameras griffbereit auf unseren Beinen. Und es war wie immer. Wenn man sich auf etwas einstellt, passiert es dann nicht. Paviane sahen wir nur einmal kurz wegrennen. Die Mengen, die wir am Tag zuvor sahen, waren jetzt nicht mehr auffindbar 😄


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BüllsPort - der Weg von der Campsite zur Straße
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Auf der Fahrt im Mountain Zebra Park - scheint zur Regenzeit ein Wasserfall zu sein
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Kurzzehenrötel
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Schildrabe
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In Solitaire machten wir wie wahrscheinlich jeder Touri Halt, um zu tanken 😉 Der Geldautomat der Bank Windhoek nahm auch dankenswerterweise meine Maestro EC Karte an und ich konnte unsere Bargeldreserven etwas auffüllen. Die Bäckerei dort verkaufte uns ein paar Kekse und Stückchen (nein, wir sind nicht so der Apfelkuchen-Fan) und wir fuhren weiter zur Campsite. Glücklicherweise gab es dort keinen Sandsturm mehr, sondern nur noch einiges an Wind, was aber völlig ok war. Wir stellten unseren Wagen so auf, dass wir im Windschatten sitzen konnten und aßen erst einmal unsere Stückchen 😎 Nach einem Anruf beim Balloon Flight Anbieter stellte sich heraus, dass es leider auch keine Ballonflüge am nächsten Tag geben würde. Damit hatte sich das Thema auch erledigt. Schade! Ich hatte bei jeder Namibia-Reise davon geträumt, die Wüste einmal von oben betrachten zu können. Die vorherigen Male wären wir gerne im Flugzeug geflogen und es kam kurzfristig kein Flug zustande. Der Ballonflug hätte dann noch den großen Vorteil gehabt, dass wir gut hätten fotografieren können, weil es keine verdreckten Fenster gibt. So wartet also dieser Traum darauf, zu einem anderen Zeitpunkt geträumt zu werden 😉

Wir fuhren ein Stückchen Richtung Sossusvlei und konnten im späten Nachmittagslicht Oryx-Antilopen und Springböcke beobachten. Es gab sogar vereinzelte grüne Stellen auf dem Weg, was inmitten der Wüste richtig schön aussah. Wir machen einige Bilder, allerdings reichte das Licht nicht mehr lange aus, so dass wir zurück fuhren.

Abends gingen wir in die Sossusvlei Lodge direkt hinter dem Main gate essen, mittags hatten wir dort reserviert. Am Buffet gab es eine riesige Menge Vorspeisen und Salate und wir aßen mit Genuss etliche davon. Danach gab es Gegrilltes und man konnte sich asiatisches Gemüse und/oder Fleisch ähnlich wie im Wok zusammenstellen lassen. Kugelrund und noch mit Dessert gefüllt rollten wir zurück ins Camp und fielen in unseren Bushcamper 🤩


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Teil 1618. Aug. 2017
30.05.

5 Uhr raus aus dem Bett und fertigmachen. Es waren schon 12 Grad, unsere wärmste Nacht hier in Namibia bisher 🙂 Jetzt hinten in die Schlange eingereiht, die ins Vlei fahren wollte. Das Gate wurde pünktlich um 5.30 geöffnet und los ging es. Es war noch dunkel, aber langsam konnte man hinter sich erkennen, dass die Dunkelheit bereits in Dämmerung überging. Unsere Vorfreude wuchs 😎

Am 2x4 Parkplatz angekommen, verringerten wir den Reifendruck auf 1,6-1,8 bar und fuhren als beinahe erste Richtung Vlei. Jetzt bloß nicht anhalten im tiefen Sand 😗 Tom fuhr tapfer seine ersten Kilometer im tieferen Sand und wir bewältigten die Strecke mit Bravour. Dort ging es gleich zu Fuß zu unserem Ziel - ins Dead Vlei. Ich hatte ganz vergessen, wie anstrengend das Laufen im tieferen Sand war, puh 🤨 Es waren schon 20 Grad und die warme Fleecejacke und Mütze waren dann doch zu viel des Guten. Also raus aus den Sachen - es war schon T-Shirt Wetter.

Das Vlei lag noch komplett im Schatten, aber langsam kam die Sonne hinter der Düne hervor. Wir fotografierten wie die Wilden, Tom mit Weitwinkel, ich bevorzugte zunächst das Tele. Es war einfach superschön, wie sich permanent das Licht und die Farben veränderten. Jeder von uns kannte die Bilder aus dem Vlei (ich war ja auch schon 2x hier), aber es war trotzdem ein ganz besonderes Gefühl, dort zu stehen in der Wüste mit den toten Bäumen und das tiefe Blau des Himmels mit dem intensiven Orangerot der Dünen wahrzunehmen.


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Gegen kurz nach 8 Uhr hatte sich das Licht schon verändert und die schönsten Momente waren vorbei. Zudem wurde das Dead Vlei immer voller, so dass wir den Rückzug antraten, wobei man sagen musste, dass wir die Zeit des schönsten Lichts für uns alleine im Vlei hatten, weil die meisten Leute auf den Dünen geblieben waren und erst jetzt herunter kamen. Da es uns am Parkplatz zu sehr windete, fuhren wir zur Campsite zurück und frühstückten erst einmal ausgiebig und tief zufrieden im Windschatten. Im kleinen Store, der leider nicht viel Frisches, aber sonst einiges bot, kauften wir Vorräte ein und besorgten das Permit für die Blutkuppe, unsere nächste Station. Dann duschten und relaxten wir, bis wir gegen 14.30 Uhr wieder loszogen.

An einer Stelle entdeckte ich einige Blüten und holte das Makro raus, während Tom den Springböcken auf der anderen Straßenseite nachstellte. Es gab total interessante Pflanzen und kleine Insekten zu fotografieren. Angesichts der Dünen vergaß man leicht, wie toll die Welt des Mikrokosmos sein konnte. Auf jedem Meter konnte man Interessantes entdecken. 

Wir fuhren weiter, sahen Oryxantilopen und bestaunten wieder die Dünen mit ihren Details aus Licht und Schatten. Auf der Rückfahrt trafen wir wieder auf Trappen, die diesmal netterweise auch ein Trappenkonzert anstimmten. Trötend streckten sie ihre Hälse in den Himmel. Im letzten Licht fotografierten wir nochmal Oryx und Springböcke. Danach kehrten wir zur Campsite zurück und aßen eine Tütensuppe mit Brot und Käse. Man konnte ja nicht jeden Tag so schlemmen wie am Tag zuvor 😉


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Teil 1720. Aug. 2017
31.05.

Heute ging es zum Sonnenaufgang zur Elim Düne. Alle anderen fuhren also schon vor uns los, bei uns ging es gemächlich gegen 6 Uhr zur Düne. Leider war es heute Nacht windstill, so dass noch beinahe alle Fußstapfen des vorherigen Tages zu sehen waren. Das Gras auf der Düne war größtenteils ziemlich kaputt. An den Grashalmen hielten sich in großer Menge Käfer oder Ameisen auf, ich konnte es wegen des noch nicht vorhandenen Lichts nicht erkennen. Tom konnte sich fotografisch mit der Düne nicht richtig anfreunden und stieg wieder hinab.

Ich fotografierte von oben in die Ferne und ein paar Gräser. Kurz bevor die Sonne anfing, Teile der Düne zu beleuchten, kam ein Auto und ein Pärchen stieg schnurstracks auf die Spitze der Düne. Eigentlich hatte ich darauf gehofft, die Düne mit Spitze im Licht fotografieren zu können, aber mit den zwei Leuten in leuchtblauer und roter Jacke fiel das aus 😉 Aber gut, jeder möchte einen schönen Platz zum Sonnenaufgang ergattern und so suchte ich mir eben andere Motive.

Unten angekommen, zeigte mir Tom seine hervorragenden Springbock-Bilder, die er im Gegenlicht gemacht hatte.


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Dann ging es nach Sesriem zurück, wo wir noch einen Kaffee tranken und uns auf den Weg zur Blutkuppe machten. Zuerst nochmal Halt in Solitaire zum Tanken und Stückchen beim Bäcker holen 🤩 dann weiter über den Kuiseb Canon. Leider hatte die Pad schon ganz schön gelitten, so dass die Strecke aufgrund der heftigen Riffels nicht sooo viel Spaß machte. Auf dem Weg fanden wir einen wunderschönen Kaktus, zu dem bereits ein Fahrweg führte. Dort angekommen, entdeckten wir, wieviel Leben dieser beherbergte, Eidechsen und jede Menge Sattelschrecken fanden sich zwischen den dicken Dornen wieder. Superschön das Teil!


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In der Wüste aßen wir unser Frühstück und genossen den Blick über die weite karge Landschaft. Das Permit für die Blutkuppe und die Campsite hatten wir in Sesriem geholt und es ging irgendwann weiter über eine 4x4 Strecke. Dann kamen wir an der Blutkuppe an. Wir wussten, wir wollten eine der Campsites auf der Rückseite nehmen und fuhren dorthin.

Die Gegend empfing uns einerseit mit dem Granitgestein der Blutkoppe und andererseits mit verhältnismäßig viel Grün, farbigen Blüten und hübschen Insekten und wir waren nur noch am Staunen. Hier war es einfach grandios, Schmetterlinge flatterten überall herum, Vögel zwitscherten, große Käfer und Sattelschrecken liefen geschäftig ihren Weg und dazu der Blick auf die Blutkuppe. Beinahe sprachlos machte uns dieser Anblick und das bunte Leben inmitten der Wüste.

Wir nahmen die Campsite 8, die erste auf der Rückseite, bauten den Camper auf und genehmigten uns ein leckeres Bierchen. Tom hielt es nicht mehr aus, das Licht wurde schon schön und er schnappte sich sein Weitwinkel und flitzte los Richtung Blutkuppe. Ich wollte von den umherfliegenden Schmetterlingen und den hübschen Blüten Makroaufnahmen machen, so dass es mich auch nicht mehr auf dem Stuhl hielt. Zu meiner Überraschung entdeckte ich Schmetterlinge der Familie der Bläulinge (nehme ich jedenfalls an und bin für jeden Bestimmungshinweis dankbar) mit sehr hübschen Flügelunterseiten.

Ich machte jede Menge Fotos, während Tom mir ab und zu über das Funkgerät seine Begeisterung über die Blutkuppe kundtat. Als er zurückkam, hatte er mehrere der Höhlen erklettert und tolle Bilder mitgebracht. Ich hatte aber auch mein Möglichstes bei den Schmetterlingen getan und den Sonnenuntergang zwischen Gräsern und Blüten verbracht. Tom meinte, wir sollten die Spitzkoppe absagen und hier bleiben 😮 wovon ich allerdings nicht so richtig begeistert war. Zu sehr hatte ich mich auf die Spitzkoppe gefreut, so dass wir am Ende auch nur die eine Nacht hier blieben, uns allerdings versprachen, irgendwann wiederzukommen und mehr Zeit hier zu verbringen. Um noch ein bisschen was auszukosten, wollten wir zum Sonnenaufgang zu den Höhlen steigen. 


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Wir waren wieder ganz alleine hier und das war ein unglaubliches Gefühl in dieser Einsamkeit 😎 Wir machten Feuer, es war lauschig warm und wir genossen den Abend in vollen Zügen. Nach dem Essen ging es für ein paar Sternbilder nochmals raus. Ein richtig schöner Abend an einem wunderhübschen Fleckchen Afrika ganz für uns alleine.


Normalerweise würde ich den Tag hiermit beschließen, möchte aber die weiteren Absätze für einen Appell nutzen. Immer wieder haben wir in der Natur Müll gefunden, der von den Leuten nicht entsorgt oder wieder mitgenommen wurde. Auch an der Blutkoppe haben wir Plastikflaschen und verrostete Dosen gefunden zum Teil ziemlich weit oben bei den Höhlen.

Bitte, bitte liebe Camper: Ihr seid doch ein naturverbundenes Völkchen, sonst wärt ihr nicht in Namibia mit einem Camper unterwegs. Bitte nehmt doch jeglichen Müll wieder mit, wenn keine Möglichkeit zur Entsorgung vorhanden ist. Es macht uns tieftraurig und auch wütend, Plastik und Müll an solch tollen Plätzen vorzufinden.

Natürlich ist uns bewusst, dass nur ein ganz kleiner Teil der Camper sorglos diesen Müll in die Natur wegwerfen und hoffentlich (und wahrscheinlich) ist keiner von den Fomis so bedenkenlos. Aber wenn es auch nur von einem gelesen wird und irgendwas bewirkt, sind diese paar Sätze es wert, geschrieben zu werden.

Übrigens: Auch wenn ihr euch alle zu Recht nicht angesprochen fühlt, weil ihr nie im Leben etwas bedenkenlos in die Natur werfen würdet: Es wäre super, wenn ihr an solchen Plätzen Müll, den ihr vorfindet, einsammelt, mitnehmt und entsorgt. Wenn jeder von uns da ein bisschen mithilft, können wir bestimmt schon einiges bewegen. Die Natur und alle nachfolgenden Besucher werden es euch ganz sicher danken 😘 😘
Teil 1801. Sept. 2017
01.06.

Wir standen früh auf, um wie geplant hoch zu den Höhlen der Blutkoppe zu klettern. Unterwegs trennten wir uns auf und versuchten jedes der einzigartigen Motive mitzunehmen, die sich überall um uns herum boten. Oben bei den obersten und größten Höhlen trafen wir uns wieder. Tom fand nach langem Überlegen, Planen und Abschätzen einen wenngleich möglichen, dann immer noch schwierigen Zugang zu der größten Höhle, in die er den Aufstieg am Vorabend nicht gewagt hatte. Den Rucksack hinter einem Stein abgelegt, um die Kletterei weniger riskant zu gestalten, kletterte er in die oberste Höhle und kam nach einiger Zeit freudestrahlend mit einigen Bildern mehr auf der Speicherkarte wieder herunter geklettert 😎

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Nach dieser anstrengenden Tour kamen wir glücklich mit tollen Bildern zurück zum Camper und genossen ausführlich unser Frühstück. Anschließend ging es weiter zur Spitzkoppe mit Einkaufsstopp in Swakopmund, wo wir uns für die nächsten Tage gut eindecken wollten. Unsere Kühltruhen waren auch mittlerweile richtig leer geworden 🤨 In Swakopmund besuchten wir den Superspar sowie den ATM Automaten und die Tankstelle. Die große, volle und belebte Stadt war für uns mal wieder ein richtiger Kulturschock und so waren wir froh, als wir vollbepackt zur Spitzkoppe weiterfuhren und wieder durch einsame Landstriche kamen. Unser Ziel, die Spitzkoppe, empfing uns im tiefen Dunst aus der Ferne. 

Wir bezahlten die Campsite für zwei Nächte, dann durften wir uns eine Campsite raussuchen. Zuerst fuhren wir zu den Campsites an der Felsenbrücke, aber dort war schon alles - teils sogar doppelt - belegt. Auf der Rückseite gab es noch Platz, aber dafür waren diese Plätze auch schon im Schatten und würden keine Nachmittagssonne mehr bekommen. Kam für uns deshalb auch nicht in Frage. Schlussendlich entschieden wir uns für die Campsite Nr. 3, weil hier weniger Wind ging, der mittlerweile ziemlich fetzte und wir noch ein Weilchen in der Sonne sitzen konnten. Neue schwarzgefiederte Freunde hatten wir auch sofort wieder gefunden.

Wir waren heute ziemlich K.O. von den letzten Tagen, das ständige frühe Aufstehen und Aktivsein schlaucht dann doch irgendwann einmal. Eigentlich hatten wir Urlaub, aber wir hatten öfters das Gefühl der Zeit hinterherzurennen. Es gab zu viele Motive und wir hatten für alles gefühlt viel zu wenig Zeit 🤪 Da wir uns nun auch mal ein wenig erholen wollten, beschlossen wir, am nächsten Tag auszuschlafen und den Sonnenaufgang Sonnenaufgang sein zu lassen 🤩 Abends grillten wir schön und aßen einen großen Salat, danach saßen wir am Feuer und ließen den Abend ausklingen. 

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Die Campsite aus der Sicht des Weitwinkel
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Die Campsite aus der "normalen" Sicht
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Das gute Plumpsklo
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Gut duftend geht anders, aber ein solches Klo ist besser als keins 😉
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Nachdem unsere neuen Freunde gefühlt kurz vor dem Hungertod standen (Tierhalter kennen das 😂), gab es einen letzten Rest Apfel
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Teil 1902. Sept. 2017
02.06.

Wir wachten auf zum Sonnenaufgang (irgendwie konnten wir nicht anders 😉 ), aber standen nicht auf. Nachts hatte der Wind in Böen total geblasen, so dass wir nicht gut schlafen konnten. Als wir aufstanden, ließ sich die Sonne noch lange nicht blicken, aber zum Glück war es recht warm, obwohl der Wind fetzte. Ich ging zu unseren Campingstühlen und entdeckte kleine staubige Pfötchen darauf. "Schau mal Tom, wir hatten heute Nacht Besuch.", sagte ich erfreut.

Wir frühstückten mit vielen Begleitern, denn die Stare wollten auch etwas von unserem Frühstück haben und wichen voller Hoffnung nicht von unserer Seite. Danach ging es zu den Duschen, die nahe bei der Rezeption lagen. Ich wollte endlich mal wieder Haare waschen, ich fühlte mich schon total speckig 🤢 Ab unter die Dusche, ahhh, das tut gut. Sogar warmes Wasser gab es!

Wir fuhren später durch das Spitzkoppegebiet, machten Fotos und suchten Stellen für den Sonnenauf- und untergang. Die besten Chancen sahen wir entweder im gesamten Bergmassiv oder in dem Felsenbogen, den wir später eventuell für Sternfotografie und für den Sonnenaufgang besuchen wollten. Mittags ruhten wir uns auf unserem Platz aus und überlegten uns, ob wir die Stare dazu animieren konnten, ein paar Flugübungen hinzulegen. Tom nahm dazu ein bisschen Brot in die Hand und probierte aus, ob die Stare ihm ein Stückchen aus der Hand holen würden. Das klappte in der Tat 🤩 Interessanterweise trauten sich allerdings nur die Jungtiere (zu erkennen am dunklen Auge im Gegensatz zu den orangenfarbenen Augen der Elterntiere). Da wir die Tiere nicht mit allzuviel Brot versorgen wollten, hörten wir nach ein paar Versuchen wieder auf und widmeten uns anderen Dingen.

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Der Reisebericht wurde auf den neusten Stand gebracht und danach schnappten wir uns die Kameras und gingen auf Motivsuche ins nebengelegene Tal. Dort wurden ausgiebig Papageien, Agamen, ein Rüsselspringer und andere Vögel fotografiert, bis es Zeit war, zum Felsbogen zu gehen. Dort angekommen, war ich etwas ernüchtert. Der Felsbogen ist zwar ein schönes Motiv, aber nur etwas für Weitwinkel und genau dieselben Bilder wie Tom wollte ich nicht machen. Das machte für mich wenig Sinn. Tom war zudem schon etwas ungeduldig, weil sich ständig Leute dort niederließen, die er nicht auf dem Foto haben wollte 😉 Es brauchte etwas Geduld und Einfallsreichtum, um den Bogen so aufnehmen zu können, wie er das wollte. Ich fand unterdessen nicht besonders viel Motive und war recht enttäuscht. Irgendwie hatte ich mir von dieser tollen Gegend mehr versprochen bzw. gelang es mir gerade nicht, hier ein besonderes Motiv für mich zu finden. Als wir zur Campsite zurückgingen, hatten wir dann aber nochmal richtig Glück, denn der Himmel färbte sich aufgrund der zahlreichen Schleierwölkchen schön glühend rot und rosa. Nach einem wunderschönen Sonnenuntergang war ich dann auch wieder komplett happy 🙂

Danach saßen wir wieder länger am Feuer, die Luft war angenehm warm und genossen den Abend. Tom meinte plötzlich: "Schau mal, da ist irgendwas neben Dir." Wir leuchteten vorsichtig dorthin und es saß eine Ginsterkatze ca. 4 Meter neben mir und starrte uns an. Danach schlich sie an uns vorbei in den Busch und etwas später verschwand sie. Wir sahen sie dann noch einmal unter unserem Campingtisch, wahrscheinlich nach ein paar Essensresten suchend, woraufhin sie dann aber endgültig verschwand. Wie schön! Eine Ginsterkatze direkt neben uns 😎 Wir nahmen an, dass dieser nächtliche Besucher auch die Pfotenabdrücke auf dem Stuhl in der vorherigen Nacht hinterlassen hatte.


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Teil 2011. Sept. 2017
03.06.

Zum Sonnenaufgang stand ich auf, hatte aber wieder Probleme mit der Motivsuche. Eigentlich wollte ich das Bergmassiv fotografieren, aber es waren entweder Menschen im Bild oder rot leuchtende Plumpsklos 🙄 Machte aber nix, dann sparte ich mir das mit dem Fotografieren heute früh. So richtig warm geworden war ich fotografisch nicht mit der Spitzkoppe. Ich hatte mich ursprünglich unheimlich auf dieses Areal gefreut, aber die Umsetzung vor Ort fand ich sehr schwierig. Aber so ist das mit den Erwartungen - sie strecken Dir auch manchmal einfach die Zunge heraus 😄

Da wir am Vortag die Stare mit ein bisschen Brot versorgt hatten, hatten diese jetzt vollends jeden Respekt vor uns verloren und so gebärdeten sich diese hübschen Besucher bei unserem Frühstück an diesem Morgen ziemlich nervig. Da wurde auch schon das Stück Nutellabrot direkt aus der Hand geklaut, wenn man nicht achtsam genug war 🤩 Selbst schuld, kann man da nur sagen 😉

Tom ging vorne bei der Rezeption nochmal duschen, dann ging es weiter zur Madisa Campsite. Die Straße war glücklicherweise kurz vorher von einem Grader bereinigt worden, so dass wir sehr gut fahren konnten. In Uis tankten wir und kauften noch Kleinigkeiten ein. Danach trafen wir an einer sehr sandigen Stelle einen festgefahrenen Overlander. Wir versprachen dem Reiseleiter, den Grader zu benachrichtigen, falls wir an ihm vorbei fahren würden. Zum Glück konnten wir durch eine andere tief sandige Stelle vorbei fahren und dank unseres Autos und Toms umsichtigem Fahrmanöver bereitete uns das auch keine Probleme. 

Hier also hält sich Houdini versteckt 😉
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Wir trafen dann auch wirklich auf den Grader, sagten diesem Bescheid und weiter ging es. Als wir auf eine andere Straße abbogen, war es allerdings vorbei mit dem Komfort. Tiefe Riffels wollten bewältigt werden und zehrten ein bisschen an den Nerven 😠 Gegen kurz vor 12 Uhr mittags erreichten wir Madisa, bekamen die Campsite 1 zugeteilt und machten uns sofort dort breit. Wäsche wollte gewaschen und der Bushcamper von Staub und Sand befreit werden. Ein schönes Plätzchen war das hier! Schattige Bäume, große runde Felsen ähnlich wie bei der Blutkuppe und Spitzkoppe, nur natürlich nicht sooo groß. Überall flogen Schmetterlinge herum und der ein oder andere noch nicht bekannte Vogel ließ sich auch blicken.
   
Die großen Schmetterlinge (Foxy Emperors) waren wunderschön und einer landete in unserer Nähe, so dass wir ihn fotografieren konnten. Tom machte einen kurzen Ausflug über die Felsen und ich entdeckte etwas beinahe Magisches. Ich näherte mich einem der Bäume. Aber das war kein normaler Baum. Dieser brummte und surrte. Unter dem Baum stehend sah ich, dass massig Insekten unterwegs waren, die überall am Baum Platz nahmen und scheinbar tranken. Offenbar sonderte der Baum irgendwas Nahrhaftes aus, das die Insekten tranken. Vielleicht eine Art Harz oder so etwas (ich würde mich sehr freuen, wenn es jemand genau weiß und mir die Erklärung dazu liefert).

Unser neuer vierbeiniger Freund in Madisa
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Ein wunderschöner Erdbeerbaumfalter
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Buffet für alle
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Auch diese hübschen Gesellen surrten permanent um uns herum
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Keine Ahnung, was das ist. Aber ein bisschen sieht es aus wie ein Teufelchen - findet ihr nicht?
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Es war einfach Wahnsinn unter diesem Baum zu stehen und diese Massen an Tieren zu beobachten. Der Baum selbst schien vor Leben nur so zu strotzen 🤩 Ich rief Tom und er staunte ebenfalls. Überall diese großen Schmetterlinge und andere helikopterartige Insekten, deren Flügel wunderschön blaugrün schimmern. Wir machten jede Menge Fotos und waren begeistert: Wir hatten DEN Insektenbaum gefunden 🤩

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Wo viele Insekten, da auch viele Vögel
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Zum Sonnenuntergang stiegen wir auf die Felsen und genossen dort die Szenerie in die Ferne. Danach gab es eine Suppe und der Abend klang langsam aus.

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