Reisebericht

Rentner liebt Mara

von Papa Kenia · begonnen 20. Jan. 2017 · 26 Teile

Teil 2130. Jan. 2017
Tag 8 – 20.12.16

Am nächsten Morgen war ich gespannt der Dinge, die da kommen würden. Vereinbarungsgemäß ging ich über die Hängebrücke zum Parkplatz. Kurz darauf kamen zwei Massai auf mich zu, begrüßten mich freundlich und stellten sich als Jonathan und Bernhard vor.

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Sie hatten Frühstückboxen mit und ich freute mich auf einen langen Drive! Ich hatte wieder sieben Sitzplätze für mich allein.

Die beiden Massai wollten so allerlei von mir wissen, wie oft in Kenia, wie oft in der Mara und ob schon alle big five gesehen, usw. Schnell hatten die beiden gemerkt, wie sehr ich von Landschaft und Tierwelt angetan war.

Jonathan meinte dann so ganz nebenbei: Jetzt zeigen wir die das seltenste Tier der Masai Mara. ‚Serval‘ schoss mir sofort durch den Kopf. Reflexartig nahm ich meine Kamera in die Hand und lugte oben aus dem Fahrzeug.

Und dann sahen wir tatsächlich den Serval. Aber der kleine Kerl war so schnell, so sprunggewaltig, dass er nach drei Sätzen weg war und nicht mehr gesehen wurde. Bei der Schnelligkeit hatte ich keine Chance auch nur ein einziges Foto zu machen. Schade!

Wir warteten noch geraume Zeit und fuhren noch ein wenig auf und ab, aber ergebnislos.

Als nächstes trafen wir auf eine Gepardin. Sie lag auf einem Hügel und schaute um sich. Sie gab Laute wie ein Vogel von sich. Bernhard sagte, dass sie noch zwei Brüder hätte und dass sie auf diese Weise den beiden signalisierte, wo sie sich momentan befand.

Aber die beiden ließen sich nicht blicken, sodass die Gepardin nach geraumer Zeit ihren Aussichtspunkt verließ und davontrottete.

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Dann ließen wir erst zwei Fahrzeuge vorfahren und warteten, bis sich die Staubwolken verzogen hatten. Die Sonne knallte vom Himmel. Es war irre heiß. So heiß wie in den letzten Tagen hatte ich die Mara noch nie erlebt. Während es im Grenzgebiet zu Tansania doch noch einiges Gras zu fressen gab, so war hier in der Talek-Region fast alles abgegrast, verdörrt, vertrocknet und verstaubt. Auch meine beiden Begleiter meinten, diese Hitze sei nicht normal. Und geregnet hätte es seit zehn Wochen auch nicht mehr.

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Um kurz nach neun nahmen wir unser Frühstück ein. Ich bot den beiden Massai an, sich ruhig an meiner Box zu bedienen. Ich würde sowieso nicht allzu viel essen. Nur den Kaffee, den darf mir keiner nehmen. Das ist wie mit meinem Bier!

Nach knapp einer halben Stunde Pause setzten wir unsere Fahrt fort. Es ging aber auch schon so langsam Richtung Camp.

Giraffen bekamen wir noch zu Gesicht. Und trafen schließlich gegen 11.30 Uhr im Camp ein.

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Nach diesem staubigen Morgen schmeckte das Tusker beim Mittagessen umso besser!

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Teil 2230. Jan. 2017
Die Sichtungen der Nachmittagspirschfahrt: Ein einsamer Elefantenbulle, Büffel, Büffel, Büffel und noch einen Leoparden.

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Der Leo lag mit seinem Kill am gegenüberliegenden Ende eines Grabens. Die Entfernung für vernünftige Fotos war reichlich groß. Aber es klappte noch so einigermaßen.

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Als wir weiterfuhren, trafen wir auf ein Löwenrudel. Völlig erschöpft und fast regungslos dösten sie vor sich hin.

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Mittlerweile waren wir auf Umwegen auch am anderen gegenüberliegenden Ufer des Grabens und sahen den Leo von vorhin aus einer völlig neuen Perspektive.

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Zum Abschluss des Tages gab es noch mal Elefanten. So gegen 19.30 Uhr waren wir im Camp zurück.

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Der Campmanager fragte zum Abendessen, ob nun alles in Ordnung sei. ‚So kann es weitergehen‘ bedankte ich mich. Und heute lud ich ihn auf ein Bier ein.

Trotz der Hitze gab es abends die Wärmeflasche ins Bett. 😄

-Fortsetzung folgt-
LG
Papa Kenia
Teil 2331. Jan. 2017
Tag 9 – 21.12.16

Allmählich ging die Safari dem Ende entgegen. Heute noch und morgen geht es dann zurück. Schade.

Es war wieder einmal ein toller Sonnenaufgang. Zwei Heißluftballons stiegen am Horizont auf. Wir hatten wieder Picknickboxen mit.

Ein Löwe kreuzte unseren Weg. Er war sichtlich erschöpft und mitgenommen.

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Urplötzlich standen wir erneut vor dem Leoparden von gestern Abend. Er sah gesättigt und müde aus. Er beachtete uns so gut wie gar nicht und machte Anstalten noch eine Runde zu schlafen.

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Dann ging es auf zu neuen Abenteuern. Jonathan fuhr links ran um zu halten. Er sah einen einsamen Büffel und wusste, dass ich meine Kamera gleich in den Anschlag nehmen würde. Bevor ich das jedoch konnte, kam dieses Vieh auf unser Fahrzeug zu gerannt und knallte seinen Schädel voll in die Karosserie. Büffel sind eben unberechenbar.

‚Alter, wie bist du denn drauf? Wenn du mich nicht magst, kannst du es ruhig sagen. Aber doch nicht so!‘

Ich ließ vor Schreck meine Kamera fast fallen. Die beiden Massai lachten sich halbtot.

So etwas hatten sie auch noch nicht erlebt.

Heute Morgen hatte ich noch ein Fahrzeug gesehen, da saßen zwei Typen drin, die sich wahrscheinlich für die Coolsten hielten. Ließen Arme und Beine durch’s Fenster nach draußen hängen. Kaum auszumalen, wenn diese beiden den Büffelangriff erlebt hätten. Arme und Beine wären Matsche gewesen. Ich kann jetzt gut verstehen, wenn die Fahrer jedes Mal ermahnen: Arme und Beine im Fahrzeug lassen. So schnell wie die Keule war, hätte man gar nicht reagieren können.

Als ob nichts gewesen wäre, stand dieses angriffslustige Monster Sekunden später wieder in bester Fotopose am Wegesrand.

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Teil 2403. Feb. 2017
Während der Weiterfahrt sahen wir einen Gepard (vor lauter Müdigkeit bekam der aber die Augen nicht mehr auf), Giraffen und Löwen.

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Mittags im Camp war der Büffelangriff Thema Nr. 1. Jonathan und Bernhard mussten mehrfach die Begegnung schildern. Jeder Angestellte schaute sich das Fahrzeug an. Dabei war der Schaden gar nicht so groß. Die Beule war so groß wie ein Dessertteller. Ich hatte Schlimmeres erwartet. Wollte der Kleine vielleicht doch nur spielen?

Um 16 Uhr war unser Fahrzeug erneut startklar. Zunächst hatten wir wieder das Glück, erneut einen Geparden zu Gesicht zu bekommen.

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Teil 2503. Feb. 2017
Anschließend stolperten wir nur so über Löwen und Löwenkinder.

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Kurz vor Einbruch der Dunkelheit, es muss schon so kurz vor 19 Uhr gewesen sein, entdeckten meine beiden Massai ein Nashorn. Wir blieben geraume Zeit hier stehen, aber es wurde einerseits zusehends dunkler und das Nashorn machte auch keinerlei Anstalten, seinen Schutz zu verlassen.

So machten wir uns auf den Heimweg und kamen erst kurz vor acht im Camp an.

-Fortsetzung folgt-

LG Papa Kenia
Teil 2605. Feb. 2017
Letzter Tag – 22.12.16

Das war es dann leider für dieses Jahr. Kurz nach sechs Uhr ging es zur letzten Pirschfahrt nochmal raus um dann gegen halb zehn zurück zu sein. Wo ich ein letztes Frühstück zu mir nahm.

Das Highlight dieses Morgens soll aber nicht verschwiegen werden. Jonathan steuerte unser Fahrzeug noch mal in die Richtung, wo wir gestern Abend das Nashorn entdeckt hatten.

Nach über zwei Stunden hatten wir dann endlich Glück. Nashorn voraus! Wir verhielten uns ganz leise. Keiner der beiden Massai machte Anstalten, über Funk andere Fahrzeuge zu verständigen. Das fand ich gut. So traute sich das Nashorn aus seinem Versteck und lief vor unserem Wagen ins nächste Waldstück.

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Das war ein krönender Abschluss.

Nachdem wir einige Kilometer gefahren waren, stießen wir auf eine Ansammlung von fünf oder sechs Fahrzeugen. Neugierig positionierten wir uns irgendwo daneben und sahen das nächste Nashorn.

Es kam aber nicht aus seiner Deckung hervor. Kein Wunder, denn es wurden immer mehr Fahrzeuge und die allgemeine Hektik ging mir auch gewaltig auf die Nerven.

Dann gab es kein Halten mehr. Wir mussten zurück ins Camp.

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Frühstücken, Tasche packen, Zelt räumen. Anschließend noch eine Kleinigkeit und ein Tusker zum Mittagessen und dann brachte mich Jonathan zum Flugplatz. Kurz nach zwei Uhr kamen wir am Olkiombo Airstrip an. Die Fahrt bis hier hatte fast eine Stunde gedauert.

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Die Maschine war wiederum voll besetzt. Aus den ursprünglich geplanten zwei Stunden Flugzeit wurden aber mehr als drei, da wir über Malindi flogen um einige Insassen abzusetzen.

In Malindi konnten die übrigen Passagiere noch kurz ins Flughafengebäude um Geschäfte zu erledigen. Imponiert hat mir das Gebäude. Vom Feinsten! Hell, modern und sauber war der Wartebereich, wo auch ein Pianospieler den wartenden Gästen dezente Musik darbot. Das hat mich schon beeindruckt. Dieser Flughafen könnte auch irgendwo in Europa stehen.

Gegen halb sechs landeten wir restlichen Passagiere in Ukunda. Hier hatte ich dann ein Déjà-vu.

Im vergangenen Jahr flog ich im Dezember in die Mara. Beim Abflug wurde ich von einer kleinen, drallen und ganz freundlichen Kenianerin verabschiedet. Sie trug sogar meine Tasche zum Flieger. Neun Tage später war die Safari beendet und ich marschierte mit meinem Gepäck Richtung Flughafengebäude. Da war sie wieder, die kleine, nette Kenianerin. „Ah Mister……! I remember! You always go 2 or 3 weeks to Mara?“ Und lachte sich halb tot.

“Das waren doch nur neun Tage” grinste ich. Wir klatschen uns ab und jeder ging seiner Wege.

In diesem Jahr hat sie mich beim Hinflug definitiv nicht gesehen. Denn sie war nicht da!

Während unser Pilot jetzt nach der Landung die Koffer aus der Maschine zerrte, sah ich diese Kenianerin wieder auf uns zukommen. Ich brauchte mir ja schließlich nur ein Gesicht merken.

Sie sah mich, stutzte kurz und lachte sich halb schlapp. Klatschte mir die rechte Hand. „Ah, Dieter! Wieder da? Wieder zwei oder drei Wochen Mara?“

Nicht nur, dass sie mich nach einem Jahr wiedererkennt?! Jetzt kennt sie schon meinen Vornamen? Ist Kenia ein Dorf? Wie krass ist das denn?

Das war es dann. Vielen Dank fürs Lesen. Vielen Dank für Eure Kommentare und für’s Buttondrücken!

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Vielleicht bis zum nächsten Mal.

Liebe Grüße
Papa Kenia
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